Keine Sorge, die folgenden Zeilen werden sich nicht nur mit Armin Dickl beschäftigen. Allerdings hat ganz besonders er in den letzten Tagen bewiesen, dass er die Kunst der Nicht-Kommunikation mit am besten beherrscht.
Aber der Reihe nach. Mit der festen Überzeugung, dass vergangenen Sonntag mit den frisch gehängten Wahlplakaten endlich der Wahlkampf begänne, machte ich mich munter auf den Weg, um ebendiese in Augenschein zu nehmen. Eine ausführlichere Würdigung lesen Sie bitte in der nächsten Kolumne, aber ein paar Bemerkungen hier vorweg.
Gleich zwei Kandidaten fordern auf dem Plakat "Zeit für einen Wechsel", bzw. "Zeit für den Wechsel." Aber einen Wechsel gibt es doch ohnehin, egal wer neuer OB wird. Warum muss man das dann noch ausdrücklich postulieren? Immerhin kann man die Worte noch einigermaßen gut lesen. Bei manchen Plakaten sind die Botschaften nämlich so klein gedruckt, dass man sie selbst bei langsamster Vorbeifahrt nicht lesen kann, bei anderen Plakaten erkennt man erst nach mehrmaliger Draufsicht, um welche Gruppierung es sich überhaupt handelt. Dann schließlich gibt es noch Textbotschaften, die mit Kommunalpolitik wirklich gar nichts zu tun haben, aber immerhin auffallen. Geschenkt – es ist Wahlkampf.
Wenn allerdings bei einer Podiumsdiskussion Kandidaten schlichtweg nichts sagen, was mit Frage oder Thema zu tun hat, wird es fürs Publikum anstrengend bis lästig. Schon der Einstieg stellte eine enorme Geduldsprobe dar. PNP im Liveblog: "Das Publikum hört den Ausführungen von Dr. Michael Weigl zu und freut sich auf die anschließende Diskussion." Das stimmt. Allerdings hätte sich das Publikum nach den schier endlosen Ausführungen von Dr. Michael Weigl auch auf eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt gefreut.
Nach langen qualvollen Minuten ging es dann endlich los. Und wie. Ohne überhaupt eine Moderation zu versuchen, ließ der Fragenvorleser Kandidaten komplett inhaltsleere Worthülsen vortragen, schwer wahrheitsferne Aussagen tätigen oder auf andere Fragen als die gestellten antworten. Frage: Was ist Ihre Lieblingsspeise? Antwort: rot. (sic!)
So plätscherte das vor sich hin, bis auf einmal Siegi Kapfer nach mehrfachem Öffnen der Außentüre einen Sauerstoff-Flash bekam und mit erhobener Stimme und kampflustig den anderen die Welt, zumindest die Passauer Welt, erklärte. Das war lustiger und vor allem unterhaltsamer als Dickl, der drei Minuten sprechen konnte, ohne etwas zu sagen, Rother, der einfach total happy damit war, dass er so ist, wie er ist, Mangold, der mehrfach schon die Stadt vorm Untergang gerettet haben wollte, Auer, die so tat, als wäre sie gar nicht bei den Grünen oder Kolitz, die auf alles einfach immer mit "rot" antwortete. Vilsmeier musste den Ausbruch des Vulkans im Tarnanzug verängstigt aus nächster Nähe betrachten und selbst Putzke verschlug es für eine knappe Hundertstelsekunde die Sprache.
Eindeutiger Gewinner nach Punkten also Siegi Kapfer und eine klare Wahlempfehlung von Wahlinfo-Passau:
Siegi Kapfer muss Oberbürgermeister von Passau werden.
1 Kommentar:
Bin dabei! Siegi wählen!
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