Teil 4 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Urban Mangold von der ÖDP
Wenn Urban Mangold die Haustür öffnet, wird man als Gast äußerst freudig begrüßt: Von Franz Josef Strauß, der eifrig mit dem Schwanz wedelt und sich nach einem harten Tritt von Mangold winselnd auf den Rücken wirft. "Ich mag keine Hunde, deshalb habe ich ihn Franz Josef Strauß genannt," zischt Mangold und tritt noch einmal herzhaft zu. Warum er dann einen habe? Mangold zuckt mit den Schultern. "Ich mag auch keine Menschen, aber..., ach vergessen Sie's."
Er geht zum Fenster und zeigt mit ausgestrecktem Arm rüber auf die Stadt. "Ich bin ja wirklich nicht der Typ, der sich in den Vordergrund drängt, aber ohne mich..." Er saugt tief die Luft ein und wirkt für einen kurzen Moment so, als hätte er so etwas wie Körperspannung. Er rudert jetzt mit beiden Armen in der Luft, als wolle er über den Inn nach der Stadt greifen. "Ohne mich gäb's das alles nicht mehr. Die Innpromenade, den Fünferlsteg, die Wälder da oben, den Schaiblingsturm, das Oberhaus, die Redoute, die Ortspitze und nicht einmal den Dom gäbe es mehr – ohne mich, ähm, ohne uns, die ÖDP."
Seit 33 Jahren im Stadtrat und zum fünften Mal OB-Kandidat – wie kam es dazu? "Ich war ja ganz früher mal beim Radio, aber das hat nicht funktioniert. Immer wenn ich auf Sendung war, sind die Leute aus den Fenstern gesprungen und es gab schlimme Unfälle auf den Straßen. Irgendwann bin ich aus Zufall auf den Parteitag einer neuen Partei geraten, der ÖDP. Da waren nur verkniffen dreinschauende Frömmler, Spießer und Spaßbefreite – ich fühlte mich sofort sauwohl und wurde bald ihr Anführer." Mangold versucht scheiternd ein Lächeln und sagt langsam und mit starrem Blick: "So wurde ich zum Retter der Stadt Passau und ganz Bayerns."
Wenn es viermal nicht geklappt hat, warum soll es dann dieses Mal klappen? Hat er überhaupt eine Chance, Oberbürgermeister zu werden? Mangold ballt die Fäuste, Zornesfalten durchziehen sein Gesicht. Mit einer Seitwärtsbewegung dreht er sich dem Hund zu, der sich winselnd hinter dem Hausaltar versteckt. "Chance? Was heißt denn Chance? Die anderen wollen alle die Wälder ermorden und die Stadt dem Erdboden gleichmachen. Wieso sollten denn DIE eine Chance haben? Jetzt bin ich am Ziel, jetzt bin ich dran." Ob er noch in die Stichwahl muss? Mangold versucht erneut zu lächeln, aber es gelingt ihm wieder nicht. "Stichwahl... Dass ich nicht lache. Die Stichwahl wird Formsache. Wenn ich mit einem Ossi, der Verbrecher verteidigt und den nicht einmal seine eigene Partei will, in der Stichwahl bin – wen wird der Bürger da wählen? Da können's jetzt drüber nachdenken."
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