Samstag, 31. Januar 2026

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Februar 2026

Hängt sie höher                                                                     

 

Es traf sich ganz gut, dass die Niederschrift dieser Zeilen, ein paar Stunden vor Redaktionsschluss, mit dem ersten Tag der Plakatierung für die Wahl im März zusammenfiel. So beschloss der Verfasser dieser Zeilen, einen vormittäglichen Spaziergang durch die Stadt zu unternehmen, um ebendiese Plakate zu betrachten und zu begutachten. Wer regelmäßig oder gelegentlich an einem bestimmten Termin einen bestimmten Text abgeben muss, der an Brillanz alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, weiß, wie dankbar man für Inspirationen aller Art sein kann – selbst für derlei.

 

Und was soll ich sagen? Fassungslosigkeit kann inspirierend sein. Auch im Jahr 2026 bleibt festzuhalten: Die Plakate sind fast ausnahmslos misslungen bis katastrophal und handwerklich schlecht gemacht, was wirklich alle Bereiche betrifft – Bild, Text, Gestaltung, einfach alles. Hat sich eigentlich einer der verantwortlichen Plakatprofis schon einmal mit wahrnehmungs- und kognitionspsychologischen Phänomenen beschäftigt? Offensichtlich nicht, sonst fände man auf den Plakaten keine Erlebniserzählungen oder Manifeste, während man sich, selbst im Schritttempo vorbeifahrend, schwertut, Name und sogar Partei oder Gruppierung zu identifizieren. 

 

Um die Validität meiner vormittäglichen Einzelbeobachtungsstudie so qualitativ und ökologisch (umweltbezogen, kontextnah) wie möglich sicherzustellen, bin ich die Regensburger Straße nicht nur zu Fuß abgegangen und habe die Plakate fotografisch dokumentiert, sondern habe die Strecke dann auch mit dem Auto zurückgelegt. Ergebnis: erschütternd. Das Lob vorweg: Die einzigen Plakate, die den elementarsten wahrnehmungspsychologischen Anforderungen genügen, stammen von den Linken. Rote Schrift auf weißem Hintergrund, vier Worte und Parteilogo, sonst nichts: „Mieten runter, Löhne rauf.“ So funktionieren Wahlplakate. Populistisch, aber es knallt. Das kann die AfD jedoch auch: „Wir halten, was die CSU verspricht.“ Ist zwar Quatsch, aber bleibt hängen.

 

Die Regeln für Plakate von Spitzenkandidaten sind eigentlich sehr simpel: gutes Bild, Name groß, Botschaft minimalistisch. Aber selbst das scheint die meisten zu überfordern. Dickls Foto ist dunkel, düster und farblos, während der Kopf mit zwei Textbalken vom Rumpf abgetrennt wird. Das ist nicht nur störend, sondern auch sinnlos, weil aufgrund der Schriftgröße unlesbar. Wer auf die Idee kam, ein 10-Punkte-Programm auf ein Großflächenplakat zu drucken (und es dann auch noch dort zu platzieren, wo es nahezu keine Fußgänger gibt), kann bestimmt auch Kühlschränke an Eskimos verkaufen. Rothers Bildsprache ist dafür nahezu genial. Wie auf einem Suchbild verschwimmt sein Gesicht mit dem Rathaus im Hintergrund zu einer Einheit. Aber den Namen kann man immerhin lesen.

 

Während bei Dickl und Rother der Parteiname schon sehr klein ist, taucht er bei Stefanie Auer erst gar nicht auf. Selbst das Grün auf dem Plakat sieht nicht so aus wie das Grünen-Grün. Riskant, aber ein Lob: Der Name steht oben links, wo er hingehört. Für das Grünen-Plakat habe ich heute lustigerweise mindestens die ersten zehn Minuten meines Spaziergangs eines gehalten, das absurderweise das Grünen-Grün verwendet, aber ansonsten ziemlich ungrün ist. Den Preis für das bislang schlechteste Wahlplakat verleihe ich hiermit „Zukunft Passau“, weil ich an mindestens zehn dieser Plakate vorbeigehen musste, bis ich erkannte, dass es sich nicht um die Grünen, sondern um „Zukunft Passau“ handelt. Respekt! Das muss man erst einmal schaffen.

 

An den ÖDP-Plakaten gibt es wenig auszusetzen, Putzke und Kapfer wurden leider vor Redaktionsschluss nicht gesehen, aber bis zur Wahl sind es ja noch einige Wochen und es gibt eine weitere Bürgerblick-Ausgabe. Ansonsten besuchen Sie gerne in den nächsten Wochen meinen Blog, wo ich unter anderem exklusiv verraten werde, welche Kandidaten der festen Überzeugung sind, in die Stichwahl zu kommen. Versprochen.





Satire wird niemals die Realität übertreffen

 


Donnerstag, 29. Januar 2026

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam

"Man kann nicht nicht kommunizieren." (Paul Watzlawick) "Doch!" (Armin Dickl)

Keine Sorge, die folgenden Zeilen werden sich nicht nur mit Armin Dickl beschäftigen. Allerdings hat ganz besonders er in den letzten Tagen bewiesen, dass er die Kunst der Nicht-Kommunikation mit am besten beherrscht. 

Aber der Reihe nach. Mit der festen Überzeugung, dass vergangenen Sonntag mit den frisch gehängten Wahlplakaten endlich der Wahlkampf begänne, machte ich mich munter auf den Weg, um ebendiese in Augenschein zu nehmen. Eine ausführlichere Würdigung lesen Sie bitte in der nächsten Kolumne, aber ein paar Bemerkungen hier vorweg.

Gleich zwei Kandidaten fordern auf dem Plakat "Zeit für einen Wechsel", bzw. "Zeit für den Wechsel." Aber einen Wechsel gibt es doch ohnehin, egal wer neuer OB wird. Warum muss man das dann noch ausdrücklich postulieren? Immerhin kann man die Worte noch einigermaßen gut lesen. Bei manchen Plakaten sind die Botschaften nämlich so klein gedruckt, dass man sie selbst bei langsamster Vorbeifahrt nicht lesen kann, bei anderen Plakaten erkennt man erst nach mehrmaliger Draufsicht, um welche Gruppierung es sich überhaupt handelt. Dann schließlich gibt es noch Textbotschaften, die mit Kommunalpolitik wirklich gar nichts zu tun haben, aber immerhin auffallen. Geschenkt – es ist Wahlkampf.

Wenn allerdings bei einer Podiumsdiskussion Kandidaten schlichtweg nichts sagen, was mit Frage oder Thema zu tun hat, wird es fürs Publikum anstrengend bis lästig. Schon der Einstieg stellte eine enorme Geduldsprobe dar. PNP im Liveblog: "Das Publikum hört den Ausführungen von Dr. Michael Weigl zu und freut sich auf die anschließende Diskussion." Das stimmt. Allerdings hätte sich das Publikum nach den schier endlosen Ausführungen von Dr. Michael Weigl auch auf eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt gefreut.

