Sonntag, 15. März 2026

Das Oberbürgermeister-Duell

Die beiden sind keine Feinde. Man darf sogar sagen, dass Andreas Rother (SPD) und Armin Dickl (CSU) sich mögen, also zumindest nicht hassen. Sie tun sich nichts, also nicht physisch. Am 22. März gehen sie als OB-Kandidaten in die Stichwahl. Und bei einer Stichwahl hört die Freundschaft auf, sogar die Nicht-Feindschaft – das war schon immer so. Für das Passauer Gespräch haben sie sich an einen Tisch gesetzt – das hat gerade noch mal funktioniert, aber die letzte Woche ist immer die längste.

Was finden Sie an Ihrem Kontrahenten gut?

Andreas Rother: Gut ist, dass wir miteinander reden können. Also vor allem der Armin kann wahnsinnig gut reden, ganz besonders Geschichten erzählen. Da staune ich oft – und nicht nur ich.

Armin Dickl: Das kann ich nur unterschreiben. Wenn ich was erzähle, hört mir der Andi immer ganz andächtig zu. Ich glaube, ein bisschen bewundert er mich insgeheim.

Warum sind Sie trotzdem besser für das OB-Amt geeignet als Ihr Gegenüber?

Dickl: Mit 43 Jahren bin ich als Familienvater in der Gesellschaft und in Passau verankert. Das sind Attribute, die für uns beide zutreffen. Also das sage ich jetzt zumindest mal aus Fairnessgründen so. (grinst) Aus meiner enormen beruflichen Erfahrung heraus habe ich viel mit den Themen Mitarbeiterführung und -motivation zu tun. Ich darf viele Unternehmen im öffentlichen Dienst und in der Privatwirtschaft in genau diesem Bereich begleiten. Das ist meine berufliche Passion. 

Rother: Bei mir ist der Vorteil, dass ich das alles in der Praxis und wirklich mache.

Dickl: Hä, was? Ich doch auch! Vollgas! Safe!

Rother: Ja, ja, Du auch, safe. Ich führe wirklich ein Unternehmen, ich habe wirklich jeden Tag mit Menschen zu tun, mit denen ich gemeinsam etwas entwickeln und den Betrieb gestalten will. Ich habe mir das nicht von ChatGPT zusammenschustern lassen. So ist es im Rathaus auch. Netzwerken ist etwas, was ich lebe. Und ich kenne keine Berührungsängste, ich kann und möchte mit jedem reden, der Passau vorwärtsbringt. Und ich bin kein typischer Parteipolitiker. Ich will möglichst viele unter einen Hut bringen.

Dickl: Eine Stadtverwaltung und das Personal in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen kann man aber nicht wirklich vergleichen. Es wäre schön, wenn man privatwirtschaftliche Strukturen einführen könnte. Ich bin ja auch Unternehmer und betreibe mit dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal. Dort beschäftigen wir 28 Mitarbeiter, mindestens – glaube ich. Ich bin wirklich der Chef von denen, so richtig voll der Chef.

Rother: Ich dachte, Du machst gar nichts? Wegen der Wahl? Also Urlaub oder stempeln oder was weiß ich.

Dickl: (stampft vor Wut mit dem Fuß auf dem Boden auf) Das hat Dir der Teufel gesagt! Und es ist eine Lüge! Du glaubst mir wohl auch nicht, dass ich einmal auf einer Kanonenkugel nach München geflogen bin und dass ich mich damals an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen habe?

Ist ja gut, ruhig jetzt! Wo sehen Sie die gravierendsten Unterschiede zwischen Ihren Positionen?

Rother: Die Achleiten-Brücke ist Nonsens. Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Brückenvariante, die jetzt zur Diskussion steht, auf beiden Seiten 2013 im Hochwasserbereich gewesen wäre. Grundsätzlich wäre es natürlich nicht schlecht, wenn man so eine Brücke hätte. Aber sie kann uns im Moment nicht beschäftigen, weil wir andere Baustellen haben. Und wir können uns so eine Brücke aktuell definitiv nicht leisten.

