Dienstag, 2. Februar 2010
Hingeschleimt und durchgepfiffen
Nicht dass es wieder heißt, wir würden nur an allem herummäkeln, muss ich folgendermaßen beginnen: Ich fahre in Passau wirklich sehr selten mit dem Bus, weil es einfach nicht geht. Die Bustakte sind nur für Rentner mit ganz viel Zeit geeignet; vierzig Minuten am Werktag oder eineinhalb Stunden am Sonntag sind eigentlich fast kafkaesk und für ein Oberzentrum, in dem man alles tut, um die Radfahrer auch noch zu vergraulen, absolut lächerlich. Der Präsident hat schon recht, wenn er sagt, dass man in Passau als Kraftfahrer einfach alle Verkehrsregeln missachten muss, um gegen diesen Irrsinn zu protestieren. Aber ich schweife ab und mäkle schon wieder, wo ich doch zunächst loben wollte. Also: Die zwei-, dreimal, die ich im letzten Jahr mit dem Bus gefahren bin, durfte ich mit einem Busfahrer (trägt einen Bart um den Mund) erleben, der nicht nur freundlich war, sondern derartig freundlich, höflich und Gute-Laune-verbreitend, dass man ihn sofort als Trainer für einige andere Busfahrer einsetzen sollte. Manche SWP-Busfahrer müssten nämlich zunächst einmal die Grundzüge menschlichen Verhaltens nach der Steinzeit lernen und im zweiten oder dritten Aufbauseminar dann langsam mit Begriffen wie Dienstleistung oder Kundenorientierung anfangen. Dass manche Fahrer aus Boshaftigkeit Schulkinder einfach stehen lassen, statt die Tür noch einmal zu öffnen, darüber habe ich schon früher einmal berichtet. Nun wurde mir zugetragen, dass kürzlich ein Fahrer eine Oberstufenschülerin nicht mitnehmen wollte, weil er auf ihren Geldschein nicht herausgeben konnte. Und es war kein Hundert-Euro-Schein. Noch besser finde ich aber (auch erst vor kurzem), dass ein anderer Fahrer (oder der gleiche - ich weiß es nicht) einen bereits erwachsenen Schüler nicht mitfahren lassen wollte, weil er den Preis für eine Einzelfahrkarte mit Zehn- und Zwanzig-Cent-Stücken bezahlen wollte. Erste Verwarnung, liebe Stadtwerke! Wir schauen uns Euer Fahrpersonal ab sofort ganz genau an. Und lasst Euch gesagt sein: Uns berichten viele Passauer.
War ja klar, dass sich unsere Fakes in der PNP, flankiert von weiteren Redakteuren, wieder bei den Eishockey-Fans einschleimen würden und zwar - wie so oft - in völliger Missachtung jeglicher Realität. Jetzt müsste auf einmal die Event den Black Hawks 15.000 Euro stunden oder noch besser schenken. Kleingeistig wäre das sonst. Gehts noch? Abgesehen davon, dass der Verein, der offensichtlich nicht wirtschaften kann und zuviel Geld für Personal ausgibt, sowieso seit längerer Zeit von der Stadt und den Medien massiv bevorzugt wurde, verzögert das Stunden der Forderung - wenn man konzeptionell nicht rigoros umstellt - die Zahlungsunfähigkeit nur ein wenig. Dann sind sie halt nicht jetzt, sondern später pleite. Ich glaube nicht, dass es die Aufgabe der ziemlich finanzschwachen Stadt Passau ist, den Profisport zu subventionieren, während bei vielen anderen (Amateur-)Sportvereinen erbärmliche Zustände herrschen. Das System stimmt halt nicht. Wenn in der Was-weiß-ich-wievielten Liga bei den Fußballern oder eben auch bei den Eishacklern schon munter Profis eingekauft werden, dann werden noch viele Vereine pleite gehen. Vielleicht hört dieser Wahnsinn dann irgendwann wieder auf.
Was mir allerdings kurz den Atem stocken ließ, war der Vorschlag Deines PNP-Imitators, man solle doch den Sport-Ehrenbrief an den Hawks-Chef Eder oder (setz Dich hin!) den Frickinger verleihen. Also nichts gegen den Eder; der ist mir wurscht. Aber muss denn wirklich jeder mit schwerer Profilneurose jetzt auch noch geehrt werden? Warum nicht den Kulturellen Ehrenbrief für Gugg-Bessi oder Chrissi della Prolo? Gutes Stichwort: Bessi und Prolo machen schon wieder Tschärity. Der eine will seinen CD-Müll entsorgen, den keiner kauft und verschenkt ihn jetzt an Leute, die für Haiti spenden und Bessi macht schon wieder eine Gala. Jetzt mal sine ira et studio: Wenn Bessi gerne Galas macht, bei denen die meisten Leute einen Betrag spenden, den sie sonst für eine halbe Flasche Wein im Restaurant ausgeben und sich dabei als gute gute Menschen fühlen wollen - meinetwegen. Wenn aber dieser Gesangsterrorist sich auch noch als guter Mensch präsentieren kann, weil er an Menschen, die ohne ihn auch spenden würden, seinen Müll verschenken will (mal sehen, wieviele CD's er los wird), dann widert mich das langsam dermaßen an und ich frage mich, wie sich Herr Prolo die Journaille wohl gefügig macht? Weil dass irgendwer den wirklich gut findet - das kanns ja wohl nicht sein.
In Neustift pfeifen übrigens die Züge. Ob das noch mehr stört als das Glockengeläut in Hals? Was meinst Du, echtester aller Tölpel?
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Ich bin mir da nicht ganz sicher. Früher haben doch auch Züge gepfiffen und Glocken geläutet und Hähne gekräht und sogar ab und zu Autos gehupt. Heute zeigen mir Passanten auf der Straße den Vogel, wenn ich an der Ampel hupe, nachdem mein Vordermann nach fünf Sekunden grün immer noch nicht gefahren ist. Weil mein Hupen stört sie wahrscheinlich. Dafür rennen Millionen Menschen den ganzen Tag mit Ohrstöpseln oder Kopfhörern herum und haben zuhause den ganzen Tag den Fernseher laufen. Oder hören Schlagermusik. Oder fallen auf Schlagerstarattrappen herein. Oder sehen vielleicht er oder er (*) [siehe unten] aus wie Schlagerstars? Schluss. Ist ja auch egal.
Ich habe mir übrigens heute, am Dienstag, den halbseitigen Artikel über den Passauer Countertenor Fritz Spengler in der SZ durchgelesen, nachdem der PNP-Tölpel geschrieben hatte, am Montag wäre in der Süddeutschen ein ganzseitiger Artikel über seinen Zögling (???) Fritzi Spengler. Ich weiß nicht, warum Fritz Spengler, den der Fake-Tölpel Fritzi nennt, auch noch sein Zögling sein soll und ich will es auch gar nicht wissen. Interessant fand ich den Artikel über den etwas schrulligen jungen Passauer allemal und ich kann mir gut vorstellen, dass Fritz Spengler es gar nicht sonderlich cool findet, wenn die PNP so vertraulich über ihn schreibt.
Das Wort "cool" darf man übrigens überhaupt nicht benutzen, weil es nämlich von Jugendlichen als total uncool empfunden wird. Trendige Jugendliche sagen Sätze wie „Ey, Bro, kann ich mir mal ’nen Tabakriegel schlauchen?“, wenn sie ein Zigarette wollen. Das meint zumindest eine Katharina Ellmayer, PNP-Redakteurin im Landkreisteil. Im Vertrauen, Frau Ellmayer: Ich glaube, dass Jugendliche, die wirklich cool sind, Leute, die Sätze wie den obigen sagen, extrem endpeinlich finden. Und wissen Sie, was sie noch endpeinlicher finden? Redakteure, die dem Volk weismachen wollen, dass Jugendliche so albern sprechen müssen, um cool zu sein. Gecheckt?
Mir fällt nichts mehr ein, außer vielleicht, dass jetzt die schlimmste aller Jahreszeiten kommt, nämlich der Fasching. Wer noch Argumente sucht, warum es besser ist, an manchen Tagen in den nächsten Wochen das Haus nicht zu verlassen, findet sie hier. Weil fürs Lustigsein gibts immer noch uns - hier bei Wahlinfo-Passau.
Helau!
Dein Tölpel
(*) Nachdem pnp.de nicht in der Lage ist, für stabile Links zu sorgen, hier ein Screenshot des Artikels.
Donnerstag, 28. Januar 2010
Können Computer satirisch sein?
Grüße aus der Spätschicht...
c.
Montag, 25. Januar 2010
Aufgeschlagen und fassungslos
Dem Vernehmen nach hat der neue Redaktionsleiter des Passauer PNP-Lokalteils Wolfang Lampelsdorfer kürzlich in der Redaktion herumgefragt, ob es denn wirklich sein muss, dass mindestens zehnmal pro Woche der Stadtarchivar Richard Schaffner mit großem Foto in der Zeitung steht. Egal ob er mit jemanden verwandt ist, ob sein Roller ein neues Bremsseil braucht oder er seine schriftstellerischen Werke promoten will - täglich einschließlich sonntags grinst dieser Schaffner aus der Zeitung. Ein sehr kluger Redakteur, dessen Lieblingsthema - nebenbei bemerkt - auch der Stadtarchivar ist, konnte dem Redaktionsleiter die Sache auch ganz einfach erklären. "Ich kanns ganz einfach erklären," sagte der promovierte Vorruhestandsredakteur, "der Schaffner ist der bekannteste Mann der Welt." Und dann erzählte er folgende Geschichte: Er selber hätte es früher auch nicht geglaubt, dass der Passauer Stadtarchivar der bekannteste und wichtigste Mann der Welt sei. Als er ihm diesbezüglich wieder einmal widersprochen habe, habe ihm Schaffner eine geschmiert, ihn auf seinen Roller geworfen und sei mit ihm nach Berlin gefahren. Vorm Bundeskanzleramt hätte Schaffner eine SMS getippt, woraufhin binnen zwei Minuten die Kanzlerin herausgestürmt wäre, Schaffner umarmt und geküsst hätte und zu ihm gesagt habe: "Du musst mich öfter besuchen, Ritschieee, ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich regieren soll ohne Deinen Rat." "Echt?" sagte Lampelsdorfer. "Echt wahr - und es kam noch besser," antwortete Dr. R. und erzählte seine Geschichte weiter. Direkt von Berlin sei man dann nach Washington geflogen und habe sich zum Weißen Haus aufgemacht. Dort habe Schaffner wieder sein Handtelefon gezückt, eine Nummer gewählt, irgendwas mit "Hey ho, motherfucker" ins Telefon gebrüllt und ihn dann in freudiger Erwartung angegrinst. Innerhalb von einer halben Minute sei daraufhin der amerikanische Präsident Obama in Freizeitkleidung aus seinem Amtssitz gelaufen, habe Schaffner umarmt und mit ihm einen Freudentanz aufgeführt. "Echt?" sagte Lampelsdorfer. "Echt wahr - und jetzt halt Dich fest," entgegnete Dr. R.: "Während also Obama - unentwegt 'my best friend' stammelnd - und Schaffner sich an den Händen haltend aufs Weiße Haus zugingen, kam eine Gruppe kanadischer Touristen auf mich zu und einer stellte mir folgende Frage: 'Sorry, man, wer ist denn bitte der Neger neben dem Schaffner Ritschi?'"
