Montag, 25. April 2016

Ich weiß nicht...

... was hier los ist und wo die Kommentare sind. 

Habe noch die meisten in den E-Mails zur Freigabe. 

prä

Nachtrag: Keine Ahnung, ob das da unten alle Kommentare sind. Ich habe rein kopiert, was ich noch in den Mails hatte. Auf Blogger sind sie verschwunden.

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Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Kein großes Dilemma" hinterlassen: 

ERSTER TEIL: 

Ich versuche es mal mit einer sachlichen Analyse eines Problems, das gelöst werden muss:

Die Idee einer Nordtangente ist auch deshalb noch nicht zu den Akten gelegt worden, weil durch die PNP über Jahre hinweg ein verzerrtes Bild gezeichnet worden ist. Dies geschieht seitens der PNP weit überwiegend nicht durch bösen Willen, sondern durch einen Konstruktionsfehler. Dieser ist der unterschiedliche Produktionsprozess der Seiten des Landkreis- und des Stadtteils, der trotz der Zusammenlegung der Redaktionen (ehemals A-Land und A-Stadt genannt), noch immer fortbesteht.

Im Stadtteil werden die Artikel weit überwiegend von Redakteuren verfasst. Das bedeutet – bei zweifellos vorhandenen Einschränkungen – ein gewisses Grundniveau. Journalistische Mindestmaßstäbe (Sachlichkeit, Überprüfen von Informationen, Setzen von Behauptungen in die indirekte Rede, Anführen von Gegenpositionen) werden gewahrt. Die Berichterstattung im Stadtteil zum Thema Nordtangente war so über die Jahre hinweg mal ärgerlich, mal erfreulich, mal fundierter, mal oberflächlicher. Ein Redakteur ist Profi, folglich nach Jahren mit wesentlichen Argumenten vertraut. Weil die Nordtangenten-Gegner aber einfach die besseren Argumente haben, kann man mit Wohlwollen eine gewisse Tangenten-Skepsis aus der Mehrzahl der Berichte herauslesen. Außerdem: Wer über eine Stadt schreibt, in der die Gegner die Mehrheit sind, kann nicht Blatt gegen diese Mehrheit machen.


Im Landkreisteil werden die Artikel überwiegend von freien Mitarbeitern verfasst. Die Redaktion montiert die Zeitung daraus. Die A-Land-Redakteure waren seit jeher weniger als die A-Stadt-Redakteure, mussten aber mehr Seiten produzieren. Dass dies gelang, lag an dieser anderen Vorgehensweise. Die Folgeprobleme sind offensichtlich (und – ich betone dies nochmals ausdrücklich – nicht vorrangig Schuld der Redakteure): Die Qualität ist schlecht. Dorffürsten halten Hofschreiberlinge, denen sie Artikel diktieren. Interessenkonflikte (Beispiel: Heisl sen. schreibt über Heisl jun.) schreien zum Himmel. 

Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Kein großes Dilemma" hinterlassen: 

ZWEITER TEIL:

Während in einer Phase der Professionalisierung in der Stadt vernünftige Maßstäbe zur Einordnung von Veranstaltungen eingeführt wurden, sind die Ansprüche der im öffentlichen Raum agierenden des Landkreises nach wie vor ungut hoch. Was ich damit meine: Ein Vereinsfuzzi in der Stadt weiß eben, dass er für seine beknackte Minderheitenveranstaltung nur wenige Zeilen Platz erhält. Dieser Realitätssinn wurde den Menschen in harten Kämpfen anerzogen. Ein Lobbyist im Landkreis ist es jedoch noch immer gewohnt, seine Mini-Veranstaltung in epischer Breite in der Zeitung wiederzufinden.

Im Fall Nordtangente bedeutet dies: Wenn Herr Anetzeder den Heisl anruft, ihn in sein Hotel bestellt und eine Stunde zulabert, dann ist dies für die PNP weder eine Nichtnachricht, noch eine kleine Meldung; nein, es war und ist Anlass für einen langen Bericht. Und ich übertreibe nicht, wenn ich ein anderes Beispiel nenne: Wenn sich eine einstellige Anzahl an JUlern in Untergriesbach für die Nordtangente ausspricht (wohlgemerkt ohne jede Ahnung vom Thema, ohne überhaupt auch nur annähernd sagen zu können, wo diese Straße verlaufen würde, ohne auch nur die Basisinformationen wie die sinkenden Verkehrszahlen am Anger vom Bauamt zu kennen), dann erhalten diese JUler einen satten Fünfspalter. Der Landkreisredakteur muss a) sich seinen freien Mitarbeiter gewogen halten, b) das Blatt füllen und c) anerkennen, dass jenseits der Wahnvorstellungen der acht JUler an diesem Tag in Untergriesbach nichts Interessanteres passiert ist.

Über Jahre hinweg kamen so – betrachtet man Stadt- und Landkreisteil insgesamt – die Tangentenbefürworter mehr Raum für ihre einfache Botschaft. Eine Spirale wird so in Gang gesetzt. Themen, mit denen man gut ins Blatt kommt, werden von den Landkreis-Größen bevorzugt bespielt, deshalb wieder mehr Zeilen, deshalb wieder neue Tangenten-Initiativen usw. Die veröffentlichte Meinung entkoppelte sich von den Sachargumenten und setzte sich als vermeintliches Stimmungsbild und – noch mehr – als abwegige Sachanalyse in den Köpfen wichtiger Akteure fest.

Deshalb bin ich so unendlich dankbar über Veranstaltungen wie die gestrige Kundgebung der Nordtangentengegner. Ich hätte es den 8 JUlern aus Untergriesbach stellvertretend für viele anderen gewünscht, dass sie der grandiosen Zahl der Teilnehmer, deren Fantasie und deren Entschlossenheit vor Ort begegnet wären. Es waren mindestens 1000. Die größte politische Veranstaltung des Jahres! 

Und eigentlich wollen diese Leute Herrn Meyer und Herrn Scheuer und anderen Lobbyisten etwas Gutes tun: Sie wollen verhindern, dass diesen Politiker – und sei ihre Lebensleistung in anderen Bereichen noch so respektabel – ihr Leben lang und Jahrzehnte nach ihrem Tod der Makel der Heimatzerstörer anhaftet. Denn das schwöre ich: Sollten die Brücken jemals gebaut werden, werde ich Portraits von Herrn Meyer, Herrn Waschler und Herrn Scheuer aufhängen. Oben wird „WANTED“ draufstehen, unten „HEIMATZERSTÖRER“. 

Kein Ökospinner, nur hier dahoam hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Kein großes Dilemma" hinterlassen: 

Die Analyse zur PNP ist einleuchtend. Ich wäre allerdings nicht so gnädig mit den Redakteuren. Mich ärgert es, wenn ich deren Kommentare zum Thema Nordtangente lese. Überall (PNP, AS…) das Gleiche: Jetzt müssten beide Parteien endlich miteinander reden bzw. Stadt und Landkreis müssten zueinander finden. 

Eine Kommentierung zur Sache? Fehlanzeige. Das ist eine bequeme Ausflucht, um das Offensichtliche nicht aussprechen zu müssen. Alle, die sich mit der Materie beschäftigen, und alle, die ein gewisses Mindestvermögen haben, auch fremde Meinungen zur Kenntnis zu nehmen, wissen: Die Nordtangente ist Wahnsinn. Auch mit ihr wird sich in Wegscheid nicht das nächste BMW-Werk ansiedeln. Breitenberger werden auch dann nicht in 2 Minuten an der Autobahn sein (aber weiter günstig Baugrund kaufen können). Aber schreiben traut sich das keiner, weil sonst vielleicht ein paar Landkreisler mit den Zähnen knirschen. Ich bitte um Mut!

Ist die Nordtangente im Bundesverkehrswegeplan verankert, kann der Bund auch gegen den Willen der Kommunen Passau, Salzweg und Tiefenbach bauen. Viele glauben, dass der Bund diese rechtliche Option nicht ausreizen wird, dass die Nordtangente deshalb nicht gebaut wird, dass man sich deshalb weiter wegducken kann. Ich wäre mir da nicht so sicher. Deshalb, liebe Redakteure: Zur eigenen Meinung stehen! 

Anregungen? Gerne! Im folgenden Kommentar.

