Samstag, 2. November 2019

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Aufgestellt und abserviert

Lieber Tölpel!

Hui, war das eine Aufregung im Lebensschützer-Mikrokosmos. Die PNP hat nämlich einen echten Skandal aufgedeckt. Eine Frau hat einen Termin für eine Abtreibung, sagt ihn in letzter Sekunde ab und weigert sich aber, das dem Arzt wegen der Kurzfristigkeit wohl zustehende Ausfallhonorar zu bezahlen, woraufhin dieser klagt. So weit, so unspektakulär. Man kann aber auch eine reißerische Story draus machen, in der zwischen den Zeilen irgendwie subtil insinuiert wird, dass der Arzt unzufrieden damit ist, dass er das Kind nicht abtreiben darf und deshalb klagt. Die Perfidie endet hier noch nicht. Natürlich weiß man bei der Heimatzeitung, dass das für ihre selbstgerechte und moralistische Leserschaft ein gefundenes Fressen ist und so nehmen die Dinge ihren Lauf.

Unzählige Leserbriefe werden abgedruckt – wie zu erwarten: Empörung, Entsetzen, „ja wo leben wir denn?“, großteils Themaverfehlungen, die mit der Sache nichts zu tun haben. Wie kann so ein Halbteufel in Weiß eine wieder auf den rechten Pfad Gekommene nur verklagen? Schlimm, pfui, ich heul gleich. Der eigentliche Skandal ist aber ganz ein anderer. Dass Frauen im letzten Zipfel der Republik zwischen Tschechien und Oberösterreich, die abtreiben wollen, auf einen einzigen Arzt angewiesen sind, der eigentlich schon längst im Ruhestand wäre, wenn er nicht gebraucht werden würde. Sonst macht‘s nämlich keiner – auch nicht unsere zukünftige Uniklinik.

Gibt’s da eigentlich niemanden im Stadtrat, der das Thema mal wieder aufgreift? Das wäre doch wirklich was für die Grünen, eigentlich sogar ein ur-grünes Thema. Mein Bauch gehört mir, Selbstbestimmung der Frau, usw. usf. Wenn jetzt dann nächstes Jahr diese vielen jungen Weltretter in den Stadtrat einziehen, könnten sie sich ja freundlicherweise nicht nur der Verhinderung des Weltuntergangs, sondern auch solch trivialen Stadtthemen widmen.

Deine Kathi


Liebe Kathi!

Die Grünen haben ja jetzt wider Erwarten einx Volljährigx zux OB-Kandidatx nominiert. Der Synek Charly musste ihnen wahrscheinlich stundenlang erklären, dass ein drohender Weltuntergang nicht das Wahlrecht außer Kraft setzt und 14-Jährige einfach nicht OB werden können. In sechs Jahren vielleicht, wenn der Notstand sicherlich schon lange gilt. Dann ist der Charly aber vielleicht gar nicht mehr dabei und muss nicht in der Sitzungspause seine Fraktionskollegen wickeln. Dieser Junge von den Grünen hat übrigens gesagt, dass sie lauter spitzenmäßige Kandidierende haben. Und was sind die dann, wenn sie gewählt werden? Stadtratende?

Hurra, Freddy ist wieder da! Dr. Frederik Weinert, der uns schon vor vielen Jahren so viel Wahlkampf-Freude gemacht hat, plant eine eigene Stadtratsliste. Der Buchautor, Digitalexperte und Vortragsredner plant eine „konservative Liste mit den Schwerpunkten Christlichkeit, Werte und Soziales.“ Das ist ja schon mal ein Alleinstellungsmerkmal! Außerdem ist das Multitalent tierlieb und will ein Wirtshaus in Schalding. Freddy, toi toi toi!

Hab ich wen vergessen? Ah, die SPD und die CSU z.B. Die SPD beteiligt sich nicht an irgendwelchen Abwerbeversuchen und ist rundweg zufrieden mit ihrer noch zu präsentierenden Liste. Da ist dann der Oberjürgen drauf – und die Anderen halt. Bei der CSU läuft‘s – sagen wir mal – noch nicht ganz rund. Prussian Pitbull Putzke (PPP) muss aufpassen, dass er sich politisch nicht bald im Partizip Perfekt Passiv (PPP) von „sein“ befindet. Die „Am Sonntag“ schreibt etwas von einer „brutalen Wahl-Watschn für Steiner“, aber das bringen halt Revolutionen mit sich: dass nicht alle begeistert sind von der Liste. Sehen wir es doch positiv: Feindliche Übernahme der Passauer CSU – einstweilen – geglückt.

Dass mir übrigens, wenn es um Holm Putzke geht, immer diese Spitzenwortspiele einfallen? Inspirierend, der Mann.

