Mittwoch, 31. Dezember 2025

Götterdämmerung, fast. (Teil 1)

31. Dezember 2025, 23 Uhr 04. Der Passauer Bürgermeister und OB-Kandidat Armin Dickl steht vor seinem Schminkspiegel und macht sich zurecht. 


Dem Dickl seine Frau: Du, OBärli, wo hast denn Du mein Make-up und den Concealer hin getan?

BM Dickl: Brauch ich nur noch ganz kurz, mein First Baby, just a second.

Dem Dickl seine Frau: Was machst denn da damit, OBärli? Des Foto von der KI hat doch voll geil ausg'schaut.

BM Dickl: Des Foto von der KI ist vielleicht mega-mega-fresh, aber des kann ich leider nicht zum Silvesternacht-Spezialeinsatz rausschicken, oder First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Wie rausschicken, was rausschicken, wen rausschicken? Magst Du heut' noch mal raus?

BM Dickl: Mei... Wollen, müssen, dürfen... That's our business now. Wenn's brennt, kommt der Chef. Und zwar der richtige Chef, ned nur so a Feuerwehrwehr-Kasperl.

Dem Dickl seine Frau: Brennt's leicht? Wo brennt's denn?

BM Dickl: Irgendwo brennt's immer, Baby. Und an Silvester sowieso. Die letzten Jahre war doch immer was. Und als OB, also, na ja, zukünftiger OB, musst halt da bereit sein. 

Dem Dickl seine Frau: Boah, OBärli, des is alles total aufregend. Aber des wird sicher a total anstrengend, oder OBärli?

BM Dickl: Ah geh, ich hab mir das gut überlegt: Ich glaub, ich mach auch keine 24 Jahr'. Nach 18 Jahren hör ich auf und dann lass ma's uns gut gehen.

Dem Dickl seine Frau: Voll, oder OBärli? Aber in den nächsten 18 Jahren lass ma's uns schon auch gut gehen, oder?

BM Dickl: Safe. Ich brauch ein Jahr, dann checken die Verwaltungs-Fuzzis, woher der Wind weht. Denen richt' ich die Wadl vire, bis ihnen die Augen tropfen. Und wenn der Laden wieder läuft, dann suchen wir zwei uns eine richtige mega-geile Partnerstadt für Passau, weil wir zwei haben ja keine Flugangst; oder haben wir Flugangst, First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Null, OBärli. Irgendwas auf den Seychellen oder in der Südsee oder so?

BM Dickl: Seychellen easy. Südsee negativ – saukalt und stinkt nach Pinguin.

Dem Dickl seine Frau: Boah, wird des cool. Aber wo musst Du jetzt eigentlich noch hin, OBärli?

BM Dickl: Eigentlich scheiß geheim, aber egal. Ich hab zum Dittlmann gesagt, er soll mich anrufen – egal was passiert. Wenn eine Mülltonne brennt: anrufen. Wenn ein Baum umfällt: anrufen. Wenn ein Oachkatzl überfahren wird: anrufen. Wir haben Wahlkampf, First Baby, da ist alles Chefsache. Und der Chef bin...?

Dem Dickl seine Frau: Ich!

BM Dickl: Na ja, fast, Baby. Der Chef bin immer noch...?

Dem Dickl seine Frau: Du!

BM Dickl (seufzt): Is' ja wurscht. Der zukünftige Oberbürgermeister der Stadt Passau heißt jedenfalls...

Dem Dickl seine Frau: OBärli!

BM Dickl: Armin Dickl.

Dem Dickl seine Frau: Wow, sehr geil. Und da kann jetzt nix mehr schief gehen?

BM Dickl: Negativ. Jeder, den ich frag', sagt, er wählt mich. Des is brutal. Hätte ich mir noch vor einem halben Jahr nie träumen lassen. Wir haben eine Umfrage bei uns gemacht, da lieg ich bei fast 90 Prozent. Ok, die war nicht repräsentativ, aber wenn ich des noch interpolier' und ich im ersten Wahlgang bei 60 bis 70 Prozent lieg', soll's mir auch recht sein.

Dem Dickl seine Frau: Aber der Dittlmann ist doch so g'schert und macht Dir immer alles z'Fleiß. Der ist im Stand' und ruft wen anders an. Ich mag den ned.

BM Dickl: I doch a ned. Aber den hab' ich in der Tasche. Nützlicher Idiot. Den hab ich mir zur Brust genommen und gesagt: Wenn Du noch einmal ausscherst vor der Wahl, dann kannst beim Arschloch oder den Kommunisten kandidieren und nach der Wahl, wenn ich OB bin, dann is gleich vorbei mit dem Stadtbrandspaß.

Dem Dickl seine Frau: Echt? Mega. Und was hat er g'sagt?

BM Dickl: Mei, g'sagt... Eher g'schaut hat er. Wie einer, der schmerzhaft erkennen muss, dass er seinen Meister gefunden hat. (Deutet auf einen Schokoladen-Nikolaus) So klein mit Helm war der.

Dem Dickl seine Frau: Psst, da brummt doch was.

BM Dickl: Was brummt? I bin's ned.

Dem Dickl seine Frau: Psssssst. Dei Handy.

BM Dickl: Fuck, des war lautlos. Wo is'n des?

Dem Dickl seine Frau: Da liegts doch. Oh, mein Gott, drei Anrufe. Dreimal Dittlmann.

BM Dickl (auf Rückruf tippend, flüsternd): So ein Scheiß.

Dittlmann: Ja, da schau her. So eine Freude. Der Herr Bürgermeister persönlich. Hoffe, wohl gespeist zu haben und hoffe, nicht gestört zu haben. Da wäre ich nämlich untröstlich.

BM Dickl: Ja, is scho recht, sorry. War grad in am wichtigen Gespräch mit München. Streng geheim, sorry. What's up?

Dittlmann: München, geheim, klar, versteh' i doch. I woaß jetzt bloß ned, ob Du Dich mit so unwichtige Sachen a no...

BM Dickl: Andi, jetzt nerv ned. Immerhin bin ich der Ober..., der zukünftige ..., der höchstwahrscheinlich zukünftige Oberbürgermeister unserer Stadt. (Pause) Hallo?

Dittlmann: Ja ja, ich bin da. 

BM Dickl: Und warum sagst dann nix?

Dittlmann: Ich hab gedacht, da kommt noch mehr. Also was Du alles bist...

BM Dickl: So, Herr Stadtbrandrat, jetzt g'langts. Ich erwarte einen sofortigen Lagebericht zur Situation in der Passauer Silvesternacht 2025.

Dittlmann: Erwartest Du? Aha. Interessant. Kleiner Tipp für jetzt und Deine erfolgreiche Zukunft: Der Stadtbrandrat ist weder dem Oberbürgermeister noch und schon gleich gar nicht einem Reservebürgermeister weisungsgebunden. Ich rufe Dich an, weil ich ein besonders netter Stadtbrandrat bin, der das mit Dir so ausgemacht hat und (lauter werdend) ich rufe Dich in meiner unermesslichen Geduld sogar dreimal an, weil Du in der Silvesternacht kurz vor Mitternacht wichtige, geheime Sachen zu besprechen hast und nicht ans Telefon gehen kannst. Und jetzt frage ich Dich einmal und dann erkläre ich Dir alles vor Ort: Wie schnell kannst Du an der Hängebrücke sein?