Kein Ökospinner, nur hier dahoam hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Kein großes Dilemma" hinterlassen: 

Kommentar:


Die Nordtangente ist ein unsinniges Projekt. Sie zerstört Heimat. Ihr Nutzen ist zu gering. Um diese Erkenntnisse kommt nicht herum, wer sich mit dem Projekt beschäftigt. Diese Erkenntnisse sind schmerzhaft für nicht wenige Menschen im nordöstlichen Landkreis. Leider hat es die Politik über Jahre versäumt, diese Menschen mitzunehmen. Statt die Menschen sachlich aufzuklären, statt sie einzuladen, sich vor Ort ein Bild zu machen, wurden ihnen unrealistische Träume präsentiert. Deshalb wird das Aus für die Nordtangente zu Verletzungen führen. 

Klar ist aber spätestens seit der Großdemonstration vom Samstag: Wer die Pläne zum Bau der Straße weiter forciert, wird ungleich schwerere Verletzungen zu verantworten haben. Noch ist es geordneter Protest wütender Bürger. Es droht jedoch eine politische Hickhack ohne gleichen, ein juristisches Gemetzel, gar eine Schlacht am Bauzaun, pures Chaos, maximales Drama. Und sage niemand, diese martialische Sprache wäre hier unangemessen.

Wird es daher eine öffentliche Kehrtwende der Nordtangenten-Lobby geben? Nein, das wäre auch zu viel verlangt.

Was soll man sich also für die Region wünschen? Es wäre zu wünschen, dass der sachliche Protest der Stadtspitze dazu führt, dass die Nordtangente aus dem Bundesverkehrswegeplan gestrichen wird. Still und heimlich. Dass die mächtigen Befürworter vor Ort ihre noch mächtigeren Parteifreunde überorts nicht animieren, dies zu verhindern. Sie müssten nicht einmal öffentlich ihre Position revidieren. Sie könnten hinterher wehklagen und auf die böse Stadt, auf Salzweg und Tiefenbach schimpfen. Insgeheim müssten sie zugeben, dass sie Glück gehabt hätten: kein Gesichtsverlust bei Wählern im Nordosten, vor allem aber: keine Brandmarkung als Heimatzerstörer. Die Schande einer gebauten Nordtangente würde die Verantwortlichen ewig verfolgen. 

Soweit das politische Spiel. Bliebe das Problem an sich: der Verkehr. Die Wahrheit ist: 

1. Das Problem ist keine Katastrophe. Der Verkehr läuft meist. Zu Stoßzeiten wartet man am Anger 10 Minuten. Ganz, aber auch nur ganz selten länger. Ein Kollaps sieht anders aus. Eine Stadt hat nun einmal einen gewissen Ziel- und Quellverkehr.

2. Eine Wunderheilung gibt es nicht. Kein Projekt taugt als „deus ex machina“.
a) Nordtangente? Bitte nicht wieder anfangen! 
b) An der bestehenden Nordumfahrung bei Hutthurm Richtung Osten weiterbauen? Politisch und praktisch kaum möglich.
c) Tunnellösungen? Unrealistisch.
Dreimal Nein. Das erscheint bitter. Aber es hilft nicht: Verweigern wir uns nicht den Tatsachen.

3. Realistische Maßnahmen vorantreiben! Nur ein Beispiel: Verbesserungen rund um die Strauß-Brücke. Wer von Hutthurm zur Autobahn Richtung Deggendorf will, hat eine gute Straße, die freilich zu Stoßzeiten keine Rennstrecke ist. Wer von Hutthurm zur Autobahn Richtung Linz will, hat eine hervorragende Strecke bis zur Donau hin. Danach braucht es eine Erweiterung, so dass man ohne Wartezeiten zur Autobahn kommt.

Schritte wie dieser sind vielen zu kurz, ich weiß. Aber Zaubereien gibt es nicht. Unsere Region ist stark, ist lebenswert. Das dürfen wir nicht vergessen. Das dürfen wir uns nicht selbst schlecht reden. Das dürfen wir aber auch nicht aufs Spiel setzen.



Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Kein großes Dilemma" hinterlassen: 

Hier wird zu viel psychologisiert. Es führt in die Irre, vermeintlich raffinierte Motive bei den politischen Befürwortern der Nordtangente hineinzugeheimnissen. 
Herr Meyer und Herr Scheuer wollen die Nordtangente. So einfach ist das. 

Deshalb muss man sich wehren, wenn man damit nicht einverstanden ist. 


Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Kein großes Dilemma" hinterlassen: 

Diese Welle an teilweise hoch reflektierten und differenzierten Kommentaren ist ein sehr angenehmer Beleg dafür, dass diese Seite doch noch von Leben erfüllt ist - selbst wenn sich zwischenzeitlich ein anderer Eindruck einstellt.
Und das ist enorm wichtig, immerhin fehlt trotz des mitunter recht braven "Bürgerblicks" immer noch ein Korrektiv zur Monokultur der effektiv 'alten' Presse (selbst wenn sich die in den letzten Jahren ein wenig aufgelockert hat).
So gesehen wäre dies auch ein Signal an den 'Präsidenten' und seinen 'Praktikanten' diese Fackel der ironischen Vernunft nicht ausgehen zu lassen.
Die massive Bedrohung für das Gefüge dieser Stadt (die Neue Mitte war ja harmlos im Vergleich) macht dies umso notwendiger. Abgesehen von den Umtrieben des Osterhasen und aller anderen Schildbürger.


Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Ignorante Schlaumeier sind die Nordtangenten-Gegner also. Aha.

Und was ist der Brandl? 


Königstreuer hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Der "Kommentator" palavert und schwadroniert ohne was wirklich Neues zu erzählen.

""Wer für unsere Heimat ist, der soll konstruktiv miteinander nach einer Lösung suchen, die beider Heimat-Begriffe gerecht wird, anstatt auf Demos den Graben noch tiefer aufzureißen.""

Dieser abschließende Satz drückt all die Hilflosigkeit des Schreibers aus. Er will was sagen, will was zum Problem beisteueren und verliert sich in einem grandiosen Allerweltsplacebo.

Hinter solchen Aussagen steckt Hilflosigkeit. Da hilfst selbt die zitierte heimat nicht mehr. 


Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Jemand, der als fügsamer Bürger an die "die da oben in Berlin" (früher sagte man dazu 'König, Kaiser, Führer') glaubt, die Gott sei's gedankt über allen "emotionalen... Argumenten" schweben.



Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Ich erinnere an einen Kommentar in der Passauer Woche vom 28. April 2004:
Kluft zwischen Stadt und Land
Von Stefan Brandl
Was wurde die Ilz, seit sie zur Flusslandschaft des Jahres gekürt wurde, nicht über alle Maßen besungen. Es gab Feiern, Hymnen und Gedichte, Bildbände und zuletzt einen großen Festakt in Tittling – ihr zu Ehren, der schwarzen Fluss-Perle aus dem Bayerischen Wald. Und immer vorneweg die Politiker aus dem Landkreis um ihren Landrat Hanns Dorfner, die nicht müde wurden, das Naturdenkmal zu preisen. Alles bloß Sonntagsreden! Jetzt zeigen sie ihr wahres Gesicht. Denn das idyllische Flusstal ist ihnen schnurzegal, der Landkreis mit seinen Bürgermeistern und CSU-Kreisräten will es auf dem Altar des Molochs Verkehr opfern. Die Nordtangente muss her, damit man schneller zum Golfplatz kommt oder zum Granitmuseum oder an die Sprungschanze oder sonstwohin. Alle dachten, das Thema sei längst gegessen – doch der Landrat zerrt es jetzt wie Kai aus der Kiste auf die politische Tagesordnung (…).


Marsmännchen und rosa Elefanten hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Nach der Zeitungslektüre heute morgen hätte ich vier Anmerkungen:

1. Ständig wird behauptet, es stünde noch keine Trasse fest. Das ist irreführend. Natürlich ist die Straße nicht auf den Zentimeter genau geplant. Aus einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des Staatl. Bauamt weiß ich, dass genau die Trasse "Mitte lang" aus dem Seib-Gutachten Grundlage der Anmeldung ist: die Nordtangente. Nochmals: Der Bauamtler konnte mir nicht bestätigen, dass die Straße genau dort verläuft, "sie könnte auch 20 Meter daneben verlaufen". Ich fragte dann, ob denn die Straße, wenn sie so nahe an meinem Haus verläuft, eingegraben werde. Da konnte er mir genau die Böschungshöhen sagen: Hier 50 cm, dort nichts, dort liegt die Straße knapp über der Wiese usw. So viel zu: Es steht noch nichts fest.

