Freitag, 31. Dezember 2021

Der Exorzist, Teil 1

31. Dezember 2021, 22 Uhr 35. Der Passauer Oberbürgermeister sitzt entspannt in seinem Oberbürgermeister-Sessel, liest "Warum ich so klug bin" von Friedrich Nietzsche und hört dabei den Triumphmarsch von Verdi, als das Telefon klingelt.

Telefon: Ring, ring.

Dem OB seine Frau: Telefon.

OB (auf die Uhr blickend): Früh heute. Lass' läuten. Irgendwann hab ich auch mal Urlaub.

Telefon: Ring, ring.

Dem OB seine Frau: Ich geh hin.

OB: Wenns der Dittlmann, der Söder, der Putin oder der Dalai Lama sind, bin ich nicht da.

Dem OB seine Frau: Dupper.

Stimme: Grüß Gott, Frau Dupper, entschuldigens die Störung, hier spricht Bürgermeister Dickl. Könnte ich bitte in einer sehr dringenden Angelegenheit den Herrn Oberbürgermeister sprechen?

Dem OB seine Frau: Moment bitte. Jürgen! (kichernd) Der Herr Bürgermeister.

OB: Der Rother? Was will denn der?

Dem OB seine Frau: Nicht der Rother.

OB: Nein bitte, nicht die Erika.

Dem OB seine Frau: Der HERR Bürgermeister Dickl.

OB: Geh weider, jetzt ruaft mi da Bürgermeister-Lehrbua a scho im Urlaub um die Uhrzeit o. Gib her. Dupper, hallo.

Dickl: Bürgermeister Dickl. Servus Jürgen, tut mir wirklich leid die Störung. Aber es ist wichtig.

OB: Des hoff ich dringend für Dich, Achim, dass des wichtig ist.

Dickl: Armin.

OB: Wos?

Dickl: Armin, ich heiß Armin.

OB: Sag ich doch. Also, was gibts?

Dickl: Den Dittlmann habens verhaftet.

OB (lacht laut auf): Hat er an Brand glegt, weil nix passiert is? Oder wen überfahren? Oder oan daschlagen? 

Dickl: Eher letzteres. Aber nur fast. Also eher: geschlagen.

OB (laut): Pass auf, Bürgermeister Dickl und hör genau zua. (Sehr laut:) Ich bin weder ein Freund oder Verwandter vom Dittlmann noch sein Anwalt oder was weiß ich was. Und wenn der Dittlmann in der Todeszelle sitzt, geht mich das auch nichts an.

Dickl: Todeszelle? Gibts bei uns Todeszellen? Ned oder?

OB: Na, nur Gummizellen. Aber zu wenig. Mia san fertig, oder? Schönen Abend, servus.

Dickl: Moment, Moment. Der Dittlmann hat gemeint, Du musst Dir das unbedingt anschauen, was in unserer, äh, Deiner Stadt los ist. Und ich find das auch.

OB: Was ist denn los?

Dickl: Spaziergänger, alles voller Spaziergänger.

OB: Und weiter?

Dickl: Also solche Spaziergänger. Die bösen.

OB: Des Impfgegner-Gschwerl? Unglaublich. Hätt ich nie gedacht, dass der Dittlmann bei sowas mit macht. Alle einsperren, völlig richtig.

Dickl: Im Gegenteil! Der Dittlmann hat zwei von denen eine gschmiert.

OB: Oane gschmiert? Und deswegen habens ihn gleich verhaftet?

Dickl: Na ja, erstens ned so richtig verhaftet, sondern eher erkennungsdienstlich behandelt und zweitens möcht ich vom Dittlmann keine gschmiert kriegen. Die zwei Spaziergänger brauchen jedenfalls an Arzt.

OB: So is' recht. Aber... Was ganz was anderes... Warum verdrischt der Dittlmann neuerdings die Depperten? Also nicht, dass es mich stören tät...

Dickl: Sie haben ihn beim Löschen gestört.

OB: Beim Löschen? Wo brennts denn leicht schon wieder?

Dickl: Am Domplatz.

OB (laut): Um Gottes Willen! Am Domplatz brennts und Du Vollde..., Vollprofi erzählst mir fünf Minuten was vom Dittlmann.

Dickl: Hat gebrannt, nicht schlimm, eher ein Brändchen.

OB: Habens in der Bet-WG wieder mit heißem Wachs rumgespielt?

Dickl: Bet-WG? Ah so, nein. Gegenüber. Bei dene Apostel vom Bischof. 

OB: In der komischen Home Base?

Dickl: Keine Ahnung, wie das heißt. Ich kann kein Latein.

OB: Warum hats denn da brennt?

Dickl: Die haben da so einen Workshop ghabt: Exodus und Flegeleien oder so ähnlich und da ist einer beim Auspeitschen über die Kerzen gefallen. Und dann hat sein Büßerhemd aus Ziegenhaar Feuer gefangen. Kurz drauf hat dann der Vorhang brennt.

OB: Exodus, Auspeitschen, Büßerhemd? Spinnst Du, Achim?

Dickl: Armin. Armin, Jürgen.

OB: Wos?

Dickl: I hoaß Armin.

OB: Sag ich doch.

Dickl: Also noch mal: Exodus und Flegeleien oder Exothermismus und Fraternalismus oder irgend sowas. Is doch a wurscht. 

OB: Jetzt hab ichs kapiert. Exorzismus und Flagellation? Teufelsaustreibung und Selbstgeißelung?

Dickl: Ja, genau. Um sowas ist es gegangen. So mit Teufel und Peitschen. Geil, oder? Wir machen an Silvester immer Bleigießen.

OB: So. Und jetzt sagt mir mein Lieblingsbürgermeister noch, für was er, die Sektierer und der Dittlmann mich da am Domplatz noch brauchen.

Dickl: Vielleicht hab ichs falsch erzählt.

OB: Ah geh.

Dickl: Das Problem sind nicht die die Flatulisten und Extraterrestischen. Das Problem sind die Spaziergänger. Die rotten sich zusammen. In der ganzen Altstadt. Vor allem am Domplatz. 

OB: Ist verboten.

Dickl: Und sie schreien: Dupper muss weg.

OB: Zehn Minuten. (zum OB seiner Frau:) I muaß no amoi naus.

Dem OB seine Frau: Warum?

OB: Sie sind alle so dumm und ich bin ihr Chef.


Lesen Sie in Folge 2: Landet Stadtbranddings Dittlmann in der Todeszelle? Verteilt OB Dupper Watschen am Domplatz? Und: Rettet Bürgermeister Dickl die Welt? 

Fortsetzung folgt.





Freitag, 17. Dezember 2021

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Dezember 2021

Die Sekte ist kein Ponyhof

Im letzten Heft hatte ich angekündigt, aufzuklären, warum man in der dunklen Jahreszeit den Domplatz meiden sollte. Natürlich in erster Linie deshalb, um nicht von einem der – pausenlos Verkaufshütten hin und her transportierenden – schweren LKW überfahren zu werden. Auch nicht ganz ungefährlich werden demnächst allerdings auch die Jünger der von Stefan „Osho“ Oster im Pindl-Haus installierten Jüngerschaftsschule (sic!) namens Home Base. Nach neun Monaten Gehirnwäsche in der Home Base, die die Missionarslehrlinge in guter alter Sektentradition natürlich selbst bezahlen müssen, sollen die Kreuzzügler nämlich dann hinaus in die Welt ziehen und andere labile Wesen evangelisieren und missionieren. Erst Believe and Pay, dann Invade and Pray.

