Montag, 9. Februar 2026

Die Abstimmung läuft zwei Tage und wird dann geschlossen

Abstimmung beendet


Links sein kann ich mir leisten

Teil 3 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Nika Kolitz, Die Linke

Mieten runter, Löhne rauf, kostenlose Busse rund um die Uhr und kostenloses Mittagessen an Schulen. Überfordert die OB-Kandidatin der Linken damit nicht die Passauer Wähler und kann sie als Oberbürgermeisterin überhaupt die Höhe der Löhne beeinflussen? 

"Nein, da wird niemand überfordert und unter uns gesagt: Das wäre erst der Anfang," lächelt Nika Kolitz vielsagend. "Klar, das mit den Bussen, dem Mittagessen und den Mieten werde ich gleich per Dekret umsetzen. Die höheren Löhne kommen dann natürlich erst nach der Revolution. Auch die Teilhabe für alle an allem wird nur sukzessiv gelingen. Finden Sie es gerecht, dass sich Kino-, Club-, Konzert- und Dultbesuche nicht jeder leisten kann? Das muss mittelfristig alles kostenlos werden."

Wer das alles bezahlen soll? Da muss Fashionista und Bonvivante Nika Kolitz herzlich lachen. "Ich habe in meiner Jugend Saxophon, Klavier und Polo gespielt, außerdem bin ich Regatten gesegelt und Hubschrauber geflogen. Das Geld war irgendwie immer da. Gibt ja genug davon, oder?" Trotz der aufwändigen Hobbys machte Kolitz ihr Abitur mit 1,3 – eine respektable Leistung. "Na ja, auch ein bisschen ein glücklicher Zufall. Unser Gärtner und Hausmeister zuhause war früher Professor in Damaskus. Der hat mir Nachhilfe in Mathe und Physik gegeben."

Warum ist sie als linke Klassenkämpferin für ein Gastjahr in die USA und dann noch ausgerechnet nach Wyoming gegangen? "Ach, das war eine wundervolle Erfahrung. Wyoming ist seit Ewigkeiten republikanisch, alle tragen Waffen, es gibt keine Einkommensteuer, eine komplette Ablehnung von grüner Klimapolitik und es ist der weißeste Bundesstaat der USA. Nirgends gibt es weniger Schwarze und Latinos." Die sozialistische Philanthropin gerät ins Schwärmen: "Da war es so schön. Dort habe ich erfahren, wie schlimm diese heile Welt ist und dass wir dringend eine Revolution brauchen."

Warum eigentlich? "Wie warum? Sind Sie Fascho? Sorry, aber ich muss. Beim Edeka sind die Austern im Angebot. Erst kommt das Fressen und dann..., na, Sie wissen schon."






Samstag, 7. Februar 2026

Teil 2

Vom Langweiler zum Spinner *




Der 8. März wird ein Tag wie Donnerhall für Siegfried Kapfer: Dieser Sonntag entscheidet, wieviele Passauer für ihn als OB-Kandidat stimmen. Und an diesem Wahl-Sonntag wird er mindestens 70 Jahre alt. "Oder 80. So genau weiß das keiner", lacht Kapfer, "wir waren daheim ein halbes bis ein Dutzend Kinder. Da hat keiner mitgezählt oder aufgepasst, wer der Ältere war."


Ein Problem? Der Ansatz eines Schmunzlers enthuscht Kapfers Gesicht, den er schnell wieder einfängt, weil er sich jetzt auf die politisch korrekte Formulierung konzentriert: "Ich bin sportlicher als der Rother, war noch nie so alt wie der Dickl und bin schöner als der Putzke. Außerdem bin ich der Beste im Mangold-Bashing. Das will der Wähler sehen."

Ob ihm bewusst ist, dass Dupper, der aus Altersgründen aufhört, mindestens fünf Jahre jünger ist als Kapfer zu Beginn seiner Amtszeit? "So einen Schmarrn hab ich noch nie gehört. 70 ist das neue 40 und 80 das neue 42. Schauen Sie sich König Charles an. Der wird 78. Trump wird 80, Mattarella 85 und der Präsident von Kamerun nächste Woche 93. Alles Top-Staatsmänner. Ich stehe in allen relevanten Umfragen als innovativster Kandidat ganz vorn. So what?"

Aber der Satz, dass es ihm egal sei, wer mit ihm in die Stichwahl komme, ist schon ein bisschen Kokettiererei? "Kompletter Unsinn. Ich habe jetzt 18 Jahre lang alles gemacht, was der Jürgen gesagt hat. Jetzt bin ich mal dran. Beim letzten Mal hatte ich 26 Prozent **, diesmal habe ich Wahlempfehlungen von unabhängigen Wahlinfo-Instituten und bin Umfrage-König. Das bringt locker noch mal 10 Prozent mehr. Also Stichwahl ist das Mindeste. Und jetzt entschuldigens mich. Ich muss zu einer Podiumsdiskussion – Mangold bashen." 