Nach langen qualvollen Minuten ging es dann endlich los. Und wie. Ohne überhaupt eine Moderation zu versuchen, ließ der Fragenvorleser Kandidaten komplett inhaltsleere Worthülsen vortragen, schwer wahrheitsferne Aussagen tätigen oder auf andere Fragen als die gestellten antworten. Frage: Was ist Ihre Lieblingsspeise? Antwort: rot. (sic!)

So plätscherte das vor sich hin, bis auf einmal Siegi Kapfer nach mehrfachem Öffnen der Außentüre einen Sauerstoff-Flash bekam und mit erhobener Stimme und kampflustig den anderen die Welt, zumindest die Passauer Welt, erklärte. Das war lustiger und vor allem unterhaltsamer als Dickl, der drei Minuten sprechen konnte, ohne etwas zu sagen, Rother, der einfach total happy damit war, dass er so ist, wie er ist, Mangold, der mehrfach schon die Stadt vorm Untergang gerettet haben wollte, Auer, die so tat, als wäre sie gar nicht bei den Grünen oder Kolitz, die auf alles einfach immer mit "rot" antwortete. Vilsmeier musste den Ausbruch des Vulkans im Tarnanzug verängstigt aus nächster Nähe betrachten und selbst Putzke verschlug es für eine knappe Hundertstelsekunde die Sprache.

Eindeutiger Gewinner nach Punkten also Siegi Kapfer und eine klare Wahlempfehlung von Wahlinfo-Passau:

Siegi Kapfer muss Oberbürgermeister von Passau werden.





Freitag, 23. Januar 2026

Aus gegebenem Anlass...

Leider ist das Abstimmungs-Ding da drüben etwas kompliziert, deshalb nochmals die Erklärung:

Man muss seinen Kandidaten auf die oberste Position ziehen und dann erst auf ABSTIMMEN klicken.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Ist das dieser Wahlkampf?

Guten Morgen Wahlkämpfer!

Falls Sie es vergessen haben – es sind keine sechs Wochen mehr bis zur Wahl.

Und was machen die Wahlkämpfer? Sie beschäftigen sich mit lustigen bis absurden Dingen.

Linken-Kandidatin Kolitz (immerhin Juristin) will als OB für höhere Löhne kämpfen, wofür man sie eigentlich wählen sollte, um sich das dann anzuschauen.

Vilsmeier will das, was irgendwie alle wollen, also zumindest alle sechs Jahre.

Kapfer ist egal, wer mit ihm in die Stichwahl kommt und weiß aber nicht, ob "die Kollegen darüber so amused sind." Doch, sind sie bestimmt.

Mangold macht den gefühlt zehnten Kommunalwahlkampf gegen Atomkraftwerke und für Weltfrieden, während Auer vor allem mit ihrer eigenen Partei kämpft.

Dickl betreibt einen schlauen Fundraising-Wahlkampf, hat aber leider dem Vernehmen nach bereits einen sechsstelligen Betrag für Texte und Reden an eine chinesische KI überwiesen.

Rother freut sich über alles und sein Kotelett und Putzke kümmert sich – wie seit jeher – um alles.

Alles prima, aber jetzt fangen wir dann mal richtig an. Auf gehts!


Abstimmung bitte rechts (funktioniert leider nur in der Web-Version).



Donnerstag, 1. Januar 2026

Götterdämmerung, fast. (Teil 2)

Teil 1 der Geschichte lesen Sie bitte zunächst unter diesem Beitrag.


Der Mann im zu kleinen Anzug befindet sich nun in der Mitte der Brücke und schreitet langsam und anmutig auf die Schaulustigen am Römerplatz zu.


Auer: Schauts amoi genau. Der schaut aus wia da, ..., oiso wia da, ..., wia da Tom Cruise. Wia da Tom Cruise in Mission Impossible.

BM Dickl: Schmarrn. Der hat nur dieselbe scheiß Frisur wia der Tom Cruise in Mission Impossible. Des is der Putzke, des Ar..., der Angeber.

Auer: Des sogt ausg'rechnet der, der bei seine Feiertagsglückwünsche auf Facebook von der KI a Foto hot basteln loss'n, wo a ausschaut wia da Leonardo DiCaprio für Arme.

BM Dickl: Dir sog i jetzt amoi wos. Du brauchst...

Alle Gespräche werden unterbrochen, weil der Mann im zu kleinen Anzug, der sich mittlerweile für alle erkennbar als Holm Putzke identifizieren lässt, zu einem ohrenbetäubend lautem Finale der Star Wars Musik die Altstadtseite der Brücke erreicht hat und lächelnd in die Menge blickt. Mit einem Fingerschnippen von Putzke verstummt die Musik und es herrscht für einen Moment gespenstische Stille.

Mangold (von hinten heran tretend): Großer Auftritt. Also für den, dem sowas gefällt. Ich hoffe, es handelt sich nicht um Kunstnebel. Der ist sehr gesundheitsschädlich und ich bin da hypersensibel. (Hüstelt)

Putzke: Keine Angst Urban, der Nebel ist im Gegensatz zu manch anderen Effekten echt. Selbst der Armin ist heute echt und hat kein KI-Hologramm geschickt. 

BM Dickl: Wer ist hier der Armin? Herr Putzke, ich sag es Ihnen gerne wieder einmal. Für Sie gibt es hier keinen Armin, sondern nur einen Herrn Dickl.

Putzke: Geschenkt. Ich werde jedenfalls...

Dittlmann: Sagt's einmal, Kindergarten, reichts jetzt wieder? Herr Putzke, haben Sie eigentlich nicht bemerkt, dass die Hängebrücke nach unten durchhängt und dass Ihr etwas bizarrer Auftritt möglicherweise sehr gefährlich war?

Putzke: Ach, tut sie das und war er das? Ich denke nicht. Manchmal sehen die Dinge anders aus als sie sind. Wenn Herr Dickl mit Künstlicher Intelligenz ein Foto hinkriegt, auf dem er aussieht wie DiCaprio nach einer Hautpigment-Transplantation, werde ich doch wohl ein paar optische Täuschungen mittels Nebelzauber und Illusionsmagie hinbekommen, nicht wahr?

Putzke schnippt wieder mit den Fingern. Im selben Moment sieht man zu sphärischen Klängen im Nebel auf der Brücke teils bekannte, teils weniger bekannte Gesichter als Hologramme auftauchen. Die Gesichter bewegen sich auf der Brücke hin und her, finden sich in Gruppen zusammen und entfernen sich wieder voneinander. Alle betrachten ergriffen das Schauspiel.

Putzke: Darf ich vorstellen? Die Kandidaten meiner Liste für die Stadtratswahl am 8. März 2026 – voilà.