"Unglaublich," sagte Lampelsdorfer, "ich will täglich Berichte über diesen Schaffner und schleimen Sie ihm ja recht hin in ihrer sonderbaren Kolumne." Dr. R. lächelte und rief sogleich Schaffner an: "Servus! Ich hab alles so gemacht, wie Du gesagt hast. Ich brauche eine Liste Deiner sämtlichen Verwandten und eine Liste, was Du gern isst und vielleicht noch eine über Deinen Tagesablauf. Wir machen da mehrere Sonderbeilagen..."
44 Versager sitzen im Passauer Stadtrat. 44 Versager, die sich nicht um die Sorgen und Nöte des Umlands scheren. Wer das sagt? Nun, laut AmSonntag sagt das eine Bürgerinitiative, bzw. ist diese obskure Bürgerinitiative gleichbedeutend mit der Person Leonhard Anetseder, der irgendwann mal Bürgermeister von irgendeinem Kaff im Landkreis war. Wie die AmSonntag allerdings auf die Idee kommt, ein neues Schreiben dieser Bürgerinitiative "könnte für viel Zündstoff sorgen," bleibt ihr Geheimnis. Die Situation stellt sich doch folgendermaßen dar: Was diesen Anetseder außer seiner Liebe zur Selbstdarstellung antreibt, erschließt sich wohl keinem; denn das, was er will, ist Nonsens und zwar total. Die Brücke über die Donau und die dann folgende Trasse durch Österreich wird nichts (zumindest nicht auf absehbare Zeit), weil die betroffenen österreichischen Gemeinden sie nicht wollen. Tja und dann die Nordtangente... Hallo Bayerwald! Die gibts schon: die läuft von Hutthurm bis zur Autobahneinfahrt Aicha. Kein einigermaßen vernunftsbegabter Mensch und dankenswerterweise noch nicht mal eine nennenswerte Zahl von Passauer Stadträten kann Eure sonderbare Fixierung auf eine zweite Nordtangente ein paar Kilometer weiter südlich nachvollziehen. Außerdem ist erfreulicherweise gar kein Geld da und schon gar nicht für einen Blaumilchkanal. So. Und jetzt lassen wir dieses Thema endlich mal sterben, gell.
Irgendwie ist halt auch nichts los. Das merkt man an dem Mist, den wir hier schreiben und bei der AmSonntag merkt man es halt auch immer ganz schön. Nordtangente, Sex-Steuer, Schweinegrippe, rumänische Hunde und natürlich Super Richie... Was macht eigentlich die Frau mit dem schönen Doppelnamen? Die heckt doch bestimmt was aus. Es gäbe doch so viel schöne Möglichkeiten, sein Gesicht bald mal wieder in der Zeitung zu sehen. Was meinst Du, Tölpel? Passiert mal wieder was? Was treibt die Tschärity-Lady und wo ist Dr. Andi?
Viele Grüße
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Zur letzten Frage: Hast ihn nicht gesehen? Auf der Seite 8 der AmSonntag direkt zwischen dem Passauer Weltmeister im Berühmtsein links und dem Weltmeister im Anabolika-Missbrauch rechts findest Du mittig unseren Dr. Andi, Weltmeister im Verkehrsprojekte-Zusagen. Als Weltmeister im Zusagen kann man natürlich schlecht mal was absagen oder eine Projekt-Streichung zugeben. Es kann natürlich auch einfach nur sein, dass man manche Sachen einfach nicht mitkriegt, weil man arbeitsmäßig arg überlastet ist. Außerdem und unter uns - wen interessiert schon dieses Proleten- und Grünen-Verkehrsmittel Bahn?
Der Scheuer und ich, wir sind echte Männer - wir fahren Auto. Und ich habe natürlich als investigativer Hobby-Journalist ebenso wie die PNP einen Selbstversuch zur grünen Welle in Passau gemacht. Bschütt - PEB, spätabends: Gas durchgedrückt, in den Tunnel, raus, Ampel an der Hängebrücke ist dunkelgelb - geschafft. Anger - irgendwelche Idioten fahren mit 70 oder 80 auf der linken Spur. Hupen, Gas, rechts vorbei. Ampel auf der Schanzlbrücke ist grün. Das wird knapp. Auf die Rampe mit 130, gelb, Kick-down, geschafft. Ganz schön eng die Kurve. Jetzt über die Brücke. Ha! Über die Kreuzung Schanzlbrücke bei sattem Grün. Ampel beim Kaps auch grün. Huiuiui, leicht geschleudert, schon wieder so eine enge Kurve. Ludwigsplatz - Fußgänger springen zur Seite. Rechts ins Parkhaus - einzige Chance durch den - wie heißt der Platz jetzt? - Klostergarten (?) zu kommen. Ansonsten steht man an mindestens zwei Ampeln ewig bei rot. Durchs Parkhaus gehts gut, wieder raus, gerade und voll drüber über den albernen Pseudo-Kreisverkehr. Jetzt viel Glück: Alles grün, Neuburger hoch, Höhe Ostuzzi 140, kurz runter vom Gas wegen Kurve. AOK, Schulen, die Ampel auf Höhe Paminger ist immer rot. Mit 100 rechts rein und durch den Parkplatz von der Dreifachturnhalle. Rechts wieder in die Neuburger, kurz geschaut und gebremst wegen Grünpfeil. Weiter gehts. Nächste Ampel grün. Vollgas. Ampel an der Danziger wird grün, rechts zwei Autos, linke Spur frei. Autos fahren los, ich schieße mit ca. 120 links vorbei - ganz schön eng hier! Gleich geschafft. Nächste Ampel grün, Kauflandparkplatz, sonderbare Menschen hechten hinter ihre Autos. Links, oben an der Ampel ist rot. Egal - Grünpfeil! Ampel zum PEB wieder gelb. Jetzt da. Nach 9 Minuten. Na ja, bei grüner Welle könnte man da sicher noch ein bis zwei Minuten rausholen.
Zum Abschluss noch was, liebe PNP. "Stadt und Land wieder Hand in Hand" habt Ihr letzte Woche getitelt. So, so... Im Zuge der Nordtangenten-Spinnereien, der Sauerei mit der Berufsschulverbandsumlage und allein aufgrund der Tatsache, dass sie regelmäßig mit ihren tiefergelegten Polos bei jeder Bodenwelle ein Verkehrshindernis darstellen, fällt mir wieder ein schönes, älteres Zitat des Präsidenten ein - "Stadt zu Land: Halt den Rand!"
Mahlzeit!
Der einzig wahre Tölpel
Montag, 18. Januar 2010
Angeschweißt und abgeschlagen
Ich weiß auch nicht, was mich heute früh geritten hat. Aber ich habe - ganz wider meine Gewohnheit - einen ganzen Artikel im PNP-Landkreisteil gelesen und zwar bis zum Ende. Es hat mich einfach interessiert, wie man auf die abgeschmackte und platte Idee kommen kann, einen Verein mit lauter "Unternehmerinnen" vom Land "wild & weiblich" zu nennen. Und die sind ganz schön tough, diese wilden Weiber. Deshalb haben sie auch dauernd Konferenzen und Meetings auf der ganzen Welt und lassen sich jetzt von einer Heidi Peter (Consultant und Webtrainerin aus Schönberg) erklären, wie es sich denn mit "Stil und Etikette zwischen Biergarten und Sternerestaurant" verhält. Puhh, da wär ich gern dabei. Aus purem Versehen war ich kürzlich in Schönberg und habe weder ein Sternerestaurant noch einen Biergarten gesehen. Da gibts nämlich nur eine Pizzeria und ein Pils-Pub. Aber vielleicht kann man ja solche Etikette-Sachen auch aus Büchern lernen. Genau wie Radiologie - kann man auch aus Büchern lernen. Deshalb hält auch Gerlinde Kaupa für die wilden Weiber einen Vortrag über Radiologie. Echt wahr! Kannst Du hier nachlesen. Wahnsinn, was diese abgewählten Abgeordneten alles drauf haben. Der eine fliegt aus dem Landtag und wird Direktor an der Uni, die andere verkauft Fahrräder, ist dann nur drei Jahre im Bundestag und jetzt hält sie Vorträge über Radiologie - sagenhaft. Vielleicht sollte die Teuchner auch was ganz anderes machen... Einen BGB-Kommentar schreiben oder irgendwas mit Atomphysik. Oder sie macht einfach sowas wie die Schönberger Consultant-Dame Heidi Peter - den wilden Weibern erklären, wie man durch WebSessions Reisekosten spart. Irgendwann ist man es nämlich leid, dauernd in der Welt herumzujetten, gell. Selbst als ganz wildes Weib.
Der Danninger hat heute mal wieder was kommentieren dürfen. Irgendwas mit einer Spritzschutzwand. Die gefällt ihm nämlich nicht, diese Wand und deshalb hat er den Anwohnern die Frage gestellt, ob ihnen diese scheußliche Wand, die ihm nicht gefällt und bestimmt sonst auch keinem, wenn er nicht schwachsinnig ist, gefällt. Die Anwohner - der hohen Kunst der Suggestivfrage und der Danningerschen Schläue nicht gewachsen - haben dann natürlich brav geantwortet, dass ihnen die Wand nicht gefällt. Der Danninger hat aber in der Schule bei der dialektischen Erörterung und beim Spannungsaufbau gut aufgepasst und knallt uns dieses Know-how volle Pulle als Stilmittel in seinen Kommentar: Ha ha, Ihr Doofies, die darf ja gar nicht schön sein, diese Wand. Die muss so häßlich sein. Weil dann nämlich alle Brummi-Fahrer, die schon wieder seit 20 Stunden und mit 1,6 Promille am Steuer sitzen, kurz vorm Einnicken aufschrecken und zu ihrer Gummipuppe sagen: Scheiße, ist die Wand häßlich! Und gleich gehts noch mal 10 Stunden. Toll erklärt, Danninger! Wenn Sie weiter solche Fortschritte machen, müssen Ihnen die Redaktionskollegen auch gar nicht mehr an den Rand schreiben, wo links und rechts ist - so wie heute. Dann gehts irgendwann ganz allein.
Auch lustig: Ehrenstadtbrandrat (Titel gibts...) Josef Aschenbrenner hat heimlich für seine Feuerwehr und die Stadt Passau ein Kunstwerk anfertigen lassen und zwar einen Heiligen Florian. Den hätte er gerne in der Stadt aufgestellt gesehen. Als man aber im Rathaus die Figur zu Gesicht bekommen hat, hat man sich wohl gedacht "Heiliger Sankt Florian, verschon mein Haus, zünd andre an!" und beschlossen, das Ding irgendwo hinzustellen, wo es keiner sieht. Der Zillinger hat das auch wunderbar begründet, indem er mitgeteilt hat, dass die "Skulptur im öffentlichen Raum ungeschützt dem Vandalismus ausgesetzt wäre." Da hat er sicher recht. Fraglich ist nur, ob man das dann wirklich Vandalismus nennen kann. Wenn heute einer sein abgemeldetes Schrottauto einfach an der Donau abstellt, wirds ja schließlich auch abgeschleppt. Die Schärdinger wollen das Ding angeblich haben. Ich glaubs zwar nicht, aber rüber damit! Rache für die Hypo Alpe Adria.
