Montag, 10. Oktober 2022

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Oktober 2022

Wie schon die Alten sungen…

Dass in Dunkelbayern ein paar CSU-ler schon im Herbst 2022 entscheiden, wer für unsere beiden Passauer Stimmkreise im Herbst 2023 direkt in den Landtag einzieht, ist ja seit Jahrzehnten nichts Neues. Dass man dabei so Prachtkerle wie Meyer jun. und Heisl auswählt, schockiert zwar immer wieder aufs Neue, ist aber auch ein alter Hut. Die Älteren erinnern sich: Als im Jahre 1990 Meyer sen. in den Landtag einzog, schwankten die Reaktionen der nicht mit CSU-Parteiausweis Geborenen zwischen Spott und Entsetzen.

2003 wurde Franz Meyer aus Hirnschnell dann – aufgrund eines Missverständnisses oder einer verlorenen Wette des Ministerpräsidenten – tatsächlich auch noch Staatssekretär, was nicht nur dem Verfasser dieser Zeilen fast den Glauben an unser Staatssystem nahm. Irgendwann wurde Franz Meyer, Hirnschnell, dann Landrat und auch sonst noch alles Mögliche, aber man stumpft ab. Der Mensch gewöhnt sich an alles. Es kommt der Moment, wo man das Unglaubliche als normal hinnimmt. Oder schlagen Sie sich immer noch täglich mit der Hand auf die Stirn, wenn sie über die Verteidigungsminister der letzten 20 Jahre nachdenken? Eben, gutes Beispiel. Da ist ein Meyer als Staatssekretär noch das kleinste Problem.

Mittlerweile ist der Mann übrigens Vorsitzender der Senioren-Union und teilt, wie man dem Passauer Sonntags-Wurfblatt entnehmen konnte, „kräftig gegen die Berliner Ampel aus.“ Im Artikel wird dann zum hunderttausendsten Mal die Mär von der besonderen Hilfs- und Unterstützungsbedürftigkeit der älteren Generation bemüht. Täglich jammern uns Meyer und andere Funktionäre der Generation Gran Canaria vor, dass die Alten besonders arm oder armutsgefährdet sind. Dabei liegt die Armutsgefährdungsquote der über 65-Jährigen wesentlich niedriger als die der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Aber Kinder und alleinerziehende Mütter gehen halt nicht so fleißig zum Wählen wie die Alten und die wiederum wählen halt gerne die CSU.

Kann irgendwer schlüssig erklären, warum Senioren fast überall weniger Eintritt bezahlen oder billiger mit der Bahn fahren (sogar das Interrail-Ticket ist günstiger – kein Witz), während sich viele Familien nicht einmal mehr das Hallenbad oder den Sportverein leisten können? Die Rentner, die mit dem Seniorenticket nach München fahren, um dort ermäßigt ins Museum zu gehen oder auf der Wiesn ein rabattiertes Hendl zu essen, sind übrigens vermutlich nicht die, die am Vormittag bei der Tafel waren. Ich freue mich schon wie ein Seniorenschnitzel auf meinen 65. Geburtstag. Dann zücke ich beim Schwaiberger an der Kasse meinen Personalausweis und frage fordernd: „Gibt’s für den Schampus und die Austern einen Seniorenrabatt, junge Frau?“

Wie schön wäre diese Welt, wenn wieder mittelalte Männer (meinetwegen auch ein paar Frauen) das Sagen hätten? Nicht die Jungen, die mir meine Flugreise verbieten wollen, nicht die Alten, die sich beim Boarding zu ihrem vierten Urlaubsflug im Jahr vordrängeln und ebenfalls nicht die Winnetou-Verbieter, Geschlechtsverweigerer, Frutarier und diskriminierten Heulsusen. Aber da sind wir wieder beim Gewöhnungseffekt. Das ist ein schleichender Prozess – man wird mürbe.

Wenn man täglich hört, dass es den Alten besonders schlecht geht, glaubt man es irgendwann. Wenn man zum hundertsten Mal liest, gewisse Personengruppen würden weniger diskriminiert, wenn man innerhalb von Substantiven Doppelpunkte setzt, verzweifelt man ob dieses Irrsinns nicht mehr ganz so sehr wie beim ersten Mal. Dass sich Menschen regelmäßig auf Straßen festkleben, weil sie tatsächlich glauben, damit den Weltuntergang zu verhindern, wird zum alltäglichen, kaum mehr hinterfragten Ereignis. Wir befinden uns im Krieg mit Russland – vor einem Jahr undenkbar, heute Tatsache.

Ob diese Absurditäten mit ein Grund sind, dass bei der letzten Landtagswahl jeder siebte Wähler im Stimmkreis einen Rechtsradikalen ins Parlament gewählt hat, ist schwer beweisbar. Aber daran sollten wir uns nicht gewöhnen.





Sonntag, 2. Oktober 2022

Weil keiner mehr weiß, wie er sich positionieren soll...

 Hier eine kleine Hilfestellung


Und jetzt die alte Version



Donnerstag, 15. September 2022

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick September 2022

Sexuell missgestimmt 

Im Standard konnte man vor ein paar Wochen lesen, dass sich eine 31-jährige Frau an Mariä Himmelfahrt im Salzburger Dom zur ewigen Jungfrau, alias „Braut Jesu“, hat weihen lassen – dies geschah mit Brautkleid, Schleier und Ring sowie in Anwesenheit von 18 Geistlichen inklusive Weihbischof. Hierzu hat sie erklärt, dass der lebenslange Verzicht auf Sex zwar „eine krasse Entscheidung“ wäre, sie aber nun einmal eine „andere, übernatürliche Berufung“ habe. Leider wird der Leser im Unklaren darüber gelassen, welcher Art denn diese übernatürliche Berufung sei. Die nächste Jungfrauengeburt oder einfach nur die Vorfreude auf ewigen Sex mit 72 Jungmännern im Paradies? Wir wissen es nicht.

Das Ganze wird unter anderem als Video auf ihrer Website und ihren Social-Media-Kanälen beworben und geteilt, was bedeuten könnte, dass es sich bei der Jungfrauenweihe von Bernadette L. nicht nur um eine besonders drollige Form von geistiger Verwirrung handelt, sondern vielleicht ganz profan um einen heutzutage weit verbreiteten Drang, ein neuer TikTok-Star oder Instagram-Influencer zu werden. Die frisch geweihte Jungfrau ist übrigens Teil der Loretto-Bewegung und leitet in Salzburg die Home-Akademie. Wenn man jetzt noch weiß, dass die geweihten Jungfrauen „dem Bischof ihrer jeweiligen Diözese unterstehen“ (was immer das bedeuten mag), hat man eine Vermutung, warum der Passauer Bischof diese putzige Truppe unbedingt am hiesigen Domplatz installieren wollte.

Lustig wird es dann, wenn diese Kein-Sex-vor-der-Ehe-Jünger gemeinsam mit betenden Anti-Abtreibungs-Fanatikern (Pro Life) und dem Bischof auf Sexuelle-Selbstbestimmungs-Aktivisten (Pro Choice) treffen. Dies hat sich Ende Juli wiederum auf dem Passauer Domplatz zugetragen. Hochmotivierte Feministinnen und *isten, flankiert von Antifaschistinnen und *isten haben es mit lauten Sprechgesängen und launigen Transparenten geschafft, dass sich die selbsternannten Lebensschützer zunächst in ihrer Kapelle verschanzt haben und schließlich sogar auf das langersehnte Mittagessen mit dem Hochwürdigsten verzichten mussten. Leider sind an dem Tag nicht auch noch die singenden Hare-Krishnas aus Jandelsbrunn vorbeigekommen. Das hätte das Szenario perfekt gemacht.

Ein kleiner Tipp noch an die Veranstalter der Demonstration. Es ist ja sehr löblich, wenn man sich für Abtreibungsmöglichkeiten in der Region Passau einsetzt. Muss man aber die Kundgebung im Internet unter der Überschrift „Abtreiben ist okay!“ ankündigen? Habt Ihr Euch „Abtreiben ist geil“ oder „Abtreiben macht Spaß“ nicht getraut? Nur so als Denkanstoß.

Harter Themenwechsel. Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur a. D. Andreas Scheuer, unverdächtig jeglicher vorstellbarer Jungfräulichkeit, hat in einem PNP-Interview wieder einmal auf dicke Hose gemacht, der Bundesregierung eine Bayern-Phobie vorgeworfen und es in und zwischen den Zeilen als Katastrophe für Bayern und die Region dargestellt, dass es keinen CSU-Minister und vor allem keinen Verkehrsminister Scheuer mehr gibt. Frage 1: Welche Partei stellte denn von 2009 bis 2021 den Verkehrsminister? Genau. Frage 2: Was haben diese vier CSU-Minister Passau und der Region groß gebracht? Genau. Dass ich seit Jahren im Slalom durch Tutting fahre, um dann zur Belohnung bei Malching für 60 Sekunden beschleunigen zu dürfen oder wahlweise sieben Stunden mit Schienenersatzverkehr von München nach Passau brauche. Dafür fahren alle LKW immer noch lustig über den Anger, weil diese Herkulesaufgabe einfach nicht zu bewältigen war. Dass das mit der Maut gefloppt ist, kann uns in Passau doch egal sein – das zahlen ja nicht wir, sondern der Steuerzahler. Nett wars trotzdem immer, wie der Andi mit Hubschrauber, Chauffeur und E-Roller dem Wahlvolk daheim seine Aufwartung gemacht hat. Um ein altes Zitat zu bemühen: Wir brauchen zwar keinen König, aber schöner wär‘s schon.


