Donnerstag, 21. März 2024

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick März 2024

Tu felix Australia

Seit meiner Jugend amüsiert mich der bayerische Provinzpolitiker, der nach drei Weißbier beim Frühschoppen zum Starkbieranstich fährt, aber der ernsthaften Überzeugung ist, dass ein erwachsener Mensch, der am Abend einen Joint raucht, drogenabhängig ist und in logischer und nächster Konsequenz mit der Nadel im Arm in der Bahnhofstoilette landet. So denken die „normalen Menschen“ mit dem „gesunden Menschenverstand“, weil man es ihnen halt auch seit ihrer Kindheit so eingetrichtert und vorgelebt hat: Bier ist ein Grundnahrungsmittel, ein guter Wein ist Lebensqualität und ein Schnaps nach dem Essen regt die Verdauung an.

Kann man so sehen, macht ja auch Spaß und solange man sich nicht jeden Tag komplett wegballert, hat man auch eine langjährige Überlebenschance. Schlimm und perfide wird es erst, wenn Bierzelt-Demagogen wie Söder (der keinen Alkohol trinkt) am Aschermittwoch oder auch sonst zu jeder passenden Gelegenheit das leicht bis stärker angetrunkene Wahlvolk darin bestärkt, sich seine weiß-blaue Euphorie weiterhin schön zu saufen und gleichzeitig darüber fabuliert, dass die „Kiffer-Connection“ in Berlin alle bayerischen Kinder zu Rauschgiftsüchtigen machen will. Da jubelt der „normale Mensch mit gesundem Menschenverstand“. Brot und Spiele. Oder auf söder-bayerisch: Bier und Feindbilder.

In meiner Jugend in den Achtzigern, also der guten alten Zeit, wo es noch mehr „normale Menschen“ gab, konntest Du Dir als 15-Jähriger am helllichten Nachmittag im Café Haslbauer ein Weißbier bestellen und Dir von der Bedienung gleich noch eine Schachtel Zigaretten für drei Mark bringen lassen. Aber nicht nur das. Es kannte auch nahezu jeder irgendwen, der einem ein bisschen Haschisch oder Marihuana besorgen konnte – also ganz genauso wie heute. Wer kiffen will, der kann das auch in Passau ohne großen Aufwand tun, und zwar schon seit über 40 Jahren.

Warum sollte also eine Liberalisierung – von der ich in der Ausgestaltung übrigens nicht viel halte – jetzt auf einmal alle Kinder und Jugendlichen zu Kiffern machen? Warum sollte es schlimmer sein, wenn ein Jugendlicher am Wochenende einen Joint raucht als sich von seinem 18-jährigen Freund eine Flasche Schnaps für fünf Euro besorgen zu lassen? Genau – wegen dieser Hirnschäden durch Cannabis, von denen man jetzt täglich in der Zeitung liest. Hirnschäden, böse Sache. Dann vielleicht doch besser saufen. Oder hat man da schon mal was von Hirnschäden gehört? Bestimmt nicht, sonst hätten ja die ganzen „normalen Menschen“ einen Hirnschaden. Ausgeschlossen.

Schluss mit lustig. Es gibt keine harmlosen Drogen. Wenn man zu viel kifft, wird man blöd und wenn man zu viel säuft, wird man blöd und tot. Wenn man gelegentlich einen Joint raucht, ein Glas Wein trinkt, Kokain schnupft, Ecstasy schluckt oder was auch immer es sonst noch gibt, konsumiert, kann man das bei bester Gesundheit sein ganzes Leben lang tun. Nicht die Droge ist das Problem, sondern der Konsument.

Am schönsten sind dann in der Diskussion noch die superschlauen Ärzte- und Polizeifunktionäre, die diverse Schreckgespenster an die Wand malen. Die einen insinuieren, dass der Jugendliche von erlaubtem Cannabis (das er legaliter ohnehin nicht erwerben darf) eher einen Hirnschaden bekommt als vom verbotenen und die anderen haben anscheinend nichts Besseres zu tun, als Bürger mit fünf Gramm Gras in der Tasche zu jagen.

Der Verfasser dieser Zeilen sitzt übrigens gerade über dem Darling Harbour in Sydney. In Australien dürfen Erwachsene Cannabis konsumieren, aber Alkohol kann man nicht einfach so im Supermarkt kaufen, sondern nur in bestimmten Bottle Shops. Die Schachtel Zigaretten kostet zwischen 20 und 30 Euro (Euro!) und ich habe das Gefühl, die Menschen hier akzeptieren das verständnisvoll und klaglos. Vielleicht auch deshalb, weil Zigaretten mehr Menschen umbringen als alle illegalen Drogen und Alkohol zusammen. Reisen bildet.