Mangold: Das ist die FDP-Liste?

Putzke: Jawoll, so ist es. FDP – Für Den Putzke!

Mangold: Da war ja der Dings dabei, der...

Putzke: Ja, der war dabei, Urban, aber pssst, lass doch den anderen auch noch ihren Spaß beim Leute erkennen.

Vilsmeier (von hinten heran tretend): Ja, Du bist ein wuida Hund, Holm. Dann ist des, dass die Brückn durchhängt a nur Illusion?

Putzke (lächelnd): Könnte sein Andreas, nicht wahr?

Vislmeier: Dann is des ois nur Dei Show, dass Du Dei Listn vorstellst?

Putzke: Wäre möglich, oder? Wäre doch auch gelungen, die Show, nicht wahr?

Vilsmeier: I sog doch scho immer, dass der Brückn nix feit.

Dittlmann: Darf eigentlich an Silvester da jetzt schon ein jeder mitspielen?

Rother: Ich wollt's nicht sagen, hab mir aber genau dasselbe gedacht.

Dittlmann: Wenn jetzt der a no mitred't, dann kann i ja hoamgeh'.

Rother: I geh sowieso glei hoam. I mach ja ned an Statistn fürn Putzke sei Show.

BM Dickl: Ah, gehst hoam, Andi? Gibst auf, ha ha, oiso für heid?

Rother: Ja, Armin, für heid gib I jetzt dann auf. Bist eh Du do. Da kann ja nix passieren.

Dröhnende Stimme aus dem Hintergrund: Hier geht jetzt und bis ich das sage überhaupt keiner heim. Jeder bleibt an seinem Platz und rührt sich nicht! Das ist eine Allgemeinverfügung.

BM Dickl: Herr Oberbürgermeister, Jürgen, wo kimmst denn Du...

OB: Ruhe, Achim! Jeder spricht nur, wenn er gefragt wird. Einmal, ein einziges Mal bin ich Silvester nicht erreichbar und dann stellen mir diese Haubentaucher die ganze Stadt auf den Kopf. Der Hyperaktive macht an Cirque Du Soleil auf (schreit jetzt) meiner Hängebrücke und meine zwei Spitzenbürgermeister und der Stadtbranddings schauen zu. Fehlt bloß noch die Erika.

Die Erika (über die Hängebrücke hetzend): Huhu, warum sagt mir wieder mal keiner, wenn da so a Gaudi is herüben?

OB: Da geh her, Erika, mir warten scho auf Di.

Die Erika: Echt? Des is aber liab. Habts Ihr des Schild auf der anderen Seitn von der Brückn g'sehn?

OB: Du Erika, wir haben jetzt gerade ganz andere Probleme. Ich fange jetzt hier gerade einmal an.

Die Erika: Aber des is wichtig Jürgen.

OB (seufzend): Oiso?

Die Erika: Da drüben hängt ein Schild. Und zwar steht da was mit 3,5 Tonnen.

OB, Rother, Dittlmann: Mensch Erika, des hängt da schon...

Die Erika: Des woaß i doch selber, dass des da schon länger hängt. Aber unter den 3,5 Tonnen hängt noch eins, und zwar steht da drauf: Max. 3 Passauer Bürgermeister. Was bedeutet denn des?

OB (die Augen verdrehend): Da war einer witzig, Erika, vergiss' einfach.

Putzke: Ich finde das witzig. Also an der Grenze, aber witzig.

OB: Hab ich Sie was gefragt, Herr Putzke?

Putzke: Nein, Herr Oberbürgermeister, aber ich lasse mir von niemandem, auch nicht von Ihnen, den Mund verbieten.

BM Dickl: Jürgen, dieser Putzke meint immer, er is was Besonderes, oder Jürgen?

OB: Herr Professor Putzke, Sie glauben also, Sie können in der Silvesternacht auf unserer schönen Luitpoldbrücke Ihre abgedrehte Wahlkampfshow abziehen und kommen damit durch?

Putzke: Herr Oberbürgermeister, mir wäre keine Vorschrift bekannt, die verbietet, holografische Installationen in den Nebel zu projizieren. Ihnen schon? Und ja, ich halte mich für etwas Besonderes und zwar...

Vilsmeier (einen Winkelschleifer in der Hand haltend): So, das hätten wir jetzt. Aber wenn wir schon einmal da sind, dann schauen wir uns halt auch die Brücke genauer an, über die angeblich kein Bus fahren kann oder vier Bürgermeister drüber laufen können.

Auer (flüsternd zu Mangold): Vier Bürgermeister schon, aber halt nicht vier Passauer Bürgermeister.

Mangold: Hi hi.

OB (zu Rother): Wer ist denn der Narrische mit der Flex?

Rother: Vilsmeier, OB-Kandidat.

OB: Wo?

Rother: Bei uns.

OB: Des hätt's früher nicht gegeben.

Vilsmeier (mit laufendem Winkelschleifer auf einen Ankerblock der Brücke kletternd): Jetzt schau'n ma doch amoi, ob diese Tragkabel halten oder ob da der Wurm oder der Käfer drin ist im Stahlseil.

OB: Herr Dittlmann, halten's den Narrischen auf!

Dittlmann (holt Vilsmeier mit einem Griff am Fuß blitzschnell herunter): Hier flext keiner was an außer mir.

BM Dickl: Andreas, jetzt bin ich doch froh, dass Du auf meiner Liste bist.

OB (zu Rother): Wer ist bei wem auf der Liste?

Rother: Der Dittlmann bei der CSU.

OB: Warum?

Rother: Keine Ahnung. Aber die Liste ist eh ziemlich instabil. Ein Kommen und Gehen.

BM Dickl: Ja ja, Hauptsach', wir bringen unsere 12 plus rein und dann passts schon. 

OB: Viel Glück, Achim! Wer kandidiert eigentlich bei Euch als OB?

BM Dickl: Sehr lustig, Jürgen. Ich natürlich.

OB: Nix für ungut, aber das weiß man ja bei Euch bis zum Schluss nie so genau.

BM Dickl (leise zu Auer und Mangold): Zeit wirds, dass der aufhört. Der wird immer komischer.

Auer: Und, was glaubst, Armin? Gibts a Stichwahl?

BM Dickl (gequält): Na ja, als fairer Sportsmann und guter Demokrat kann ich auch mit einer Stichwahl leben.

Mangold: Ich habe ein gutes Gefühl. Ich glaube, diesmal habe ich wirklich sehr gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen. 

Auer: Langsam, bleibts auf'm Teppich. Es wird langsam Zeit für a Frau. Oiso i seh'g mi a in da Stichwahl.

BM Dickl (lachend): Also Euer Optimismus in allen Ehren, ha ha, aber ich glaub schon, dass der Rother Andi in die Stichwahl kommt – also wenn's eine gibt. Ha ha ha.

Mangold (irritiert): Der Rother in die Stichwahl? Ja natürlich ist der in der Stichwahl.