 

 

Samstag, 10. September 2022

Sonntag, 14. August 2022

Post von Blogger – oder – Der Online-Blockwart vergisst und schläft nicht

Diese Zusammenfassung ist nicht verfügbar. Klicke hier, um den Post aufzurufen.

Freitag, 22. Juli 2022

Liebe Mitglieder des Grünen-Kreisverbands Passau

Ein kleiner Tipp, wie das bei Menschen läuft, die in einem rechtsstaatlichem, demokratischem Land sozialisiert wurden und in der Schule gelernt haben, dass es ein staatliches Gewaltmonopol und keine Selbstjustiz, gleichzeitig aber das Recht gibt, sich gegen rechtswidrige Angriffe zu wehren.

Es findet also eine Mitgliederversammlung statt. Das bedeutet schon dem Begriff nach, dass sich dort die Mitglieder einer bestimmten Gruppe versammeln und die Oma aus dem Nachbarhaus oder ein ein durchgeknallter Aktivist da nicht einfach hineinspazieren können.

Während dieser Mitgliederversammlung taucht dann irgendeine Sturmabteilung auf, die sich selbst als Kollektiv XY bezeichnet und absurd-wahnhafte, ihr nicht zustehende Forderungen stellt, die sich auch noch aggressiv gegen ein Mitglied der sich versammelnden Gruppe richten. 

Wenn so etwas passiert, bedauert man dann, dass es nicht möglich war, ins Gespräch zu kommen und lädt die Sturmabteilung dazu ein, den Vorfall gemeinsam aufzuarbeiten?

Nein. Man teilt mit, dass es da nichts aufzuarbeiten gibt, weil das Sache der Justiz ist, stellt sich vor sein Mitglied, verbittet sich Hexenjagden und Vorverurteilungen und schmeißt die fanatisch-extremistischen Spinner raus. Man schubst sie auch nicht irgendwie ein bisschen herum, sondern man schubst sie raus vor die Tür. Bei Gegenwehr gerne auch mal fester schubsen.

Beim nächsten Mal wisst Ihrs. Gern geschehen.



Donnerstag, 21. Juli 2022

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Juli 2022

Extrawürste

Mit großem Stolz kann ich berichten, dass ich in diesem Jahr – wenn auch nur als Zuschauer – der Fronleichnamsprozession beigewohnt habe. Es hat mir auch wirklich gut gefallen. Die sich der lokalmedialen Aufmerksamkeit stellenden Politiker, die Hatscherten, die das Partyzelt des Bischofs trugen, die beeindruckt bis belustigt wirkenden Touristen – alles irgendwie surreal, aber doch sehenswert. Ich musste jedenfalls die ganze Zeit an die Prozession der Mönche in Monty Pythons Ritter der Kokosnuss denken.

Schnell bin ich dann mit einer Gruppe amerikanischer Touristen ins Gespräch gekommen, deren Fragen zur Corpus Christi Procession ich auch großteils beantworten konnte. So konnte ich als loyaler Bürger viel Gutes über die Lamplbrüder (one of the oldest brotherhoods of the world) berichten, von der großen Beliebtheit des sympathischen Passauer Bischofs beim Volk erzählen und auf Nachfrage erklären, dass bei der Prozession jeder mitgehen darf, aber auch einige mitgehen müssen. Auf ein erstauntes Why? habe ich dann gefragt, wie denn die politische Zukunft des Gouverneurs von Texas aussehen würde, wenn er sich auf einmal gegen ein Tragen von Waffen ausspräche. Weil so ähnlich würde es einem hiesigen Bürgermeister ergehen, der sich weigert, an der Fronleichnamsprozession teilzunehmen. Das haben sie verstanden.

Was dem Münchner sein Oktoberfest, dem New Yorker sein Times Square und dem Pariser sein Eiffelturm, ist dem Passauer sein Dackelmuseum. So wird es uns von Seiten der Betreiber und zahlreichen Dackel-Fetischisten zumindest suggeriert. Nun hat die Stadtverwaltung, die ja gerade auch im Ordnungspolitischen für relativ spaßfrei bekannt ist, der Passauer Nummer-Eins-Attraktion verboten, eine Sitzbank und dergleichen vorm Museumseingang zu platzieren. So weit, so unspektakulär. Hätten nicht die Museumsbetreiber sofort schwerste Geschütze aufgefahren und – um Himmels Willen – mit einem Wegzug nach Regensburg gedroht, was aber bei der Stadt bisher dummerweise niemanden interessiert hat. Vielleicht sollte man im zweiten Schritt mit einer Mitnahme von Domorgel, Oberhaus und Ortspitze nach Regensburg drohen. Irgendwann wird auch Iron Jürgen mürbe.

Der Fairness halber sollte aber auch Folgendes angemerkt werden. Der offiziellen Stellungnahme, es könne keine Extrawürste geben, sei entgegnet: Wenn es zwischen Rindermarkt und Rathaus irgendwelche von Gewerbetreibenden auf dem Gehsteig deponierte Gegenstände gibt und gab, die Fußgänger behindern, gehörte die Bank vorm Dackelmuseum mit Sicherheit am wenigsten dazu. Aber ich verstehe schon. Das ist natürlich aus Sicht eines Verwaltungsbeamten ein geradezu lächerliches Argument. Wenn irgendwann einmal eine nicht zu hinterfragende höhere Instanz beschlossen hat, dass genau diese Bank nicht genehmigungsfähig ist, dann ist das halt so.

Nachdem die Altstadtbewohner jetzt wenigstens nicht mehr durch diese Bank belästigt werden, sollen sie nun – wenn es nach den Vorstellungen von Verkehrsexperten Alois Ortner geht – noch weiter entlastet werden, verkehrsmäßig nämlich, und zwar durch eine Anliegerstraße. Heureka! Dass da bisher noch keiner draufgekommen ist. Anliegerstraße heißt: Jeder darf hineinfahren, der nicht bei einer etwaigen Kontrolle angibt, dass er nur grund- und sinnlos durchfahren wollte. Sollte er allerdings nur grund- und sinnlos durchfahren wollen, reicht es, zu behaupten, dass er zum Dom, zum Eisessen oder zum Dackelmuseum muss. Für weitere tausend Begründungen empfehle ich einen Blick auf Google Maps. Ein kleiner Tipp für auswärtige Wochenendbesucher mit Anliegen: Sparen Sie sich doch die Parkgebühren im Parkhaus und parken Sie gebührenfrei am Domplatz. Am Sonntag gibt es überdies die Aktion All-You-Can-Park. Kirchgängerbereich, absolutes Halteverbot, Feuerwehranfahrtszone – alles sanktionslos beparkbar.

Ich wünsche allen Anliegern einen schönen Sommer in der Passauer Altstadt.

 


Freitag, 15. Juli 2022

Culture Change Hub ––– TRIGGERWARNUNG: Der folgende Text könnte Sie nachhaltig traumatisieren!

Über dieses selbst fürs Genre wahnsinnig schlecht gemachte Lied Layla wurde ja jetzt schon viel Unsinn geschrieben. Ich verrate auch gleich zu Beginn, dass es mir völlig egal ist, ob ein paar Besoffene im Bierzelt "Meine Puffmama heißt Layla" singen, allerdings ist eben der Text nicht nur blöd, sondern auch extrem unlustig – da sind 10 nackte Friseusen und eigentlich jedes Lied von Mickie Krause wahre Poesie.

Ich weiß aber nicht, was ich anstrengender finde. Die Begründungen der peinlichen Moralwächter, warum man das Lied nicht spielen darf oder diverse Argumente der Layla-Verteidiger. Die einen vergleichen zum Beispiel Layla mit dem Donaulied (was natürlich überhaupt nicht vergleichbar ist) oder sehen Sexarbeiterinnen (so heißt das heute) diskriminiert, was fast noch blöder ist.

Mit die steilsten Argumente der anderen für das stolze Absingen des Layla-Lieds habe ich – natürlich wieder einmal – in der PNP gefunden. So meint der Kommentator auf Seite 2 der heutigen Ausgabe, dass man sich in Zeiten des Ukraine-Krieges und einer versemmelten Documenta zumindest an solcherlei Liedgut erfreuen dürfen soll. Noch inbrünstiger für Jünger-Hübscher-Geiler-Layla spricht sich Frau L. aus Grafenau in ihrem Leserbrief aus, in dem sie Textausschnitte "seriöser" (sic!) Künstler zitiert, wie zum Beispiel Peter Maffay ("tiefer, tiefer in Dir") oder Wofgang Petry ("komm ich mach den Reißverschluss Dir auf") und daraufhin resümiert, dass die Aufregung nur an dieser doofen Me-too-Phase liegt und in den siebziger Jahren über solche Texte gelacht wurde.

Mir würden übrigens noch viel bessere Textbeispiele von "seriösen" Künstlern wie beispielsweise Frauenarzt ("Spreiz Deine Beine, zeig die F.") einfallen und außerdem könnte ich Frau L. aus Grafenau noch verraten, worüber wir in den achtziger Jahren noch grölend gelacht haben. "Jetzt geh ma über d'Bruck und wieder z'ruck und pack ma d'Negerweiber zamm," ist doch auch lustig, oder? Worüber wir in den vierziger Jahren übrigens noch gelacht haben, will ich hier jetzt gar nicht thematisieren, sonst nässe ich mich ein vor Lachen.