BM Dickl: 15 Minuten, maximal.

Dittlmann: Roger, over and out.

Dem Dickl seine Frau: So klein mit Helm.

BM Dickl: Lass' einfach gut sein. Ciao, wart' nicht auf mich.


23 Uhr 37. Am Römerplatz herrscht eine gespenstische Kulisse aus Nebel und diffusem Licht. Kleinere Menschengruppen stehen vor der Hängebrücke und betrachten flüsternd die Donauquerung, als Bürgermeister Dickl hektisch sein quer abgestelltes Auto verlässt und zum Brückenkopf hastet.


BM Dickl (sich umblickend): Servus beinand.

Dittlmann und Rother (nebeneinander stehend): Servus Armin.

BM Dickl: Ähm, ja, servus. Du, Andi, kennan mir amoi ganz kurz unter vier Augen... ?

Dittlmann und Rother: Freilich.

BM Dickl (genervt): Na, ähm, bitte nur der Feuerwehr-Andi, ähm, danke.

Dittlmann: Gehen wir mal fünf Meter vor, dann zeig ich Dir gleich noch was.

BM Dickl: Sog amoi, spinnst Du? Was macht denn der Rother do?

Dittlmann: Siehg'st doch. Er steht rum – wia die anderen.

BM Dickl: Nicht lustig. Hast Du den angerufen?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Eh klar? Du weißt schon, auf welcher Liste Du kandidierst – noch kandidierst?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Und warum rufst Du dann zwei Monate vor der Wahl den Rother an, wenn der Dupper schon mal nicht da ist? Oder hast den auch angerufen, um Gottes Willen.

Dittlmann: Erstens: Weil ich Dich nicht erreicht habe und der Andi Rother immerhin auch Bürgermeister und OB-Kandidat ist. Zweitens: Den Dupper hab ich natürlich auch angerufen, aber da geht nur die Mobilbox hin. Und ein Stadtbrandrat ist in erster Linie Stadtbrandrat und in zweiter Linie im Wahlkampf. Host mi?

BM Dickl (mit leiser Stimme): Und warum san mir überhaupt do?

Dittlmann: Schau nach vorn.

BM Dickl: Ja, ich schau. Hängebrücke im Nebel. Krass. Und sonst?

Dittlmann: Schau genau!

Rother (von hinten dazu tretend): Ja, schau amoi genau hi. I hob a kurz braucht.

BM Dickl: Ich sehe die Hängebrücke bei Dunkelheit und Nebel. Kann man das Rätsel jetzt bitte auflösen?

Dittlmann: Die Brücke hängt durch.

BM Dickl: Die Brücke hängt durch?

Dittlmann und Rother: Exakt.

BM Dickl: Super-krass. Die Hängebrücke hängt. Deshalb heißt sie Hängebrücke.

Dittlmann: Durch, Armin. Sie hängt durch. Sie hängt nicht einfach, sie hängt durch. Schau doch hin.

BM Dickl: Wo soll ich hinschauen?

Dittlmann: Die Brücke hängt nach unten durch – sofern der Nebel und die komische Beleuchtung hier uns keinen Streich spielen.

BM Dickl: Aha. Und das darf eine Hängebrücke nicht?

Dittlmann: Negativ. Viele Brücken sind nach oben gewölbt, Hängebrücken eher gerade, aber nach unten durchhängen – nope.

Auer (von hinten dazu tretend): Servus! Schauts amoi hi. Wos is'n des?


Von der gegenüberliegenden Brückenseite hört man lauter werdende Musik. Gleichzeitig werden bunte Farbmuster in den Nebel über der Brücke projiziert. Selbst das beginnende Feuerwerk übertönt die Musik nicht. Man erahnt die Filmmusik aus Star Wars, nun erkennt man auch gegenständliche Hologramme im Nebel. Die Musik wird immer lauter und es lassen sich schemenhaft Figuren und Gesichter wahrnehmen. Erst wie ein Schatten, dann einigermaßen gut erkennbar schreitet ein nicht übermäßig großer Mann in einem zu kleinen Anzug über die Brücke auf die Schaulustigen zu. Ist es Luke Skywalker? Vermutlich nicht.


Was ist mit der Brücke passiert? Wo, um Himmels Willen, ist Jürgen Dupper? Und wann, zum Teufel, geht diese Geschichte eigentlich los? Die Auflösung gibt es natürlich im Teil 2, aber sicher nicht mehr heute. Bleiben Sie dran!





Mittwoch, 24. Dezember 2025

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Dienstag, 16. Dezember 2025

Samstag, 13. Dezember 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Dezember 2025 / Januar 2026

Dein liebes Passau kann mehr                                         

 

Nachdem die Linkspopulisten mit ihrem Bürgerbegehren für immerwährend fahrende Busse nicht nur eine feine Wahlkampfshow hinbekommen haben, sondern sich dabei auch weiter ihrem Ziel nähern, unterdrückerische Strukturen wie z.B. Stadtwerke finanziell zu zerstören (Macht kaputt, was Euch kaputt macht), ist ihnen nun im nächsten Level Klassenkampf ein weiterer Coup geglückt. Nachdem man aber die Drecks-Vermieter-Kapitalisten leider nicht durch ein Bürgerbegehren enteignen kann, fangen wir mal ganz klassisch mit Denunziation an. Das Zauberding heißt Mietwucher-App und soll ganz einfach funktionieren. Man gibt seine Mietdaten ein, übermittelt alles an das Ordnungsamt und alles wird gut.

 

Die Argumentation hierfür ist bemerkenswert. Aus der kaum zu bestreitenden Tatsache, dass die Mieten für viele Mieter hoch sind, basteln die Linken die nicht belegte Behauptung: „Überhöhte Mieten belasten die Passauer*innen immer mehr.“ Hoch oder überhöht? Ist doch fast das gleiche, aber das zweite knallt mehr, wie wir in der Kaderschule gelernt haben. „Es kann nicht sein, dass Vermieter sich eine goldene Nase verdienen, während viele Passauer*innen sich die Miete nicht mehr leisten können,“ sagt unser aufstrebendes Polittalent Luke Hoß.

 

Lucky, lucky Luke. Man weiß bei den Linken wirklich nie genau, ob das einfach haarsträubende Weltfremdheit und Naivität oder bewusste Desinformation ist, aber ich kläre gerne auf. Zum einen ist es unredlich, von „den“ Vermietern zu sprechen. (Weibliche Vermieter scheint es im Weltbild der Linken nicht zu geben) Von den zahlreichen Kleinvermietern verdient sich zumindest keiner eine goldene Nase, ganz im Gegenteil. Zum anderen müsste selbst der verbohrteste Fantast in den letzten Jahren kapiert haben, dass Mietendeckel nirgends funktionieren und der Mietspiegel in den meisten Städten zu nichts gut ist, außer zur Erheiterung. Und zuletzt: Wer in der Lage ist, sich eine Wohnung zu mieten, braucht keine linke Wahlkampf-App, um herauszufinden, ob er zu viel Miete zahlt.