Auer (kopfschüttelnd): Freilich ist der Andi in der Stichwahl, wos moanst'n Du?

BM Dickl: Ich versteh kein Wort. Ihr entschuldigt mich, ich muss mit dem Stadtbrandrat noch was besprechen.

Dittlmann: Was gibts, Armin? 

BM Dickl: Du, nur eine einzige Frage. Wie viele Kandidaten kommen denn maximal in die Stichwahl?

Dittlmann: Hä? Was? Ja, zwoa hoid. Wos is'n des für a Frage?

BM Dickl: Äh, nur so. I woit nur no moi sicher geh'. Ich packs. Sag den anderen einen schönen Gruß von mir. Servus!

Dittlmann: Servus. (Zum OB) Herr Oberbürgermeister, Aufbruch? Wir sind fertig, oder?

OB: Sofort. Ich habe noch eine Frage. Warum, Herr Putzke, halten Sie sich für was Besonderes? Also ich kenne das, wenn man so fühlt, aber was ist es bei Ihnen?

Putzke: Ach, das ist so multifaktoriell, wo soll ich da anfangen?

OB: Kenne ich. 

Putzke: Vielleicht was Mystisches?

OB: Gern.

Putzke: Kennen Sie irgendwen, bei dem sich in Vor- und Zuname jeder Buchstabe nur ein einziges Mal findet?

OB: Da müsste ich nachdenken.

Putzke: H o l m  P u t z k e. (Schnippt in die Finger und ist verschwunden)

OB: Ich glaube, die sind verloren ohne mich.



    Vielen Dank an den Leser für den wunderbaren Schnappschuss aus der Silvesternacht



Mittwoch, 31. Dezember 2025

Götterdämmerung, fast. (Teil 1)

31. Dezember 2025, 23 Uhr 04. Der Passauer Bürgermeister und OB-Kandidat Armin Dickl steht vor seinem Schminkspiegel und macht sich zurecht. 


Dem Dickl seine Frau: Du, OBärli, wo hast denn Du mein Make-up und den Concealer hin getan?

BM Dickl: Brauch ich nur noch ganz kurz, mein First Baby, just a second.

Dem Dickl seine Frau: Was machst denn da damit, OBärli? Des Foto von der KI hat doch voll geil ausg'schaut.

BM Dickl: Des Foto von der KI ist vielleicht mega-mega-fresh, aber des kann ich leider nicht zum Silvesternacht-Spezialeinsatz rausschicken, oder First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Wie rausschicken, was rausschicken, wen rausschicken? Magst Du heut' noch mal raus?

BM Dickl: Mei... Wollen, müssen, dürfen... That's our business now. Wenn's brennt, kommt der Chef. Und zwar der richtige Chef, ned nur so a Feuerwehrwehr-Kasperl.

Dem Dickl seine Frau: Brennt's leicht? Wo brennt's denn?

BM Dickl: Irgendwo brennt's immer, Baby. Und an Silvester sowieso. Die letzten Jahre war doch immer was. Und als OB, also, na ja, zukünftiger OB, musst halt da bereit sein. 

Dem Dickl seine Frau: Boah, OBärli, des is alles total aufregend. Aber des wird sicher a total anstrengend, oder OBärli?

BM Dickl: Ah geh, ich hab mir das gut überlegt: Ich glaub, ich mach auch keine 24 Jahr'. Nach 18 Jahren hör ich auf und dann lass ma's uns gut gehen.

Dem Dickl seine Frau: Voll, oder OBärli? Aber in den nächsten 18 Jahren lass ma's uns schon auch gut gehen, oder?

BM Dickl: Safe. Ich brauch ein Jahr, dann checken die Verwaltungs-Fuzzis, woher der Wind weht. Denen richt' ich die Wadl vire, bis ihnen die Augen tropfen. Und wenn der Laden wieder läuft, dann suchen wir zwei uns eine richtige mega-geile Partnerstadt für Passau, weil wir zwei haben ja keine Flugangst; oder haben wir Flugangst, First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Null, OBärli. Irgendwas auf den Seychellen oder in der Südsee oder so?

BM Dickl: Seychellen easy. Südsee negativ – saukalt und stinkt nach Pinguin.

Dem Dickl seine Frau: Boah, wird des cool. Aber wo musst Du jetzt eigentlich noch hin, OBärli?

BM Dickl: Eigentlich scheiß geheim, aber egal. Ich hab zum Dittlmann gesagt, er soll mich anrufen – egal was passiert. Wenn eine Mülltonne brennt: anrufen. Wenn ein Baum umfällt: anrufen. Wenn ein Oachkatzl überfahren wird: anrufen. Wir haben Wahlkampf, First Baby, da ist alles Chefsache. Und der Chef bin...?

Dem Dickl seine Frau: Ich!

BM Dickl: Na ja, fast, Baby. Der Chef bin immer noch...?

Dem Dickl seine Frau: Du!

BM Dickl (seufzt): Is' ja wurscht. Der zukünftige Oberbürgermeister der Stadt Passau heißt jedenfalls...

Dem Dickl seine Frau: OBärli!

BM Dickl: Armin Dickl.

Dem Dickl seine Frau: Wow, sehr geil. Und da kann jetzt nix mehr schief gehen?

BM Dickl: Negativ. Jeder, den ich frag', sagt, er wählt mich. Des is brutal. Hätte ich mir noch vor einem halben Jahr nie träumen lassen. Wir haben eine Umfrage bei uns gemacht, da lieg ich bei fast 90 Prozent. Ok, die war nicht repräsentativ, aber wenn ich des noch interpolier' und ich im ersten Wahlgang bei 60 bis 70 Prozent lieg', soll's mir auch recht sein.

Dem Dickl seine Frau: Aber der Dittlmann ist doch so g'schert und macht Dir immer alles z'Fleiß. Der ist im Stand' und ruft wen anders an. Ich mag den ned.

BM Dickl: I doch a ned. Aber den hab' ich in der Tasche. Nützlicher Idiot. Den hab ich mir zur Brust genommen und gesagt: Wenn Du noch einmal ausscherst vor der Wahl, dann kannst beim Arschloch oder den Kommunisten kandidieren und nach der Wahl, wenn ich OB bin, dann is gleich vorbei mit dem Stadtbrandspaß.

Dem Dickl seine Frau: Echt? Mega. Und was hat er g'sagt?

BM Dickl: Mei, g'sagt... Eher g'schaut hat er. Wie einer, der schmerzhaft erkennen muss, dass er seinen Meister gefunden hat. (Deutet auf einen Schokoladen-Nikolaus) So klein mit Helm war der.

Dem Dickl seine Frau: Psst, da brummt doch was.

BM Dickl: Was brummt? I bin's ned.

Dem Dickl seine Frau: Psssssst. Dei Handy.

