Dienstag, 2. Januar 2024

... und sichern die Zukunft der Stadt. (Teil 2)

Teil 1 der Geschichte lesen Sie bitte zuerst unter diesem Beitrag.


Dickl (Baumfäller 1): Servus, Stadtbranddings. Bist wieder auf Wichtigtuer-Patrouille wie jedes Jahr an Silvester? Oder soll ich sagen: wie fast jeden Tag?

Dittlmann: Eigentlich wollt ich entspannt fernsehschauen, aber des klappt ja wieder nicht, weil wie jedes Jahr an Silvester wieder a paar Narrische unterwegs san. Oder soll ich sagen: wie fast jeden Tag. Dickl, dafür wird man Dich kreuzigen. Auch wenn Du der Mehrheitsbeschaffer-Bürgermeister bist – dafür wird man Dich kreuzigen.

Dickl: Vergiss den Mehrheitsbeschaffer, Du Wasserspritzer. Mehrheitsbeschaffer war gestern. Respekt muss man sich erarbeiten, und da fang ich heute an. Gute Vorsätze, verstehst? Nein, Du verstehst das nicht. Deshalb wirst Du im Gegensatz zu mir immer in der zweiten Reihe stehen, während ich...

Putzke (herbeieilend): Während Du was, Armin? Irgendwo eingeliefert wirst? In spätestens einer halben Stunde vom Oberbürgermeister erwürgt wirst? Aus der CSU ausgeschlossen wirst? Oder werden das einfach nur diese einsamen paar Minuten gewesen sein, in denen Du berühmt warst? Immerhin – mit der Aktion kommst Du ins Fernsehen, Chapeau! (Zu Dittlmann) Ich habe übrigens eine Talkshow im Fernsehen, wussten Sie das? Da könnte ich Sie mal, also wenn Sie irgendwas Interessantes zu sagen...

Dittlmann (drohend): Woher wissen Sie, dass wir hier sind, Herr Putzke?

Putzke (grinsend): Ich bin immer gut informiert, Herr Dittlmann. Oder vielleicht besser: Ich informiere mich gut.

Dittlmann: Sehr interessant, Herr Strafrechtsprofessor. Paragraf 5 TTDSG, sagt Ihnen das was? Jetzt haben Sie es übertrieben, da verstehe ich keinen Spaß.

Putzke: Ganz vorsichtig, Herr Dittlmann, haben Sie mir jetzt gerade vor Zeugen unterstellt, dass ich Ihren Funk abhöre? Ganz dünnes Eis, ganz dünn. Mit mir legen Sie sich besser nicht an. Nur so ein freundschaftlicher Rat.

Dickl (schreit): Sagts amoi, gehts no? Heut gehts mal nicht um Euch zwei Loser, heute gehts um mich.

Putzke: Klar, Armin, heute gehts um Dich. Nur um Dich und Deine Aktion "Unsere Stadt soll schöner werden". Keine Angst, ich frag Dich auch gleich, wie das hier weitergehen, bzw. wo das hinführen soll, aber gestatte mir eine Frage vorweg. Ist wirklich nur eine Petitesse, eine kleine Nebensächlichkeit. Aber die drei, die da am Boden sitzen, haben sich nicht zufälligerweise selbst geknebelt und angebunden?

Die Gefesselten werden unruhig, strampeln und röcheln.

Dickl: Natürlich nicht. Das waren wir. Das war zu ihrem Selbstschutz.

Dittlmann und Putzke (gleichzeitig): Selbstschutz?

Dickl: Ja freilich, die wären uns ja in die Motorsäge gelaufen, die fanatischen Aktivisten. 

Dittlmann: Also die sind hier zufällig vorbeigekommen und haben Dich bei Deinem, äh, historischen Auftritt gestört?

Dickl: Schmarrn, die haben wir daheim abgeholt, damit sie zuschauen, wie pragmatische Politik funktioniert.

Putzke: Du Armin, ich will mich jetzt ob der Bedeutung Deiner, äh ja, Aktion für die Passauer Geschichtsbücher nicht in Nebensächlichkeiten verlieren. Aber nur um nichts falsch zu verstehen: Du hast die drei erst entführt und dann hier hergebracht und gefesselt und geknebelt?

Dickl: Arschlecken, entführt. Mitgenommen halt. Und dann fixiert – reiner Selbstschutz.

Putzke: Alles gut, Armin. Ich wollte es nur wissen.

Die Gefesselten strampeln weiter und röcheln immer lauter. Dittlmann löst mit drei gezielten Schlägen mit seinem Hackl die Fesseln, während Putzke ein NVA-Kampfschwimmer-Messer zückt und, sich wie ein Zirkusartist im Kreis drehend und mit den Armen fuchtelnd, in Sekundenschnelle die Knebel löst.

Putzke: Kiai!

Dittlmann: Ohne Show gehts nicht, Herr Putzke, oder?

Spinatähnliches Gemüse (laut schnaufend): Könnt Ihr mal bitte das Maul halten und Euch nicht pausenlos mit Euch selbst beschäftigen? Wir wären hier gerade fast erstickt und mussten währenddessen den schlimmsten Baumfrevel beobachten, den Passau je erlebt hat. (auf Dickl zeigend und brüllend) Den dieser Irre, der den Rest seines beschissenen Lebens in unerträglichen Schmerzen verbringen wird, angerichtet hat.

Frau mit silbernen Haaren: Des wird bös, Dickl, Di loß i entmündigen oder wia des hoaßt. Aber do foit ma no vui mehra ei. Mit Eich gwamperten weißen XY-Alpha-Imitatoren werd i locker fertig.

Junger Mann mit Pferdeschwanz: Genau, Steffi, ich helf Dir, Steffi. Du musst es nur sagen. Ich mach, was Du willst. Und dann darf ich wieder mitmachen, ok?

Putzke: Kurze Frage: Wurden Sie entführt?

Die drei Entführten: Danke, Holm, wir helfen uns selbst.

Stimme aus der Dunkelheit, von Osten: Ja, Scheißdreck, was ist denn da passiert? Warum ruft mich von Euch Vollpfosten keiner an? Stadtbrandmarshall, was ist da los?

Auftritt zwei dunkelbärtige wuchtige Männer nebst einem weniger wuchtigen, eher hellhaarigen Mann.

OB: Dittlmann, den Tiger 9x9 können Sie sich selchen. Wir hatten eine Abmachung. Sie regeln das hier und dann rufen Sie mich an.

Dittlmann: Oh Mann, der Terminator und die Infanterie. Panther 8x8. Regeln ist gut. Soll ich die Kastanienbäume wieder ankleben?

Putzke: Herr Oberbürgermeister, gut dass Sie da sind. Ich weiß noch nicht genau, wen ich hier vertrete, aber ich weise Sie darauf hin, dass hier grundsätzlich mal keiner was sagen muss. Also außer mir. Ich sage dann schon was.

OB: Flisek, Du kümmerst Dich um den Putzke. Rother, Du kümmerst Dich um den Dickl. Und wenn einer von den drei Waldrettern irgendwas Falsches macht, sagt oder blöd schaut, schmeißt Du sie in den Inn.


Wird das spinatähnliche Gemüse im Inn ertränkt? Verprügelt die Frau mit den silbernen Haaren alle XY-Bürgermeister? Hat Dittlmann irgendwann die Schnauze voll? Rückt Putzke nach, wenn Dickl lebenslänglich bekommt? Die Auflösung folgt in Teil 3.








2 Kommentare:

Cromwell hat gesagt…

Boah, die Spannung bringt mich um.

Anonym hat gesagt…

Der Duptator kommt schon wieder zu gut weg