Freitag, 27. Februar 2026

Dupper 2.0

Teil 6 der PNP-Serie über die Passauer OB-Kandidaten – Heute: Stefanie Auer (Grüne)

Mit 39 Jahren ist Stefanie Auer im aktuellen Stadtrat die jüngste Frau – und sie findet das gar nicht gut.

"Oiso guad find i, dass ma de ganzn oidn Deppn wia de Rotschädlade und den Ostermarschierer aussi g'eklt hom, oba ned guad find i, dass' no Jingane wia mi mit ana Frauenfrisur gibt. Und zwar ned nur im Stadtrat, sondern sogo in meiner eigenen Fraktion."

Aber der Frauenanteil bei den Grünen ist doch im Gegensatz zu den anderen Listen relativ hoch? "Hoch? Wos soitn do hoch sei? Aufm Bapier hamma auf de erstn zehn Plätz' sechs Frauen und vier Mana. Iatzt schaust da des amoi o. Den mit da Frauenfrisur, an Boris, an Achim und den, der hoaßt, ois dad a im neia James Bond midspuin. Oiso de hätt' ma a nimma braucht. Am 8. März ist Wählt-Frauen-Tag. Do braucht wirklich koana de vier Beta-Burschn wäin. No amoi: Am 8. März is 'Wählt-Frauen-Tag'. Kloana Joke, oba guad, oda?"

Interessant ja. Also würde Stefanie Auer von den Grünen tatsächlich empfehlen, nur die Frauen auf der Liste zu wählen? "Ach, Schmarrn, des is doch mia völlig wurscht. Aba wos ganz wos anders. Wos hob i mit de Grüna zum doa?" Na, Sie kandidieren doch immerhin für die Grünen zur Oberbürgermeisterin? "I? Für de Grünen? Zur Oberbürgermeisterin? Na, wirklich ned, des wissat i. I kandidier ois Stefanie Auer, ois Juristin, ois Mutter, ois Läuferin, ois olles, wos ma in den nächst'n sechs Jahr' ois Burgamoasterin braucha kann. I bin so open-minded – so schau i go ned aus."

Wird das Regieren als Oberbürgermeisterin dann nicht wahnsinnig schwer ohne vorstellbare Mehrheiten? "Ah, Schmarrn. I stäh für a feministisches Matriarchat. I kenn des go ned anders. Wenn i zu am Mo sog "geh her", dann geht a her, wenn i sog "sei stad", dann is a stad und wenn i sog "des machst iatz a so", dann macht as a so. Wo soid'n do a Problem sei?" Dann wäre doch eigentlich Stefanie Auer der Dupper 2.0? Auer setzt einen verschwörerischen Blick auf und zwinkert. "Ja, eher scho ois de andern Hosnbiesler. Divide et impera, teile und herrsche – des hob i glernt. Aber ned weidasogn, gei! Und iatz entschuldigens bittschön, i muass zu der komischen Fraktion, herrschen üben."







3 Kommentare:

Super Satz hat gesagt…

"I bin so open-minded – so schau i go ned aus."

Anonym hat gesagt…

Fantastische Serie! Ich freue mich auf die Folgen mit Herr Rother und dem Proleten aus dem Westen.

Seltsam: Da ich Frau Auer noch nie sprechen hörte, habe ich mir ihre Stimme absolut dialektfrei vorgestellt. Da lag ich wohl gehörig daneben.

Noch ein paar Wahlsplitter:

Herr Präsident, wäre nicht eine Umfrage möglich, mit welchem Stichwahl-Paar man rechnet? Es gibt 2 aus 8, also 28 Möglichkeiten (inklusive solcher Varianten wie Vilsmeier-Kolitz). Ich rechne mittlerweile im Ernst damit, dass es Herr Rother in der Stichwahl tatsächlich nicht mit dem Herrn mit dem Berufsbezeichnungsproblem zu tun bekommt, sondern mit Herrn Putzke. Fast jeden Tag führe ich eine Unterhaltung mit irgendjemand, der dann sagt: "Ich glaube, den wähle ich jetzt mal." Alleine die Demütigung der CSU, wenn der Verschmähte deren OB-Kandidaten überholen würde: Köstlich.

Könnte man die Anmerkungen zu den Wahlplakaten nicht fortsetzen? Mein Lieblingsplakat ist ja das AfD-Plakat, das das Rathaus von Coburg zeigt. "Veränderung? Fängt im Rathaus an." Aber in Coburg? Gefährlich ist die AfD ja vorrangig nicht, weil ihr Programm Wohlstandsvernichtung und Rechtsextremismus enthält. Die AfD ist - und das ist das größte Problem - gefährlich dumm.

wahlinfo-passau hat gesagt…

Vielen Dank für die Inspirationen. Die Idee mit dem Stichwahlpaar ist wirklich gut.