Apropos Sekten. Nicht erst Corona – es ging schon mit der Flüchtlingswelle vor ein paar Jahren los – lässt uns befürchten, dass die deutsche Ponyhof-Ära des beginnenden 21. Jahrhunderts langsam vorbei sein könnte. Die Gesprächs- und Diskussionskultur auf der Straße und im Netz ist total am Boden. Oder um es wieder einmal frei nach Gerhard Polt zu formulieren: Heute gehen Leute demonstrieren und haben ein Facebook-Profil – die hätte man vor ein paar Jahren noch aus dem Bierzelt hinausgeschmissen. Da meine ich jetzt die besonders Blöden, die an die große Verschwörung glauben. Man muss aber aufpassen – sektiererischen Fanatismus findet man schon auch bei denen, die sich für die Guten, Aufgeklärten und Gebildeten halten.

Der Eine beharrt darauf, so oft, so laut und in welchem Kontext auch immer „Neger“ zu sagen – weil das sein Großvater schon so gemacht hat und basta. Der Andere beschwert sich beim Sender, beim Rundfunkrat und bei Amnesty International, weil sich ein Kabarettist das Gesicht schwarz anmalt. Der Eine will das Donaulied singen und nässt sich fast ein vor Lachen, wenn zwei peinliche Männer im Fernsehen über die schärfste Biene im Bundestag fabulieren. Der Andere hyperventiliert, wenn er einen Text ohne Gender-Sternchen lesen muss oder jemand Studenten statt Studierende sagt.

Aber zurück zu den Blöden. Der Dunning-Kruger-Effekt besagt, dass inkompetente Menschen zum einen ihre Inkompetenz nicht erkennen, sich damit andauern selbst überschätzen und zum anderen in Unkenntnis ihrer Defizite bedauerlicherweise auch noch besonders selbstbewusst auftreten. In leichter Sprache: Je dümmer der Mensch ist, desto weniger merkt er es und desto frecher geht er mit seiner Dummheit anderen auf die Nerven. Das wussten wir alle – auch ohne sozialpsychologisch-forscherischen Background – zwar schon immer, aber so offenkundig, massiv und dauerpräsent wie in den sozialen Medien derzeit ließ sich das Phänomen selten beobachten.

Wer ausreichend starke Nerven, eine halbwegs gefestigte Persönlichkeit und ausreichend Masochismus mitbringt, lese sich doch einmal exemplarisch durch die Kommentare der Facebook-Präsenz der Heimatzeitung. Es ist oft schwer zu verstehen, was die Diskutanten ausdrücken wollen, weil sie ihrer Muttersprache nur in bescheidenem Maße mächtig sind, aber ein, leider nicht kleiner, Teil glaubt und publiziert z. B., dass die „Systemmedien“ (also alle außer ein paar Youtube-Kanälen) gesteuert werden von „den Mächtigen“, dass alle Politiker geschmiert werden (von Bill Gates, Biontech oder der Masken-Lobby), dass sich ihr Hausarzt (der immerhin Arzt ist) besser mit Corona auskennt als Wieler (der nur Tierarzt ist), dass man beim Impfen gechipt wird (wenn nicht noch abhängig gemacht) oder dass im eigenen Familien- und Freundeskreis alle, die geimpft wurden, mindestens schwere Nebenwirkungen hatten oder gestorben sind (Letalität im Bayerischen Wald nach Corona-Impfung mindestens 15 Prozent, Quelle: Facebook-Kommentare). Das war jetzt nur ein winzig-kleiner Auszug und wir reden hier von hunderten Kommentaren – pro Tag auf einer Seite.

Ceterum censeo, Facieilibrum esse delendum.






Dienstag, 23. November 2021

Nil nisi bene

Man vergisst so schnell. Gerade einmal gut zwei Jahre ist es her, da war Armin Dickl noch der Oberbürgermeisterkandidat der Herzen, bevor der Linzer Querschläger daher kam und alles kaputt gemacht hat. Wars das jetzt mit diesem jungen, aufstrebenden Politiktalent fragten sich damals im Sommer 2019 viele Passauer – auch wir – voller Sorge.

Und heute? Armin Dickl hat seine Kritiker souverän eines Besseren belehrt, macht als Bürgermeister überall, wo er hinkommt, bella Figura – sei es bei MiE, wo er wie selbstverständlich "lebende Legenden der Modernen Kunst" kennenlernt oder als "offizieller Vertreter der Stadt Passau bei Kalle Rummenigge" vorbei schaut. Als einziger epidemiologiekundiger Bürgermeister Passaus durfte er in der letzten AmSonntag sogar exklusiv die aktuelle Corona-Lage einschätzen: "Wir können das leider nicht lange halten."

Bei so viel souveräner Leichtigkeit und politischem Erfolg verwundert es nicht, dass ihn Elke Fischer gestern in der PNP noch kurzerhand zum Fraktionschef befördert hat. Möchte man diesem Mann verdenken, dass er nicht mehr die Zeit hat, sich mit Hinz und Kunz fotografieren zu lassen? Wir nicht!

Auch fast in Vergessenheit geraten ist die Sache mit der Max-Matheis-Straße, bei der ja seit Jahren von gewissen Kreisen eine Umbenennung gefordert wird. Ein Nazi sei der "beliebte Heimatschriftsteller" (PNP) gewesen, nur weil er schon 1933 in NSDAP und SA eingetreten ist und überdies seine begeisterte Hitlerverehrung auch literarisch ausgelebt hat. Antisemit war er auch – aber das konnte ja damals im Eifer des Gefechts einmal passieren. Fraktionsübergreifend wurde jetzt beantragt – nein, nicht die Straße umzubenennen – am Straßenschild eine Hinweistafel anbringen zu lassen, mit der "auf die Nähe (...) zum nationalsozialistischen Regime hingewiesen wird." Das ist natürlich eine sehr gute Lösung. Wir stellen es uns vor. Ein Passant, der weder weiß, wer Max Matheis war, noch die Diskussion um die Straßenumbenennung kennt, steht vorm Straßen- nebst Hinweisschild und liest, dass Matheis ein Nazi, Antisemit, Hitlerianer und Kriegspropagandist war. Dann überlegt er kurz und sagt: Und deshalb haben ihm die Passauer eine Straße gewidmet?

Es heißt immer, dass man sich, wenn man älter wird, besser an die Geschichten erinnern kann, die schon Jahre zurückliegen. Bei mir scheint das nicht der Fall zu sein. Viele Artikel habe ich gelesen über den verstorbenen Bischof Schraml – wie volksnah er war, wie beliebt er war, wie vorbildlich er war. Daran kann ich mich tatsächlich nicht mehr erinnern. Vielleicht werde ich alt.



