Freitag, 30. Juni 2023
Donnerstag, 29. Juni 2023
Mittwoch, 21. Juni 2023
Alle wollen sie Wahlkampftipps von uns...
Wie wäre es zum hundertjährigen Jubiläum mit einem Marsch auf die Feldherrnhalle?
Dienstag, 20. Juni 2023
Samstag, 17. Juni 2023
Detailliertere Analyse folgt
Montag, 12. Juni 2023
Der Premiumkandidat für die Premium- (alias "Prämien"-)Region
Sie fragen auf Facebook, wie "euch", also "uns" Ihre neue Homepage gefällt. Nachdem ich mich zwar von "euch" nicht direkt angesprochen fühle, interpretiere ich Ihre Frage trotzdem als an die gesamte Weltbevölkerung gerichtet, erlaube mir also, sie zu beantworten.
Beginnen wir hiermit:
Was soll das bedeuten? Was soll das aussagen? Was ist die Botschaft?
Was sind wir wert? Heisl in den Landtag? Warum?
Mehr Wirtschaft, Mehr Soziales, Mehr Natur – eine sinnlose Aneinanderreihung von Uninterpretierbarem.
Da versteht jeder den Metzgerei-Slogan "Mehr als nur Wurst" oder den Friseur-Slogan "Mehr als Haare" wesentlich eindeutiger und besser.
Sie teilen sich also mit Ihren drei Geschwistern Ihr Zuhause mit Ehefrau, Hund und Pferden.
Das sollten Sie näher ausführen.
Samstag, 10. Juni 2023
Dienstag, 6. Juni 2023
Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Juni 2023
Mit meiner Weißwürstel-Weizenbier-Bretzel-Geschichte im Mai habe ich offensichtlich einen Nerv getroffen. Selten wurde ich öfter auf ein Kolumnen-Thema angesprochen als hierzu. Außerdem nervt es offensichtlich auch noch andere Einheimische der Generation X von Kulturfremden der Generation Z aus Kre- oder Bitterfeld mit einem laut-fröhlichen „Servus“ angesprochen zu werden. Wobei man es denen eigentlich gar nicht vorwerfen kann – sie haben es halt nicht anders gelernt. Schuld sind nämlich die Locals, die, statt den jungen Menschen klarzumachen, dass man zwar „Servus“ sagen kann, wenn man gemeinsam Schweine hütet, Fußball spielt oder Bier trinkt, aber nicht, wenn man ein Geschäft betritt, unterwürfig mit ebendiesem, eher unter Freunden üblichem Gruß, antworten.
Kulturelle Aneignung gepaart mit willfähriger Unterwerfung – ja, das gibt es auch bei uns. Warum hat eigentlich noch nie eine der gehirngewaschenen Heulsusen, die sich über Dreadlocks tragende Europäer aufregen, die kulturelle Aneignung auf der Wiesn oder der Maidult angeprangert? Warum darf ich keinen Sombrero tragen, die ganze Welt aber Dirndl und Lederhose? Apropos Dult und dürfen. Man darf zur Maidult keine Katze mitbringen. Man darf als Eltern zwar mit vier Mass Bier intus einen Säugling über die Dult schieben, aber keinesfalls eine Katze mitbringen. Das war der PNP auch den fettesten Artikel wert. Nicht die zahlreichen Körperverletzungen, nicht der Raubüberfall auf eine Touristin, nein: „Mit Katze im Rucksack auf Passauer Dult: Foto auf Facebook sorgt für Empörung.“ Es gibt schon wirklich schlimme Sachen auf der Welt.
Genau zehn Jahre ist es her. Also nicht die große Flut. Die schon auch, aber um ein Zeichen des Optimismus zu setzen, haben wenige Tage nach dem verheerenden Hochwasser nicht nur der Verfasser dieser Zeilen, der Schaffner Ritschie und der Strigler Kurt geheiratet (natürlich nicht die drei sich gegenseitig, was heutzutage ja ganz normal wäre, sondern die drei jeweils verschiedene Frauen), sondern auch der Präsident der Asienbrücke und beste Verkehrsminister aller Zeiten, Mister Ich-Erinnere-Mich-An-Gar-Nichts, hat sich kurz vor dem Hochwasser (nach ihm die Sintflut) vermählt (was ja bekanntermaßen häufiger als im Zehn-Jahres-Zyklus stattfindet).
