Mittwoch, 4. März 2026

Ich würde so gerne wie Mangold aussehen

Letzter Teil der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Andreas Rother


Ob er schon mal mit "Herr Dupper" angesprochen wurde? Andreas Rother lächelt gequält. "Ja, jeden Tag halt. Erst gestern hat wieder jemand in der Fußgängerzone gesagt: Jetzt wird's Zeit, dass' aufhören, Herr Dupper. Alt sans word'n." Nervt einen das nicht manchmal? Rother verdreht die Augen. "Dupper 2008 in der Stichwahl 61 Prozent, 2014 im ersten Wahlgang 65 und 2020 immerhin noch 55 Prozent. Glauben Sie, ich schau freiwillig so aus, wie ich ausschau? Aber wirklich nicht."


Und das war, bzw. ist es ihm wert? "Ja mei, was soll ich denn machen? Passens auf, ein kurzer historischer Abriss seit 1984, also seit 42 Jahren: Hösl, CSU, immer glattrasiert, Amtszeit sechs Jahre, Zankl, CSU, immer glattrasiert, Amtszeit sechs Jahre, Schmöller, SPD, gut genährt und ein nicht mit Worten zu beschreibendes Gestrüpp im Gesicht, Amtszeit zwölf Jahre, Dupper, auch eher stämmig und mit Vollbart auf die Welt gekommen, Amtszeit 18 Jahre. Soll ich mich rasieren und vier Kilo abnehmen, dass ich dann in der Stichwahl gegen das Riesenbaby aus Heining oder das Angeber-Krisperl mit den Sportklamotten verliere?"


Also das Dupper-Mimikry soll tatsächlich die Wahl gewinnen? "Nein, nicht nur. Natürlich nicht. Aber die Tausenden von Dupper-Fans nehme ich natürlich mit, bin aber gleichzeitig der Einzige, der das fundierte Wissen und die Kompetenz besitzt, etwas Neues, Innovatives zu schaffen. Denn in der Vergangenheit war nicht alles toll," gibt er ohne Umschweife zu. Hä, wie jetzt? Hat ihm den Satz die KI von Dickl geschrieben oder wie kommt man auf so einen Quatsch? "Ich hätte manches anders gemacht," betont Rother. Was denn? "Puh, da müsste ich nachdenken. Aber bestimmt irgendwas."


Was macht er denn dann als Oberbürgermeister und was macht er anders als bisher? "Verwaltung und so, direkte Ansprechpartner und so, Infrastruktur für Unternehmer und so, Einkommensteuerumlage und so, Peb und Jugendarbeit bleibt natürlich, Smart City und intelligente Ampelsysteme und – jetzt pass auf, jetzt kommts – eine Kultur des Ermöglichens. Geil, oder?" Ja, sehr geil, vor allem Smart City und intelligente Ampelsysteme. Das dürfte im Wahlkampf fast ein Alleinstellungsmerkmal sein. Haben wir davon noch mehr? Also Alleinstellungsmerkmale?


"Klar, ich bin offen für Neues, ich bin nicht streitsüchtig und ich meine es wirklich ernst mit unserer Stadt. Mein Hobby ist, Zeit mit lieben Menschen verbringen, ich mag Illuminati, Herr der Ringe, Austropop, Blasmusik, Essen und Trinken, doofe Mottos und Jürgen-Dupper-Ähnlichkeits-Wettbewerbe. Haben Sie jetzt verstanden, warum ich Oberbürgermeister werden muss?" Ja, klar. Vielen Dank fürs Gespräch, Jürgen Dickl.









Dienstag, 3. März 2026

Ich verkaufe Geschichten

Teil 7 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Armin Dickl (CSU)


Die Hände aufs Geländer gestützt, blickt Armin Dickl vom Oberhaus auf Passau. „Es ist schon wunderschön hier, gell?“, fragt er. Er deutet auf Mariahilf. "Da dahinter wohne ich. Oder? Egal, ich wohne jedenfalls auch auf einem Berg." Er wendet den Blick Richtung Eisenbahnbrücke und zeigt Richtung Kachlet. "Da irgendwo muss das Rathaus sein. Da wäre ich jetzt schon seit sechs Jahren OB, wenn nicht dieses impertinente Arschloch... Ach, egal. Dafür pack mas jetzt."

Er zeigt mit dem Finger aufs Rathaus. "Schauen Sie, da ist der Dom. Wissen Sie, ich bin gläubiger Katholik. Und wie heißt es schon bei Hesekiel im Alten Testament: "Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen, meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe." Hesekiel, Altes Testament? "Ja, Hesekiel. Das ist doch dieser Ne... dieser Schwarze aus Pulp Fiction."

Als wir das Café betreten, wird an einigen Tischen gekichert. Dickl strahlt. "Schauen Sie, die freuen sich, dass sie mich sehen." Er geht von Tisch zu Tisch, schüttelt die Hände der verdutzten Bus-Touristen aus Hannover und verteilt seine Wahlkampf-Flyer. "Wissen Sie, ich geb' jedem die Hand. Außer dem impertinenten Arschloch und dem Dings." Wir setzen uns an einen Tisch und Dickl bestellt einen Cappuccino. "Aber den echten, prego, mit viel Extra-Sahne." Er sieht mich lächelnd an. "Wissen Sie, ich bin ein echter Feinschmecker und Italien-Fan. Mit meinem Freund Asenbauer koche ich oft Carbonara. Da kommt nur echte italienische Sahne rein."

Nachdem er bei Polizei und Bundeswehr ausgemustert wurde, weil ihm weder Dienstmütze noch Helm passten, nahm er ein BWL-Studium in Deggendorf auf, das er mit dem Angelschein abschloss. Anschließend wurde er sofort Unternehmensberater bei einer Firma, die sich auf Incentives für Mitarbeiter spezialisiert hat. "Arbeitgeber schließen mit uns Verträge und können sich dann aussuchen, welchen Bonus sie gerne hätten. Die geben uns 1.200 Euro und wir geben dann dem Mitarbeiter 1.000 Euro. Cash, bar auf die Hand, ohne Steuer. So ähnlich läuft das, glaube ich. Weil ich mich aber mit Geld nicht so auskenne, bin ich CTO, also Spezialist für Tankgutscheine. Seit 2020 bin ich aber beurlaubt, weil Wahlkampf ist."

Hat Armin Dickl ein Lieblingsbuch? "Ja, freilich. Die Kinderbücher meiner Kinder – als sie eineinhalb waren." Seine Hobbys? "Konfabulation und gute Ausreden." Lieblingsmusik? "'Du bist zu blöd um aus'm Busch zu winken' von Mickie Krause." Sein Motto: "Ich weiß, dass ich nichts weiß." Letzte Frage: Traut sich Armin Dickl den harten Job als Oberbürgermeister zu? "Kennen Sie den Spruch: Unternehmensberater kennen jede Stellung, aber hatten noch niemals Sex? Ich verstehe ihn zwar nicht, aber ich glaube, bei mir ist es andersrum."















Freitag, 27. Februar 2026

Dupper 2.0

Teil 6 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Stefanie Auer (Grüne)

Mit 39 Jahren ist Stefanie Auer im aktuellen Stadtrat die jüngste Frau – und sie findet das gar nicht gut.

"Oiso guad find i, dass ma de ganzn oidn Deppn wia de Rotschädlade und den Ostermarschierer aussi g'eklt hom, oba ned guad find i, dass' no Jingane wia mi mit ana Frauenfrisur gibt. Und zwar ned nur im Stadtrat, sondern sogo in meiner eigenen Fraktion."

Aber der Frauenanteil bei den Grünen ist doch im Gegensatz zu den anderen Listen relativ hoch? "Hoch? Wos soitn do hoch sei? Aufm Bapier hamma auf de erstn zehn Plätz' sechs Frauen und vier Mana. Iatzt schaust da des amoi o. Den mit da Frauenfrisur, an Boris, an Achim und den, der hoaßt, ois dad a im neia James Bond midspuin. Oiso de hätt' ma a nimma braucht. Am 8. März ist Wählt-Frauen-Tag. Do braucht wirklich koana de vier Beta-Burschn wäin. No amoi: Am 8. März is 'Wählt-Frauen-Tag'. Kloana Joke, oba guad, oda?"

Interessant ja. Also würde Stefanie Auer von den Grünen tatsächlich empfehlen, nur die Frauen auf der Liste zu wählen? "Ach, Schmarrn, des is doch mia völlig wurscht. Aba wos ganz wos anders. Wos hob i mit de Grüna zum doa?" Na, Sie kandidieren doch immerhin für die Grünen zur Oberbürgermeisterin? "I? Für de Grünen? Zur Oberbürgermeisterin? Na, wirklich ned, des wissat i. I kandidier ois Stefanie Auer, ois Juristin, ois Mutter, ois Läuferin, ois olles, wos ma in den nächst'n sechs Jahr' ois Burgamoasterin braucha kann. I bin so open-minded – so schau i go ned aus."

Wird das Regieren als Oberbürgermeisterin dann nicht wahnsinnig schwer ohne vorstellbare Mehrheiten? "Ah, Schmarrn. I stäh für a feministisches Matriarchat. I kenn des go ned anders. Wenn i zu am Mo sog "geh her", dann geht a her, wenn i sog "sei stad", dann is a stad und wenn i sog "des machst iatz a so", dann macht as a so. Wo soid'n do a Problem sei?" Dann wäre doch eigentlich Stefanie Auer der Dupper 2.0? Auer setzt einen verschwörerischen Blick auf und zwinkert. "Ja, eher scho ois de andern Hosnbiesler. Divide et impera, teile und herrsche – des hob i glernt. Aber ned weidasogn, gei! Und iatz entschuldigens bittschön, i muass zu der komischen Fraktion, herrschen üben."







Samstag, 21. Februar 2026

Freitag, 20. Februar 2026

Der Holm *** konstruktiv, innovativ, hyperaktiv

Teil 5 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Holm Putzke von der FDP


Sie küssten und sie schlugen ihn.
Kann man mit dem Titel dieses weltberühmten Films von François Truffaut der höchstumstrittenen Person Holm Putzke ansatzweise gerecht werden?

"Also diese Art der Fragestellung kann von bösmeinenden Menschen schon fast als ehrverletzend angesehen werden. Sie wissen schon..." Putzkes Smartphone vibriert. "Entschuldigung, Moment, das ist die Bild-Zeitung. Egal, die sollen später anrufen. Wie war die Frage? Ach ja. Das war gerade noch im Rahmen. Sonst noch was?" 

Es gäbe noch etliche Fragen, aber... "Moment, gerade ruft die Washington Post an, da muss ich nur eben eine Kurznachricht schicken. Sekunde..."

Dann nur eine einzige und letzte Frage. "Klar, ich stehe für Transparenz. Ich möchte die Karten von Anfang an auf den Tisch..., Sekunde, die New York Times ist das jetzt, egal, die schicken nur das Interview zur Freigabe. Sind wir fertig?"

Wir wollten doch noch die einzige und letzte Frage stellen. "Ja klar, ich beantworte alles klar und deutlich."

"Herr Professor Putzke, es gibt immer mehr Stimmen, die Sie spektakulär in der Stichwahl sehen. Überrascht Sie das und finden Sie das nachvollziehbar?" Putzkes Mimik wirkt zum ersten Mal befremdet und irritiert: "Mich überrascht die Frage. Sie dürften wissen, dass ich Optimist bin."

Optimist heißt ja wohl, er sähe sich tatsächlich klar in der Stichwahl? Putzke lächelt: "Ich glaube nicht, dass es eine Stichwahl gibt. Told you – ich bin Optimist. Schönen Abend noch!"














Dienstag, 17. Februar 2026

Montag, 16. Februar 2026

Am Ziel!

Teil 4 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Urban Mangold von der ÖDP

Wenn Urban Mangold die Haustür öffnet, wird man als Gast äußerst freudig begrüßt: Von Franz Josef Strauß, der eifrig mit dem Schwanz wedelt und sich nach einem harten Tritt von Mangold winselnd auf den Rücken wirft. "Ich mag keine Hunde, deshalb habe ich ihn Franz Josef Strauß genannt," zischt Mangold und tritt noch einmal herzhaft zu. Warum er dann einen habe? Mangold zuckt mit den Schultern. "Ich mag auch keine Menschen, aber..., ach vergessen Sie's."

Er geht zum Fenster und zeigt mit ausgestrecktem Arm rüber auf die Stadt. "Ich bin ja wirklich nicht der Typ, der sich in den Vordergrund drängt, aber ohne mich..." Er saugt tief die Luft ein und wirkt für einen kurzen Moment so, als hätte er so etwas wie Körperspannung. Er rudert jetzt mit beiden Armen in der Luft, als wolle er über den Inn nach der Stadt greifen. "Ohne mich gäb's das alles nicht mehr. Die Innpromenade, den Fünferlsteg, die Wälder da oben, den Schaiblingsturm, das Oberhaus, die Redoute, die Ortspitze und nicht einmal den Dom gäbe es mehr – ohne mich, ähm, ohne uns, die ÖDP."

Seit 33 Jahren im Stadtrat und zum fünften Mal OB-Kandidat – wie kam es dazu? "Ich war ja ganz früher mal beim Radio, aber das hat nicht funktioniert. Immer wenn ich auf Sendung war, sind die Leute aus den Fenstern gesprungen und es gab schlimme Unfälle auf den Straßen. Irgendwann bin ich aus Zufall auf den Parteitag einer neuen Partei geraten, der ÖDP. Da waren nur verkniffen dreinschauende Frömmler, Spießer und Spaßbefreite – ich fühlte mich sofort sauwohl und wurde bald ihr Anführer." Mangold versucht scheiternd ein Lächeln und sagt langsam und mit starrem Blick: "So wurde ich zum Retter der Stadt Passau und ganz Bayerns."