Dienstag, 13. Februar 2024

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Februar 2024

Hochjubeln

Ich gebe es heute erstmalig und unumwunden zu: Ich bin ein linksradikaler Nazi. Wahrscheinlich noch ein bisschen grünversifft, weil ich erwäge, mir ein Elektroauto zu kaufen und außerdem noch partiell neoliberal, aber die Begründung hierfür würde zu weit führen. Ich fand das Hupen und Blockieren der Bauern unappetitlich, den Aiwanger sowieso, aber hinter der Antifa mag ich auch nicht hermarschieren. Ich gendere nicht, ich finde Diskussionen über kulturelle Aneignung großteils albern bis unerträglich und mir wird trotzdem meistens übel, wenn Aiwanger twittert oder gar spricht. Bin ich verrückt und die anderen normal oder sind wir alle nur eine Simulation?

Egal. Ich habe mir einen Passau-Krimi angesehen – also den, wo am Schluss eine Kindergeiselübergabe am Innufer unter der Autobahnbrücke (sic!) erfolgt ist. Zwei Tage später durfte ich in der Heimatzeitung lesen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die diesen Film gut fanden. Da kann man nur noch den Monaco Franze zitieren: „A rechter Scheißdreck wars, altmodisch bis provinziell, des wars. Und der Film da, der gschissene, der ging ja noch, viel schlimmer ist, dass wir hier in Passau ein Publikum ham, des hint und vorn von nix was versteht und jeden Reinfall zu einem einmaligen Erlebnis hochjubelt.“

Apropos „von nix was verstehen“ und „hochjubeln“. Kaum verzichtet der Asien-Andi auf eine erneute Kandidatur (um ­– nebenbei bemerkt – seiner Demontage, also Nichtaufstellung zuvorzukommen), wird ihm von der begabten Politikerin Rosemarie W. attestiert, „einer der begabtesten Politiker, die wir haben“ zu sein. Und weil das noch nicht lustig genug war, werden unter der Überschrift „Diese Namen kamen ins Spiel“ weitere begabte Politiker genannt, die in Asien-Andis Fußstapfen treten könnten, wahrscheinlich nach dem Motto: Eine Viertelmilliarde verzocken kann ja wohl nicht so schwer sein.

Bei den Namen, die ins Spiel kamen, handelt es sich dann auch um das Who-is-Who der regionalen Hochbegabten. Allen voran der Fünfte Bürgermeister von Passau, Armin Dickl. Der kann aber nicht, weil – Achtung, jetzt kommts – sein „Herzblut an Passau hängt.“ Ich habe es dann gleich noch mal gelesen und das stand da wirklich in der PNP: Sein Herzblut hängt an Passau. Wo genau hängt es denn, sein Herzblut? Was ist denn passiert? Geht es ihm wieder gut? Dass jemands Herzblut irgendwo hängt, kennt man sonst nur aus Tarantino-Filmen oder aus The Walking Dead. Gute Besserung, Armin Dickl!

Der Koller Hansi schließt es in der ihm eigenen Bescheidenheit und glasklarer Selbstwahrnehmung nicht aus, „will aber Gesprächen nicht vorgreifen.“ Immerhin. Ich kann mich noch gut erinnern, als vor gut zehn Jahren ein gewisser Gerhard Drexler als Nachrücker für den verstorbenen Max Stadler für ein paar Monate in den Bundestag einzog und seine erste und einzige Rede hielt. Die Abgeordneten sind unter den Tischen gelegen vor Lachen. Wie ich da jetzt drauf komme? Keine Ahnung, gerade habe ich den Faden verloren.

Es kamen dann tatsächlich noch die Namen Meyer und Heisl ins Spiel, die offensichtlich nach ein paar Monaten München schon unterfordert sind. Den Meyer lässt der Babba bestimmt nicht so weit weg und dann noch nach Berlin. Nicht dass der Bub noch zu koksen oder Falafel essen anfängt. Der Weidenthaler findet jedenfalls, dass der Kandidat auf jeden Fall aus der Stadt kommen muss, was ja für ihn wiederum praktisch wäre. Doch, der Weidenthaler soll es machen. Berufspolitiker kann man in Berlin immer gut gebrauchen. Ganz vergessen bei der Kandidatensuche sollte man aber auch nicht die erfahreneren Politiker. Warum nicht Ortner, Reischl oder gerne Waschler noch mal – warum nicht? Aber die wären altermäßig eher was fürs Europaparlament.

Hast Du einen Opa, schick ihn nach Europa. Steht Dir nach Humor der Sinn, schick den Koller nach Berlin. Helau!



Montag, 8. Januar 2024

Verständnisfrage an die CSU

Sind jetzt die, die stundenlang ganze Städte lahmlegen, Kinder nicht in die Schule, Menschen nicht in die Arbeit oder zum Arzt gehen lassen und an einem Tag einen wirtschaftlichen Schaden verursachen, den die Klebekinder nicht in einem Jahr schaffen, auch Terroristen? Oder gar eine Agrar-RAF?

Nein? Na, dann weiter Brezn verteilen.




Freitag, 5. Januar 2024

Gerettet! (Teil 3)

Teil 1 und Teil 2 der Geschichte lesen Sie bitte zuerst unter diesem Beitrag.


Rother (zu den Entführten): Ihr habts es gehört. Still halten und still sein, dann passiert Euch nichts. (Flüstert) Ich tu Euch schon nichts, aber Ihr kennts ihn ja, den Chef.

Spinatähnliches Gemüse: Welcher Chef? Ich hab keinen Chef. Ich hatte noch nicht einmal einen Chef, als er noch mein Chef war.

Junger Mann mit Pferdeschwanz (baut sich mit ausgestreckten Armen vor der Frau mit den silbernen Haaren auf): Meine Chefin, äh, Kollegin schmeißt hier keiner in den Inn. Da schmeißts noch lieber mich in den Inn. Bei mir is eh scho wurscht.

Rother (kopfschüttelnd leise zu sich): Oh mei, Bua.

OB: Rother, was ist mit dem Dickl?

Rother: Nachher, ich muss die drei hier in Schach halten.

OB: Ok, den Dickl übernehm ich.

Frau mit den silbernen Haaren: Den Dickl übernimm i. Der ghört mir.

Junger Mann mit Pferdeschwanz: Genau! Ich helf Dir! (zieht den Kopf ein) Also natürlich nur, wenn ich darf.

Putzke: Ich rate von Selbstjustiz nachdrücklich ab. Das Ganze wird juristisch seinen strafprozessualen Lauf nehmen. Ganz bescheiden, aber nicht ganz ohne Stolz erlaube ich mir, darauf hinzuweisen, dass ich mir auch als Nebenklagevertreter schon bereits mehrfach nicht unerhebliche Meriten erworben...

Die drei Entführten: Danke, Holm, wir helfen uns selbst.

Flisek: Sagen Sie mal, Herr Putzke, darf ich Sie was fragen?

Putzke: Herr Flisek, klar, gerne. Ich helfe, wo ich kann.

Flisek: Hat Ihnen eigentlich noch nie jemand gesagt, dass es gelegentlich Situationen gibt, wo Sie anstrengend sind? Also fast ein bisschen nerven?

Putzke: Doch, dauernd.

Flisek: Und warum, um Gottes Willen, sind Sie dann so?

Putzke: Taktik, Strategie, Kalkül. Und zwar auf einer Metaebene, die ich oft selbst nicht mehr verstehe. Außerdem: Der Prophet, oder sagen wir hier besser das Genie, gilt ja oft nichts im eigenen Lande.

Flisek (seufzt): Ok, das verstehe ich natürlich. Entschuldigen Sie die blöde Frage. Wir müssen über den Dickl und seine Aktion hier sprechen.

Putzke: Aha, bin gespannt.

OB (der zehn Minuten beschäftigt war, zwei zufällig vorbeifahrende Polizisten abzuwimmeln, nähert sich Dickl): So, Freundchen, jetzt zu Dir.

Dickl (klappt das Visier seines Helms runter und hält zusätzlich schützend die Hände vors Visier): Ned hauen!

Dittlmann: Ich dachte, Du willst Dir Respekt erarbeiten? Weg vom Mehrheitsbeschaffer und so.

Dickl: Ja schon, aber jetzt haben schon mehrere gesagt, dass des nicht erlaubt ist, was ich gmacht hab. Also Leute abholen daheim, zum Selbstschutz fixieren und die blöden Bäume umsägen. 

OB: Mei, erlaubt... (liebevoll) Nimm amal den Helm ab, Armin.

Dickl: Sicher nicht, weil dann schmierst mir eine.

OB: Nein, ich versprechs.

Dickl (nimmt zögernd den Helm ab): Du hast es versprochen. (schluchzt) Und jetzt?

OB: Schau, Armin, Du, der Brandstadtrat, der Dings und ich – wir sind doch eine Gestaltungsmehrheit.

Dickl (schluchzt): Mhm.

OB: Schau, Armin, und aggradd mit diesem Scheiß-Baumthema haben wir doch vor ein paar Monaten ziemlich alt ausgeschaut als Gestaltungsmehrheit.

Dickl (schluchzt): Mhm.

OB (schreit): Und soll jetzt diese Aktion hier unsere Gestaltungsmehrheit zerschießen, Du Hirn? (leise und lächelnd) Armin, wir sind doch ein Super-Team! Das müssen wir retten. Ok?

Dickl (schluchzt): Mhm.

Dittlmann (sich abwendend): Äh, ciao, Männer. Ich fahr heim. Ich kann mir das nicht weiter mit anschauen. Dafür bin ich zu sensibel.

OB: Ciao, Brandschatzer. (zu Dickl) Also, ich helf Dir, Du hilfst mir.

Dickl: Und Du bringst mich aus dem Schlamassel hier raus? Ohne Konsequenzen?

OB: Ja.

Dickl: Und was muss ich dafür tun?

OB: Eine Kleinigkeit. Geht quasi in einem Aufwasch.

Dickl (strahlt): Deal!

OB: Ich bin stolz auf Dich, Armin!

Dickl: Also?

OB: Moment. (ruft) Ist hier zufällig ein Star-Strafverteidiger zugegen?

Flisek: Man glaubt es nicht. Mir ist gerade einer zugelaufen.

Putzke: Wie kann ich helfen?

Dickl: Nein, mit dem mag ich nichts zu tun haben.

OB: Grrrrrrr.

Putzke: Armin, ich hau Dich raus. Ich hau jeden raus.

Dickl (schluchzt): Mhm.

OB: Herr Professor Putzke! Stellen Sie sich vor – mein geschätzter Kollege Dickl wurde zu dem allem hier gezwungen.

Flisek und Putzke: Nein!

OB: Doch! Unter Androhung übelster Konsequenzen.

Flisek und Putzke: Nein!

OB: Doch! Wenn er das nicht getan hätte, wäre Schlimmstes passiert. 

Flisek: Was jetzt genau?

Putzke (zwinkernd): Ach, da gibts ja so viele Möglichkeiten. Die Welt ist schlecht.

Dickl: Genau, Holm. Du, samma wieder per Du?

Putzke: Ja freilich, Armin!

Dickl: Und Du meinst, dass ich da – wo ich ja gezwungen wurde – nichts befürchten muss?

Putzke: Nope.

Dickl: Boah, super. Können wir das dann morgen klären? Ich muss jetzt noch was mit meinem Freund Jürgen besprechen.

Putzke: Klar, Armin.

Flisek: Das wäre mir auch sehr recht, wenn ich jetzt langsam ins Bett komme. Ich arbeite nämlich seit kurzem wieder.

Rother (ruft): Was mache ich jetzt mit den drei Spinnern?

OB: Fahrts heim. Habe gerade eine Allgemeinverfügung erlassen. Platz wird geräumt – Windbruch, Baumsturz, Lebensgefahr.

Rother: Danke, gute Nacht.

Junger Mann mit Pferdeschwanz: Ich möchte noch in den Inn geworfen werden. Das habe ich mir verdient.

Rother: Sei staad, Bua, bitte.

Alle ab, außer OB, Dickl und Dickls JU-Statisten.

Dickl: Danke Jürgen. Mir san echt a Super-Team! Und des wird ein harter, aber fairer Wahlkampf, versprochen! Was ist jetzt die Kleinigkeit?

OB: Was für ein Wahlkampf? Egal. Armin! (legt Dickl die Hand auf den Kopf) Ich hab Dir hier eine Liste gemacht.

Dickl: Liste? Spannend, geil.

OB: Da setzt Dich jetzt mit Deinen jungen Freunden in Euer wunderschönes Angeber-Auto und dann fahrts Ihr da hin und schneidet noch ein paar Bäume um. Bittschön, schau her.

Dickl (den Zettel vorlesend): Jägerholz, Kastenreuth, Sperrwies usw.

OB: Exakt.

Dickl: Alles abholzen?

OB: Klar, Armin, Du handelst ja in einer Notlage. (lange Pause) Und wenn Du mal OB bist, hast Du ausreichend Gewerbeflächen. Zwei Jahre sind schnell rum.

Dickl: Sehr geil, Jürgen. Wir sind praktisch schon unterwegs. Danke Dir.

Die Erika (vom Spielplatz her kommend): Huhu, Wahnsinn, der Sturm. Alles umgefallen. Aber das Mondlicht sieht man so viel schöner. Muss gleich die Christa anrufen.

OB: Schnell weg.

Dickl (Pickup startend): Ich schick Dir Fotos.

OB (sich hinter einen Busch duckend in sein Smartphone): Der Adler ist gelandet.










Donnerstag, 4. Januar 2024

Auf vielfache Nachfrage hin

Der Teil 3 verspätet sich leider aus Gründen, die nicht publiziert werden müssen. Wir bitten um Verständnis. 

Dafür gibt es eine unerwartete Wendung.

Vielen Dank.


Dienstag, 2. Januar 2024

... und sichern die Zukunft der Stadt. (Teil 2)

Teil 1 der Geschichte lesen Sie bitte zuerst unter diesem Beitrag.


Dickl (Baumfäller 1): Servus, Stadtbranddings. Bist wieder auf Wichtigtuer-Patrouille wie jedes Jahr an Silvester? Oder soll ich sagen: wie fast jeden Tag?

Dittlmann: Eigentlich wollt ich entspannt fernsehschauen, aber des klappt ja wieder nicht, weil wie jedes Jahr an Silvester wieder a paar Narrische unterwegs san. Oder soll ich sagen: wie fast jeden Tag. Dickl, dafür wird man Dich kreuzigen. Auch wenn Du der Mehrheitsbeschaffer-Bürgermeister bist – dafür wird man Dich kreuzigen.

Dickl: Vergiss den Mehrheitsbeschaffer, Du Wasserspritzer. Mehrheitsbeschaffer war gestern. Respekt muss man sich erarbeiten, und da fang ich heute an. Gute Vorsätze, verstehst? Nein, Du verstehst das nicht. Deshalb wirst Du im Gegensatz zu mir immer in der zweiten Reihe stehen, während ich...

Putzke (herbeieilend): Während Du was, Armin? Irgendwo eingeliefert wirst? In spätestens einer halben Stunde vom Oberbürgermeister erwürgt wirst? Aus der CSU ausgeschlossen wirst? Oder werden das einfach nur diese einsamen paar Minuten gewesen sein, in denen Du berühmt warst? Immerhin – mit der Aktion kommst Du ins Fernsehen, Chapeau! (Zu Dittlmann) Ich habe übrigens eine Talkshow im Fernsehen, wussten Sie das? Da könnte ich Sie mal, also wenn Sie irgendwas Interessantes zu sagen...

Dittlmann (drohend): Woher wissen Sie, dass wir hier sind, Herr Putzke?

Putzke (grinsend): Ich bin immer gut informiert, Herr Dittlmann. Oder vielleicht besser: Ich informiere mich gut.

Dittlmann: Sehr interessant, Herr Strafrechtsprofessor. Paragraf 5 TTDSG, sagt Ihnen das was? Jetzt haben Sie es übertrieben, da verstehe ich keinen Spaß.

Putzke: Ganz vorsichtig, Herr Dittlmann, haben Sie mir jetzt gerade vor Zeugen unterstellt, dass ich Ihren Funk abhöre? Ganz dünnes Eis, ganz dünn. Mit mir legen Sie sich besser nicht an. Nur so ein freundschaftlicher Rat.

Dickl (schreit): Sagts amoi, gehts no? Heut gehts mal nicht um Euch zwei Loser, heute gehts um mich.

Putzke: Klar, Armin, heute gehts um Dich. Nur um Dich und Deine Aktion "Unsere Stadt soll schöner werden". Keine Angst, ich frag Dich auch gleich, wie das hier weitergehen, bzw. wo das hinführen soll, aber gestatte mir eine Frage vorweg. Ist wirklich nur eine Petitesse, eine kleine Nebensächlichkeit. Aber die drei, die da am Boden sitzen, haben sich nicht zufälligerweise selbst geknebelt und angebunden?

Die Gefesselten werden unruhig, strampeln und röcheln.

Dickl: Natürlich nicht. Das waren wir. Das war zu ihrem Selbstschutz.

Dittlmann und Putzke (gleichzeitig): Selbstschutz?

Dickl: Ja freilich, die wären uns ja in die Motorsäge gelaufen, die fanatischen Aktivisten. 

Dittlmann: Also die sind hier zufällig vorbeigekommen und haben Dich bei Deinem, äh, historischen Auftritt gestört?

Dickl: Schmarrn, die haben wir daheim abgeholt, damit sie zuschauen, wie pragmatische Politik funktioniert.

Putzke: Du Armin, ich will mich jetzt ob der Bedeutung Deiner, äh ja, Aktion für die Passauer Geschichtsbücher nicht in Nebensächlichkeiten verlieren. Aber nur um nichts falsch zu verstehen: Du hast die drei erst entführt und dann hier hergebracht und gefesselt und geknebelt?

Dickl: Arschlecken, entführt. Mitgenommen halt. Und dann fixiert – reiner Selbstschutz.

Putzke: Alles gut, Armin. Ich wollte es nur wissen.

Die Gefesselten strampeln weiter und röcheln immer lauter. Dittlmann löst mit drei gezielten Schlägen mit seinem Hackl die Fesseln, während Putzke ein NVA-Kampfschwimmer-Messer zückt und, sich wie ein Zirkusartist im Kreis drehend und mit den Armen fuchtelnd, in Sekundenschnelle die Knebel löst.

Putzke: Kiai!

Dittlmann: Ohne Show gehts nicht, Herr Putzke, oder?

Spinatähnliches Gemüse (laut schnaufend): Könnt Ihr mal bitte das Maul halten und Euch nicht pausenlos mit Euch selbst beschäftigen? Wir wären hier gerade fast erstickt und mussten währenddessen den schlimmsten Baumfrevel beobachten, den Passau je erlebt hat. (auf Dickl zeigend und brüllend) Den dieser Irre, der den Rest seines beschissenen Lebens in unerträglichen Schmerzen verbringen wird, angerichtet hat.

Frau mit silbernen Haaren: Des wird bös, Dickl, Di loß i entmündigen oder wia des hoaßt. Aber do foit ma no vui mehra ei. Mit Eich gwamperten weißen XY-Alpha-Imitatoren werd i locker fertig.

Junger Mann mit Pferdeschwanz: Genau, Steffi, ich helf Dir, Steffi. Du musst es nur sagen. Ich mach, was Du willst. Und dann darf ich wieder mitmachen, ok?

Putzke: Kurze Frage: Wurden Sie entführt?

Die drei Entführten: Danke, Holm, wir helfen uns selbst.

Stimme aus der Dunkelheit, von Osten: Ja, Scheißdreck, was ist denn da passiert? Warum ruft mich von Euch Vollpfosten keiner an? Stadtbrandmarshall, was ist da los?

Auftritt zwei dunkelbärtige wuchtige Männer nebst einem weniger wuchtigen, eher hellhaarigen Mann.

OB: Dittlmann, den Tiger 9x9 können Sie sich selchen. Wir hatten eine Abmachung. Sie regeln das hier und dann rufen Sie mich an.

Dittlmann: Oh Mann, der Terminator und die Infanterie. Panther 8x8. Regeln ist gut. Soll ich die Kastanienbäume wieder ankleben?

Putzke: Herr Oberbürgermeister, gut dass Sie da sind. Ich weiß noch nicht genau, wen ich hier vertrete, aber ich weise Sie darauf hin, dass hier grundsätzlich mal keiner was sagen muss. Also außer mir. Ich sage dann schon was.

OB: Flisek, Du kümmerst Dich um den Putzke. Rother, Du kümmerst Dich um den Dickl. Und wenn einer von den drei Waldrettern irgendwas Falsches macht, sagt oder blöd schaut, schmeißt Du sie in den Inn.


Wird das spinatähnliche Gemüse im Inn ertränkt? Verprügelt die Frau mit den silbernen Haaren alle XY-Bürgermeister? Hat Dittlmann irgendwann die Schnauze voll? Rückt Putzke nach, wenn Dickl lebenslänglich bekommt? Die Auflösung folgt in Teil 3.








Montag, 1. Januar 2024

Wir schützen die Passauer Wälder und... (Teil1)

31. Dezember 2023, 22 Uhr 29. Über den Spielplatz an der Innpromenade rollt langsam ein martialischer Pickup in Tarnfarben und kommt kurz vorm Mahnmal zum Stehen. Mehrere Männer in Arbeits-Overalls steigen von der Ladefläche und laden Arbeitsgeräte und Forsthelme ab.

Simme flüstert: Forsthelme auf, Visiere runter, wir starten auf mein Kommando.

31. Dezember 2023, 22 Uhr 36. Auf dem Wohnzimmertisch des Passauer Stadtbrandrates stehen vier leere Spezi-Flaschen, während derselbe mit einer Tasse heißem Wasser aus der Küche kommt, an einem erst zweimal benutzten Kamillenteebeutel schnuppert und diesen mit einem zufriedenen Lächeln langsam in die Teetasse gleiten lässt. Zufrieden blickt er auf die leeren Speziflaschen, schnuppert noch einmal an der Tasse und seufzt zufrieden.

Dittlmann: Himmlisch, diese Ruhe. Darauf einen Digestif.

Er nimmt die Fernbedienung und schaltet auf Netflix. 

Stimme aus dem Off: Ah geh, schaust jetzt Du wieder den ganzen Abend Feuerwehrmann Sam?

Dittlmann: Schmarrn. Da gibts jetzt was neues. Hab ich beim letzten Feuerwehr-Event im Kindergarten entdeckt. Total heißer Scheiß. (Summt vor sich hin) Paw Patrol, Paw Patrol, wir helfen auf die Schnelle, Paw Patrol, Paw Patrol, wir sind sofort zur Stelle. Kein Einsatz zu groß, keine Pfote zu klein, Paw Patrol fällt stets was ein. Ein Anruf reicht, wir sind bereit. Woah oh oh, Paw Patrol...

Dittlmann (lehnt sich zurück, legt die Füße hoch, nimmt schlürfend einen Schluck Tee und schaltet den Fernseher lauter): Des schau ich jetzt, bis ich einschlaf. Einmal darf ich auch entspannen.

Smartphone (auf der Kommode liegend): Hasta la Vista, Baby!

Dittlmann schaltet mit der Fernbedienung auf Pause und starrt auf sein drei Meter entfernt liegendes Smartphone.

Smartphone: Hasta la Vista, Baby!

Stimme aus dem Off: Hörst Du schlecht? Der OB ruft an.

Smartphone: Hasta la Vista, Baby!

Stimme aus dem Off: Jetzt geh halt hin. Ist bestimmt wichtig.

Smartphone: Hasta la...

Dittlmann: Dittlmann. Herr Oberbürgermeister, es ist alles ruhig. Kein Piepser, kein Funk. Ich chille. Und Sie rufen in dem Moment an, wo der Marshall seine neue Drehleiter ausgefahren hätte.

OB: Was?

Dittlmann: Wie? Was? Sie rufen doch an.

OB: Welcher Marshall? Welche Drehleiter?

Dittlmann: Egal. Darf ich dreimal raten? Ich komm drauf.

OB: Was? 

Dittlmann: Ihnen ist das Fondue runtergefallen und jetzt soll ich mit Ölbindemittel vorbeikommen? Kein Problem, mach ich gern.

OB: Jetzt hörens amal zu, Dittlma...

Dittlmann: Nein, jetzt weiß ichs. Der Mangold hat sich vor Ihrer Haustür festgeklebt und ist im Hungerstreik?

OB (den Hörer weghaltend zu seiner Frau): Der Mensch ist völlig übergeschnappt. Burnout. Kenn ich gut.

Dittlmann: Dann kann es nur noch so sein: Der Hund von der Evi Buhmann hat einen Rückfall erlitten und deshalb fahre ich jetzt ins Tierheim, erschlage alle Hunde mit dem Hackl, zapfe ihnen das Blut ab und bringe der Evi die Bluttransfusionen. Stimmts?

OB (leise und bedächtig): Herr Dittl, äh, Brand, äh, Mann. Wir haben alle schwere Wochen gehabt. Sie hatten schwere Wochen, ich hatte schwere Wochen. Aber heute Nacht müssen Sie mir noch mal helfen. Dafür kaufe ich Ihnen, äh, dafür kriegen Sie, äh, dafür dürfen Sie sich ein neues Feuerwehrauto aussuchen. Vollausstattung.

Dittlmann: Panther 8x8.

OB: Was?

Dittlmann: Panther 8x8. Von Rosenbauer.

OB: Teuer?

Dittlmann: Billiger als ein Kunstrasenplatz. Viel billiger als ein Fahrradtunnel.

OB: Gut. Des schaun ma uns an. Aber jetzt helfen Sie mir?

Dittlmann: Ich höre.

OB: Seit einer halben Stunde höre ich eine furchtbare Gaudi von der anderen Innseite her. Würde meinen, irgendwo zwischen Innbrücke und Fünferlsteg.

Dittlmann: Ah geh.

OB: Was?

Dittlmann: Ah geh, a Gaudi? An Silvester? Unvorstellbar. Jetzt wo Sie es sagen. Ich hab auch schon ein paar Böller gehört. 

OB (den Hörer weghaltend zu seiner Frau): Der macht mich fertig. (Zu Dittlmann:) Ich lach dann später. Keine Böller. Eher so ein Motorengeräusch. Klingt wie Motorsägen.

Dittlmann: Motorsägen? Zwischen Marienbrücke und Fünferlsteg?

OB: Ja, so hört es sich an.

Dittlmann: Und deshalb fahr ich jetzt da hin? Und warum fahrens da nicht selber hin?

OB: Weil ich keinen Panther 8x8 brauche und Sie der Stadtratbrandmann sind und nicht ich.

Dittlmann: Und wenn sich da verdächtige Personen mit Sägen rumtreiben, erschlage ich alle, rufe Sie an und dann gehen wir entspannt ins Bett?

OB: Dann rufens mich erstmal an, bevor Sie alle erschlagen.

Dittlmann: Ich hab was gut.

OB: Ausgemacht.

31. Dezember 2023, 23 Uhr 29. Stadtbrandrat Dittlmann steigt summend (Paw Patrol!) aus seinem am Mahnmal abgestellten, mit Blaulicht erleuchteten SUV und betrachtet schockiert ein skurriles Szenario. Junge Männer in Overalls und mit Forsthelmen fällen mit ohrenbetäubendem Lärm die Kastanien an der Promenade. Zahlreiche Schaulustige betrachten die Baumfällaktion. Drei Personen sitzen auf dem Boden, geknebelt, an Spielgeräte gefesselt und stoßen gurrende Laute aus.

Dittlmann (laut schreiend): Hä, wos isn do los?

Die Gefesselten zeigen erhöhte Vitalzeichen, strampeln, winden sich und gurren lauter. Einer der Baumfäller schaltet die Motorsäge ab, hebt die Hand und das Visier hoch.

Baumfäller 1: Stopp, Pause! Junge Union, Rührt Euch!

Alle Baumfäller schalten die Motorsägen aus und stehen aufrecht mit Blick auf Baumfäller 1.

Dittlmann (blickt auf Baumfäller 1): Sog amoi, bist du jetzt komplett deppert? Des bricht Dir s'Gnack. Für immer.

Was ist passiert? Wer sind die Gefesselten? Wer ist dieser Baumfäller 1? Wo ist der Oberbürgermeister? Und hat möglicherweise dieser Putzke schon wieder etwas damit zu tun? Die Auflösung folgt in Teil 2.




Freitag, 29. Dezember 2023

Liebe Leser!

Aufgrund einer gerade mal abklingenden Erkrankung des Präsidenten verschiebt sich die Nach-Weihnachtsgeschichte leider noch ein bisschen – bestimmt nur noch wenige Tage.

Und keine Angst – der Stadtbranddings kommt sicher wieder vor.