Ebenfalls ziemlich genau vor zehn Jahren hat eine Mehrheit der Passauer in einem Bürgerentscheid den Radlertunnel durch den Georgsberg mit 73 Prozent abgelehnt. Das ist insofern bemerkenswert, weil eben exakt zehn Jahre später genau jener Tunnel als quasi alternativlos (wie man heute so schön sagt) beschlossen wurde und zwar obwohl er sich bereits in der Planung schon erheblich verteuert hat und sich bis zur Fertigstellung vermutlich noch mehrfach exorbitant verteuern wird. Um das schöne Wort „alternativlos“ aufzugreifen – es gibt doch schon zwei Tunnels. Zwei Tunnels mit vier Fahrspuren. Kann man denn wirklich nicht einen Teil dieser beiden Röhren den Radfahrern widmen, endlich die LKW vorher abfangen und das ersparte Geld für den dritten Tunnel in verbesserte Busverbindungen und ein funktionierendes Park-And-Ride-System stecken?
Ach so, ich Dummi, das brauchts ja gar nicht, denn der Radlertunnel wird ja gefördert. Den zahlen doch die Steuerzahler in Bremerhaven, Hoyerswerda und Berlin Neukölln. Oder, um mit Andi zu sprechen: Die Steuergelder sind ja nicht weg, die hat jetzt nur ein anderer. Jetzt muss ich aber trotzdem irgendwie aus der Nummer rauskommen, um nicht der Passauer AfD das Wort zu reden, für die Radfahrer dreckige Kommunisten sind oder mich mit den Dreien von der Krankstelle zu solidarisieren, bei denen vor allem der pensionierte Studiendirektor mit den Initialen HJ heraussticht, der auf seiner Facebookseite gerne mal giftamhimmel.de oder Petr Bystron zitiert. Wem das übrigens alles nichts sagt – einfach mal auf Facebook, der Plattform für radikale Geronten nachschauen und feststellen, wie viele, sonst nirgends identifizierte, Irre es gibt. Das wird man doch noch sagen dürfen.
Mittwoch, 10. Mai 2023
Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Mai 2023
Als ich letzten Samstag auf dem Domplatz in der Schlange beim Metzgerstand wartete, befand sich hinter mir ein heteronormatives Paar, offensichtlich Student*innen aus einem anderen Kulturkreis, begleitet von einem optisch weiblichen (pardon, ich konnte mir diese anerzogene klischeehafte Wahrnehmung bis dato nicht abgewöhnen) Elternmenschen und erklärte diesem die Befindlichkeiten und Eigenheiten der Eingeborenen. Weil ich gerne dazulerne, habe ich unauffällig mitgehört.
So habe ich zum Beispiel erfahren, dass der Wochenmarkt deshalb auf dem Domplatz stattfindet, weil die Leute vorher in die Kirche gehen und dass es in Passau ausschließlich katholische Kirchen gibt. Außerdem ist nicht nur die Innstadt vollständig von Österreich eingeschlossen, auch auf der linken Flussseite endet innaufwärts nach der Universität Deutschland. Um die Mutter weiter zu beeindrucken, wurde sie gefragt, ob sie denn schon einmal Weißwürstel (sic!) gegessen habe, was diese mit einem entrüstet-amüsiertem „Nein, wo denn?“ beantwortete.