Und jetzt noch einmal in einfacher Sprache für diejenigen, die gestern auf dem Dorffest begeistert bei Layla mit gegrölt haben: Das Lied ist zwar furchtbar dumm und absolut witzfrei, Sie dürfen es aber ohne schlechtes Gewissen singen und dabei den Ukraine-Krieg, die Gaspreise und die Euro-Dollar-Parität vergessen.

Ich war übrigens noch nicht fertig mit Lachen über den Leserbrief von Frau L. aus G., als ich im Feuilleton der PNP (zwinker, zwinker) auf einen Artikel über Nackt- und Sexszenen auf Bühne und in Filmaufnahmen gestoßen bin, der dem begeisterten Leser erklärt hat, dass Schauspieler und vor allem Schauspielerinnen sich nicht mehr nackig ausziehen wollen – zumindest nicht ohne die Aufsicht durch einen Intimacy Coordinator. Das ist ein Beruf, den man neuerdings beim Culture Change Hub (kein Witz, bitte auf den Link klicken) erlernen kann. Wenn sich also zum Beispiel die Hauptdarstellerin bei den Aufnahmen zu "Geile Hausfrauen im Gangbang-Paradies" nicht ausziehen will und auch lieber körperlos drehen möchte, ist es die Aufgabe des Intimacy Coordinators, das zu koordinieren. Schöne neue Culture-Change-Welt.


Hier mal zum Vergleich Qualitäts-Trash




Mittwoch, 6. Juli 2022

Mundtot

Wie man einem etwas verwirrenden Artikel der PNP vom 5. Juli entnehmen durfte, hat das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Passau mitgeteilt, dass es den Kreisverband der Grünen ausgeschlossen habe – dies im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen einen grünen Mandatsträger.

Wie bitte? Haben nicht die Grünen unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe ihren Mandatsträger (der diese bestreitet) pflichtschuldig aus der Stadtratsfraktion gemobbt?

Doch, aber das reicht anscheinend nicht. Laut Bündnis-Sprecherin Klara Meyer sind nämlich von Seiten der Grünen Aussagen gefallen, die "in unseren Augen die Würde von Betroffenen sexualisierter Gewalt verletzen und in fundamentalem Widerspruch zu unserem Selbstverständnis stehen." Und jetzt kommts: Die kritisierte Aussage, die die Würde der Betroffenen verletzt, ist die der Unschuldsvermutung.

Aber es wird noch besser: Die Unschuldsvermutung darf nämlich, erklärt Frau, pardon, Mensch Meyer, nicht dazu missbraucht werden, "Betroffene von sexualisierter Gewalt und Feminist*innen außerhalb des Gerichtsgebäudes mundtot zu machen." 

Wenn wir also jetzt unterstellen, dass es sich bei dem PNP-Artikel nicht um ein schreckliches Missverständnis handelt, sondern die das alles so gesagt und gemeint haben, stellen sich für einen nicht feministisch vorgebildeten Cis-Penis-Menschen einige Fragen.

Gilt bei einem (so beschuldigtem) Vergewaltiger*er oder einem sonst gewaltsexualisiertem Täter*er grundsätzlich keine Unschuldsvermutung?

Fällt die Unschuldsvermutung beim Täter*er grundsätzlich, oder nur, wenn die Betroffenen sexualisierter Gewalt Cis- oder Trans-Uterus-Menschen sind? Oder fällt sie kategorisch immer, wenn die Gefahr besteht, Feminist*innen mundtot zu machen?

Sollte nicht – auch bei feministisch korrekten sexuellen Handlungen, aber ohne schriftliche Einverständniserklärung – der Penis-Mensch zunächst einmal immer erst als Täter*er gelten und zwar solange, bis er seine Nicht-Täterschaft bewiesen hat?

Ja, Mensch Klara Meyer. Das muss man alles mal so durchspielen. Wer U (Unschuldsvermutungsmissbrauch) sagt, muss auch V (Vorverurteilung) und P (Pranger) sagen. 

Gutes Stichwort. Wenn sich die Grünen jetzt mit "Vergewaltiger"-Plakaten vor das Haus des Beschuldigten stellen, dürfen sie dann wieder bei Euch mitmachen? Sie könnten ja auch noch zusätzlich "schuldig" skandieren.

Nur nicht mundtot machen lassen!



Donnerstag, 23. Juni 2022

Dienstag, 21. Juni 2022

Im Büßergewand

Wenn einer weiß, wie Buße tun geht, dann ist es Klaus Steiner, CSU-MdL, aus Traunstein.

Gestern wurde bekannt, dass dem 68-Jährigen von Krönchen und Schärpen tragenden Produktköniginnen (sic!) Sexismus vorgeworfen wurde (sic???), allerdings nicht, weil er einfach nur die Existenz Krönchen und Schärpen tragender Produktköniginnen durch seine Anwesenheit auf einer Produktköniginnen-Veranstaltung mit legitimiert hat, sondern weil er ihnen dort auch noch geraten hat, am besten nur Bikini oder String zu tragen.

Dies hat – wie mittlerweile der gesamte Erdball mitbekommen hat – einen massiven Aufschrei in den sozialen Medien (zu deutsch: Shitstorm) ausgelöst, weil der weiße alte Chauvi seine schlüpfrig-feuchten Fantasien auch noch in ein Mikrofon stammeln musste.

Vielleicht wurde der arme Mann aber auch nur komplett missverstanden. Vielleicht ist er nur ein Kämpfer wider den Sexismus und wollte mit seiner überspitzten Provokation explizit kritisieren, dass es der eigentliche Job junger, attraktiver Produkt-Cheerleaderinnen ist, als Milch-, Gurken- oder Pflaumenkönigin alte, müde oder angetrunkene Männer auf unerträglich-langweiligen Veranstaltungen bei der Stange (sic!) zu halten. Steiner ist vermutlich eher die Art Feminist, der metakritisch und persiflierend das Zurschaustellen junger Frauen für wirtschaftliche Zwecke aufs Korn nimmt.

Aus diesen Gründen ist es dem heute von Wahlinfo-Passau und der Jungen Union gegründeten Klaus-Steiner-Fanclub nicht klar und nachvollziehbar, warum dieser Kämpfer wider den Sexismus sich in seinem Facebook-Entschuldigungs-Video derartig vor den Mainstream-Gutmenschen in den Staub wirft und sich in einem Anfall von masochistischer Selbstkasteiung als verwirrter, unfrisierter und schäbig gekleideter Büßer inszeniert. 

Klaus Steiner! Warum muss man sich in einem Entschuldigungs-Video soweit selbst demütigen, dass man in einem feuchten Fünf-Euro-T-Shirt posiert, als nähme man an einem Wet-T-Shirt-Contest (ohne Bikini-Oberteil) teil? Das haben doch sicher diese Weiber verlangt, oder?

Aufrichtige Anteilnahme!

Der Präsident von Wahlinfo-Passau

Mittwoch, 8. Juni 2022

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Juni 2022

Notizen aus Dunkelbayern 

Nachdem es dem Obersten Führer – gewiss ohne Anhörung und Beteiligung des Politbüros und des Zentralkomitees – gefallen hat, ein paar Unfähige seiner Truppe durch ein paar andere Unfähige zu ersetzen, musste natürlich für die Ausgetauschten eine Ersatzbeschäftigung gefunden werden. Nachdem wir uns glücklicher- und praktischerweise in Bayern befinden, kann der Oberste Führer nicht nur seine Minister ernennen oder entlassen, nein, bei uns werden auch Landratsposten einfach so zugeteilt.

Du, Landrat, wirst Minister und Du, Minister, wirst halt dann Landrat. War da noch was? Ja freilich – wählen müssen wir noch. Eigentlich völliger Unsinn, rausgeschmissenes Geld, aber aus demokratiehygienischen Gründen muss auch im Landkreis Deggendorf pro forma eine Wahl stattfinden. Gewählt wird in diesen Gegenden ohnehin immer der von der Kruzifix-Partei. Ob da der Sibler kandidiert oder ein schwarzer Schäferhund, ist für den Wahlausgang völlig unerheblich.

In Passau läufts da nicht viel anders. Auch hier können die Schwarzen einen Mann zur Bundestagswahl aufstellen, über den der Rest der Nation wechselweise lacht oder sich schwarz ärgert, weil er ausschließlich durch Peinlichkeiten oder Versagen und anschließende Vertuschungspirouetten in der Mautaffäre auffällt und hier in Dunkelbayern wird der wiedergewählt.

Aber jetzt – glaube ich – übertreiben sie es. Als ich zum ersten Mal in der Zeitung gelesen habe, dass Josef Heisl jun. alias Hey-Ho-Heisl-Joe möglicherweise Interesse an einer Landtagskandidatur haben könnte, habe ich das noch für einen ganz schlechten Witz gehalten. Meine Leser erinnern sich: Der Heisl Joe ist der lustige Vogel, der vor vielen Jahren mit einem Rap (also er und der „Künstler“ behaupteten zumindest, dass ihr Musikvideo ein Rap sei) Wahlkampf gemacht hat und auf seiner Homepage den Wunsch äußert, dass „Niederbayern weiterhin die Prämienregion in Europa bleibt!“ Das hat der da wirklich so hingeschrieben.

Offenbar und leider liest aber der Heisl Joe diese Kolumne nicht, weil ich ihm diesen Nonsens schon einmal vorgehalten habe. Wenn einer von Ihnen, liebe Leser, den Heisl Joe kennen sollte, richten Sie ihm doch bitte von mir aus, dass das Wort Prämienregion nur in einer einzigen Bedeutung existiert, nämlich wenn es um unterschiedliche Krankenkassenprämien in Schweizer Kantonen geht. Sollte er das gemeint haben, nehme ich natürlich alles zurück, verstehe aber dann die Aussage genauso wenig.

