Freitag, 31. Dezember 2010

Angeknarrt und abgebissen (Angeschnauzt und Schnaps gesoffen)

Lieber Tölpel!

Hast Du es gelesen? Unser Verkehrsminister, dem man ansonsten eher addiziert, Geld zu verbraten, indem er schon zu Beginn seiner Amtszeit noch mehr Spitzenbeamte demissioniert hat als die anderen Minister und ansonsten aus Daffke sinnlose Schilder aufstellen lässt, hatte - vielleicht auch alldieweil er sich im eigenen Ressort eh nicht so gut auskennt - die dufte Idee, zumindest in seinem Haus Anglizismen zu vermeiden und sogar rückzuübersetzen. Sein Antrieb bleibt dabei ziemlich unklar. Will er sich nur beim Volk anheischig machen, weil er voller Abgunst auf den Barras-Minister mit der Brillantine im Haar bereits sein Ministerium intrinsisch abandonniert, um als Hans Dampf in allen Gassen zu reüssieren oder hat er einfach nur einen an der Waffel? Grundsätzlich bin ich seinen Schnurren zum Thema deutsche Sprache ja gar nicht so abhold. Nein, ich ästimiere jeden Versuch, der Sprachverhunzung Einhalt zu gebieten. Aber trotzdem hat sich Biedermann Ramsauer ziemlich vergaloppiert, weil es sich beim Rück-Eindeutschen von Begriffen wie Laptop oder Flipchart nachgerade um Albernheiten handelt, die dem wirklichen Problem nicht gerecht werden. So sterben nämlich schleichend wunderschöne deutsche (und eingedeutschte) Wörter und Begriffe aus, die bestimmt nicht dadurch gerettet werden, dass man bereits eingebürgerte Anglizismen in Bausch und Bogen verbannt und Absurditäten wie "Klapprechner" erfindet. Ferner sollte man - wenn schon - klotzen und nicht kleckern und den Laptop gleich Depeschen-Fernschreiber nennen. Und den Ramsauer einen eitlen Stutzer.

Bleiben wir beim Sprachbewusstsein. Es heißt bei uns immer noch "sich über etwas Gedanken machen" oder "über etwas nachdenken", auch wenn der Karl Christian vergangenen Dienstag auf einer halben Seite ungefähr 27 mal das fürchterliche DDR-Idiom "etwas andenken" benutzt hat. Außerdem frage ich mich, warum wir einerseits immer seltener unsere schönen süddeutschen Redewendungen benutzen und andererseits Schrecklichkeiten wie "sich einen Kopf machen" oder "Da bin ich ganz bei Ihnen," nachplappern. Mir ist schon klar, dass sich unsere Sprache verändert und dass unsere Kinder nicht mehr Kanapee und Bürgersteig sagen, von Ottomane und Trottoir ganz zu schweigen. Aber dass man dafür zum Kaffee (bzw. Coffee oder Caffè) togo (gibts in Togo Kaffee?) mittlerweile sowohl Leberkäsbrötchen als auch Leberkäsbaguette bekommt, ist schon ein Zeichen ziemlicher Verblödung.

Apropos Verblödung. Heute lese ich in der PNP, Rubrik Pop-Kultur, dass im Jahr 2010 neben dem unsäglichen Quäck-Backfisch Lena Lieber-Skorbut ein Graf Koks namens "Unheilig" die Nation inkommodiert hat und nicht etwa einen Preis für den saudümmsten Bandnamen eingeheimst, sondern tatsächlich die Charts (früher Hitparade) erstürmt hat. Ich habe da ja fast das ganze Jahr gebraucht, um zu registrieren, dass dieser Volltrottel, der uns mit Unerträglichem wie "Wir war'n geboren um zu leben, mit den Wundern jener Zeit, sich niemals zu vergessen bis in alle Ewigkeit," regelmäßig im Radio quält, ziemlich erfolgreich ist, weil ich sowas natürlich immer sofort wegschalte. Andererseits brauchst Du bloß die heutigen Standesamtlichen Nachrichten in der PNP anschauen und wirst mit mir gemeinsam befürchten, dass mit den jüngst geborenen Cassandra Melody Scharonnas, Finnleys oder Jolene Amys die Anhänger-(heute: Fan-)Gemeinde solcher Kultur-Abhut eher noch größer werden wird.

Unser Dorfschulze, der Oberjürgen, hat uns heute im PNP-Interview übrigens klipp und klar die Meinung gegeigt, was in diesem Jahr eher Seltenheitswert hatte. Das Konzerthaus ist die nächsten Jahre kein Thema mehr, das, "was herumgebaut wurde", trifft nicht unbedingt das ästhetische Empfinden jedermanns, die Donaubrücke ist "sehr klar gesehen" gestorben, die Seilbahn kann er sich im Gegensatz zu einer politischen Diskussion mit seinem Schwager vorstellen und ansonsten findet er seine Untergebenen und sich selbst knorke.