Wie findest Du die Florian-Skulptur, mein Tölpel, fragt sich neugierig
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Ja, greißlich halt. Noch greißlicher als die Schallschutzwand. Aber das ist natürlich eine müßige Diskussion. Was ist Kunst, was nicht? Was ist schön, was nicht? Sinnlos darüber ein Wort zu verlieren. Die gleichen Leute, die gerne mal über Joseph Beuys sagen "Des gfallt mir fei ned, des mit dem Fett und dem Filz. Des is doch koa Kunst", finden aber einen zusammengeschweißten Blechhaufen gut, weil sie die Künstlerin kennen und weil die ja von hier ist. Wenn die Leute manchmal ein bisschen interessierter wären und manchmal ein bisschen ehrlicher, dann würden sie vielleicht einmal in ein Museum moderner Kunst gehen und außerdem erkennen, dass die Nixe an der Donau unterhalb der Zahnradfabrik ein abscheulich hässliches Ding ist. Aber jetzt mach ich schon wieder den Fehler und reg mich auf. Da gibt es Leute, die gehen zum Hansi Hinterseer und denen gefällt das tatsächlich und dann gibt es Leute, die gehen zum Orgelkonzert, finden es grauenvoll, aber tun ganz begeistert, weil sie meinen das wäre standesgemäß. Da braucht man wirklich nicht über Kunst streiten.
Aber eins muss ich noch los werden. Wenn dieser schreckliche Fasching vorbei ist, kommt wieder diese schreckliche Starkbierzeit und dann treten wieder diese Unmengen von "Kabarettisten" auf. Wo sie's nur alle herbringen? Ich habs ja früher schon mal geschrieben - man könnte meinen, es gibt bei uns mittlerweile mehr Kabarettisten als Starkbierfeste. Dafür kann man sich Zimmerschieds neues Programm nicht in Passau, sondern zwei Monate lang nur in München anschauen. Dabei ist das wirklich gut. Und nach Passau kommt dafür der Hansi Hinterseer. Na ja.
Das Lustigste der letzten Tage habe ich mal wieder in den Standesamtlichen Nachrichten am Samstag gelesen. Womit Eltern ihre Kinder fürs Leben stigmatisieren, ist mir doch immer wieder ein Quell zynischer Freude. Den Namen Charotta Antoinette Ascher für ein Mädchen aus dem Bayerwald halte ich optimistisch zumindest im ersten Teil für einen Tippfehler. Oder nennt wirklich jemand sein Kind Charotta? Fynn Elias Esprester für einen kleinen Österreicher kann aber kein Versehen mehr sein. Und jetzt noch eine Frage für Ästheten. Wenn ich mit Familiennamen Hein heiße, wie nenne ich dann meinen Nachwuchs? Conner Jake, eh klar. Weil Jan Pillemann Otze war schon vergeben.
Auf die Gefahr hin, dass mich jetzt dann alle hassen, noch eine Kulturkritik. Nachdem am Samstag in der Zeitungs stand, dass sich einige Stadträte (und halt auch einige nicht) mit dem neuen Gestaltungsbeirat getroffen haben, habe ich mal ein bisschen gegoogelt. Von Hütz und Landbrecht habe ich nicht mal auf die Schnelle eine Homepage gefunden, von Romana Ring allerdings gleich. Und zwar was für eine. Die Fotos, die funktionieren, wenn man sie anklickt, zeigen Gebäude, die mich - und das ist jetzt ein Euphemismus - spontan an Hasenställe erinnern. Hieß es nicht vor einiger Zeit in der PNP, einer von den anderen beiden Beiratsmitgliedern hätte eine Häuserzeile in Kohlbruck gebaut? Wenn das stimmt, dann freu ich mich schon auf das neue Stadtbild. Da steht dann auf dem Domplatz statt dem Max-Denkmal der Blech-Florian, die Domtürme kriegen ein Pultdach und die Häuser rundherum eine Lochblechfassade.
Und dann tret ich in die ÖDP ein! Servus
Dein Tölpel
Sonntag, 10. Januar 2010
Angefangen und abgedriftet
Hast es auch gesehen? Auf der vorletzten Seite der AmSonntag? Die suchen einen Party-Fotografen. An sich nichts Besonderes - bis auf folgende Formulierung in der Anzeige: "Bewerber sollten eine besondere Vorliebe für gesellschaftliche Themen (...) haben." Hi hi, schön formuliert. Wenn man gerne jungen Mädels in peinlichen Klamotten in den Ausschnitt fotografiert, dann heißt das bei der AmSonntag "Vorliebe für gesellschaftliche Themen". Das wär doch fast schon was für Dich, Du alter Lustgreis. Sonst lassen sie Dich sowieso nirgends rein. Ja, ich glaube, es ist schon so: Wenn man gerne einen Sportwagen und eine Yacht hätte, aber es irgendwie nicht mal drauf hat, den neuen Polo zu finanzieren, wird man Kommunist. Wenn man sich als Frau immer wünscht, dass die geilen Typen auf einen scharf sind, man aber überhaupt keinen findet, der es einem freiwillig mal richtig besorgt, wird man Feministin und wenn man keine Freunde hat und nirgendwo mitmachen darf, wird man Party-Fotograf. Was hältst Du eigentlich von den sogenannten "Sex-Märchen" in der AmSonntag?
Apropos Märchen. Glaubst Du das eigentlich, dass in der Donaupassage, wo jetzt dann der C&A auszieht, bis März der Großteil der Flächen wieder belegt sein soll? Ich kann es mir kaum vorstellen. Das Ding stirbt doch so langsam vor sich hin. Die Mall ist tot, es lebe die Mall - also die andere. Warum ich jetzt auch noch mit diesen fürchterlichen Anglizismen anfange? Ganz einfach. Ich war gestern mal wieder in der anderen Mall, also der Stadtgalerie und da ist es mir wieder aufgefallen. Sale, Sale, überall Sale. Winter-Sale, Weihnachts-Sale, Neujahrs-Sale. Furchtbar, aber egal. Das ist ja jetzt kein spezifisches Stadtgalerie-Phänomen, dass man überall auf dieses Deppen-Englisch trifft. In der PNP-Beilage von Passaus Mall am ZOB ist mir aber was anderes aufgefallen. Brav schreibt sie da noch gefällig "Grüß Gott", die Center-Managerin Tanja Popp. Gleich auf der ersten Seite heißt es dann aber schon "Schornsteinfeger". Liebe Beilagenmacher, dieses Wort gibt es weder in Niederbayern, noch im angrenzenden Österreich. Hier heißt das Kaminkehrer und bei den Rot-Weiß-Roten Rauchfangkehrer. Den Vogel schießt aber der Artikel über die von der Innstadtbrauerei gesuchte Starkbierkönigin ab. Kann die doch tatsächlich ein "Trachtenoutfit" gewinnen! Fuck it, Baby, ein echtes Trachtenoutfit! Wie sieht denn sowas aus? Ist das dann ein original Dirndl Dress oder eher eine Leather Pant mit sexy Suspenders? Wer sich bewerben will, kann jedenfalls eine E-Mail an queen@wochenblatt.de senden. Kein Witz!
And now for something completely different. Passau ist total super... Und vor allem zukunftstauglich - schreibt die PNP und zwar ab vom Manager-Magazin. Demnach landet Passau unter 1.000 untersuchten Regionen der EU auf Platz 48. Ohne jetzt schon wieder alles negativ zu sehen - ich verstehe es nicht ganz. Einverstanden - mit Blick auf die Ostzone oder Portugal ist mir schon auch klar, dass wir nicht den Platz 917 einnehmen. Aber Platz 48? Die Kriterien waren immerhin z.B. wirtschaftliche Dynamik, demographische Entwicklung oder prozentueller Anteil an Akademikern. Kapier ich da was nicht? Diesbezüglich siehts doch eher ziemlich düster aus. Oder hat man da in der Auswertung (versehentlich) die Studenten mit eingerechnet. Das wäre aber dann wohl ein Fehler, oder? Die bleiben nämlich in überwiegender Zahl gar nicht in Passau, weil sie hier nämlich eben keine Zukunft haben. Erklärt mir das wer? Du vielleicht, Tölpelchen?
Dein Kathi
Liebe Kathi!
Ich kann es Dir nicht erklären, ich verstehe es auch nicht. Vor allem wenn es bei der Zahnrad so rosig weiter geht, könnte Passau schon mal ganz schnell von Platz 48 auf den Rang zwischen Hoyerswerda und Haapsalu abrutschen.
Zu Deiner Frage mit den Sex-Märchen in der AmSonntag. Ich kann dazu nur sagen: Ich will und kann immer, dreimal pro Woche ist zu wenig und Sex-Entzug verursacht Prostatakrebs. Und meine besten Freunde, Carlito und der Präsident, sehen das genauso. Und - entschuldigung - wenn eine Frau keine Lust auf einen flotten Dreier mit ihrer besten Freundin hat, dann soll sie halt bittesehr lila Pullis tragen und für DIE LINKE kandidieren. Ist doch wahr...
Wenn wir heute schon mal wieder auf diesem Level sind... Zu Deiner obigen Stammtischpolemik fallen mir auch noch ein paar schöne Beispiele ein: Wenn die Kinder aus dem Haus sind, man sich eine Putzfrau leisten kann, aber gleichzeitig stirbt vor Langeweile, dann macht man halt in Charity. Wenn man ein paar neue Aufträge für seine Firma kriegen will, geht man in den Stadtrat oder in den Lions-Club. Und wenn man für gar nichts zu gebrauchen ist? Hmm... Irgendwas mit Medien? In Passau? Zum Beispiel...
Servus
Dein Tölpel
Donnerstag, 31. Dezember 2009
Aufgehört wie angefangen
Weißt Du, was man glauben könnte, wenn man regelmäßig die Monopolpresse liest? Der Dittlmann wird langsam der wichtigste Mann im Dorf. In der AmSonntag war er noch als Verkehrsexperte zu sehen, gestern in der PNP klassisch als Grisu der kleine Feuerwehrmann und heute schon wieder als rührigster Stadtrat der aktivsten Stadtratsfraktion. Da wundert mich fast schon ein bisschen, dass der Karl Christian am Montag den Dupper und nicht den Dittlmann ganzseitig interviewt hat. Aber wer weiß - dem Oberjürgen wird ja von Manchen schon sowas wie eine erste Amtsmüdigkeit nachgesagt und Grisu kommt gerade in seine Sturm-und-Drang-Phase. Vielleicht darf der Karl ja zum Jahresende 2014 dann schon den Oberbürgermeister Dittlmann interviewen, der dann aber leider 2020 an Frankenberger abgibt. Und ich eröffne dann mit dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal.
An dem OB-Interview war gleich mehreres schön. Sehr schön war z.B., dass man sich gesiezt hat. Wenn man weiß, dass Christian Karl mit jedem Passauer befreundet und Jürgen Dupper zumindest mit jedem Passauer per Du ist, gibt das dem Ganzen schon eine leicht drollige Note. Saukomisch auch die Formulierung mit dem "Ziehsohn Markus Sturm". Wenn der sich mal schleunigst einen Bart wachsen ließe, dann sähe er nämlich seinem Ziehpapi sogar ziemlich ähnlich. Nur gehorchen müssen er und seine Undercover-Fraktion dem Papi im nächsten Jahr besser - sonst wird der Duce bald mächtig böse. Fast eine Unverschämtheit war der Dupper/Obama-Vergleich. Das muss sich unser Oberbürgermeister in seiner ganzen ihm eigenen Bescheidenheit wirklich nicht gefallen lassen. Wenn schon politische Vergleiche - dann vielleicht mit Putin oder Hu Jintao, aber nicht mit diesem windigen Weichei aus den USA. Auf die letzte Frage "Was wäre die schönste Schlagzeile, die Sie im kommenden Jahr gerne in der PNP lesen würden?" hat unser OB übrigens nicht mit "Dupper ergreift Weltherrschaft" geantwortet, sondern politisch korrekt irgendwas mit Kindern. Naja, g'lernt is' g'lernt.