 

Kandidat Dickl hat mich beeindruckt. Nachdem ich ihm in meinem Blog (siehe unten) ein paar orthografische Tipps gegeben und den Unterschied zwischen einem Binde- und Gedankenstrich erklärt habe, hat er prompt alles umgesetzt. Ansonsten habe ich endlich verstanden, was er eigentlich beruflich macht. Er ist Unternehmensberater für Fahrradleasing und Tankgutscheine. Während Dickl mit „Wir lieben Passau“ auftritt, heißt es bei Rother: „Für dein Passau.“ Und um die Passauer auch hungrig zu machen, hat man „Für Dein Passau“ auf ein rotes Kotelett mit Fettrand gedruckt. Die ÖDP tritt übrigens auch wieder zur OB- und zur Stadtratswahl an. Das muss man schulterzuckend so zur Kenntnis nehmen. 

 

„Passau kann mehr.“ Die zuletzt Genannten mögen es mir verzeihen, aber das ist nur das Motto von Stefanie Auer und bezieht sich vermutlich nicht vordergründig auf Dickl und Rother, sondern soll eher suggerieren, dass Passau mehr könne mit Auer an der Spitze. Kann sein, das wird aber vermutlich nicht passieren. Dabei würden die Grünen vormachen, wie es geht. Bei der Besetzung der Liste gilt: Die ungeraden Plätze sind für Frauen, die geraden offen. Was bedeutet denn bitte „offen“? Wenn sich auf einen vorderen geraden Platz eine Frau mit Migrationshintergrund, ein Eichhörnchen mit Legasthenie und ein Cis-Mann bewerben, haben die dann wirklich die gleichen Chancen? Zuschriften gerne anonym.

 

Aber worauf wollte ich hinaus? Die Grünen machen vor, wie es geht, denken das aber nicht zu Ende. Warum denn nur auf der Liste? Warum nicht bei den Bürgermeistern? Oberbürgermeisterin ist immer eine Frau, Platz zwei und vier sind offen und Platz drei eine Frau. Das wäre auch für Erika praktisch, sie würde wieder von vier auf drei rutschen. Dass während der Listenaufstellung 30 Personen vor der Tür gegen das antifeministische Verhalten der Passauer Grünen protestiert haben, ist so fantastisch, dass man es kommentarlos als Epilog einfach stehen lassen kann.





Dienstag, 9. Dezember 2025

Deutsch für Hipster

Nachtrag, 11.12.2025, 15:52 Uhr:

Normalerweise muss ich meine Posts nicht erklären, aber diesmal offensichtlich schon. Nachdem mich jetzt mindestens zehn Leser angeschrieben oder angesprochen haben, dass sie unten stehenden Beitrag nicht kapiert haben, hier die Auflösung.

IRRING bezieht sich auf die Buslinie nach ebendort und das in diesem Zusammenhang erratische Abstimmungsverhalten und öffentliche Gebaren gewisser Politiker.

____


Heute: Anglizistische Partizipbildungen

Beispiel: irren 

Grundsätzlich regelmäßige Konjugation, Partizipbildung: irrend

Ausnahmen zulässig bei Personen, die gerne Begriffe wie safe, fresh oder fly benutzen, dann Partizipbildung: irring

Anwendungsbeispiele:

Ich bin voll irring, ey – Ich kenne mich nicht aus, ich kann mich nicht erinnern.

Ich fahr Irring, Digga – Ich ziehe das durch, selbst wenn ich mich irre. Scheiß drauf.

Trial and Irring – Versuchen kann man's ja.













Freitag, 21. November 2025

Guten Morgen, Spitzenkandidaten!

Jetzt habe ich mir mal die Rothersche und die Dicklsche Wahlkampfauftaktseite genauer angesehen und muss sagen: wunderbare Fotos! Also fast schöner als in Natur.

Ansonsten sind die Seiten für die Beta-Version ganz ordentlich. Korrekter Umgang mit Sprache wird ja auch meist überschätzt.

Aber der Reihe nach. Die richtige Schreibweise wäre: Oberbürgermeisterkandidat. Die Version Rother ist wegen besserer Lesbarkeit zulässig: Oberbürgermeister-Kandidat. Was leider schlichtweg falsch ist, ist die Schreibweise bei Dickl, nämlich: Oberbürgermeister Kandidat.

Dafür schreibt er seinen Spruch "Passau im Herzen - Zukunft im Blick" mit Bindestrich, was leider wieder falsch ist. Hier verwendet man den Gedankenstrich ( – ) und nicht den Bindestrich ( - ). Dass man Wörter am Satzanfang groß und Adjektive klein schreibt – geschenkt. Dass man die gesamte Bürgerschaft duzt, also mit "ihr" und "euer" anspricht, dürfte nicht jedem gefallen, ist aber wohl bedauerlicherweise dem Zeitgeist geschuldet.

Das macht Rother schlauer. Da kann man sich aussuchen, ob man lieber geduzt oder gesiezt werden will. Sein Spruch lautet "Für dein Passau", unter seinem Namen wiederum findet man: "Ihr Oberbürgermeister-Kandidat für Passau". Warum "Für Dein Passau" auf einem roten Kotelett mit Fettrand geschrieben steht, erschließt sich vermutlich nicht jedem, aber den legendären Dupperschen Wahlkampf-Rollstuhl hat vermutlich auch keiner kapiert. 

Also – weitermachen! Und nie vergessen: Der Präsident sieht alles.









Donnerstag, 20. November 2025

Faust hoch, Genossen!

Mit Eurer Mietwucher-App habt Ihr Euch mal wieder selbst übertroffen. Anonym Fragen beantworten und das dann heimlich, still und leise an die Staats..., an die Dings, an die Behörde weiterleiten. 

Kann man das nicht noch ausweiten auf andere Denun...., Meldebedürfnisse?

Eine App mit dem Namen "Kapitalisten großflächig bekämpfen!" oder kurz KGB-App?

Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder..., na, Ihr wisst schon.

Und noch was, liebe Passauer CSU!

Die Denkfabrik Wahlinfo-Passau hat sich noch einmal mit Eurer Liste beschäftigt und ein, auf den ersten Blick scheinbar korrelativ wirkendes, Phänomen entdeckt.

So werden auf den Plätzen 1 - 15 alle Kandidaten, deren Familienname auf -mann endet, in den Stadtrat einziehen und alle Kandidaten, deren Familienname auf -berger endet, nicht in den Stadtrat einziehen.

Woher wir das wissen? Gute Frage.









Dienstag, 11. November 2025

Liebe Passauer CSU!

Stimmt eigentlich die von Euch hier veröffentlichte Liste noch?

Oder ist Euch da wer abhanden gekommen?

Sollte das passiert sein und Ihr braucht Ersatzkandidaten, hier ein kleiner Tipp: Nehmt doch einfach diesen Holm Putzke. Der hat

a) die deutsche Staatsbürgerschaft und

b) nicht die Petition Holm Putzke wieder in den Passauer Stadtrat unterschrieben.

Gern geschehen. Hilfreiche Tipps werden in den nächsten Wochen noch einige folgen. (Zwinker-Smiley)

Ansonsten: weitermachen! Es läuft.


Stand: 11.11.2025, 14.55 Uhr



Freitag, 7. November 2025

Die Spiele sind eröffnet

Heda! Oder wie die, sich am Puls der Zeit labenden, Zeitgeist-Neusprech-Opfer heutzutage gerne sagen: Oha!

Mir wurde zugetragen, dass wir uns im Lenzmond des nächsten Jahres wieder auf eine Wahl freuen dürfen.

Ich habe gleich ChatGPT gefragt und "oha!" – das stimmt.

