Samstag, 10. April 2010

Abverkauft und draufgezahlt

Lieber Tölpel!

Oftmals löst das Verhalten mancher Menschen Erstaunen, Verwunderung oder gar Verärgerung aus und am Ende stellt sich heraus, dass Alles bloß ein Missverständnis war. Unser hochgeschätzter Präsident hat mir hierzu folgende Geschichte erzählt. Vor einem fernöstlichen Flughafen hat er sich in ein Taxi gesetzt und hat mit kompliziertesten Erklärungsversuchen erreicht, dass der Taxifahrer, der nahezu kein Englisch sprach, irgendwie doch kapiert hat, in welches Hotel er den Präsidenten zu chauffieren habe. Nachdem die Fahrt fast eine Stunde dauerte, wollte der Eingeborene aber doch ein wenig Konversation betreiben und hat mehrfach einen Satz wiederholt, der sich auch nach mehrmaligem Nachfragen folgendermaßen angehört hat: "I got tea!" "Great, you got tea," hat der Präsident geantwortet, "you're a lucky man." Im Glauben, der Fahrer wolle ihm mitteilen, dass er und seine Familie nicht nur schmutziges Wasser trinken müssten, sondern sich durchaus auch einmal eine Tasse Tee leisten könnten, hat der Präsi diese Information dann zunächst auf sich beruhen lassen. Allerdings gab der Transportdienstleister keine Ruhe und ließ seinen Fahrgast wissen, dass er "dirty tea" habe. Überdies habe er noch "dirty one" mit der oder dem er "dirty sex" habe. Der Präsident hat ihm daraufhin in fließendem Pidgin-Englisch mitgeteilt, dass er an seinen abartigen Sauereien kein Interesse habe und hat das Taxi am Hotel verärgert und trinkgeldlos verlassen. Dort wurde er allerdings von seiner mitreisenden Begleitung darüber aufgeklärt, dass der Taxifahrer erzählen wollte, dass er drei Kinder habe und zwar im Alter von 31, 33 und 36. Ein kleines Missverständnis also, das den armen Asiaten um ein nicht erhaltenes Trinkgeld ärmer gemacht hat.

Um Trinkgelder gehts zwar bei der Event nicht oder wenn dann nur im ganz übertragenen (zwinker zwinker) Sinne. Aber es geht um ganz schön viel Geld, das z.B. (aber nicht nur da) bei dem sogenannten Sale-and-lease-back-Geschäft abhanden gekommen sein soll. Kritiker meinen nämlich, dass das Geschäft der Event überhaupt keinen (naja, einen optisch-buchhalterischen schon - der Verf.) Vorteil, sondern eher einen finanziellen Nachteil gebracht hat und dass überdies exorbitant hohe Kaufnebenkosten und zwar absonderlicherweise für den Verkäufer, also die Event, entstanden sind. Wir sprechen hier von satten 900.000 Euro. (Dafür bekommt man schon 10 tiefergelegte A 8) Jetzt meinen ein paar kleingeistige Erbsenzähler von den Grünen, es gäbe einen eindeutigen Stadtratsbeschluss, wonach diese Kaufnebenkosten aber der Erwerber tragen müsste. (Trägt die nicht ohnehin üblicherweise der Käufer? - der Verf.) Wahrscheinlich handelt es sich aber auch hier wieder mal nur um ein kleines Missverständnis. Wahrscheinlich hat die Event mit der österreichischen Bank überhaupt kein Sale-and-lease-back-Geschäft abgeschlossen, sondern eine ganz andere Art von Geschäft, das nur ganz ausgebuffte Geschäftsführer verstehen können und das einen Grünen in seinem wirtschaftlichen Verständnis natürlich massiv überfordert. Ein ganz verrecktes Geschäft, das so kompliziert ist und das man in seinem gesamten Nutzen für die eigene Firma nur überschauen kann, wenn man z.B. bei den Lehman Brothers arbeitet oder hochgelobter Geschäftsführer in Passau ist: Ein Sale-and-pay-check-Geschäft. Dabei zahlt der Verkäufer nicht nur alle Gebühren (pay-check), sondern auch ziemlich hohe Mietkosten für sein verkauftes Objekt und am Ende hat er gar nichts mehr - kein Objekt und kein Geld. Wo da der Vorteil ist? Das ist sehr kompliziert und schwer zu erklären, aber sehen wir es doch mal so: Eigentum belastet.


Entscheidend ist, was hinten rauskommt. An dieses schöne Ex-Bundeskanzler-Kohl-Zitat musste ich denken, als ich letzte Woche die PNP-Überschrift zum "Bschütt-Freizeitpark", nämlich "Jetzt geht's an die Realisierung" gelesen habe. Zum hundertsten Mal konnte man da erfahren, dass es auf dem Gelände des früheren Freibades bald - und zwar ganz bald - eine Kneipp- und Kletter-Anlage, einen Spielplatz und eine Badebucht geben werde. Ich warte einmal den Sommer ab und dann schau ich nach, was denn schon alles gemacht wurde. Und dann erinnern wir gelegentlich mal wieder daran. Du merkst es Dir auch, gell Tölpel!