Jetzt denken Sie sich wahrscheinlich, warum muss der Verfasser dieser Zeilen jetzt auch noch auf die draufhauen, die es ohnehin schon nicht leicht haben. Ich werde es Ihnen verraten. Weil solche Leute tatsächlich die Chuzpe haben, sich dafür geeignet zu halten, immerhin 13 Millionen Bürger in einem Länderparlament zu vertreten. Aber da ist er ja leider nicht der Einzige. Ich habe vor einiger Zeit den Dunning-Kruger-Effekt erklärt. Ich will mir eine Wiederholung ersparen.

Jetzt könnte man es bei der Feststellung bewenden lassen, dass es Menschen mit eingeschränkter Selbstwahrnehmung gibt, die sich zu sie überfordernden Ämtern berufen fühlen. Das Schlimme daran allerdings ist, dass die Kruzifix-Partei, besonders leidenschaftlich in Dunkelbayern, solche Leute auch noch aufstellt. Wir reden übrigens nicht vom Listenplatz 7. Der Heisl Joe will die Direktkandidatur. Das hat er zwar bisher noch nicht explizit erklärt, aber man weiß ja, wie das läuft. Da wird viel telefoniert und verhandelt. Hilfst Du mir, helfe ich Dir. Dann kann man irgendwann einschätzen, wie die Chancen stehen und dann geht man raus und sagt: Ich will.

Moment, Moment, mag sich da mancher Leser denken. So einfach geht das auch wieder nicht. Da gibt es ja immer noch den erfahrenen und langgedienten Abgeordneten Professor Doktor Waschler.

Waschler? Welcher Waschler?




Die letzten Beiträge wurden gelöscht,

 weil leider mein Zugang gehackt wurde.

Freitag, 6. Mai 2022

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Mai 2022

Tu Gutes und rede darüber

Ich verrate es Ihnen, lieber Leser, gleich zu Beginn: Ich würde die folgenden Zeilen nicht lesen. So schlimm wie dieses Mal war es nämlich überhaupt noch nie. In den über zehn Jahren, in denen ich jetzt für dieses Sprachrohr des Qualitätsjournalismus publizieren durfte, bin ich noch nie drei Stunden vor einem weißen Bildschirm gesessen, ohne irgendeine Ahnung zu haben, was ich schreiben soll. Normalerweise reicht es, die PNP aufzuschlagen oder an Scheuer, Mangold oder Bischof Oster zu denken und dann schreibt sich die Kolumne quasi von allein. Aber diesmal – Fehlanzeige. Scheuer und Mangold sind mehr oder weniger untergetaucht, der Bischof hat für das bisschen Nachwuchs, das noch da ist, Häuser am Domplatz luxussaniert und in der PNP gibt es nur noch gute Nachrichten über gute Menschen.

Ob ich das PNP-Porträt („Nichts ist interessanter als Menschen und ihre Lebensgeschichten“) oder das „Passauer Gespräch“ lese – es ist unglaublich, wie viele Mega-Performer es in unserem kleinen Städtchen gibt, die pausenlos Gutes tun. Die Caritas hat zum Beispiel eine neue Direktorin. Und jedes Mal, wenn die Caritas einen neuen Chef hat, wird darüber natürlich in der PNP berichtet. Das ist ziemlich oft. Man muss nämlich wissen, dass es ohne die Caritas keine Kindergärten und Altenheime gäbe, keine Armenspeisung – gar nichts! Der Staat hätte ja dafür überhaupt kein Geld. Bei der Caritas kommt das Geld nämlich direkt vom lieben Gott oder vom Bischof und vielleicht noch von ein paar alten Mütterchen, die die Hälfte ihrer 500 Euro Rente der Caritas spenden.

Deshalb können natürlich nur die Besten der Besten Caritaschef werden und jedes Mal, wenn man einen noch Besseren findet, bekommt die Passauer Caritas wieder einen neuen Chef. Das passiert so ungefähr einmal im Jahr und gewährleistet diese unglaubliche Top-Qualität im Management. Das muss aber auch so sein, weil sonst müssten die kleinen Kinder den Tag vorm Fernseher verbringen, die Menschen würden auf der Straße verhungern und Altenheime müssten geschlossen werden – unvorstellbar eigentlich.

Weil aber das Geld vom lieben Gott und vom Bischof (goldene Wasserhähne für St. Max, Designer-Lampen für die Home Base) erstaunlicherweise doch endlich ist, musste die Passauer Tafel jetzt einen Aufnahmestopp verhängen. Zitat aus der PNP: „Wolle die Tafel mehr Leute aufnehmen, müsse es mehr Spenden geben.“ Das kann doch nicht die Wahrheit sein. Was glauben eigentlich diese Rentnerinnen? Dass sie nur, weil sie jeden Tag in die Kirche gehen und ein paar Euro in Opferstock und Klingelbeutel werfen, automatisch in den Himmel kommen? Dann sollen sie halt drei Viertel ihrer Rente spenden. Es kann nicht immer alles der Bischof richten. Jüngerschaftsschule, Neuevangelisierung und Ministrantenfreizeiten – das kostet alles Geld. Noch ein kleiner Tipp für Hungrige: Im „LaCantina“ der Home Base kostet der Extra-Garnelenspieß zum Süßkartoffelcurry nur 3 Euro 90.

Die neue Caritas-Direktorin, deren Namen man sich nicht merken muss, weil sie – wie bereits erklärt – ohnehin bald wieder durch jemand noch Besseren ersetzt wird, hat übrigens im PNP-Porträt gesagt, dass es noch eine Zeit dauern wird, bis ihr „die Trägerstrukturen hier vollends geläufig sind.“ Da geht es ihr nicht anders als jedem einzelnen Steuer- und Sozialversicherungszahler. Der fragt sich nämlich auch, wo das viele Geld herkommt und wo es hingeht. Vielleicht sollte ihr zum Einstieg einmal jemand erklären, wer für die Passauer Tafel zuständig ist. Sie hat nämlich noch etwas Interessantes gesagt: „Nur leisten wir Dienst am Menschen, wir können nicht sagen, wir stoppen die Produktion.“ So hat sie es ja auch nicht gesagt, ihre Kollegin, die Tafelleiterin. Sie hat nur gesagt: Wir stoppen die Aufnahme. Und außerdem: Das Geld für die Armen ist ja nicht weg, es hat halt nur ein anderer.

 

  

Samstag, 16. April 2022

Sonntag, 3. April 2022

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick April 2022

Fanal um Rosi 

„Ich bin ungern zweite Siegerin.“ Wer hat‘s gesagt? Na? Keine Ahnung? Dann helfe ich. Rosemarie Weber war’s. Und zwar nicht – wie man jetzt spontan meinen könnte – bei der jüngsten Kreisvorstandswahl der Passauer CSU, sondern bereits Ende 2013, als sie von ihren Parteifreunden, in Ermangelung eines sonstigen Freiwilligen, als OB-Kandidatin aus dem Hut gezaubert wurde. Das Ergebnis ist bekannt. Rosemarie Wer, wie sie damals vom Verfasser dieser Zeilen getauft wurde und diese Bezeichnung als selbstironisch-gedachten Wahlkampfgag tatsächlich selbst verwendete, wurde bei der Oberbürgermeisterwahl 2014 dann leider doch nur zweite Siegerin. Um der Chronistenpflicht zu genügen, sei erwähnt, dass ihr zweiter Platz nicht nur das historisch schlechteste Ergebnis der CSU bei einer Passauer OB-Wahl war, sondern das Zanklsche Ergebnis von 2008 prozentual mehr als halbierte.

Das muss man erst einmal schaffen. Für eine Halbierung des 2020er Ergebnisses müsste der CSU-Kandidat 2026 ins Einstellige rutschen. Aber seien wir uns ehrlich: Wenn das einer drauf hat, dann der Dickl. Aber zurück zu Rosemarie Wer, bzw. Rosemarie Weber, weil kennen tut man sie ja mittlerweile doch. Schließlich hat sie sich nicht nur mit dem Halbieren von Wahlergebnissen, sondern auch mit dem Schrumpfen der Europäischen Wochen einen Namen gemacht. Immerhin schafft sie es nach außen relativ gut, nicht so ganz direkt mit der sie protegierenden Mobbingtruppe Waschler, Scheuer, Dickl & Co in Verbindung gebracht zu werden und außerdem: Wer bitte soll es denn (wieder einmal) sonst machen?

Also dann: Ein „Neustart“ (W. Lampelsdorfer, PNP) mit Rosemarie Weber, „einer Anwältin für Familienrecht. Vielleicht hilft ihr ja die Berufserfahrung, den Teufelskreis aus persönlichen Abrechnungen und gegenseitigen Schuldzuweisungen zu durchbrechen.“ (W. Lampelsdorfer) Bestimmt! Dass Scheidungsanwältinnen auf Harmonie, Ausgleich und Versöhnung drängen, ist ja geradezu sprichwörtlich bekannt. Armin Dickl hat ihr jedenfalls auf seiner Facebook-Seite im Rahmen seiner Möglichkeiten gratuliert: „Herzlichen Glückwunsch an unsere Kollegin Rosemarie Weber! Ein starkes Zeichen dass unsere Mitglieder gestern Abend im Rosencafe gesetzt haben.“ (Zitat unkorrigiert im Original)

Zunächst sind sie alle auf jeden Fall einmal glücklich, dass sie diesen Störenfried los sind. Der große Intrigator Waschler, Vater des politischen Niedergangs der Passauer CSU, Half-Billion-Euro-Damage-Man Scheuer, dessen politisch-berufliche Zukunft noch nebulöser sein wird als sein politischer Werdegang und Appeasement-Bürgermeister Dickl, der wahrscheinlich (als Einziger) immer noch glaubt, irgendwann einmal Oberbürgermeister zu werden. Jetzt müssen sie alle nur noch gesund und munter bleiben, die Neustarter und Hoffnungsträger im Passauer Stadtrat. Nicht dass unversehens auf einmal wieder einer putzmunter von hinten reingrätscht – in diese wunderbare Harmonie und Aufbruchsstimmung.