Was hast Du denn bei Deiner letzten Telefonumfrage herausgefunden, mein Tölpel, fragt sich, ins Neue Jahr vorglühend

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Bei meiner letzten Telefonumfrage habe ich herausgefunden, dass 89 % aller Passauer eine Brücke von ihrer Garage zu einem überdachten Privatstellplatz in der Innenstadt wünschen, 92 % aller männlichen Stadträte BDSM-Phantasien mit Party-feiernden BWL-Stu(den)tinnen haben, 100 % aller Vize-Bürgermeister an einem Vollbart-Neid leiden und 78 % aller PNP-Redakteure die jahrelange Gehirnwäsche im katholischen Religionsunterricht nicht richtig verarbeitet haben. Außerdem habe ich eruiert, dass 1,6 % aller Passauer gerne noch mehr Ich-war-dabei-Stories der hier ansässigen Staatssekretäre in den Medien haben wollen, 100 % aller Hausärzte der Meinung sind, dass es total ungerecht ist, wenn sie weniger verdienen als die Bundeskanzlerin, 17 % aller ÖDP-Stadträte glauben, dass Jesus alles ganz genauso gemacht hätte und 37 % aller Innstädter beschlossen haben, in der Silvesternacht einen Herzinfarkt zu bekommen, um ein Zeichen zu setzen.

Provinz ist, wenn man trotzdem lacht. Da wird in Passau seit Jahren über Kreisverkehre diskutiert, nur weil etwelche Käffer im Landkreis auch schon seit geraumer Zeit welche haben. Also nichts gegen Kreisverkehre. Ich war im Sommer in Frankreich und habe in zehn Tagen sicherlich 100.000 passiert. Allerdings verstehe ich überhaupt nicht, warum man für ein Schweinegeld ausgerechnet in der Neuburgerstraße solcherlei "andenkt". Da läuft doch alles wie am Schnürchen. Ich finde, man sollte eher über eine Geschwindigkeitsanhebung auf 70 km/h in der Leonhard-Paminger-Straße "nachdenken". Und wenn es nur deshalb ist, dass sich die Anwohner ärgern.

Der Silbereisen hat ja besoffen in der Altstadt herumkrawallt. Das möchte ich zum Anlass nehmen, um wieder einmal an ein von unserem gottgleichen Präsidenten ausgelobtes Kopfgeld zu erinnern. Jeder, der einen nächtlichen Vandalen in flagranti und schmerzhaft zur Strecke bringt, erhält aus einem Wahlinfo-Passau-Sonderfonds 100 Euro bar auf die Hand. Sollte es sich bei dem Vandalen um Silbereisen, Faltmoppel oder eine sonst mehr oder weniger bekannte Visage handeln, wird die Prämie auf 200 Euro aufgestockt. Für Frankenberger oder einen von der Jungen Union gibts 150 Euro. Deal (früher: OK)?

Zum Jahresabschluss will ich abschließend ein wichtiges Thema ansprechen. Quasi als Synonym für die Unzulänglichkeiten der PNP hatten wir uns 2010 als Sündenbock den Klotzek auserkoren. Das war - aus der Retrospektive - falsch. Ein Irrtum, ein Fehler, grundfalsch. Lieber Jörg Klotzek, wir haben uns geirrt. Sie sind der Beste! Echt wahr!

Rosch ha-Schana

Euer einzig wahrer Tölpel

Dienstag, 28. Dezember 2010

Wahlinfo-Passau klärt auf: So geht Religion 2

PNP Bayernteil, Leserbriefe, 28.12.2010

Christuskraft


Zu dem Bericht „Das Krippenrätsel um Ochs und Esel“ vom 23. Dezember:

„In dem Bericht wird, wie in vielen anderen Berichten zum selben Thema auch, auf Jesaja 1.3 ,Der Ochs kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn‘ verwiesen, obwohl dieser Text in einem ganz anderen Kontext zu lesen ist. Interessanter wäre ein Hinweis auf das apokryphe Matthäusevangelium gewesen, wo es in Kap. 14 von Maria heißt: ,Sie legte den Knaben in eine Krippe; Ochs und Esel huldigten ihm‘. Wohlgemerkt, sie huldigten ihm. Hier wird verständlich, dass diese beiden Tiere nur Symbole sein können, und zwar der Ochs für Ahriman und der Esel für Luzifer. Diese beiden Widersacher waren bereits bei der Geburt Jesu anwesend, wohl wissend, dass hier eine große Kraft die Weltenbühne betrat. Von dieser Christuskraft werden sie quasi in Ihre Schranken gewiesen.“
Hans Öttl
Rotthalmünster

Montag, 27. Dezember 2010

Wahlinfo-Passau klärt auf: So geht Religion

PNP Bayernteil, Leserbriefe, 27.12.2010

Gott finden


Zum Bericht „Immer mehr Katholiken kehren der Kirche den Rücken“ vom 21. Dezember:

„Jesus sagte: ,Reiß’ aus das Auge, hau’ ab die Hand, wenn sie dich zur Sünde verführen, besser du gehst einäugig und mit einer Hand ins Himmelreich, als mit zwei in die Hölle.‘ Lieber gehe ich auf dem Weg der Esoterik - in Einschränkung, Verzicht und Gebet, um Gott zu finden - als auf dem breiten Weg des Wohlstandes ins Verderben zu gelangen.
Auch Priesterherzen können in Demut nicht wachsen, wenn sie mit hohen Gehältern verführt werden, dafür Katholiken aus Frust wegen hoher Kirchensteuern die Kirche verlassen. Gottes Sohn hat den schmerzhaften Tod gelitten, um uns von der Macht Satans zu befreien, warum kehren ihm so vielen den Rücken, anstatt die Leiden dieser Welt mit seinen Leiden am Kreuz dem himmlischen Vater aufzuopfern. Ich kann doch einen, der alles für mich getan hat, nicht bestrafen, weil andere Menschen gesündigt haben.“
Luise Geisler
Aicha vorm Wald

Sonntag, 26. Dezember 2010

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Angetreten und angeschossen

Lieber Tölpel!