Wir werden also in Passau nicht nur einen neuen Stadtrat, sondern auch einen neuen Oberbürgermeister wählen und wer neuer Oberbürgermeister wird oder wer in den Stadtrat, bzw. nicht in den Stadtrat gewählt werden soll, bestimmt seit mindestens 24 Jahren immer noch die Denkfabrik Wahlinfo-Passau.

Freuen Sie sich also auf spannende Wahlkampfanalysen und Kommentare zu den Protagonisten, öffnen Sie diese Seite in den nächsten Wochen regelmäßig und gehören Sie zur Elite der Passauer Wählerschaft, die lange vorher schon weiß, wer eine Woche vor oder eine Woche nach den Iden des März Oberbürgermeister von Passau wird. 

Die Spiele sind eröffnet.









Sonntag, 2. November 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick November 2025

 Freibier für alle                                                                                  

 Ein Jubiläum jagt das andere. Nach 20 Jahren Bürgerblick feiere ich beim Schreiben dieser Zeilen – einsam und allein, weil es hat vermutlich sonst keiner bemerkt – 15 Jahre Satire-Kolumne hier in diesem Leuchtturm des Qualitätsjournalismus. Im November 2010 erschien die erste Kolumne, damals noch unter dem Rubriktitel „Abgedreht und durchgenagelt“, den ich später in der Abwandlung „Aufgespießt und festgenagelt“ für viel Geld an die PNP verkauft habe. Ich habe die erste Folge gerade noch einmal durchgelesen. Sie war sehr gut.

 

Unter anderem ging es um die Sinnlosigkeit einer Donaubrücke auf Höhe Achleiten. Gespenstisch, oder? Soll man es Beharrlichkeit oder Beratungsresistenz nennen, dass exakt 15 Jahre später Waschler nebst Parteifreunden wieder mit dem Thema in der Zeitung auftaucht? Pardon, „Privatleute“ sind sie, schreibt die PNP, nämlich Waschler, Weber, Dickl und Rickl, die völlig privat ein Bürgerbegehren für den Bau ebendieser Donaubrücke initiieren. Dass in ein paar Monaten die Stadtrats- und OB-Wahl stattfindet und die vier Privatleute allesamt für die CSU kandidieren, ist vermutlich Zufall. Wenn nicht, wäre es wirklich ziemlich schäbig, ein Bürgerbegehren, das ja zu einem für den Steuerzahler teuren Bürgerentscheid führen kann, als flankierende Wahlkampfmaßnahme zu missbrauchen.

 

Was die Privatleute von der CSU schaffen, können die real existierenden Sozialisten schon lang und kommen deshalb auch mit einem Wahlkampf-Bürgerbegehren um die Ecke. Und weil man bei der Linken mit Steuergeld fürs Proletariat nicht kleckert, sondern klotzt, geht’s beim Bürgerbegehren um mehr Früh-, Nacht- und Altstadt-Busse in Passau. Bei den Frühfahrten geht es zum Beispiel darum, dass „der Zug nach München um 05.20 Uhr von Pendler:innen und Schichtarbeiter:innen erreicht werden kann.“ Kann mich bitte jemand darüber aufklären, wie viele Menschen dann in diesen Bussen „aus allen Stadtteilen“ sitzen würden und vor allem welche Art von Schichtarbeiter*innen um 5.20 Uhr nach München fahren? Danke im Voraus.

 

Die Nachtbusse sollen übrigens am Wochenende bis zwei Uhr fahren, selbstredend auch in alle Stadteile. Das ist ziemlich unsolidarisch mit denen, die um zwei noch nicht müde sind oder im Schutz der Dunkelheit noch ein paar FCK-NZS-Graffiti auf Wände sprühen mussten, um die Demokratie zu retten. Die Grünen haben da wesentlich weiter gedacht und fordern gleich vergünstigte Taxifahrten nachts – allerdings nicht für alle, sondern nur für besonders Schutzbedürftige. Wer im nächtlichen Passau zu dieser Gruppe gehört, haben die Grünen vor Antragstellung sicherlich empirisch überprüfen lassen. Der Antrag wurde leider abgelehnt. Ich empfehle ein Bürgerbegehren.

 

Frage nicht, was Deine Stadt für Dich tun kann, sondern frage, was Du für Deine Stadt tun kannst. Unter diesem abgewandelten Zitat steht die OB-Kandidatur von Armin Dickl, der nicht weniger will, als uneigennützig die Stadt zu retten. Eigentlich erfolgreicher Unternehmensberater – so konnte man es im letzten Heft lesen – stellte er seine unternehmerische Tätigkeit schon vor sechs Jahren etwas hintan, um sich vollends seiner Bestimmung und Berufung zu widmen, der nächste Oberbürgermeister von Passau zu werden.  

 

An einem Beispiel hat uns Dickl intelligente Verkehrsführung mit KI erklärt, die er als Oberbürgermeister einführen wird: „Am Kirchenplatz hat sich im Sommer ein 40-Tonner mit einem Reisebus verkeilt. Der Stau dauerte drei, vier Stunden. Mit intelligenter Verkehrssteuerung hätten die Leute sofort gewusst: Diese Route ist blockiert.“ Ach geh, Dickl! Das ist doch Science-Fiction. Dass man in seinem Auto sieht, dass eine Route blockiert ist. Was kommt als nächstes? Verkehrsdurchsagen im Radio? Ich könnte übrigens den Kontakt zu jemandem herstellen, der früher politisch was mit Verkehr gemacht hat und jetzt begeistert Consulting-Firmen gründet. Den würde ich mir als Berater holen. Das knallt. Safe.




Montag, 6. Oktober 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Oktober 2025

 Die Tat ist Unheil, das man tut                                            

 

„Unsinn“ hat er gesagt. „In den kommenden Monaten werden wieder der Strand und anderer Unsinn kommen. Jeder Stadtrat braucht seine Themen und muss seine Freundeskreise bedienen, das ist mir alles klar“, hat er gesagt, der Austrags-Jürgen. Fies ist er schon. Jetzt hatten der KandiTAT und seine Freunde diese freshe Idee mit der Holz-Liegefläche an der Ilzmündung und dann sprechen sich nicht nur sämtliche zuständigen Behörden dagegen aus, sondern der OB empfiehlt gönnerhaft, in seiner unnachahmlichen Art, den Antrag einfach zurückzuziehen, was dann auch kleinlaut geschehen ist. Klappe zu, Affe tot.

 

Das mit dem KandiTAT oben ist übrigens kein Schreibfehler, jedenfalls nicht von mir. So hat sich Dickl in den Sozialen Medien selbst bezeichnet: Oberbürgermeister Kanditat 2026. Wobei wir auch ihm unterstellen wollen, dass es kein Schreibfehler war, sondern ein ausgeklügeltes Wortspiel. Ein Mann der Tat als Kanditat vielleicht? Oder Selbstironie? Der Kanditat ein Attentat? Zu Dickl würde auch ein Zitat aus Goethes Faust gut passen: „Die Tat ist Unheil, das man tut.“ Aber lassen wir das. Immerhin prescht er strotzend vor Kraft bereits ein halbes Jahr vor der Wahl in den Wahlkampf. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er die ganzen schönen Anträge, die ihm und seiner Denkfabrik einfallen, nicht alle wieder zurückziehen muss. Wäre schade.