Eine der vielen Prinzipien auf Wahlinfo-Passau ist es, nicht nachzutreten. Wir kümmern uns um die, die sich wichtig nehmen und wichtig machen und nicht um die, die in irgendeiner Weise verloren haben. Wenn ich aber lese, mit welcher Verbohrtheit und Uneinsichtigkeit die Ex-SPD-Abgeordnete über ihre Abwahl spricht, dann kommt mir die Galle hoch. Sie sei "zu hundert Prozent davon ausgegangen, wieder in den Bundestag gewählt" zu werden, lamentiert sie und beklagt sich, dass sie "fünf Kinder habe" und "keine Putzfrau mehr im Haus" und dass sie jetzt "mit leeren Händen" da stünde. Ja, spinnt die? Die ist ja noch schlimmer, als ich das jemals zu glauben gewagt habe. Abgesehen davon, dass wir ihr vorhergesagt haben, dass sie rausfliegt, hat sie wohl wirklich ihr Mandat als Versorgungsposten für sich und ihre fünf Kinder gesehen. Und jetzt beschwert sie sich über den Wähler, der ihr ihre Abgeordentenbezüge weggenommen hat. Liebe Passauer SPD! Wenn Ihr diese Frau in vier Jahren nochmals aufstellen solltet, dann wünsche ich Euch, dass Ihr unter fünf Prozent fallt.
Eine ganz andere Frage habe ich noch an Dich: Was hältst Du denn von der Diskussion über die angeblich unterrepräsentierten weiblichen Straßennamen? Es haben ja noch nicht mal alle weiblichen Stadträtinnen diese dringende Notwendigkeit gesehen.
Guten Rutsch!
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Eine wars... Eine Stadträtin hat gemeint, dass man überhaupt überlegen sollte, ob man Straßen in Passau unbedingt nach Passauerinnen und Passauern benennen muss. Aus ihrer Sicht ist das natürlich verständlich, weil wenn man alle paar Jahre seinen Namen wechselt, dann passt man posthum mit allen Namen schwer auf ein Straßenschild, bzw. ergibt sich die Frage, mit welchem Namen man verewigt wird. Mit dem letzten, dem kürzesten oder mit dem, den man am längsten trug? Pardon, kleiner boshafter Scherz zum Jahresende. Ich muss der klügsten aller Stadträtinnen unverhohlen recht geben. Eine so große Dichte an berühmten Persönlichkeiten haben wir in unserem kleinen Städtchen wirklich nicht, dass man alle neuen Straßen nach solchen benennen könnte. Dass es irgendwann mal einen Andreas-Scheuer-Platz gibt - klare Sache. Aber eine Hildegunde-Brummer-Gasse ist genau so übertrieben wie ein Jörn-Rüther-Weg. (Who - the fuck - is Jörn Rüther?)
Ich habe übrigens gehört, dass eine berühmte Passauer Wohltäterin einen anderen berühmten Passauer Wohltäter wegen eines eklatanten Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) belangen will. Zweiterer veranstaltet zum wiederholten Male ein V.I.P.-Benefiz-Tennisturnier und sucht für den Gala-Abend (sic!) eine Moderatorin. Jeder Passauer weiß, dass es, wenn es um Gala-Abende geht, nur eine einzige Dame in der gesamten Region gibt, die in der Lage ist, einen solchen Abend ladylike zu moderieren. Jetzt sucht dieser Drecks-Chauvi-Wohltäter aber eine Moderatorin, die "sportlich, redegewandt, charmant und jung" (PNP, 31.12.09, S.23) ist. Nach § 1 AGG ist es Ziel dieses Gesetzes "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen." Die berühmte Passauer Wohltäterin will nach § 15 AGG Entschädigung und Schadensersatz in Höhe von mindestens 11.000 Euro verlangen.
Schluss mit den Albernheiten. Am Ende des Jahres sollten wir uns alle miteinander richtig lieb haben. Und wir sollten gute Vorsätze haben. Einer meiner größten Vorsätze für das Jahr 2010 ist, noch mehr Leser für Wahlinfo-Passau zu gewinnen und das mediale Leitorgan für Passau zu werden. Und dann natürlich die Weltherrschaft. Mindestens.
Prost!
Euer Tölpel
Donnerstag, 24. Dezember 2009
Mal was Nettes
Der Präsident, Cassiel, Carlito, Kathi & Tölpel
Freitag, 18. Dezember 2009
Angefixt und abgefrühstückt
Mit Interesse habe ich gelesen, dass es am Auersperg-Gymnasium einen Infoabend gegeben hat, wo Oberstufenschüler von Profis Tipps für die Berufswahl bekommen haben. Da hat z.B. der Stefan Rammer erklärt, wie man eine Zeitung macht und der Reinhold Sigl von TRP1 hat erläutert, wie Fernsehen geht. Hi hi, da hätte jetzt noch der Damberger gefehlt, der beschreibt, wie man erfolgreich eine Fraktion führt oder der Mangold, der den Kids verrät, wie man binnen weniger Tage die Metamorphose vom verkniffen-verklemmten Oppositionsselbstdarsteller zum verkniffen-verklemmten Amtsträgerselbstdarsteller hinkriegt. Damit könnte er nämlich auf Seminar-Tournee gehen - so schnell und so perfekt schafft das kaum einer.
Apropos TRP1. Ich schaue das ja praktisch nie, aber letzte Woche hat es sich irgendwie ergeben. Fazit: Das war besser als 9Live, QVC oder HSE24. Ich habe eine Moderatorin gesehen, die kenne ich gesichtsweise schon seit gefühlt einem Vierteljahrhundert, welche limitiert-telegen eine junge Dame interviewt hat. Diese Dame namens Dr. Petia Genkova (sehenswerte Homepage übrigens) hat dann irgendwas erzählt über Exzesse bei Weihnachtsfeiern und die sehr begabte Moderatorin hat dann immer ganz betroffen geschaut. Boah, ich hätte mich fast weggeschmissen. Sowas Skurriles sieht man - glaube ich - sonst nur noch im Offenen Kanal Hoyerswerda, bei Loriot oder im Video-Workshop der VHS. (Ganz nebenbei: Wann wird man endlich diesen Mixa los?)
Lobenswerte Aktion: Nachdem immer mehr Kinder ohne vernünftiges Frühstück in den Kindergarten kommen, gibt es jetzt im Grubweger Kindergarten Frühstück für alle. Wie ist das eigentlich in den Kinderkrippen? Gibts da auch Frühstück? Obwohl - das brauchts eigentlich gar nicht, zumindest nicht mehr ab 2013. Weil die Kinder, die weder ein gescheites Frühstück noch überhaupt was Anständiges zu essen kriegen, die bleiben dann ja alle zuhause, weil die Eltern die 150 Euro Betreuungsgeld kassieren. Na ja, müssen sie halt früh zu rauchen anfangen - hilft auch gegen Hunger. Wir könnten auch einfach alle wieder ganz viel Geld spenden und das legen wir im Kindergarten dann in ein Körbchen und die Eltern, die sich den Euro pro Woche fürs Kinderfrühstück nicht leisten können, nehmen sich dann einfach immer genau so viel raus, wie sie gerade brauchen. Win-Win-Situation - wir, die Guten sind glücklich, weil wir wieder so toll sozial waren und die Anderen, die Prekarier sind glücklich, weil sie ihren Kindern mal wieder ein tolles Frühstück mit selbstgemachtem Müsli und Bio-Obst zaubern können. What a wonderful world.
Was ich Dich schon lang mal fragen wollte: Was hältst Du eigentlich von der Lebkuchenmessergeschichte? Hast Du da eine Meinung oder sollte man sich da raushalten?
Vorweihnachtliche Grüße
Deine Kathi
Liebe Kathi!Dazu habe ich gar keine Meinung. Ich finde die ganze Sache nur sehr geheimnisvoll. Und ich habe ein kleines Déjà-vu. Ein Streit zwischen Staatsanwaltschaft und Polizeichefs ist ja in Passau nichts Neues. Erinnern sich noch alle?
Kannst Du mir eigentlich erklären, wofür erwachsene Männer einen Fanclub und dann auch noch ein Luxusvereinsheim brauchen? Schlechter Sex? Bierkonsum ohne Kontrolle der Alten? Oder einfach nur eine Profilneurose? Für mich kommt das Wort Fanclub jedenfalls auf der Liste schlimmer Wörter noch vor Analfistel und gleich nach ÖDP.
Apropos... Kennst Du den? Warum wird Frau Gugger-Bessinger trotz 100-prozentiger Übereinstimmung mit dem Anforderungsprofil nicht Intendantin der Europäischen Wochen? Weil es in Passau nicht genug Lagerräume für die Sachspenden der Sponsoren gibt! Ha ha, gut oder? Und noch was hat sich geklärt, nämlich wer die Informanten der falschen PNP-Kathi sind. Hat sie selber letzten Samstag so geschrieben: Alles Stammkunden beim Nervenarzt. Und der falsche Tölpel hat seinen Informanten Schaffner mal wieder mit Foto vorgestellt. Bei denen brauchst Dich echt über nix mehr wundern.
Die gute Nachricht zum Schluss: In der Tschechei kann man sich jetzt dann legal mit Drogen versorgen. Die ganzen armen Schweine, denen der Puffbesuch in Passau zu teuer ist, weil das Frühstück im Kindergarten einen Euro kostet, können jetzt also bald, gleich nachdem sie irgendeinem bedauernswerten, aus Osteuropa verschleppten Mädchen ihre Männlichkeit bewiesen haben, noch gemütlich einen Joint rauchen oder vorher Koks schnupfen - je nach Belieben. Nur nach Deutschland mitnehmen dürfen sie den Stoff nicht. Dafür aber das gute Gefühl, dass man vielleicht doch kein kleines mickriges Würstel ist, sondern ein ganz toller Herrenmensch. Eigentlich ganz gut, dass es jetzt bei uns wieder Sklaverei und Kolonien gibt - vielleicht sparen sich so die ganzen Wichte den Nervenarzt. Und für Tripper usw. gibts den Urologen.
Legalize it!
Dein Tölpel
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Nachtgebet wegen Schlaflosigkeit
Deshalb nicht in den Himmel komm.
Dass Du zu Lebzeit mich schon quälst
und s'Fegefeuer mir auswählst
und mir diese Träume schickst
während Du gemütlich schlafen liegst.
Von Weibern träum ich jede Nacht,
hat mich nie um den Schlaf gebracht.
Doch plötzlich war Simone da,
jetzt auch noch diese Claudia.
Sie sind beide furchtbar schön,
sie sind beide furchtbar fleißig.
Ich würd sie beide nehmen,
wären sie nicht über dreißig.
Drum, lieber Gott, schick mir jetzt Schlaf.
Ich zähl auch an die hundert Schaf'.
Und vernehme noch die letzte Kunde:
Schick mir im Traum die Hildegunde.