Dein Tölpel

Mittwoch, 3. Juli 2019

Ähm

Ich muss das erstmal verarbeiten, bis ich zu allem was schreiben kann.

prä

Samstag, 20. April 2019

Believe and pray

Ich habe mir die Mühe gemacht, die gestrige Online-Publikation des Passauer Bischofs von vorne bis hinten durchzulesen.

Abgesehen davon, dass der Text vom Aufbau her, sprachlich und inhaltlich vollkommen verschwurbelt, konfus und quälend redundant ist (wie immer), möchte ich versuchen, einzelne mir halbwegs verständliche Behauptungen zu kommentieren.

Da verteidigt ein noch nicht so alter Mann, der die Welt nicht versteht, weil er sich schon vor langem in seine Scheuklappen-Religiosität hinein geflüchtet hat, einen ziemlich alten Mann, der die Welt noch nie verstanden hat, weil er noch nie in der richtigen Welt gelebt hat. Der eine glaubt, dass "Believe and Pray" die Menschen besser macht. Womöglich glaubt er es wirklich. Der andere stellt Behauptungen auf, die man wohlwollend als seinem Alter geschuldet wahrnehmen könnte, wüsste man nicht ganz genau, dass dem Austrags-Papst wohl bekannt ist, dass Übergriffe und Prügelorgien bei den Domspatzen und anderswo nicht von irgendwelchen 68ern begangen wurden. Notfalls könnte er seinen Mittäter-Bruder fragen.

Worum geht es also in Osters Karfreitags-Depesche? Möglicherweise wäre der Text verständlicher, wenn man irgendetwas Pseudowissenschaftliches wie Theologie oder Parapsychologie studiert hätte – aber nicht einmal da bin ich mir sicher. 


Zitat Oster: "Macht, Sex und Geld sind zu allen Zeiten die großen und bleibenden Herausforderungen des Menschen gewesen und das Evangelium ist in allen diesen Punkten sehr klar und sehr ausdrücklich: diejenigen, die an Jesus glauben, sind herausgefordert und eingeladen Ihm zu folgen in der Absage an eine Macht, die andere beherrschen will, in der Absage an ein Besitzen, das hinderlich ist für den Eintritt in das Reich Gottes, und in der Einladung die Kraft und Schönheit von Sexualität dort zu leben, wo sie der Liebe und dem (neuen) Leben dient und nicht, wo sie sich zuerst von egozentrischer Triebhaftigkeit bestimmen lässt." Abgesehen davon, dass kein Mensch, der nicht in Osters, sondern in der richtigen Welt lebt, versteht, in welchen Fällen Oster Sexualität für schön hält und wann egozentrische Triebhaftigkeit beginnt, verstehe ich ihn so, dass Macht, Sex und Geld ein Problem darstellen. Dann, Bischof Oster, schaffen Sie sofort die Katholische Kirche samt Vatikan, Papst, Kardinälen, Glaubenskongregation etc. ab und fangen noch einmal bei Null nach Christus an. Macht, Sex und Geld waren seit jeher tragende Säulen Ihres Vereins – neben Sklaverei, Folter, Völkermord usw.

Oster schreibt weiter: "Der Märtyrer glaubt: „Es gibt eine Wahrheit, die größer und tiefer ist als ich selbst. Und sie ist da. An ihr misst sich mein Leben und mein Verhalten. Für diese Wahrheit allein kann ich leben – und sterben!“ Genau das hat sich Anis Amri wohl gedacht, als er den Sattelzug in den Weihnachtsmarkt gelenkt hat. 

Was ich aus Osters verschwurbeltem Text aber tatsächlich herauslesen kann, ist seine sektiererische, immer wieder vorgetragene Behauptung, der Mensch kann Gut und Böse nicht unterscheiden, wenn er nicht an Gott glaubt. Nein, er kann es noch nicht einmal dann, wenn er die dauerhafte Anwesenheit Gottes nicht erkennt. Das ist nicht nur eine Beleidigung aller Menschen, die diesen Religionsquatsch überwunden haben, sondern eigentlich bereits Hassrede – Hate Speech.

Dass diese Behauptung vollkommener Unsinn ist – um das zu sehen, braucht es keinen theologischen oder sonstigen Diskurs. In der Welt, in der ich lebe, begingen und begehen Menschen Terroranschläge, Morde, Völkermorde und alles Böse, was man sich vorstellen kann, obwohl sie an die dauernde Anwesenheit eines Gottes glauben und ganz oft auch, WEIL sie an ihren Gott glauben – und das sind nicht nur Islamisten. 

Vielleicht ist es ja anders herum – wer immer nur an irgendetwas glaubt ohne nachzudenken, verliert das Urteilsvermögen dafür, was gut und was böse ist. 