Eigentlich wollte ich was über den zu Guttenberg schreiben, aber das haben jetzt eh schon Alle getan. Ich finde es durchaus auch brutal, dass dieser Mann nicht nur die schleimigste Figur des deutschen Fernsehens, sondern auch noch seine profilneurotische und mediengeile Gattin, die sich in ihren Träumen schon als Frau Bundeskanzler sieht, nach Afghanistan mitnimmt. Man stelle sich das einmal vor. Nach den Wulffs im Bellevue vielleicht auch bald noch diese Heinz-Erhardt-Karikatur im Kanzleramt - samt seiner Minderjährigen-Zuhälterin. Das bombt uns rein vom Style her voll in die Fünfziger zurück. Dieser Gabriel von der SPD war ja ausnahmsweise mal ganz lustig und hat gesagt, es fehle auf der Afghanistan-Reise nur noch die Katzenberger. Leider ist Herr Gabriel auch keine Alternative - noch nicht mal zur Katzenberger.

Da lobe ich mir unsere Passauer Profi-Politiker, im speziellen Staatssekretär Dr. Andi. Der kümmert sich um das Unkraut am Passauer Bahnhof genauso engagiert wie um sein Lieblingsthema Geisterfahrer-Warntafeln. Eine solche wird er am nächsten Samstag stolz und feierlich enthüllen. Blöd ist nur, dass die Verkehrsexperten in Österreich, die diese Dinger schon einige Jahre haben, mehr oder weniger übereinstimmend von der Sinnlosigkeit dieser Tafeln überzeugt sind. Was solls? Sie tun ja auch keinem weh und billiger als z.B. eine Brücke als Denkmal sind sie allemal.

Nachdem Riesenstaatsmann Frankenberger ja jetzt eher in Bundespolitik macht, hat sich Urbi, der Mangold, gedacht, er geht gleich aufs internationale Parkett. Und so hat er dem Seehofer einen Brief geschrieben, in dem er fordert, Seehofer solle zum einen Temelin stilllegen und zum anderen den Tschechen klar machen, dass das so nicht geht mit ihrer liberalen Drogenpolitik. Bei den Tschechen ist nämlich jetzt Drogenbesitz in geringer Menge keine Straftat mehr, sondern nur noch eine Ordnungswidrigkeit. Und das, meint Urbi, hat bestimmt "Auswirkungen auf die grenznahen bayerischen Städte und Landkreise." Ganz bestimmt sogar. Man sollte diesen Tschechen überhaupt viel mehr Druck machen. Da stehen die drauf, wenn ihnen ein Übergangs-Ministerpräsident und ein Provinzpolitiker erklären, wie man Politik macht. Im Ernst: Abgesehen davon, dass man das Leben im tschechischen Grenzgebiet eh nur erträgt, wenn man säuft und/oder kifft, hat das neue tschechische Drogenstrafrecht für uns ganz bestimmt genauso wenig erwähnenswerte Auswirkungen wie für die Menschen im holländischen Grenzgebiet. Die wirklich gravierenden Probleme jenseits der tschechischen Grenze heißen im übrigen Kinder- und Zwangsprostitution. Das wäre mal ein Thema für ostbayerische Politiker.

Was aus den ganzen Lennox', Selinas, Leans und Luis Marques' wird, die uns letzte Woche wieder laut Standesamtlichen Nachrichten ins Passauer Land hinein geboren wurden, kann man übrigens schön im Landkreisteil der PNP vom letzten Samstag nachlesen. Die lassen sich gemeinsam mit ihrer Mutter Jacqueline (sic!) ein Nasenpiercing stechen und streiten dann flankiert von ebendieser gepiercten Mutter mit dem Realschulrektor darüber, ob das Piercing drin bleiben darf oder nicht. So hat jeder seine Probleme. Und was lernen wir daraus? Wir leben in einer Gesellschaft, die den Guttenberg und die tätowierte Präsidentengattin für cool hält und in der die Menschen vielleicht bald in Volksentscheiden darüber abstimmen werden, ob man sich in der Schule das Gesicht mit Blech tackern darf und ob die Katzenberger mit nach Afghanistan fliegen soll.

Hoffentlich erlebe ich das alles nicht mehr.

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Hast Du mal wieder Deinen Moralischen? Mir ist das doch völlig wurscht, ob der Kerner mit an den Hindukusch (das sagt man so, gell?) fliegt oder nicht. Ich verstehe nur eins nicht. Diese depperten Afghanen sprengen doch immer so gerne alles in die Luft. Nur den Kerner lassen sie wieder heim fliegen. Diesem Land ist nicht zu helfen - das war der letzte Beweis.