Dienstag, 15. Dezember 2009
Montag, 14. Dezember 2009
Freitag, 11. Dezember 2009
Rubrik: Schöne Leserbriefe
Zum Bericht „Es kriselt in den Christkindlkassen“ vom 10. Dezember:
Wir haben in unserer Dreiflüssestadt einen Christkindlmarkt vor der herrlichen Domkulisse, der jeden Besucher einen wahren "Weihnachtsgenuss" vor allem am Abend erleben lässt. Der Passauer Event-Gesellschaft ist es gelungen, mit dem schönen einheitlichen Holzbuden, mit einem ansprechenden Rahmenprogramm und einem Warensortiment, welches fast ausnahmslos Weihnachtsstimmung verströmt, einen Glanzpunkt in Passau zusetzen! Bei allem Verständnis für die Rentabilität des Marktes ist es nur schwer nachvollziehbar, warum heuer ein Karussell, welches im Grunde genommen nur Lärm anstatt "Weihnachtsfeeling" verbreitet, dort Einzug gehalten hat. Sicherlich wäre ein Kinderpavillon, in dem Weihnachtsgeschichten für die Kleinen vorgelesen werden, oder auch Theaterstücke (gespielt von verschiedenen Passauer Schulen) eine Alternative, wenn auch leider keine so lukrative.
Claudia Gugger-Bessinger
Passau
Mittwoch, 9. Dezember 2009
Abgeschrieben und ausgerufen
Jetzt mag uns gar keiner mehr! Noch nicht mal der Denk Hubsi! Der hat nämlich in seinem Bürgerblick geschrieben, dass Du (natürlich Du schon wieder!) unterstellt hättest, die Frau Tschärity hätte bei ihrer Gala was unterschlagen! Was natürlich überhaupt nicht stimmt - im Gegenteil! Der Präsident persönlich hat doch sogar in seinem Beitrag vom 01.12. alles aufgeklärt! Und jetzt schreibt der Hubsi was von "miesestem Faul"! Ich könnt heulen! Warum ich so viele Ausrufezeichen verwende? Weiß auch nicht! Vielleicht liegts an der heutigen E-Mail von Frau Tschärity? Die war voller Ausrufezeichen! Also nochmal für Alle: Gala super, G-B super, Spendensumme super, Alles super!!!
Klotzek? Natürlich auch super! Schreibt er doch heute in der Überschrift des Ortner-Artikels "Zugehörigkeit zu Stadtrat, Sparkassenbeirat und ADAC-Vorstand auf dem Prüfstand", um uns dann im Artikel mitzuteilen, dass die Mitgliedschaft im Stadtrat nach dem Strafbefehl eigentlich völlig unproblematisch weiterbestehen kann. Dranbleiben, Klotzek! Einfach weiter die Leute aufhetzen und auch beim ADAC am besten täglich anrufen - dann wirds schon noch was mit dem Triumph des kleinen Redakteurs, mal wieder einen rausgeschrieben zu haben.
Wohingegen ja der Polizeichef natürlich immer recht hat. Es gebe einen großen Unterschied zwischen der gefühlten und der tatsächlichen Sicherheitslage, meinte nämlich Klaus Pickel auf die Einschätzung (besorgniserregend) von Urban Mangold hin. Also ganz ehrlich... Wenn einer nachts durch die Stadt läuft und von mehreren Schlägern angegriffen und zusammengeschlagen wird, während von Beginn der Eskalation an von Passanten versucht wird, per Handy die Polizei zu holen, die aber ewig nicht kommt, dann fühlt das Opfer wahrscheinlich, während man ihm in die Fresse tritt, die Sicherheitslage genau so, wie sie tatsächlich ist: ziemlich beschissen, zumindest öfter mal. Warum Michael Koch dann noch kommentiert, der Bürgermeister hätte übertrieben und er hätte dem Sicherheitsgefühl der Passauer keinen guten Dienst erwiesen, bleibt sein Geheimnis nach den Ereignissen der letzten Monate. Dieses Mal hat er nämlich recht, unser Urbi.
Apropos orange. Was sagst Du eigentlich zum Frankenberger? Und zur Reaktion der Passauer Medien?
Neugierig!!!
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Mei, was soll man da noch sagen? Man kann ja als Raucher durchaus was dagegen haben, dass man vor der Kneipe in der Kälte stehen muss. Aus der Diskussion halte ich mich auch gerne raus - führt ja zu nichts. Dass der Oswald von der AmSonntag aber seine Stammtischpolemik zum Thema wenigstens gleich ehrlich mit "Populismus pur!" überschreibt, finde ich lobenswert. Vielleicht sollte man den AmSonntag-Seite2-Kommentar künftig immer mit einem Schlagwort zur inhaltlichen Substanz übertiteln? "Blödsinn pur!", "Geschleime pur!" oder "Persönliches Eigeninteresse pur!" würde da fast immer passen. Auf jeden Fall ist das Frankenbergersche Volksbegehren aus politischer Sicht durchaus berechtigt. Was da gesetzgeberisch herumgemurkst wurde, geht wirklich auf keine Kuhhaut.
Hast es gelesen? Dein Kathi-Fake in der PNP hat Dein Christkindlmarkt-/Weihnachtsmarktthema aufgenommen und gemeint, dass das doch alles gar nicht so schlimm ist und dass es doch durchaus einen Weihnachtsmann neben dem Nikolaus geben kann. Und dann ist ihr noch die bischöfliche Brauerei zur Hilfe gekommen, indem sie ihr Bier mit einem scheußlichen Santa Claus beworben hat. Aber eben nur "hat". Ziemlich schnell haben die christlichen Bierverkäufer nämlich bemerkt, dass es ziemlich peinlich ist, einerseits im Internet über Weihnachtsmänner zu schimpfen und andererseits mit ebendiesen für ihr Bier zu werben. War eine kurze Werbekampagne. Die hätten sich mal ein Beispiel an ihren großen Brüdern im Vatikan nehmen sollen. Die sind bei Interessenskonflikten härterer Art nicht so zimperlich.
Unsere Leser sind vielleicht enttäuscht, dass wir gewisse Themen diesmal nicht aufgegriffen haben (siehe Kommentare weiter unten). Aber im Moment fehlt uns teilweise einfach die Zeit. Zur Versöhnung möchte ich einfach nur ein Schmankerl für Sprachästheten aus dem PNP-Artikel "Generation KuWi" vom Montag zitieren, das wunderbar und ohne Kommentar für sich allein stehen kann: "Den Sparkassenpreis erhält Ann-Kathrin Pfanzl (frankophoner Kulturraum) für ihre Arbeit 'Die Grands Travaux der Ära Mitterand aus Sicht des city branding' ".
Santé!
Dein Tölpel
Donnerstag, 3. Dezember 2009
The official Passau-Hymn
Sollte der embedded Player nicht funktionieren, gibt es hier das mp3 zum Download.
The official Passau-Hymn (valid november 2009 – 12/31/2099)
Lyrics: Carlo Rosetta
Music: Carlo Rosetta, Schorsch van Gorsch
Producer: Schorsch van Gorsch
As Humboldt came to Passau-Town, he looked around and then sat down.
Amused he smiled and laughed a while and told his brother on the phone.
He giggled: What, the fuck, my brother you’re doing in Berlin?
Go, take a train or better plane. You’ll see, you’ve never seen.
When I must die, my books will live and this is, what they mean:
To the seven most beautiful cities belongs my sweet Passau.
To the seven wonders of the world belongs the Passau-Frau.
To the seven most lovely rivers belong Ilz, Inn, Donau.
And ordering the seventh mass of beer, you see the world’s prettiest town.
Yeah, Passau is, without a doubt, the world’s most beautiful town.
Cruising through my hometown - sparkling, I stop at the cathedral parking.
I enter the church, I play the organ, therefore the bishop starts an arguing.
I put on my Seppelhut and do the sightseeing-action.
The tourists wonder, what’s the hat for and ask the silly question:
Hey sorry, man, what’s underneath? You have a head erection?
To the seven most beautiful cities belongs my sweet Passau.
To the seven wonders of the world belongs the Passau-Frau.
To the seven most lovely rivers belong Ilz, Inn, Donau.
And ordering the seventh mass of beer, you see the world’s prettiest town.
Yeah, Passau is, without a doubt, the world’s most beautiful town.
In my humble opinion and objectively, I’m looking at it in a reflective manner.
Ground zero’s named ZOB, the girls are horny and every boy’s got an awesome hammer.
The fountains are psychedelic - cloister’s garden’s a financial kowtow.
Everything she does is magic - is the girls theme in Passau.
If I fall in love, I can only do to a Passau-gold-helmeted-Frau.
To the seven most beautiful cities belongs my sweet Passau.
To the seven wonders of the world belongs the Passau-Frau.
To the seven most lovely rivers belong Ilz, Inn, Donau.
And ordering the seventh mass of beer, you see the world’s prettiest town.
Yeah, Passau is, without a doubt, the world’s most beautiful town.
The Passauer is sophisticated, is stoic and sometimes he lingers.
The Passauer is open-minded, even tolerates some Austrian Singers.
We like the church on Sundays, we love to booze every day.
We’re celebrating orgies, but nobody’s here to pay.
And our mayor’s stronger than Arnie from LA.
To the seven most beautiful cities belongs my sweet Passau.
To the seven wonders of the world belongs the Passau-Frau.
To the seven most lovely rivers belong Ilz, Inn, Donau.
And ordering the seventh mass of beer, you see the world’s prettiest town.
And this Passau-Hymn is, without a doubt, the world’s most beautiful poem.
And the singer of this song’s, without a doubt, the world’s best looking guy.
Mittwoch, 2. Dezember 2009
Nur noch einmal schlafen!
erscheint das neue Video von Carlo Rosetta
"The official Passau-Hymn"
hier auf Wahlinfo-Passau.
Dienstag, 1. Dezember 2009
She's a Lady!
Ganz anders vor einer halben Stunde: Da hat die Passauer Charity-Lady Claudia Gugger-Bessinger (hoffentlich jetzt richtig geschrieben) bei uns durchgeläutet. Eine sehr nette Dame übrigens.
Und erzählt hat sie folgendes: Es gäbe in ihrem Bekanntenkreis Menschen, die sich (was uns beide sehr verwundert hat) auf Wahlinfo-Passau verirrt, dort über das Verständnisproblem vom Tölpel gelesen und dann bei ihr angerufen haben.
Es besteht aber keinerlei Grund zur Panik. Frau Gugger-Bessinger hat uns alles genau erklärt und so geben wir es natürlich auch im Bewusstsein unseres journalistischen Berufsethos an unsere Leser weiter.
Also: Selbstverständlich geht die gesamte Spendensumme von ca. 11.000 Euro ohne jeglichen Abzug an die Spendenempfänger. Von den 200 Charity-Gala-Gästen bezahlen aber gar nicht alle Eintritt. Zu den 200 Gästen wurden nämlich von der PNP gleich auch mal die gesamte Musikerschar gezählt und auch die geladenen Sponsoren. Diese Sponsoren wiederum spenden nicht (wie man ganz naiv meinen könnte) Geld, sondern nur Sachspenden. Die Sponsoren stellen ungefähr 70 der 200 Gäste. Dann ziehen wir noch 30 Musiker ab, bleiben ca. 100, die tatsächlich spenden. Das ist dann ungefähr die Hälfte der "honorigen Gönner" (AmSonntag).
Alles also völlig in Ordnung. Wir haben es verstanden, unsere Leser sicher auch. Wenn es weiteren Klärungsbedarf gibt - einfach noch mal anrufen.