Die anstehende Nominierung für die Landtagswahl wird übrigens, meint zumindest Lampelsdorfer, Rosemarie Webers erste Bewährungsprobe. Das verstehe, wer will. Worin besteht denn die Bewährungsprobe? Doch noch irgendwo einen Kandidaten herbeizuzaubern, der nicht Waschler heißt? Oder den Leuten zu erklären, dass es den leider nicht gibt, weil er seit vielen Jahren nicht nur nicht gesucht, sondern vehement verhindert wurde. Oder besteht die Bewährungsprobe darin, den Leuten zu erklären, dass der amtierende Abgeordnete ohnehin erste Wahl ist? Und das vielleicht – bitte nicht lachen – wieder als Neustart zu verkaufen. Drollige Idee eigentlich. Aber ich habe noch eine bessere. Der Kreisverband könnte sich geschlossen dafür aussprechen, dass Andi Scheuer im Bundestag bleiben muss. Als Neustart quasi nach dem kleinen Missgeschick mit der halben Milliarde Steuergeld. Jetzt geht’s wieder bergauf mit der Passauer CSU. Ich habe da ein gutes Gefühl.





Sonntag, 6. März 2022

Sie sind mitten unter uns

 




Sollten Ihnen am Passauer Domplatz junge Menschen begegnen, die Sie höflich-herzlich fragen, ob sie für Sie beten dürften, geben Sie ihnen bitte folgende Telefonnummer: 0851 3934550. Danke.



Freitag, 21. Januar 2022

Jetzt sind wir mal gespannt,

wie sich die beiden Advocati Dei, Seewald und Rammer, die Geschichte wieder hinbiegen und ob sie ihre Heiligsprechung in der PNP weiter fortsetzen.

Seewald: "Der Bericht wird bestätigen, was man in dem vieldiskutierten Fall eines schuldig gewordenen Priesters auch jetzt schon wissen kann: Ratzinger hat als Bischof von München weder von der Vorgeschichte dieses Priesters gewusst, noch war er je daran beteiligt, dass der Mann wieder in der Seelsorge eingesetzt wurde. (...) Dass es hier ein Gesamtversagen gibt, und dazu gehört auch die mangelnde Achtsamkeit von Bischöfen, wird Ratzinger kaum bestreiten. Wenn es jemanden gab, der den Missbrauch in der Kirche eben nicht verschwieg, dann war er es. (...) Das Kalkül ist: egal, ob die Vorwürfe stimmen oder nicht – irgendwas wird schon hängenbleiben."

Manche sehen das anders.

Matthias Katsch, Betroffenensprecher: Der Sprecher des Eckigen Tisches, Matthias Katsch, nennt das Gutachten eine "historische Erschütterung" der Kirche. Der Eckige Tisch vertritt die Interessen von Betroffenen sexueller Gewalt in der Katholischen Kirche. "Dieses Lügengebäude, was zum Schutz von Kardinal Ratzinger, von Papst Benedikt, errichtet wurde hier in München, das ist heute krachend zusammengefallen", sagte er. Es sei nun klar, dass Joseph Ratzinger als Erzbischof von München und Freising mitverantwortlich sei.

Thomas Schüller, Kirchenrechtler: 
Als historische Zäsur bewertet der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller das Münchner Missbrauchsgutachten. Er sieht die Reputation des emeritierten Papstes Benedikt XVI. durch die Ergebnisse des Gutachtens dauerhaft beschädigt. "Das ist sein persönliches Waterloo", sagte Schüller. "Joseph Ratzinger hat die letzte Chance vertan, reinen Tisch zu machen. Er wird der Unwahrheit überführt und demaskiert sich damit selbst als aktiver Vertuscher. Er fügt der katholischen Kirche und dem Papstamt damit einen irreparablen Schaden zu."

Dass Ratzingers Ruf "ramponiert" sei, wie Rammer heute schreibt, ist auf jeden Fall eine, nicht nur allen Opfern gegenüber, unsägliche Formulierung, aber klassischer Rammer-Stil. Was muss denn noch alles herauskommen, dass der Ruf mehr als ramponiert ist? Nein, Herr Rammer, ich will es mir gar nicht vorstellen.

Samstag, 1. Januar 2022

Der Exorzist, Teil 2

Teil 1 lesen Sie unter diesem Beitrag.

31. Dezember 2021, 23 Uhr 20. Als der Passauer Oberbürgermeister durch die Carlonegasse den Domplatz erreicht, stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Im nordwestlichen Teil des Platzes befinden sich gut 100 Demonstranten mit Kerzen und Transparenten und skandieren schwer Verständliches. Bundespolizisten riegeln von allen Seiten den Zugang zur Mitte des Platzes ab.

Bundespolizist: Sie können hier nicht durch.

OB: Ich kann hier ganz bestimmt durch. Ich bin der Oberbürgermeister der Stadt Passau.

Bundespolizist: Gehens bitte heim und behinderns nicht unsere Arbeit. Der Herr Oberbürgermeister ist nämlich schon da.

OB: Das kann schlecht sein, weil der Oberbürgermeister bin ich.

Bundespolizist: Weisen Sie sich amal aus.

OB (murmelnd): Ich glaubs nicht, dass mich ein Franke nicht auf meinen Domplatz lässt. (Grantig:) Da bitte, mein Ausweis.

Bundespolizist: Dupper? Ja und? Da steht nichts von Oberbürgermeister.

OB: Was steht denn bei Ihnen im Ausweis? Komiker?

Bundespolizist: So, jetzt glangts. Ich erteile Ihnen hiermit einen Platzverweis.

Dickl (herbei eilend): Lassts ihn durch, lassts ihn durch. Der gehört zu mir.

OB: Was ghör i?

Dickl: Äh, entschuldige, Jürgen. (Zu den Polizisten gewandt:) Lassens ihn bitte durch. Das ist der Herr Oberbürgermeister.

Bundespolizist: Was? Ich dacht, des sind Sie?

OB (drohend): Hast Du denen gesagt, Du bist der Oberbürgermeister?

Dickl: Nein, bestimmt nicht. Das haben die höchstens falsch verstanden.

Bundespolizist: Freilich hat er das gsagt. Er hat gsagt, er ist hier der Chef und hat die Allgemeinverfügung über die öffentlichen Versammlungen erlassen. (Flüstert zum Kollegen:) Und deshalb stehen wir mitten in der Silvesternacht irgendwo am Arsch der Welt rum und halten a paar durchgeknallte Niederbayern in Schach.

OB: Das hab ich gehört.

Bundespolizist: Ist doch wahr. Die Freaks feiern Silvester mit am Exorzismus, die komischen Spaziergänger meinen, der Feuerwehrchef will sie zwangsimpfen, der wiederum verdrischt die Leut, a jeder will Bürgermeister sein und jetzt müss ma dann wahrscheinlich wieder a paar Klimawinsler vom Baum runter holen. Die ticken doch alle ned sauber hier.

Polizistenkollege (flüstert): Dupper. Ich hab ihn googelt. Des is der Oberbürgermeister.

Bundespolizist: Gehens durch. Und machens nicht noch mehr Ärger.

OB: Pass auf, Bürgermeister Dickl. Über Deine Amtsanmaßung red ma später. Aber was war des mit der Zwangsimpfung und dem Dittlmann?

Dickl: Alles nur Missverständnisse, Jürgen. Aber des soll Dir der Dittlmann erklären. Den Andern hab ich schon allen Bescheid gesagt.

OB: Welchen Anderen?

Dickl: Bürgermeister, Abgeordnete, Presse.

OB (atmet tief): Super, Achim, vielen Dank.

Dickl: Armin. Armin, Jürgen.

OB: Is scho recht. Geh ma.

OB und Dickl gehen über den Platz Richtung Home Base.

Demonstrantenchor: Ihr kennt nur die Impfquoten, wir kennen die Impftoten. 

Dittlmann (mit einer Kübelspritze in der Hand zu den Demonstranten): Ich booster Euch weg, Ihr Hirntoten. 

Passauer Polizist: Jetzt hör halt auf, Andreas. Des eskaliert doch immer mehr.

Demonstrantenchor: Dupptatur, Dupptatur.

OB: Was schreien die?

Dickl: Ich glaub: Dupper vor.

Dittlmann: I glaub ned.

OB: Herr Dittlmann, von Ihnen hört man ja schöne Sachen. Ich hab zwar die Räuberpistole vom Dickl nicht ganz verstanden, aber Sie können sicher zur Erhellung beitragen. 

Dittlmann: Schönen guten Abend. Des glaubt uns sowieso keiner.

Demonstrantenchor: Wer hat uns verraten? Freie Demokraten!

Dittlmann (zu den Demonstranten): Jetzt fallt gleich wieder der Watschenbaum um.