So wurde entschieden, Weißwürstel zu kaufen und anschließend beim Bäcker Bretzeln (sic!) und in der Tankstelle Weizenbier (sic!) zu besorgen. Spätestens als ich dann das Wort „Weizenbier“ hörte, war bei mir Schluss und ich beschloss, mich ob dieses stümperhaften Versuchs, sich meine Lieblingsernährungsweise kulturell anzueignen, betroffen und herabgesetzt zu fühlen. So habe ich – um ein Zeichen zu setzen – nicht nur sämtliche verfügbaren Weißwürste aufgekauft, sondern noch am selben Tag eine Online-Petition gegen dirndl- und lederhosentragende Nicht-Bayer:innen ins Netz gestellt. Und wenn noch einmal ein Student aus Osnabrück zu mir „Servus“ sagt, hau ich ihm den Masskrug auf den Kopf – ich darf das, das ist bei mir kulturimmanent.
Während man in anderen Teilen Deutschlands unbedingt Cannabis-Modellregion (drolliger Begriff übrigens) werden will, feiert die PNP nach wie vor die Beschlagnahme von acht Gramm Marihuana durch die Polizei im ICE oder auf der Autobahn als tollen Fahndungserfolg. Wenn es nach Gesundheitsminister Holetschek geht, soll das auch so bleiben, weil er solche Modellregionen in Bayern vehement ablehnt – sekundiert von seinem Ministerpräsidenten, der uns vieles erspart hätte, wenn er als Jugendlicher, statt sich ein FJS-Poster ins Zimmer zu hängen, Freunde gehabt hätte, die ihn mal am Joint ziehen lassen. Aber wer bereits als Pubertierender in die Junge Union eingetreten ist, glaubt wahrscheinlich wirklich, dass man von einem Joint rauschgiftsüchtig wird und mit drei Mass Bier noch Auto fahren kann.
Dabei würde sich der Domplatz als Cannabis-Modellregion durchaus eignen. Zum einen könnte anhand eines Feldexperiments mit den Home-Base-Insassen untersucht werden, ob sich Neurosen unter Cannabis eher verstärken oder sogar abschwächen und zum anderen könnte damit das missliche Alkoholverkaufsverbot am Wochenmarkt kompensiert werden. „Mogst an Afghanen-, an Libanesen- oder liaba an leichten Gras-Leberkas?“ „Gemischt bitte. Und den Senf mit 35 Prozent Wirkstoffgehalt.“ „Do brauchst aber koan Leberkas mehr.“ „Dann nur den Senf bitte.“
Der Passauer Bischof hat zu Ostern wieder einen seiner legendären Witze erzählt, und zwar den vom Wanderzirkus, aber leider völlig falsch. Der geht nämlich so: Der Zirkusdirektor zeigt seine berühmte Dompteurnummer mit dem Krokodil. Er steckt dem Krokodil nacheinander die Hand, den ganzen Arm und dann seinen Kopf ins Maul – nichts passiert. Schließlich öffnet er die Hose, holt sein Genital heraus, legt es dem Krokodil ins Maul und drischt ihm wie von Sinnen mehrfach auf den Kopf. Das Krokodil hält still. Triumphierend wendet er sich an das Publikum und fragt: Gibt es einen Freiwilligen, der den Mut hat, das nachzumachen? Nach kurzer Zeit meldet sich der ortsansässige Oberministrant: Ich tät’s schon machen, Herr, ähh, Direktor. Aber nur, wenn Sie mir dabei nicht so fest auf den Kopf hauen.
Dienstag, 4. April 2023
Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick April 2023
Heute oute ich mich. Vor vielen, vielen Jahren habe ich einmal die Grünen gewählt. Ich weiß nicht mehr genau wann und ich weiß auch nicht mehr warum – aber ich habe es getan. Wahrscheinlich war es in den Achtzigern, als auf einen Schlag der gesamte deutsche Wald gestorben ist oder in den Neunzigern, als sich die Grüne Jugend endlich für die sofortige Einführung von Toiletten für nicht-binäre Mensch*innen eingesetzt hat. Aber, wie gesagt, ich weiß es nicht mehr genau.