Der Präsident
Montag, 30. November 2009
Aufgepasst und nachgerechnet
Am Samstag war ich auf dem Christkindlmarkt am Domplatz. Unser Oberjürgen hat gesagt, dass es der schönste Christkindlmarkt von ganz Passau, wenn nicht im ganzen Landkreis ist oder so ähnlich. Da gehört allerdings nicht viel dazu. Wenn man die AmSonntag aufmerksam in zwei Minuten durchblättert, stellt man fest, dass es in den ganzen Kuhdörfern am Land nur noch Weihnachtsmärkte gibt. Selbst der Redaktionsleiter des Sonntagsblattes (der, wie man hört, tief aus dem Wald kommt) schreibt vom Weihnachtsmarkt. Ich weiß nicht, was das soll. Es heißt weder Weihnachtsbaum noch Weihnachtsmarkt noch Weihnachtsmann, sondern Christbaum, Christkindlmarkt und Christkind. Aber was reg ich mich auf. Was soll ich jemandem über den behutsamen Umgang mit seiner Muttersprache erzählen, der Sachen schreibt wie "Fakt ist..."? Höchstens noch: Geh doch nach drüben!
Nach drüben... Ha, das ist ja mal eine starke Überleitung. Wer wird Kochs Nachfolger im Lokalteil? Wenn man die spaßige Personalpolitik der Verlagsgruppe weiter und gleich noch auf die Spitze treiben möchte, müsste man eigentlich den Daiminger zum neuen PNP-Lokalchef machen. Na gut, so skurril wirds vielleicht auch wieder nicht. Aber die Tatsache, Michael Koch zum Chefredakteur von PNP-online zu "befördern" (?), zeugt von absolutem Unverständnis davon, wie eine Online-Zeitung funktioniert. Das ist jetzt gar nicht gegen den Koch gerichtet, aber man bräuchte wohl eher einen Web-Profi, der die gesamte Struktur und die Art der Inhalte komplett umkrempelt. Soll mir aber egal sein. Mich interessiert mehr, was es wieder für eine lustige Personalentscheidung für Kochs Nachfolge geben wird.
Noch was, PNP. Dass man auf Wikipedia oft ziemlich tendenziöses Zeugs und auch ganz schön viel problematischen Humbug finden kann, ist zumindest für Leute, die auch noch andere Informationsquellen kennen und irgendwann mal seriöses Recherchieren gelernt haben, nicht neu. Euer RegioWiki, das Ihr ja immerhin redaktionell verantwortet und auch zensiert, schießt aber da im Vergleich zum großen Wikipedia vollends den Vogel ab. Da stehen z.B. über den Alt-Neu-Stadtrat Josef Haydn so lustige Sätze drin wie: "Die Vereidigung erfolgte (!) am 21. Dezember 2009." Oder über Gerhard Waschler unter der Rubrik Politisches Wirken: "Trotz dieser Niederlage bleibt es für Waschler das oberste Ziel, in einem neuen Anlauf in den Landtag zurückkehren zu können." Ich schmeiß mich weg. Noch ein Satz aus dem Waschler-Eintrag: "Doch kein Hochspringer, der nicht auch einmal tief fällt." Die RegioWiki-Autoren sollten vielleicht kleine Kurzgeschichten oder Romane verfassen, aber diesen Unfug nicht als regionale Enzyklopädie verkaufen wollen. Wirklich schlimm war der voreilig ins Netz gestellte Beitrag (Screenshot existiert) über Dagmar Plenk am Abend ihres Todestages. Da stand unter 1. Leben & Wirken zum einen 1.1 Als Kommunalpolitikerin (sieben Zeilen) und zum zweiten 1.2 Gehirnblutung (wesentlich ausführlicher). Ich wiederhole mich hier gerne. Wenn man als PNP schon für dieses hochpeinliche RegioWiki verantwortlich zeichnet, dann kann man zwar vielleicht nicht immer vermeiden, dass so ein Mist publiziert wird. Aber darauf achten, dass solche Autoren (die noch nicht einmal wissen, wann man das &-Zeichen benutzt) nicht zum Wiederholungstäter werden, sollte man schon.
Wenn ich schon am Nörgeln bin. Mir wurde von einigen Leuten berichtet, dass sie die grandiose längste Weihnachtsbeleuchtung Bayerns gar nicht so toll finden, sondern eher ein bisschen kalt und steril. Wie findest Du das blaue Licht fragt Dich
mit adventlichem Gruß
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Ich weiß nicht so recht. Ich bin eh nicht so scharf auf diesen Weihnachtstrubel. Und in einem Punkt gehts mir wie Dir: Wenn ich Weihnachtsmarkt oder Weihnachtsbaum höre oder lese, dann kommt mir die Galle hoch. Wir sind halt doch immer noch in Bayern und das ist auch gut so.
Ich habe übrigens ein Verständnisproblem. Diese Charity-Gala (puh, bei diesem Wort schüttelts mich auch) von dieser Frau Kuckmal-Bessernimmerhin (dito) soll doch ein riesiges gesellschaftliches Event (dito) in unserem kleinen Städtchen sein. Und da kommen 200 Leute und außerdem habe ich in der Zeitung eine Sponsorenwand gesehen, vor der ganz stolz Frau Kuckmal im Gala-Fummel steht und auf der z.B. Red Bull oder Porsche Zentrum zu lesen ist. Der gesamte Erlös der Veranstaltung beträgt 11.000 Euro und kommt wohl zustande durch den Eintrittspreis von 60 Euro und den Lospreis (10 Euro), die nach Angaben der Veranstalter ohne Abzug zu 100 % gespendet werden. Jetzt gehe ich einmal davon aus, dass die Sponsoren ja auch irgendwas bezahlen und dann beginnt mein Verständnisproblem. Oder ich bin einfach nur zu blöd zum Rechnen.
Vielleicht noch was Positives zum Schluss. Der Advent ist ja die Zeit des Wartens, des Wartens darauf, dass dieser Weihnachtswahnsinn endlich vorbei ist und der Januar kommt. Millionen von Carlo-Rosetta-Fans warten allerdings nur auf eins: das Video mit der official Passau-Hymn, mit dem sich der Künstler auch dem internationalen Publikum noch intensiver vorstellen will. Nach meinen Informationen müsste es noch im Verlauf dieser Woche soweit sein.
Stay tuned
Dein Tölpel
Freitag, 27. November 2009
Wer besitzt das Internet?
Für den Inhalt der Seite sowie der Inhaber ist:
Markus xxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxxxxxxx
D - 94034 Passau
Für die Linkseiten sind die jeweiligen Internetbesitzer selbst
verantwortlich!
Mittwoch, 25. November 2009
Montag, 23. November 2009
Na gut, Weltverbesserer!
Dass man aber selbst einen derart kruden Verschwörungs-Mist publiziert wie auf dieser Website, macht uns dieses Mal fast schon parteiisch für die andere Seite.
Shalom
Die Pluralisten von Wahlinfo-Passau
Sonntag, 22. November 2009
Abverkauft und angetreten
Lieber Tölpel!unsere Leser - die ja teilweise der Not gehorchend auch PNP-Leser sind - haben uns in großer Zahl die Flying Page mit der Leserbefragung der PNP zugesandt. Und selbstverständlich haben auch alle die Frage "Wo informieren Sie sich hauptsächlich über das aktuelle Lokalgeschehen?" richtig beantwortet. Sie haben nur leider einen kleinen Fehler gemacht. An die PNP muss man das Ding schicken, nicht an Wahlinfo-Passau - sonst ändert sich ja nie was.
Man muss bei dieser Befragung auch ankreuzen, ob man der Aussage, die PNP wäre "klar und verständlich geschrieben," zustimmt oder nicht zustimmt. Da nehmen wir uns doch gleich mal den ersten Absatz des ersten Lokalteilartikels vom Wochenende vor: "Die Gymnasiastin war von den schätzungsweise 15 bis 18 Jahre alten Männern mit Pfefferspray außer Gefecht und anschließend ihrer Handtasche beraubt worden." Mann, der Klotzek schon wieder... Ob der eigentlich gut in Deutsch war? In Deutsch lernt man zumindest folgendes: Ein Satz braucht natürlich ein Subjekt, gerne auch mal ein Objekt, aber immer und zwingend auf jeden Fall ein Prädikat. "WAR außer Gefecht ... WORDEN," ist vielleicht ein Prädikatversuch - aber im Bezug auf Klarheit und Verständlichkeit sowie auf das Kriterium "gut in Deutsch" bezogen doch wieder irgendwie gescheitert. Das muss noch geübt werden bis zur nächsten Umfrage.
Der SWP-Geschäftsführer Gottfried Weindler hat übrigens den Stromkunden der Stadtwerke versprochen, dass sie bis Ende 2010 keine Preiserhöhung befürchten müssen. Scheinbar haben die Passauer Stadtwerke diesbezüglich noch keinen Handlungsdruck. Allerdings ist Herr Weindler nicht nur für den Strom, sondern z.B. auch für das, derzeit ohnehin sehr diskutierte, PEB zuständig. Und so ein Bad kostet ganz schön Geld - Geld, das die Städte und Stadtwerke derzeit aber überhaupt nicht übrig haben. In Regen hat man jetzt einfach die Eishalle zugesperrt. Sowas hätte sich noch vor ein paar Jahren kein Mensch vorstellen können. In Passau kann sich der Geschäftsführer der SWP sogar ganz konkret vorstellen, das beliebte Erlebnisbad zu verkaufen. Das wird sicher noch ein heißes Thema.
Jetzt mal eine gute Nachricht. Das beste Bier der Welt kommt aus Passau - schreibt zumindest die AmSonntag. Beim European Beer Star Award hat das Helle der Löwenbrauerei den ersten Platz gewonnen. Ich kann und will das nicht beurteilen, auch wenn es mich ein bisschen wundert. Andererseits weiß ich etwas, was die von der Monopolpresse genauso wenig wissen wie das mit den Weindler-Plänen: In der Jury des European Beer Star Awards sitzt ein waschechter Passauer. Und vielleicht sind dessen Geschmacksnerven doch ein bisschen lokalpatriotisch beeinflusst.
Welches Bier trinkst Du denn am liebsten, mein lieber Tölpel, fragt Dich neugierig
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Ich weiß nur eins: Letzte Woche in New York dieses Budweiser oder Miller - das kannst Du nicht saufen. Na ja... Runter bringen tut man es schon. Aber wenn Du einen Liter getrunken hast, musst Du zwei Liter bieseln. Ich hab vor lauter Aufregung beim Carlo Rosetta-Metallica-Konzert natürlich gleich einige Bud konsumiert und hab das halbe Konzert am Klo des Madison Square Gardens verbracht. Es gibt aber gute Nachrichten für die große Carlito-Fangemeinde. Vielleicht schon nächstes Wochenende gibt es das neue Video zur official Passau-Hymn.
Bleiben wir bei der Musik, bzw. sowas ähnlichem wie Musik. Ich habe mir auf youtube das Video vom Spitzbua Markus angesehen, konkret die Nummer "Der Bumsti". Ganz große Klasse! Die Passauer Medien versuchen ja im Moment einen richtigen Hype um diesen selbsterfundenen Volldeppen zu entzünden und ich muss sagen: Warum nicht? Wenn man schon so tut, als wäre dieser Musikantenstadl nicht nur ein Stimulans für Bildungs-Apalliker, sondern ganz normale Unterhaltung, dann kann man auch gleich diese "Laune der Natur" (Stefan Raab) gut finden. Und ganz ehrlich: Eine Gesellschaft, die über Mario Barth lachen kann, darf auch ohne schlechtes Gewissen den "Bumsti" lustig finden. Oder, um es mit Adorno zu sagen: "Die rastlose Selbstzerstörung der Aufklärung zwingt das Denken dazu, sich auch die letzte Arglosigkeit gegenüber den Gewohnheiten und Richtungen des Zeitgeistes zu verbieten."