 

Bei den Grünen hingegen weiß man (also „man“ inklusive der Grünen selbst) nicht immer genau, ob es sich bei niedergeschriebenen Themensammlungen um Anträge oder vielleicht um Fragen, Wünsche, Ideen, Manifeste, Wortspielereien (sic!) oder nur Poesie handelt. Und der OB, diese fiese Type, liest das im Ausschuss einfach so vor, was Stefanie Auer wiederum „befremdlich“ findet. Ob das mit dem Wortspiel bei Frau Auer eigentlich auch klappt? Oberbürgermeisterin Kanditatin 2026? Eine Frau der Tatin? Es wäre auf jeden Fall wieder einmal schön gegendert. Kleiner Witz am Rande: Stéphanie Tatin ist der Legende nach die Erfinderin der Tarte Tatin, eines französischen Apfelkuchens. Aber Schluss mit albern.

 

Und sonst so? Ist Dickl als Einziger im Wahlkampfmodus oder tut sich bei den anderen auch schon was? Was plant eigentlich Agent Orange? Außer dass er Radfahrer vor Autos und gleichzeitig Wälder vor Radfahrern schützen will, passiert für seine Verhältnisse erstaunlich wenig. Kein Volksentscheid, kein Bürgerentscheid, nichts. Nicht nur bei den Orangen warten wir sehnsüchtig auf einen OB-Kandidaten. Beim letzten Mal hatten wir mehr als genug, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es nicht weniger werden. Wobei – 2020 gab es sogar eine FDP-Kandidatin. Bringen die diesmal überhaupt eine Liste zusammen? 

 

Die Linken haben schon eine Kandidatin, und zwar „die vermutlich jüngste OB-Kandidatin in der Geschichte Passaus.“ (Selbstbeschreibung) Die Person (sic!) heißt Nika Kolitz und bringt eine „einzigartige Perspektive“ mit. Die einzigartige Perspektive besteht darin, dass sie „jung und politisch erfahren“ ist und in „Passau schon einiges bewegt hat.“ Sie ist nämlich „queer und hat den ersten CSD Passaus mitorgansiert.“ Donnerlittchen! Außerdem ist sie „Mieterin und weiß, wie es ist, wenn die Miete erhöht wird oder es Ärger mit dem Vermieter gibt.“ Das ist mal eine innovative und einzigartige Perspektive: Klassenkampf im Kommunalwahlkampf. Da fehlt als Thema nur noch Queers for Palestine und dann findet sich Nika in der Stichwahl wieder. 

Ich habe mich früher sehr gerne mit Namens-Anagrammen beschäftigt und möchte das als Wahl-Orakel wieder einmal tun. Vielleicht bringen die Anagramme der besprochenen Kandidaten-Namen zumindest etwas Fantasie in die Bewertung der Personen mit ein – natürlich nur auf meinem primitiven Humor-Niveau. Starten wir mit Stefanie Auers Anagramm: „Asia Fee turne.“ Nett, oder? Da muss man sich nicht beschweren. Bei Dickl wird es – und ich kann doch wirklich nichts dafür – schon härter: „Rind im Lack.“ Schließen wir mit Nika Kolitz: „Kilt Nazi ok.“ Ja, da fehlt ein „L“.




Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick September 2025

Nashorn gegen Büffel                                                                          

 

Wenn man über sein Laptop blickend auf den Indischen Ozean schaut, fällt es einem ziemlich schwer, sich gedanklich mit solch Trivialitäten wie der Passauer Kommunalpolitik zu beschäftigen. Bei der zehntägigen Safari vor Ankunft an der Küste südlich von Mombasa sind mir beim Betrachten der Big Five aber tatsächlich mehrfach die Passauer Big Four in den Sinn gekommen. Welches Vieh jetzt zu wem passt, überlasse ich für ein paar Sekunden der Fantasie der Leser, wobei die Erika natürlich klar als Löwin gesetzt ist. Leoparden haben wir in Passau eher nicht, dann bleiben noch die drei großen Burschen übrig. Der Größte tritt nicht mehr an, haben wir noch Nashorn und Büffel.

 

Ich hatte großspurig in der letzten Ausgabe angekündigt, diesmal zu verraten, wer 2026 Oberbürgermeister von Passau wird. Aber so einfach, wie erwartet, ist das nicht. Ich habe es tatsächlich bis zum Schluss nicht geglaubt, dass der Oberjürgen (Wie heißt der eigentlich ab nächstem Jahr? Opajürgen?) nicht mehr antritt. Dann ist es aber doch eindeutig, werden viele jetzt denken. Nashorn schlägt Büffel, klare Sache. Aber es ist gar nicht so einfach. Der Büffel strotzt vor Selbstvertrauen und wie wir Ethologen wissen, schlägt Imponiergehabe oftmals Stärke. Der krasseste Move (um in der Terminologie des Büffels zu bleiben) war die Zielvorgabe für das Ergebnis der CSU bei der Stadtratswahl 2026: 14 plus. 

 

Das ist bei realistischer Betrachtung natürlich völlig abgehoben oder vielleicht eher Pfeifen im Wald, aber warum nicht? Self-fulfilling prophecy – wie wir Sozialpsychologen wissen – funktioniert schon gerne mal, auch oder vor allem in der Politik. Das wäre jetzt der normale Erklärungsversuch. Allerdings ist beim Probanden Armin D. auch nicht ausgeschlossen, dass er das wirklich glaubt. Also das mit den 14 plus. Dass er glaubt, dass er Oberbürgermeister wird, steht ja außer Frage. Er findet dem Vernehmen nach auch seine Listenbesetzung top, wenn nicht sogar fresh oder next level. 

 

Auffällig ist zunächst einmal der Platz 5 für einen Johannes Asenbauer, dessen Hauptqualifikation die Mitgliedschaft in allen Heininger Vereinen zu sein scheint. Dass das für ein passables Ergebnis reichen kann, ist zwar furchtbar, aber erfahrungsgemäß möglich. Lustig sind die Personalien Basil Coleman und Carola Jungwirth. Bei Ersterem fehlt mir tatsächlich die Vorstellungskraft, ob den wer und wer dann genau den wählt, während Zweitere in den letzten Jahren medial eher suboptimal aufgefallen ist. Richtig spannend sind selbstredend Tausch und Dittlmann, weil die beiden – sollten es dann doch nicht ganz 14 Sitze werden – durchaus das Zeug haben, ein paar vordere Plätze zu verdrängen. Wen genau verrate ich nicht, weiß aber ohnehin jeder.

 

Ein echter Coup auf der Liste ist Christian Bernreiter. Ihn persönlich kennt zwar keiner, aber seinen Namen. Nachdem bei uns ja jeder wählen darf, auch wenn er siebenmal durch die Führerscheinprüfung gefallen ist, ist nicht ausgeschlossen, dass in diesem Fall eine Verwechslung zu einem guten Ergebnis führt. Kleiner Tipp für die SPD: Vielleicht findet Ihr jemanden, der Willy Brandt oder Helmut Schmidt heißt, für die Liste. Die selbstironische Note ist dann noch Platz 44 mit Klaus Fiedler, der damit wohl das erste Mal in seinem Leben die Chance hat, nicht nach hinten, sondern nach vorne gewählt zu werden. 