2. Wenn man manche Meinungen liest, dann bleibt nur Kopfschütteln. Heute lässt sich ein Wegscheider namentlich zitieren, dass seine (offenbar noch kleinen) Kinder wegziehen müssten, wenn die 30 km entfernte Nordtangente nicht gebaut würde. 
Sachliche Anmerkung: Die Nordtangentenlobby hat mit ihrem Mantra "Wirtschaftsboom durch Tangente" offenbar eine völlige Gehirnwäsche herbeigeführt. 
Unsachliche Anmnerkung: Vielleicht sollte man als Argument zukünftig einführen: "Wenn die Nordtangente nicht gebaut wird, können die leidgeplagten Wegscheider im Falle eines Alien-Angriffes nicht schnell genug flüchten." Das wäre kaum irrationaler.

3. Die Nordtangenten-Lobby schwankt zwischen "Brücke über die Ilz ist doch gar nicht schlimm." und einem gnädigen "Brücke tut uns leid, muss nun aber nun mal sein." Tatsache ist: Eine 300 m lange Brücke (und so lange wird sie, siehe Punkt 1) ist monströs. Im Bundesverkehrswegeplan ist jedoch nicht nur eine Brücke angemeldet, sondern eine über 8 km lange Straße. Das ist eine gewaltige Schneise. Bei der Debatte kommt mir zudem die 580 m lange Brücke über das Gaißatal stets zu kurz.

4. Den Vogel schießt eine Minderheitenfraktion im Stadtrat ab: die CSU. Die PNP-Berichte von Herrn Waschler im Kreise seiner Freunde von der Tangentenlobby sind Legion. Nun merkt er und seine Combo, dass sie falsch gelegen sind. Blöde Situation: Sich weiter mit dem Wegscheider Bürgermeister ins Bett zu legen? Geht nicht. Dem Landrat die Wahrheit sagen? Trauen sie sich nicht. Also faseln sie von Dialog, neuen umweltfreundlichen Trassen, von Tunneln usw. Als ob es niemals Seib gegeben hätte. Als ob sie überhaupt nicht mit der Geographie der beiden Täler vertraut wären. Als ob sie die Bürger für blöd halten würden. Wer glaubt, es gäbe eine "Nordtangente light", der glaubt auch an rosa Elefanten. 


Marsmännchen und rosa Elefanten hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Ach ja: Weil man sich hier ja als medienkritischer Blog sieht, wollte ich noch anfügen, dass der PNP-Bericht mir o.k. erscheint. 


Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Am Nettesten finde ich die Passage "im Herzen Europas". Wo sollte der östliche Landkreis Passau auch sonst liegen? 


Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Die Stadt-CSU und insbesondere Herr Waschler hatten es über Jahre in der Hand, Herrn Meyer zu bremsen. Stattdessen hat Herr Waschler abseitige Hoffnungen im Nordosten geschürt, die jetzt nicht nur ihm, sondern der ganzen Region auf die Füße fallen. Jetzt muss die klare Ablehnung der Tangente ohne Hintertürchen klargemacht werden. Im CSU-Antrag für das Stadtratsplenum am Montag heißt es unter anderem: "Die im bisherigen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans bewertete Trassenführung "Mitte lang" mit Brückenschlägen ist in dieser Form abzulehnen. Es sind umweltverträglichere Varianten hinsichtlich der Trassenführung mit Tunnellösungen als neuer Diskussionsentwurf vorzulegen." Das wäre einerseits bemerkenswert, wenn Herrn Waschlers und Herrn Scheuers Hände dafür hochgehen würden. Andererseits ist klar, dass es keine tragfähigen Varianten gibt. Deshalb müsste der Antrag ergänzt werden: "Die Ablehnung bleibt auch dann bestehen, wenn man sich auf keine Alternativen einigen kann."

Ansonsten spielt man Herrn Meyers Taktik in die Hände: Erst den Bedarf feststellen lassen, dann die alternativlose Variante "Nordtangente" wählen. 

Ohnehin: Gespräche wie im CSU-Antrag zu fordern ist für die Stadt nicht akzeptabel. Erstens gibt es genügend Treffen zwischen OB und Landrat (auch mit dem Bauamt). Dabei haben sich Herr Meyer und Herr Wufka als in der Sache kompromissunfähig bewiesen. Zweitens kann die Stadt aufgrund des Verrats durch die CSU-Connection samt manipulierter Daten den Herren nicht trauen.


Schraml hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Wahlinfo vom 15. Juli 2010:
Zum Einstieg heute ein Sujet, das sich unverständlicherweise ganz viele Leute in Passau zum Lieblingsthema auserkoren haben: Der Verkehr unter besonderer Berücksichtigung des Straßen- und Brückenbaus. Unverständlicherweise deshalb, weil diese angeblich ganz vielen Leute unbedingt eine Nordtangente und/oder eine Innbrücke brauchen. Also ich bin ja nicht immer in Passau, aber wenn ich da bin, fahre ich täglich auf der Freyungerstraße und dem Anger und in letzter Zeit auch öfter mal in die Innstadt und zurück. Abgesehen davon, dass die armen Anwohner in der Ilzstadt und der Innstadt wirklich mit einem hohem Verkehrsaufkommen geplagt sind, komme ich praktisch immer problemlos und ohne Stau durch. Ich weiß nicht, ob die Nordtangenten- und Brückenbefürworter schon einmal in München waren oder auch in anderen Kleinstädten wie Landshut oder Freising oder was weiß ich - da stehe ich jedenfalls eher mal im innerstädtischen Stau und zwar länger als in Passau. Ich gehe jedenfalls mit jedem jede Wette ein, dass nach dem Bau einer Nordtangente die Fassaden in der Freyungerstraße genauso oft gestrichen werden müssen wie bisher und sich nach einem Brückenbau genauso viel Verkehr durch die Schmiedgasse plagt wie ohne Brücke. Und wegen irgendwelcher Politiker, die sich in das Thema verrannt haben und sich gerne mal wieder profilieren wollen, brauchen wir schon gar keine Brücke.


Anonym hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Respekt vor dem Thyrnauer Bürgermeister! Er hat heute in der PNP wie zuvor auch schon die Hauzenberger Bürgermeisterin deutlich gemacht, dass er kein Anhänger der Nordtangente ist. 


Zukunftsrat hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Liebe Mitkommentatoren,

ihr denkt bitte alle daran, über die Seite www.bvwp2030.de eine Stellungnahme zum Projekt N-OU Passau (B388-G050-BY) abzugeben? Argumente brauche ich ja keine mehr zu nennen, sind alle bekannt hier.

Und dass die BI Nordtangente eine online-Petition über change.org am laufen hat, weiß auch jeder?

Die Frist für die Stellungnahmen endet am 2.5., also jetzt zackig bitte...

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
Euer Zukunftsrat 


Hingehen hat einen neuen Kommentar zu deinem Post "Arroganz der Städter" hinterlassen: 

Huch, was ist da los? 
Heute, Montag, 25.4.: Stadtratsplenum: Mal schauen, wie sich die Stadträte in Sachen Nordtangente schlagen. Bin besonders gespannt, wie Herr Waschler seine Wegscheider Freunde vertritt.

Dienstag, 19. April 2016

Arroganz der Städter

So tief kann "Journalismus" sein.

Die PaWo druckt einfach unkommentiert das Gestammel des Wegscheider Bürgermeisters ab, inkl. aller schönen Ausrufezeichen und macht sich noch nicht einmal die Mühe mit Satz- oder Formatierungsarbeiten.

Den Vogel schießt aber der Kommentator ab, der die Initiative der Nordtangentengegner Arroganz der Städter nennt.

Honi soit qui mal y pense.

Mittwoch, 13. April 2016

Kein großes Dilemma

(Bitte vor allem auch die Kommentare lesen. Die sind wesentlich interessanter als unser Beitrag.) 

Einer der schönsten Sprüche zur Nordtangente kam – wie so oft – von einem CSUler, in diesem Fall vom Wegscheider Bürgermeister Josef Lamperstorfer und geht so: „Dass bei der Umsetzung der Umgehungsstraße um die Stadt über die Ilz eine große Brücke drübergeht, das kann eigentlich kein großes Dilemma sein.“ 

Dieser Satz sagt so viel über diesen Mann, diese Partei und ihre Einstellung zur Welt und zur Schöpfung (wie der CSUler sagen würde) aus, dass er eigentlich irgendwo eingemeißelt werden müsste.  „Dass bei der Umsetzung der Umgehungsstraße um die Stadt über die Ilz eine große Brücke drübergeht, das kann eigentlich kein großes Dilemma sein.“ Super, oder? Ich kann mich gar nicht sattlesen und möchte nur antworten: Dass es in ein paar Jahrzehnten einige Waidler-Dörfer am äußersten Ende Mitteleuropas und ihre Auto fahrenden Einwohner landfluchtbedingt gar nicht mehr geben wird, das kann eigentlich kein großes Dilemma sein – zumindest nicht fürs Ilztal.