Dickl: Das sehe ich anders. Ich glaube, dass man sie sich leisten können muss. Wir sollten uns in Zukunft mehr darüber unterhalten, wie wir zusätzliche Euros einnehmen, und nicht darüber, was wir uns nicht leisten können. Die paar Millionen hole ich mir bei meinen Buddies an den Schaltstellen der Macht. Ich bin vernetzt. München, Berlin, Brüssel, New York, Rio, Tokio. Ich bin Unternehmer, ich bin Unternehmensberater, ich bin Unternehmensberater-Chef.

Der ÖPNV hängt auch davon ab, ob die Stadtwerke wieder auf die Füße kommen. Sind Sie sich über die Vorgehensweise einig?

Dickl: Für mich ist das so sicher wie das Amen in der Kirche: Einen für die Versorgung zentralen Dienstleister kann man nicht ausschalten. Der muss erhalten bleiben.

Rother: Definitiv. Die Stadtwerke gehören zu Passau. Wenn man die zwei defizitären Bereiche „ÖPNV“ und „peb“ ausklammert, dann schreiben die Stadtwerke nach wie vor positive Zahlen.

Dickl: Andi, Andi, wie immer zu kurz gedacht, Ihr Sozis. Da vergisst du aber den Investitionsstau, Andi. Das kann man so nicht sagen. Die Stadtwerke werden extrem viel investieren müssen, um alles aufrechtzuerhalten. Ich kenn mich da aus. Da werden zwar Tankgutscheine nicht reichen, aber ich wuppe das. 
Ich habe mich selbst schon mehrfach an den Haaren aus dem Sumpf gezogen – der Asenbauer war dabei, der ist Zeuge.

Müsste dafür also mindestens eine der beiden defizitären Sparten ausgegliedert werden?

Rother: Man muss beide optimieren. Und der ÖPNV muss schon deshalb überdacht werden, weil er ein Defizit von 8 Millionen aufweist. Das können wir uns auf Dauer nicht leisten. Also müssen wir optimieren. 

Dickl: Du musst nicht nur die fragen, die mit dem Bus fahren, sondern auch die, die bisher nicht mit dem Bus fahren. Also ich zum Beispiel. Ich bin ja Unternehmensberater-Chef. Ich fahr doch nicht mit dem Bus. Da fahren ja nur Grattler. Der Asenbauer fährt übrigens auch nicht Bus.

Rother: Was heißt das?

Dickl: Ich mach das jetzt in den ersten sechs Monaten gleich mit Smart City. Dann flutscht das mit den Ampelschaltungen. Ich und meine Freunde, wir haben nicht so viel Zeit, wir sind alle Unternehmer oder Unternehmensberater oder beides. Grüne Welle für alle, verstehst? Egal ob Audi, BMW oder Mercedes. Den Bus wird dann kaum mehr jemand brauchen. Punkt zwei: Es sollten nur Leute in den Aufsichtsrat der Stadtwerke, die eine entsprechende Qualifikation haben. Also nur Unternehmensberater, hilfsweise Leute, die eine kaufmännische oder juristische Fachausbildung haben. Keine Brillenverkäufer oder sowas. Sonst kommen wir da nicht weiter.

Rother: Das wird mit jetzt bald zu blöd.

Eine Seilbahn?

Rother: Ja gern, wenn ein Privater sie baut und betreibt.

Dickl: Ihr seid leider alle keine Visionäre. Das Geld ist ja nicht weg, es ist halt nur noch nicht da. Lasst mich mal machen, ich habe Kontakte und Netzwerke.... (Bullshit Bingo, Bullshit Bingo, Bullshit Bingo) Unternehmensberater... (Bullshit Bingo, Bullshit Bingo, Bullshit Bingo) 

Rother: Da fällt mir jetzt leider gerade nichts mehr ein.

Herr Rother, Herr Dickl, vielen Dank fürs Gespräch!