Zurück zur OB-Wahl. Im Moment sieht alles nach einem Duell Nashorn gegen Büffel, Rother gegen Dickl, aus. Die Sozis haben jetzt natürlich den enormen Vorteil, nicht dämlicherweise viel zu früh eine Liste präsentiert zu haben und den könnten sie durchaus nutzen. Wie wir Politologen wissen, spielt eine wohltemperierte Liste sicherlich eine Rolle für den Erfolg des Spitzenkandidaten. Nachdem aber Coleman und Jungwirth nun schon bei der CSU antreten, gibt es kaum mehr in Frage kommende High Performer. Von Professoren und Kulturschaffenden würde ich allerdings abraten. Cave Oberreuter-Experiment!

 

Wo ist eigentlich dieser Putzke?



Donnerstag, 24. Juli 2025

KOS kostet

In der letzten Sitzung des Passauer Ordnungsausschusses ist etwas, schlichte Gemüter wie mich, Verwirrendes passiert.

Bei der Abstimmung über die Einführung eines sogenannten Kommunalen Ordnungsservices (KOS) haben die beiden Mitglieder der CSU zwar gegen eine schnellstmögliche Einführung, allerdings im weiteren Verlauf für die Einplanung von Finanzmitteln im Haushalt 2026 gestimmt.

Ich wiederhole: Dickl und Weber wollen das Konstrukt mit dem etwas sperrigen Namen zwar derzeit nicht einführen, sind aber dafür, Finanzmittel dafür einzuplanen.

Sollte das jetzt witzig sein, eine tiefere Bedeutung haben oder den Beginn eines perfiden Verwirrungswahlkampfes darstellen? Mit dem Ziel, die andere Seite durch paradoxes Verhalten zu verunsichern?

Vermutlich letzteres. Ich fürchte, dieser Dickl ist ein Teufelskerl – mit allen Wassern gewaschen. Da können sich Rother & Co warm anziehen.

Der Wahlkampf ist eröffnet. Wir schalten uns aus. Für Satire ist ab sofort Armin Dickl zuständig. 

Dienstag, 8. Juli 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Juli / August 2025

Ein Prolog zum Sommerloch                                            

 

Ich habe – wie manch anderer vermutlich auch – einen schönen Leserbrief in der PNP gelesen. Nach Leserbriefschreibermeinung wären die geeignetsten Oberbürgermeister Achim Spechter, Rudi Ramelsberger und Till Hofmann. Ich würde sogar noch weiter gehen: Alle drei sollten OB werden, und zwar roulierend. Spechter im Sommer, der Till im Winter und Ramelsberger im Fasching. Daraus wird aber leider nichts, weil sich zumindest die CSU und die Grünen schon auf einen anderen Kandidaten „verständigt“ haben. Bleibt nur noch der Till, der aber bedauernswerterweise weder Zeit noch Lust noch einen Anzug samt Krawatte haben dürfte.

 

Somit könnte also Armin Dickl im nächsten Jahr tatsächlich Oberbürgermeister werden, wenn – was ja derzeit zumindest nicht ausgeschlossen ist – die SPD im Juli (oder wann auch immer) Sissi Geyer zur OB-Kandidatin nominiert. Pardon, ich präzisiere: Dickl könnte in diesem Fall zum Oberbürgermeister gewählt (sic!) werden. Ob er dann tatsächlich Oberbürgermeister wird, steht auf einem anderen Blatt, weil ein Passauer Juraprofessor spätestens am Montag nach der Wahl, also am 9. März 2026, diese per Wahleinspruch anfechten wird. Die Begründung wird ca. 1200 Seiten umfassen und bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag auf Facebook veröffentlicht und auf Instagram, Youtube und Tiktok vorgelesen werden. Tenor: Irgendwas ist immer.

 

Allerdings ist nach heutigem Stand auch ein komplett anderes Szenario möglich. Bei der Listenaufstellung der CSU verweigert Dickl der um- und angeworbenen Christa Tausch den Listenplatz 2. Erzürnt schmiert sie ihm eine, wovon er sich nie mehr erholt. Nachdem Tausch nicht mehr mitmachen darf und sonst irgendwie keiner mag, wird Ramelsberger mit einer Ja-Stimme und 65 Enthaltungen zum neuen OB-Kandidaten der CSU gekürt. Das bringt den bis zu diesem Zeitpunkt eher mittelmotivierten Andreas Dittlmann wieder auf den Plan („Na gut, wenn’s so einfach ist.“) und er erklärt parteifrei und ohne Liste seine OB-Kandidatur. Das Ergebnis ist klar: Auer kommt mit Dittlmann in die Stichwahl, Mangold kommt auf neun Prozent und Ramelsberger auf neun Stimmen.

 

Nachdem ich es selbst immer wieder nicht glauben kann, habe ich nochmals ChatGPT gefragt. Ja, es stimmt: Passau ist die einzige Stadt in Deutschland mit vier Bürgermeistern. Im europäischen Vergleich haben immerhin London und Paris noch mehr Bürgermeister als Passau. Eine Passauer Spezialsituation ist natürlich, dass die Erika – ganz egal in welcher Fraktion sie sich gerade befindet – lebenslang als Bürgermeisterin gesetzt ist. Sollte Dickl es wider Erwarten nicht zum OB schaffen (woran bestimmt wieder irgendein impertinentes Arschloch [O-Ton Dickl, 2020] schuld wäre), muss er wenigstens einfacher Bürgermeister werden. Außerdem wäre jetzt langsam mal Frau Auer dran. Und der Koopmann und die Reitmeier. Da werden voraussichtlich fünf Bürgermeisterposten nicht reichen, aber auf einen sechsten kommt es dann auch nicht mehr an. 

 

Wird Dittlmann OB, gestaltet sich das Ganze mindestens so schwierig. Für eine funktionierende Gestaltungsmehrheit wird man auch da mit vier Bürgermeistern nicht auskommen. Allerdings will der Dittlmann ja immer sparen, also außer bei der Feuerwehr. Am einfachsten wäre es, wenn alles so bleibt wie es ist. Der Oberjürgen macht einfach weiter, hilfsweise übernimmt einer, der ihm zumindest ein bisschen ähnlich sieht und es gibt keine Aufregungen und Verwerfungen. Die CSU wird dann zwar völlig implodieren, aber daran arbeiten die Protagonisten seit Jahren ja selbst und irgendwie wissen sie es auch. Zumindest einige wissen es. Der Rest weiß es dann spätestens nächstes Jahr im März. Und wenn man Ortner und Haydn in sechs Jahren fragt, ob sie 2032 noch einmal kandidieren werden, kennt heute schon jeder die Antwort. In der nächsten Ausgabe im September verrate ich dann, wer 2026 wirklich OB wird. Ich wünsche einen schönen Vorwahlkampf-Sommer.





Donnerstag, 3. Juli 2025

Der Marsch durch die Institutionen ist abgeschlossen

Es ist unerfreulich und beunruhigend genug, dass Linksagitatoren wie Ulrike Lembke Richter am Berliner (sic!) Verfassungsgerichtshof werden können. 

Es ist unerträglich und widerlich, die Mehrheit der Menschen in diesem Land mit Beleidigungen zu überziehen, indem Frau Lembke pauschal alle, die anderer Meinung sind, als rechtsextrem bezeichnet.

Zitat PNP, 03.07.2025, Seite 26: "Neben ihrer juristischen Argumentation fand Lembke auch hinsichtlich der politischen Einordnung aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen deutliche Worte. Der Kampf gegen geschlechtergerechte Sprache stelle ein antifeministisches, queer- und verfassungsfeindliches Handlungsfeld rechtsextremer Akteure dar, welches auch demokratische Parteien und die gesellschaftliche Mitte beeinflusse."

