Donnerstag, 5. März 2026
Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick März 2026
Ich habe in den letzten Tagen ein paar schöne Politikerinnen-Zitate in der PNP gesammelt. Der Wahlsonntag soll zum Beispiel zum „Wählt-Frauen-Tag“ werden. „Votes for Women“, sagt Ilse Aigner. „Passauer Politikerinnen wünschen sich mehr Stadträtinnen.“ Der 8. März sei eben auch Weltfrauentag, deshalb „sollten Frauen auch Frauen wählen.“ Genau. Frauen sollen Frauen wählen und Männer sollen Männer wählen. Dann passt’s ja wieder. Ich habe übrigens auch schon einmal Frauen gewählt, aber nicht, weil sie Frauen waren. Den Witz mit der dringlichen Quote für Nonbinäre spare ich mir heute, sonst werfen mir die Anti-Alte-Weiße-Männer-Aktivisten wieder virtuell die Fensterscheiben ein.
Bleiben wir politisch korrekt. Es fanden in den letzten Wochen mehrere Podiumsdiskussionen mit OB-Kandidaten statt, wobei ich gleich bei der ersten den unverzeihlichen Fehler machte, sie zu besuchen. Eine Moderation fand trotz Anwesenheit eines sogenannten Moderators nicht statt. Der besser so zu bezeichnende Fragenvorleser versuchte nicht einmal zu moderieren und ließ die Kandidaten ungestört inhaltsleere Worthülsen und oftmals wahrheitsferne Aussagen vortragen. Nachfrage: Fehlanzeige. Frage: Was ist Ihr Lieblingsbuch? Antwort: Schweinsbraten. Ah, danke, sehr interessant.
Auch wenn mir berichtet wurde, dass die beiden Schülerinnen in Niedernburg ihre Moderatorinnen-Sache wesentlich besser machten als der „Profi“ von der Heimatzeitung, musste man bei der einzigen Veranstaltung, die nicht in kirchlichen Räumen (warum eigentlich?), sondern im Wirtshaus stattfand, feststellen, dass man auch als Wirtschaftsprofessor nicht unbedingt dazu befähigt sein muss, kommunalpolitische Themen zu moderieren. Auch hier habe ich nämlich wieder den Fehler gemacht, das Ganze im Livestream zu betrachten und der einzige Höhepunkt, der mir in dreieinhalb qualvollen Stunden in Erinnerung blieb, war der Moment, als Siegfried Kapfer die Linken-Kandidatin „Frau Kolik“ nannte.
Von der ist mir übrigens in Erinnerung geblieben, dass außer den Löhnen alles billiger werden muss, vom Kapfer Siegi, dass wir eh keine Kohle haben und er von allen Kandidaten sowieso der einzige Checker ist. Vilsmeier hätte gerne mehr Bänke in der Fuzo. Mangold hat die Wälder, die Brücken und die Innenstadt vorm Untergang gerettet. Frau Auer wird definitiv Bürgermeisterin – Ranking, Partei und Fraktion noch unklar. Der Holm vom „Team Putzke“ wird in den ersten 100 Tagen alle Passauer Probleme beseitigen und dann geht’s erst richtig los. Dickl macht im Fall eines Wahlsieges ChatGPT zum zweiten Bürgermeister und Andi Rother will auf einmal nicht mehr den Jürgen-Dupper-Ähnlichkeitswettbewerb gewinnen.
Am schönsten allerdings ist – und ich weiß nicht, ob es das sonst irgendwo gibt oder schon einmal gegeben hat –, dass von unseren acht Kandidaten mindestens sechs der felsenfesten Überzeugung sind, in die Stichwahl zu kommen. Vielleicht sind es sogar alle acht. Was passiert eigentlich, wenn Kapfer die meisten Stimmen hat, dabei die absolute Mehrheit aber knapp verfehlt und Kolitz und Vilsmeier jeweils exakt 4.321 Stimmen haben und damit auf einem gemeinsamen Platz 2 landen? Bekommen wir dann eine Dreier-Stichwahl? Nein, dann entscheidet tatsächlich das Los. Das Los entscheidet interessanterweise auch bei Stimmengleichheit in der Stichwahl, was allerdings eher selten vorkommen dürfte.
Im nächsten Bürgerblick wissen wir dann tatsächlich schon, wer neugewählter Oberbürgermeister von Passau ist, können uns mit der spannenden Frage beschäftigen, wie seine Stellvertreter heißen werden, mit der noch spannenderen, wie viele derer es für eine Gestaltungsmehrheit wohl bedarf und mit der spannendsten überhaupt: Muss nach Scheuer dann auch Waschler über Nacht die Stadt verlassen? Gehen Sie wählen – dann wird alles gut!
