Freitag, 9. September 2016

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Aufgehetzt und abgesperrt 

Lieber Tölpel!

In Zeiten, wo jede Pfarrhaushälterin nicht nur den Unterschied zwischen Brazilian und Hollywood-Cut, sondern auch zwischen Burka und Niqab kennt, ist es gleichzeitig ziemlich selten, zu letzterem Thema publizierte Stellungnahmen zu hören oder lesen, die sich nicht durch einen exorbitant hohen Grad an Verblödung auszeichnen – und zwar in beide Richtungen. Da gibt es diejenigen, die meinen, man müsse jedem Turbo-Fundamentalisten so lange Toleranz entgegenbringen, bis der vor Lachen tot umfällt und wiederum die anderen, die meinen, man könne alles durch immer mehr und immer neue Gesetze regeln.

In der PNP finden alle Sektierer ihre Nische. Diverse Interviews und Artikel sind erschienen, in denen Frauen erzählen durften, das Tragen eines Kopftuches sei geradezu ein Zeichen von Freiheit und Selbstbestimmung sowie fast schon Ausdruck eines modernen Frauenbildes (dann müsste ja die Burka direkt progressiv-revolutionär sein), während sich die Redaktion gleichzeitig nicht scheut – und das übrigens im Gegensatz zum sonstigen Qualitätsjournalismus – Leserbriefe mit hetzerischen Inhalten abzudrucken.

Oder wie könnte man einen Leserbrief anders als hetzerisch nennen, in dem ein Herr aus Fürstenstein, der sich selbst mit einem witzigen (sic!) Bonmot als braun bezeichnet, uns mitteilt, es wäre nicht nur das gute Recht eines Vermieters, sondern aus Steuerzahlersicht auch durchaus begrüßenswert, wenn jemand keinen Asylbewerber (einen einzigen wohlgemerkt) als WG-Mieter in seinem Haus haben möchte. Damit man mich bitte nicht falsch versteht – jeder darf die Meinung äußern, dass er es für falsch hält, noch mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Er darf sogar der Meinung sein, dass schon zu viele Flüchtlinge hier sind. Bei uns darf jeder denken, was er will.

Aber was, bitteschön, soll man mit dem machen, der schon da ist und sein Recht auf einen Asylantrag wahrnimmt? Ihn auf der Straße schlafen lassen? Sieht nicht gut aus, wir sind ja immer noch in Deutschland und nicht in Dings, im Ausland halt. Bleibt nur noch Lager oder abschieben. Zahlt halt auch beides der Steuerzahler. Ginge billiger. Dass da noch kein Leserbriefschreiber drauf gekommen ist...

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Tja, um solche Leserbriefe durch ein Sieb fallen zu lassen, bräuchte es halt das Quäntchen Fingerspitzengefühl, um Meinungsäußerung von Hetze unterscheiden zu können. Aber das fehlt ja häufig sogar unseren Politikern. Wenn übrigens sogar linke Feministinnen meinen, es gäbe bei uns gar kein Verschleierungsproblem, dann sollen sie mal nach München fahren. Da laufen Mittzwanziger-Lamborghini-Fahrer nebst (bzw. vor) ihren Kartoffelsack-Frauen und der philippinischen Kindermädchen-Sklavin durch die Straßen und behandeln Verkaufs- und Hotelpersonal wie Untermenschen. Die dürfen aber bleiben. Nein – die sollen kommen. Die haben nämlich viel Geld dabei.

Apropos Fingerspitzengefühl. „Mei, des kost’s halt“, hat er gesagt, der Herr Taubeneder. Wenn „ja, ja“ nach landläufigem gesundem Volksempfinden „leck mich am Arsch“ heißt, was heißt dann „mei, des kost’s halt“? Heißt es vielleicht: „Und iatz hoits eier Maul, ihr depperten Querulanten.“ Oder heißt es eher: „Mir is des so wurscht, wos des kost’, ihr Kleingeister.“ Oder doch: „Seid’s ihr komplett verstrahlt? Mir machan des doch immer so.“ Die wahrscheinlichste Variante ist aber: „Ham de Stoderer wirklich glaubt, mir bau’n des Trumm für 34 Mille. Dann war’ns no dümmer, ois i g’moant hob.“ Kleiner Hinweis von meiner bescheidenen Seite aus: Sollte sich der Berufsschulbau in etwas wie die Elbphilharmonie entwickeln, kostet das Ding am Schluss nicht 70 sondern 144 Millionen.