Der Dickl war aber auch wieder nicht schlecht. In der letzten Sitzung zum Thema meinte er, er wolle die Nordtangente so auch nicht, könne sich aber "eine Umfahrung unter der Erde" vorstellen. Interessant, also eine Unterfahrung. Dass darauf noch keiner gekommen ist. Drei Kilometer Nordtangente einfach unter die Erde legen. Das ist bestimmt auch viel billiger.


Die ganze Diskussion "Wo und Wie und Was genau" ist halt so ermüdend dämlich, weil kein Mensch diese blöde Straße braucht. Ich glaube ja nach wie vor, man will mit dem Bundesverkehrswegeplan die Bürger der Stadt Passau disziplinieren, damit sie bei der nächsten OB-Wahl endlich richtig wählen, nämlich: schwarz.


"Atzinger will Scheuer aus Stadtrat werfen", schreibt der Seider heute ziemlich reißerisch. Um mit einem abgewandelten Polt-Zitat zu sprechen: Heute sitzen Leute im Stadtrat, die hätte man noch vor ein paar Jahren aus dem Bierzelt hinaus geschmissen. Aber der Andi macht im Bierzelt, im Stadtrat, in München, in Berlin und überall eine gute Figur. Das hat ihm sogar der Oberjürgen bestätigt und das Vorhandensein vom Andi im Stadtrat (also das gelegentliche) als großen Vorteil bezeichnet. Vermutlich hat er dabei hinter dem Rücken die Finger überkreuzt und sich in die Zunge gebissen, aber er hats gesagt. Für wen die Scheuersche Trilokation den größten Vorteil darstellt, sei einstweilen dahingestellt. Oder, um mit dem Genossen Flisek zu sprechen: "Ich sag es mal so: Ich stehe zwar grundsätzlich zur Verfügung, gebe aber zu bedenken, dass es auch eine Frage der Seriosität ist, inwieweit man neben einem Bundestagsmandat gleichzeitig noch angemessen ein Stadtratsmandat bekleiden kann." (26.02.2013)


Die Innstädter CSU will übrigens den Waschler und den Mangold aus der Innstadt raus schmeißen. Anders kann ich mir zumindest die heutige Überschrift "CSU: Innstadt soll attraktiver werden" nicht erklären. 


Das Syneksche Verständnis von Stadtratstätigkeit könnte übrigens, wenn es Schule macht, noch zu größeren Problemen führen. Der Synek kauft sämtlichen städtischen Grund auf und wird der schärfste Konkurrent vom Kapfinger, die Brummer hat bald einen Käs- und einen Mandelstand auf dem Christkindlmarkt, der Atzinger mietet am Aschermittwoch die Dreiländerhalle für den Reichsparteitag an und der Eibl Franz wird Kulturreferent, weil er alle anderen Bewerbungen versteckt hat. Der städtische Syndikus Dickl hat dazu allerdings bereits ein juristisches Gutachten verfasst und erkennt bei solcherlei Tun "Vorteilsnahme, eventuell Nötigung." Mindestens. Wenn nicht Mord. Also Schluss mit lustig. Schade.


Zur Osterwoche wollte ich ja auch noch was schreiben, habe aber eigentlich mittlerweile gar keine Lust mehr. Beginnen tat ebendiese in Passau schon am Ostermittwoch, denn da durfte die "Miniberühmtheit" (Oster über Oster) in der PNP wieder einmal seine sonderbaren bis verstörenden Gedanken mitteilen. So kann Herr Oster nicht akzeptieren, dass es Menschen gibt, die mit seiner Kirche und/oder der Religion in Gänze nichts (mehr) zu tun haben wollen und schreibt gleich ein Buch darüber. Ferner teilte er mit, dass die Liebe zu seiner Freundin "tief und groß und fest" war. Danke für den Hinweis. Wie man die Menschen in die Kirche zurückholt, weiß Oster übrigens auch: "Die Kirche braucht Menschen, die brennen." Gewiss. Wer Angst hat, verbrannt zu werden, wird lieber wieder fromm. Das weiß man übrigens schon seit Jahrhunderten, dafür braucht man keine Mini-Berühmtheit.


Bei Kirchenende am Ostersonntag ist übrigens wieder einmal der gesamte Verkehr am Domplatz zusammengebrochen, weil die Gottesdienstbesucher rücksichtslos alles zugeparkt hatten. Die Mini-Berühmtheit focht das nicht an, der Oster-Oster schäkerte in Rockstar-Manier mit seinen Groupies mitten in der Auto-Hölle. Als wir uns begegneten, fragte ich ihn, ob das hier eine Auto-Segnung sei. Er sah mich an und antwortete: "Frohe Ostern!" Seitdem meide ich den Domplatz.


Herzlichst


Euer Stefan Rammer



Transparenzerklärung: Dr. Stefan Rammer ist Praktikant bei Wahlinfo-Passau. Er erhält hier die Chance, sich den Frust seines früheren Lebens von der Seele zu schreiben.

Dienstag, 12. April 2016

Zur Überbrückung der Wartezeit

Noch'n Gedicht

Wer praktiziert Alleinherrschaft?

Möcht', dass man Aufklärung abschafft?

Wer ignoriert das Parlament,

bekämpft den Laizismus vehement?

Wer legitimiert Tierquälerei,

ist bei jeder Sauerei dabei?

Wer macht sich den Staat zur Beute,

beschäftigt seine ganze Meute?

Bezahlt sie dann mit Steuergeld,

ohne Gewissen, das ihn quält?

Wer will Gotteslästerung bestrafen,

besoffen mit dem Siebener rasen?

Wer will Flüchtlinge kasernieren

und Despoten gern hofieren?

Wer zerstört das Reservat,

weil er selbst ein Baug'schäft hat?

Wem ist freier Sex verhasst,

weil seine Frau ihn nicht mehr drüber lasst?

Wer macht Witze über Schwule –

war Pfarrers Liebling in der Schule?

Wer hat Frau und Kind privat,

damit er wen zum Hauen hat?

Wer find Tschechien-Ausflüg' nett,

nimmt aber gar kein Crystal Meth?

Wer muss nichts wissen und nichts können,

wird trotzdem jede Wahl gewinnen?

Das ist ganz klar, das weißt auch Du:

Es sind die Herren der CSU.


Ja, ich weiß...

... Ich hab's versprochen. Ein kleiner Kommentar zur Lage der Region kommt spätestens morgen. Außer mein Wahlinfo-Passau-Burnout wird wieder schlimmer.

prä

Samstag, 26. März 2016

Passend zu Ostern – endlich auch in der PNP

Regretting motherhood (oder: Wo Hausfrauen stille Genugtuung finden)

PNP, 26. März 2016, Seite 40, Bauernteil

Hausfrauen-Psychologie

Der Mensch ist ein Jäger und Sammler. Doch in Zeiten, in denen das Beutetier

eingeschweißt in der Kühltheke liegt und die Früchte gepflückt und entsteint in der Obstabteilung, muss er andere Gelegenheiten finden, seine Instinkte auszuleben. Zum Beispiel indem er mit Körbchen bewaffnet durch den heimischen Garten pirscht, im erbitterten Nahrungswettbewerb mit der lieben Verwandtschaft um bunte Eier und Schoko-Hasen.
Nur eine sucht nicht: Mutti. Sie muss sich wieder mal um alles kümmern, denn der moderne Jäger und Sammler lässt sich gern bedienen. Was das ganze Jahr über fürs Kochen, Putzen und Einkaufen gilt, ist auch beim österlichen Event-Suchen nicht anders. So steigt die Mutti in der Dämmerung, während die Familie noch eingemummelt in den warmen Betten liegt, mit Morgenmantel und Stirnlampe durch den Garten und versteckt die Beute-Eier im Gestrüpp, auf dem Baum, hinter der Gießkanne. Und wissend, dass ihre Liebsten, vom Ur-Instinkt gepackt, gar nicht anders können, als mit Feuereifer zu suchen, denkt sie sich heuer ein ganz besonderes Versteck aus.