OB: Freie Demokraten? Wen meinen denn die?

Dittlmann: Stimmt eigentlich.

OB: Also, was ist passiert?

Dittlmann: Angefangen hat angeblich alles mit unkeuschen Gedanken. Da in dieser, äh, Betschule sind ja Burschen und Mädel miteinander internie..., äh, untergebracht. Und dann ist das bei zwei von denen vor kurzem mit diesen unkeuschen Gedanken losgegangen.

OB: Herr Dittlmann, haben Sie zum Saufen angefangen? Sie fabulieren.

Dittlmann: Einfach zuhören, bitte! Dann hat ihnen wohl ihr – die einen nennen ihn Meister, die anderen Stimme des Herrn oder einfach der große O – also ihr Obermufti erzählt, dass er als ganz junger Jünger auch manchmal unkeusche Gedanken gehabt hat. Und wenn die mit Rosenkranzbeten nicht weggegangen sind, hat er es mit Selbstgeißelung probiert und wenn das auch nichts geholfen hat, dann halt mit Exorzismus.

OB: Kommens bitte, bitte auf den Punkt.

Dittlmann: Na ja, das wolltens halt dann ausprobieren und weil sie es sich beim Auspeitschen und Teufelaustreiben ein bisserl kuschelig machen wollten, haben sie überall Kerzen aufgestellt und dann hat halt der Vorhang angefangen zu brennen. Und statt einen Eimer Wasser zu nehmen, habens dann die Feuerwehr angerufen.

OB: Und dann sind Sie gekommen.

Dittlmann: Genau. Ich war ziemlich schnell da. Da sind da drüben (deutet verächtlich zu den Demonstranten) schon a paar Narrische mit Transparenten gestanden und da drin (deutet aufs Haus) hats a bissel brennt. Ich hab gleich gesehen, dass des nicht so wild ist. Und dann bin ich mit der Kübelspritze rein, hab den Brand gelöscht und mir noch die Geschichte vom großen O und dem Exorzismus angehört. 

Dickl: Warum denn mit der Kübelspritze, Andreas?

Dittlmann: Mei, Wasserpistole hab ich keine dabei gehabt.

OB: Jetzt weiß ich immer noch nicht, warum sie dann anschließend Leute verdroschen haben.

Dittlmann: Nix verdroschen. Mir ist halt die Hand ausgerutscht.

Dickl: Du hast aber große Hände, Andreas.

OB: Warum, Dittlmann, warum?

Dittlmann: Ich bin also mit der Kübelspritze wieder rausgekommen und hab festgestellt, dass die Demonstranten vorgerückt waren. Ein paar von denen haben sich relativ weit meinem Auto genähert. Das mag ich nicht so gern. Dann hab ich mich mit der Kübelspritze hingestellt und geschrien: Brauchts Ihr eine Abkühlung? Tja, und dann ist es eskaliert.

Dickl: Super, Andreas. Hast sie weggespritzt?

Dittlmann: Ganz anders. Einer hat geschrien "Da ist Impfstoff drin!" und dann wollten mir zwei die Kübelspritze entreißen.

OB: Lassens mich raten. Das mögen Sie nicht so gern, wenn Ihnen jemand Ihr Feuerwehrspielzeug wegnimmt?

Dittlmann: Nein, gar nicht. Ich hab die dann weggeschubst.

Passauer Polizist: Weggeschubst... Weggeschubst ist gut, Andreas. Der eine hat an Jochbeinbruch und der andere einen Nasenbeinbruch.

Scheuer (von schräg hinten herantretend): Geile Geschichte. Hi Folks. Damit kommst Du auch einmal ins Fernsehen, Stadtbranddings.

Dickl: Servus Andi. Super, dass Du da bist.

OB: Was soll jetzt genau daran super sein? Für was brauchen wir jetzt akut einen Berliner Hinterbänkler?

Scheuer: Mei, Herr Oberbürgermeister. Dass ich besser ausschau als Sie, ist nicht unser einziger Unterschied. Sie kommen nie aus Ihrem Provinzkaff raus und mir liegt die Welt zu Füßen.

Dickl: Jetzt hörts zum Streiten auf. Du bitte auch, Andi. Weißt, als Bürgermeister muss man nämlich auch Moderator sein. 

Flisek: Servus beinand. Genau Armin, sehr gut. Immer staatsmännisch bleiben. Oder Jürgen?

OB: Absolut Achim. Du trägst eine Riesen-Verantwortung! 

Dickl: Armin.

OB: Genau, Armin. Als Bürgermeister ist man ja eine Respektsperson.

Dickl (euphorisch): Genau! Wahnsinn, Andi, oder? Früher warst Du Minister und ich nur Stadtrat, na ja, auch immerhin schon Fraktionsvorsitzender. Und jetzt bin ich Bürgermeister und Du bist bloß noch...

Scheuer: Was bin ich? Ha, Armin?

Dickl: Nein, ich wollts anders sagen. Entschuldige Andi. Du hast ja immer gewusst, dass aus mir was wird. Und jetzt samma – irgendwie – auf Augenhöhe, oder Andi?

Scheuer: Aha, na dann. Auf Augenhöhe – ganz bestimmt, Armin.

Flisek: Apropos Augenhöhe, Armin. Der Rother kommt.

Rother: Griaß Eich. Des war jetzt komisch bei den Bundespolizisten. Ich hab gsagt, lassens mich bitte durch, ich bin der... Und dann hat der Bundespolizist gesagt: Ich weiß schon, wer Sie sind, Herr Oberbürgermeister.

OB: Komisch, ja.

Rother: Die Erika kommt übrigens auch gleich.

Träger: Huhu. Des war jetzt komisch bei den Bundespolizisten. Ich hab gsagt, lassens mich bitte durch, ich bin die... Da hat der Polizist gesagt: Lassen Sie mich raten, Sie sind auch Bürgermeister. Und dann hat er mich traurig angeschaut und gesagt: Gehens einfach durch, Frau Bürgermeister. Krass oder? Dass mich die Bamberger kennen... Warum sagt mir eigentlich wieder keiner, dass am Domplatz a Party ist? Habts Ihr schon was zum Anstoßen?

Dittlmann: Die Party ist vorbei, Erika. Hätt Dir gefallen – was mit Peitschen und Exorzismus.

Träger: Depp. Dein Freund Putzke kommt übrigens auch gleich, Armin. 

Dickl: Du weißt genau, dass der Putzke nicht mein Freund ist, Erika. Außerdem hat der hier nichts verloren. Ich erteil ihm sofort einen Platzverweis.

Putzke: Einen wunderschönen guten Abend, verehrter Herr Oberbürgermeister, verehrte Bürgermeister...*...innen. Haben Sie es gehört? Ich hab das Gendersternchen gesprochen – war aber nur Spaß. 

Dickl: Sie haben nicht das Recht, hier spazieren zu gehen, Herr Professor Putzke. Verlassen Sie sofort meinen, äh, unseren Domplatz. Spazierengehen ist verboten – auch für Sie.

Putzke: Mensch Armin, ich geh doch gar nicht spazieren – ich walke. Außerdem war das gerade lustig bei den Bundespolizisten. Ich hab gefragt, ob ich mal durch kann und dann meinten die, selbstverständlich Herr Bürgermeister. Die scheinen mich zu verwechseln.

OB: Fragt sich nur mit wem.

Putzke: Ich habe ihm dann erklärt, dass ich Professor bin, wie ich meinen letzten Strafprozess gewonnen habe, was ein Kreisvorsitzender für Aufgaben hat, dass ich Triathlon mache und habe ihm meine Facebook-Seite mit den vielen Fotos von mir gezeigt. Daraufhin hat er zu schluchzen angefangen und mich angebettelt, einfach still zu sein und durchzugehen. Er würde mich auch gerne mit Herr Oberbürgermeister ansprechen, wenn ich nur wegginge. Versteht Ihr das? Ist das irgendwie ein Running Gag, den ich nicht kapiere?

Dickl: Das muss an Dir, äh, an Ihnen liegen, Herr Putzke. Ich erteile Ihnen hiermit einen Platzverweis.

Putzke: Ach Armin, mach Dich nicht lächerlich, ich kann Dir mal einen 400-seitigen Aufsatz von mir über die Zulässigkeit von Platzverweisen schicken. Aber lassen wir es doch gut sein und begraben das Kriegsbeil im neuen Jahr. Außerdem kann ich als Strafverteidiger überall hin und womöglich braucht der Herr Stadtbrandrat einen Strafverteidiger. Um Gottes Willen, diese Hände. Furchterregend! Da ist nichts mehr mit Körperverletzung. Da sind wir schon beim versuchten Totschlag.

Dittlmann: Nehmen Sie die Advocard?

Putzke: Äh, eher nicht, nein.

Dickl: Hörts Ihr des? Sehts Ihr des? Raketen, Böller.

Rother: Haben wir des ned verboten?

OB (zuckt mit den Schultern): Ich hab den Überblick verloren.

Dittlmann: Also dann. Ich fahr heim, bis die nächsten Irren was anzünden. Wünsche ein gutes Neues Jahr. Abschlussfrage: Wer weiß denn eigentlich, wer der große O ist, der uns das alles eingebrockt hat.

Flisek: Keine Ahnung. Ich frag nächste Woche den Sturm. Der hat einen Eintrag in seinem Handy: Großer O.

OB: Des machst. Gut Nacht alle miteinander! Und Du Achim, bleibst da und bist für den Rest der Nacht für alles hier verantwortlich.

