Montag, 8. Februar 2010

Angefixt und abgeschrieben

Lieber Tölpel!

Hast Du es auch gelesen? Die 17jährige Helene Hegemann, neuer Star der Literaturszene, hat zugegeben, Teile ihres erfolgreichen Romandebüts "Axolotl Roadkill" von einem Blogger abgeschrieben zu haben. Sie selbst findet ihre Arbeitsweise "total legitim", wie Spiegel Online berichtet. Letzteres wundert mich nicht, schreiben doch von diesem Blog hier nicht nur die PNP, sondern noch ganz andere Print- und Online-Medien ab. Abschreiben können sie ganz gut, aber mit dem Schreiben, im Hinblick auf minimal-journalistische Fähigkeiten, haperts bei manchen PNP-Redakteuren schon ganz erheblich. Oder wie soll man es sonst nennen, wenn bei einer Bildunterschrift bei zwei promovierten Staatssekretären einmal "Staatssekretär Andreas Scheuer" und einmal "Dr. Max Stadler" steht? Entweder nur Staatssekretär oder nur Dr. oder beides oder auch gar nichts - aber bitte einheitlich. Und noch ein kleiner Denkanstoss: Findet Ihr es nicht ein wenig unlogisch, dass in Eurem Blatt regelmäßig "Angela Merkel" oder teilweise sogar nur "Merkel" steht (wenn dann bitte "Frau Merkel"), während jeder Kommunalpolitiker oder jeder Landkreistierarzt seinen Dr. oder gar Prof. genannt kriegt? Und kommt mir bitte nicht wieder damit, wir bei Wahlinfo-Passau würden uns da auch nicht dran halten - wir wollen auch keine überregional bedeutende Tageszeitung sein.

Passau hat 21 neue Baudenkmäler, hat der PNP-Lokalteil am Samstag getitelt. Eins davon ist die katholische Pfarrkirche St. Peter an der Neuburger Straße. Warum eigentlich? Weil sich das Ding so gut ins Ensemble mit Burger King, Zoohandlung und sonstiger trister Umgebung einfügt? Ich hätte da noch einen Tipp für ein Baudenkmal: Nehmt doch noch die katholische Kirche in Neustift mit dazu. Oder den Schanzlturm. Oder die Stadtgalerie. Oder, oder, oder... Dafür, dass wir zukünftig noch mehr tolle Baudenkmäler bekommen, ist jetzt dann der neue Gestaltungsbeirat mitverantwortlich, bei dessen Berufung es nach Meinung von Christian Karl einen Affront gegeben hat. Der Affront bestand darin, dass Stadtrat Koopmann die drei neuen Gestaltungsbeiräte nicht einfach so berufen wollte, sondern weiteren Diskussionsbedarf sah. Den sehe ich im übrigen auch und zwar ohne die drei schlecht schreiben zu wollen. Mich würde nur ein wenig genauer interessieren, warum sie jetzt dafür qualifiziert sind. Kann mir das wer erklären?

MdL Eike Hallitzky hat übrigens Google schriftlich untersagt, Streetview-Aufnahmen von seinem Haus zu machen, weil die Veröffentlichung dieser Aufnahmen im Internet seine Privatsphäre und seine Persönlichkeitsrechte verletzen würde. Da mag er schon recht haben, der Grünen-Politiker. Allerdings ist sein Haus - wie fast jedes andere auf der Welt - in der Draufsicht von oben schon lang zu sehen und außerdem wird weder er noch sonstwer auf der Welt noch verhindern können, dass Google in den nächsten Jahren zur mächtigsten und damit vielleicht auch gefährlichsten Institution auf diesem Planeten werden wird. Ob es jetzt so problematisch ist, dass man jetzt dann statt Hausdach und Garten auch noch die Fassade im Internet anschauen kann, weiß ich nicht so genau. Ich finde, es wäre viel wichtiger, dass wir unseren Kindern das Bewusstsein vermitteln, etwas vorsichtiger mit seinen Personenangaben, Stellungnahmen und Fotos im Internet umzugehen. Dieses Bewusstsein ist bei den ganz Jungen nämlich ziemlich unterentwickelt, was vielen erst später irgendwann mal, wenn sie sich an ihre im Online-Universum herumschwirrenden Daten gar nicht mehr erinnern können, zum Verhängnis werden wird. Kann man da nicht aktiver werden? Datenschützer aller Parteien, vereinigt Euch!