Wie die Heuschrecken schwärmen die nichts ahnenden Verwandten aus. Mit gierigen Fingern ist der Garten schnell abgegrast, die Körbe sind gefüllt und wer doch vor lauter Ostern die Eier nicht sieht, dem hilft das mütterliche Sonar liebevoll auf die Sprünge: „Warm, warm, wärmer, kaaalt, wärmer, uh heiß, heiß!“ Wenn dann die satte Meute wieder dem Haus zustrebt, zündet Mutti Motivationsstufe zwei: „Ein Nesterl fehlt noch.“ Das Rudel stockt – der Ur-Instinkt von Neuem erweckt. Die Kinder pflügen unter der Thujenhecke entlang, der Vater versinkt bis zur Schulter in der Regenwassertonne, der Onkel steckt kopfüber im Rhododendron, der Opa versucht’s mit Rasterfahndung und schleicht im Karree über den Rasen. Vergeblich. Bald knurren die Mägen nach dem Festtagsessen, doch Mutti legt noch einmal nach – mit umgekehrter Psychologie: „Soll ich euch sagen, wo es ist? Ihr findet es ja nie!“ Das lässt der Stolz freilich nicht zu. Der Mittag verstreicht, die Verwandtschaft irrt immer noch durchs Grün, leise fluchend, auf der Suche nach diesem einen letzten Osternesterl, dass (Schreibweise im Original) Mutti nie versteckt hat. Und so findet auch die Hausfrau an Ostern noch etwas im Garten: stille Genugtuung.  


Sabine Kain
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Ein Kommentar zur Oster-Woche der Kampfzeitung des KS folgt.

 

Samstag, 5. März 2016

Hey, Tölpel-Imitat!

Dass Du wegen Deiner Doktortitelgeilheit und weil Du wahrscheinlich wieder zu lange am Weihrauchfässchen geschnüffelt hast, den Stadler Max posthum in den wohlverdienten Ruhestand geschickt hast – geschenkt!

Aber dass Du folgenden Satz schreibst, "... Heimatschriftsteller Max Matheis, der zwar kein Täter, aber wohl überzeugter Nazi war", lässt uns zwar nicht an Deinem Verstand zweifeln – davon haben wir Dir noch nie übermäßig viel zugetraut –, aber uns durchaus fragen, ob Du mit solchen Personen sympathisierst.

Die Aussage ist aus verschiedenen Gründen kompletter Unsinn. Ist einer, der Schriften verfasst, in denen er seine Leser für Hitler begeistert, nicht allein deshalb schon Täter? Goebbels hat unseres Wissens nach auch keinen persönlich erschossen. 

Außerdem: Einer der 1933 in die NSDAP eintrat und 1937 Truppführer bei der SA wurde – der war kein Täter? Sicher nicht?

Eine Frage zum Abschluss: Wenn einer dann auch noch Lehrer ist und den Kindern so mancherlei erzählt – hätte das vielleicht Täterqualität?

Aber Ihr Frömmler habt halt seit jeher ein großes Herz. Für die Täter. 

Der Präsident der politischen Akademie Wahlinfo-Passau






Montag, 29. Februar 2016

Die fünf Topthemen vom 29.02.2016

- Mazedonien: Polizei setzt Tränengas gegen Flüchtlinge ein

- Merkel zu Gast bei Anne Will

- Uli Hoeness aus Haft entlassen

- Drei Oscars für "The Revenant"

- Überraschende Trennung: Rottaler Kabarett-Duo "Da Bertl & I" hört auf


Samstag, 13. Februar 2016

Pressespiegel



Also wir wollen ja niemandem seine Erfindungen madig machen, aber ich könnte schwören, dass ich diese patentierte Weltneuheit schon vor Jahren in einem Lufthansa- oder Air-Berlin-Flugzeug bekommen habe.


Und wenn wir schon dabei sind, noch was anderes. Dass die PNP eine Vorliebe für Religions-Spinner und Frömmel-Freaks hat, ist ja nichts neues. Aber Typen mit bunten Fischen auf der Krawatte zu interviewen, die sich als Eheberater bezeichnen und Paaren den Spitzen-Liebeserhaltungs-Tipp geben, sich den Valentinstag mit dem Besuch eines Gottesdienstes zu versüßen, geht schon ins Sektiererische.

Und noch ein Hinweis an Herrn Dickl. Ich habe keine Angst, mich abends oder nachts durch Passaus Zentrum zu bewegen. Ich habe eigentlich immer nur am Aschermittwoch Vormittag Angst, mich in Passau aufzuhalten. Sollte die CSU die Absage ihrer jährlichen Hetzreden-Veranstaltung zur Regel machen, wäre mir diese Angst auch genommen.


Freitag, 22. Januar 2016

Kreuzzug 2.0


Waldkirchen | 21.01.2016 | 16:35 Uhr

Bischof segnet Kreuze für Flüchtlings-Unterkunft



Am 15. Dezember 2014 sind die ersten Bewohner ins Christophorus Haus eingezogen: Zwölf sogenannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nahmen die Betreuer des Kreiscaritas-Verbandes damals nach ihrer Ankunft in Deutschland als erste Gruppe auf. Doch schnell wurden es mehr: Im vergangenen Jahr registrierte der Träger der Clearingstelle 677 Burschen und bereitete sie auf ihren Aufenthalt in Deutschland vor. "Eine stolze Zahl, die natürlich nur mit Hilfe von qualifizierten und motivierten Mitarbeitern zu bewältigen war", sagte Max Niedermeier, Vorstandsvorsitzender der Kreiscaritas, nun bei der offiziellen Segnungsfeier. Höhepunkt des Festakts war das Segnen der Kruzifixe für das Christophorus Haus durch Bischof Stefan Oster. "Wir als Christen hängen Kreuze in die Wohnungen", erklärte Diözesancaritas-Vorsitzender Dr. Michael Bär, "die jugendlichen Muslime sollen an uns ablesen können, was Christsein bedeutet." Der Bischof selbst hob hervor, dass Jesus "ein Flüchtlingskind, ein Verfolgter, Missachteter und Missbrauchter war. Christen sehen ganz besonders in den jungen Menschen das Antlitz des Herrn".

 
Anmerkung des Redaktions-Psychiaters: 

Man könnte sie noch in Weihwasser baden und mit Messwein abfüllen. Wer sich wehrt, dem wird der Teufel ausgetrieben. Und wer sich brav spontanintegriert, bekommt zur Belohnung einen Schweinsbraten und eine halbe Bier dazu.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Rubrik: Vollidiot der Woche

Ganz normal
 
Zur Berichterstattung über die Vorfälle bei den Regensburger Domspatzen:
 

„Ich verstehe nicht, warum Schläge und sexueller Missbrauch immer auf eine Stufe gestellt werden. Sexueller Missbrauch gehört schonungslos aufgeklärt und auch dementsprechend bestraft, da diese Opfer ein Leben lang darunter zu leiden haben. Anders verhält es sich bei sogenannten ,Prügelopfern‘. Ich bin Jahrgang 1942, und wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, dann waren Schläge mit dem Stock auf den Hintern (wenn dabei der Stock zu Bruch ging, mussten wir am nächsten Tag einen neuen, ,haselnussernen‘ zum Unterricht mitbringen) oder mal eine Watschn die ganz normale Erziehungsmethode zu dieser Zeit. Schlimmer waren die Tatzen auf die vorderen Fingerspitzen (bei Wegziehen verdoppelte sich die Anzahl), besonders wenn unseren Herrn Pfarrer der heilige Zorn packte. Noch nie habe ich festgestellt, dass bei unseren Klassentreffen auch nur einer einen körperlichen oder psychischen Schaden deshalb davongetragen hätte. Eher entwickelt sich darüber eine amüsierte Unterhaltung. Was geht eigentlich in einem Menschen vor, dass er wegen solcher Vorgänge sich noch nach 20, 30, 40 Jahren oder länger als Misshandlungsopfer meldet? Möchte er da Kapital daraus schlagen oder einfach Verantwortliche in Kirche und Gesellschaft schaden, oder soll mit solchen hochgepeitschten Schlagzeilen von den wahren und großen Problemen unserer Zeit abgelenkt werden?“

Rudolf Rehrl
Petting


Anmerkung des Redaktions-Psychiaters:

Sehr geehrter Patient,

das Verfassen solcher Leserbriefe ist ein eindeutiger Indikator für einen ziemlich schweren psychischen Schaden. Kostennote folgt.

