Vom Langweiler zum Spinner *
Der 8. März wird ein Tag wie Donnerhall für Siegfried Kapfer: Dieser Sonntag entscheidet, wieviele Passauer für ihn als OB-Kandidat stimmen. Und an diesem Wahl-Sonntag wird er mindestens 70 Jahre alt. "Oder 80. So genau weiß das keiner", lacht Kapfer, "wir waren daheim ein halbes bis ein Dutzend Kinder. Da hat keiner mitgezählt oder aufgepasst, wer der Ältere war."
Ein Problem? Der Ansatz eines Schmunzlers enthuscht Kapfers Gesicht, den er schnell wieder einfängt, weil er sich jetzt auf die politisch korrekte Formulierung konzentriert: "Ich bin sportlicher als der Rother, war noch nie so alt wie der Dickl und bin schöner als der Putzke. Außerdem bin ich der Beste im Mangold-Bashing. Das will der Wähler sehen."
Ob ihm bewusst ist, dass Dupper, der aus Altersgründen aufhört, mindestens fünf Jahre jünger ist als Kapfer zu Beginn seiner Amtszeit? "So einen Schmarrn hab ich noch nie gehört. 70 ist das neue 40 und 80 das neue 42. Schauen Sie sich König Charles an. Der wird 78. Trump wird 80, Mattarella 85 und der Präsident von Kamerun nächste Woche 93. Alles Top-Staatsmänner. Ich stehe in allen relevanten Umfragen als innovativster Kandidat ganz vorn. So what?"
Aber der Satz, dass es ihm egal sei, wer mit ihm in die Stichwahl komme, ist schon ein bisschen Kokettiererei? "Kompletter Unsinn. Ich habe jetzt 18 Jahre lang alles gemacht, was der Jürgen gesagt hat. Jetzt bin ich mal dran. Beim letzten Mal hatte ich 26 Prozent **, diesmal habe ich Wahlempfehlungen von unabhängigen Wahlinfo-Instituten und bin Umfrage-König. Das bringt locker noch mal 10 Prozent mehr. Also Stichwahl ist das Mindeste. Und jetzt entschuldigens mich. Ich muss zu einer Podiumsdiskussion – Mangold bashen."
* Entschuldigung, Siegi, aber das Wortspiel mit der Originalüberschrift der PNP hat sich aufgedrängt.
** Faktencheck folgt

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