Die neue JVA muss wenigstens nicht die Stadt bezahlen. Vielleicht freuen sich deshalb alle so narrisch auf ein Gefängnis. Also zumindest die CSUler freuen sich. Geradezu gestrahlt haben sie auf dem Foto, der Taubi, der Dicki und der Wischi-Waschi. Manche freuen sich über ein Konzerthaus, manche über einen Saunaclub mit Kuchenbuffet, manche über eine neue Turnhalle und einige freuen sich halt auf ein Gefängnis. Vielleicht deshalb, weil sie schon 2002 Wahlkampf für die OB-Stichwahl mit dem Thema gemacht haben: Mit der CSU kein Gefängnis in Königschalding! 

Mei, so san’s hoid.

Dein Tölpel


Donnerstag, 18. August 2016

Rubrik: Schöne Genitive

1. Magnete des Tourismusses
2. In der Mitte des Atlasses
3. Die Stadt der vielen Wässers
4. Führende Heimatzeitung des Universummes
5. Sternstunden des Journalismusses


















Ergänzung: Wie lautet eigentlich der Genitiv von Rehgips?







































Brav! Immer schön Wahlinfo-Passau lesen – das bildet.






Sonntag, 7. August 2016

Bist Du deppert?

Was ist eigentlich aus dem Bikini-Sommer-Girl der PNP geworden? Kam da irgendwann noch was nach? Oder gingen die eingesandten Bikini-Fotos in das Privat-Archiv von Stefan Rammer über?

Der All-Season-Sonnyboy vom Domplatz gewinnt zwar (hoffentlich) keine Bikini-Wettbewerbe, bringt sich aber dafür sonst immer wieder gerne ins Gespräch. Ob er mit dem Erwerb eines BMW 225xe Active Tourer einen "echten Umweltbeitrag" (Ordinariat) im Sinne der päpstlichen Enzyklika "Laudato Si" erbringt oder den Muslimen in Deutschland erklärt, sie müssten mehr Flagge gegen die Gewalt zeigen – irgendwie kommt der Mann einem immer vor wie ein Politiker im Wahlkampf. Im Übrigen hat er gar nicht unrecht. Es stimmt halt einfach nicht, dass es eine winzige Minderheit der gläubigen Muslime ist, die ein Problem mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung hat, wie man so schön sagt, sondern es ist wohl eher ein verbreitetes Phänomen, dass der Mohammedaner nicht goutiert, dass seine 16-jährige Tochter einen deutschen Freund hat, sein Sohn schwul ist oder seine Frau am PNP-Bikini-Wettbewerb teilnimmt. Vice versa will das alles der erzkatholische PNP-Leserbriefschreiber aus Pfarrkirchen auch nicht. Aber bevor jetzt wieder alle Pfarrkirchner und Freyunger Leserbriefschreiber hyperventilieren: Der Islam ist schon noch doofer als der Katholizismus. Und im Vergleich zu vielen Evangelikalen seid Ihr ja fast schon wieder richtig lieb. Aber es ist halt einfach nur ein gradueller Unterschied. Religion spaltet. Genau wie der Chauvinismus und sonstige Ismen. Außerdem gibt es mehr Christen (2,3 Milliarden), die böse Dinge tun, als Muslime (1,6 Milliarden), die böse Dinge tun. Soviel erstmal vom Gegen-Bischof aus dem Steinweg.

Nebenbei sei allerdings noch erwähnt, dass mir die Muslim-Kritik des Passauer Bischofs immer noch lieber ist, als dieser Scheißdrecks-Appeasement-Journalismus der PNP, wo sich mehrfach muslimische Frauen auslassen durften, ihr Kopftuch sei ein Zeichen souveräner Selbstbestimmung, während Journalistinnen und Bürgerrechtlerinnen in der Türkei oder der arabischen Welt (und die wissen, wovon sie sprechen) das Kopftuch eindeutig als Symbol der Unterdrückung bezeichnen. 