Grußlos
Der Redaktions-Psychiater

Sonntag, 17. Januar 2016

Lach- und Sachgeschichten

"Es ist einfach Irrsinn, wie man über 40 Jahre hinweg überprüfen will, wie viele Ohrfeigen bei uns verteilt worden sind, so wie in anderen Einrichtungen auch." Genau das hat er gesagt, der Papstbruder. Und recht hat er. Fast. Weil eigentlich hätte es nämlich heißen müssen: "... wie in anderen kirchlichen Einrichtungen auch." Weil das kann er, der Kirchenmann: Grobheit und Brutalität. Aber wir wollen natürlich auch Sadismus, Demütigung und Erniedrigung von Schutzbefohlenen nicht vergessen. Das kann er auch sehr gut. Und wenn das immer noch nicht reicht, um den Zölibat zu kompensieren, darf es auch noch ein bisschen sexuelle Übergriffigkeit sein. Gedacht hat er sich wahrscheinlich noch, der Papstbruder: "Jetzt wo man den Glauben nicht mehr (so ungestraft) in seine Schäfchen hineinprügeln darf, muss man in der Heiligabend-Ausgabe der PNP lesen, dass immer weniger Menschen in die Kirche gehen. Selber schuld." 

Auch wenn der dümmste Stammtischtrottel christlicher Prägung heute immer noch der Meinung ist, die Watschen, die er als Kind bekommen hat, hätten ihm nicht geschadet, obwohl man ihm auf 100 Meter ansieht, dass das ein klassischer Fall von fehlender Selbstreflexion ist, gibt es in unserer Status-quo-Gesellschaft immerhin eine nicht ganz kleine Gruppe von Menschen, die die Überzeugung haben, dass Schläge nicht das Erziehungsmittel erster Wahl sind. Selbst bei Menschen, die sich als "Christen" bezeichnen, ist das Ablehnen von Gewalt im Umgang mit Kindern, Frauen und generell Schwächeren heutzutage häufig anzutreffen. Das Problem ist nur, dass der sich selbst als "gläubig" bezeichnende "Christ" auch meist der Meinung ist, egal an welcher Geisteskranheit jemand leidet – wenn Religion draufsteht, ist das sakrosankt (sic!). Und so kommt es, dass man auch heute noch Knaben am Genital verstümmeln oder Grundschulkindern einreden darf, sie hätten Sünden, die sie beichten müssten, ohne strafrechtlich belangt zu werden. Weil Perversion nicht pervers ist, wenn sie religiös motiviert ist. 

Weil ebendieses "Glauben" an welchen "Gott" auch immer jede noch so abartige Rückständigkeit rechtfertigt, darf im Jahr 2016, exakt am zweiten Januar, auf der Seite 18 der PNP ein muslimischer Student von "Sünde" faseln und eine muslimische Studentin folgenden Satz sagen: "Die Entscheidung gegen das Kopftuch ist mir nicht leicht gefallen. Ich studiere Jura und möchte in den Staatsdienst. Da kann ich ohne das Kopftuch mehr dazu beitragen, dass sich Dinge ändern." Wir wollen uns jetzt nicht weiter vorstellen, was sich denn ändern soll, sondern uns eher darüber wundern, warum Frau Lugbauer das alles so unkommentiert und nachfragelos stehen lassen hat, auch das hier zum Beispiel: "Das Paradebeispiel ist die Sache mit dem Kopftuch. Es wird immer wieder als Symbol der Unterdrückung dargestellt – ohne dass man mal eine muslimische Frau, die Kopftuch trägt, fragt: Na, fühlst Du Dich unterdrückt? NATÜRLICH GIBT ES AUCH FRAUEN, DIE ES AUS ZWANG TUN, ABER DAS IST EIN SEHR GERINGER ANTEIL. ES GIBT AUCH FRAUEN, DIE DAS KOPFTUCH GERADE AUS FEMINISTISCHEN GRÜNDEN TRAGEN..." Den Rest dieser Unglaublichkeiten wollen wir unseren Lesern ersparen. Wer uns übrigens eine hier ansässige Muslimin bringt, die laut und vor Zeugen den Satz sagt "Ich trage das Kopftuch aus Zwang", wird investigativer Mitarbeiter des Monats.

Wenn übrigens der FC Bayern sein Trainingslager in Katar abhält, wundert sich nicht nur die linke, sondern sogar die Springer-Presse. Die PNP wiederum berichtet über ein paar arme Loser, die ihren Göttern auch noch ins Scharia-Land nachreisen. Beschreibt nicht schon die Bezeichnung "Fanclub-Mitglied" generell eine der untersten Entwicklungsformen des Homo sapiens, ist ein "Fanclub-Mitglied", das sich gemeinhin durch Islamo- und allgemeine Xenophobie auszeichnet und gleichzeitig nach Katar reist, eigentlich... na ja... eigentlich schon wieder lustig. Aber das habt Ihr gar nicht gemerkt, bei der PNP, gell.

Aber Ihr habt ja schon oft was nicht gemerkt. Dass es unter informierten und aufgeklärten Menschen mittlerweile einen gewissen Konsens gibt, dass nicht nur siamesische Zwillinge, Frauen mit Vollbart oder Liliputaner nichts in einem Zirkus verloren haben, sondern auch Löwen, Tiger und Elefanten dort nicht hin gehören, ficht Euch und Eure irgendwie im vorletzten Jahrhundert hängen gebliebene Tiermisshandlungs-Fanclubvorsitzende Pierach nicht an. Den Viechern gehts ja schließlich im Zirkus viel besser als zum Beispiel .... zum Beispiel... als zum Beispiel in einem Hühnerstall. Stimmt. Und dem Bären im Zoo gehts immer noch besser als dem Tanzbären in Indien. Alles eine Frage der Relation. 

Ganz gut gefällt mir zur Zeit der GröKDaZ (Größter Kleiner Doktor aller Zeiten), der Si-tacuisses-würde-Dir-immer-noch-keiner-den-Philosophen-abnehmen-Andi. Ein staatsmännisches Auftreten hat der mittlerweile – da ist der Putin ein Hosenbiesler dagegen. Auch optisch: ganz weit vorn. Ist er seine gesamte Schüler-Unions-Pimpf-Zeit im dunklen Anzug rumgelaufen und hat erwachsen gespielt, trägt er nun immer häufiger ein lässiges Tuch. Wahrscheinlich um den ganzen Kabinetts-Weicheiern zu demonstrieren: Wegen Euch Opfern ziehe ich mir noch nicht einmal eine Krawatte an und der Horsti mag mich trotzdem am liebsten. Bei dem Gesichtsausdruck, den er letztes Mal in Kreuth hatte, macht sich wahrscheinlich sogar der Söder vor Angst in die Hose. Vielleicht überspringt der GröKDaZ ja die Ministerebene und wird gleich Ministerpräsident? Weil der Seehofer muss ja jetzt dann noch mal Kanzler machen, weil es die Zonen-Physikerin nicht kann.

Die Idee, fremdrassige Störenfriede bei schlechtem Benehmen ohne Verurteilung auszuweisen, ist übrigens eine sehr gute. Da findet der GröKDaz sicherlich vor allem Zustimmung bei spanischen, griechischen oder thailändischen Politikern, die dieses Prinzip bestimmt gerne auf deutsche Touristen anwenden würden. 

Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Der Präsident

Freitag, 15. Januar 2016

Rubrik: Vollidiot der Woche

Leserbrief PNP, 15.01.2016

Zerstörungsenergie 

Die Tradition der Regensburger Domspatzen beginnt im Jahr 975 mit der Domsingschule. Die anspruchsvolle Auswahl der Knabenstimmen prägte eine A-cappella-Vokal-Polyphonie von höchstem Rang mit Konzerten rund um den Globus und mit zahllosen Tonträger-Aufnahmen. Und sagen wir es gern mit mehr Pathos: Die Regensburger Domspatzen sind seit Jahrhunderten ein himmlisches Geschenk der geistlichen Musik. 30 Jahre lang war der Papstbruder Georg Ratzinger Domkapellmeister im Regensburger Dom, Organist, Dirigent, Stimmgestalter, Lebenslehrer. Unter seiner Gestaltung entfaltete sich die Strahlkraft der Bubenstimmen. Unzählige Menschen schöpften Mut und Licht aus dieser Musik. Jetzt aber hat man bei der ,Wahrheitsfindung‘ (tausend andere Wahrheiten bleiben derweil auf der Strecke) einen Menschen gefunden, dem Ehrfurcht entgegengebracht wird. So viel Ehrfurcht, dass er naturgemäß vom Sockel gestoßen werden muss. Einen so integren (vielleicht sogar erleuchteten) Menschen darf es einfach nicht geben. Mich erfüllt der Angriff auf Georg Ratzinger mit Scham. Scham für die schrankenlose Zerstörungsenergie unserer Zeit.

Dr. Edda Weigand
Postmünster

Teaser wieder weg

Aber die Seite lebt. Bald, bald...