BM Dickl: Fuck, des war lautlos. Wo is'n des?

Dem Dickl seine Frau: Da liegts doch. Oh, mein Gott, drei Anrufe. Dreimal Dittlmann.

BM Dickl (auf Rückruf tippend, flüsternd): So ein Scheiß.

Dittlmann: Ja, da schau her. So eine Freude. Der Herr Bürgermeister persönlich. Hoffe, wohl gespeist zu haben und hoffe, nicht gestört zu haben. Da wäre ich nämlich untröstlich.

BM Dickl: Ja, is scho recht, sorry. War grad in am wichtigen Gespräch mit München. Streng geheim, sorry. What's up?

Dittlmann: München, geheim, klar, versteh' i doch. I woaß jetzt bloß ned, ob Du Dich mit so unwichtige Sachen a no...

BM Dickl: Andi, jetzt nerv ned. Immerhin bin ich der Ober..., der zukünftige ..., der höchstwahrscheinlich zukünftige Oberbürgermeister unserer Stadt. (Pause) Hallo?

Dittlmann: Ja ja, ich bin da. 

BM Dickl: Und warum sagst dann nix?

Dittlmann: Ich hab gedacht, da kommt noch mehr. Also was Du alles bist...

BM Dickl: So, Herr Stadtbrandrat, jetzt g'langts. Ich erwarte einen sofortigen Lagebericht zur Situation in der Passauer Silvesternacht 2025.

Dittlmann: Erwartest Du? Aha. Interessant. Kleiner Tipp für jetzt und Deine erfolgreiche Zukunft: Der Stadtbrandrat ist weder dem Oberbürgermeister noch und schon gleich gar nicht einem Reservebürgermeister weisungsgebunden. Ich rufe Dich an, weil ich ein besonders netter Stadtbrandrat bin, der das mit Dir so ausgemacht hat und (lauter werdend) ich rufe Dich in meiner unermesslichen Geduld sogar dreimal an, weil Du in der Silvesternacht kurz vor Mitternacht wichtige, geheime Sachen zu besprechen hast und nicht ans Telefon gehen kannst. Und jetzt frage ich Dich einmal und dann erkläre ich Dir alles vor Ort: Wie schnell kannst Du an der Hängebrücke sein?

BM Dickl: 15 Minuten, maximal.

Dittlmann: Roger, over and out.

Dem Dickl seine Frau: So klein mit Helm.

BM Dickl: Lass' einfach gut sein. Ciao, wart' nicht auf mich.


23 Uhr 37. Am Römerplatz herrscht eine gespenstische Kulisse aus Nebel und diffusem Licht. Kleinere Menschengruppen stehen vor der Hängebrücke und betrachten flüsternd die Donauquerung, als Bürgermeister Dickl hektisch sein quer abgestelltes Auto verlässt und zum Brückenkopf hastet.


BM Dickl (sich umblickend): Servus beinand.

Dittlmann und Rother (nebeneinander stehend): Servus Armin.

BM Dickl: Ähm, ja, servus. Du, Andi, kennan mir amoi ganz kurz unter vier Augen... ?

Dittlmann und Rother: Freilich.

BM Dickl (genervt): Na, ähm, bitte nur der Feuerwehr-Andi, ähm, danke.

Dittlmann: Gehen wir mal fünf Meter vor, dann zeig ich Dir gleich noch was.

BM Dickl: Sog amoi, spinnst Du? Was macht denn der Rother do?

Dittlmann: Siehg'st doch. Er steht rum – wia die anderen.

BM Dickl: Nicht lustig. Hast Du den angerufen?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Eh klar? Du weißt schon, auf welcher Liste Du kandidierst – noch kandidierst?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Und warum rufst Du dann zwei Monate vor der Wahl den Rother an, wenn der Dupper schon mal nicht da ist? Oder hast den auch angerufen, um Gottes Willen.

Dittlmann: Erstens: Weil ich Dich nicht erreicht habe und der Andi Rother immerhin auch Bürgermeister und OB-Kandidat ist. Zweitens: Den Dupper hab ich natürlich auch angerufen, aber da geht nur die Mobilbox hin. Und ein Stadtbrandrat ist in erster Linie Stadtbrandrat und in zweiter Linie im Wahlkampf. Host mi?

BM Dickl (mit leiser Stimme): Und warum san mir überhaupt do?

Dittlmann: Schau nach vorn.

BM Dickl: Ja, ich schau. Hängebrücke im Nebel. Krass. Und sonst?

Dittlmann: Schau genau!

Rother (von hinten dazu tretend): Ja, schau amoi genau hi. I hob a kurz braucht.

BM Dickl: Ich sehe die Hängebrücke bei Dunkelheit und Nebel. Kann man das Rätsel jetzt bitte auflösen?

Dittlmann: Die Brücke hängt durch.

BM Dickl: Die Brücke hängt durch?

Dittlmann und Rother: Exakt.

BM Dickl: Super-krass. Die Hängebrücke hängt. Deshalb heißt sie Hängebrücke.

Dittlmann: Durch, Armin. Sie hängt durch. Sie hängt nicht einfach, sie hängt durch. Schau doch hin.

BM Dickl: Wo soll ich hinschauen?

Dittlmann: Die Brücke hängt nach unten durch – sofern der Nebel und die komische Beleuchtung hier uns keinen Streich spielen.

BM Dickl: Aha. Und das darf eine Hängebrücke nicht?

Dittlmann: Negativ. Viele Brücken sind nach oben gewölbt, Hängebrücken eher gerade, aber nach unten durchhängen – nope.

Auer (von hinten dazu tretend): Servus! Schauts amoi hi. Wos is'n des?


Von der gegenüberliegenden Brückenseite hört man lauter werdende Musik. Gleichzeitig werden bunte Farbmuster in den Nebel über der Brücke projiziert. Selbst das beginnende Feuerwerk übertönt die Musik nicht. Man erahnt die Filmmusik aus Star Wars, nun erkennt man auch gegenständliche Hologramme im Nebel. Die Musik wird immer lauter und es lassen sich schemenhaft Figuren und Gesichter wahrnehmen. Erst wie ein Schatten, dann einigermaßen gut erkennbar schreitet ein nicht übermäßig großer Mann in einem zu kleinen Anzug über die Brücke auf die Schaulustigen zu. Ist es Luke Skywalker? Vermutlich nicht.


Was ist mit der Brücke passiert? Wo, um Himmels Willen, ist Jürgen Dupper? Und wann, zum Teufel, geht diese Geschichte eigentlich los? Die Auflösung gibt es natürlich im Teil 2, aber sicher nicht mehr heute. Bleiben Sie dran!