Jetzt wäre eine gute Überleitung recht. Schwierig aber. Egal. Als ich zum ersten Mal gelesen habe, dass der Chef der Passauer Stadtentwässerung Teichmann heißt, hat mir das schon sehr gut gefallen. Gleichzeitig will ein gestrandeter Pottwal ein Hochwassermuseum in Passau aufmachen. Was zum Teufel soll ein Hochwassermuseum sein? Abgesehen davon, dass niemand ein Hochwassermuseum braucht (außer die potenzielle Hochwassermuseums-Chefin), bräuchten wir dann neuerdings auch noch ein Muren-Museum und ein Lokales-Starkregen-Museum. Was wir allerdings auf jeden Fall brauchen – so wurde es mir jetzt kürzlich wieder mehrfach erklärt –, ist ein Konzerthaus. Und zwar deshalb, weil sich das der Passauer so sehr wünscht. Mumpitz. Der Passauer wünscht sich, genau wie der Kapstädter, der Moskauer, der Lyoner, der Pekinger, der Acapulker und der Kopenhagener Freibier, kostenlose Pornofilme und 700 Fernsehprogramme. Ein Konzerthaus wünschen sich 7 Promille Konzert-Liebhaber und 7 Prozent Kommunalprominente, die gerne Konzert-Liebhaber wären. Die Aussage, der gemeine Passauer wünsche sich ein Konzerthaus ist also falsch. Bullshit, Lüge, Propaganda. Aaaaaaaaber. Andererseits baut man doch auch jedem sechstklassigen Fußballverein eine Tribüne mit Flutlicht. Schwierig, schwierig. Verweisen wir das Thema doch zur Diskussion zurück in die Fraktionen. Oder dahin vielleicht nicht. Weil die Leute dort interessieren sich auch nur für Freibier etc.

Apropos Konzerthaus. Ich habe es jetzt urlaubsbedingt nur am Rande verfolgt. Aber die neue Präsidentin der Universität hat ja auch schon vermeldet, eine Kombination Audimax/Konzerthaus sei wohl ganz schwierig. Überhaupt. Die wahrgenommen einmetersiebenunddreißig große Professorin entwickelt sich zum neuen Passauer Alpha-Tier. Armer Oberjürgen. Da war er bis vor ein paar Jahren der einzige Zampano in einer Stadt voller Pimpfe und dann kommen erst der zukünftige Papst Stefan und jetzt auch noch die ambitionierte Carola daher und stehlen ihm die Show. Zumindest medial. Weil politisch hat er nach wie vor nichts zu befürchten. Der Andi übt auf Ministerpräsident, der Steiner weint sich ob der Aussichtslosigkeit auf Veränderung jeden Abend in den Schlaf und der Dickl freut sich über seine Fraktionschef-Vergütung. Tu felix Passau, schlaf gut. 

Die CSUler sind ansonsten schon wie immer die Geilsten. Da hat der Zankl 2002 die OB-Wahl gewonnen mit seinem Versprechen "Mit mir kein Gefängnis in Königschalding" und 2016 überschlagen sich seine früheren Kollegen vor Begeisterung, weil Königschalding ein Gefängnis kriegt. Seid Ihr schizo? Also bitte nicht falsch verstehen – das mit dem Gefängnis geht schon in Ordnung. Aber glaubt Ihr, der Wähler ist komplett dement? Ja? Ach so.

Die Mure am Oberhausberg hat wieder ein paar Leserbriefschreiber aus den Löchern gelockt, die uns überzeugend (ha ha ha) dargestellt haben, warum genau deshalb (Anger-Teilsperrung) eine Nordtangente notwendig wäre. Während des Schreibens dieser dürftigen Zeilen schaue ich gerade auf den Anger und der Verkehr fließt. Das tat er übrigens auch gestern und vorgestern. Wurscht. Sollte es irgendwann mal wieder zu einem klitzekleinen Stau kommen – warum glaubt Ihr Beton-Fetischisten, dass der Grubweger und der Obernzeller und der Halser und der Salzweger, die allesamt in die Passauer Innenstadt wollen, statt über den Anger über Eure völlig sinnlos-bescheuerte Nordtangente fahren würden? Ach, das ist eher was Grundsätzliches? Was Ideologisches? Eher schon religiös? Verstehe.

Das Marketing in Passau wird übrigens zukünftig von einer Generalisten-Konifere-Koryphäe nebenbei erledigt, was zeigt, dass wir uns hier mit Markenbildung nicht weiter aufhalten müssen. Die Unterstrich-Dreiflüssestadt ist ja schließlich spitzenmäßig aufgestellt. Klare Linie, klare Strukturen, Riesen-Erfolg. Schließlich kommen die ganzen Kreuzfahrt-Touristen in erster Linie wegen der Unterstriche. Marketing ist was für Verlierer wie Paderborn, Osnabrück oder Solingen. Tu felix Passau, wach ja niemals auf. Und im Wahlkampf 2020 fordern dann wieder alle Parteien ein Kongresszentrum usw. usf.