Mittwoch, 4. März 2026
Ich würde so gerne wie Mangold aussehen
Letzter Teil der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Andreas Rother
Ob er schon mal mit "Herr Dupper" angesprochen wurde? Andreas Rother lächelt gequält. "Ja, jeden Tag halt. Erst gestern hat wieder jemand in der Fußgängerzone gesagt: Jetzt wird's Zeit, dass' aufhören, Herr Dupper. Alt sans word'n." Nervt einen das nicht manchmal? Rother verdreht die Augen. "Dupper 2008 in der Stichwahl 61 Prozent, 2014 im ersten Wahlgang 65 und 2020 immerhin noch 55 Prozent. Glauben Sie, ich schau freiwillig so aus, wie ich ausschau? Aber wirklich nicht."
Und das war, bzw. ist es ihm wert? "Ja mei, was soll ich denn machen? Passens auf, ein kurzer historischer Abriss seit 1984, also seit 42 Jahren: Hösl, CSU, immer glattrasiert, Amtszeit sechs Jahre, Zankl, CSU, immer glattrasiert, Amtszeit sechs Jahre, Schmöller, SPD, gut genährt und ein nicht mit Worten zu beschreibendes Gestrüpp im Gesicht, Amtszeit zwölf Jahre, Dupper, auch eher stämmig und mit Vollbart auf die Welt gekommen, Amtszeit 18 Jahre. Soll ich mich rasieren und vier Kilo abnehmen, dass ich dann in der Stichwahl gegen das Riesenbaby aus Heining oder das Angeber-Krisperl mit den Sportklamotten verliere?"
Also das Dupper-Mimikry soll tatsächlich die Wahl gewinnen? "Nein, nicht nur. Natürlich nicht. Aber die Tausenden von Dupper-Fans nehme ich natürlich mit, bin aber gleichzeitig der Einzige, der das fundierte Wissen und die Kompetenz besitzt, etwas Neues, Innovatives zu schaffen. Denn in der Vergangenheit war nicht alles toll," gibt er ohne Umschweife zu. Hä, wie jetzt? Hat ihm den Satz die KI von Dickl geschrieben oder wie kommt man auf so einen Quatsch? "Ich hätte manches anders gemacht," betont Rother. Was denn? "Puh, da müsste ich nachdenken. Aber bestimmt irgendwas."
Was macht er denn dann als Oberbürgermeister und was macht er anders als bisher? "Verwaltung und so, direkte Ansprechpartner und so, Infrastruktur für Unternehmer und so, Einkommensteuerumlage und so, Peb und Jugendarbeit bleibt natürlich, Smart City und intelligente Ampelsysteme und – jetzt pass auf, jetzt kommts – eine Kultur des Ermöglichens. Geil, oder?" Ja, sehr geil, vor allem Smart City und intelligente Ampelsysteme. Das dürfte im Wahlkampf fast ein Alleinstellungsmerkmal sein. Haben wir davon noch mehr? Also Alleinstellungsmerkmale?
"Klar, ich bin offen für Neues, ich bin nicht streitsüchtig und ich meine es wirklich ernst mit unserer Stadt. Mein Hobby ist, Zeit mit lieben Menschen verbringen, ich mag Illuminati, Herr der Ringe, Austropop, Blasmusik, Essen und Trinken, doofe Mottos und Jürgen-Dupper-Ähnlichkeits-Wettbewerbe. Haben Sie jetzt verstanden, warum ich Oberbürgermeister werden muss?" Ja, klar. Vielen Dank fürs Gespräch, Jürgen Dickl.
Dienstag, 3. März 2026
Ich verkaufe Geschichten
Teil 7 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Armin Dickl (CSU)
Die Hände aufs Geländer gestützt, blickt Armin Dickl vom Oberhaus auf Passau. „Es ist schon wunderschön hier, gell?“, fragt er. Er deutet auf Mariahilf. "Da dahinter wohne ich. Oder? Egal, ich wohne jedenfalls auch auf einem Berg." Er wendet den Blick Richtung Eisenbahnbrücke und zeigt Richtung Kachlet. "Da irgendwo muss das Rathaus sein. Da wäre ich jetzt schon seit sechs Jahren OB, wenn nicht dieses impertinente Arschloch... Ach, egal. Dafür pack mas jetzt."
Er zeigt mit dem Finger aufs Rathaus. "Schauen Sie, da ist der Dom. Wissen Sie, ich bin gläubiger Katholik. Und wie heißt es schon bei Hesekiel im Alten Testament: "Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen, meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe." Hesekiel, Altes Testament? "Ja, Hesekiel. Das ist doch dieser Ne... dieser Schwarze aus Pulp Fiction."
Als wir das Café betreten, wird an einigen Tischen gekichert. Dickl strahlt. "Schauen Sie, die freuen sich, dass sie mich sehen." Er geht von Tisch zu Tisch, schüttelt die Hände der verdutzten Bus-Touristen aus Hannover und verteilt seine Wahlkampf-Flyer. "Wissen Sie, ich geb' jedem die Hand. Außer dem impertinenten Arschloch und dem Dings." Wir setzen uns an einen Tisch und Dickl bestellt einen Cappuccino. "Aber den echten, prego, mit viel Extra-Sahne." Er sieht mich lächelnd an. "Wissen Sie, ich bin ein echter Feinschmecker und Italien-Fan. Mit meinem Freund Asenbauer koche ich oft Carbonara. Da kommt nur echte italienische Sahne rein."
Nachdem er bei Polizei und Bundeswehr ausgemustert wurde, weil ihm weder Dienstmütze noch Helm passten, nahm er ein BWL-Studium in Deggendorf auf, das er mit dem Angelschein abschloss. Anschließend wurde er sofort Unternehmensberater bei einer Firma, die sich auf Incentives für Mitarbeiter spezialisiert hat. "Arbeitgeber schließen mit uns Verträge und können sich dann aussuchen, welchen Bonus sie gerne hätten. Die geben uns 1.200 Euro und wir geben dann dem Mitarbeiter 1.000 Euro. Cash, bar auf die Hand, ohne Steuer. So ähnlich läuft das, glaube ich. Weil ich mich aber mit Geld nicht so auskenne, bin ich CTO, also Spezialist für Tankgutscheine. Seit 2020 bin ich aber beurlaubt, weil Wahlkampf ist."
Hat Armin Dickl ein Lieblingsbuch? "Ja, freilich. Die Kinderbücher meiner Kinder – als sie eineinhalb waren." Seine Hobbys? "Konfabulation und gute Ausreden." Lieblingsmusik? "'Du bist zu blöd um aus'm Busch zu winken' von Mickie Krause." Sein Motto: "Ich weiß, dass ich nichts weiß." Letzte Frage: Traut sich Armin Dickl den harten Job als Oberbürgermeister zu? "Kennen Sie den Spruch: Unternehmensberater kennen jede Stellung, aber hatten noch niemals Sex? Ich verstehe ihn zwar nicht, aber ich glaube, bei mir ist es andersrum."
Sonntag, 1. März 2026
Freitag, 27. Februar 2026
Dupper 2.0
Mit 39 Jahren ist Stefanie Auer im aktuellen Stadtrat die jüngste Frau – und sie findet das gar nicht gut.
Samstag, 21. Februar 2026
Freitag, 20. Februar 2026
Der Holm *** konstruktiv, innovativ, hyperaktiv
Sie küssten und sie schlugen ihn. Kann man mit dem Titel dieses weltberühmten Films von François Truffaut der höchstumstrittenen Person Holm Putzke ansatzweise gerecht werden?
"Also diese Art der Fragestellung kann von bösmeinenden Menschen schon fast als ehrverletzend angesehen werden. Sie wissen schon..." Putzkes Smartphone vibriert. "Entschuldigung, Moment, das ist die Bild-Zeitung. Egal, die sollen später anrufen. Wie war die Frage? Ach ja. Das war gerade noch im Rahmen. Sonst noch was?"
Dienstag, 17. Februar 2026
Montag, 16. Februar 2026
Am Ziel!
Teil 4 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Urban Mangold von der ÖDP
Wenn Urban Mangold die Haustür öffnet, wird man als Gast äußerst freudig begrüßt: Von Franz Josef Strauß, der eifrig mit dem Schwanz wedelt und sich nach einem harten Tritt von Mangold winselnd auf den Rücken wirft. "Ich mag keine Hunde, deshalb habe ich ihn Franz Josef Strauß genannt," zischt Mangold und tritt noch einmal herzhaft zu. Warum er dann einen habe? Mangold zuckt mit den Schultern. "Ich mag auch keine Menschen, aber..., ach vergessen Sie's."
Er geht zum Fenster und zeigt mit ausgestrecktem Arm rüber auf die Stadt. "Ich bin ja wirklich nicht der Typ, der sich in den Vordergrund drängt, aber ohne mich..." Er saugt tief die Luft ein und wirkt für einen kurzen Moment so, als hätte er so etwas wie Körperspannung. Er rudert jetzt mit beiden Armen in der Luft, als wolle er über den Inn nach der Stadt greifen. "Ohne mich gäb's das alles nicht mehr. Die Innpromenade, den Fünferlsteg, die Wälder da oben, den Schaiblingsturm, das Oberhaus, die Redoute, die Ortspitze und nicht einmal den Dom gäbe es mehr – ohne mich, ähm, ohne uns, die ÖDP."
Seit 33 Jahren im Stadtrat und zum fünften Mal OB-Kandidat – wie kam es dazu? "Ich war ja ganz früher mal beim Radio, aber das hat nicht funktioniert. Immer wenn ich auf Sendung war, sind die Leute aus den Fenstern gesprungen und es gab schlimme Unfälle auf den Straßen. Irgendwann bin ich aus Zufall auf den Parteitag einer neuen Partei geraten, der ÖDP. Da waren nur verkniffen dreinschauende Frömmler, Spießer und Spaßbefreite – ich fühlte mich sofort sauwohl und wurde bald ihr Anführer." Mangold versucht scheiternd ein Lächeln und sagt langsam und mit starrem Blick: "So wurde ich zum Retter der Stadt Passau und ganz Bayerns."
Wenn es viermal nicht geklappt hat, warum soll es dann dieses Mal klappen? Hat er überhaupt eine Chance, Oberbürgermeister zu werden? Mangold ballt die Fäuste, Zornesfalten durchziehen sein Gesicht. Mit einer Seitwärtsbewegung dreht er sich dem Hund zu, der sich winselnd hinter dem Hausaltar versteckt. "Chance? Was heißt denn Chance? Die anderen wollen alle die Wälder ermorden und die Stadt dem Erdboden gleichmachen. Wieso sollten denn DIE eine Chance haben? Jetzt bin ich am Ziel, jetzt bin ich dran." Ob er noch in die Stichwahl muss? Mangold versucht erneut zu lächeln, aber es gelingt ihm wieder nicht. "Stichwahl... Dass ich nicht lache. Die Stichwahl wird Formsache. Wenn ich mit einem Ossi, der Verbrecher verteidigt und den nicht einmal seine eigene Partei will, in der Stichwahl bin – wen wird der Bürger da wählen? Da können's jetzt drüber nachdenken."
Donnerstag, 12. Februar 2026
Spoiler
Unsere Serie über über die Passauer OB-Kandidaten geht demnächst weiter.
Außerdem gibt es noch mindestens eine Abstimmung bis zur Wahl.
Wenn Sie sich einstweilen mit peinlichem Gendern, übergriffigem Geduze und suggestiv-provozierter politischer Korrektheit langweilen oder sich auch darüber aufregen wollen, schauen Sie gerne die OB-Bewerbungs-Videos des Stadtjugendrings Passau.
Oder besser nicht.
Guten Abend.
Montag, 9. Februar 2026
Links sein kann ich mir leisten
Mieten runter, Löhne rauf, kostenlose Busse rund um die Uhr und kostenloses Mittagessen an Schulen. Überfordert die OB-Kandidatin der Linken damit nicht die Passauer Wähler und kann sie als Oberbürgermeisterin überhaupt die Höhe der Löhne beeinflussen?
Samstag, 7. Februar 2026
Teil 2
Vom Langweiler zum Spinner *
Der 8. März wird ein Tag wie Donnerhall für Siegfried Kapfer: Dieser Sonntag entscheidet, wieviele Passauer für ihn als OB-Kandidat stimmen. Und an diesem Wahl-Sonntag wird er mindestens 70 Jahre alt. "Oder 80. So genau weiß das keiner", lacht Kapfer, "wir waren daheim ein halbes bis ein Dutzend Kinder. Da hat keiner mitgezählt oder aufgepasst, wer der Ältere war."
Ein Problem? Der Ansatz eines Schmunzlers enthuscht Kapfers Gesicht, den er schnell wieder einfängt, weil er sich jetzt auf die politisch korrekte Formulierung konzentriert: "Ich bin sportlicher als der Rother, war noch nie so alt wie der Dickl und bin schöner als der Putzke. Außerdem bin ich der Beste im Mangold-Bashing. Das will der Wähler sehen."
Freitag, 6. Februar 2026
Tagsüber bin ich meistens müde. Nachts mittlerweile auch.
Sein Tag beginnt im Idealfall nicht vor Mittag. "Aber spätestens um viertel nach zwölf, da heißt's bei mir: Raus aus den Federn!" Und auch dann braucht Andreas Vilsmeier erst einmal sechs Tassen Kaffee und ein Frühstück mit seiner Lebensgefährtin. Danach gibt es noch zwei kleine Pillen mit lustigen Smileys drauf. "Wissen Sie," schmunzelt der schläfrig dreinblickende Nachtmensch, "wenn ich die nicht nehme, komme ich keine 20 Meter weit. Und trotzdem schlafe ich oft noch im Gehen ein."
Donnerstag, 5. Februar 2026
Das Momentum
Sonntag, 1. Februar 2026
In eigener Sache
Die Abstimmung läuft drei Tage und wird dann geschlossen
Und bitte wieder beachten: Den gewünschten Kandidaten nach oben ziehen und dann erst klicken!
Samstag, 31. Januar 2026
Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Februar 2026
Es traf sich ganz gut, dass die Niederschrift dieser Zeilen, ein paar Stunden vor Redaktionsschluss, mit dem ersten Tag der Plakatierung für die Wahl im März zusammenfiel. So beschloss der Verfasser dieser Zeilen, einen vormittäglichen Spaziergang durch die Stadt zu unternehmen, um ebendiese Plakate zu betrachten und zu begutachten. Wer regelmäßig oder gelegentlich an einem bestimmten Termin einen bestimmten Text abgeben muss, der an Brillanz alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, weiß, wie dankbar man für Inspirationen aller Art sein kann – selbst für derlei.
Und was soll ich sagen? Fassungslosigkeit kann inspirierend sein. Auch im Jahr 2026 bleibt festzuhalten: Die Plakate sind fast ausnahmslos misslungen bis katastrophal und handwerklich schlecht gemacht, was wirklich alle Bereiche betrifft – Bild, Text, Gestaltung, einfach alles. Hat sich eigentlich einer der verantwortlichen Plakatprofis schon einmal mit wahrnehmungs- und kognitionspsychologischen Phänomenen beschäftigt? Offensichtlich nicht, sonst fände man auf den Plakaten keine Erlebniserzählungen oder Manifeste, während man sich, selbst im Schritttempo vorbeifahrend, schwertut, Name und sogar Partei oder Gruppierung zu identifizieren.
Um die Validität meiner vormittäglichen Einzelbeobachtungsstudie so qualitativ und ökologisch (umweltbezogen, kontextnah) wie möglich sicherzustellen, bin ich die Regensburger Straße nicht nur zu Fuß abgegangen und habe die Plakate fotografisch dokumentiert, sondern habe die Strecke dann auch mit dem Auto zurückgelegt. Ergebnis: erschütternd. Das Lob vorweg: Die einzigen Plakate, die den elementarsten wahrnehmungspsychologischen Anforderungen genügen, stammen von den Linken. Rote Schrift auf weißem Hintergrund, vier Worte und Parteilogo, sonst nichts: „Mieten runter, Löhne rauf.“ So funktionieren Wahlplakate. Populistisch, aber es knallt. Das kann die AfD jedoch auch: „Wir halten, was die CSU verspricht.“ Ist zwar Quatsch, aber bleibt hängen.
Die Regeln für Plakate von Spitzenkandidaten sind eigentlich sehr simpel: gutes Bild, Name groß, Botschaft minimalistisch. Aber selbst das scheint die meisten zu überfordern. Dickls Foto ist dunkel, düster und farblos, während der Kopf mit zwei Textbalken vom Rumpf abgetrennt wird. Das ist nicht nur störend, sondern auch sinnlos, weil aufgrund der Schriftgröße unlesbar. Wer auf die Idee kam, ein 10-Punkte-Programm auf ein Großflächenplakat zu drucken (und es dann auch noch dort zu platzieren, wo es nahezu keine Fußgänger gibt), kann bestimmt auch Kühlschränke an Eskimos verkaufen. Rothers Bildsprache ist dafür nahezu genial. Wie auf einem Suchbild verschwimmt sein Gesicht mit dem Rathaus im Hintergrund zu einer Einheit. Aber den Namen kann man immerhin lesen.
Während bei Dickl und Rother der Parteiname schon sehr klein ist, taucht er bei Stefanie Auer erst gar nicht auf. Selbst das Grün auf dem Plakat sieht nicht so aus wie das Grünen-Grün. Riskant, aber ein Lob: Der Name steht oben links, wo er hingehört. Für das Grünen-Plakat habe ich heute lustigerweise mindestens die ersten zehn Minuten meines Spaziergangs eines gehalten, das absurderweise das Grünen-Grün verwendet, aber ansonsten ziemlich ungrün ist. Den Preis für das bislang schlechteste Wahlplakat verleihe ich hiermit „Zukunft Passau“, weil ich an mindestens zehn dieser Plakate vorbeigehen musste, bis ich erkannte, dass es sich nicht um die Grünen, sondern um „Zukunft Passau“ handelt. Respekt! Das muss man erst einmal schaffen.
An den ÖDP-Plakaten gibt es wenig auszusetzen, Putzke und Kapfer wurden leider vor Redaktionsschluss nicht gesehen, aber bis zur Wahl sind es ja noch einige Wochen und es gibt eine weitere Bürgerblick-Ausgabe. Ansonsten besuchen Sie gerne in den nächsten Wochen meinen Blog, wo ich unter anderem exklusiv verraten werde, welche Kandidaten der festen Überzeugung sind, in die Stichwahl zu kommen. Versprochen.
Donnerstag, 29. Januar 2026
Ceterum censeo Carthaginem esse delendam
Freitag, 23. Januar 2026
Aus gegebenem Anlass...
Leider ist das Abstimmungs-Ding da drüben etwas kompliziert, deshalb nochmals die Erklärung:
Man muss seinen Kandidaten auf die oberste Position ziehen und dann erst auf ABSTIMMEN klicken.
Donnerstag, 22. Januar 2026
Ist das dieser Wahlkampf?
Guten Morgen Wahlkämpfer!
Falls Sie es vergessen haben – es sind keine sechs Wochen mehr bis zur Wahl.
Und was machen die Wahlkämpfer? Sie beschäftigen sich mit lustigen bis absurden Dingen.
Linken-Kandidatin Kolitz (immerhin Juristin) will als OB für höhere Löhne kämpfen, wofür man sie eigentlich wählen sollte, um sich das dann anzuschauen.
Vilsmeier will das, was irgendwie alle wollen, also zumindest alle sechs Jahre.
Kapfer ist egal, wer mit ihm in die Stichwahl kommt und weiß aber nicht, ob "die Kollegen darüber so amused sind." Doch, sind sie bestimmt.
Mangold macht den gefühlt zehnten Kommunalwahlkampf gegen Atomkraftwerke und für Weltfrieden, während Auer vor allem mit ihrer eigenen Partei kämpft.
Dickl betreibt einen schlauen Fundraising-Wahlkampf, hat aber leider dem Vernehmen nach bereits einen sechsstelligen Betrag für Texte und Reden an eine chinesische KI überwiesen.
Rother freut sich über alles und sein Kotelett und Putzke kümmert sich – wie seit jeher – um alles.
Alles prima, aber jetzt fangen wir dann mal richtig an. Auf gehts!
Abstimmung bitte rechts (funktioniert leider nur in der Web-Version).
Donnerstag, 15. Januar 2026
Donnerstag, 1. Januar 2026
Götterdämmerung, fast. (Teil 2)
Teil 1 der Geschichte lesen Sie bitte zunächst unter diesem Beitrag.
Der Mann im zu kleinen Anzug befindet sich nun in der Mitte der Brücke und schreitet langsam und anmutig auf die Schaulustigen am Römerplatz zu.
Auer: Schauts amoi genau. Der schaut aus wia da, ..., oiso wia da, ..., wia da Tom Cruise. Wia da Tom Cruise in Mission Impossible.
BM Dickl: Schmarrn. Der hat nur dieselbe scheiß Frisur wia der Tom Cruise in Mission Impossible. Des is der Putzke, des Ar..., der Angeber.
Auer: Des sogt ausg'rechnet der, der bei seine Feiertagsglückwünsche auf Facebook von der KI a Foto hot basteln loss'n, wo a ausschaut wia da Leonardo DiCaprio für Arme.
BM Dickl: Dir sog i jetzt amoi wos. Du brauchst...
Alle Gespräche werden unterbrochen, weil der Mann im zu kleinen Anzug, der sich mittlerweile für alle erkennbar als Holm Putzke identifizieren lässt, zu einem ohrenbetäubend lautem Finale der Star Wars Musik die Altstadtseite der Brücke erreicht hat und lächelnd in die Menge blickt. Mit einem Fingerschnippen von Putzke verstummt die Musik und es herrscht für einen Moment gespenstische Stille.
Mangold (von hinten heran tretend): Großer Auftritt. Also für den, dem sowas gefällt. Ich hoffe, es handelt sich nicht um Kunstnebel. Der ist sehr gesundheitsschädlich und ich bin da hypersensibel. (Hüstelt)
Putzke: Keine Angst Urban, der Nebel ist im Gegensatz zu manch anderen Effekten echt. Selbst der Armin ist heute echt und hat kein KI-Hologramm geschickt.
BM Dickl: Wer ist hier der Armin? Herr Putzke, ich sag es Ihnen gerne wieder einmal. Für Sie gibt es hier keinen Armin, sondern nur einen Herrn Dickl.
Putzke: Geschenkt. Ich werde jedenfalls...
Dittlmann: Sagt's einmal, Kindergarten, reichts jetzt wieder? Herr Putzke, haben Sie eigentlich nicht bemerkt, dass die Hängebrücke nach unten durchhängt und dass Ihr etwas bizarrer Auftritt möglicherweise sehr gefährlich war?
Putzke: Ach, tut sie das und war er das? Ich denke nicht. Manchmal sehen die Dinge anders aus als sie sind. Wenn Herr Dickl mit Künstlicher Intelligenz ein Foto hinkriegt, auf dem er aussieht wie DiCaprio nach einer Hautpigment-Transplantation, werde ich doch wohl ein paar optische Täuschungen mittels Nebelzauber und Illusionsmagie hinbekommen, nicht wahr?
Putzke schnippt wieder mit den Fingern. Im selben Moment sieht man zu sphärischen Klängen im Nebel auf der Brücke teils bekannte, teils weniger bekannte Gesichter als Hologramme auftauchen. Die Gesichter bewegen sich auf der Brücke hin und her, finden sich in Gruppen zusammen und entfernen sich wieder voneinander. Alle betrachten ergriffen das Schauspiel.
Putzke: Darf ich vorstellen? Die Kandidaten meiner Liste für die Stadtratswahl am 8. März 2026 – voilà.
Mangold: Das ist die FDP-Liste?
Putzke: Jawoll, so ist es. FDP – Für Den Putzke!
Mangold: Da war ja der Dings dabei, der...
Putzke: Ja, der war dabei, Urban, aber pssst, lass doch den anderen auch noch ihren Spaß beim Leute erkennen.
Vilsmeier (von hinten heran tretend): Ja, Du bist ein wuida Hund, Holm. Dann ist des, dass die Brückn durchhängt a nur Illusion?
Putzke (lächelnd): Könnte sein Andreas, nicht wahr?
Vislmeier: Dann is des ois nur Dei Show, dass Du Dei Listn vorstellst?
Putzke: Wäre möglich, oder? Wäre doch auch gelungen, die Show, nicht wahr?
Vilsmeier: I sog doch scho immer, dass der Brückn nix feit.
Dittlmann: Darf eigentlich an Silvester da jetzt schon ein jeder mitspielen?
Rother: Ich wollt's nicht sagen, hab mir aber genau dasselbe gedacht.
Dittlmann: Wenn jetzt der a no mitred't, dann kann i ja hoamgeh'.
Rother: I geh sowieso glei hoam. I mach ja ned an Statistn fürn Putzke sei Show.
BM Dickl: Ah, gehst hoam, Andi? Gibst auf, ha ha, oiso für heid?
Rother: Ja, Armin, für heid gib I jetzt dann auf. Bist eh Du do. Da kann ja nix passieren.
Dröhnende Stimme aus dem Hintergrund: Hier geht jetzt und bis ich das sage überhaupt keiner heim. Jeder bleibt an seinem Platz und rührt sich nicht! Das ist eine Allgemeinverfügung.
BM Dickl: Herr Oberbürgermeister, Jürgen, wo kimmst denn Du...
OB: Ruhe, Achim! Jeder spricht nur, wenn er gefragt wird. Einmal, ein einziges Mal bin ich Silvester nicht erreichbar und dann stellen mir diese Haubentaucher die ganze Stadt auf den Kopf. Der Hyperaktive macht an Cirque Du Soleil auf (schreit jetzt) meiner Hängebrücke und meine zwei Spitzenbürgermeister und der Stadtbranddings schauen zu. Fehlt bloß noch die Erika.
Die Erika (über die Hängebrücke hetzend): Huhu, warum sagt mir wieder mal keiner, wenn da so a Gaudi is herüben?
OB: Da geh her, Erika, mir warten scho auf Di.
Die Erika: Echt? Des is aber liab. Habts Ihr des Schild auf der anderen Seitn von der Brückn g'sehn?
OB: Du Erika, wir haben jetzt gerade ganz andere Probleme. Ich fange jetzt hier gerade einmal an.
Die Erika: Aber des is wichtig Jürgen.
OB (seufzend): Oiso?
Die Erika: Da drüben hängt ein Schild. Und zwar steht da was mit 3,5 Tonnen.
OB, Rother, Dittlmann: Mensch Erika, des hängt da schon...
Die Erika: Des woaß i doch selber, dass des da schon länger hängt. Aber unter den 3,5 Tonnen hängt noch eins, und zwar steht da drauf: Max. 3 Passauer Bürgermeister. Was bedeutet denn des?
OB (die Augen verdrehend): Da war einer witzig, Erika, vergiss' einfach.
Putzke: Ich finde das witzig. Also an der Grenze, aber witzig.
OB: Hab ich Sie was gefragt, Herr Putzke?
Putzke: Nein, Herr Oberbürgermeister, aber ich lasse mir von niemandem, auch nicht von Ihnen, den Mund verbieten.
BM Dickl: Jürgen, dieser Putzke meint immer, er is was Besonderes, oder Jürgen?
OB: Herr Professor Putzke, Sie glauben also, Sie können in der Silvesternacht auf unserer schönen Luitpoldbrücke Ihre abgedrehte Wahlkampfshow abziehen und kommen damit durch?
Putzke: Herr Oberbürgermeister, mir wäre keine Vorschrift bekannt, die verbietet, holografische Installationen in den Nebel zu projizieren. Ihnen schon? Und ja, ich halte mich für etwas Besonderes und zwar...
Vilsmeier (einen Winkelschleifer in der Hand haltend): So, das hätten wir jetzt. Aber wenn wir schon einmal da sind, dann schauen wir uns halt auch die Brücke genauer an, über die angeblich kein Bus fahren kann oder vier Bürgermeister drüber laufen können.
Auer (flüsternd zu Mangold): Vier Bürgermeister schon, aber halt nicht vier Passauer Bürgermeister.
Mangold: Hi hi.
OB (zu Rother): Wer ist denn der Narrische mit der Flex?
Rother: Vilsmeier, OB-Kandidat.
OB: Wo?
Rother: Bei uns.
OB: Des hätt's früher nicht gegeben.
Vilsmeier (mit laufendem Winkelschleifer auf einen Ankerblock der Brücke kletternd): Jetzt schau'n ma doch amoi, ob diese Tragkabel halten oder ob da der Wurm oder der Käfer drin ist im Stahlseil.
OB: Herr Dittlmann, halten's den Narrischen auf!
Dittlmann (holt Vilsmeier mit einem Griff am Fuß blitzschnell herunter): Hier flext keiner was an außer mir.
BM Dickl: Andreas, jetzt bin ich doch froh, dass Du auf meiner Liste bist.
OB (zu Rother): Wer ist bei wem auf der Liste?
Rother: Der Dittlmann bei der CSU.
OB: Warum?
Rother: Keine Ahnung. Aber die Liste ist eh ziemlich instabil. Ein Kommen und Gehen.
BM Dickl: Ja ja, Hauptsach', wir bringen unsere 12 plus rein und dann passts schon.
OB: Viel Glück, Achim! Wer kandidiert eigentlich bei Euch als OB?
BM Dickl: Sehr lustig, Jürgen. Ich natürlich.
OB: Nix für ungut, aber das weiß man ja bei Euch bis zum Schluss nie so genau.
BM Dickl (leise zu Auer und Mangold): Zeit wirds, dass der aufhört. Der wird immer komischer.
Auer: Und, was glaubst, Armin? Gibts a Stichwahl?
BM Dickl (gequält): Na ja, als fairer Sportsmann und guter Demokrat kann ich auch mit einer Stichwahl leben.
Mangold: Ich habe ein gutes Gefühl. Ich glaube, diesmal habe ich wirklich sehr gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen.
Auer: Langsam, bleibts auf'm Teppich. Es wird langsam Zeit für a Frau. Oiso i seh'g mi a in da Stichwahl.
BM Dickl (lachend): Also Euer Optimismus in allen Ehren, ha ha, aber ich glaub schon, dass der Rother Andi in die Stichwahl kommt – also wenn's eine gibt. Ha ha ha.
Mangold (irritiert): Der Rother in die Stichwahl? Ja natürlich ist der in der Stichwahl.
Auer (kopfschüttelnd): Freilich ist der Andi in der Stichwahl, wos moanst'n Du?
BM Dickl: Ich versteh kein Wort. Ihr entschuldigt mich, ich muss mit dem Stadtbrandrat noch was besprechen.
Dittlmann: Was gibts, Armin?
BM Dickl: Du, nur eine einzige Frage. Wie viele Kandidaten kommen denn maximal in die Stichwahl?
Dittlmann: Hä? Was? Ja, zwoa hoid. Wos is'n des für a Frage?
BM Dickl: Äh, nur so. I woit nur no moi sicher geh'. Ich packs. Sag den anderen einen schönen Gruß von mir. Servus!
Dittlmann: Servus. (Zum OB) Herr Oberbürgermeister, Aufbruch? Wir sind fertig, oder?
OB: Sofort. Ich habe noch eine Frage. Warum, Herr Putzke, halten Sie sich für was Besonderes? Also ich kenne das, wenn man so fühlt, aber was ist es bei Ihnen?
Putzke: Ach, das ist so multifaktoriell, wo soll ich da anfangen?
OB: Kenne ich.
Putzke: Vielleicht was Mystisches?
OB: Gern.
Putzke: Kennen Sie irgendwen, bei dem sich in Vor- und Zuname jeder Buchstabe nur ein einziges Mal findet?
OB: Da müsste ich nachdenken.
Putzke: H o l m P u t z k e. (Schnippt in die Finger und ist verschwunden)
OB: Ich glaube, die sind verloren ohne mich.
Vielen Dank an den Leser für den wunderbaren Schnappschuss aus der Silvesternacht