Dickl: Echt Jürgen? Danke, Jürgen! Ich werd Euch nie enttäuschen!

Rother (flüstert): Warum der?

OB: Geh heim. Was kann denn hier noch schlimmer werden?




Freitag, 31. Dezember 2021

Der Exorzist, Teil 1

31. Dezember 2021, 22 Uhr 35. Der Passauer Oberbürgermeister sitzt entspannt in seinem Oberbürgermeister-Sessel, liest "Warum ich so klug bin" von Friedrich Nietzsche und hört dabei den Triumphmarsch von Verdi, als das Telefon klingelt.

Telefon: Ring, ring.

Dem OB seine Frau: Telefon.

OB (auf die Uhr blickend): Früh heute. Lass' läuten. Irgendwann hab ich auch mal Urlaub.

Telefon: Ring, ring.

Dem OB seine Frau: Ich geh hin.

OB: Wenns der Dittlmann, der Söder, der Putin oder der Dalai Lama sind, bin ich nicht da.

Dem OB seine Frau: Dupper.

Stimme: Grüß Gott, Frau Dupper, entschuldigens die Störung, hier spricht Bürgermeister Dickl. Könnte ich bitte in einer sehr dringenden Angelegenheit den Herrn Oberbürgermeister sprechen?

Dem OB seine Frau: Moment bitte. Jürgen! (kichernd) Der Herr Bürgermeister.

OB: Der Rother? Was will denn der?

Dem OB seine Frau: Nicht der Rother.

OB: Nein bitte, nicht die Erika.

Dem OB seine Frau: Der HERR Bürgermeister Dickl.

OB: Geh weider, jetzt ruaft mi da Bürgermeister-Lehrbua a scho im Urlaub um die Uhrzeit o. Gib her. Dupper, hallo.

Dickl: Bürgermeister Dickl. Servus Jürgen, tut mir wirklich leid die Störung. Aber es ist wichtig.

OB: Des hoff ich dringend für Dich, Achim, dass des wichtig ist.

Dickl: Armin.

OB: Wos?

Dickl: Armin, ich heiß Armin.

OB: Sag ich doch. Also, was gibts?

Dickl: Den Dittlmann habens verhaftet.

OB (lacht laut auf): Hat er an Brand glegt, weil nix passiert is? Oder wen überfahren? Oder oan daschlagen? 

Dickl: Eher letzteres. Aber nur fast. Also eher: geschlagen.

OB (laut): Pass auf, Bürgermeister Dickl und hör genau zua. (Sehr laut:) Ich bin weder ein Freund oder Verwandter vom Dittlmann noch sein Anwalt oder was weiß ich was. Und wenn der Dittlmann in der Todeszelle sitzt, geht mich das auch nichts an.

Dickl: Todeszelle? Gibts bei uns Todeszellen? Ned oder?

OB: Na, nur Gummizellen. Aber zu wenig. Mia san fertig, oder? Schönen Abend, servus.

Dickl: Moment, Moment. Der Dittlmann hat gemeint, Du musst Dir das unbedingt anschauen, was in unserer, äh, Deiner Stadt los ist. Und ich find das auch.

OB: Was ist denn los?

Dickl: Spaziergänger, alles voller Spaziergänger.

OB: Und weiter?

Dickl: Also solche Spaziergänger. Die bösen.

OB: Des Impfgegner-Gschwerl? Unglaublich. Hätt ich nie gedacht, dass der Dittlmann bei sowas mit macht. Alle einsperren, völlig richtig.

Dickl: Im Gegenteil! Der Dittlmann hat zwei von denen eine gschmiert.

OB: Oane gschmiert? Und deswegen habens ihn gleich verhaftet?

Dickl: Na ja, erstens ned so richtig verhaftet, sondern eher erkennungsdienstlich behandelt und zweitens möcht ich vom Dittlmann keine gschmiert kriegen. Die zwei Spaziergänger brauchen jedenfalls an Arzt.

OB: So is' recht. Aber... Was ganz was anderes... Warum verdrischt der Dittlmann neuerdings die Depperten? Also nicht, dass es mich stören tät...

Dickl: Sie haben ihn beim Löschen gestört.

OB: Beim Löschen? Wo brennts denn leicht schon wieder?

Dickl: Am Domplatz.

OB (laut): Um Gottes Willen! Am Domplatz brennts und Du Vollde..., Vollprofi erzählst mir fünf Minuten was vom Dittlmann.

Dickl: Hat gebrannt, nicht schlimm, eher ein Brändchen.

OB: Habens in der Bet-WG wieder mit heißem Wachs rumgespielt?

Dickl: Bet-WG? Ah so, nein. Gegenüber. Bei dene Apostel vom Bischof. 

OB: In der komischen Home Base?

Dickl: Keine Ahnung, wie das heißt. Ich kann kein Latein.

OB: Warum hats denn da brennt?

Dickl: Die haben da so einen Workshop ghabt: Exodus und Flegeleien oder so ähnlich und da ist einer beim Auspeitschen über die Kerzen gefallen. Und dann hat sein Büßerhemd aus Ziegenhaar Feuer gefangen. Kurz drauf hat dann der Vorhang brennt.

OB: Exodus, Auspeitschen, Büßerhemd? Spinnst Du, Achim?

Dickl: Armin. Armin, Jürgen.

OB: Wos?

Dickl: I hoaß Armin.

OB: Sag ich doch.

Dickl: Also noch mal: Exodus und Flegeleien oder Exothermismus und Fraternalismus oder irgend sowas. Is doch a wurscht. 

OB: Jetzt hab ichs kapiert. Exorzismus und Flagellation? Teufelsaustreibung und Selbstgeißelung?

Dickl: Ja, genau. Um sowas ist es gegangen. So mit Teufel und Peitschen. Geil, oder? Wir machen an Silvester immer Bleigießen.

OB: So. Und jetzt sagt mir mein Lieblingsbürgermeister noch, für was er, die Sektierer und der Dittlmann mich da am Domplatz noch brauchen.

Dickl: Vielleicht hab ichs falsch erzählt.

OB: Ah geh.

Dickl: Das Problem sind nicht die die Flatulisten und Extraterrestischen. Das Problem sind die Spaziergänger. Die rotten sich zusammen. In der ganzen Altstadt. Vor allem am Domplatz. 

OB: Ist verboten.

Dickl: Und sie schreien: Dupper muss weg.

OB: Zehn Minuten. (zum OB seiner Frau:) I muaß no amoi naus.

Dem OB seine Frau: Warum?

OB: Sie sind alle so dumm und ich bin ihr Chef.


Lesen Sie in Folge 2: Landet Stadtbranddings Dittlmann in der Todeszelle? Verteilt OB Dupper Watschen am Domplatz? Und: Rettet Bürgermeister Dickl die Welt? 

Fortsetzung folgt.





Freitag, 17. Dezember 2021

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Dezember 2021

Die Sekte ist kein Ponyhof

Im letzten Heft hatte ich angekündigt, aufzuklären, warum man in der dunklen Jahreszeit den Domplatz meiden sollte. Natürlich in erster Linie deshalb, um nicht von einem der – pausenlos Verkaufshütten hin und her transportierenden – schweren LKW überfahren zu werden. Auch nicht ganz ungefährlich werden demnächst allerdings auch die Jünger der von Stefan „Osho“ Oster im Pindl-Haus installierten Jüngerschaftsschule (sic!) namens Home Base. Nach neun Monaten Gehirnwäsche in der Home Base, die die Missionarslehrlinge in guter alter Sektentradition natürlich selbst bezahlen müssen, sollen die Kreuzzügler nämlich dann hinaus in die Welt ziehen und andere labile Wesen evangelisieren und missionieren. Erst Believe and Pay, dann Invade and Pray.

Apropos Sekten. Nicht erst Corona – es ging schon mit der Flüchtlingswelle vor ein paar Jahren los – lässt uns befürchten, dass die deutsche Ponyhof-Ära des beginnenden 21. Jahrhunderts langsam vorbei sein könnte. Die Gesprächs- und Diskussionskultur auf der Straße und im Netz ist total am Boden. Oder um es wieder einmal frei nach Gerhard Polt zu formulieren: Heute gehen Leute demonstrieren und haben ein Facebook-Profil – die hätte man vor ein paar Jahren noch aus dem Bierzelt hinausgeschmissen. Da meine ich jetzt die besonders Blöden, die an die große Verschwörung glauben. Man muss aber aufpassen – sektiererischen Fanatismus findet man schon auch bei denen, die sich für die Guten, Aufgeklärten und Gebildeten halten.

Der Eine beharrt darauf, so oft, so laut und in welchem Kontext auch immer „Neger“ zu sagen – weil das sein Großvater schon so gemacht hat und basta. Der Andere beschwert sich beim Sender, beim Rundfunkrat und bei Amnesty International, weil sich ein Kabarettist das Gesicht schwarz anmalt. Der Eine will das Donaulied singen und nässt sich fast ein vor Lachen, wenn zwei peinliche Männer im Fernsehen über die schärfste Biene im Bundestag fabulieren. Der Andere hyperventiliert, wenn er einen Text ohne Gender-Sternchen lesen muss oder jemand Studenten statt Studierende sagt.