Mittwoch, 24. Dezember 2025

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Dienstag, 16. Dezember 2025

Samstag, 13. Dezember 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Dezember 2025 / Januar 2026

Dein liebes Passau kann mehr                                         

 

Nachdem die Linkspopulisten mit ihrem Bürgerbegehren für immerwährend fahrende Busse nicht nur eine feine Wahlkampfshow hinbekommen haben, sondern sich dabei auch weiter ihrem Ziel nähern, unterdrückerische Strukturen wie z.B. Stadtwerke finanziell zu zerstören (Macht kaputt, was Euch kaputt macht), ist ihnen nun im nächsten Level Klassenkampf ein weiterer Coup geglückt. Nachdem man aber die Drecks-Vermieter-Kapitalisten leider nicht durch ein Bürgerbegehren enteignen kann, fangen wir mal ganz klassisch mit Denunziation an. Das Zauberding heißt Mietwucher-App und soll ganz einfach funktionieren. Man gibt seine Mietdaten ein, übermittelt alles an das Ordnungsamt und alles wird gut.

 

Die Argumentation hierfür ist bemerkenswert. Aus der kaum zu bestreitenden Tatsache, dass die Mieten für viele Mieter hoch sind, basteln die Linken die nicht belegte Behauptung: „Überhöhte Mieten belasten die Passauer*innen immer mehr.“ Hoch oder überhöht? Ist doch fast das gleiche, aber das zweite knallt mehr, wie wir in der Kaderschule gelernt haben. „Es kann nicht sein, dass Vermieter sich eine goldene Nase verdienen, während viele Passauer*innen sich die Miete nicht mehr leisten können,“ sagt unser aufstrebendes Polittalent Luke Hoß.

 

Lucky, lucky Luke. Man weiß bei den Linken wirklich nie genau, ob das einfach haarsträubende Weltfremdheit und Naivität oder bewusste Desinformation ist, aber ich kläre gerne auf. Zum einen ist es unredlich, von „den“ Vermietern zu sprechen. (Weibliche Vermieter scheint es im Weltbild der Linken nicht zu geben) Von den zahlreichen Kleinvermietern verdient sich zumindest keiner eine goldene Nase, ganz im Gegenteil. Zum anderen müsste selbst der verbohrteste Fantast in den letzten Jahren kapiert haben, dass Mietendeckel nirgends funktionieren und der Mietspiegel in den meisten Städten zu nichts gut ist, außer zur Erheiterung. Und zuletzt: Wer in der Lage ist, sich eine Wohnung zu mieten, braucht keine linke Wahlkampf-App, um herauszufinden, ob er zu viel Miete zahlt.

 

Kandidat Dickl hat mich beeindruckt. Nachdem ich ihm in meinem Blog (siehe unten) ein paar orthografische Tipps gegeben und den Unterschied zwischen einem Binde- und Gedankenstrich erklärt habe, hat er prompt alles umgesetzt. Ansonsten habe ich endlich verstanden, was er eigentlich beruflich macht. Er ist Unternehmensberater für Fahrradleasing und Tankgutscheine. Während Dickl mit „Wir lieben Passau“ auftritt, heißt es bei Rother: „Für dein Passau.“ Und um die Passauer auch hungrig zu machen, hat man „Für Dein Passau“ auf ein rotes Kotelett mit Fettrand gedruckt. Die ÖDP tritt übrigens auch wieder zur OB- und zur Stadtratswahl an. Das muss man schulterzuckend so zur Kenntnis nehmen. 

 

„Passau kann mehr.“ Die zuletzt Genannten mögen es mir verzeihen, aber das ist nur das Motto von Stefanie Auer und bezieht sich vermutlich nicht vordergründig auf Dickl und Rother, sondern soll eher suggerieren, dass Passau mehr könne mit Auer an der Spitze. Kann sein, das wird aber vermutlich nicht passieren. Dabei würden die Grünen vormachen, wie es geht. Bei der Besetzung der Liste gilt: Die ungeraden Plätze sind für Frauen, die geraden offen. Was bedeutet denn bitte „offen“? Wenn sich auf einen vorderen geraden Platz eine Frau mit Migrationshintergrund, ein Eichhörnchen mit Legasthenie und ein Cis-Mann bewerben, haben die dann wirklich die gleichen Chancen? Zuschriften gerne anonym.

 

Aber worauf wollte ich hinaus? Die Grünen machen vor, wie es geht, denken das aber nicht zu Ende. Warum denn nur auf der Liste? Warum nicht bei den Bürgermeistern? Oberbürgermeisterin ist immer eine Frau, Platz zwei und vier sind offen und Platz drei eine Frau. Das wäre auch für Erika praktisch, sie würde wieder von vier auf drei rutschen. Dass während der Listenaufstellung 30 Personen vor der Tür gegen das antifeministische Verhalten der Passauer Grünen protestiert haben, ist so fantastisch, dass man es kommentarlos als Epilog einfach stehen lassen kann.





Dienstag, 9. Dezember 2025

Deutsch für Hipster

Nachtrag, 11.12.2025, 15:52 Uhr:

Normalerweise muss ich meine Posts nicht erklären, aber diesmal offensichtlich schon. Nachdem mich jetzt mindestens zehn Leser angeschrieben oder angesprochen haben, dass sie unten stehenden Beitrag nicht kapiert haben, hier die Auflösung.

IRRING bezieht sich auf die Buslinie nach ebendort und das in diesem Zusammenhang erratische Abstimmungsverhalten und öffentliche Gebaren gewisser Politiker.

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Heute: Anglizistische Partizipbildungen

Beispiel: irren 

Grundsätzlich regelmäßige Konjugation, Partizipbildung: irrend

Ausnahmen zulässig bei Personen, die gerne Begriffe wie safe, fresh oder fly benutzen, dann Partizipbildung: irring

Anwendungsbeispiele:

Ich bin voll irring, ey – Ich kenne mich nicht aus, ich kann mich nicht erinnern.

Ich fahr Irring, Digga – Ich ziehe das durch, selbst wenn ich mich irre. Scheiß drauf.

Trial and Irring – Versuchen kann man's ja.













Freitag, 21. November 2025

Guten Morgen, Spitzenkandidaten!

Jetzt habe ich mir mal die Rothersche und die Dicklsche Wahlkampfauftaktseite genauer angesehen und muss sagen: wunderbare Fotos! Also fast schöner als in Natur.

Ansonsten sind die Seiten für die Beta-Version ganz ordentlich. Korrekter Umgang mit Sprache wird ja auch meist überschätzt.

Aber der Reihe nach. Die richtige Schreibweise wäre: Oberbürgermeisterkandidat. Die Version Rother ist wegen besserer Lesbarkeit zulässig: Oberbürgermeister-Kandidat. Was leider schlichtweg falsch ist, ist die Schreibweise bei Dickl, nämlich: Oberbürgermeister Kandidat.