Montag, 8. November 2021

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick November 2021

Das wird man doch noch sagen dürfen 

Laut einer repräsentativen Umfrage ist mehr als ein Drittel der Bayern der Meinung, dass „eine Watschn noch keinem Kind geschadet hat.“ So konnte man es vor einiger Zeit unter anderem in der PNP lesen. Unveröffentlicht blieb leider das Ergebnis einer Studie, wonach zwei Drittel der AfD-Wähler der Meinung sind, dass FFF-Aktivisten in ihrer Kindheit zu wenig Watschn bekommen hätten. Weiterhin sind über die Hälfte der derzeit weltweit in Geiselhaft befindlichen Geiseln der festen Überzeugung, ihre Geiselnehmer wollten nur ihr Bestes und es hätte sie noch viel schlimmer treffen können, nahezu alle Mitglieder der Familie Erdogan sich absolut sicher, dass ein Journalist, wenn er die Wahrheit schreibt, ein unbehelligtes und sorgenfreies Leben führen kann und die überwiegende Mehrheit der syrischen Herrscherfamilie weiß genau, dass Giftgas in erster Linie eine Frage der Dosis ist.

Mehr als ein Drittel der Österreicher hat lieber einen Kriminellen als Bundeskanzler als einen Tschuschn oder Krowottn, ein gutes Viertel der Polen ist froh, dass es in Polen kaum Schwule und Neger gibt und eine Mehrheit der Schweizer mag zwar keine Deutschen, weiß aber zu schätzen, dass die deutschen Putzfrauen wenigstens nicht so stark nach Knoblauch oder Wodka stinken. Zwei Drittel der Deutschen außerhalb Bayerns sind der Meinung, dass CSU-Politiker „peinliche Trachtenanzug-Spackos“ sind, könnten sich aber gleichzeitig Markus Söder als Bundeskanzler vorstellen, weil „es jetzt langsam mal wieder Zeit für so einen wie den wird.“ Aktuell wünschen sich übrigens drei Viertel Olaf Scholz als Kanzler. Davon wissen aber 90 Prozent leider nicht genau warum.

Ein Drittel der Bürger im Raum Passau versteht überhaupt nicht, wie es passieren konnte, dass Männer wie Raimund Kneidinger, Josef Heisl jun. oder Armin Dickl Landrat, Bezirksrat und Bürgermeister geworden sind. Nein, das war jetzt ein Scherz, das habe ich erfunden – wahrscheinlich sind es dann doch mehr als ein Drittel. Aber was haben die drei jetzt eigentlich gemeinsam? Nun, sie gehören alle zu einer neuen aufstrebenden Politiker-Generation: Alle drei bei der CSU, alle drei nicht mehr ganz jung, aber noch nicht alt und alle drei frei von erkennbaren Begabungen. Der eine überfordert bis gefährlich in seinem Amt (sperrt in vorauseilendem Gehorsam eine ganze Stadt ein), der andere bedauernswert tölpelhaft (postuliert auf seiner Homepage, dass „Niederbayern weiterhin die Prämienregion [sic!] in Europa bleibt“) und der Dritte lässt sich für eine Handvoll Dollar als Mehrheitsbeschaffer einkaufen und freut sich jeden Tag auf Facebook darüber.

Mehr als ein Drittel aller Passauer kann außerdem Andreas Rother optisch nicht mehr von Jürgen Dupper unterscheiden, was natürlich nur politisch Naive als Zufall ansehen würden. Mimikry heißt das in der Biologie und hat das Ziel, den Signalempfänger zu täuschen. Warum? Na, warten wir mal noch vier Jahre. Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix.

Einer, den vier Drittel aller Zeitungsleser kennen, aber von dem weniger als ein Sechstel weiß, welche Parteizugehörigkeit er aktuell hat, ist Andreas Dittlmann. Gerade ist er – verärgert über ein nicht näher konkretisiertes Kasperltheater – aus der FDP ausgetreten, was von den Passauer Jung- und Altliberalen offiziell bedauert, aber insgeheim auch irgendwie gefeiert wurde. Hätte sonst – ohne eine Meldung über Dittlmanns Austritt – schon einmal irgendwer gehört oder gelesen, dass die Passauer FDP einen Kreisvorsitzenden namens Dr. Sirtl hat? Eben. Sollte der jetzt auch noch die – nicht minder wechselfreudige – Christa Tausch vergrämen, steht er dann zwar noch einmal in der Zeitung, aber das wars dann auch – für Sirtl und die FDP im Passauer Stadtrat ab 2026.

Warum man in der dunklen Jahreszeit den Domplatz meiden sollte, um nicht von den Jüngern der Oster-Bruderschaft zwangsevangelisiert zu werden, erkläre ich Ihnen dann in der nächsten Ausgabe.



Mittwoch, 6. Oktober 2021

Hare Hare – Luja Luja!

Vor etlichen Jahren lernte ich eine lebenslustige junge Frau kennen, die mir erzählte, sie hätte eine Zeit lang im von Bhagwan gegründeten Ashram in Poona gelebt. "Das ist ja furchtbar", meinte ich, "dann warst Du ja in einer Sekte gefangen. Schlimm, schlimm." Da musste sie herzhaft lachen: "Sekte? Schlimm? Ich hab viel über Spiritualität, Yoga und Meditation gelernt. Ansonsten haben wir meistens Party gemacht und gevögelt."

Obwohl ich gestehen kann, dass die, eher hedonistisch orientierte, Osho-Jüngerin ansonsten ziemlich einen an der Waffel hatte, musste ich – als ich kürzlich über den Domplatz ging – seit langem wieder einmal an sie denken. Nachdem ich mit Freude feststellte, dass der Umbau am Pindl-Haus endlich fertiggestellt ist, fiel mir auf, dass sich vorm Haus ein paar junge Leute tummelten. 

Da fiel sie/es mir wieder ein. Das wird ja der Ashram von Bhagwan Oster. Die "Home Base", wo die jungen Menschen "in einer hippen Location christliche Gemeinschaft erleben und dann hoffentlich auch mit dem Glauben in Verbindung kommen sollen," so Oster.  Na hoffentlich nur mit dem Glauben! Obwohl – nach Party sahen die gar nicht aus. Vielleicht mal mit einem Jever Fun in der Hand bei einem Auftritt von Shalom Martin Göth umarmen. Augenscheinlich also eher die Keuschheitsgürtelfraktion.

Ansonsten exakt dasselbe System. Man nennt das Ding Jüngerschaftsschule (!), was noch mehr nach Sekte klingt als Ashram. Neun Monate Kasernierung, neun Monate Gehirnwäsche, dann anschließend in den Kreuzzug und die Welt missionieren. Und das Schönste: Den ganzen Irrsinn müssen sie auch noch selber bezahlen – alles wie in Poona, nur ohne Orgien. Jetzt warten wir mal die ersten neun Monate ab und freuen uns im nächsten Jahr auf die PNP-Schlagzeile: "Tanzende Hare-Krishnas in der Altstadt von Missionaren der Oster-Jüngerschaft überwältigt und zwangsevangelisiert."

Hare Hare – Luja Luja!

