Dienstag, 3. November 2009

Angelobt und weggetreten

Lieber Tölpel!

Das ist vielleicht eine putzige Geschichte. Am Samstag überschlägt sich Stefan Rammer in der PNP noch vor Begeisterung über den EU-weiten Kunstpreis eines Passauer Gymnasiasten und lässt den aufgeweckten, neugierigen, jungen Mann noch mit vollem Namen kluge Sprüche sagen, während ich bereits am gleichen Tag von passau-live.de darauf hingewiesen worden bin, dass es sich bei dem Schüler-Kunstwerk um ein ziemlich offensichtliches Plagiat handelt. Dann dauert es immerhin bis heute, dass auch Redakteur Rammer von einer peinlichen Panne spricht - nun mit abgekürztem Abmal-Künstler-Familiennamen. Übrigens ist jetzt die Jury daran schuld, dass sie ein Plagiat prämiert hat. Wer auch sonst?

Grande Dame Angelika Diekmann würde dazu wohl sagen: Art knows no native tongue, it explains itself without words. Tja, da wird jetzt bevorzugt englisch gesprochen auf der MiE-Seite. Schließlich is this auch a forum for international understanding, to which I (AD, Anmerkung der Verfasserin) warmly welcome you. Ja, leck mich doch am Arsch, jetzt werden wir aber ganz schön internäschnäl hier am Rand der Republik - koste es, was es wolle. Eigentlich ist die Idee auch gar nicht so dumm, irgendwelchen narzisstischen Prominenten irgendwelche Preise hinterher zu werfen. Weil wenn man den Preis gleich mal MENSCHEN in EUROPA-Kunst Award nennt (Wer hat sich das denn ausgedacht? Dafür müsste es ja gleich den MENSCHEN in EUROPA-Wording Award geben), merkt der Herr Lagerfeld (und die ganzen anderen eingekauften Geehrten) vielleicht gar nicht, dass er nur vorbeikommen darf, um die Eitelkeit bestimmter Leute zu befriedigen. Dazu ein kleines abgewandeltes Fredl-Fesl-Zitat: Mit Geld kann man sich alles kaufen, auch Leute, die Awards nachlaufen.

Auch der Herr Redakteur Klotzek hat mich wieder mit einer wunderschönen Überschrift erfreut: Schweinegrippe an Schulen: Küssen verboten. Noch schöner ist allerdings die Zwischenüberschrift: Händewaschen Ja - Schmusen Nein. Mann, Klotzek, das ist ja geradezu dadaistisch. Sowas will ich jetzt dringend öfter lesen. Wie wäre es beim nächsten Schweinegrippeartikel mit: Zähneputzen Ja - Fellatio Nein. Oder beim nächsten Laudatio-Orgasmus zu MiE: Society Yes - Sense No. Und always schön in english, gell. Klotzen nicht rammern!

Heute bin ich aber wieder straight in meiner native tongue, findest Du nicht, Tölpelchen?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Du bist überhaupt die Beste. So viele Wortspielereien, so viele Anspielungen. Du kommst ja fast an den Harry-Potter-Kommentator (Kommentar Beitrag drunter) heran. Ob das wieder der Insider war, nach dem die PNPler so verzweifelt fahnden? Die wollen nämlich unbedingt wissen, wer denn auf der Website-non-grata Wahlinfo-Passau immer diese internen Dinge ausplaudert. Nur zur Info, pardon, fyi: Ich weiß es auch nicht.

The "Menschen in Europa" series of events has grown into a major part of our business concept, as a regular annual event in autumn. "But no swine is interested in it out of Passau," möchte man da gerne ergänzen. Das ist so ähnlich wie mit den Europäischen Wochen. Man geht durch den Wald und pfeift laut, aber es hört nur der Wald. Boah ey, das könnte von Klotzek sein.

Ich fasse mich heute kurz, weil politisch gab die letzte Woche nicht viel her und immer nur auf der Monopolzeitung rumhacken, ist auch fad. Lustig finde ich, dass verschiedene Leserbriefschreiber sich über Pro und Contra Dr. Andi streiten. Jetzt hat der arme Mann noch nicht mal richtig angefangen und schon wird diskutiert, ob er ein guter oder schlechter Staatssekretär ist. Lasst ihn doch mal machen! Und wenn er tatsächlich die Nordtangente forciert, dann schreiben wir ihn wieder ganz schnell raus aus dem Amt. Weil wir machen nämlich nicht nur Staatssekretäre, wir demissionieren sie auch, wenns sein muss. Wir sind mächtiger als die Monopolpresse - wir sind die vierte Gewalt.

Prost!

Dein Tölpel

Kommentare:

Priscilla Fortescue hat gesagt…

Oh dear, why leave "Menschen in Europa" not only in inverted commas, but also in the German native tongue? Wouldn't Mansions in Europe, Mentioning Europeans, Mansons (Charles or Marilyn) in Europe sound more European? More humanistic? More apt for Verlagsgroupies? More acrobatic, erm, artistic?