Das mit den tschechischen Drogen sehe ich übrigens auch ganz anders als Du. Die ersten massiven Auswirkungen konnte man bereits vorvergangenen Samstag im Lokalteil der PNP ausmachen. Die Freien-Wähler-Stadträte haben dort eine Anzeige in schmutziggelb geschaltet, mit der eindringlichen Überschrift "NEIN zur Seilbahn - Es geht auch ohne Seilbahn". Jetzt mal ganz abgesehen vom Text der Restanzeige, ist allein diese Überschrift schon ziemlich dämlich und geht irgendwie voll an der intendierten Aussageabsicht vorbei. "Es geht auch ohne" heißt doch eigentlich "aber schöner wärs schon." Wolltet Ihr das wirklich sagen, Ihr pensionierten Deutschlehrer? Oder habt Ihr zuviel psychedelische Formulierhilfen aus der Tschechei eingepfiffen? Spätestens beim Lesen des Anzeigentextes drängt sich dieser Verdacht unvermeidbar auf. "Die Seilbahn (...) schneidet (...) in das Bild der Stadt - wo es am schönsten und 'am passauischsten' ist -, genau so brutal und verheerend ein wie der Schnitt eines Rasiermessers in die Wange einer schönen Frau." Unabhängig von Euren gruseligen Altmännerphantasien von Frauenwangen und Rasiermessern ist das schon eher ein bisschen Sturm und Drang, oder? Auch dieser Fettdruck, diese Unterstreichungen und Ausrufezeichen haben eher die Anmutung von querulatorischen Unruhestiftern. Formal, inhaltlich und themabezogen ist das auf jeden Fall eine klare fünf minus. Und noch was: Wie heißt eigentlich das Adjektiv zu Passau? Wirklich passauisch?




Zum Abschluss der Abschuss: Unter der Überschrift "Bayerwald-Bataillon 112 im Visier der Taliban" erfahren wir auf Seite 3 der letzten Samstags-PNP Folgendes über die 270 Soldaten aus Regen in Afghanistan. Die Bar im Feldlager heißt Lili nach Lili Marleen, die Soldaten trinken Weißbier und Pils und tragen T-Shirts mit der Aufschrift "Hallo Opa, ich war weiter im Osten als du". Zu diesem schweren Grad an Verblödung passen doch der Kerner und das neue Spind-Pin-up Stephanie wirklich perfekt. Interessieren würde mich an der ganzen Afghanistan-Geschichte jetzt noch zweierlei. Haben die Soldaten beim jüngsten Promi-Besuch T-Shirts mit der Aufschrift "Wir wollen die Möpse sehen!" getragen und gibt es einen rüstigen Opa, der sich von mir mit einem Shirt fotografieren lässt, auf dem steht: "Hallo Enkel, aber wir haben mehr erschossen." ?

Weggetreten

Dein Tölpel

Kolumne in Arbeit. Freuen Sie sich einstweilen am Dada-Journalismus von pnp.de


Dienstag, 14. Dezember 2010

Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort!

Morgen erscheint die neue Kolumne.

Jetzt ist leider noch was dazwischen gekommen, aber morgen ganz bestimmt!

Sonntag, 12. Dezember 2010

Liebe Kommentatoren,

die Ihr zurecht das Erscheinen einer neuen Kolumne anmahnt!

Auch die gespaltenen Persönlichkeiten von Wahlinfo-Passau haben ein Privat- und Berufsleben und deshalb manchmal keine Zeit/Muse/Lust.

Kathi und Tölpel haben aber soeben eine Abmahnung erhalten und werden noch heute zu schreiben beginnen.

Ave Passau! Resurrecturi te salutant.


prä

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Selbsterkenntnis?

Liebe PNP!

Was will man uns mit der Überschrift "Keine Satire am Samstag" wohl mitteilen? Dass Ihr meint, Ihr hättet in Eurer Samstagsausgabe sowas ähnliches wie Satire, stellt das aber endlich ein? Oder habt Ihr erkannt, dass Euer Blatt einfach komplett satirefrei ist?
Zur Abwechslung von uns mal ein paar aufmunternde Worte dazu. Natürlich sind Eure Tölpeleien nicht lustig und - nachdem es hier auf Wahlinfo-Passau ja den echten und originalen Kathi-Tölpel-Schriftverkehr gibt - irgendwie obsolet. Aber die Standesamtlichen Nachrichten, die Kommentare vom Danninger oder die gelegentliche deluxe-Beilage finden wir oft zum Brüllen komisch.

Gern geschehen

Der Präsident

Was uns Herr Klotzek unterschlagen hat


Montag, 29. November 2010

Wikileaks concerning famous Passauer EXKLUSIV oder Wer ist jetzt wirklich der wichtigste Mann im Dorf?

C O N F I D E N T I A L SECTION 01 OF 02 MUNICH 000273

SIPDIS

DEPT FOR EUR/CE, DEPT ALSO FOR EUR/ERA

E.O. 12958: DECL: 11/04/2019
TAGS: PGOV PREL EUN GM
SUBJECT: GERMAN ELECTIONS: BAVARIA WINS BIG INFLUENCE IN THE NEW GERMAN GOVERNMENT

REF: BERLIN 1340

Classified By: CONSUL GENERAL CONRAD TRIBBLE FOR REASONS 1.4 (B) AND (D)

SUMMARY
-------

(...)