Montag, 9. März 2026

Donnerstag, 5. März 2026

Endspurt

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick März 2026

Stichwahl für alle!                                                                        

 

Ich habe in den letzten Tagen ein paar schöne Politikerinnen-Zitate in der PNP gesammelt. Der Wahlsonntag soll zum Beispiel zum „Wählt-Frauen-Tag“ werden. „Votes for Women“, sagt Ilse Aigner. „Passauer Politikerinnen wünschen sich mehr Stadträtinnen.“ Der 8. März sei eben auch Weltfrauentag, deshalb „sollten Frauen auch Frauen wählen.“ Genau. Frauen sollen Frauen wählen und Männer sollen Männer wählen. Dann passt’s ja wieder. Ich habe übrigens auch schon einmal Frauen gewählt, aber nicht, weil sie Frauen waren. Den Witz mit der dringlichen Quote für Nonbinäre spare ich mir heute, sonst werfen mir die Anti-Alte-Weiße-Männer-Aktivisten wieder virtuell die Fensterscheiben ein.

 

Bleiben wir politisch korrekt. Es fanden in den letzten Wochen mehrere Podiumsdiskussionen mit OB-Kandidaten statt, wobei ich gleich bei der ersten den unverzeihlichen Fehler machte, sie zu besuchen. Eine Moderation fand trotz Anwesenheit eines sogenannten Moderators nicht statt. Der besser so zu bezeichnende Fragenvorleser versuchte nicht einmal zu moderieren und ließ die Kandidaten ungestört inhaltsleere Worthülsen und oftmals wahrheitsferne Aussagen vortragen. Nachfrage: Fehlanzeige. Frage: Was ist Ihr Lieblingsbuch? Antwort: Schweinsbraten. Ah, danke, sehr interessant. 

 

Auch wenn mir berichtet wurde, dass die beiden Schülerinnen in Niedernburg ihre Moderatorinnen-Sache wesentlich besser machten als der „Profi“ von der Heimatzeitung, musste man bei der einzigen Veranstaltung, die nicht in kirchlichen Räumen (warum eigentlich?), sondern im Wirtshaus stattfand, feststellen, dass man auch als Wirtschaftsprofessor nicht unbedingt dazu befähigt sein muss, kommunalpolitische Themen zu moderieren. Auch hier habe ich nämlich wieder den Fehler gemacht, das Ganze im Livestream zu betrachten und der einzige Höhepunkt, der mir in dreieinhalb qualvollen Stunden in Erinnerung blieb, war der Moment, als Siegfried Kapfer die Linken-Kandidatin „Frau Kolik“ nannte. 

 

Von der ist mir übrigens in Erinnerung geblieben, dass außer den Löhnen alles billiger werden muss, vom Kapfer Siegi, dass wir eh keine Kohle haben und er von allen Kandidaten sowieso der einzige Checker ist. Vilsmeier hätte gerne mehr Bänke in der Fuzo. Mangold hat die Wälder, die Brücken und die Innenstadt vorm Untergang gerettet. Frau Auer wird definitiv Bürgermeisterin – Ranking, Partei und Fraktion noch unklar. Der Holm vom „Team Putzke“ wird in den ersten 100 Tagen alle Passauer Probleme beseitigen und dann geht’s erst richtig los. Dickl macht im Fall eines Wahlsieges ChatGPT zum zweiten Bürgermeister und Andi Rother will auf einmal nicht mehr den Jürgen-Dupper-Ähnlichkeitswettbewerb gewinnen.

 

Am schönsten allerdings ist – und ich weiß nicht, ob es das sonst irgendwo gibt oder schon einmal gegeben hat –, dass von unseren acht Kandidaten mindestens sechs der felsenfesten Überzeugung sind, in die Stichwahl zu kommen. Vielleicht sind es sogar alle acht. Was passiert eigentlich, wenn Kapfer die meisten Stimmen hat, dabei die absolute Mehrheit aber knapp verfehlt und Kolitz und Vilsmeier jeweils exakt 4.321 Stimmen haben und damit auf einem gemeinsamen Platz 2 landen? Bekommen wir dann eine Dreier-Stichwahl? Nein, dann entscheidet tatsächlich das Los. Das Los entscheidet interessanterweise auch bei Stimmengleichheit in der Stichwahl, was allerdings eher selten vorkommen dürfte.