* Entschuldigung, Siegi, aber das Wortspiel mit der Originalüberschrift der PNP hat sich aufgedrängt.      

** Faktencheck folgt







Freitag, 6. Februar 2026

Tagsüber bin ich meistens müde. Nachts mittlerweile auch.

Start der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Andreas Vilsmeier, Passauer Liste

Sein Tag beginnt im Idealfall nicht vor Mittag. "Aber spätestens um viertel nach zwölf, da heißt's bei mir: Raus aus den Federn!" Und auch dann braucht Andreas Vilsmeier erst einmal sechs Tassen Kaffee und ein Frühstück mit seiner Lebensgefährtin. Danach gibt es noch zwei kleine Pillen mit lustigen Smileys drauf. "Wissen Sie," schmunzelt der schläfrig dreinblickende Nachtmensch, "wenn ich die nicht nehme, komme ich keine 20 Meter weit. Und trotzdem schlafe ich oft noch im Gehen ein."

Vilsmeier hat nie eine Schule besucht ("Die war immer schon aus, wenn ich endlich angekommen bin.") und wurde deshalb Gastronom. "Das war mir aber irgendwann auch zu blöd, in der Nacht zu arbeiten und dann habe ich es sein lassen." Das ist auch der Grund, warum der 55-Jährige Termine vor 14 Uhr und nach 17 Uhr nur ungern wahrnimmt.

Sein Herzensanliegen ist die Fußgängerzone. Da kann sich der Hobby-Narkoleptiker richtig echauffieren: "Die Fußgängerzone sollte ein Magnet sein. Aber hier siehts aus wie in Ulan Bator oder Heining." Überdies bemängelt Vilsmeier die fehlenden Sitzmöglichkeiten und Bäume. "Wenn ich es schon ohne Pause von zuhause bis hierher geschafft habe, muss ich mich aber irgendwann auch mal ausruhen." 

Sitzt man spätnachmittags mit Vilsmeier in der Fußgängerzone, rufen ihm viele Passanten ein "Hallo, Andi, schon wach?" zu und strecken grinsend den Daumen hoch. Ob er glaubt, dass ihn jemand wählt? "Na ja, aus Versehen vielleicht. Immerhin heiße ich wie der Rother oder der Dittlmann auch Andi. Ich hoffe schon, dass mich da ein paar Wähler verwechseln." Müde lächelt der sympathische OB-Kandidat und schließt die Augen. 






Donnerstag, 5. Februar 2026

Das Momentum

Jetzt beobachten und begleiten wir hier bei Wahlinfo-Passau schon seit über 24 Jahren diese lustigen Wahlkämpfe und was soll man sagen? So verrückt war es noch nie.

"Wie bitte?", werden jetzt viele widersprechen. Dieser Wahlkampf ist doch der ödeste seit der Einführung des Internets in Niederbayern vor ungefähr 15 Jahren.

Stimmt und stimmt doch wieder nicht. Es stimmt, weil knapp zwei Wochen vor Beginn der Briefwahl eigentlich noch immer kein richtiger Wahlkampf stattfindet – zumindest nicht von den Protagonisten, die man noch vor ein paar Wochen für die aussichtsreichsten gehalten hätte.

Wirklich verrückt ist jedoch, dass sich seit letzter Woche in der Stadt eine Dynamik entwickelt, der sich kaum jemand entziehen kann und die Menschen nicht über Rother und Dickl, sondern über Putzke und Kapfer sprechen.

Am allerbesten gefällt mir aber – und das gab es wohl wirklich noch nie –, dass sich von acht OB-Kandidaten sechs sicher in der Stichwahl sehen. Vielleicht sehen sich da sogar alle acht, wer weiß?

Wir werden auf jeden Fall in den nächsten Tagen alle Kandidaten noch einmal vorstellen, nachdem es die PNP nicht geschafft hat, irgendwelche wirklich nennenswerten, erkennbaren Unterschiede herauszustellen. 

Denn eines sollte man nie vergessen: Wer Oberbürgermeister von Passau wird, entscheidet sich immer noch auf Wahlinfo-Passau.






Sonntag, 1. Februar 2026

In eigener Sache

Nicht nur immer abstimmen. Auch mal den besten Podcast – ja, auch zum Thema – hören!


Die Abstimmung läuft drei Tage und wird dann geschlossen

Und bitte wieder beachten: Den gewünschten Kandidaten nach oben ziehen und dann erst klicken!