(SBU) As for the Cabinet, in addition to zu Guttenberg at
Defense, there is Peter Ramsauer heading the Transportation
Ministry, where he will have national influence and a huge
budget. Ilse Aigner (CSU) remains Minister of Agriculture.
Five of the the parliamentarian State Secretaries are
Bavarian, four from the CSU r and one from the FDP. This
gives the CSU and Bavaria generally important influence at
the sub-Cabinet level and sets up influential and direct
Bavarian connections between the Bundestag and Cabinet. In
the Defense Ministry, well-respected Christian Schmidt
retained his position, as did Gerd Mueller in Agriculture.
Hartmut Koschyk moves to the Finance Ministry, providing the
CSU with important direct influence with Minister Schaeuble.
The 35-year old Andreas Scheuer from Passau will assist Peter
Ramsauer at the Transportation Ministry. The fifth Bavarian
is Max Stadler (FDP), who will support Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) at the Justice Ministry. A
well-respected lawyer from Passau, Stadler is an excellent
choice and a real legal expert with American experience as a
1993 International Visitor Program alumnus.


C O N F I D E N T I A L SECTION 01 OF 04 BERLIN 001167

SIPDIS

STATE FOR EUR, L, S/CT

E.O. 12958: DECL: 09/17/2019
TAGS: PGOV PREL PTER KJUS KHLS GM
SUBJECT: DATA PRIVACY TRUMPS SECURITY: IMPLICATIONS OF A
FDP VICTORY ON COUNTERTERRORISM COOPERATION

(...)

(C) FDP parliamentarians and party leaders were strong
critics of the CDU/CSU - SPD government's introduction of two
new counterterrorism legislative proposals, the BKA Law and
the Terror Camp Law. Passed in 2008 and enacted at the
beginning of 2009, the BKA Law increased the investigative
powers of the Federal Office of Criminal Investigation (BKA).
The most controversial aspect of the BKA Law was that it
permitted security officials to use a variety of technical
surveillance measures in terrorism investigations (Ref B).
Specifically, the law provides the BKA with the power to
conduct remote, on-line investigations of the computers of
terrorism and serious crime suspects. The FDP strongly
opposed these measures as an unnecessary invasion of privacy,
despite the limitation of on-line searches to only
life-threatening situations (or threats to the constitutional
order of the German state). These cases would require a
judge's advance approval and are expected to number just a
dozen cases per year. Nevertheless, FDP parliamentarian Max
Stadler called the measures "constitutionally questionable,"
and in a meeting with EMIN, Stadler feared that authorities
would carry out surveillance without sufficient evidence of
wrongdoing. FDP parliamentarian Gisela Piltz warned that the
law would turn the BKA into a "super spy agency resembling
the FBI." Former FDP Federal Interior Minister, Gerhart
Baum, blasted the law, saying it violated privacy rights,
freedom of the press, and the inviolability of private
residences.

Freitag, 26. November 2010

Abgefragt und Inschallah

Lieber Tölpel!

Dauernd maulen die Leute rum, dass wir und andere Berichterstatter dem Notfall-Nichtraucher soviel Aufmerksamkeit widmen und regelmäßig über seine skurrile PR-Arbeit in eigener Sache berichten. Aber wenns ihn doch so freut. Ich meine, dafür macht er den ganzen Quatsch doch - um in die Medien zu kommen. Immerhin kennt ihn mein neues Lieblingsspielzeug, der Akinator (gibts im Internet und als iPhone-App) auch schon und antwortet nach mehreren Fragen (Ist Ihre Figur berühmt? Antwort: Wahrscheinlich teilweise. Und : Hat Ihre Figur etwas mit Sex zu tun? Antwort: Wahrscheinlich nicht wirklich) brav mit "Sebastian Frankenberger". Sucht man hingegen beim Akinator nach "Andreas Scheuer", kommt nach unzähligen Fragen (Ist Ihre Figur Porno-Schauspieler?) "Florian Pronold" als Antwort. Sonstige Passauer - Fehlanzeige. Wenn das nicht der wissenschaftliche Beweis ist, dass der Frankenberger mit dem Silbereisen (12 Fragen beim Akinator) der berühmteste Sohn unserer Stadt ist. Da kann man ihm ruhig auch noch diesen Orden verleihen, also den, den eh schon jeder hat - grad wurscht. Aus informierten Kreisen habe ich übrigens erfahren, dass unser Fränkie dem Bundespräsidenten Sex angeboten hat, wenn er dafür bundesweite Volksentscheide einführt. Ich mag ihn ja nicht, den Wulff, aber langsam tut er mir leid. Roche, Frankenberger und als nächster kommt wahrscheinlich der Waschler und bietet Sex für eine neue Donaubrücke. Puh - Politik ist ein schmutziges Geschäft.