Wenn es viermal nicht geklappt hat, warum soll es dann dieses Mal klappen? Hat er überhaupt eine Chance, Oberbürgermeister zu werden? Mangold ballt die Fäuste, Zornesfalten durchziehen sein Gesicht. Mit einer Seitwärtsbewegung dreht er sich dem Hund zu, der sich winselnd hinter dem Hausaltar versteckt. "Chance? Was heißt denn Chance? Die anderen wollen alle die Wälder ermorden und die Stadt dem Erdboden gleichmachen. Wieso sollten denn DIE eine Chance haben? Jetzt bin ich am Ziel, jetzt bin ich dran." Ob er noch in die Stichwahl muss? Mangold versucht erneut zu lächeln, aber es gelingt ihm wieder nicht. "Stichwahl... Dass ich nicht lache. Die Stichwahl wird Formsache. Wenn ich mit einem Ossi, der Verbrecher verteidigt und den nicht einmal seine eigene Partei will, in der Stichwahl bin – wen wird der Bürger da wählen? Da können's jetzt drüber nachdenken."







Donnerstag, 12. Februar 2026

Spoiler

Unsere Serie über über die Passauer OB-Kandidaten geht demnächst weiter. 

Außerdem gibt es noch mindestens eine Abstimmung bis zur Wahl.

Wenn Sie sich einstweilen mit peinlichem Gendern, übergriffigem Geduze und suggestiv-provozierter politischer Korrektheit langweilen oder sich auch darüber aufregen wollen, schauen Sie gerne die OB-Bewerbungs-Videos des Stadtjugendrings Passau. 

Oder besser nicht.

Guten Abend.





Montag, 9. Februar 2026

Die Abstimmung läuft zwei Tage und wird dann geschlossen

Abstimmung beendet


Links sein kann ich mir leisten

Teil 3 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Nika Kolitz, Die Linke

Mieten runter, Löhne rauf, kostenlose Busse rund um die Uhr und kostenloses Mittagessen an Schulen. Überfordert die OB-Kandidatin der Linken damit nicht die Passauer Wähler und kann sie als Oberbürgermeisterin überhaupt die Höhe der Löhne beeinflussen? 

"Nein, da wird niemand überfordert und unter uns gesagt: Das wäre erst der Anfang," lächelt Nika Kolitz vielsagend. "Klar, das mit den Bussen, dem Mittagessen und den Mieten werde ich gleich per Dekret umsetzen. Die höheren Löhne kommen dann natürlich erst nach der Revolution. Auch die Teilhabe für alle an allem wird nur sukzessiv gelingen. Finden Sie es gerecht, dass sich Kino-, Club-, Konzert- und Dultbesuche nicht jeder leisten kann? Das muss mittelfristig alles kostenlos werden."

Wer das alles bezahlen soll? Da muss Fashionista und Bonvivante Nika Kolitz herzlich lachen. "Ich habe in meiner Jugend Saxophon, Klavier und Polo gespielt, außerdem bin ich Regatten gesegelt und Hubschrauber geflogen. Das Geld war irgendwie immer da. Gibt ja genug davon, oder?" Trotz der aufwändigen Hobbys machte Kolitz ihr Abitur mit 1,3 – eine respektable Leistung. "Na ja, auch ein bisschen ein glücklicher Zufall. Unser Gärtner und Hausmeister zuhause war früher Professor in Damaskus. Der hat mir Nachhilfe in Mathe und Physik gegeben."

Warum ist sie als linke Klassenkämpferin für ein Gastjahr in die USA und dann noch ausgerechnet nach Wyoming gegangen? "Ach, das war eine wundervolle Erfahrung. Wyoming ist seit Ewigkeiten republikanisch, alle tragen Waffen, es gibt keine Einkommensteuer, eine komplette Ablehnung von grüner Klimapolitik und es ist der weißeste Bundesstaat der USA. Nirgends gibt es weniger Schwarze und Latinos." Die sozialistische Philanthropin gerät ins Schwärmen: "Da war es so schön. Dort habe ich erfahren, wie schlimm diese heile Welt ist und dass wir dringend eine Revolution brauchen."

Warum eigentlich? "Wie warum? Sind Sie Fascho? Sorry, aber ich muss. Beim Edeka sind die Austern im Angebot. Erst kommt das Fressen und dann..., na, Sie wissen schon."