 

Im nächsten Bürgerblick wissen wir dann tatsächlich schon, wer neugewählter Oberbürgermeister von Passau ist, können uns mit der spannenden Frage beschäftigen, wie seine Stellvertreter heißen werden, mit der noch spannenderen, wie viele derer es für eine Gestaltungsmehrheit wohl bedarf und mit der spannendsten überhaupt: Muss nach Scheuer dann auch Waschler über Nacht die Stadt verlassen? Gehen Sie wählen – dann wird alles gut!






Mittwoch, 4. März 2026

Ich würde so gerne wie Mangold aussehen

Letzter Teil der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Andreas Rother


Ob er schon mal mit "Herr Dupper" angesprochen wurde? Andreas Rother lächelt gequält. "Ja, jeden Tag halt. Erst gestern hat wieder jemand in der Fußgängerzone gesagt: Jetzt wird's Zeit, dass' aufhören, Herr Dupper. Alt sans word'n." Nervt einen das nicht manchmal? Rother verdreht die Augen. "Dupper 2008 in der Stichwahl 61 Prozent, 2014 im ersten Wahlgang 65 und 2020 immerhin noch 55 Prozent. Glauben Sie, ich schau freiwillig so aus, wie ich ausschau? Aber wirklich nicht."


Und das war, bzw. ist es ihm wert? "Ja mei, was soll ich denn machen? Passens auf, ein kurzer historischer Abriss seit 1984, also seit 42 Jahren: Hösl, CSU, immer glattrasiert, Amtszeit sechs Jahre, Zankl, CSU, immer glattrasiert, Amtszeit sechs Jahre, Schmöller, SPD, gut genährt und ein nicht mit Worten zu beschreibendes Gestrüpp im Gesicht, Amtszeit zwölf Jahre, Dupper, auch eher stämmig und mit Vollbart auf die Welt gekommen, Amtszeit 18 Jahre. Soll ich mich rasieren und vier Kilo abnehmen, dass ich dann in der Stichwahl gegen das Riesenbaby aus Heining oder das Angeber-Krisperl mit den Sportklamotten verliere?"


Also das Dupper-Mimikry soll tatsächlich die Wahl gewinnen? "Nein, nicht nur. Natürlich nicht. Aber die Tausenden von Dupper-Fans nehme ich natürlich mit, bin aber gleichzeitig der Einzige, der das fundierte Wissen und die Kompetenz besitzt, etwas Neues, Innovatives zu schaffen. Denn in der Vergangenheit war nicht alles toll," gibt er ohne Umschweife zu. Hä, wie jetzt? Hat ihm den Satz die KI von Dickl geschrieben oder wie kommt man auf so einen Quatsch? "Ich hätte manches anders gemacht," betont Rother. Was denn? "Puh, da müsste ich nachdenken. Aber bestimmt irgendwas."


Was macht er denn dann als Oberbürgermeister und was macht er anders als bisher? "Verwaltung und so, direkte Ansprechpartner und so, Infrastruktur für Unternehmer und so, Einkommensteuerumlage und so, Peb und Jugendarbeit bleibt natürlich, Smart City und intelligente Ampelsysteme und – jetzt pass auf, jetzt kommts – eine Kultur des Ermöglichens. Geil, oder?" Ja, sehr geil, vor allem Smart City und intelligente Ampelsysteme. Das dürfte im Wahlkampf fast ein Alleinstellungsmerkmal sein. Haben wir davon noch mehr? Also Alleinstellungsmerkmale?


"Klar, ich bin offen für Neues, ich bin nicht streitsüchtig und ich meine es wirklich ernst mit unserer Stadt. Mein Hobby ist, Zeit mit lieben Menschen verbringen, ich mag Illuminati, Herr der Ringe, Austropop, Blasmusik, Essen und Trinken, doofe Mottos und Jürgen-Dupper-Ähnlichkeits-Wettbewerbe. Haben Sie jetzt verstanden, warum ich Oberbürgermeister werden muss?" Ja, klar. Vielen Dank fürs Gespräch, Jürgen Dickl.