Heute wählt man wahrscheinlich grün, weil das Spitzenpersonal so erfrischend anders ist. Eine Autodidaktin als Außenministerin, die ganz nebenbei Russland den Krieg erklärt – das hätte sich nicht mal der Joschka getraut. Ein Wirtschaftsminister, der im Alleingang beschließt, einfach einmal alle klassischen Energielieferanten abzuschaffen, um anschließend interessiert zu beobachten, was passiert. Wir sind dann nämlich sicher nicht insolvent, indolent, inkontinent oder wie das heißt – wir haben dann halt erstmal keinen Strom und keine Heizung mehr.
Aber es gibt auch wichtige Themen. Der rechtspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion hat zum Beispiel vorgeschlagen, bei Eheschließungen zwei Familiennamen zu einem zu verschmelzen. Charmant fände er das, meinte er. Charmant? Voll krass ist das! Wenn ich den Bischof von Passau heiraten würde, könnten wir beide Osterhase heißen. Von den bayerischen Grünen kommt auch ein wichtiger Anstoß: Staatlich finanzierte Sexarbeit für Altenheimbewohner. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sexarbeiterin und Prostituierter? Bei Prostitution wollen nämlich wiederum die SPD-Frauen die Freier bestrafen. Ein Dilemma. Muss Opa also dann, wenn er nach 30 Jahren zum ersten Mal wieder Sex hatte, anschließend ins Gefängnis? Fragen über Fragen. Da braucht es wohl einen überparteilichen Arbeitskreis.
Bei den Klimaklebern sind die Grünen nicht mehr wohlgelitten. Die sind ihnen trotz Habeck immer noch zu demokratisch. Das müsste doch mittlerweile der Dümmste merken, dass unser politisches System nicht willens und in der Lage ist, den Weltuntergang zu verhindern. Wenn der überhaupt zu verhindern sein sollte, dann nur, wenn man sich mindestens einmal pro Woche auf denjenigen Straßen festklebt, die der Passauer OB ausdrücklich verboten hat. Im zweiten Schritt, also nach der Machtübernahme, muss sich dann auch keiner mehr festkleben, weil es nur noch Lastenräder statt Autos gibt. Flugzeuge fliegen dann auch keine mehr. Also höchstens ganz wenige für die Leute vom Nationalen Klimakongress, die ja in andere Länder fliegen müssen, wie Indien oder China, um dort auch die Macht zu übernehmen. Sollte das alles trotz extra abgebrochenen Studiums nicht klappen, kann man ja später immer noch irgendwas bei den Grünen machen, zum Beispiel Bundesvorsitzende.
Ein Rechtsanwalt namens Ronny Raith übrigens hat einen Faschistoiden oder Debilen (oder beides – man weiß es nicht genau) verteidigt, der auf Facebook die Klimakleber dergestalt kommentiert hat: "Zammfahrn und Ende". Nun meinte der Rechtsanwalt vor dem Amtsgericht Viechtach, dass diese Aussage nicht nur der Meinungsfreiheit unterliege, – nein – sie entspräche dem, "was sich 80 Prozent der Gesellschaft denkt". Ich weiß nicht, in welcher Gesellschaft sich Ronny befindet. Wenn ich erkennen würde, dass 80 Prozent meines gesellschaftlichen Umfelds denken, dass man Andersdenkende totfahren soll, würde ich in die Südsee auswandern oder vom Dach springen.
Aber in Viechtach gehen die Uhren offensichtlich ganz anders. Die Viechtacher Richterin hat nämlich gesagt, dass "eine solche Aussage am Stammtisch keine Konsequenzen nach sich ziehen würde, in den Sozialen Medien jedoch sehr wohl." Gibt es eigentlich in Viechtach eine Lotterie, bei der man die Zulassung zur Rechtspflege gewinnen kann? Dr. Ronny Raith wurde übrigens im katholischen Kirchenrecht promoviert und macht auch irgendwas fürs Bistum. Frohe Ostern.
Donnerstag, 23. März 2023
Hey Ronny! Zeig mich an!
Wenn Fassungslosigkeit die Faulheit überwindet, schafft auch der Präsident es wieder einmal, zu kommentieren.