Es ist ein Skandal, dass eine Passauer Professorin samt Kolleginnen einer solch aggressiven Agitation nicht nur Raum gibt, sondern sie auch offensichtlich begeistert unterstützt.

Und es ist ein Trauerspiel, dass bei der PNP wieder einmal keiner diesen Skandal bemerkt und die Pressemitteilung ungeprüft und unkommentiert abdruckt.




Donnerstag, 5. Juni 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Juni 2025

Gesichert ess-extremistisch                                                    

Beim Konsum von Schweinefleisch besteht das Risiko, sich mit Trichinen zu infizieren. Vor allem Menschen, die sich ausschließlich von gebratenem oder besonders rohem Schweinefleisch ernähren, sind hier besonders gefährdet. Eine Trichinellose kann abgesehen von Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall auf das zentrale Nervensystem übergreifen und zu Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen und Halluzinationen führen. Solche neurologischen Symptome können in Verbindung mit bereits bestehendem Größenwahn und einer viel zu frühen CSU-Sozialisation zu völligem Realitätsverlust, Paranoia, touretteartigem Dauergeplapper und der völlig gegenteiligen Wahrnehmung und Beschreibung von Fakten führen.

 

So sieht sich der Politiker Markus S. von der in Bayern alleinregierenden VVP (Vegane Verbotspartei) bevormundet und kritisiert, „dass uns ständig jemand vorschreibt, wie wir reden, denken oder essen sollen.“ (Original-Zitat) Während der tägliche Cannabiskonsum allen Erwachsenen gesetzlich vorgeschrieben werde, sei das Essen von Fleisch (strafschärfend: Schweinefleisch) in Bayern bekanntermaßen strengstens verboten, woraufhin Widerstandskämpfer im Bayerischen Wald ein illegales Schweinewettgrillen veranstaltet haben. „Ein Leben ohne Schweinsbraten ist möglich, aber nicht wirklich sinnvoll“, (Original-Zitat) sagte Markus S. vor tausenden Freiheitskämpfern in Viechtach.

 

Gerade für Kinder sei der exzessive Konsum von Schweinebraten und Leberkäs aus entwicklungsmedizinischer Sicht eine unabdingbare Notwendigkeit, während Brokkoli, Salat oder Obst irreversible Schäden bei jungen Menschen verursachen würden. Es sei ja im Übrigen auch illusorisch zu glauben, sagte der Ernährungswissenschaftler und Politiker Markus S., dass Kindern „der Start ins Leben ohne eine Leberkässemmel wirklich gelingt“. (Original-Zitat) Allerdings sehe er bundespolitisch ein Licht am Ende des Tunnels, denn: „Statt dem grün-veganen Özdemir kommt jetzt der schwarze Metzger. Das passt perfekt: Jetzt gibt es wieder Leberkäs statt Tofu-Tümelei.“ (Original-Zitat)

 

Nur eine Stunde nach der Freiheitskampfveranstaltung in Viechtach trat Markus S. bereits auf einer weiteren Bizarr-Party in Pullman City auf, wo ihm zu Ehren von Josef Heisl und Hansi Koller, verkleidet als Buffalo Bill und Billy the Kid, 1.000 Büffel erschossen wurden. „Erschießt gleich noch ein paar von diesen hinterfotzigen Rothäuten! Aber das darf man heute wahrscheinlich auch nicht mehr sagen“, feuerte der cowboyhuttragende, nun völlig in ekstatischen Furor geratene Franke die schwer bewaffneten Wildwest-Fetischisten an. (Kein Original-Zitat) 

 

Nach der Einnahme seiner Medikamente beruhigte sich der Spitzenpolitiker leicht und rief in seiner charmant-erratischen Art ins Publikum: „Sich als Indianer zu verkleiden, ist keine Beleidigung, sondern eine Ehrung, eine Hommage und auch Dank.“ (Original-Zitat) Dabei verschwieg er leider, wer damit wem wofür danken würde. Manche Kritiker lehnten derartige Kostümierungen als „kulturelle Aneignung“ ab. „Wem das nicht gefällt, der kann ja zuhause bleiben.“ (Original-Zitat) Dass erwachsene Menschen, die ihre Freizeit nicht bevorzugt in Fetischkleidung verbringen, solcherlei Veranstaltungen ohnehin tunlichst meiden, wenn sie nicht gerade als Berufspopulisten zur Teilnahme verdammt sind, blieb leider unerwähnt.

 

Nach den Feierlichkeiten verspeiste Markus S. noch ein kleines Schwein und bekam als Dank für die großzügige Unterstützung durch den Freistaat beim Wiederaufbau der Westernstadt noch eine Südstaatenflagge, eine lebenslang gültige Eintrittskarte und ein Flugzeug geschenkt.

 

Transparenzerklärung: Ich habe kein Problem mit Kindern, die sich im Fasching als Cowboy oder Indianer verkleiden. Außerdem esse ich gelegentlich sehr gerne einen Schweinebraten, aber halt nicht dreimal am Tag und als Beilage wähle ich Krautsalat und keinen Leberkäs-Currywurstsalat. Mahlzeit und Helau!



Samstag, 10. Mai 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Mai 2025

Paniertes Surschnitzel in Champignonsauce

Beim Schreiben dieser Zeilen kam die Nachricht. Dobrindt, Bär und Rainer werden die drei CSU-Bundesminister. Wie bitte? Ein Niederbayer wird Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft und der Mann heißt Alois Rainer und nicht Hans Koller? Wer, bitte schön, ist Alois Rainer? War der etwa auch schon Stargast in der Heute Show und hat dort wild fabulierend und verkrampft klatschend in die Kamera geglotzt? Ich glaube nicht. Kostet bei diesem Rainer der Gemischte Braten auch 9,50 Euro und die Halbe Bier 2,60 Euro? Bestimmt nicht. Warum wird der dann Ernährungsminister und der Koller Hansi nicht?

 Wenn die Online-Speisekarte stimmt, gibt es beim Koller sogar Paniertes Surschnitzel in Champignonrahmsoße mit Semmelknödel. Verzeihung – so etwas Fantastisches habe ich noch nirgendwo auf der Welt gesehen. Und dann wird ein dahergelaufener Gäubodenmetzger, der wahrscheinlich nicht einmal das Rezept für Paniertes Surschnitzel in Champignonrahmsoße kennt, statt dem Koller Hansi Bundesminister. Fast noch schlimmer ist allerdings, dass Doro Bär Raumfahrtministerin wird. Da blutet mir das Herz. Das Ministerium wäre etwas für den Andi gewesen. Ich stelle ihn mir gerade im perfekt sitzenden Raumanzug vor – wie er aus seinem Raumschiff in sein Smartphone spricht: 

 

„Logbuch der Enterprise. Sternzeit 2025. Mein Auftrag lautet, fremde neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen zu suchen und mit ihnen teure Geschäfte abzuschließen. Und am Ende werde ich Präsident der Andromeda-Brücke.“ Dass wiederum Dobrindt Bundesinnenminister wird, überrascht nicht. Das Innenministerium hat nämlich nur einen Etat von 13,7 Milliarden im Gegensatz zum Verkehrsministerium mit knapp 50 Milliarden. Da kann er zumindest monetär nicht so viel kaputtmachen wie beim Verkehr. Außerdem ist Alexander Dobrindt nach Friedrich, de Maizière, Seehofer und Faeser halt auch noch einmal eine schöne Steigerung.