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Der ist schwul:


Und der ist schwul:

 Und der ist schwul:
Und der ist schwul:

Und der ist (vielleicht) schwul:

Und der ist ganz bestimmt nicht schwul, weil der glaubt nämlich auch, dass das Schwulsein nicht angeboren, also heilbar ist:

Das glauben die auch:


Und die:




Dienstag, 1. Dezember 2015

Dienstag, 17. November 2015

Googeln bildet

Eigentlich könnte man es einfach nur spaßig finden, wenn rechte und linke Spinner aufeinander treffen, allerdings sollte man schon ein bisschen ausführlicher erklären, worum es eigentlich geht.

Liest man nämlich nur die PNP, erfährt man lediglich, dass eine "CSU-Basisbewegung" (aha, was ist das?) namens "Konservativer Aufbruch" heute Abend eine Veranstaltung durchführt, die den schönen Namen "Gender mich nicht voll" trägt, auf der wiederum die "Erfolgsautorin" Birgit Kelle über den "Gender-Wahn" sprechen wird. Ist doch prima, möchte man da spontan denken und fragt sich, warum die "linke Szene in Passau" vorbeikommen will, um "Stinkbomben zu werfen".

Diese Frage ist natürlich insofern tatsächlich berechtigt, weil man nicht jeden durchgepeitschten Rechts-Ideologen noch aufwerten muss, indem man ihn, in welcher Weise auch immer, angreift. Allerdings sollte man schon auch wissen (gell, Markus Ihle), mit wem man es da heute Abend im Alten Bräuhaus zu tun kriegt.

Zunächst einmal ist der "Konservative Aufbruch" unter anderem ein Sammelbecken für fundamental-katholische Reaktionäre, deren dessen Mitglieder sich gerne gelegentlich als ausländer-, schwulen-, gleichberechtigungs- und sonstwiefeindlich zu erkennen geben und keine Berührungsängste mit christlichen Sektierern, Antisemiten und Volksverhetzern haben. Des Weiteren wird die Vortragende Birgit Kelle sogar vom EKD als Aktivistin „populistischer Anbiederei an veränderungsunwillige konservative Kreise“ geziehen. Was andere von ihr halten ("im reaktionären Nebel" ZEIT ONLINE, "militante Feminstin Gottes" taz) kann man, wie auch Tatsachen und Einschätzungen zum "Konservativen Aufbruch", alles nachlesen. Dass sie den Gerhard-Löwenthal-Preis (sic!) erhalten hat und den "Legionären Christi" nahesteht, findet man sogar bei Wikipedia. 

Wenn also die CSU Passau die Veranstaltung als "unterhaltsamen Gesprächs- und Diskussionsabend" plant, sollte sie vielleicht schon dazu sagen, was für Gestalten sich da rumtreiben werden. Und Ihr, liebe Antifa, bleibt lieber zuhause, kifft ein bisschen und lasst die Ultras Quatsch erzählen. Nicht dass Euch der Onkel Ihle wieder als intolerant und undemokratisch bezeichnet.

Das wäre geklärt. Viel Spaß beim Schaum-vorm-Mund-Haben im Bräuhaus und Kiffen daheim!

Der Präsident




Donnerstag, 12. November 2015

PNP, Passau, 12.11.2015

Diskussionen mit SPD-Abgeordneten

Der SPD-Stadtverband lädt zu drei Bürgerforen ein. Dabei wollen die Mandatsträger MdB Christian
Flisek, MdL Bernhard Roos sowie OB Jürgen Dupper mit den Anwesenden über aktuelle Themen wie die Flüchtlingsthematik diskutieren.
Start ist Freitag, 13. November, um 19 Uhr im Gasthof Aschenberger, Grubweg. In Heining findet im Gasthof Auer am Montag um 19 Uhr eine weitere Diskussion statt. Am Freitag, 20.November, um 19Uhr ist das dritte Forum im Gasthof Peschl-Terrasse.


Die drei Diskussionen werden von Wolfgang Duschl von der Caritas Passau moderiert. 

WARUM???




Donnerstag, 5. November 2015

Dienstag, 27. Oktober 2015

Mama, ich und die Welt

Journalistische Sternstunden im Lokalteil der PNP sind selten geworden. Janik ist tot, Klotzek ist weg und uns ist die Lektüre ausschließlich geschliffenster Elaborate von Pierach, Lampelhuber und Konsorten ob ihrer nicht weiter zu erörternden Raffinesse oft ganz öde.

Da haut es uns natürlich die Schusser raus, wenn sich junge, unverbrauchte Nachwuchsjournalistinnen gleich am Feuilleton versuchen und dabei so grandios reüssieren, dass die legendäre 30-Minuten-Kolumne vom Danninger dagegen fast absäuft.

Aber der Reihe nach. Was ist passiert? Besagte junge Journalistin besuchte mit ihrer Mutter (im Folgenden: Mama) einen – ja, wie nennt man so etwas heute – Comedy-Abend (???), Kabarett-Abend (???), auf jeden Fall eine Veranstaltung in der Redoute mit Sissi Perlinger. 

Selber schuld, möchte da der informierte Intellektuelle gleich einwerfen, why the fuck geht man auch zu Sissi Perlinger. Aber klar – die Eine ist ja Journalistin, quasi im Dienst, und die Andere (Mama) findet Sissi Perlinger "sehr lustig", zumindest im "Fernsehen". 

Aber wir sind schon mittendrin. Man muss das alles selbst lesen, um mitreden zu können. Hier der (aufs Wesentliche verkürzte) gestrige Artikel von Tina Sprung.

Sissi Perlinger, die Derbe 

Unter der Gürtellinie, das war die Kabarettistin am Samstag – Ein Erlebnisbericht

Tina Sprung

Meine Mama mag Sissi Perlinger. Sie kennt sie nur vom Fernsehen, aber dort sei sie sehr lustig. Am Samstag kam die Buchautorin und Kabarettistin nach Passau in die Redoute – die Gelegenheit, mit meiner Mama einen gemütlichen, schönen Theaterabend zu verbringen. Doch weit gefehlt – es war einfach peinlich. Aber von vorne.
(...)
Es würden alle Menschen immer älter – doppelt so alt wie noch vor hunderten Jahren – trotzdem „werden die Männer nicht erwachsen“. Das ganze Publikum lacht. Auch meine Mama, ihr gefällt es, das freut mich.
(...)
20.32 Uhr. Die erste halbe Stunde ist schnell vergangen. Perlinger sagt: „Wenn ich alt bin, dann will ich glücklich aussehen, nicht jung.“ Mama und ich klatschen anerkennend.

Kurz danach kommt der Umschwung ins Derbe, unter die Gürtellinie. „Eine reife Dame bläst auf Felge – ohne Zähne ist es safer.“ Das Publikum brüllt. „Oh, was war das denn“, denke ich mir. Ich vermeide, zu Mama zu sehen.

Perlinger setzt sich eine Brille mit einem Penis auf und spielt einen alten Mann. Viele im Publikum lachen noch, ich runzle die Stirn, wenn sie über Schönheitsoperationen an Schamlippen redet, den Zyklus einer Frau nachspielt und sich als fruchtbares Ei im kuscheligen, warmen Uterus ein Plätzchen suchen will und auf Sperma wartet.

„Wussten Sie, dass der junge Mann hier in der ersten Reihe 1500 Stück Spermien, jetzt gerade, produziert“, sagt sie und lacht. Ich verdrehe zum ersten Mal die Augen und versuche erst gar nicht zu Mama zu sehen. Perlinger beginnt, von Testosteron während der Menopause zu sprechen, von den Frauen, die davon „wieder richtig geil werden“. Selbst, wenn es nicht passt, spricht sie über Schafskondome und um Sex, über Darmspiegelungen, bei denen Brownies gereicht werden. Viele im Raum brüllen vor Lachen, aber einige streichen sich auch über die Stirn und verziehen keine Miene mehr.

Perlinger hat sich umgezogen – das macht sie in rasender Geschwindigkeit hinter einer Wand – und trägt jetzt einen rot-glänzenden, engen Ganzkörperanzug, darunter harte Nippelimitate. Ich sehe irritiert zu ihren Brüsten und werde, ähnlich wie ihr Anzug, rot. Sie singt jetzt ein Lied, holt Andreas aus dem Publikum auf die Bühne und tanzt lasziv vor ihm. Kurz danach demonstriert sie, wie sie sich ein Diaphragma einführt und dabei das Glied eines Mannes – natürlich alles pantomimisch – im Mund hat und daran lutscht.