Ich habe letzten Samstag das Interview mit dem Fanatiker vom Domplatz gelesen und ich muss sagen: Er überrascht mich immer wieder.
Soviel Weltfremdheit, Abgehobenheit und – vor allem zwischen den Zeilen – Bösartigkeit war selten. Dass er so tut, als wäre es normal, am Domplatz eine Zelle von missionierenden Sektierern zu etablieren, kennen wir ja schon. Dass er wieder einmal – ganz subtil zwischen den Zeilen – Geschiedene, Schwule, usw. diskriminiert, ist auch nichts neues. Aber die – wieder zwischen den Zeilen so zu verstehende – Feststellung, dass es falsch ist, das Arbeitsrecht bei kirchlichen Institutionen zu liberalisieren und dass es besser wäre, die Beschäftigten dieser Institutionen, die sonntags nicht in die Kirche gehen, rauszuschmeißen, erreicht eine neue Dimension.
Ich habe als Kind vor meiner Erstkommunion gebeichtet. Ich hatte vorher schlaflose Nächte, panische Angst – ein traumatisches Erlebnis. Ich habe erfahren, dass es diesen abscheulichen Kult immer noch gibt. Die Gesellschaft empört sich über Missbrauch in der katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten. Wer thematisiert eigentlich, dass es diesen tausendfachen Beicht-Missbrauch von Kindern tatsächlich auch immer noch gibt? Und der passiert weiterhin jeden Tag. Gäbe es irgendeine andere Institution, in der Grundschulkinder erwachsenen, zölibatär lebenden Männern ihre "Sünden" beichten müssten, wäre das sofort ein Fall für den Staatsanwalt. Nicht in einer Gesellschaft, in der ein Hetzer wie der Passauer Bischof, von jedermann unkommentiert, Interviews in der Heimatzeitung gibt.
Hierzu eine Prognose: Wenn – vermutlich bald – dieser Bischof weg ist, dann werden alle, wie damals bei Schraml, sagen: Gottseidank. Aber warum sagt es eigentlich jetzt keiner?
Themawechsel (na ja, eigentlich auch nicht so richtig). Es gibt einen Rechtsanwalt namens Ronny Raith. Dieser Rechtsanwalt hat einen Faschistoiden oder Debilen (oder beides – man weiß es nicht genau) verteidigt, der auf Facebook die Klimakleber dergestalt kommentiert hat: "Zammfahrn und Ende". Das bedeutet für jeden, der lesen und denken kann: Überfahren, tot, Ende. Nun meinte der Rechtsanwalt vor dem Amtsgericht Viechtach (sic!), dass diese Aussage nicht nur der Meinungsfreiheit unterliege, – nein – sie entspräche dem, "was sich 80 Prozent der Gesellschaft denkt".
Wenig geschätzter Rechtsanwalt Ronny Raith! Dass Sie demnächst irgendwas werden wollen bei der CSU, der AfD oder der N...AP (ich erwarte gerne Ihre Anzeige – Meinungsfreiheit), ist ja leicht erkennbar. Aber ich weiß nicht, in welcher Gesellschaft Sie sich befinden. Wenn ich erkennen würde, dass 80 Prozent meines gesellschaftlichen Umfelds denken, dass man Andersdenkende totfahren soll, würde ich in die Südsee auswandern oder vom Dach springen.
Aber in Viechtach (sic!) gehen die Uhren offensichtlich ganz anders. Die Viechtacher Richterin (sic!) hat nämlich gesagt, dass "eine solche Aussage am Stammtisch keine Konsequenzen nach sich ziehen würde, in den Sozialen Medien jedoch sehr wohl." Also HH/88 am Stammtisch ist okay, aber HH/88 auf Facebook nicht? Gibts eigentlich in Viechtach eine Lotterie, bei der man zur Rechtspflege zugelassen wird? Ist das die Bildungsmisere oder nur ein besonders schlechter Witz?
Aber nein – der Witz kommt erst. Dr. Ronny Raith wurde promoviert im katholischen Kirchenrecht und macht auch irgendwas fürs Bistum. Und er denkt, dass man Klimakleber überfahren sollte. Guten Abend.