Bist Du eigentlich auch bei der Aktion "Wir beten mit" des Bistums Passau mit dabei, bei der man 30 Tage für mehr Nachwuchs in kirchlichen Berufen beten soll?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Ich bete Tag und Nacht. Für alles und für jeden. Für den Erfolg der Charity-Gala, gegen die Nordtangente, für den Mangold und für die Black Hawks. Und dafür, dass der Blitz bei der Telekom einschlägt. Ein pensionierter Mathe-Lehrer hat nämlich herausgefunden, dass ein DSL-Anschluss in München um fünf Euro weniger kostet als in Passau und der Klotzek hat ihm für diese sensationelle, skandalöse und investigative Nachricht einen Artikel und einen Kommentar gewidmet. Seit dieser Meldung bete ich jetzt auch noch für den Klotzek und dafür, dass umgehend die Beamten-Pensionen erhöht werden. Um mindestens fünf Euro.

Die Event soll übrigens auf 70 % ihrer Forderungen gegen die Black Hawks verzichten; das sind gut 10.000 Euro. Ich habe nichts gegen die Black Hawks, ich interessiere mich nicht dafür und gut. Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass diese 10.000 Euro, die dann der Event fehlen, den Black Hawks nicht viel nutzen, sondern die Pleite lediglich hinauszögern. Also das Geld ist zwar dann nicht weg, aber es hat dann letztendlich ganz ein anderer - der Insolvenzverwalter und das Insolvenzgericht vielleicht?

Ein wunderbares Zitat der CMP-Chefin Christiane Kickum über Stadtrat Andreas Dittlmann muss ich hier unbedingt publizieren: "Wir wissen, dass er uns gerne mal Prügel zwischen die Beine wirft. Solange es nicht unter der Gürtellinie ist, habe ich kein Problem damit." Wunderbar! Fantastisch! Preisverdächtig! Abgesehen davon, dass die Redewendung lautet, "jemandem Knüppel zwischen die Beine zu werfen", würde mich mal interessieren, wo Frau Kickum ihre Beine hat, wenn der Dittlmann mit seinem Prügel kommt. Oberhalb der Gürtellinie oder genau auf gleicher Höhe? Pardon, ich ziehe den letzten Absatz komplett zurück.

Ich möchte heute schließen mit einer Anspielung, die nur die nicht mehr ganz jungen, hier aufgewachsenen Passauer verstehen: Das Leben schreibt die skurrilsten Geschichten. Wer hätte sich vor gut zwanzig Jahren gedacht, dass der Passauer Polizeisprecher, der derzeit regelmäßig in einer größeren Drogengeschichte zitiert wird, ausgerechnet Michael Emmer heißt? Kein Mensch hätte sich das gedacht! Wer weiß - vielleicht heißt in zwanzig Jahren der Pulitzer-Preisträger Jörg Klotzek.

Irritiert

Dein Tölpel

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gut so! Kathis pädagogisches Anliegen spricht vielen Eltern aus der Seele. Wenn meine Eltern sich auch nur halb so viele Sorgen machten, als ich morgens zum Hahnenschrei besoffen aus der Disco heimkehrte wie ich mir jetzt Sorgen mache, weil meine Kinder ihre bsm-Passwörter umherwerfen und schreckliche Fotos ins Netz einstellen, dann tun mir meine alten Herrschaften jetzt noch leid.

Anderer Meinung bin ich bezüglich St. Peter. Die grundsätzliche Idee, viele Gestaltungsaspekte auch im Inneren und die Akustik machen sie zu einem wirklich gelungenen Bauwerk. Aber, Kathi hat natürlich recht: Neustift ist missglückt.

Und noch eine architektonische Anmerkung: Schade, dass der Hallitzky Google nicht ranlässt. Sein gelungenes Haus (immerhin schon mal ausgezeichnet) könnte vielen mit ihren Würg-Toscana-Villen als positives Vorbild dienen.

Anonym hat gesagt…

Die Event könnte ja die Black Hawks noch weiter unterstützen.
Da bereits der Kiosk "flöten" ging(der Erlös sollte übrigens der Jugendabteilung zu Gute kommen),nachdem er schlecht gerechnet wurde, könnte man ja die Strom-und Heizungskosten sowie die Eismeisterleistungen noch übernehmen.
Ein bis zwei Mitarbeiter, natürlich auf der untersten Ebene(wie schon mehrfach geschehen)
kündigen.....schon können die Hawks
wieder einen Profi für ein paar Monate beschäftigen.

Anonym hat gesagt…

Genau - und vielleicht sogar noch Gehälter für Ihre exzellenten Vorstände bezahlen ...

Anonym hat gesagt…

Der Schiedsrichter Emmer? Was hats denn da? Erklärt das mal den Jüngeren ...

wahlinfo-passau hat gesagt…

Der hatte mal einen Namensvetter vor 20 Jahren.