Dafür schreibt er seinen Spruch "Passau im Herzen - Zukunft im Blick" mit Bindestrich, was leider wieder falsch ist. Hier verwendet man den Gedankenstrich ( – ) und nicht den Bindestrich ( - ). Dass man Wörter am Satzanfang groß und Adjektive klein schreibt – geschenkt. Dass man die gesamte Bürgerschaft duzt, also mit "ihr" und "euer" anspricht, dürfte nicht jedem gefallen, ist aber wohl bedauerlicherweise dem Zeitgeist geschuldet.

Das macht Rother schlauer. Da kann man sich aussuchen, ob man lieber geduzt oder gesiezt werden will. Sein Spruch lautet "Für dein Passau", unter seinem Namen wiederum findet man: "Ihr Oberbürgermeister-Kandidat für Passau". Warum "Für Dein Passau" auf einem roten Kotelett mit Fettrand geschrieben steht, erschließt sich vermutlich nicht jedem, aber den legendären Dupperschen Wahlkampf-Rollstuhl hat vermutlich auch keiner kapiert. 

Also – weitermachen! Und nie vergessen: Der Präsident sieht alles.









Donnerstag, 20. November 2025

Faust hoch, Genossen!

Mit Eurer Mietwucher-App habt Ihr Euch mal wieder selbst übertroffen. Anonym Fragen beantworten und das dann heimlich, still und leise an die Staats..., an die Dings, an die Behörde weiterleiten. 

Kann man das nicht noch ausweiten auf andere Denun...., Meldebedürfnisse?

Eine App mit dem Namen "Kapitalisten großflächig bekämpfen!" oder kurz KGB-App?

Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder..., na, Ihr wisst schon.

Und noch was, liebe Passauer CSU!

Die Denkfabrik Wahlinfo-Passau hat sich noch einmal mit Eurer Liste beschäftigt und ein, auf den ersten Blick scheinbar korrelativ wirkendes, Phänomen entdeckt.

So werden auf den Plätzen 1 - 15 alle Kandidaten, deren Familienname auf -mann endet, in den Stadtrat einziehen und alle Kandidaten, deren Familienname auf -berger endet, nicht in den Stadtrat einziehen.

Woher wir das wissen? Gute Frage.









Dienstag, 11. November 2025

Liebe Passauer CSU!

Stimmt eigentlich die von Euch hier veröffentlichte Liste noch?

Oder ist Euch da wer abhanden gekommen?

Sollte das passiert sein und Ihr braucht Ersatzkandidaten, hier ein kleiner Tipp: Nehmt doch einfach diesen Holm Putzke. Der hat

a) die deutsche Staatsbürgerschaft und

b) nicht die Petition Holm Putzke wieder in den Passauer Stadtrat unterschrieben.

Gern geschehen. Hilfreiche Tipps werden in den nächsten Wochen noch einige folgen. (Zwinker-Smiley)

Ansonsten: weitermachen! Es läuft.


Stand: 11.11.2025, 14.55 Uhr



Freitag, 7. November 2025

Die Spiele sind eröffnet

Heda! Oder wie die, sich am Puls der Zeit labenden, Zeitgeist-Neusprech-Opfer heutzutage gerne sagen: Oha!

Mir wurde zugetragen, dass wir uns im Lenzmond des nächsten Jahres wieder auf eine Wahl freuen dürfen.

Ich habe gleich ChatGPT gefragt und "oha!" – das stimmt.

Wir werden also in Passau nicht nur einen neuen Stadtrat, sondern auch einen neuen Oberbürgermeister wählen und wer neuer Oberbürgermeister wird oder wer in den Stadtrat, bzw. nicht in den Stadtrat gewählt werden soll, bestimmt seit mindestens 24 Jahren immer noch die Denkfabrik Wahlinfo-Passau.

Freuen Sie sich also auf spannende Wahlkampfanalysen und Kommentare zu den Protagonisten, öffnen Sie diese Seite in den nächsten Wochen regelmäßig und gehören Sie zur Elite der Passauer Wählerschaft, die lange vorher schon weiß, wer eine Woche vor oder eine Woche nach den Iden des März Oberbürgermeister von Passau wird. 

Die Spiele sind eröffnet.









Sonntag, 2. November 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick November 2025

 Freibier für alle                                                                                  

 Ein Jubiläum jagt das andere. Nach 20 Jahren Bürgerblick feiere ich beim Schreiben dieser Zeilen – einsam und allein, weil es hat vermutlich sonst keiner bemerkt – 15 Jahre Satire-Kolumne hier in diesem Leuchtturm des Qualitätsjournalismus. Im November 2010 erschien die erste Kolumne, damals noch unter dem Rubriktitel „Abgedreht und durchgenagelt“, den ich später in der Abwandlung „Aufgespießt und festgenagelt“ für viel Geld an die PNP verkauft habe. Ich habe die erste Folge gerade noch einmal durchgelesen. Sie war sehr gut.

 

Unter anderem ging es um die Sinnlosigkeit einer Donaubrücke auf Höhe Achleiten. Gespenstisch, oder? Soll man es Beharrlichkeit oder Beratungsresistenz nennen, dass exakt 15 Jahre später Waschler nebst Parteifreunden wieder mit dem Thema in der Zeitung auftaucht? Pardon, „Privatleute“ sind sie, schreibt die PNP, nämlich Waschler, Weber, Dickl und Rickl, die völlig privat ein Bürgerbegehren für den Bau ebendieser Donaubrücke initiieren. Dass in ein paar Monaten die Stadtrats- und OB-Wahl stattfindet und die vier Privatleute allesamt für die CSU kandidieren, ist vermutlich Zufall. Wenn nicht, wäre es wirklich ziemlich schäbig, ein Bürgerbegehren, das ja zu einem für den Steuerzahler teuren Bürgerentscheid führen kann, als flankierende Wahlkampfmaßnahme zu missbrauchen.

 

Was die Privatleute von der CSU schaffen, können die real existierenden Sozialisten schon lang und kommen deshalb auch mit einem Wahlkampf-Bürgerbegehren um die Ecke. Und weil man bei der Linken mit Steuergeld fürs Proletariat nicht kleckert, sondern klotzt, geht’s beim Bürgerbegehren um mehr Früh-, Nacht- und Altstadt-Busse in Passau. Bei den Frühfahrten geht es zum Beispiel darum, dass „der Zug nach München um 05.20 Uhr von Pendler:innen und Schichtarbeiter:innen erreicht werden kann.“ Kann mich bitte jemand darüber aufklären, wie viele Menschen dann in diesen Bussen „aus allen Stadtteilen“ sitzen würden und vor allem welche Art von Schichtarbeiter*innen um 5.20 Uhr nach München fahren? Danke im Voraus.