Jetzt ist der Punkt erreicht, bei dem ich langsam hoffe, dass das Programm hinüber geht. Mama blickt nicht mehr zu mir herüber. Wir verstehen uns einfach. Trotzdem traue ich mich: „Mama, ich mag das Derbe einfach nicht. Mir ist das peinlich vor dir.“ Sie sagt enttäuscht, im Fernsehen sei Perlinger anders. Über den Inhalt haben wir den kompletten Heimweg nicht gesprochen. 

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So weit, so unbeschreiblich shocking. Ausgerechnet diese sonst so distinguierte Sissi Perlinger gibt die Dirty Old Woman, trägt Penisbrillen und schmeißt mit bösen Wörtern rum. Und das vor Mama! Abgesehen davon, dass wir an dieser Stelle Tina und Mama Sprung gute Besserung und die besten Genesungswünsche übermitteln wollen, wünschen wir uns schon sehr, dass dieser Mama-Journalismus wegen eines einzigen verstörenden Erlebnisses nicht aufgegeben wird. Da gibt es noch so viel Spielraum, so viele Möglichkeiten, so viele Genres! Deshalb im Weiteren ein paar kleine Anregungen von unserer Seite mit der Bitte um baldige Umsetzung.

In Vorfreude und dankbar

Der Präsident und seine geilen Assi-Schlampen
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Lars von Trier – was geht in solchen Hirnen vor?

Widerlich, dreckig, ekelhaft, das ist der Film Antichrist – ein Erlebnisbericht

Tina Sprung

Meine Mama geht gern ins Kino. Schon oft sind wir gemeinsam gegangen. Bambi, Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei, aber auch harte Sachen wie Mission Impossible oder Kokowääh haben wir schon gemeinsam gesehen. Jetzt hat mir Kollege Birkenseer von einem ganz spannendem Film erzählt, den ich mir unbedingt anschauen solle: Antichrist von Lars von Trier – die Gelegenheit, mit meiner Mama einen gemütlichen, schönen Kinoabend zu verbringen. Doch weit gefehlt – es war einfach furchtbar. Aber von vorne.

Ganz am Anfang schmusen diese Gainsbourg und dieser Dafoe miteinander rum. Ich finde es erst ganz schön, aber als sie sich nackig machen, mache ich die Augen zu wie zuhause, dass es Mama nicht unangenehm ist, dass ich das sehe.

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Man sieht einen Wald mit Tieren. Mama und ich mögen Tiere. Wir klatschen anerkennend.

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Dafoe liegt verletzt auf dem Rücken, während Gainsbourg sein Glied masturbiert. Kurz vorm Orgasmus zertrümmert sie mit einem Holzscheit seine Hoden und wird von blutigem Ejakulat besudelt. Mama und ich müssen uns übergeben. Fluchtartig verlassen wir das Kino. Trotzdem traue ich mich: „Mama, ich wusste nicht, dass es solche Filme gibt. Mir ist das sooo peinlich vor dir.“ Sie sagt enttäuscht, wenn sie singt, sei die Gainsbourg ganz anders. Über den Inhalt haben wir den kompletten Heimweg nicht gesprochen. 
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Saunaclub Amore – die Werbung hält nicht, was sie verspricht!

Leichte Mädchen statt Kaffeehausatmosphäre – ein Erlebnisbericht

Tina Sprung

Meine Mama isst gern Kuchen. Schon oft sind wir gemeinsam ins Café gegangen und haben uns Cremetorte und Cappuccino (mit viel Schlagsahne) gegönnt. Jetzt hat Mama in der Sonntagszeitung eine Anzeige vom Saunaclub Amore gesehen. Da gibt es nämlich sonntags Kuchenbüffet. Nichts wie hin, dachten wir uns – die Kuchentiger sind wieder on Tour. Doch weit gefehlt – es war einfach abstoßend. Aber von vorne.

Der erste Eindruck war noch sehr gut – romantische Lage und gute Parkmöglichkeiten.

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Das Kuchenbüffet war sensationell und außerdem gab es noch Pizzabüffet. Mama und ich mögen Pizza. Wir klatschten anerkennend.

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Ich war so geschockt – wie gelähmt erstarrte ich bewegungsunfähig. Fast nackte Frauen mit Brüsten liefen herum und mittendrin Onkel Rainer und dieser Stadtrat von der komischen Partei, die es, glaube ich, nur in Passau gibt – beide im Bademantel. Onkel Rainer erkannte mich und kroch unters Büffet, während der Stadtrat Billigsekt aus der... 

(...)

Fluchtartig verlassen wir den Saunaclub. Trotzdem traue ich mich: „Mama, ich dachte ehrlich, dass es sowas nur im Tatort gibt. Mir ist das sooo peinlich vor dir.“ Sie sagt enttäuscht, dass Onkel Rainer immer schon ganz komisch war – immerhin nur angeheiratet. Über Tante Helga haben wir den kompletten Heimweg nicht gesprochen. 
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Nächste Folge:

Beim Eishockeyspiel. Tina Sprung. "Mama mag gerne muskulöse Männer und Sport. (...) Sie singen Lieder mit Scheißen und Fressen. Sie rufen Hurensohn und beleidigen die Mütter der Spieler. Mama ruft: Schiri, du blinde Sau. Ich kann nicht aufhören zu weinen..."

 

Dienstag, 6. Oktober 2015

Jetzt reichts endgültig!

Nach Hummus, Falafel und Kibbe – Scheuer tobt: "Ungenießbar, der Fraß. Alle abschieben!"

Freitag, 2. Oktober 2015

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!!!

Der Bischof stellt den Caritas-Direktor unter verschärfte Beobachtung, schreibt die PNP. Gut so! Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass wir den Bichof schon seit langem unter verschärfter Beobachtung haben.

Blöderweise haben wir ja jetzt ein Eigentor geschossen, nachdem wir kürzlich noch gefordert haben, die Kirche solle gefälligst Flüchtlinge aufnehmen. Jetzt macht dieser Bischof das tatsächlich und wir haben diese Halbneger bald auf dem Domplatz. Ich bin ja kein Rassist, aber kann ich da meine Frau noch unverschleiert zum Wochenmarkt schicken oder nachts den Bentley dort parken? Es gibt doch jetzt andauernd diese Massenvergewaltigungen in Passau und wer als Flüchtling das neue iPhone 6S hat, will sicher auch bald einen Bentley haben. Ich bin ja kein Rassist, aber das wird man doch noch sagen dürfen!!!

Nach ausgiebiger Facebook-Studie kann ich folgendes Ergebnis mitteilen: 1. Je mehr Facebook-Aktivität, desto mehr an der Waffel. 2. Mit nahezu an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind Menschen, die schreiben, "ich bin ja kein Rassist", Rassisten, Menschen, die schreiben, "ich bin ja gar kein Nazi", Nazis, Menschen, die schreiben, "ich hab ja nichts gegen Ausländer", ausländerfeindlich und Menschen, die nach jedem Satz mindestens drei Ausrufezeichen machen, grenzdebil und glauben außerdem, dass die Illuminaten die Welt beherrschen und unseren Himmel mit Chemtrails vergiften. Tralala, so einfach ist die Facebook-Welt.

Ich bin ja wirklich nicht islamophob und deshalb gehe ich morgen zum Tag der offenen Moschee. Am besten gleich in der Früh, wenn ich noch zwei Restpromille habe. Dann ziehe ich mein altes T-Shirt mit einem Bild des legendären Mohammed-Ähnlichkeitswettbewerbs der Titanic an und grüße freundlich: "Shalömchen, ich hab Euch ein paar Leberkäs-Semmeln und die neusten Erkenntnisse aus der Gender Mainstreaming Forschung mitgebracht." Dann schauen wir mal, wie abendlandophil der Passauer Muselmann ist.


  

Die Kommentare auf pnp.de sind übrigens oftmals nicht viel schlauer als die Facebook-Kommentare. Beispiel gefällig? Zum Thema "Neuer Rekord: Passau hat im Winter 12.087 Studierende" schreibt z.B. der Leser AB: "Hey genau, in dem großen Hörsaal könnte man doch auch ein paar Hundert "Flüchtlinge" unterbringen. Warum soll alles immer nur auf Kosten der einheimischen Normalbevölkerung gehen?"

Ja, ja, ein bisschen Bildung würde vielen nicht schaden. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass Menschen, die das Wort Flüchtling in Anführungszeichen setzen und Begriffe wie "Normalbevölkerung" verwenden, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch nie in einem Hörsaal waren? 

Aber lassen wir das. Wir wissen ja auch nicht, was zu tun wäre. Ausnahmsweise. 

Unter verschärfter Beobachtung
Der Präsident