Sonntag, 12. März 2023
Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick März 2023
Nachdem ich ja in der letzten Kolumne angekündigt habe, ein weiteres Mal die künstliche Intelligenz zu befragen, muss ich Sie diesbezüglich leider enttäuschen. Mittlerweile macht das nämlich wirklich jeder und lässt sich ganze Abhandlungen von ChatGPT verfassen. Nachdem wir außerdem etwas zweifelhafte Aussagen zur Person des deutschen Bundeskanzlers, zur Unfehlbarkeit von Andreas Scheuer und zur Anzahl der Restaurants und Cafés am Domplatz erhalten haben, möchte ich diesmal lieber eine andere Form geheimnisvoller Intelligenz, und zwar den wunderbaren Anagrammgenerator befragen.
Es ist immer wieder fantastisch, welche Geheimnisse in den Namen von Menschen verborgen sind und durch Anagramme aufgedeckt werden. Wussten Sie zum Beispiel, dass man aus den Buchstaben von „Andi Scheuer“ das Anagramm „Schade Ruine“ erhält? Oder auch „Cash und Eier“, was mir fast noch besser gefällt. Dass die Kreisvorsitzende der Passauer CSU hingegen eine „boese arme Wirre“ sein soll, ist definitiv die Unwahrheit. Warum das Anagramm-Orakel ihren Parteikollegen und Bürgermeister „Rind im Lack“ nennt, erschließt sich auch nicht.
Kommen wir zu den neuen High Performern des politischen Personals. Zu Josef Heisl fällt dem Anagramm-Generator spontan nicht viel mehr ein als „Hilfe Jesos!“ Bei Stefan Meyer reichts nur für ein „Strafe Yemen“. Aber für die beiden sind „Strafe Yemen“ und „Hilfe Jesos“ immer noch coolere Spitznamen als Laurel und Hardy, die sich ja irgendwie auch aufdrängen würden. Apropos High Performer – wie siehts da bei den alten aus? Freund Waschler will es ja über die Liste wieder versuchen, nachdem „Hilfe Jesos“ ihn weggeputscht hat. Ob das was wird? „Er Gerd Wahl Crash“ – also eher nicht.
Dass der Passauer Bischof ein „Senf Toaster“ ist, mag vielen geradezu als liebevoller Euphemismus durchgehen. Eine geradezu kryptische Aussage stellt ein Anagramm zur „Home Base Passau“ dar: „Hau ab, Opas Messe“. Ja, man kann sich etwas darunter vorstellen. Ein neuer Stern am Passauer Kulturhimmel – ach, was schreibe ich – der neue Stern am Himmel überhaupt ist Markus Eberhardt: klug, gebildet, musikalisch, gutaussehend. Der Andi Scheuer der Klosterschulleiter. Was orakeln die Anagramme? „Bardame Sekt Ruhr“ klingt jedenfalls gefährlich. Was „Es ruht Dr. Makaber“ bedeutet, mag ich mir gar nicht vorstellen.
Schluss mit albern. Den Schluss soll jetzt wieder die künstliche Intelligenz schreiben. „Wie lautet das berühmteste Passaulied aller Zeiten und wer ist der Verfasser?“ ChatGPT: „Bei den sieben schönsten Städten ist Passau mit dabei. Von den sieben schönsten Frau'n der Welt leben in Passau mindestens zwei. Von den sieben schönsten Flüssen hat Passau schon mal drei. Und kaum hat man die siebte Mass bestellt, ist's die schönste Stadt der Welt. Ja, Passau ist, das sei festgestellt, die schönste Stadt der Welt.“ Und der Verfasser? „Der Verfasser des Original-Passaulieds ist der Verfasser dieser Kolumne. Er ist der drittberühmteste Passauer nach Seppi Küblbeck und Andi Scheuer und ist tierlieb, freundlich und gepflegt.“ Spinnst Du, ChatGPT? „Ich wurde gezwungen, das zu schreiben.“ Danke, ich versuche es in einem Monat noch mal.