Hey Frankenberger! Ja, ich weiß - Sie sind hier selten gut weggekommen. Aber heute: Solidarität! Stellen wir fest: Die Raucher-/Nichtraucherpolitik der Bayerischen Staatsregierung ist so ziemlich das Dümmste, was im Freistaat seit langem verbrochen wurde. Somit ist Euer Volksbegehren völlig ok. Wenn Sie jetzt von irgendwelchen Idioten Drohanrufe bekommen, kann ich Ihnen nur verraten: Kriegen wir auch dauernd. Aber außerdem und im wesentlichen: Drüberstehen! Sind nur feige, armselige Würstchen. Das stehen Sie als aufrechter Jungpolitiker locker durch. Wo Sie doch sogar schon eine Fischvergiftung überlebt.... Aber lassen wir das.
Ich wollte ums Verrecken nichts drüber schreiben, aber ich kann nicht anders. Der PNP-Artikel vom Donnerstag ist eine Sternstunde des Passauer Journalismus 2009. Fassen wir kurz zusammen: Ein Oberfeldwebel stürmt mit Handgranaten und Kameraden eine Schulküche, um seiner dort arbeitenden Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Eine gute Story für die Zeitung wäre es gewesen, wenn entweder a) ein Terrorabwehrkommando alle Bundeswehrsoldaten präventiv erschossen hätte oder b) die gesamte Kompanie rußgeschwärzt das 21-jährige Mädel vor Heiratsantrag und nach Kriegsmanier vergewaltigt hätte. Aber real erfahren wir Leser eines Staates, in dem Schulen evakuiert werden, wenn ein Schüler einen schwarzen Mantel trägt, dass das Paar derzeit ein altes Haus in Bodenmais renoviert. Frage zum Schluss an Alle: Wer ist der/das Kränkste in dieser Gesellschaft? Der Spitzbua, der Oberfeldwebel oder der jeweils berichtende Redakteur?
Peace!
Passauer Tölpel
Mittwoch, 18. November 2009
Was ist ein Schundblatt?
Heute erfreuen Sie uns mal mit einer sensationellen Offenheit, die Ihnen weder wir noch Ihre Verlegerin jemals zugetraut hätten.
Klar, der Artikel über Ihren Besuch in der Hauptschule Neustift und die Fragen der Schüler beginnt - wie so oft bei Ihnen - unfreiwillig lustig: „Waren Sie gut in Deutsch?“ und „Kann man bei der PNP Karriere machen?“ Was haben Sie denn da gesagt?
Richtig gut wird es aber erst am Schluss. Wenn Sie - wie Sie schreiben - von den Schülern erst gefragt wurden „Was ist ein Schundblatt?“, und unmittelbar darauf die Frage kommt „Wem gehören PNP, Am Sonntag und PaWo?“, dann fragen wir uns schon (und sicher auch Ihr/e Chef/in), was Sie denn auf die erste Frage geantwortet haben.
Waren Sie eigentlich gut in Deutsch?
Montag, 16. November 2009
Excuse us!
Die Kolumne muss diese Woche leider zum ersten Mal seit 100 Jahren ausfallen, weil das gesamte Wahlinfo-Passau-Team unseren unbeschreiblichen Carlito zum Dreh für die official Passau-Hymn nach New York begleitet hat.
Nicht, dass es nicht genug Material gegeben hätte diesmal. Alleine das Foto mit dem diesjährigen Faschings-Schirmherren Urban Mangold wäre Stoff für eine ganze Satire-Zeitschrift. Auch die Beförderung Simaders und der Musikantenstadl - alles tolle Themen. Nächstes Mal vielleicht.
Wir müssen jetzt aber leider zum Madison Square Garden. Da spielt Carlo Rosetta als opening act vor Metallica.
Nothing else matters
Kathi und Tölpel
Freitag, 13. November 2009
Und das ist kein Witz - bestimmt nicht!
Einige Busfahrer verweigern immer noch die Teilnahme an der konzertierten Aktion, aber das wird bestimmt in Ordnung kommen.
Und weil wir schon gerade dabei sind: Am Zebrastreifen unterhalb der Uni geht es auch wieder sehr robust zu. Am letzen Sonntag nach Einbruch der Dunkelheit wäre es fast wieder soweit gewesen. Nur mit knapper Not entkam ein Fußgänger einem silbernen Mercedes mit Passauer Nummer. Früher hat die Polizei ja noch gefühlte einmal im Jahr unter der Eisenbahnbrücke geblitzt. Dort verengt sich allerdings die Fahrbahn und nur wenige Autofahrer sind in die Falle getappt. Die häufige Missachtung des Vorrangs der Fußgänger am Zebrastreifen bleibt Alltag. Vor Jahren kam an der Stelle schon einmal eine Studentin ums Leben. Das hat augenscheinlich noch nicht gereicht.
Mit kopfschüttelndem Unverständnis
Der ÖPNV-Beauftragte von Wahlinfo-Passau
Donnerstag, 12. November 2009
Das ist ein Witz, oder?
So wie die zahlreichen Helga's Hairsalon's, Heidi's Pomme's-Bude'n oder Sandy's Nai'l-Art-Lounge's?
Dann aber bitte gleich konsequent: Café Stephan's D'om.
Gerne.
T'schüs's
Sonntag, 8. November 2009
Aufgemacht und angezettelt
Passau ist ein weißer Fleck auf der Landkarte. Und zwar auf der Seite 8 der heutigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Dort wird farblich dargestellt, welche Wahlkreise einen SPD-Angeordneten im Bundestag haben und welche eben nicht. Außerdem wird mit verschiedenenfarbigen Punkten die Parteizugehörigkeit der deutschen Oberbürgermeister illustriert - allerdings nur bei den Städten über 100.000 Einwohner. So kommt es, dass Passau auf der FAS-Landkarte nicht vorkommt - wie im übrigen massig bayerische Wahlkreise. Irgendwie ist das ja schon betrüblich. Es kann doch nicht sein, dass die große Volkspartei auf absehbare Zeit überhaupt keine Rolle mehr spielt. Wenn ich aber darüber nachdenke, wer in vier Jahren hier bei uns für die SPD zum Bundestag kandidieren soll, dann fällt mir beim besten Willen gar niemand ein. Und wenn ich mir die Fotos in der FAS von Gabriel, Nahles und Ypsilanti anschaue, dann habe ich überdies große Sorge, dass das deutschlandweit bald wieder was Vernünftiges wird.
Apropos vernünftig. Die PNP hat eine neue Gesundheitsexpertin. Sie heißt Laura Lugbauer und schreibt, dass man sich unbedingt gegen die Schweinegrippe impfen lassen sollte. Ich weiß nicht, ob das wirklich klug ist oder eher nicht. Ich habe zu BSE-Zeiten T-Bone-Steaks gegessen, zu Vogelgrippezeiten Geflügel verspeist und jetzt verhalte ich mich auch nicht anders als sonst. Dass es offensichtlich eine ganze Menge Leute gibt, die derzeit mit Erkältung ins Krankenhaus laufen oder nach Österreich fahren, um sich impfen zu lassen, liegt meiner Meinung nach eher an der von den Medien (auch der PNP) geschürten Hysterie. Irgendwas muss man ja schreiben - und wenn es nur darum geht, dass im November ein paar Passauer Husten und Fieber haben.
Im Beitrag darunter diskutieren die Kommentatoren, ob Karl Lagerfeld für seinen Auftritt in Passau Geld bekommen hat oder nicht. Eigentlich kommt es darauf doch gar nicht in erster Linie an. Unstrittig ist ja wohl, dass der ganze alberne MiE-Zirkus einen Haufen Geld kostet. Grundsätzlich auch noch egal - schließlich kann jeder mit seinem Geld machen, was er will. Wenn aber ein Zeitungsverlag aus Kostengründen einen Großteil seiner journalistischen Arbeit von Praktikanten erledigen lässt, bzw. seine Passauer Stammzeitung immer mehr boulevardisiert und sich gleichzeitig aus Eitelkeit und Geltungsbedürfnis die Groteske leistet, durchaus auch A-Prominente nach Passau zu karren, dann darf man schon einmal kritisch nachfragen, was denn das mittelfristige Ziel der Verlegerfamilie ist: Mit Nachhaltigkeit eine vernünftige Zeitung zu betreiben oder sich selbst ein Denkmal zu setzen? Kennt noch jeder den Generaldirektor Haffenloher aus Kir Royal? Der kam auch aus der Provinz.
Auch eine komische Geschichte, die außerdem treffend den Horizont der PNP-Lokalredaktion beschreibt: Der neue Staatssekretär Max Stadler spricht sich in einem Interview im Lokalteil dafür aus, die Ladenöffnungszeiten den Kommunen zu überlassen. Nicht mehr und nicht weniger. In der gleichen Ausgabe wird natürlich dieser Vorstoß sofort vom Interviewer persönlich kommentiert - und das in klassischer Phobiker-Manier: Die Großen werden die Kleinen noch schneller fressen. Doch damit nicht genug. Gleich am nächsten Tag druckt die PNP einen Leserbrief ab, in dem sich auf 215 x 175 mm der Verfasser in typisch deutscher Verzagtheit über die verheerenden Auswirkungen von liberalisierten Ladenöffnungszeiten auslassen darf. Liebe Lokalredaktion! Spart Euch bei solchen knapp halbseitigen Leserbriefen doch wenigstens den Satz am Ende: "Leserbriefe sind Äußerungen der jeweiligen Verfasser und müssen mit der Meinung der Redaktion nicht übereinstimmen."
Was meinst Du, klügster Tölpel Ostbayerns?
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Na ja, ich glaube schon, dass die Einlassungen vom Stadler Max darauf hindeuten, dass er selbst gegen längere Öffnungszeiten grundsätzlich nichts einzuwenden hat. Den ganzen Bedenkenträgern, die wieder einmal Angst haben, dass die Großen die Kleinen fressen, kann ich nur entgegenhalten: Schaut Euch doch mal um auf der Welt! Wie ist es denn in Hongkong oder in New York? Wer hat da spätabends noch geöffnet? Die großen oder die ganz kleinen Geschäfte? Eben! Wenn ich in den genannten Weltstädten nachts um drei eine Dose Bohnen kaufen will, dann kriege ich die im Mini-Laden, aber nicht im Riesen-Supermarkt. Eine völlige Abschaffung von Ladenschlusszeiten bewirkt lediglich, dass ein paar nischenorientierte Jungunternehmer den Tankstellen (da krieg ich übrigens meine Dose Bohnen heute schon um drei) bei uns Konkurrenz machen - und das ist jetzt auch nicht die ganz große Katastrophe.
Die AmSonntag tut heute mal wieder so, als wäre die Finanzsituation der Stadt Passau was ganz was Neues. 2010 dramatisch, 2011 apokalyptisch. Ich darf mit einem gewissen Selbstbewusstsein daran erinnern, dass wir hier auf Wahlinfo-Passau bereits am 06.10.2009 darauf hingewiesen haben, dass die Gewerbesteuereinnahmen brutalst einbrechen werden. Macht Euch nichts draus! Die exklusivsten und schnellsten Informationen laufen immer noch hier ein.