Jehova, Jehova!

Der einzige Präsident in Passau (sorry, Carola)

PS: Ich kenne mich mit der Formatierung hier nicht aus. D.h. ich bringe die weißen Rahmen nicht weg. Pardon.










Mittwoch, 3. August 2016

Grüß Gott schön

Der Präsident meldet sich aus dem Urlaub zurück und wird in Bälde erklären, wie nahezu unfehlbar der Passauer Bischof ist, warum wir uns alle so über ein neues Gefängnis freuen (vor allem die CSU), warum eine Mure beweist, wie wichtig die Nordtangente wäre (noch besser wäre allerdings ein Murenverbot), warum Attentäter das Haferlfest meiden und dies und das im Sommerloch.

Vorher muss er allerdings noch ein bisschen seinem harten und kargen Broterwerb nachgehen, was bedeutet, dass sich die verehrte Leserschaft wahrscheinlich noch ein wenig gedulden muss.

Einen schönen Sommerabend noch...

prä

Montag, 27. Juni 2016

Wahlinfo-Passau erklärt die Welt

Heute: Tschärity vs. GEMA

Das kann doch nicht wahr sein! Da opfert sich eine uneigennützige Frau zehn Jahre lang auf, arbeitet Tag und Nacht und sammelt mit der gefühlt pompösesten und glamourösesten Tschärity-Gala Mitteleuropas in ebendiesen zehn Jahren 290.000 Euro ein (Daumen hoch) und dann kommt die GEMA und will alles kaputt machen. Da möchte ich schon wissen, ob Mutter Teresa auch GEMA-Gebühren bezahlen musste (Daumen runter), nur weil in ihrer Sterbeklinik mal einer "Kalkutta liegt am Ganges" gepfiffen hat.

Die Geschichte, wie sie uns die AmSonntag gestern aufgebracht erzählt hat (GEMA jagt Charity-Lady), kann allerdings so zumindest nicht ganz stimmen. „Äußerst fragwürdig“, findet Mutter Claudia nämlich den Umstand, dass sie nach zehn Jahren Tschärity Post von der GEMA bekommt, in der ihr mitgeteilt wird, dass urheberrechtlich geschützte Musik nicht umsonst ist – nicht mal für Liz Mohn und sonstige kaiserliche Hoheiten. Fragwürdig ist hierbei in erster Linie, warum jemand, der eine Veranstaltung organisiert, nichts von der Existenz der GEMA und der damit verbundenen Gebührenpflicht weiß. Weiterhin ist fragwürdig, ob wirklich „900 Euro Gebühren“ anfallen und die Veranstaltung damit vor dem „Aus“ steht.


Die Höhe der GEMA- Beiträge bemisst sich nämlich nach Raumgröße und in aller erster Linie nach Eintrittspreis. Hierzu heißt es allerdings im Tarif-Reglement der GEMA: „Als zu berücksichtigendes Eintrittsgeld wird bei Benefizveranstaltungen jener Betrag zugrunde gelegt, der vom Veranstalter nicht als Spende an die zu unterstützende(n) Einrichtung(en) weitergegeben wird.“ Damit kämen wir wahrscheinlich auf eine Gebühr im zweistelligen Bereich. Dazu müsste man dann aber das richtige Formular zur Anmeldung auf gema.de finden und außerdem kommt man damit nicht in die AmSonntag.

Ich freue mich schon auf die nächste Schlagzeile: "Parküberwacher jagen Charity-Lady – warum darf sie nicht auf dem Behinderten-Parkplatz parken, wenn sie für Behindis Spendengelder sammelt?"


Montag, 20. Juni 2016

Jetzt bewerben: Großes Bikini-Fotoshooting mit PNP-Leserinnen

Großes Bikini-Fotoshooting mit PNP-Leserinnen? So steht es heute auf pnp.de und als ich das gelesen habe, dachte ich kurzfristig schon, es könne sich nur um einen Aprilwetterwitz handeln. Aber: kein Witz. Die dirty old men der PNP haben sich ganz was Feines einfallen lassen:

"Schreiben Sie uns mit aussagenkräftigem Bikinifoto, Ihrer Konfektionsgröße und einer kurzen Begründung, welches Ihr Lieblings-Bikini-Modell ist (A: Triangel- oder Neckholder-Bikini, B: Bandeau- oder Balconette-Bikini, C: Tankini, D: Badeanzug, D: Bikinirock, Taillenslip, Hotpants). Und Telefonnummer nicht vergessen."