Fabrizius hat gesagt…

It is half so wild
issnt it?
Lagerfeld schwebte ein,
kassierte ab und ...
zurück blieb eine entzückte und entrückte Glamourcommunity, die allen Ernstes glaubt der Karl wäre mächtig stolz auf dieses Dingensens.
Sorry Award heisst das ja auf internettistisch.

Anonym hat gesagt…

A regular anal event in autumn?

wahlinfo-passau hat gesagt…

Ich sehe mit Stolz, dass meine Kommentatoren mit einem überdurchschnittlichen Bildungsstatus gesegnet sind.

Fabrizius hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Präsident,

sie verwenden das Wort "GESEGNET".
Das ist ein religiös besetztes Wort und sollte in einem bildungspluralistisch geprägten blog nur mit Vorsicht Verwendung finden.
Exakt die gleiche Meinung vertritt der europäische Gerichtshof

http://www.zeit.de/gesellschaft/2009-11/urteil-kreuze-eugh

wobei wir wieder bei Europa sind, bei Karl Lagerfeld und der Milchquote. Nee, noch nicht, aber Wetten, dass der Seehofer die Milchquote erwähnt, wenn er jemals in den Genuss kommen sollte bei "Menschen für Europa" eingeladen zu werden?

Anonym hat gesagt…

Der Profiler ist einer von diesen Zauberlehrlingen, was?

Anonym hat gesagt…

Laß ihn! In diesen Zeiten ist man nicht wählerisch.

Anonym hat gesagt…

Was für Interna plaudert denn der Insider eigentlich aus?

Anonym hat gesagt…

Mentioning your Opa.

Anonym hat gesagt…

Ob der Lagerfeld Geld bekommen hat für seinen Auftritt? Schätze, der könnte mit seinem kleinen lederbesetzten Finger die leicht verschuldete Verlagsgruppe kaufen...

Anonym hat gesagt…

Mag sein. Nur - warum sollte er das tun?

Anonym hat gesagt…

Lieber Profiler:

immer schön auf Europa schimpfen. Wir alle profitieren von der EU. Keine kleine Gemeinde und keine Stadt möchte oder kann noch irgenetwas auf die Beine stellen ohne nach finanzielle und sonstige Hilfe aus Brüssel zu schreien. Mittlerweile gibt es eine undurchschaubare Anzahl und Ausrichtung von EU-Förderprogrammen. Gut. Aber die entstanden ja nicht von heute auf morgen sondern haben unsere gewählten Vertreter ja so gewollt. Gleiches gilt i ü auch für die Milchquote, die brachte weder der Weihnachtsmann noch ist sie vom Himmel gefallen. So sind die Mehrheiten. Wer keine politische Gestaltungkraft hat soll das zu geben und nicht ewig auf Brüssel schimpfen. Das geht mir so was von auf die Socken.
Seit 2000 Jahren hängt in Bayern in vielen Räumen das Kruzifix. Jetzt hat das mal einer aus einer anderen Sichtweise beleuchtet... und schon sind sie wieder da die Kleingeister. Wieso findet sich niemand, der die die Bayern aus der EU schmeißt mit samt ihrer Milch ... Dan darf sicjh Bayer nseien eigene Milchquote basteln und überall Kreuze aufhängen.....

Anonym hat gesagt…

Manche sind, wenn sie hier etwas reintippen, nicht mehr ganz nüchtern...

Fabrizius hat gesagt…

Ach Anonymus,
Europa ist mir so was von Wurscht. Ich käme nie auf den Gedanken darüber zu schimpfen. Kruzifixe, Milchquote und Bayern rausschmeißen sind keine Themen, es sind Plagiate einer Endlosdiskussion. Wer sein Kreuz aufhängen will, der soll es tun und wer Bayern jenseits der EU sehen will, der soll es so sehen.

Was das alles mit dem Karl Lagerfeld zu tun haben könnte, das bleibt mir verschlossen.

Anonym hat gesagt…

Lieber Profiler, einfach nicht glauben, dass jeder Kommentar was mit Ihnen zu tun hat. Manchmal versucht man auch nur, schnell das Thema zu wechseln.

Anonym hat gesagt…

Weihnachtsmann? Hey, wir sind hier in Bayern - da heißt es immer noch Christkind! ;-)

Anonym hat gesagt…

Genau! Angelika würde sagen: "The Christ child to which I warmly welcome you."

Anonym hat gesagt…

Ob der Lagerfeld Geld bekommen hat? Natürlich und zwar so viel, dass ich, der ich weder ein ein Eurojobber noch geringfügig beschäftigt bin, dafür locker zwei Jahre arbeiten müsste. Es handelt sich um eine Summe im Grenzbereich zwischen fünf und sechsstellig. Aber wenn man dafür in Brisant, Capriccio und den Seitenblicken aus dem TV grinsen darf, dann ist das Geld doch gut angelegt. Warum also sollte man das Geld den bösen Mitarbeitern geben?

Anonym hat gesagt…

Zu Ihrem tollen Europa: Deutschland produziert beispielsweise soviel Getreide, damit es verheitzt werden muss. Es wird aber nicht an ärmere Läner verteilt. Die EU subventioniert die Bauern, die ihr überschüssiges Fleisch oder Gemüse in die Dritte Welt exportiert. So können die EU-Bauern die einheimischen Bauern unterbieten und werden noch ärmer.
So ist die Realität.