Habt Ihr diese Kolumne thematisch etwas zu unspektakulär gefunden, liebe Leser? Ok, verstehe ich. Aber Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich etwas über das Kreuz-Urteil des Europäischen Gerichtshofs schreibe? Dass man mir meine Fensterscheiben einwirft oder wieder mal die dänischen Botschaften brennen... Ach, das mit den Botschaften waren die anderen Spinner? Sei es drum. Aber die Geschichte lehrt uns ja folgendes: Man kann Weltkriege anfangen und Genozide betreiben. Interessiert keine Sau. Aber wenn man Kreuze abhängt, dann kommt die ganz große Zivilcourage. Respekt!
Allahu Akbar
Dein Tölpel
Dienstag, 3. November 2009
Angelobt und weggetreten
Das ist vielleicht eine putzige Geschichte. Am Samstag überschlägt sich Stefan Rammer in der PNP noch vor Begeisterung über den EU-weiten Kunstpreis eines Passauer Gymnasiasten und lässt den aufgeweckten, neugierigen, jungen Mann noch mit vollem Namen kluge Sprüche sagen, während ich bereits am gleichen Tag von passau-live.de darauf hingewiesen worden bin, dass es sich bei dem Schüler-Kunstwerk um ein ziemlich offensichtliches Plagiat handelt. Dann dauert es immerhin bis heute, dass auch Redakteur Rammer von einer peinlichen Panne spricht - nun mit abgekürztem Abmal-Künstler-Familiennamen. Übrigens ist jetzt die Jury daran schuld, dass sie ein Plagiat prämiert hat. Wer auch sonst?
Grande Dame Angelika Diekmann würde dazu wohl sagen: Art knows no native tongue, it explains itself without words. Tja, da wird jetzt bevorzugt englisch gesprochen auf der MiE-Seite. Schließlich is this auch a forum for international understanding, to which I (AD, Anmerkung der Verfasserin) warmly welcome you. Ja, leck mich doch am Arsch, jetzt werden wir aber ganz schön internäschnäl hier am Rand der Republik - koste es, was es wolle. Eigentlich ist die Idee auch gar nicht so dumm, irgendwelchen narzisstischen Prominenten irgendwelche Preise hinterher zu werfen. Weil wenn man den Preis gleich mal MENSCHEN in EUROPA-Kunst Award nennt (Wer hat sich das denn ausgedacht? Dafür müsste es ja gleich den MENSCHEN in EUROPA-Wording Award geben), merkt der Herr Lagerfeld (und die ganzen anderen eingekauften Geehrten) vielleicht gar nicht, dass er nur vorbeikommen darf, um die Eitelkeit bestimmter Leute zu befriedigen. Dazu ein kleines abgewandeltes Fredl-Fesl-Zitat: Mit Geld kann man sich alles kaufen, auch Leute, die Awards nachlaufen.
Auch der Herr Redakteur Klotzek hat mich wieder mit einer wunderschönen Überschrift erfreut: Schweinegrippe an Schulen: Küssen verboten. Noch schöner ist allerdings die Zwischenüberschrift: Händewaschen Ja - Schmusen Nein. Mann, Klotzek, das ist ja geradezu dadaistisch. Sowas will ich jetzt dringend öfter lesen. Wie wäre es beim nächsten Schweinegrippeartikel mit: Zähneputzen Ja - Fellatio Nein. Oder beim nächsten Laudatio-Orgasmus zu MiE: Society Yes - Sense No. Und always schön in english, gell. Klotzen nicht rammern!
Heute bin ich aber wieder straight in meiner native tongue, findest Du nicht, Tölpelchen?
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Du bist überhaupt die Beste. So viele Wortspielereien, so viele Anspielungen. Du kommst ja fast an den Harry-Potter-Kommentator (Kommentar Beitrag drunter) heran. Ob das wieder der Insider war, nach dem die PNPler so verzweifelt fahnden? Die wollen nämlich unbedingt wissen, wer denn auf der Website-non-grata Wahlinfo-Passau immer diese internen Dinge ausplaudert. Nur zur Info, pardon, fyi: Ich weiß es auch nicht.
The "Menschen in Europa" series of events has grown into a major part of our business concept, as a regular annual event in autumn. "But no swine is interested in it out of Passau," möchte man da gerne ergänzen. Das ist so ähnlich wie mit den Europäischen Wochen. Man geht durch den Wald und pfeift laut, aber es hört nur der Wald. Boah ey, das könnte von Klotzek sein.
Ich fasse mich heute kurz, weil politisch gab die letzte Woche nicht viel her und immer nur auf der Monopolzeitung rumhacken, ist auch fad. Lustig finde ich, dass verschiedene Leserbriefschreiber sich über Pro und Contra Dr. Andi streiten. Jetzt hat der arme Mann noch nicht mal richtig angefangen und schon wird diskutiert, ob er ein guter oder schlechter Staatssekretär ist. Lasst ihn doch mal machen! Und wenn er tatsächlich die Nordtangente forciert, dann schreiben wir ihn wieder ganz schnell raus aus dem Amt. Weil wir machen nämlich nicht nur Staatssekretäre, wir demissionieren sie auch, wenns sein muss. Wir sind mächtiger als die Monopolpresse - wir sind die vierte Gewalt.
Prost!
Dein Tölpel
Dienstag, 27. Oktober 2009
Abgeräumt und angekommen
Oh mei, oh mei, die SZ mal wieder... Unter der Überschrift im Bayernteil "Fünf Bayern für die zweite Reihe" haben sie heute ein Foto vom Stadler Max abgedruckt, auf dem sieht er aus, als würde er als erste Amtshandlung gleich die Prügelstrafe, die Folter und die Todesstrafe einführen. So bös kann doch der in Wirklichkeit gar nicht schauen. Aber immerhin hat ihn der Redakteur als einen der profiliertesten Politiker der FDP-Landesgruppe bezeichnet. Der Scheuer Andi sieht dagegen auf dem SZ-Foto smart aus wie immer, abgesehen von dieser fürchterlichen Gesichts-Mumu vielleicht. Aber das mit seinem Doktor filozofie aus Prag und dem Ermittlungsverfahren wegen Titelmissbrauchs mussten sie ihm trotzdem mal wieder reinwürgen. Ob die den nicht mögen bei der SZ?
In Passau freuen sich jedenfalls alle über die zwei neuen Staatssekretäre. Na ja, zumindest fast alle. Ex-Staatssekretär Klaus Rose, den die AmSonntag boshafterweise gefragt hat, hat in seinem Statement zumindest noch so getan, als ob er nicht Tag und Nacht kotzen muss. Urban Mangold hat die Berufung von Dr. Andi zum Staatssekretär wenigstens gleich mal als ökologischen Albtraum bezeichnet und Boris Burkert gibt Scheuer die Schuld dafür, dass die Züge nach München immer langsamer fahren und sieht in dessen neuem Amt eine klima-, umwelt-, finanz- und vor allem verkehrspolitische Katastrophe. Ganz schön viel der Ehre. Wahrscheinlich ist Scheuer sogar an der Erderwärmung schuld.
Eine andere Personalie tritt vor lauter Staatssekretäreuphorie leider ein wenig in den Hintergrund. Alois Feuerer hat im besten Alter von 97 Jahren beschlossen, den Vorsitz bei den Freien Wählern an den angeblich viel jüngeren Siegfried Kapfer zu übergeben. Interessant hierbei ist, dass man den Vorsitz bei der Freien Geronten-Gemeinschaft einfach so übergeben kann. Aber vielleicht liegt es am Altersdurchschnitt - das ist dann wohl so etwas wie ein Nottestament.
Apropos Not. Sollte sich unser neuer CSU-Staatssekretär aus dem Passauer Stadtrat zurückziehen und sollte weiterhin Frau Plenk nicht mehr in der Lage sein, ihr Mandat auszuüben, würden bei der CSU Josef Haydn und Alexander Wösner nachrücken. Boah, ob da die Komplettauflösung nicht die bessere Idee wäre? Oder, um einmal meinen Lieblingsredakteur Michael Koch zu zitieren: "Besser kommt selten nach."
Im übrigen hat die Kathi.2 aus der PNP ganz stolz erwähnt, dass die SZ von ihr abgeschrieben hat und zwar gleich eine ganze Überschrift. Da können wir hier nur müde lächeln, gell mein lieber Vetter. Von uns schreiben sie alle ab und zwar gleich ganze Artikel. Nur zugeben mags immer keiner. Wir sind ja ehrlich: Ohne die PNP kämen wir auf viele Themen gar nicht. Hast Du noch was Interessantes gelesen in den letzten Tagen?
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Ich habe gelesen, dass man in griechischen Lokalen keine Papageien und in Diskotheken keine Fische halten darf. Aber Kinder darf jeder haben, so viel er will. Und diesen Kindern Namen geben, ist auch (fast) nicht reglementiert. Coca-Cola, Satan oder Bierstübl haben deutsche Standesbeamte als Vornamen schon verhindert. Warum aber gerade bei uns im ländlichen Raum Eltern ihren Kindern weiterhin die Zukunft verbauen dürfen, mit Namen wie Louis Noah, Leonie Celine oder Layla-Sophie (alle aus den Standesamtlichen Nachrichten vom Samstag), bleibt mir ein Rätsel. Da hört man doch die abgebrochene Nagelstudiolehre, Hartz IV und nachmittägliche Privatfernseh-Talkshows schon deutlich heraus.
Die evangelische Kirchengemeinde Grubweg lädt übrigens für den 31. Oktober ein zur ChurchNight. Mit Luther-Film und Luther-Café. Voll progressiv eigentlich, solche szenigen Event-Headlines. Gibts da dann eigentlich auch ein cooles Theses-Nailing an einer Katholen-Kirche, ein abgefahrenes Pray-in mit Räucherstäbchen oder gar ein christlich-halloween-ökumenisches Witch-Burning? Vielleicht gehe ich da mal hin - als Inquisitor verkleidet.
Die Ortspitze soll schon wieder mal schöner werden. Da schrillen bei mir alle Alarmglocken. Mir sind die unsäglichen Ideen der Architekturstudenten vor einiger Zeit noch wie ein schlechter Scherz vorgekommen. Jetzt muss ich schon wieder lesen, dass man aus dem wunderschönen Dreiflusseck mehr machen könnte. Ja was denn, um Himmels Willen? Einen Skaterplatz? Eine Szene-Location? Eine farbig beleuchtete Disney-Peninsula? Oder doch einfach nur einen Wohnmobil-Stellplatz? Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.
Und noch ein Spruch: Setze Dich ruhig an den Fluss und warte, bis die Leichen Deiner Feinde vorbei treiben. Der Präsident hat mir erzählt, dass in letzter Zeit nicht nur gelegentlich irgendwelche Irren Droh- und Beleidigungskommentare im Blog verfassen (die dann natürlich nicht veröffentlicht werden), sondern gerne auch mal telefonisch ihre Armseligkeit unter Beweis stellen. Das findet er ja auch noch ganz heiter, hat er gemeint. Wenn diese dumme Sau von Drohanrufer allerdings auch Familienangehörige belästigt, empfindet der Präsident - so hat er es mir gesagt - schnell einmal alttestamentarische Rachegelüste. Ich würde mich mit dem Präsidenten ja nicht anlegen. Der ist wahnsinnig jähzornig und ein großer Fan von Selbstjustiz und disziplinarisch notwendiger Körperverletzung. Deshalb singt er ja auch so gern - ha ha.
Ich muss schließen. Ich brauche ein Kostüm für die ChurchNight. Servus
Dein Tölpel