Und alle laufen sie frei herum! Der Frankenberger, der Wulff, der Silbereisen - nur der arme Hubsi Denk soll ins Gefängnis, weil er immer so böse Sachen schreibt über den "Entertainer", der aussieht, als hätte er den Pornofilm erfunden. Apropos Porno: Die Ö-DP (bin gespannt, wer den versteht) hat irgendwie ein Harmonieproblem. Böse Zungen und die PNP haben ja behauptet, der Urbi hätte dem Fränkie nicht zur Wahl zu diesem komischen Bundesvorsitz gratuliert. Völliger Quatsch! Der Urbi hat nur mittlerweile kapiert, dass es diese Ö-DP in Deutschland gar nicht gibt. Die gibts nämlich nur in Passau und dann noch in ein paar anderen Enklaven Bayerns - halt so wie es in Oberammergau auch nur zwei Evangelische gibt, die aber nicht mitspielen dürfen. Da könnte dann auch der eine Evangelische den anderen zum Bundesvorsitzenden der ODP (in Oberammergau Diskriminierte Protestanten) wählen. Wie habe ich vorher schon geschrieben - grad wurscht.

Mei, so schön wars wieder mal in Passau. Gleich mehrfach hat die PNP über den Besuch des Scheichs von Schardscha berichtet. Bei Menschen in Europa war er und bei den Goldhauben und alle haben sich über den Besuch aus 1001 Nacht gefreut. Der Scheich hat nämlich eine bedeutende Kunstsammlung und die hat er leihweise da gelassen, der kunstsinnige Scheich. Im Westen Schampus und in Schardscha Scharia.

Bist Du auch so ein 1001-Nacht-Fan, Tölpelchen, fragt Dich mit solidarischem Gruß

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Sag mal, bist Du jetzt auch auf einmal bei den Weltverbesserern? Man muss doch nicht an allem herumnörgeln. Und vor allem muss man wissen, wer die Guten und wer die Bösen sind. Schau mal, Deutschland und sogar die Amis haben hervorragende Beziehungen beispielsweise nach Saudi-Arabien. Das sind unsere Freunde, das sind die Guten. Und die Bösen, das sind z.B. die, deretwegen zur Zeit überall in Deutschland besondere Sicherheitsvorkehrungen herrschen, aber die kommen ganz woanders her. Aus Nordkorea wahrscheinlich oder sonstwoher - ich weiß es doch auch nicht.

Apropos Terroristen. Das Passauer Jungvolk unter besonderer Berücksichtigung der Studentenschaft provoziert die Rest-Passauer und - wie die PNP berichtet - sogar die Polizei. Die feiern nämlich nachts rauschende Feste und wenn die Polizei kommt, dann ist es keiner gewesen. Und da kann man angeblich nichts dagegen machen. Ich glaub, ich spinne. Die sollten mal zu Schulungszwecken zum Polizeichef von Schardscha fahren. Der zeigt ihnen bestimmt gerne, was man da alles machen kann. Spaß abseits. Nächtlich lärmende Studenten sind sicherlich ein Ärgernis, das man aber ganz sicher in den Griff kriegen kann - wenn man will. Ein noch wesentlich größeres Ärgernis sind aber diejenigen Nachtschwärmer, die dann beim Kneipenwechsel oder auf dem Nachhauseweg mal eben alles kurz und klein schlagen, was so auf den Straßen herum steht. Ich rege es ja jetzt mittlerweile zum wiederholten Male an: Finden sich denn wirklich nicht ein paar Engagierte, die die Mülltonnenumtreter und Alleskaputthauer mal so richtig verdreschen? Ich prophezeie, dass das nach mehreren beherzten Eingreifaktionen schnell Wirkung zeigen würde. Eine Tracht Prügel wirkt oft Wunder und schaden tuts denen sowieso nicht.

Nebenbei habe ich Deinen komischen Akinator soeben weiterprogrammiert. Ja, das geht. Ich habe einfach solange Fragen beantwortet und Antworten wie Markus Söder oder Rocco Siffredi verneint, bis der Akinator aufgegeben hat und ich selbst Andreas Scheuer eingeben konnte. Er hat dann nochmals nachgefragt, ob ich nicht vielleicht Andreas Baader meine, dann aber meine Eingabe mit Dank aufgenommen. Liebe JU-Aktivisten! Ihr müsst da jetzt ganz oft den Andi spielen, weil erstens kommt er dann immer früher (also nach weniger Fragen), zweitens wird er dann irgendwann auch noch so berühmt wie der Fränki und drittens muss er es nicht selber machen. Hat ja schließlich genug zu tun als Staatssekretär, wobei ich schwören würde, dass er die App schon auf seinem iPhone hat. Stimmts?

Der Oberjürgen ist vielleicht fies. Sagt er doch gestern beim Spatenstich für die neue Überführung an der Hornbach-Kreuzung glatt: „Mal eine Brücke, die auch gebaut wird.“ Da kämpft der hauptamtliche Akademische Brückenplanungsdirektor an allen Fronten für seine Donaubrücke von Grubweg ins Nirgendwo und dann muss er sich dafür solchen Spott gefallen lassen. Dabei hat ihn anscheinend unsere letzte Kolumne daran erinnert, dass er ganz früher immer gern mal was von Fördergeldern erzählt hat und hat den Gedanken glatt wieder aufgenommen. Keine Ursache. Wir haben das perfekte Gedächtnis und helfen gerne.