PS: Wenn ich heute – wieder mal – in der Zeitung lese, dass das Klinikum Passau im Jahr 2021 immer noch keine Schwangerschaftsabbrüche nach der Fristenregelung durchführt und zwar mit dem von der Klinik vorgebrachten und der Stadt Passau akzeptierten/tolerierten/gewünschten Totschlagargument (sic!) "Gewissensentscheidung", dann wünsche ich mir schon, dass wenigstens in der Unfallchirurgie keine Zeugen Jehovas arbeiten. Amen

Montag, 4. Oktober 2021

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Oktober 2021

Passauer Verhältnisse

Ich schreibe diese Zeilen 18 Stunden nach Schließung der Wahllokale und verfolge natürlich weiterhin interessiert, wer der Glücklichere der zwei Unglücklichen sein wird, der unter Lindner und Habeck künftig Bundeskanzler spielen darf. Das will ich jetzt aber nicht vertiefen, weil Sie als Leser dieser Zeilen das Ergebnis vermutlich bereits kennen. Das Ergebnis, das ich jetzt bereits kenne, ist jenes von Andi Scheuer. 30,7 Prozent der Erststimmen für einen Bundesminister in einem niederbayerischen Wahlkreis ist jetzt – das, glaube ich, kann man so sagen – eher nicht besonders gut.

Man kann das aber auch anders sehen. Ein Herr S. aus Facebook hat am Morgen nach der Wahl ebenda nämlich folgendes veröffentlicht: „Lieber Andreas Scheuer, zu deinem tollen Wahlergebnis im Bundeswahlkreis darf ich im Namen der JU-Passau-Land ganz herzlich gratulieren. Wir freuen uns auf weitere tolle Erfolge für unsere Region.“ Aha, und was heißt das jetzt? Puh, Wahlkreis geholt, für Dich ein echt tolles Ergebnis. Und das gegen Angstgegner wie Schätzl und Auer. Oder heißt es einfach: Wir von der Passauer JU haben immer noch gar nichts geschnallt und machen einfach so weiter wie bisher. Hauptsache, wir können auch zukünftig ganz viele Selfies mit unserem Superstar Andi posten.

Ich befürchte zweiteres – das kann mir aber egal sein. Wenn ich allerdings lese, dass der Andi auch weiterhin für „tolle Erfolge“ verantwortlich sein soll, wird’s mir angst und bange. Was für tolle Erfolge soll der Mann denn noch liefern? Sinnlos Millionen in der Region verjubeln, mag ja den Bürgern hier noch gefallen, aber als Minister werden es halt immer gleich sinnlose hunderte Millionen für den Bund. Man stelle sich vor, der Mann wird Verteidigungsminister. „Grüß Gott, hier ist Scheuer, ich möcht gern 100 Starfighter bestellen. Was? Testen? Keine Zeit, ich marschiere nächste Woche in Afghanistan ein. Lieferung asap, Rechnung geht an mich.“

Und wenn er jetzt gar kein Ministerium mehr bekommt? Eigentlich unvorstellbar – der Andi ist für alles unter einem Ministeramt überqualifiziert. Bundestagspräsident oder zumindest stellvertretender? Geht auch nicht, oder? „Herr Abgeordneter Hofreiter, ich rufe Sie zur Ordnung. Ihre Frisur sieht absolut scheiße aus.“ Nein, geht nicht. Aber was kratzt‘s den Andi? „Sie brauchen sich über die Versorgung meiner Person und meiner Familie keine Sorgen zu machen! Diese Frage ist bis zum Einmarsch der Roten Armee weitgehend geregelt.“ So ist Franz Josef Strauß solchen Überlegungen begegnet und – seien wir uns doch ehrlich – mit wem außer Strauß könnte man Scheuer denn sonst vergleichen?

Vielleicht kommt ja in Berlin auch die Passauer Lösung. Also mehrere Bundeskanzler. Und wenn wir schon 735 Abgeordnete haben, brauchen wir auch viel mehr Ministerien. Der Lindner macht den Dittlmann und bringt alle seine Forderungen durch, dafür darf der Habeck wie die Erika Außenminister werden und der Laschet kriegt den Dickl-Part und wird Nebenkanzler. Wenn Scholz und Laschet beide Kanzler werden, erreichen sie zusammen auch immerhin 50 Prozent des Charismas von Saskia Esken. Die Baerbock wird LGBTQ- und Gender-Ministerin und unser Andi wird Klimaminister, fliegt den ganzen Tag mit einem solarbetriebenen Hubschrauber herum und heiratet Greta Thunberg.

Ein Blick in die Zukunft. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Audi AG, Dr. h.c. mult. Andreas Scheuer, der gerade im Kampf um das Kanzleramt knapp an Oliver Welke gescheitert ist, sagt im Interview mit dem neu aufgelegten und mittlerweile von ihm selbst herausgegebenen Bayernkurier einen Satz, den ein anderer großer Bayer schon 1969 gesagt hat: „Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe. Ich meine aber größtenteils andere, als die, die man mir vorwirft.“ Als in diesem Moment das in Gold gerahmte Bild von Franz Josef Strauß von der Wand fällt, lächelt Scheuer die Volontärin an und flüstert: „Kehren’s das weg, Fräulein.“


Freitag, 24. September 2021

Lauter!

Vielen Dank, liebe Thingplatz-Festival-Veranstalter in Passau – jetzt am Freitag, 24.09.2021, um 22.30 Uhr. 

Ich sitze mit einem Glas Wein auf meiner Dachterrasse in der Altstadt und höre – leider nur zu leise – Bass und Beats. Gehts nicht bitte lauter?

Seit nicht mehr definierbarer Zeit habe ich – den Sound im Ohr – einmal wieder das Gefühl, in einer Stadt zu wohnen und nicht im letzten Provinzkaff, in dem von Fronleichnam bis zum Christkindlmarkt ansonsten nicht viel passiert – wenn nicht gerade Lockdown ist, denn dann passiert gar nichts.

Also bitte öfter und lauter! Ich möchte gerne in einer Stadt wohnen – sehr wenige hier kapieren, was eine Stadt wirklich ausmacht. Es ist zumindest nicht die 365-fache ungestörte Nachtruhe.

Aufdrehen und danke noch mal!

Montag, 28. Juni 2021

Hey, Politiker aller Ebenen und aller Parteien!

Das wäre doch mal ein wirklicher Grund, die Grenzen zu Tschechien dicht zu machen – und zwar solange, bis es diesen dummen, bösen, alten, faschistischen Hetzer nicht mehr gibt.



Donnerstag, 13. Mai 2021

Dümmer als die PNP erlaubt. Oder: Wer ist förderungsbedürftiger?

 




Rubrik: Bairisch für PNP-Volontäre


Liebe PNP!

Was, bitte schön, ist denn ein Bollerwagen? Ich kenne keinen Bollerwagen – es gibt in Bayern nämlich keine Bollerwagen.

Kann sein, dass heute ein paar junge Männer mit Bollerwagen durch Flensburg oder Kiel ziehen und sich dabei ein paar Flaschen Bölkstoff nebst Krabbenrundstücken genehmigen. 

Aber im Verbreitungsgebiet der PNP ziehen sie dann doch eher einen Leiterwagen.

Vielleicht bringt Ihr das Eurem Journalistennachwuchs gelegentlich mal bei. Danke.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Meine Freundin, die Bäumin oder: Heute spielen wir mal wieder Aktivisti und Polizisti

 



Nachdem es leider weder den montäglichen Passauer Baumbesetzern noch einer feministischen Live-Band am Dienstag gelungen war, spontan größeren Einfluss auf eine Verbesserung der weltweiten Klimaschutzziele zu nehmen, kam es heute zu einem dritten Anlauf.