 

Die Nachtbusse sollen übrigens am Wochenende bis zwei Uhr fahren, selbstredend auch in alle Stadteile. Das ist ziemlich unsolidarisch mit denen, die um zwei noch nicht müde sind oder im Schutz der Dunkelheit noch ein paar FCK-NZS-Graffiti auf Wände sprühen mussten, um die Demokratie zu retten. Die Grünen haben da wesentlich weiter gedacht und fordern gleich vergünstigte Taxifahrten nachts – allerdings nicht für alle, sondern nur für besonders Schutzbedürftige. Wer im nächtlichen Passau zu dieser Gruppe gehört, haben die Grünen vor Antragstellung sicherlich empirisch überprüfen lassen. Der Antrag wurde leider abgelehnt. Ich empfehle ein Bürgerbegehren.

 

Frage nicht, was Deine Stadt für Dich tun kann, sondern frage, was Du für Deine Stadt tun kannst. Unter diesem abgewandelten Zitat steht die OB-Kandidatur von Armin Dickl, der nicht weniger will, als uneigennützig die Stadt zu retten. Eigentlich erfolgreicher Unternehmensberater – so konnte man es im letzten Heft lesen – stellte er seine unternehmerische Tätigkeit schon vor sechs Jahren etwas hintan, um sich vollends seiner Bestimmung und Berufung zu widmen, der nächste Oberbürgermeister von Passau zu werden.  

 

An einem Beispiel hat uns Dickl intelligente Verkehrsführung mit KI erklärt, die er als Oberbürgermeister einführen wird: „Am Kirchenplatz hat sich im Sommer ein 40-Tonner mit einem Reisebus verkeilt. Der Stau dauerte drei, vier Stunden. Mit intelligenter Verkehrssteuerung hätten die Leute sofort gewusst: Diese Route ist blockiert.“ Ach geh, Dickl! Das ist doch Science-Fiction. Dass man in seinem Auto sieht, dass eine Route blockiert ist. Was kommt als nächstes? Verkehrsdurchsagen im Radio? Ich könnte übrigens den Kontakt zu jemandem herstellen, der früher politisch was mit Verkehr gemacht hat und jetzt begeistert Consulting-Firmen gründet. Den würde ich mir als Berater holen. Das knallt. Safe.




Montag, 6. Oktober 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Oktober 2025

 Die Tat ist Unheil, das man tut                                            

 

„Unsinn“ hat er gesagt. „In den kommenden Monaten werden wieder der Strand und anderer Unsinn kommen. Jeder Stadtrat braucht seine Themen und muss seine Freundeskreise bedienen, das ist mir alles klar“, hat er gesagt, der Austrags-Jürgen. Fies ist er schon. Jetzt hatten der KandiTAT und seine Freunde diese freshe Idee mit der Holz-Liegefläche an der Ilzmündung und dann sprechen sich nicht nur sämtliche zuständigen Behörden dagegen aus, sondern der OB empfiehlt gönnerhaft, in seiner unnachahmlichen Art, den Antrag einfach zurückzuziehen, was dann auch kleinlaut geschehen ist. Klappe zu, Affe tot.

 

Das mit dem KandiTAT oben ist übrigens kein Schreibfehler, jedenfalls nicht von mir. So hat sich Dickl in den Sozialen Medien selbst bezeichnet: Oberbürgermeister Kanditat 2026. Wobei wir auch ihm unterstellen wollen, dass es kein Schreibfehler war, sondern ein ausgeklügeltes Wortspiel. Ein Mann der Tat als Kanditat vielleicht? Oder Selbstironie? Der Kanditat ein Attentat? Zu Dickl würde auch ein Zitat aus Goethes Faust gut passen: „Die Tat ist Unheil, das man tut.“ Aber lassen wir das. Immerhin prescht er strotzend vor Kraft bereits ein halbes Jahr vor der Wahl in den Wahlkampf. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er die ganzen schönen Anträge, die ihm und seiner Denkfabrik einfallen, nicht alle wieder zurückziehen muss. Wäre schade.

 

Bei den Grünen hingegen weiß man (also „man“ inklusive der Grünen selbst) nicht immer genau, ob es sich bei niedergeschriebenen Themensammlungen um Anträge oder vielleicht um Fragen, Wünsche, Ideen, Manifeste, Wortspielereien (sic!) oder nur Poesie handelt. Und der OB, diese fiese Type, liest das im Ausschuss einfach so vor, was Stefanie Auer wiederum „befremdlich“ findet. Ob das mit dem Wortspiel bei Frau Auer eigentlich auch klappt? Oberbürgermeisterin Kanditatin 2026? Eine Frau der Tatin? Es wäre auf jeden Fall wieder einmal schön gegendert. Kleiner Witz am Rande: Stéphanie Tatin ist der Legende nach die Erfinderin der Tarte Tatin, eines französischen Apfelkuchens. Aber Schluss mit albern.

 

Und sonst so? Ist Dickl als Einziger im Wahlkampfmodus oder tut sich bei den anderen auch schon was? Was plant eigentlich Agent Orange? Außer dass er Radfahrer vor Autos und gleichzeitig Wälder vor Radfahrern schützen will, passiert für seine Verhältnisse erstaunlich wenig. Kein Volksentscheid, kein Bürgerentscheid, nichts. Nicht nur bei den Orangen warten wir sehnsüchtig auf einen OB-Kandidaten. Beim letzten Mal hatten wir mehr als genug, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es nicht weniger werden. Wobei – 2020 gab es sogar eine FDP-Kandidatin. Bringen die diesmal überhaupt eine Liste zusammen? 

 

Die Linken haben schon eine Kandidatin, und zwar „die vermutlich jüngste OB-Kandidatin in der Geschichte Passaus.“ (Selbstbeschreibung) Die Person (sic!) heißt Nika Kolitz und bringt eine „einzigartige Perspektive“ mit. Die einzigartige Perspektive besteht darin, dass sie „jung und politisch erfahren“ ist und in „Passau schon einiges bewegt hat.“ Sie ist nämlich „queer und hat den ersten CSD Passaus mitorgansiert.“ Donnerlittchen! Außerdem ist sie „Mieterin und weiß, wie es ist, wenn die Miete erhöht wird oder es Ärger mit dem Vermieter gibt.“ Das ist mal eine innovative und einzigartige Perspektive: Klassenkampf im Kommunalwahlkampf. Da fehlt als Thema nur noch Queers for Palestine und dann findet sich Nika in der Stichwahl wieder. 

Ich habe mich früher sehr gerne mit Namens-Anagrammen beschäftigt und möchte das als Wahl-Orakel wieder einmal tun. Vielleicht bringen die Anagramme der besprochenen Kandidaten-Namen zumindest etwas Fantasie in die Bewertung der Personen mit ein – natürlich nur auf meinem primitiven Humor-Niveau. Starten wir mit Stefanie Auers Anagramm: „Asia Fee turne.“ Nett, oder? Da muss man sich nicht beschweren. Bei Dickl wird es – und ich kann doch wirklich nichts dafür – schon härter: „Rind im Lack.“ Schließen wir mit Nika Kolitz: „Kilt Nazi ok.“ Ja, da fehlt ein „L“.