Dienstag, 3. März 2026

Ich verkaufe Geschichten

Teil 7 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Armin Dickl (CSU)


Die Hände aufs Geländer gestützt, blickt Armin Dickl vom Oberhaus auf Passau. „Es ist schon wunderschön hier, gell?“, fragt er. Er deutet auf Mariahilf. "Da dahinter wohne ich. Oder? Egal, ich wohne jedenfalls auch auf einem Berg." Er wendet den Blick Richtung Eisenbahnbrücke und zeigt Richtung Kachlet. "Da irgendwo muss das Rathaus sein. Da wäre ich jetzt schon seit sechs Jahren OB, wenn nicht dieses impertinente Arschloch... Ach, egal. Dafür pack mas jetzt."

Er zeigt mit dem Finger aufs Rathaus. "Schauen Sie, da ist der Dom. Wissen Sie, ich bin gläubiger Katholik. Und wie heißt es schon bei Hesekiel im Alten Testament: "Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen, meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe." Hesekiel, Altes Testament? "Ja, Hesekiel. Das ist doch dieser Ne... dieser Schwarze aus Pulp Fiction."

Als wir das Café betreten, wird an einigen Tischen gekichert. Dickl strahlt. "Schauen Sie, die freuen sich, dass sie mich sehen." Er geht von Tisch zu Tisch, schüttelt die Hände der verdutzten Bus-Touristen aus Hannover und verteilt seine Wahlkampf-Flyer. "Wissen Sie, ich geb' jedem die Hand. Außer dem impertinenten Arschloch und dem Dings." Wir setzen uns an einen Tisch und Dickl bestellt einen Cappuccino. "Aber den echten, prego, mit viel Extra-Sahne." Er sieht mich lächelnd an. "Wissen Sie, ich bin ein echter Feinschmecker und Italien-Fan. Mit meinem Freund Asenbauer koche ich oft Carbonara. Da kommt nur echte italienische Sahne rein."

Nachdem er bei Polizei und Bundeswehr ausgemustert wurde, weil ihm weder Dienstmütze noch Helm passten, nahm er ein BWL-Studium in Deggendorf auf, das er mit dem Angelschein abschloss. Anschließend wurde er sofort Unternehmensberater bei einer Firma, die sich auf Incentives für Mitarbeiter spezialisiert hat. "Arbeitgeber schließen mit uns Verträge und können sich dann aussuchen, welchen Bonus sie gerne hätten. Die geben uns 1.200 Euro und wir geben dann dem Mitarbeiter 1.000 Euro. Cash, bar auf die Hand, ohne Steuer. So ähnlich läuft das, glaube ich. Weil ich mich aber mit Geld nicht so auskenne, bin ich CTO, also Spezialist für Tankgutscheine. Seit 2020 bin ich aber beurlaubt, weil Wahlkampf ist."

Hat Armin Dickl ein Lieblingsbuch? "Ja, freilich. Die Kinderbücher meiner Kinder – als sie eineinhalb waren." Seine Hobbys? "Konfabulation und gute Ausreden." Lieblingsmusik? "'Du bist zu blöd um aus'm Busch zu winken' von Mickie Krause." Sein Motto: "Ich weiß, dass ich nichts weiß." Letzte Frage: Traut sich Armin Dickl den harten Job als Oberbürgermeister zu? "Kennen Sie den Spruch: Unternehmensberater kennen jede Stellung, aber hatten noch niemals Sex? Ich verstehe ihn zwar nicht, aber ich glaube, bei mir ist es andersrum."















Freitag, 27. Februar 2026

Dupper 2.0

Teil 6 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Stefanie Auer (Grüne)

Mit 39 Jahren ist Stefanie Auer im aktuellen Stadtrat die jüngste Frau – und sie findet das gar nicht gut.

"Oiso guad find i, dass ma de ganzn oidn Deppn wia de Rotschädlade und den Ostermarschierer aussi g'eklt hom, oba ned guad find i, dass' no Jingane wia mi mit ana Frauenfrisur gibt. Und zwar ned nur im Stadtrat, sondern sogo in meiner eigenen Fraktion."