Zum Schluss möchte ich noch der Passauer Verkehrspolizei für den Hinweis danken, dass für Anfang Dezember wieder umfangreiche Geschwindigkeitsmessungen im Stadtgebiet geplant sind. Vielleicht könnte noch einer der mitlesenden Polizisten präzisieren, wann und wo genau geblitzt wird. Dafür wünsche ich mir vom Christkind auch ganz bestimmt Winterreifen.

Versprochen

Bin Tölp-al

Donnerstag, 25. November 2010

Kolumne in Arbeit

Viel zu tun. Morgen fertig. Schönen Abend.

Donnerstag, 18. November 2010

Sie haben es wirklich getan!


Gleich zum Deutschlandstart von Street View zeigt Google
das Wohnhaus von Eike Hallitzky - ungepixelt.

Dienstag, 16. November 2010

So witzeln die Anderen

Gratulation, Herr Klotzek, der erste witzige Artikel Ihres Journalistenlebens!

PNP, 16.11.2010, Passau Stadt:

Nach PNP-Bericht: Bahn nimmt Kündigung zurück

Putzmann sammelte zwanghaft Pfandflaschen - DB AG: „Uns sind Verantwortung und Fürsorge sehr wichtig“

Von Jörg Klotzek

„Meine Frau ist so glücklich und ich bin auch erleichtert“ - Karl-Heinz H. (Name geändert), von der Deutschen Bahn entlassener Reinigungsmann vom Passauer Bahnhof, darf seine Arbeit doch behalten. Der Konzern widerrief seine Kündigung, die vergangene Woche vorm Arbeitsgericht bestätigt wurde. Gestern teilte die DB AG mit: „Wir sind ein Unternehmen, dem Verantwortung und Fürsorgepflicht sehr wichtig sind; wir bieten dem langjährigen Mitarbeiter eine weitere Chance.“
Am Freitag vergangener Woche berichtete die Passauer Neue Presse über den Mann mit dem Flaschen-Tick: Karl-Heinz H. (60) kann kein weggeworfenes Pfandgut liegen lassen. (...)


Den ganzen Artikel gibt es in der heutigen PNP am Kiosk.

Sonntag, 14. November 2010

Die Passau-Zentrale für politische Bildung informiert

Nachdem die AmSonntag heute über den neuen Bundesvorsitzenden einer "Partei" mit der Überschrift "Rebell an der Macht!" getitelt hat, klärt die Zentrale für politische Bildung Wahlinfo-Passau auf:

Wer ist eigentlich noch mächtiger als der Bundesvorsitzende der ÖDP (bundesweit 132.249 Stimmen)? (Nach Zweitstimmenergebnissen bei der Bundestagswahl 2009)

Zum Beispiel:

1. Jens Seipenbusch (Vorsitzender der Piratenpartei, 847.870 Stimmen)
2. Udo Voigt (Vorsitzender der NPD, 635.525 Stimmen)
3. Stefan Bernhard Eck (Vorsitzender der Tierschutzpartei, 230.872 Stimmen)
4. Rolf Schlierer (Vorsitzender der Republikaner, 230.872 Stimmen)

Fast so mächtig:

Arne Gericke (Vorsitzender der Familien-Partei, 120.718 Stimmen)
Uwe Gäthje (Vorsitzender der Rentnerinnen und Rentner Partei, 100.605 Stimmen)

Dienstag, 9. November 2010

Abgetaucht und aufgefahren

Lieber Tölpel!

Sag mal, kennst Du den Münchner Volksschauspieler Ludwig Schmid-Wildy? Der ist zwar schon seit 1982 tot, aber irgendwie werde ich immer ein wenig sentimental, wenn ich ihn wieder mal im Fernsehen sehe. Zu den Fernseherfahrungen meiner Kindheit gehört besagter Schmid-Wildy einfach dazu. Komödienstadl, Königlich Bayerisches Amtsgericht oder Pumuckl - lauter schöne Kindheitserinnerungen. Überdies war Schmid-Wildy lange Jahre Leiter des Platzls und - was wenige wissen - als Kind sogar Modell für das Münchner Kindl am Rathaus. Bis hierher noch eine stimmige Biografie, hätte Schmid-Wildy nicht noch nebenbei eine Knödelmaschine, einen Turbinenmotor und eine unbegrenzt lagerfähige Batterie erfunden, mit der er sogar einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Erfolg hatte.

Worauf ich hinaus will? Nun, unser großer Führer Genosse ewiger Präsident hat uns doch aufgetragen, ein bisschen zu diversifizieren und unsere Begabungen auch auf andere Medien zu streuen, während er gerade dabei ist, eine Turbo-Knödelmaschine zu erfinden. Was bleibt uns denn auch anderes übrig? Wenn wir die Herrschaft über unser geliebtes Passau erringen wollen, müssen wir uns halt einfach breiter aufstellen. Das mit dem Bürgerglück ist ja nur der Anfang. Folgen wird demnächst ein Erotik-Format für TRP1 mit dem Präsidenten und den Goldhaubenfrauen (ähnlich Tutti Frutti) und eine von Dir moderierte Sendung auf Unser Radio mit dem Titel "Die schönsten Passaulieder".

Der Präsident erfindet übrigens derzeit keine Knödelmaschine, sondern ein U-Boot. Ja, Du hast richtig gelesen. Unser Präsi arbeitet an einer Studie für die Stadt Passau (die mit 30.000 Euro übrigens fast lächerlich honoriert und jeden Cent wert ist), die die Machbarkeit städtischen Personennahverkehrs auf dem Wasser untersucht und hat bereits eine grenzgeniale Lösung gefunden. Nachdem nämlich ein Wassertaxi oder eine Fähre (die ja vorher immerhin noch nicht da waren) empfindlich den Denkmalschutz stören könnten, verfrachten wir den Pendelverkehr einfach unter Wasser. Und das U-Boot, das die Form eines gigantischen Zäpfchens hat, wird nebenbei einfach durch eine Röhre mit Wasserdruck aufs Oberhaus geschossen. Dann brauchts auch keine Seilbahn mehr, die verhindert, dass Passau Weltkulturerbe wird.

Oder wir gehen die Seilbahnidee noch offensiver an. Statt neuer Brücke und Wassertaxis bauen wir einfach ein Seilbahnnetz mit mehreren Stationen. Barcelona hat sowas (kleiner und bescheidener natürlich) extra für die Weltausstellung 1929 gebaut. Da pfeifen wir doch auf diesen Weltkulturquatsch und holen uns die Expo 2020. Ins Ilzstädter Bschütt stellen wir die eine Häfte der Pavillons und in die bis dahin eh fast leere Fuzo den Rest. Motto: "Slim city - lean life." Und der deutsche Pavillon kommt in den Klostergarten und heißt "Stupicity". Was hat uns der Zankl gestern mit auf den Weg gegeben? Er wünscht dem Stadtrat Mut zu unpopulären Entscheidungen. Recht hat er.

Im Stupicity-Pavillon bekommt die Passauer CSU-Fraktion sicher auch eine eigene Ausstellung. Thema: "Trial and error. An exceptional principle of local politics." Was ist jetzt eigentlich mit dieser Brücke? Weißt Du, was da rauskommen wird?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Gute Frage. Sogar die AmSonntag hat ja die CSUler als Blindgänger bezeichnet, weil sie zwar dauernd von einer Brücke reden, aber irgendwie nichts dafür tun. Und heute steht in der PNP, dass die Entscheidung über eine Brücke sicher nicht im heutigen Stadtentwicklungsausschuss gefällt werden wird, sondern erst später im Plenum. Der Oberbrückenbauer Waschler meint dazu übrigens, "die CSU wolle noch geklärt haben, ob das Projekt EU-Förderung erhalten könnte." Moment einmal - ganz langsam und der Reihe nach! Hat uns nicht der Herr damalige MdL Dr. Waschler einst immer was von einer 70%-Förderung durch den Freistaat und zusätzlichen Fördergeldern aus Europa erzählt. Oder trügt mich da mein Gedächtnis? Irgendwie war das doch schon mal so, dass wir die Brücke fast umsonst kriegen und das wegen der guten Kontakte Waschlers zur Staatsregierung. Und jetzt müsste man auf einmal klären, ob man überhaupt eine Förderung kriegt. Aber das habe ich wahrscheinlich geträumt, sonst würden es die anderen Passauer Medien sicherlich auch thematisieren.


Von vielen aufmerksamen Lesern wurde ich darauf hingewiesen, dass natürlich vor Frau Brummer erst noch der Sepp Thuringer in die CSU-Fraktion nachrücken würde. Das weiß ich selbstverständlich auch. Wäre ja auch sicher spannender. Vielleicht bekäme die CSU dann doch langsam wieder ein Profil, das über den Drang so Mancher, noch etwas oder wieder etwas zu werden, hinaus geht. Bei der SPD-Fraktion ist das einfacher. Da will gar keiner was werden. Warum auch? Bis 2020 machts ja noch der Oberjürgen und dann wird der Frankenberger OB. Wenn er bis dahin nicht schon Bundeskanzler ist. Oder Sonnenkönig. Oder Regierung, Parlament und Judikative in einem, nachdem er die total-direkte Demokratie eingeführt hat. Den ganzen Gewaltenteilungsunsinn und die unfähigen Politiker braucht dann nämlich keiner mehr (außer den Frankenberger), weil das Volk stimmt dann über alles in Volksentscheiden ab. Einkommenssteuer - abgeschafft. Mineralölsteuer - abgeschafft. Umweltverschmutzung - abgeschafft. Stattdessen Rente mit 50, Chefarztbehandlung und Einbettzimmer bei gesenkten AOK-Beiträgen, 25-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und Freibier für Alle. Geniale Idee eigentlich vom Notfall-Politiker. Dass da nicht schon mehr drauf gekommen sind.

Letzte Woche wurde übrigens eine unbeleuchtete Fahrradfahrerin angefahren und verletzt. Eine Großfahndung nach dem dringend tatverdächtigen Andreas D. verlief bislang erfolglos.

Bis demnächst!

Dein Tölpel