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Ich kann mir doch schon lang nichts mehr merken. Ich hab den Helmut Kohl schon wieder vergessen, die Pläne fürs Bschütt sowieso und ob die Stadt Passau jetzt pleite ist oder Geld übrig hat, weiß ich auch nicht mehr so genau. Was ich aber sicher weiß, ist, dass Stadtmarketing ein lohnendes Investment darstellt, aber nicht funktionieren kann, wenn lauter verschiedene Leute und Institutionen planlos herumwurschteln und unkoordiniert aneinander vorbei agieren. Ein übergreifendes Marketing-Konzept der Stadt Passau ist hier sicherlich zielführend, aber nur dann, wenn Geld nicht an verschiedene herumdilettierende Grüppchen verteilt wird, sondern einem Konzept folgend gebündelt wird. Um konkreter zu werden: Wenn fürs Passauer Urban Branding das Citymarketing Passau (CMP) (wenn auch nur teilweise) zuständig sein soll, dann kann man die Marketing-Kohle auch gleich besser den zwei hochgerühmten Ex-Geschäftsführern in die Hand drücken. Die bringen uns wenigstens in die überregionalen Medien. Das ist Branding - und nicht das 117. Shopping-Event.

Gute Überleitung zum letzten Thema. Ich war gestern am späten Nachmittag, bzw. frühen Abend in der Innenstadt unterwegs und habe fast entsetzt festgestellt, dass es bei relativ milden Temperaturen ab 18 Uhr in den Seitengassen der Fußgängerzone aussieht wie anderswo mitten in der Nacht im Winter. Die meisten Geschäfte haben geschlossen und Passanten begegnen Dir so selten, dass Du geneigt bist, sie zu grüßen. Eine letzte Frage stelle ich deshalb zur Diskussion. Sperren die Geschäfte um sechs zu, weil sie es nicht nötig haben oder sperren sie zu, weil eh keiner kommt? Das würde mich jetzt wirklich interessieren.

In gespannter Erwartung einer Erklärung

Dein Tölpel

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wohlerzogene Begleitung! Quatscht nicht dazwischen, wenn der Präsident, wie üblich, erstmal gar nichts kapiert.

wahlinfo-passau hat gesagt…

Gut erkannt!

Anonym hat gesagt…

Jetzt fährt der nach Thailand um dirty tea und dirty sex zu haben und die erzählen ihm Kindergeschichten. Wieder in den dirt gefasst.

Anonym hat gesagt…

Ich finde, der Bschütt-Park ist eine sympathische Brache. Aber o.k., einen Matschplatz für die Kleinen an der Ilz finde ich gut.

Hallo ASler, Pawoler und PNPler!
Schon den Spiegel gelesen? Dann erfahrt ihr, dass ihr die Geschichte "Passauer bringt 300000 Forscher zusammen" verpasst habt. Ein Passauer ist nämlich einer der drei Mitbegründer von ResearchGate, einer Art Facebook für Forscher. Sehr erfolgreich übrigens.

Anonym hat gesagt…

Liebe ASler,

"Franzi (l.) und Juli (beide 16) lieben eine süffige Maß", lautet eine eurer Bildunterschriften heute. (Übrigens: Das Adjektiv "süffig" wird Schreiberlingen bei Qualitätsblättern schon am ersten Tag des Volontariats verboten).
Der Jurist erklärt: Personen unter 18 können nicht über den Abdruck eines Bildes entscheiden. Also selbst wenn die AS-Fotografin die beiden Mädels gefragt hat (es reicht juristisch in der Regel, dass man sich auf irgendeine Weise als Pressefotograf zu erkennen gibt), hat die AS noch nicht das Recht, die Mädchen abzudrucken. Die Entscheidung liegt bei den Erziehungsberechtigten. Es ist aber sehr fraglich, ob die AS bei den Eltern angerufen hat bzw. die Eltern daneben saßen und das Pressefoto billigten. Wenn sich die Eltern also ärgern, dass ihr Kind mit Maßkrug vor Tausenden vorgeführt wird, so reicht ein Telefonanruf beim Anwalt um die Busen- und Säufervorführer der AS einzubremsen.

Eduard Peschl hat gesagt…

Seid doch froh, dass die Mädels schon ab 16 Bier saufen. Der anonymisierte juristische Schlaumeier (siehe oben) hat gewissentlich verschwiegen, dass auch Frauen ab 16 Jahren Bier trinken dürfen. Und das ist gut so. Sonst würden wir Niederbayern aussterben.

Anonym hat gesagt…

Hier geht es nicht darum, ab wann man Bier trinken darf, sondern ob wann man abgebildet werden darf. Der Hinweis trifft auch die 17-Jährige, die ihre hochgepressten Brüste in die Kamera hält.

Anonym hat gesagt…

weil nur rauschige Weiber die schiachen Niederbayern anschauen und nur Frauen im Delirium sich von denen schwängern lassen!

Anonym hat gesagt…

Ah, geh.