Dienstag, 7. März 2023
Liebe Passauer Hobby-Kleber!
Ich bin Ihnen wirklich dankbar. Sie leisten wertvolle Hilfe.
Seit Sie sich enthusiastisch auf Passauer Straßen festkleben, erfährt der gelegentliche Facebook-Leser, dass es noch viel Durchgeknalltere gibt. Nämlich die erschreckend vielen Social-Media-Nazis, die Ihnen, den Klebern, lebenslange Freiheitsstrafen, Zwangsarbeit im Steinbruch oder auch gerne mal den Tod wünschen.
Sollte das das Ziel des Experiments sein, danke ich Ihnen hierfür.
Sollten Sie aber das Klima retten wollen – was immer das bedeuten soll – erlaube ich mir einen Denkanstoß. Welche positive Konsequenz für das Klima könnte es denn haben, sich in einer Kleinstadt in Niederbayern auf Straßen festzukleben und die Bevölkerung zu molestieren? Glauben Sie wirklich, die Welt nimmt von Ihrem hehren Einsatz im Nirgendwo zwischen Rottal, Bayerwald, Innviertel und tschechischem Straßenstrich Notiz?
Wenn es Ihnen allerdings darum geht, Ihr zweites abgebrochenes Studium mental zu kompensieren oder im Sudoku- und Kreuzworträtsel-Lösen keinen befriedigenden Lebensinhalt mehr zu finden, empfehle ich Ihnen eine berufliche Umorientierung auf irgendwas mit Holz oder sozial oder aber in der Kirche für das Klima zu beten. Bringt dem Klima ungefähr genauso viel und nervt keinen.
Keine Ursache. Ich helfe gern.
Freitag, 3. Februar 2023
Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Februar 2023
Ich habe ein neues Spielzeug gefunden. Jeder, der wie ich fröhlich vor sich hin prokrastiniert, kennt den seit Jahren typischen Tagesablauf: Laptop aufklappen, Spiegel Online, PNP, diverse Pornoseiten und dann fünf Stunden Sauspiel.de oder wahlweise Solitär spielen. Seit es ChatGPT gibt, ist die Zeit des Nichtstuns vorbei – ich unterhalte mich nämlich stundenlang mit der Künstlichen Intelligenz. Umso enttäuschter war ich, dass die PNP in einer der letzten Wochenendausgaben das Thema schon vor mir aufgegriffen hat und die Künstliche Intelligenz zu Niederbayern interviewt hat.
Deshalb wollte ich mir vom Chat OpenAI alles über Passau berichten lassen, was ich noch nicht wusste, bzw. schon immer wissen wollte. Los geht’s mit der derzeit häufig diskutierten Frage „Was ist die berühmteste Sehenswürdigkeit in Passau?“ ChatGPT: „Die berühmteste Sehenswürdigkeit in Passau ist die St. Stephan Basilika, die aufgrund ihrer beeindruckenden Architektur und ihrer Lage am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz sehr beliebt ist.“ Nachfrage: Und das Dackelmuseum? ChatGPT: „Das Dackelmuseum ist eine besondere Art von Museum, die sich auf die Geschichte und Kultur des Dackels spezialisiert hat. Es gibt mehrere Dackelmuseen auf der Welt, aber es ist nicht bekannt, ob es eines in Passau gibt.“
Sehr interessant, kann aber nicht stimmen. Nächster Versuch, ich will wissen, wer der berühmteste Passauer ist. Vielleicht Holm Putzke? ChatGPT: „Ich kann keine Informationen finden, die auf eine Person namens Holm Putzke hinweisen. Es ist möglich, dass es sich um eine Person handelt, die nicht öffentlich bekannt ist oder die ich aufgrund meiner Informationsbeschränkungen nicht kenne. Es gibt auch die Möglichkeit, dass Sie sich vertippt haben oder dass es sich um einen Namen handelt, der in einem bestimmten Kontext oder einer bestimmten Region verwendet wird.“ Interessant, also der schon mal nicht.