 

Das leidige Thema Passauer Brücken erheitert mich fast schon mittlerweile. Der Mangold ist jeden Tag in der Zeitung und macht ein besorgtes Gesicht (also sein Normal-Gesicht), während er suggeriert, die Demontage des Fünferlstegs stünde unmittelbar bevor. Gleichzeitig verstehe ich aber die ganze Diskussion über Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern sowie eine zusätzliche Brücke, bzw. Brückenerweiterung für Radfahrer noch nicht einmal ansatzweise. Ich gehe regelmäßig über den Fünferlsteg und mir kommt nahezu jedes Mal ein Radfahrer entgegen. Schiebend oder langsam fahrend, womit er ja sogar weniger Platz braucht. Warum kann man das nicht einfach so laufen lassen? Weil wir in Deutschland sind? Ach, stimmt, ich vergaß.

 

Auch sehr schräg ist die Sache mit der Hängebrücke. Mir erschließt sich nicht, warum seit Ewigkeiten LKW über 16 Tonnen die Brücke nicht befahren durften, Busse aber schon, nun aber nach einer Prüfung, die – so lese ich es zwischen den Zeilen der Heimatzeitung heraus – relativ oberflächlich war, aber auch keine Busse mehr fahren dürfen. Dass man das übergangsweise so macht, bis eine detailliertere Prüfung erfolgt ist, mag ja noch einsehbar sein. Dass es aber nicht möglich sein soll, in dieser Übergangszeit irgendeine halbwegs verträgliche Lösung zu finden, entzieht sich jeglicher Vorstellungskraft. In Berlin haben wir ein Raumfahrtministerium, Söder faselt von Bavaria One und Space Valley, aber in Passau ist die Altstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr erreichbar.

 

Da passt noch gut das Thema dazu, das wir exakt vor zehn Jahren (Mai 2015) hier an dieser Stelle erörtert haben. Damals wurde nämlich (wieder einmal) über das Thema Seilbahn zum Oberhaus diskutiert. Heute (Mai 2025) ist nicht nur die Seilbahnidee schon lange gestorben, heute fahren nicht einmal mehr Busse. Ich bin wirklich froh, dass mit der Schanzlbrücke alles in bester Ordnung ist, sonst müsste man sich ernsthaft Sorgen machen. Auf in neue Welten!




Sonntag, 6. April 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick April 2025

Wohnst Du noch oder feierst Du schon?

Verständnisfrage: Wenn Menschen, die in der Stadtmitte wohnen, diese resigniert verlassen, weil sie sich zukünftig nicht mehr mit Lärm- und Vandalismusexzessen anfreunden möchten, flüchten sie dann aus einem Wohndisneyland oder aus einem Partydisneyland? Ich denke, die Antwort ist selbsterklärend. Gerade die Altstadt ist – vor allem in der wärmeren Jahreszeit – nicht nur Partydisneyland, sondern auch Tourismusdisneyland oder Falschparkerdisneyland für sonn- und feiertägliche Gottesdienstbesucher.

Wenn jetzt jemand fordert, wir bräuchten noch mehr „Diskotheken“, und zwar „gerade in der Stadtmitte, wo sie auch hingehören. Schaffen wir das in Passau nicht mehr, verkommt die Innenstadt zum ‚Wohndisneyland‘ für ruhebedürftige Herrschaften. Dann ist es still – lebenswert aber nicht mehr“, ist das nicht nur dreist, sondern auch überaus dämlich. Zum einen ist es einigermaßen frech, Menschen, die keine Lust haben, fast jede Nacht schreiende Partydisneylandbesucher zu ertragen und umgeworfene Mülltonnen wieder aufzustellen, als ruhebedürftige Herrschaften zu verunglimpfen. Zum anderen ist exakt das Gegenteil der Fall. Das Wort „lebenswert“ bedeutet doch wohl eher, dass Menschen dort gerne leben und nicht, dass das Partyvolk in unbewohnten, verlassenen Straßenzügen ausgelassen und lautstark feiern kann.

Nebenbei bemerkt: Junge Leute, die im Jahr 2025 immer noch das Wort „Diskothek“ benutzen, offenbaren damit ja auch ziemlich deutlich, wo sie hingehören – nämlich in die Großraumtempel irgendwo zwischen Wald und Gewerbegebiet, wo es weiterhin Rüscherl, Goaßmass sowie den Sangria-Eimer für 29 Euro gibt (kein Witz, habe ich recherchiert) und dort der urbaneren Bevölkerung nicht auf die Nerven gehen. Wenn sie dann nach Sangriaverkostung beim Verlassen der „Disko“ herumschreien, auf den Parkplatz kotzen oder sich gegenseitig die Nasenbeine brechen, wecken sie wenigstens niemanden auf.

Ich habe im Übrigen gar nichts gegen Clubs und Bars, auch nichts gegen Festivals auf Oberhaus oder Feste in der Altstadt. Ich ärgere mich nur über unsinnige und falsche Argumente, die klar an der Realität vorbeigehen. Der Begriff „Wohndisneyland“ ist perfide, absurd und wieder einmal geeignet, die Bevölkerung zu spalten. Keiner will ausgestorbene Innenstädte, aber jeder will irgendwann einmal schlafen. Nahezu jeder akzeptiert Clubs an geeigneten Stellen, aber kaum jemand begeistert sich für Geschrei und Vandalismus vor seinem Schlafzimmerfenster. Also immer schön bei der Wahrheit bleiben.

Apropos. Je einfältiger und schlichter ein Mensch ist, desto mehr ist er davon überzeugt, im absoluten Besitz der Wahrheit zu sein. Oder wie es David Dunning beschreibt: „Wenn man inkompetent ist, kann man nicht wissen, dass man inkompetent ist. Die Fähigkeiten, die Sie benötigen, um eine richtige Antwort zu geben, sind genau die Fähigkeiten, die Sie benötigen, um zu erkennen, was eine richtige Antwort ist.“ Wenn jetzt ein Hauzenberger sagt, dass der Pfarrer mit Jugendlichen Alkohol getrunken habe, sei bekannt und dann erklärend hinzufügt „Wir sind auf dem Land. Schauen Sie doch mal zur Feuerwehr oder in den Schützenverein. Da passiert das auch“, offenbart er damit in erster Linie nur, dass er das Ausmaß seiner Inkompetenz nicht richtig einschätzen kann.

Natürlich ist es so, dass die Beschreibung „auf dem Land“ für Hauzenberg einen erheblichen Euphemismus darstellt. Natürlich ist es so, dass der Inkompetente das Falsche als das Richtige ansieht, wenn es alle anderen Inkompetenten um ihn herum auch so einschätzen. Und folglich ist es immer so, dass derjenige, der das Falsche nicht als normal, sondern als falsch beschreibt, vom Inkompetenten als Außenseiter, Störer oder Denunziant bezeichnet wird. Was das mit Hauzenberg zu tun hat? Keine Ahnung – ist mir gerade so eingefallen. Schwoam ma’s owe.







Montag, 10. März 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick März 2025

Hoch die Hände – Zeitenwende!

So, jetzt kann ich es ja zugeben. