Mittwoch, 19. Februar 2020

Oberbürgermeister für Passau Steiner

... wird sich noch ein bisschen hinziehen...

Dienstag, 18. Februar 2020

Die Schwachen liegen ihm stark am Herzen

Teil 4 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Josef Ilsanker, Die Linken

Er hat enorm abgenommen, argumentiert mit geschliffener Rhetorik, trägt meistens Schwarz, betont den sozialen Schwerpunkt seiner Politik, hat keinen Studienabschluss und schaffte es trotzdem in ein Parlament – Grüß Gott, Herr Dupper?

Nicht ganz. Josef Ilsanker (44) weist viele Parallelen zum amtierenden Oberbürgermeister auf, das stimmt. Aber der Chef der Passauer Linken ist weit davon entfernt, eine Kopie des Ober-Sozialdemokraten zu sein. 

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Das ist lustig genug. Leider nicht zu toppen.




Montag, 17. Februar 2020

Die Marathon-Frau

Teil 3 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Stefanie Auer, Die Grünen
Wenn sie einen Raum betritt, dann fällt sie auf. Im zweiten Stock im Schöffberger, einem kleinen Café nahe des Doms, ist das nicht anders. Als sie die Treppe raufkommt, fallen sofort ihre schlohweiß gefärbten Haare auf, die ihr Gesicht einrahmen wie ein Helm. Ihr roter Wams und die schwarzen Stulpenstiefel lassen die Frisur noch gleißender wirken, genau wie das schwarze Piercing in ihrem Lippenbändchen, das hervorblitzt, wenn sie lacht. 


Hier, zwischen Englisch sprechenden Studenten, Nierentischen und Prozellannippes an der Wand, wirkt die junge Frau zugleich fehl am Platz und genau richtig. Ein benachbarter Gast aus dem Steinweg, der gerade wieder einmal wahllos Leute anpöbelt, mustert sie von oben bis unten: "Hä, Prinz Eisenherz, gehst in Fasching?" Mitleidig sieht sie ihn an: "Mach kein Auge, Oida, Lachkick. Trigger mich nicht." Das ist Stefanie Auer von den Grünen, Passaus jüngste OB-Kandidatin.

Eine waschechte Passauerin ist die 33-Jährige. Das merkt man, wenn sie spricht. Am Donnerstag stand sie bei der großen Podiumsdiskussion mit ihren sieben Kontrahenten am Rednerpult. Auer und Christa Tausch waren dabei die Einzigen, die Bairisch geredet haben. „Das ist für mich ganz normal“, sagt sie. „So reden wir hier eben.“ (Anmerkung des Lektorats: Kann Jürgen Dupper auch Nicht-Bairisch reden oder war der nicht dabei?)

Ihre ganze Jugend hat sie in ihrer Geburtsstadt verbracht. Am Inn rumliegen, Zeugs rauchen, Bierdosen nach Nazis werfen oder Wände anschmieren – was man halt als Jugendlicher in der Kleinstadt so macht, wenn man sich gerne die Haare färbt und Frenula pierct. 

Nach dem Abitur entscheidet sie sich für den Journalismus. Leider landet sie bei der PNP.„Irgendwann“, schüttelt es sie, „habe ich mich aber gefragt: What the fuck...?“

Ab 2009 studiert sie Rechtswissenschaften in München. Das habe viel mit dem Journalismus gemein, findet sie: „Für den Journalismus kann man faul und doof sein, für Jura halt nicht mehr faul.“

Während des Studiums lernt sie ihren späteren Ehemann kennen, aber nicht in der Stadt, „sondern – ganz klassisch – auf einer Party“. Und zwar in Hengersberg. Beide einte von Anfang an ein Faible für die Musik, auch wenn es in diesem Fall eher seltsame Musik war: „Es lief 'Komm ma lecker unten bei mich bei' von Eisenpimmel in Endlosschleife. Wir haben dazu total eng getanzt und zärtlich geknutscht.“ Ihr Liebeslied lief dann sogar bei der standesamtlichen Trauung, „seitdem fahren Oma und Opa auf jedes Eisenpimmel-Konzert“.

Ein Jahr nach Studienbeginn kehrt sie als fertig ausgebildete Rechtsanwältin nach Passau zurück. In einer Partei ist sie da noch nicht. Ihr politisches Engagement beginnt erst, als 2016 ihre Hanfpflanze an saurem Regen stirbt und ihr ein wildfremder Mann in der Kneipe unaufgefordert die Tür aufhält. Da sei ihr klar geworden: „Ich muss mich engagieren.“

Nur dreieinhalb Jahre später wählen die Passauer Grünen sie zur OB-Kandidatin. „Genau das zeichnet uns aus“, findet Auer, „kaum sind die zwei alten Schlachtrösser und der Bärtige rausgebissen, fällt uns schon wieder neuer Quatsch ein.“

Anstrengend sei er schon, der Wahlkampf, auch der weitere Aufbau ihrer eigenen Kanzlei laufe derzeit nur „mit Handbremse“.

Doch Auer mache das nichts aus: „Ganz im Ernst: Wenn Sie Ihre Mutter im Gartenhäcksler geschreddert, 1,8 Millionen Steuern hinterzogen haben oder sich von Jeff Bezos scheiden lassen wollen, kommen Sie dann zu mir? Da gehen Sie doch zu einem richtigen Anwalt. Und von den ganzen Gratlern mit Prozesskostenhilfe kann ich nicht leben. Jetzt werde ich halt Oberinnenbürgerinnenmeisterin."

Auch daran, dass sie − 33 Jahre jung, Frau mit gefärbten Haaren – so gar nicht dem Klischee eines niederbayerischen Bürgermeisters entspricht, verschwende sie keine Gedanken. Das schlägt sich auch in einem ihrer großen Wünsche für Passau nieder: ein diverser, queerer, gegenderter, Pogo tanzender Stadtrat ohne alte Säcke. „Der Unterbau muss jünger und weiblicher sein“, fordert Auer. „Junge weiße Frauen statt alter schwarzer Männer – also ersteres natürlich auf die Haarfarbe und zweiteres auf die politische Ausrichtung bezogen," grinst Auer. "Warum engagieren sich ein Dickl oder ein Scheuer eigentlich nicht im Seniorenbeirat statt im Stadtrat?"

Das Gespräch ist beendet, Auers Arbeitstag geht weiter. „Jetzt geht’s erst mal zum Inn. YOLO!" Stefanie Auer braucht ihre Entspannungsphasen.



Sonntag, 16. Februar 2020

Mit Mannschaftsgeist zum Ziel

Teil 2 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Siegfried Kapfer, FWG (Fahrradfahrer, Wichtel, Gartenzwerge)

Steile Stufen führen zum FWG-Fraktionszimmer unters Rathausdach, zu einem Raum, den nicht einmal alle Verwaltungsmitarbeiter finden – und den auch niemand sucht. Unter der gewölbten Zimmerdecke reihen sich fein säuberlich beschriftete Aktenordner. Fußschellen, Elektroschocker, eine .357 Magnum und der Jungpolizistinnen-Kalender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) schmücken die Schreibtischecke, in der Siegfried Kapfer (63), Fraktionsvorsitzender, ehemaliger Kriminalbeamter und FWG-OB-Kandidat sein Dasein bei Wasser und Brot fristet.

Seinen abgewetzten Gummiknüppel – ein Geburtstagsgeschenk zum Vierzigsten – hat der Grubweger auf dem Konferenztisch in der Mitte des Raumes abgelegt. „Ich bin manchmal schon ein Hektiker, der Menschen schnell überzeugen möchte“, gibt er zu verstehen, gleichzeitig könne er ein „elendiger Sadist“ sein, sagt er lächelnd.

Schon als Kind spielte Kapfer, der schlanke Brillenträger mit der hohen Stirn, den raspelkurzen Haaren und dem Passauer Wolf am Revers, Fußball und Tischtennis, während seiner Zeit bei der Polizei kamen Handkanten- und Faustschlag hinzu. Bekannt ist er als Leichtathlet. Vor allem im Sprintbereich betrieb er Leistungssport und erreichte eine Bestzeit von 10,5 Sekunden auf 100 Meter – "oder auf 50, das weiß ich jetzt nicht mehr genau."

„Familie ist das Wichtigste für mich“, sagt Kapfer und schlägt ohne Vorwarnung mit dem Gummiknüppel einen Stuhl kurz und klein.

Geboren in Passau, wuchs er mit fünf Geschwistern in eher bescheidenen Verhältnissen in Thyrnau auf. Zurück aus russischer Kriegsgefangenschaft wählte Siegfried Kapfer die Polizeilaufbahn, wurde in Passau Kriminalbeamter. Jahrzehnte engagiert er sich in der Polizeigewerkschaft, mittlerweile wurde er zum Ehrenvorsitzenden im Kreis und im Bezirk ernannt. Die Ehrenurkunde von Letzterem hat ebenfalls einen prominenten Platz im FWG-Fraktionszimmer gefunden. „Ich habe mich für das Personal eingesetzt, etwa, .... Sagen Sie mal, sind Sie jetzt eingeschlafen? Das gibts doch nicht", ruft Kapfer und schlägt mir sanft mit dem Gummiknüppel auf die Schläfe. "Zuhören und mitschreiben – jetzt wirds erst interessant."

Er tritt als OB-Kandidat für die FWG an, weil man mit einem OB-Kandidaten in der Öffentlichkeit nun mal präsenter sei, flüstert Kapfer zögerlich. "Das hat aber gar nichts mit unserem hervorragenden Oberbürgermeister zu tun. Ich wähle natürlich nicht mich, sondern den Jürgen. Das können Sie ruhig schreiben. Nein, schreiben Sie das auf jeden Fall."

Die Fade-Winsler-Gemeinschaft ist Passaus älteste parteifreie Vereinigung – und nicht zu verwechseln mit Hubert Aiwangers Partei „Freie Wähler“, wie der OB-Kandidat betont. 1977 trat er der Gemeinschaft bei. 2008 wurde er erstmals in den Passauer Stadtrat gewählt. 2009 wurde er FWG-Vorsitzender, nachdem es aus geriatrischen Gründen bei der FWG keine Alternative gab.

Wieso er sich politisch engagiert? Kapfer überlegt, beugt sich über den Tisch, faltet die Hände, legt dann doch die rechte über die mit der silbernen Armbanduhr. „Wissen Sie wie fad Polizeiarbeit ist? Und was Langweiligeres als Leichtathletik gibts ja auch kaum. Da waren doch der Feuerer und der Schürzinger noch spannender. Gibts den eigentlich noch? Ja, früher wars schöner. Jetzt haben wir auf einmal Leute bei uns, die sind noch nicht einmal in Rente. Einen haben wir dabei, der sieht aus wie der Pumuckl, nachdem ihn ein Postauto überfahren hat, der plakatiert mir die ganze Stadt zu."

Die politische Arbeit mache ihm trotzdem noch Spaß. Nicht immer gehe es dabei allerdings um weltbewegende Themen. „Für manche Bürger ist es wichtig, einen eigenen Laufschlauch zu bekommen oder einen Kunstrasenplatz. Das kriegen die dann auch von mir.“

Und so äußert sich Kapfer öffentlich auch nur dann zu Themen, wenn er dazu auch wirklich etwas zu sagen hat. So hat es zumindest Oberbürgermeister Jürgen Dupper formuliert, als er zum 60er gratulierte, erinnert sich Kapfer und lacht. "Ich sag einfach immer das, was der Jürgen sagt – da liegst Du nie verkehrt."

„Es ist aber immer wichtig, alle Bürger mitzunehmen und niemanden abzuhängen. Die, die uns wählen, können nämlich meistens nicht mehr so gut laufen“, sagt er, seit seiner Kindheit selbst Mitglied im Seniorenbeirat.


Freitag, 14. Februar 2020

Die Ruhe selbst

Teil 1 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Urban Mangold, ÖDP

Die Schokoladenseite der Stadt mit Dom und Innpromenade kann er beim Blick aus dem sogenannten „Ruhezimmer“ genießen, Kloster Mariahilf, wenn er aus dem Küchenfenster schaut. „Ja, wir wohnen gern hier“, stellt Urban Mangold fest, der nicht nur ein "Ruhezimmer", sondern im Keller auch noch ein "Lachzimmer" hat. "Da gehe ich zwei- bis dreimal im Jahr runter und kichere vor mich hin – zum Beispiel wenn ich im Rathaus wieder mal den Chef geärgert oder beim Mensch-Ärgere-Dich-Nicht gegen meine Frau gewonnen habe."

So gern, dass der 57-Jährige, der seit 2008 2. Bürgermeister der Stadt Passau ist, kein Bedürfnis hat, groß zu verreisen. „Ich saß noch nie in einem Flieger“, erzählt er ohne Umschweife. „Das ist mir viel zu kompliziert – wann muss man sich anschnallen, wann muss man klatschen, was macht man, wenn man angekommen ist? Außerdem gibts im Flieger keine Bio-Milch, sondern nur Tomatensaft“, schickt er hinterher und blickt fragend zu seiner Frau, die am antiken Esstisch Platz genommen hat. „Wann waren wir das letzte Mal weiter weg? Ich glaube, es war 2015 in Freinberg. Da wollte ich eigentlich nach Hals, aber habe mich verlaufen“, gibt er sich selbst die Antwort. „Dass mich niemand falsch versteht“, ergänzt Mangold, während er die randlose, akkurat geputzte Brille zurechtrückt: „Ich will keineswegs den Zeigefinger erheben, niemanden maßregeln, der mal mit der Bahn 2. Klasse ins Allgäu fährt. Aber ich persönlich brauche das eben nicht. Vergnügungen, Spaß oder Horizonterweiterungen waren noch nie mein Ding.“

Wie schaut der Alltag eines 2. Bürgermeisters aus? „Ich komme wegen der vielen Veranstaltungen und Sitzungen meist erst gegen 15 Uhr nach Hause. Deshalb gehe ich es morgens ruhiger an. Aber spätestens um elf heißt es: raus aus den Federn“, erzählt Mangold. Ruhiger bedeutet: Frühstück um halb zwölf und dann ab ins Rathaus. Natürlich zu Fuß. "Ich bin achtmal durch die Führerscheinprüfung gefallen, weil ich mich geweigert habe, den Zündschlüssel umzudrehen. Beim Starten werden nämlich am meisten Schadstoffe hinausgeblasen", weiß Mangold. 

OB für Passau dagegen, das wäre sein Wunschziel. Denn die Arbeit als Bürgermeister macht ihm Spaß, „wenngleich vieles einfach zu langsam vorwärts geht. Da würde ich als Oberbürgermeister sehr schnell einiges ändern. Also "werde" wollte ich sagen. Ich fürchte zwar, dass ich es im ersten Wahlgang nicht packe, aber in der Stichwahl klappts dann ziemlich sicher. Das hat mir die Gottesmutter gesteckt, als ich kürzlich auf dem Bauch die Wallfahrtsstiege hochgerobbt bin."

Bis auf die ausgedehnten Waldspaziergänge, Mikado und Leute nerven bleibt Mangold wenig Zeit für Hobbys. Früher hat er leidenschaftlich gerne Keyboard in verschiedenen Bands gespielt, angefangen von Rockwerk Orange, Total Lokal bis Deep Purple Revival Band. Er war ein sehr guter Keyboarder im Rockbereich von Passau, wissen Zeitzeugen. "Irgendwann kam eine Anfrage von Ritchie Blackmore. Ich sollte Jon Lord ersetzen. Aber da hätte ich ja fliegen müssen", zuckt er mit den Schultern.
Er atmet tief durch und meint: „Wenn ich Zeit habe, entspanne ich am liebsten.“ Gerne zieht er sich dazu ins „Ruhezimmer“ zur Zeitungslektüre zurück. Na ja, mit der Ruhe ist das so eine Sache. Denn neben dem roten antiken Sofa steht auf einem knallroten Plexiglas-Tischchen ein Morsegerät und ein Funkgerät. „Wenn ich die Stadtverwaltung anfunke, komme ich schon mal bei einem rumänischen Trucker raus“, erzählt Mangold belustigt.

Aber es hat schon was, der CB-Funk trägt bewusst zum Entschleunigen bei. Ach ja, und wenn es wirklich eilig ist, gibt es ja noch das Handy. Obwohl, noch nicht sehr lange im Hause Mangold. „Bis August 2019 habe ich mich erfolgreich dagegen gestemmt“, denn alle seiner verstorbenen Bekannten sind an Handystrahlung gestorben. „Das gibt von diesem verbrecherischen Ärzte-Mobilfunkanbieter-Kartell bloß keiner zu", hat Mangold feststellen müssen.


Sonntag, 9. Februar 2020

Exklusiv auf Wahlinfo-Passau: Die nächsten AS-Titelthemen

16. Februar:

Schrecklicher Verdacht. Ist Putzke Sachse?

23. Februar:

Foto beweist: Putzke hilft Oma von AfD-Wähler über die Straße.

01. März:

Jetzt reichts! Putzke verteidigt Kriminelle vor Gericht.

08. März:

Schäbig! Steiner und Putzke werden Dickl nicht wählen (wahrscheinlich).

15. März:

Jetzt ist es raus: Steiner und Putzke planen Angriffskrieg.

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Wen Sie in fünf Wochen wählen wollen und sollen und wen Sie auf keinen Fall wählen dürfen, erfahren Sie demnächst ausschließlich auf Wahlinfo-Passau und natürlich in der Am Sonntag. Und auf Facebook natürlich.