Mittwoch, 20. Dezember 2023

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Dezember 2023 / Januar 2024

Fake News 

Kürzlich bin ich in der PNP über einen Artikel mit folgender interessanter Überschrift gestolpert: „Die G8b in Niedernburg lernt bei ‚Klasse informiert‘, wie man Fake News erkennt.“ Zum Beweis, dass sie nun alle erfahren haben, wie Fake News aussehen, hält jede Schülerin auf dem Foto eine „Passauer Neue Presse“ in der Hand. Seht Ihr, ist gar nicht so schwer. Wo „Passauer Neue Presse“ draufsteht, sind Fake News drin. Das ist aber noch nicht das Schlimmste, liebe Mädchengymnasium-Schülerinnen (Keine Fake News, sowas gibt es hier noch). Wesentlich schlimmer sind die zahlreichen Fake Views (Fehleinschätzungen) der Leitartikler.

Der ziemlich neue Hauptstadtchef der „Mediengruppe Bayern“ (Freak News) Thomas Vitzthum ist zwar promoviert, aber trotzdem irgendwie immer am Thema vorbei. Auch formulierungstechnisch liegt er gerne mal daneben. „Würde die Union für eine große Koalition offen?“ Das ist leider nicht der einzige Fehler in einem einzigen Interview. Da lasse ich mir Politik doch lieber vom alten Haudegen Ernst Fuchs erklären, der kann wenigstens deutsch (Smile News) und kennt sich wirklich überall aus. Überhaupt fällt auf, dass jahrelang verborgene Diamanten wie Sandra Hiendl, die bisher eher über den Einfluss der Mondphasen auf die Menopause von Meerschweinchen geschrieben hat, auf einmal an Themen wie Mehrwertsteuererhöhung oder Brand am Bergfried ran dürfen.

Von gleichbleibender Qualität sind seit Jahrzehnten die Prozessberichte von Gerichtsreporterin Christine Pierach. Nennt sie doch in einem Artikel über den Maskenarzt-Prozess weibliche Elternmenschen „Mamis“ (ich war echt betroffen), um sich einem anderen Artikel im Bezug auf ihr Frauenbild noch einmal mächtig zu steigern. Sachverhalt: Ein Mann wollte eine junge Frau, die mit ihrem Pferd durch den Bayerischen Wald ritt, mit vorgehaltenem Messer zwingen, abzusteigen, „um Spaß zu haben.“ So weit, so unspaßig für die Frau. Wie nennt jetzt Frau Pierach die Reiterin im Prozessbericht? Überfallene? Opfer? Sonst was Empathisches? Fehlanzeige. Sie nennt sie „Amazone“ und das nicht nur einmal. Rittmeisterin oder Pony Girl (je nach Fetisch) wären doch stilistisch eine nette Abwechslung. Beim nächsten Mal dann!

Nein, ich werde dieses Jahr zum ersten Mal nichts über den Christkindlmarkt (für Menschen mit Migrationshintergrund: Dezemberdult) schreiben. Ich schreibe auch nichts über langhaarige Fußgängerzonen-Barden, die, mit ihrer Klampfe bewaffnet, die dunkle Jahreszeit ausnutzen, um Winterdepressive in den Suizid zu singen. Auf tausendfachen Leserwunsch hin möchte ich hingegen ein versöhnliches Zeichen setzen und berichten, wie zynische Misanthropen wie der Verfasser dieser Zeilen den Heiligen Abend verbringen – jedenfalls ganz anders als vermutet.

Nachdem ich in der Altstadt alle auffindbaren Falschparkerautos mit Landnummern zerkratzt habe, genieße ich anschließend die ruhigeren Minuten, wenn ich mich in Stille vor die Krippe setze, schaue und staune. Zuvor begann mein Tag frühmorgens mit dem Brevier, also der Laudes, dem Morgenlob. Nach der Eucharistiefeier in meiner kleinen Hauskapelle gönne ich mir den einzigen kleinen Luxus des Tages: Ich nehme mir etwas mehr Zeit fürs Frühstück, weil mir ein sehr ausgefüllter Heiliger Abend bevorsteht.

Nach der Selbstgeißelung stimme ich mich in Ruhe auf die Christmette ein, gehe alles durch und geißele mich je nach Lust und Laune ein weiteres Mal. Diese Vorbereitung muss ich noch einmal unterbrechen – für eine Begegnung, die mir wie jedes Jahr sehr am Herzen liegt. Ich besuche die diensthabenden Damen in der Regensburger- und der Haitzingerstraße, stellvertretend für alle Passauer, die an Heiligabend arbeiten müssen. Ich hoffe, dass mir dann noch ein wenig Zeit bleibt, Zeit für meine Domspatzen, deren CDs ich so gerne höre.

Meine Botschaft an die Bürgerblick-Leser: Einfach weitermachen wie bisher und vielleicht noch ein bisschen mehr essen, trinken und rauchen nächstes Jahr. Und ja nichts spenden – das geht alles in den Great Reset!