Aber zurück zu den Blöden. Der Dunning-Kruger-Effekt besagt, dass inkompetente Menschen zum einen ihre Inkompetenz nicht erkennen, sich damit andauern selbst überschätzen und zum anderen in Unkenntnis ihrer Defizite bedauerlicherweise auch noch besonders selbstbewusst auftreten. In leichter Sprache: Je dümmer der Mensch ist, desto weniger merkt er es und desto frecher geht er mit seiner Dummheit anderen auf die Nerven. Das wussten wir alle – auch ohne sozialpsychologisch-forscherischen Background – zwar schon immer, aber so offenkundig, massiv und dauerpräsent wie in den sozialen Medien derzeit ließ sich das Phänomen selten beobachten.

Wer ausreichend starke Nerven, eine halbwegs gefestigte Persönlichkeit und ausreichend Masochismus mitbringt, lese sich doch einmal exemplarisch durch die Kommentare der Facebook-Präsenz der Heimatzeitung. Es ist oft schwer zu verstehen, was die Diskutanten ausdrücken wollen, weil sie ihrer Muttersprache nur in bescheidenem Maße mächtig sind, aber ein, leider nicht kleiner, Teil glaubt und publiziert z. B., dass die „Systemmedien“ (also alle außer ein paar Youtube-Kanälen) gesteuert werden von „den Mächtigen“, dass alle Politiker geschmiert werden (von Bill Gates, Biontech oder der Masken-Lobby), dass sich ihr Hausarzt (der immerhin Arzt ist) besser mit Corona auskennt als Wieler (der nur Tierarzt ist), dass man beim Impfen gechipt wird (wenn nicht noch abhängig gemacht) oder dass im eigenen Familien- und Freundeskreis alle, die geimpft wurden, mindestens schwere Nebenwirkungen hatten oder gestorben sind (Letalität im Bayerischen Wald nach Corona-Impfung mindestens 15 Prozent, Quelle: Facebook-Kommentare). Das war jetzt nur ein winzig-kleiner Auszug und wir reden hier von hunderten Kommentaren – pro Tag auf einer Seite.

Ceterum censeo, Facieilibrum esse delendum.






Dienstag, 23. November 2021

Nil nisi bene

Man vergisst so schnell. Gerade einmal gut zwei Jahre ist es her, da war Armin Dickl noch der Oberbürgermeisterkandidat der Herzen, bevor der Linzer Querschläger daher kam und alles kaputt gemacht hat. Wars das jetzt mit diesem jungen, aufstrebenden Politiktalent fragten sich damals im Sommer 2019 viele Passauer – auch wir – voller Sorge.

Und heute? Armin Dickl hat seine Kritiker souverän eines Besseren belehrt, macht als Bürgermeister überall, wo er hinkommt, bella Figura – sei es bei MiE, wo er wie selbstverständlich "lebende Legenden der Modernen Kunst" kennenlernt oder als "offizieller Vertreter der Stadt Passau bei Kalle Rummenigge" vorbei schaut. Als einziger epidemiologiekundiger Bürgermeister Passaus durfte er in der letzten AmSonntag sogar exklusiv die aktuelle Corona-Lage einschätzen: "Wir können das leider nicht lange halten."

Bei so viel souveräner Leichtigkeit und politischem Erfolg verwundert es nicht, dass ihn Elke Fischer gestern in der PNP noch kurzerhand zum Fraktionschef befördert hat. Möchte man diesem Mann verdenken, dass er nicht mehr die Zeit hat, sich mit Hinz und Kunz fotografieren zu lassen? Wir nicht!

Auch fast in Vergessenheit geraten ist die Sache mit der Max-Matheis-Straße, bei der ja seit Jahren von gewissen Kreisen eine Umbenennung gefordert wird. Ein Nazi sei der "beliebte Heimatschriftsteller" (PNP) gewesen, nur weil er schon 1933 in NSDAP und SA eingetreten ist und überdies seine begeisterte Hitlerverehrung auch literarisch ausgelebt hat. Antisemit war er auch – aber das konnte ja damals im Eifer des Gefechts einmal passieren. Fraktionsübergreifend wurde jetzt beantragt – nein, nicht die Straße umzubenennen – am Straßenschild eine Hinweistafel anbringen zu lassen, mit der "auf die Nähe (...) zum nationalsozialistischen Regime hingewiesen wird." Das ist natürlich eine sehr gute Lösung. Wir stellen es uns vor. Ein Passant, der weder weiß, wer Max Matheis war, noch die Diskussion um die Straßenumbenennung kennt, steht vorm Straßen- nebst Hinweisschild und liest, dass Matheis ein Nazi, Antisemit, Hitlerianer und Kriegspropagandist war. Dann überlegt er kurz und sagt: Und deshalb haben ihm die Passauer eine Straße gewidmet?

Es heißt immer, dass man sich, wenn man älter wird, besser an die Geschichten erinnern kann, die schon Jahre zurückliegen. Bei mir scheint das nicht der Fall zu sein. Viele Artikel habe ich gelesen über den verstorbenen Bischof Schraml – wie volksnah er war, wie beliebt er war, wie vorbildlich er war. Daran kann ich mich tatsächlich nicht mehr erinnern. Vielleicht werde ich alt.



Montag, 8. November 2021

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick November 2021

Das wird man doch noch sagen dürfen 

Laut einer repräsentativen Umfrage ist mehr als ein Drittel der Bayern der Meinung, dass „eine Watschn noch keinem Kind geschadet hat.“ So konnte man es vor einiger Zeit unter anderem in der PNP lesen. Unveröffentlicht blieb leider das Ergebnis einer Studie, wonach zwei Drittel der AfD-Wähler der Meinung sind, dass FFF-Aktivisten in ihrer Kindheit zu wenig Watschn bekommen hätten. Weiterhin sind über die Hälfte der derzeit weltweit in Geiselhaft befindlichen Geiseln der festen Überzeugung, ihre Geiselnehmer wollten nur ihr Bestes und es hätte sie noch viel schlimmer treffen können, nahezu alle Mitglieder der Familie Erdogan sich absolut sicher, dass ein Journalist, wenn er die Wahrheit schreibt, ein unbehelligtes und sorgenfreies Leben führen kann und die überwiegende Mehrheit der syrischen Herrscherfamilie weiß genau, dass Giftgas in erster Linie eine Frage der Dosis ist.

Mehr als ein Drittel der Österreicher hat lieber einen Kriminellen als Bundeskanzler als einen Tschuschn oder Krowottn, ein gutes Viertel der Polen ist froh, dass es in Polen kaum Schwule und Neger gibt und eine Mehrheit der Schweizer mag zwar keine Deutschen, weiß aber zu schätzen, dass die deutschen Putzfrauen wenigstens nicht so stark nach Knoblauch oder Wodka stinken. Zwei Drittel der Deutschen außerhalb Bayerns sind der Meinung, dass CSU-Politiker „peinliche Trachtenanzug-Spackos“ sind, könnten sich aber gleichzeitig Markus Söder als Bundeskanzler vorstellen, weil „es jetzt langsam mal wieder Zeit für so einen wie den wird.“ Aktuell wünschen sich übrigens drei Viertel Olaf Scholz als Kanzler. Davon wissen aber 90 Prozent leider nicht genau warum.

Ein Drittel der Bürger im Raum Passau versteht überhaupt nicht, wie es passieren konnte, dass Männer wie Raimund Kneidinger, Josef Heisl jun. oder Armin Dickl Landrat, Bezirksrat und Bürgermeister geworden sind. Nein, das war jetzt ein Scherz, das habe ich erfunden – wahrscheinlich sind es dann doch mehr als ein Drittel. Aber was haben die drei jetzt eigentlich gemeinsam? Nun, sie gehören alle zu einer neuen aufstrebenden Politiker-Generation: Alle drei bei der CSU, alle drei nicht mehr ganz jung, aber noch nicht alt und alle drei frei von erkennbaren Begabungen. Der eine überfordert bis gefährlich in seinem Amt (sperrt in vorauseilendem Gehorsam eine ganze Stadt ein), der andere bedauernswert tölpelhaft (postuliert auf seiner Homepage, dass „Niederbayern weiterhin die Prämienregion [sic!] in Europa bleibt“) und der Dritte lässt sich für eine Handvoll Dollar als Mehrheitsbeschaffer einkaufen und freut sich jeden Tag auf Facebook darüber.

Mehr als ein Drittel aller Passauer kann außerdem Andreas Rother optisch nicht mehr von Jürgen Dupper unterscheiden, was natürlich nur politisch Naive als Zufall ansehen würden. Mimikry heißt das in der Biologie und hat das Ziel, den Signalempfänger zu täuschen. Warum? Na, warten wir mal noch vier Jahre. Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix.

Einer, den vier Drittel aller Zeitungsleser kennen, aber von dem weniger als ein Sechstel weiß, welche Parteizugehörigkeit er aktuell hat, ist Andreas Dittlmann. Gerade ist er – verärgert über ein nicht näher konkretisiertes Kasperltheater – aus der FDP ausgetreten, was von den Passauer Jung- und Altliberalen offiziell bedauert, aber insgeheim auch irgendwie gefeiert wurde. Hätte sonst – ohne eine Meldung über Dittlmanns Austritt – schon einmal irgendwer gehört oder gelesen, dass die Passauer FDP einen Kreisvorsitzenden namens Dr. Sirtl hat? Eben. Sollte der jetzt auch noch die – nicht minder wechselfreudige – Christa Tausch vergrämen, steht er dann zwar noch einmal in der Zeitung, aber das wars dann auch – für Sirtl und die FDP im Passauer Stadtrat ab 2026.

Warum man in der dunklen Jahreszeit den Domplatz meiden sollte, um nicht von den Jüngern der Oster-Bruderschaft zwangsevangelisiert zu werden, erkläre ich Ihnen dann in der nächsten Ausgabe.