Karl Lagerfeld ist doch ein psychisch Irrer mit pseudo-coolen Handschuhen und einer Sonnenbrille, weil er sich schämt, seine Augen zu zeigen. Es ist eine Maske. Eine Maske hängt man an die Wand. Man gibt ihr keinen Preis. Außer man lebt in einer elitären Welt. In einer EU-WELT.

Anonym hat gesagt…

Oh boy; ich sehe schon: man wünscht keinen Themenwechsel dafür mehr Bayern.

Anonym hat gesagt…

Ach, diese ein wenig alberne, oberflächliche Event-Reihe ist doch nicht das schlimmste von der Welt. Viel schlimmer ist doch, wie die Geschäftsführerin mit ihren Mitarbeitern umgeht und darüber hinaus dabei ist, den Laden vor die Wand zu fahren... Welcher Mensch, der einigermaßen qualifiziert ist, möchte denn noch für den Saftladen arbeiten? Und die, die da sind, bleiben doch nur, weil sie keine Alternative haben.

Arlecchino hat gesagt…

Eine Maske trägt man. Oder amüsiert sich beim Betrachten. Passt doch.

Anonym hat gesagt…

Capriccio hat übrigens alles andere als Hofberichterstattung geliefert. hätten wir dem BR gar nicht zugetraut. Und warmly-welcome-Angelika kam gar nicht gut weg.

Anonym hat gesagt…

Die bald haupthaarlose Tucke ist doch nur zu bemitleiden. Verheiratet mit einem garstigen Weib aus reiner Gier. Er wird in der Hölle braten - und er weiß es. Vielleicht spürt er die Flammen schon.

Anonym hat gesagt…

Narzisstische Personen sind gekennzeichnet durch einen Mangel an Einfühlungsvermögen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, was sie mit einem großartigen äußeren Erscheinungsbild zu kompensieren versuchen. Häufig hängt das mit ihrem brüchigen Selbstwertgefühl zusammen. Die Goldene Regel „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg' auch keinem anderen zu“ ist Narzissten fremd. Sie behandeln Mitmenschen so, wie sie selbst nicht behandelt werden möchten. Sie besitzen auch einen Blick für das Besondere, können leistungsstark (in Schule, Beruf, Hobby) sein und haben oft gepflegte und statusbewusste Umgangsformen. Neben Prädispositionierung ist das Elternhaus ein entscheidender Faktor für narzisstische Persönlichkeiten. Es finden sich überwiegend sehr unempathische, wenig akzeptierende Eltern, die das Kind nicht selten schon früh überfordern. So findet in der kindlichen Erziehung vor allem ein Verhalten Beachtung und Verstärkung, das, in gewisser Intoleranz gegenüber anderen, die eigenen Fähigkeiten und Wertigkeit betont und diese auch nach außen gut darstellen kann. Jenes ohne, dass das tatsächlich gezeigte Verhalten dieser Selbstpräsentation auch nur annähernd entsprechen muss. Narzissten überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und zerstören aus Neid, was begabtere Menschen aufgebaut haben. Wenn Narzissten eine leitende Funktion ausüben, leiden die Betroffenen sehr. Wenn möglich, entziehen sich Mitbetroffene ihrem Einfluss.

Maligner (bösartiger) Narzissmus kann als Zwischenstufe von narzisstischer und antisozialer Persönlichkeitsstörung angesehen werden. Als maligner Narzissmus wird die Kombination von narzisstischer Persönlichkeitsstruktur, antisozialen Verhaltensweisen mit intensiven krankhaften Aggressionen und eventuellen paranoiden Neigungen bezeichnet. Kennzeichnend sind krankhafte Grandiosität (Entwicklung eines nicht der Realität angemessenen Größenselbst oder Realitätsverlust) mit Herrschaftsanspruch innerhalb einer Gruppe, bis hin zu Sadismus und Hass. Im Unterschied zur antisozialen Persönlichkeitsstörung, die sich durch das völlige Fehlen von Verantwortungsgefühl, Gewissen und Sorge/Mitgefühl sich selbst und andere Menschen betreffend auszeichnet, sind beim malignen Narzissmus noch Über-Ich-Anteile (Gewissen) funktionsfähig, und es existiert auch ein Gefühl für Mitmenschen, wenn auch oft in ausbeuterischem Interesse.

PNP Samstag hat gesagt…

Sitz ich auf der Leitung oder der Rest der PNP Lokal Welt heute?
Stadler hatte doch gestern gefordert, dass man es generell in die Zuständigkeit der Städte legen solle wie lange Geschäfte öffnen. Da war doch kein Wort zu lesen, dass er wünscht, dass in Passau länger geöffnet wird. Oder?
Und dann heute Mangold, der wieder mal alles verdreht, ein erzürnter Einzelhändler und eine Umfrage zum Thema. Nur dass das Thema von heute am Thema von gestern vorbeigeht.

Anonym hat gesagt…

Es gibt Köche, deren Eltern sind Geschwister.