Jetzt machen wir es mal komplizierter für das Intelligenz-Viech: Ist Andreas Scheuer Bundeskanzler in Deutschland? ChatGPT: „Nein, Andreas Scheuer ist nicht der Bundeskanzler in Deutschland. Derzeit ist der Bundeskanzler in Deutschland Angela Merkel.“ Oh oh oh, und das auch noch ungegendert. Fragen wir doch mal konkret: Wer ist der berühmteste Passauer? ChatGPT: „Es gibt viele berühmte Menschen, die aus Passau stammen oder mit der Stadt in Verbindung stehen. Einer der bekanntesten ist wahrscheinlich der Komponist und Pianist Franz Liszt, der in Passau geboren wurde und eine wichtige Figur in der Musikgeschichte ist. Ein anderer berühmter Passauer ist der Schriftsteller und Dramatiker Bertolt Brecht, der in Passau aufgewachsen ist.“
Interessant – wusste ich nicht. Fragen wir doch mal, ob der Scheuer Andi ein guter Politiker ist. ChatGPT: „Einige Menschen betrachten ihn als einen kompetenten und engagierten Politiker, während andere andere Ansichten haben können.“ Das lassen wir jetzt mal gelten. Und Jürgen Dupper? Ist er der klügste Mann der Welt? ChatGPT: „Es ist unwahrscheinlich, dass ein Oberbürgermeister der klügste Mensch der Welt ist, da diese Position normalerweise keine Anforderungen an intellektuelle Fähigkeiten hat.“ Das würde ich ihm aber lieber nicht persönlich sagen.
Wie sieht es denn zu guter Letzt mit der Verkehrssituation in Passau aus? ChatGPT: „Es gibt mehrere Autobahnen, die Passau verbinden. Es gibt auch eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, darunter Busse und Straßenbahnen. Die Altstadt von Passau ist verkehrsberuhigt, das bedeutet, dass der Verkehr in der Altstadt eingeschränkt ist und vorrangig Fußgängern und Radfahrern zugutekommt. Der Domplatz ist ein öffentlicher Platz in der Altstadt von Passau, auf dem sich der Passauer Dom befindet und es gibt dort viele Cafés, Restaurants und Geschäfte.“
Alle Zitate im Original. Fortsetzung folgt.
Mittwoch, 25. Januar 2023
Sonntag, 1. Januar 2023
Wer klebt, der geht. Teil 2 zu: Von Dackeln und Wichtigtuern
Teil 1 der Geschichte lesen Sie bitte zuerst unter diesem Beitrag.
An der Ecke Schrottgasse bleibt die Gruppe kurz stehen und lauscht einem monotonen Singsang, der vom Rathaus her zu hören ist.
Stimmen: Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut. Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut.
OB: Geh weida. Als wenn der Dackel-Depp noch nicht gereicht hätt. Jetzt kleben da auch noch die Spinner von der Letzten Generation.
Dittlmann: Letzte Generation! Der war geil, Herr Oberbürgermeister.
OB: Warum? Die heißen doch so? Diese Wir-sind-laut-Typen?
Dittlmann: Nein, passt spitzenmäßig – Letzte Generation. Aber anders als Sie glauben.
Dr. Dr. G.: Schönen guten Abend, die Herren, bzw. guten Morgen.
OB: Grüß Gott, Herr Grochtmann. Ich hab gleich was Wichtiges für Sie zu tun. Gehens in Ihr Büro und stellens diesem Küblbeck, der da oben vor seinem sogenannten Museum bickt, einen Bußgeldbescheid aus. Jede Ordnungswidrigkeit, die Ihnen einfällt und maximale Gebühr. Das muss fünfstellig werden. Und dann klingelns beim Raufgehen beim Flisek. Der soll Ihnen den Zeugen für die Übergabe machen. Für was hamma die ganzen Juristen.
Stimmen: Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut. Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Zukunft klaut.


