Aber der Frauenanteil bei den Grünen ist doch im Gegensatz zu den anderen Listen relativ hoch? "Hoch? Wos soitn do hoch sei? Aufm Bapier hamma auf de erstn zehn Plätz' sechs Frauen und vier Mana. Iatzt schaust da des amoi o. Den mit da Frauenfrisur, an Boris, an Achim und den, der hoaßt, ois dad a im neia James Bond midspuin. Oiso de hätt' ma a nimma braucht. Am 8. März ist Wählt-Frauen-Tag. Do braucht wirklich koana de vier Beta-Burschn wäin. No amoi: Am 8. März is 'Wählt-Frauen-Tag'. Kloana Joke, oba guad, oda?"

Interessant ja. Also würde Stefanie Auer von den Grünen tatsächlich empfehlen, nur die Frauen auf der Liste zu wählen? "Ach, Schmarrn, des is doch mia völlig wurscht. Aba wos ganz wos anders. Wos hob i mit de Grüna zum doa?" Na, Sie kandidieren doch immerhin für die Grünen zur Oberbürgermeisterin? "I? Für de Grünen? Zur Oberbürgermeisterin? Na, wirklich ned, des wissat i. I kandidier ois Stefanie Auer, ois Juristin, ois Mutter, ois Läuferin, ois olles, wos ma in den nächst'n sechs Jahr' ois Burgamoasterin braucha kann. I bin so open-minded – so schau i go ned aus."

Wird das Regieren als Oberbürgermeisterin dann nicht wahnsinnig schwer ohne vorstellbare Mehrheiten? "Ah, Schmarrn. I stäh für a feministisches Matriarchat. I kenn des go ned anders. Wenn i zu am Mo sog "geh her", dann geht a her, wenn i sog "sei stad", dann is a stad und wenn i sog "des machst iatz a so", dann macht as a so. Wo soid'n do a Problem sei?" Dann wäre doch eigentlich Stefanie Auer der Dupper 2.0? Auer setzt einen verschwörerischen Blick auf und zwinkert. "Ja, eher scho ois de andern Hosnbiesler. Divide et impera, teile und herrsche – des hob i glernt. Aber ned weidasogn, gei! Und iatz entschuldigens bittschön, i muass zu der komischen Fraktion, herrschen üben."







Samstag, 21. Februar 2026

Freitag, 20. Februar 2026

Der Holm *** konstruktiv, innovativ, hyperaktiv

Teil 5 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Holm Putzke von der FDP


Sie küssten und sie schlugen ihn.
Kann man mit dem Titel dieses weltberühmten Films von François Truffaut der höchstumstrittenen Person Holm Putzke ansatzweise gerecht werden?

"Also diese Art der Fragestellung kann von bösmeinenden Menschen schon fast als ehrverletzend angesehen werden. Sie wissen schon..." Putzkes Smartphone vibriert. "Entschuldigung, Moment, das ist die Bild-Zeitung. Egal, die sollen später anrufen. Wie war die Frage? Ach ja. Das war gerade noch im Rahmen. Sonst noch was?" 

Es gäbe noch etliche Fragen, aber... "Moment, gerade ruft die Washington Post an, da muss ich nur eben eine Kurznachricht schicken. Sekunde..."

Dann nur eine einzige und letzte Frage. "Klar, ich stehe für Transparenz. Ich möchte die Karten von Anfang an auf den Tisch..., Sekunde, die New York Times ist das jetzt, egal, die schicken nur das Interview zur Freigabe. Sind wir fertig?"

Wir wollten doch noch die einzige und letzte Frage stellen. "Ja klar, ich beantworte alles klar und deutlich."

"Herr Professor Putzke, es gibt immer mehr Stimmen, die Sie spektakulär in der Stichwahl sehen. Überrascht Sie das und finden Sie das nachvollziehbar?" Putzkes Mimik wirkt zum ersten Mal befremdet und irritiert: "Mich überrascht die Frage. Sie dürften wissen, dass ich Optimist bin."

Optimist heißt ja wohl, er sähe sich tatsächlich klar in der Stichwahl? Putzke lächelt: "Ich glaube nicht, dass es eine Stichwahl gibt. Told you – ich bin Optimist. Schönen Abend noch!"














Dienstag, 17. Februar 2026