Frohe Ostern!

Freitag, 8. März 2019

Heute in einem Passauer Lebensmittelmarkt

Durchsage: "Liebe Kundinnen, heute ist Weltfrauentag. Aus diesem Grund erhalten Sie das Netz Speisekartoffeln für 1,99 statt für 2,49."

Genialer kann man die Situation nicht auf den Punkt bringen.




Samstag, 2. März 2019

Bistum Passau erlässt Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter (PNP)

Das Bistum Passau hat einen Verhaltenskodex für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter erlassen. Die im neuen Amtsblatt der Diözese veröffentlichten Regeln sollen ein achtsames Miteinander mit Minderjährigen sicherstellen. Der Verhaltenskodex wurde auf Anweisung von Bischof Stefan Oster von der Stabsstelle Prävention verfasst. Ziel ist die Verhinderung von Grenzverletzungen, sexuellen Übergriffen und Missbrauch in der kirchlichen Arbeit. Die Vorschriften gelten für rund 10.000 Beschäftigte in Einrichtungen von Kirche und Caritas sowie mindestens noch einmal so viele Ehrenamtliche.


Untersagt sind diesen künftig unter anderem gemeinsame Urlaube mit Minderjährigen oder regelmäßige private Einladungen. Vor jeder Berührung muss nach dem Einverständnis gefragt werden. (Darf ich mal Deinen Piepmatz anfassen, bitte?) Körperkontakt ist nur erlaubt, wenn es um Trost (Mmmh, das tut gut, gell?), Erste Hilfe (Ich bin Priapismus-Therapeut.) oder Pflege (Da schmieren wir jetzt einfach ganz viel Babyöl drauf.) geht. Einzelne Minderjährige dürfen von Kirchenmitarbeitern keine finanziellen Zuwendungen, Belohnungen (Such mal, wo ich das Mon Chéri für Dich versteckt habe!) oder unangemessenen Geschenke (Und nach den Ferkeleien einfach mit dieser Peitsche selbstkasteien – dann drückt der liebe Gott ein Auge zu.) erhalten. Mutproben sollen unterbunden werden, auch wenn die Schutzperson dieser zugestimmt hat. (Tut mir leid, wir dürfen keine Flasche Wodka mehr exen – das hat uns der Herr Bischof verboten.)

Übernachtungen von Kindern und Jugendlichen in Privatwohnungen von Seelsorgern sowie anderen haupt- und ehrenamtlichen Kirchenmitarbeitern sind verboten. (Wir müssen jetzt leider immer ins Hotel, Süßer.) In Ausnahmen müssen stets mindestens zwei Erwachsene präsent sein (Dafür nehmen wir heute mal den Herrn Kaplan mit.) und die Erziehungsberechtigten zugestimmt haben. (Wir lernen dem Buben das Pokern.) Der alleinige (Immer zwei oder drei Buben gleichzeitig!) Aufenthalt mit einer minderjährigen Schutzperson in Schlaf- und Sanitärräumen ist zu unterlassen, gemeinsame Körperpflege (Nur noch gegenseitig, nicht nur gemeinsam!) nicht erlaubt. Anvertraute dürfen unbekleidet weder beobachtet noch gefilmt oder fotografiert werden. (Lesen Sie hierzu einen Kommentar von Karl Birkenseer.) Vermieden werden sollen im Umgang mit jungen Menschen Kosenamen, Fäkaliensprache, Zynismus oder Verniedlichungen. (Wo sind denn meine versauten Altar-Schlampen?)


Übers Ziel hinaus geschossen. Ein Kommentar von Karl Birkenseer


Bischof Oster hat einen Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter im Bistum Passau erlassen. Das ist grundsätzlich zu begrüßen.


Erzwungener, möglicherweise gefesselter Geschlechtsverkehr hat in einer moderner werdenden Kirche nichts verloren. So ist es sicher richtig und wichtig, dass der Minderjährige vorher immer um sein Einverständnis gefragt werden muss. Dass sexuelle Praktiken mit Kindern nur noch zum Trost oder aus pflegerischen Gründen erlaubt sind, ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.


Wenn allerdings nackte, sich neckende, scherzende Ministranten nicht mehr gefilmt werden dürfen, fragt man sich, wer dann noch Priester werden soll. Wenn einem zölibatären Seelsorger überhaupt kein Spaß mehr gegönnt wird, wird der Priestermangel wohl noch zunehmen.


Lassen wir doch die Kirche im Dorf. Vergewaltigungen, harte SM-Praktiken und Prügelorgien: nein. Schmusen, Kuscheln, Knutschen, einvernehmliche zärtliche Praktiken und Filmaufnahmen müssen weiterhin möglich sein.