Aktivisti (Eigenbezeichnung) von FfF Passau besetzten, nachdem sie in einem organisatorisch perfekt ausgeklügelten Husarenstück mehrere Polizisti (Zitat FfF Passau) örtlich in die Irre geführt hatten, wieder zwei Bäume – diesmal an der Ortspitze. Der erwünschte Groundsupport (Zitat FfF Passau) hatte sich am späten Vormittag noch nicht eingestellt.

Die Tatsache, dass vier junge Menschen in einem Baum sitzen, wurde von Presse, Politik und Social-Media-Kommentatoren bisher sehr emotional und aufgewühlt begleitet. Im Folgenden ein paar im Original zitierte Beispiele.

"Klimaretter", Hubert J. Denk aus Passau

"Extremisten", Andi Scheuer aus Passau

"Sitzen lassen und aushungern!!!", Edwin Loizenbauer aus Facebook

"Runterschneiden geht schneller und jeder 1000euro schdrafe dan haben alle was", Daniel Reif aus Facebook

"Zents in baum an de kemmand scha oba",
Sebastian Fischer aus Facebook

"Ganz einfach die haben 10 Minuten Zeit vom Baum zu kommen. Dann hole ich meinen Gartenschlauch .. Schütze nur mein Eigentum.", Rudolf Gerhard Wintersberger, Eigentümer der Ortspitze (unüberprüft)

"ab durchs agregat vom harvester", Julian Leitner aus Facebook

"da kann man mal sehen, wie viel Zeit diese nutzlosen links-grünen Ökospinner auf Kosten der Gemeinschaft haben. Ein Wasserwerfer und Ruhe ist.", Klaus-Peter Schäfer aus Facebook

"Ich würde mit Stihl oder husquana kommen gleich wäre ruhe", Tobias Ackermann aus Facebook

"Aufn Baum verhungern lassen das Asoziale Pack", Anton Liebl aus Facebook

"Aktivisti aller Länder! Lasst Die Bäume in Ruhe und besetzt Facebook!", Präsident von Wahlinfo-Passau


Mittwoch, 21. April 2021

Rubrik: Besser gendern mit Wahlinfo-Passau

Nachdem wir als feministischer Internetblog seit Kurzem auch eine Soko "Gender-Verbrechen" betreiben, die Tag und Nacht nach falsch oder gar nicht gegenderten Plural- oder sonstigen Wortkonstruktionen fahndet, sind wir aktuell in einem sehr prominenten und damit um so erschreckenderen Fall fündig geworden.

Über die Überschrift in der PNP "Baerbock als Kanzlerkandidatin der Grünen nominiert" mussten wir zunächst noch schmunzeln. Typisch bayerische Provinzjournalierende – die können nicht mal richtig gendern. In der weiteren Recherche waren wir dann endgültig geschockt. Nicht nur bei den politisch stets korrekten Spiegel-Kolumnist°innen, nein auch bei den links-feministischen taz-Kolleg;-)innen, bei den neoliberal-reaktionären FAZ-Chauvinist+innen sowieso – überall stand dasselbe: "Baerbock wird Kanzlerkandidatin."

Liebe Journalist§innen – was soll das? Jetzt haben wir seit über 15 Jahren eine KanzlerIN und Baerbock will jetzt auf einmal Kanzler werden? Nein, sicher nicht! Baerbock ist KanzlerINkandidatin. Und zwar definitiv Kanzlerinkandidatin und nicht Kanzler:innenkandidatin, weil sie ja nicht entweder Kanzler oder Kanzlerin, sondern ganz bestimmt Kanzlerin werden will. (zur richtigen, fallspezifischen Verwendung von Kanzler:innenkandidatin später mehr)

Wir erhofften uns Bestätigung und Klärung auf der Homepage der Grünen. Wenn einer gendern kann, dann die besserverdienenden Lastenradfahrenden. Weit gefehlt. Zitat: "Annalena Baerbock ist die grüne Kanzlerkandidat:in zur Bundestagswahl 2021." Wie bitte? Kanzlerkandidat:in? Bei Annalena Baerbock handelt es sich – soweit bekannt – um eine einzelne weibliche Person. Warum ist sie dann nicht Kandidatin? Wenn sie Kanzlerkandidat:in ist, bedeutet das doch wohl, dass sie sich ihres Geschlechtes nicht sicher ist oder sich auf keines festlegen will, aber trotzdem weiß, dass sie ein männlicher Kanzler werden will. Sonst wäre sie ja wohl (siehe oben) Kanzlerinkandidatin.

Bisher war ja alles ziemlich einleuchtend, – wie immer hier – gut erklärt und bereits für Gender-Anfänger@innen geeignet. Nun aber folgt die Lektion für Fortgeschrittene. Nehmen wir an, Baerbock und Laschet (vielleicht auch Scholz, aber warum eigentlich) sind bei Markus Lanz, einem weißen alten Mann und Gender-Anfänger eingeladen. Der Moderierende könnte es sich jetzt leicht machen und den CDU-Kanzlerkandidaten und die grüne Kanzlerinkandidatin begrüßen. Aber mit solcherlei Notbehelfen lernen wir richtiges Durchgendern nie. Also wird Lanz sagen: "Ich begrüße herzlich die Kanzler:innenkandidat:innen von CDU und Grünen gemeinsam mit ihren beiden Kanzler:innenkandidat:innenehepartner:innen." Dabei macht er bei jedem Doppelpunkt eine kurze hörbare Pause. Ist nicht schwer, tut nicht weh, kann jeder lernen – wenn er guten Willens ist.

Laschet sei Dank wird ja aus der Kanzlerinkandidatin Baerbock die nächste deutsche Bundeskanzlerin. Dann wird hoffentlich in Berlin mal richtig durchgegendert und baldmöglichst auch ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie demütigend, erniedrigend und entwertend es für Frauen sein muss, mit Familiennamen wie männliche Tiere zu heißen. Es gibt noch viel zu tun, Frau Baerinziege!





Freitag, 16. April 2021

Ich kann nur hoffen, dieses "Fakes" werden von allen als solche erkannt

Gäbe es jemanden, der die folgenden Zeilen ernst meinte, müsste er so dumm sein, dass er gar nicht lesen und schreiben kann. Somit kann es sich nur um die genialste Meta-Satire seit langem handeln. 






Montag, 12. April 2021

Andreas Scheuer: „Ich bin auch nur ein Mensch mit kleinem Doktor“

Nach dem – wie immer von den Russen oder sonst wem bezahlten – AmSonntag-Interview vom 11. April 2021 spricht der Verkehrsminister hier bei Wahlinfo-Passau erstmals ehrlich und schonungslos offen wie noch nie über Erfolge, große Erfolge, die Neidhammel von der Linkspresse, die ihm seine extremen Erfolge nicht gönnen, die anderen Vollpfosten, Quotenweiber und Homos im Kabinett und seine gigantischen, visionären Pläne für die Zukunft − er wird selbstverständlich ("Was für eine arschblöde Frage") auch nach der Bundestagswahl mitregieren. 

Wahlinfo-Passau: Andi, wir kennen uns ja schon seit einiger Zeit, ich darf Dich doch Andi nennen?

Scheuer: Einen Scheißdreck dürfen Sie. Ich werd doch nicht extra Bundesminister, nachdem mir die linke Hetzpresse meinen Doktortitel weggeshitstormt hat, damit mich dann ein völlig bedeutungsloser Internet-Troll Andi nennt.

Herr Bundesminister, Sie haben es bereits erwähnt: Obwohl Sie sicherlich einer der begabtesten und erfolgreichsten Minister im Kabinett Merkel sind, werden Sie von der Lügenpresse seit Beginn Ihrer Amtszeit mit Spott, Häme und völlig substanzloser und auf Lügen basierender Kritik überzogen. Haben Sie da überhaupt noch Lust auf Politik? 

Auf jeden Fall − ich habe ja noch viel vor! Die Budgets müssen raus. Und ganz ehrlich – wer solls denn machen außer mir? Eine von den Flintenweibern, einer von den grünen Tempolimit-Fantasten oder vielleicht der Blümchen Markus? (Schlägt sich lachend auf die Oberschenkel)

Wird es also wieder einen Minister Scheuer geben? 

Haben Sie jetzt nicht zugehört oder sind Sie ein bisschen dumm? Natürlich wird ein Andreas Scheuer wieder Minister. Ich sage Ihnen sogar folgendes: Sollte mich Markus, äh, sollte mich der zukünftige Bundeskanzler eher im Außen-, im Finanz- oder im Wirtschaftsressort sehen, werde ich wahrscheinlich sogar darum bitten, mich im Verkehrsministerium zu belassen. Es ist noch so viel zu tun. Wir haben viel zu viele Autobahnen, wo Du schwerlich über 250 fahren kannst – nicht nur wegen der ganzen Grattler, die mit ihren 120-PS-Autos auf der linken Spur rumstehen, nein auch wegen der schlechten Straßen. Da gehören mal Milliarden investiert in eine ordentliche Infrastruktur. Freie Fahrt für freie Bürger! Und im Vertrauen: So viele Ministerien, wo Du 28 Milliarden zum Verbraten hast, gibts nämlich gar nicht. Nein, ich leg mich fest: Ich bleibe Verkehrsminister. Dass man Wirtschaft und Energie noch bei mir angliedert – darüber könnte man sprechen.

Das leidige Thema Maut: Dafür mussten Sie medial und politisch – völlig zu Unrecht – viel Prügel einstecken und stehen bis heute „unter Beschuss“ der missgünstigen Neider. Belastet das auch eine Lichtgestalt persönlich?

Ja klar, massiv! Das geht selbst einem Andreas Scheuer persönlich sehr nahe und geht auch ganz tief. Irgendwie bin ich ja auch nur ein Mensch – wenn auch kein gewöhnlicher. Und die Maut, also nicht die Maut, sondern die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, war natürlich ganz großer Bullshit. Schauen Sie mal, wer da drin sitzt in diesem Gerichtshof. Litauer, Malteser, Zyprioten, Holländer, Polen, Portugiesen und, ha ha, Österreicher! Muss ich da mehr sagen? Fakt ist: Ich habe als Minister ein Gesetz umsetzen müssen. Das habe ich wie immer astrein gemacht und diese Richter haben uns das nicht gegönnt. Und dieser angebliche Schaden, der entstanden sein soll – das müssen die erst mal beweisen. Ich hab Ihnen gerade mein Budget genannt. Das zahl ich notfalls aus der Strafzettelkasse. 

Sie wollen kommenden Samstag in Passau wieder in Ihrem Wahlkreis als Direktkandidat für den Bundestag aufgestellt werden. Glauben Sie, dass die Mautgeschichte und andere Missverständnisse die Delegierten in ihrer Entscheidung beeinflussen könnten?

Hä? Ich verstehe die Frage nicht.

Nun, denken Sie, dass Ihnen der angebliche und von Saboteuren böswillig konstruierte, sogenannte Mautskandal schaden könnte?

Ach so, ha ha ha, nein, natürlich nicht. In welchem Film leben Sie denn? Wir sind hier bei der CSU in Dunkel-, äh, Niederbayern.

Und wie klappt so eine Beziehung privat? Sie sind ja als Minister 24 Stunden und 365 Tage im Jahr im Dienst für Volk und Vaterland unterwegs. 

Grundsätzlich: Privat bleibt privat. Nur so viel: Sie können mich nachts um drei aufwecken und ich kann Ihnen den Vornamen meiner aktuellen Bekannten nennen.

Geschätzter Herr Bundesminister, was kommt nach der Politik? Haben Sie einen Plan B? Glauben Sie nicht, dass große und erfolgreiche deutsche Unternehmen in der freien Wirtschaft dringend einen Mann mit Ihren Fähigkeiten und von Ihrem Format benötigen?

Es gibt keinen Plan B. Wie gesagt: In der nächsten Legislaturperiode werde ich Verkehrs- oder Superminister. Das mit dem Bedarf in der freien Wirtschaft stimmt zwar, aber ich kann leider nicht überall sein. Und sag doch nicht immer "Herr Bundesminister" zu mir. Ich bin der Andi.

Danke Andi, vielen Dank fürs Gespräch.

Gerne, ich helfe, wo ich kann. (Tätschelt mir zum Abschied die Wange)

 


Freitag, 2. April 2021

Risus paschalis – Humor ist, wenn man trotzdem lacht.


Weltpremiere: Der Osterwitz 2021 von Bischof Stefan Osterwitz – bereits am Karfreitag als Preview hier

Exklusive Vorveröffentlichung auf Wahlinfo-Passau, nachdem wir uns vom Bistum Passau die Übertragungsrechte im Bieterverfahren vor kath.net und gloria.tv gesichert haben.

Achtung: Wie bei jeder Äußerung von Bischof Stefan Oster handelt es sich bei diesem Video um Satire.





Dienstag, 9. März 2021

Samstag, 2. Januar 2021

Der Asylant, Teil 2

Teil 1 lesen Sie unter diesem Beitrag.

1. Januar 2021, 1 Uhr 25. Der Passauer Stadtbrandrat Andreas Dittlmann ist gerade von einem Feuerwehreinsatz zurückgekehrt, als das Mobiltelefon einen anonymen Anruf meldet.

Telefon (spielt ein Lied als Klingelton): "Alarm, es kommt ein Notruf an. Feuerwehrmann Sam ist unser Mann. Ganz egal, was auch passiert, er bleibt ruhig und konzen.."

Dittlmann: Na sauber. "Anonym" mitten in der Nacht. Hallo?

OB: Herr Dittlmann, hallo? Hier ist Dupper.

Dittlmann: Welcher Dupper?

OB (zu sich selbst): Ich habs gwusst, dass mich der gleich wieder nervt. (Zu Dittlmann:) Gute Frage, Herr Dittlmann. Was glauben Sie? Dass Sie in der Silvesternacht um halb zwei Uhr früh der Leiter des Sozialamts Dupper oder vielleicht doch der OB Dupper anruft? Na?

Dittlmann: Dann rufens mich halt bittschön mitten in der Nacht nicht mit "anonym" an. Des wär echt nett. Warum rufens denn überhaupt an? Habens an Zimmerbrand? 112.

OB: Ich rufe Sie in Ihrer Eigenschaft als erfahrener Krisenmanager und Stadtbrand..., ähhh...

Dittlmann: ... dings. 

OB: Egal, als Stadtbranddirektor an.

Dittlmann: Ja, egal. Stadtbrandrat heißts.

OB: Gut, ich merks mir jetzt. Aber wir haben echt andere Sorgen, lieber Herr Stadtbrandrat.

Dittlmann: Ich war gerade im Einsatz. Alle Straßen sind frei, das Rathaus brennt nicht, die Donau hat 4 Meter 25, der Inn 1 Meter 36, im Krankenhaus gibts heute keine akute Verschlechterung der Lage und die Passauer CSU liegt absehbar weiterhin am Boden. Ich wüsste nicht, was wir zwei für gemeinsame Sorgen hätten.

OB: Dann hörens jetzt bitte zu. Mich hat gerade der Söder angerufen.

Dittlmann: Welcher Söder?

OB: Herr Dittlmann, auch wenn Sie sich noch so viel Mühe geben – Sie sind nicht witzig. Also... Mich hat der Ministerpräsident angerufen, weil Donald Trump in Bayern politisches Asyl beantragt hat. Und den Irren will er uns jetzt aufs Auge drücken, weil wir die besten Krisenmanager in Bayern sind. (Pause) Oder – ehrlich gesagt – weil er ihn so weit wie möglich von München weghaben will.

Dittlmann: Eine verrückte Nacht ist das. Mich hat vorher die Bundeskanzlerin angerufen und mich gefragt, ob ich Bundesverkehrsminister werden will. Sachen gibts.

OB (atmet laut und hörbar): Herr Dittlmann, ich hab jetzt nicht die Nerven für Ihr blödes Gschmatz.

Dittlmann: Ich hab zwar gute Nerven, aber nur weil Sie vom Böhmermann oder irgendwem von der heute-show angerufen werden, müssen Sie mir nicht die Nachtruhe stören.

OB: Ich sag das jetzt nur ein einziges Mal. Erstens, es war der Söder. Der hat Sachen gewusst und gesagt, die weiß keiner von diesen Fernsehkasperln. Zweitens ist der Söder demnächst im Rathaus, wo wir jetzt eine Sondersitzung einberufen. Um Aufhebung der Ausgangssperre, Beschlussfähigkeit und den ganzen Mist kümmert sich der Söder per Dekret. Drittens rufen Sie jetzt bitte die Fraktionsvorsitzenden und noch so viele Hanseln, wie Ihnen einfallen, an und beordern sie ins Rathaus. Bürgermeister und SPD mach ich. Die von der CSU sind angeblich schon informiert. Und während Sie das, viertens, tun, fahren Sie gleich mal mit Tatütata ins Rathaus. Bitte, Herr Dittlmann, helfens mir.

Dittlmann: Den Mangold ruf ich nicht an. Außerdem hat der sein Nokia 6310 nachts in der Bleikiste.

OB: Des delegier ich, der kriegt ein Telegramm. Bis gleich.

1. Januar 2021, 2 Uhr 10. Als Oberbürgermeister Jürgen Dupper in die Schrottgasse einbiegt, stehen vorm Haupteingang des Rathauses bereits ein weißer SUV mit eingeschaltetem Blaulicht sowie drei schwarze Limousinen, zwei davon ebenfalls mit Blaulicht. Eine Gruppe von ca. 15 Personen steht flüsternd auf der Straße. Dupper parkt sein Auto und geht auf die Wartenden zu.

OB: Guten Morgen. Dankschön fürs Kommen. Gehen wir nauf.

Söder (aus seinem Wagen steigend): Lieber Herr Dubber, liebe Funktionsträger, liebe Stadträtinnen und Stadträte. Vielen herzlichen Dank schon mal vorweg.

OB: Grüß Gott, Herr Ministerpräsident. Gehen wir nauf.

Die Menge versammelt sich im großen Rathaussaal. Ministerpräsident Söder, OB Dupper, die zahlreichen Bürgermeister und Stadtbrandrat Dittlmann nehmen auf dem Podium Platz. Der Rest verteilt sich auf den Stühlen, während immer wieder Neuankömmlinge den Rathaussaal betreten.

Dittlmann: Ich glaub, heut werden wir zum ersten Mal vollzählig.

Söder (zu Dupper gewandt): Soll ich mich vielleicht noch schnell ins goldene Buch eintragen? Mach ich gern.

OB (winkt ab): Wegen mir nicht.

Dickl: Aber das wär doch eine gute Gelegenheit.

OB: Nein. Keine – Gute – Gelegenheit. Guat is. Herr Ministerpräsident, wenn Sie bitte anfangen würden.

Dickl: Ich schau mal, ob ichs find.

OB (barsch): Hinsetzen!

Söder: Meine sehr verehrten...

Mangold (eilt bei der Tür herein und rennt aufs Podium): Warum werde ich so spät informiert? Das ist doch Absicht.

OB (sieht Mangold mit zusammengekniffenen Augen an und deutet mit dem Zeigefinger zu den Stuhlreihen im Saal): Wenn Sie bitte da unten Platz nehmen wollen, Herr Stadtrat.

Mangold: Und der Ditt...?

OB: Sprech ich so undeutlich? Hinsetzen! Da unten! (Zu Söder:) Bitte, Herr Ministerpräsident.

Söder: Vielen Dank. Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Stadträtinnen und Stadträte. Sie sind alle bereits über den Grund unseres etwas surrealen Zusammentreffens informiert worden. Der noch amtierende US-Präsident Trump hat in Bayern politisches Asyl beantragt, weil er sich vom neugewählten Präsidenten politisch verfolgt fühlt. Ich habe bereits beim Herrn Oberbürgermeister vorgefühlt, ob denn eine – zumindest vorläufige – Unterbringung von Herrn Trump in Passau denkbar wäre. Selbstverständlich würde Passau im Gegenzug eine Fülle von Ausgleichsleistungen erhalten. Ich denke...

Mangold: Das kommt überhaupt nicht in Frage. Der weltgrößte Klimazerstörer der vergangenen Jahre hat hier bei uns nichts verloren.

Söder (leise zu Dupper): Wer isn er?

OB (halblaut zurück): Ein Stadtrat. Von der ÖDP. 

Söder: ÖDP? Was isn des?

OB: Egal.

Auer: Sagens mir bitte, Herr Oberbürgermeister, dass das nicht Ihr Ernst ist! Sie wollen uns doch nicht den Inbegriff des rassistischen, klimawandelleugnenden, minderheits- und frauenfeindlichen alten weißen Mannes nach Passau holen? (Leise zu sich selbst:) Soiche ham ma hier scho gnua.

Kapfer: Herr Ministerpräsident, was muss ich mir da unter diesen Ausgleichsleistungen vorstellen?

Söder (lächelnd beide Hände hebend): Ich versichere Ihnen, dass da viele Ihrer Wünsche in Erfüllung gehen werden. Da können Sie Ihre Phantasie gaaaanz weit schweifen lassen. Im Übrigen ist ja bekannt, dass ich ein großer Freund einer Uniklinik Bassau, jawoll, und zwar einer Uniklinik Bassau mit allen Schigganen bin.

Flisek (zischt zu Rother): Protokolliert den ganzen Irrsinn eigentlich irgendwer mit?

Rother streckt den Daumen hoch und deutet dann mit demselben auf seine Brust.

Flisek: Jetzt mal eine nicht ganz unberechtigte Frage an die Kolleginnen und Kollegen hier. Sollten wir uns nicht ganz bald – nur für den Fall, dass wir ja sagen – überlegen, wo wir den unterbringen? Den will ja keiner in der Nachbarschaft, geschweige denn im Haus haben.

Söder: Sehr gut. Der Kollege Flisek, wie ich ihn kenne – als scharfsinnigen Pragmaddigger. Reden wir doch mal über die Unterbringung. (Sieht auf die Uhr) Viel Zeit haben wir ja nicht mehr.

Dittlmann: Warum? Haben Sie den unten im Auto sitzen?

Söder: Ha ha, sehr gut, Herr Stadtbrandmeister. Na, des nedd grad. Aber der Präsident landet in wenigen Stunden am Eff Tschej Ess.

Erika: Eff Tschej Ess?

Putzke (den Saal betretend): Franz-Josef-Strauß-Airport. Der Herr Ministerpräsident, hallo Markus, sagt das wohl in Analogie zum, auch im allgemeinen Sprachgebrauch verwendeten, Kürzel JFK, was ja eigentlich der IATA-Code des großen New Yorker Flughafens ist. Insofern stimmts ja doch wieder nicht, weil der IATA-Code von München eigentlich MUC ist. Hmmm. Vielleicht wollte der Ministerpräsident ja nur seine Weltläufigkeit demonstrieren oder...

Erika: ... er spinnt halt einfach.

Dickl (auf Putzke starrend): Wos, wos... wos will denn der do? (Zu Dupper gewandt:) Der hat hier nix verloren.

OB: Herr Professor Putzke, es wäre mir neu, dass Sie hier in meiner, ähhh, unserer Stadt Stadtrat wären.

Putzke (vergnügt): Herr Oberbürgermeister, jetzt seien Sie mal nicht päpstlicher als der Papst. Gerade beginnt der erste Tag des Jahres. In diesem Jahr kann noch sehr viel passieren. Den Putzke in seinem Lauf halten weder Freund noch Dickl auf.

Söder: Jetzt lassens ihn halt, Herr Dubber. Immerhin ist er ja Kreisvorsitzender der...

OB: Meinetwegen ist er Landesvorsitzender – von was auch immer. Das geht mich nichts an und könnte mir nicht egaler sein.

Söder: Dubber! Der Herr Putzke hat uns aber auch was mitgebracht. Erzähl doch mal, Holm.

Putzke: Genau! Danke, Markus! Während Sie hier alle – wie seit jeher – die Zeit mit sinnlosen Debatten verschwenden, habe ich meine Hausaufgaben gemacht. (Hebt einen dicken Stapel Papier hoch) Hier sehen Sie meine – äußerst brillanten – Vorschläge auf 67 Seiten, wie, wo und zu welchen Bedingungen der demnächst emeritierte US-Präsident Trump in Passau untergebracht werden könnte. Leider hatte ich keine Zeit mehr, das Programm für Sie alle auszudrucken. Sie finden es allerdings bereits auf meiner Facebook- und Instagramseite, die beide – und das sage ich in aller Bescheidenheit – ohnehin einen Besuch wert sind.

Erika: Lauter Narrische. Normalerweise an Silvester, wenn alle bsoffen sind, is's net so schlimm.

Dickl (flüstert vor sich hin): Der blöde Hund stiehlt schon wieder jedem die Schau.

OB: Danke für Ihre Bemühungen, Herr Putzke, ich würde Sie bitten, sich jetzt einfach auch hinzusetzen und sich in üblichem und adäquatem Umfang an der Debatte zu beteiligen. Danke.

Flisek: Ähhh. Da ist jetzt wegen dieser netten Showeinlage eine Kleinigkeit untergegangen. Hab ich das richtig verstanden? Trump landet in wenigen Stunden?

Söder: Exakt, Kollege Flisek, gut aufgepasst – wie immer.

Dittlmann: Und dann? Dann kommt er zu uns und schlaft erst amal bei ... der Erika? Die hat Platz und ein großes Herz.

Erika: Ja, ha ha, bestimmt. I hob am Lukaschenko auch schon absagen müssen, weil alles der Assad reserviert hat.

OB: Soll er halt beim Problembä..., beim Problemlöser schlafen, oder Herr Putzke?

Putzke: Paperlapapp. Lesen Sie einfach mein Papier

Dittlmann: Ich weiß es! Wer hilft selbstlos den Verfolgten, gewährt aus Barmherzigkeit Unterschlupf und hat außerdem noch jede Menge Platz in leerstehenden Luxusimmobilien?

Flisek deutet nach hinten über die Schulter Richtung Dom.

Dittlmann: Genau.

OB: Der Bischof. Markus, Du bist doch der Visitenonkel vom Oster. Ruf den an!

Söder: Was? Was bin ich?

OB: Nicht Sie. Der Sturm Markus, unser Fraktionschef.

Sturm: Und was soll ich dem sagen?

OB: Sagst ihm, dass ein Mann aus bestem Hause in seiner Heimat wegen seiner Überzeugungen politisch verfolgt wird und kurzfristig Schutz und Unterbringung braucht. Ruf an. Gleich!

Markus Sturm geht mit seinem Telefon in den hinteren Teil des Raumes. Nach wenigen Sekunden hört man ihn leise sprechen.

Sturm (laut zum Plenum gewandt): Wie viel Platz der Asylsuchende denn bräuchte?

OB: Irgendwas Großes. Was halt leer steht.

Sturm (nach Rücksprache): Da hamma mehra.

Dittlmann: St. Max oder Pindlhaus. Luxusstandard sollt schon sein.

Sturm (nach Rücksprache): Warum wird er denn politisch verfolgt?

Flisek: Er ist gläubiger Christ, engagiert sich als Lebensschützer, ist gegen Homosexuellenehe, ist für das klassische Familienbild, hält Atheisten für schwere Sünder und hört gerne mitreißenden Predigern zu. Und das ist nur ein Teil seiner wunderbaren Persönlichkeit.

Sturm flüstert drei Minuten ins Telefon und kommt dann strahlend zurück.

Sturm (den rechten Arm hochreißend): Er nimmt ihn.

Alle jubeln.

Sturm: Exzellenz wollte wissen, wer es denn ist. Da hab ich gesagt, das unterliegt noch der Geheimhaltung, aber es wäre ein Mensch, der wegen dem, was er glaubt, verfolgt wird.

Alle jubeln.

Dittlmann: St. Max oder Pindl?

Sturm: Er nimmt ihn erstmal zu sich in die WG auf. Da ist noch was frei.

Alle jubeln.

OB: Handzeichen bitte. (Sieht in die Runde) Ohne Gegenstimme beschlossen. Der Freistaat Bayern, hier vertreten durch Ministerpräsident Markus Söder, kümmert sich um Donald Trump bis zur Ankunft am Passauer Domplatz. Empfang und Übergabe an Bischof Oster organisiert bischöflicher Visitations..., äh, ... dings Markus Sturm. Und noch eine Bitte, Markus und Markus! Ganz wichtig!

Söder: Was denn?

Sturm: Ja?

OB: Erzählts dem Trump nicht, dass der Bischof Katholik ist – die mag er nämlich nicht. Ein gutes Neues Jahr. Die Sitzung ist beendet.