So steht es wortwörtlich auf der PNP-Homepage und außerdem steht da noch: "Unter allen Einsendungen werden fünf Frauen fürs Foto-Shooting ausgewählt. Als Dankeschön darf sich die jeweilige Gewinnerin das Modell behalten."


Als Dankeschön? Als Dankeschön wofür bitte? Dafür, dass sich die Jury-Mitglieder Fuchs, Kain und Rammer die Balconette- und Hotpant-Fotos mit nach Hause nehmen? Brrrrr....


Meinungen zur Aktion bitte zahlreich an bikini@pnp.de. Getragene Unterwäsche bitte auf dem Postweg an die PNP, Medienstraße 5, 94036 Passau.


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Nachtrag, 21.06.2016, 11 Uhr 15

Und bevor noch jemand auf die Idee kommt, die Spitzenidee einfach zu löschen, hier ein Screenshot.


Montag, 13. Juni 2016

Hat man denen früher auch die Schuhe weggenommen?

Damit sie nicht davonlaufen können?

Oder: Wer sich in Socken fotografieren lässt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.


Dienstag, 7. Juni 2016

Was zur Zerstreuung

Dem Präsidenten gefällt es, ein EM-Tippspiel durchzuführen. Die Teilnahme aller Wahlinfo-Passau-Leser ist sehr erwünscht.

Samstag, 28. Mai 2016

Donnerstag, 19. Mai 2016

Ich sag nur: Silencium!

Man muss ja nicht unbedingt Latein können (wobei es niemals schadet), aber wenn man ein Journalist werden will, sollte man zumindest ordentlich recherchieren. Und wenn der Volontär Daniel Ober meint, er muss eine Lobeshymne auf eine schlagende Verbindung schreiben, dann soll er halt dem nicht so gebildeten PNP-Leser ruhig unterschlagen, dass das Corps Budissa meinetwegen zwar nicht rechtsradikal, aber zumindest muffig, männerbündlerisch, erzkonservativ und völlig aus der Zeit gefallen ist (wobei: Kotzbecken am Klo haben schon Stil). Der ernstgemeinte Satz, dass man Ordnung lernen soll (sic!), indem man bei Verfehlungen ein Bier auf Ex trinken muss (sic! sic!) ist fast schon wieder lustig und spiegelt sehr gut die Hingezogenheit des Herrn Volontär zu solch anachronistischen Milchbubi-Albernheiten wider. Dass man dann aber mehrfach "Silencium" statt "Silentium" schreibt, ist eigentlich ziemlich peinlich, wenn man ein großer akademischer Degenfechter werden will.

Aus dem Fall Böhmermann kann man einiges lernen. Zum Beispiel sieht man deutlich, dass auch Minderbegabte Richter am Landgericht Hamburg werden können und es gruselt einen, wenn man sich vorstellt, dass solche Richter in der Bundesrepublik Deutschland über Satire entscheiden. Dem klassischen PNP-Leserbriefschreiber traut man den feinsinnigen Umgang mit Satire ohnehin nicht zu. Das Schönste daran ist aber immer wieder, dass Hobbykommentatoren aus der Provinz tatsächlich meinen, feststellen zu müssen, dass es sich hierbei nicht um Satire handelt, weil nämlich die Grenzen der Satire weit überschritten seien. Und das, liebe Leserbriefschreiber, ist Realsatire in seiner schönsten und reinsten Form. Tucholsky hätte seine Freude daran. Nebenbei bemerkt: Satire wird weder für türkische Diktatoren noch für verkniffene Oberlehrer-Gscheidhaferl gemacht, sondern für Satirekonsumenten.

Ich muss noch einmal mit der Nordtangente anfangen. Die Passauer CSU spricht ja gerne über eine ergebnisoffene Diskussion und denkt dabei an Alternativtrassen, neuerdings sogar eine Untertunnelung der Ilz. Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wo der Tunnel anfangen und wo er aufhören soll, frage ich mich schon, ob es hier noch was zu diskutieren gibt. So wie ich das verstehe, steht exakt die Trassenführung Nordtangente, die kein vernünftiger Mensch wollen kann, im Bundesverkehrswegeplan und nichts anderes. Es gibt also entweder eine Nordtangente bei der Triftsperre oder keine Nordtangente. Tertium non datur. Habe ich da was falsch verstanden oder die Herren Steiner und Waschler?

Jetzt will man auch noch Ladestationen für E-Autos in der Innenstadt aufstellen. Gehts noch? Heutzutage, wo sogar 300-PS-Diesel einen Katalysator haben und quasi schadstofffrei unterwegs sind, will man sich diesen Elektro-Smog in die Städte holen? Da gibts doch noch gar keine Langzeitstudien. Vielleicht sind die saugefährlich, wahrscheinlich gefährlicher als Atomkraftwerke. Schließlich haben die auch was mit Strom zu tun. Außerdem nehmen die Ladestationen dem kaufkräftigen Büchlberger Scirocco-Fahrer den Parkplatz in der Altstadt weg, wenn er mit seiner Freundin zum Thai-Sushi-Essen in d'Stodt fahren will. Dann fährt er zukünftig wieder zur Döner-Pizza-Flatrate nach Hauzenberg. Passauer Einzelhandel am Arsch. So schauts aus.

So wie mir der PNP-Leserbriefschreiber regelmäßig erklärt, was Satire ist (Hallervorden) und was nicht (Böhmermann), erklärt mir der PNP-Redakteur gerne den Islam. Der ist nämlich doch ein Ponyhof. In Schalding gab es nämlich eine Veranstaltung, die Stefan Rammer in seinem Artikel mit "Handreichung zwischen Christen und Muslimen" übertitelt hat. Da konnte man dann z.B. lesen: "Es folgt eine lebendige und vielstimmige Diskussion, moderiert von Silke Salzberger. Der Alltag steht im Vordergrund, kein schiefer politischer Ton schleicht sich ein." Und gleich der nächste Satz lautete: "Die jungen voll integrierten Frauen erklären, dass sie das Kopftuch als Ausdruck ihrer Gläubigkeit tragen, nicht weil sie müssen, sondern weil sie wollen." Na, dann passt ja alles. Ich vermute, ähnliches würde eine Burka tragende Frau auch verkünden, wenn ihr Mann, ihr Vater oder der freundlich IS-Wachtmeister sie fragen würden. Frauen in Saudi-Arabien haben übrigens bis 2015 nicht an politischen Wahlen teilgenommen und zwar nicht, weil sie nicht durften, sondern weil sie nicht wollten.

Die neue Uni-Präsidentin hat dem Vernehmen nach Security-Mitarbeiter angestellt, die auf die lieben Kleinen aufpassen müssen. So sollen sich nämlich Studentinnen "zu Tode erschreckt haben", weil sie im Uni-Klo auf Obdachlose und Drogenabhängige gestoßen sind. Willkommen in der brutalen, grausamen Welt! Mir hat übrigens nach der letztjährigen Budissa-Riverboat-Party jemand auf meine Außentreppe geschissen. Daneben lag ein grüner String. Hat die drogenabhängige Obdachlose wahrscheinlich vergessen.

Silencium!

Der Präsident

Mittwoch, 18. Mai 2016

Rubrik: Die dümmsten Leserbriefe des Jahrhunderts

Es lohnt sich nicht

Das ist wiedermal so eine Seifenoper, diese Nordtangente-Geschichte und mein beinahe „Lieblingsthema“ in unseren fast 18 Passauer Jahren. Nachdem ich in diesem Leben kaum noch ein Konzerthaus in der Festivalstadt (!) Passau erleben werde, werde ich mir auch keine Gedanken mehr über irgendwelche – wenn auch vernünftigen – Umleitungen, Umkreisungen, Abkürzungen etc. machen. Es lohnt einfach nicht.

Es gab Zeiten, da war Ostbayern eine Idylle. Hügel, Berge, Täler, kristallklare Bäche, Flüsse und kleine Seen, Vögel und andere Wald-und-Feld-Vierbeiner. Alles, was die Natur betrifft, hat gepasst. Jetzt ist so manches anders und was wäre vernünftiger? Die Natur weiterhin „verhetscheln“ und den Mensch dabei vergessen, der hier seinen Broterwerb gefunden hat, dafür aber Tag für Tag von A nach B kommen muss? Meines Erachtens bleibt nur eins: Entweder gesunde Kompromisse im Straßenbau suchen und finden – oder die ganzen industriellen und ökonomischen Errungenschaften rückgängig machen.
Jana Melcak Salzweg
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Anmerkung der kirchenhassenden Redaktion 
Dass es vierbeinige Vögel gibt, mögen wir ja noch glauben. Aber vierbeinige Bäche, Flüsse und Seen???
Ja, wir "verhetscheln" hier niemanden.
Viel Spaß in den Konzerthäusern im nächsten Leben – Tschauiii!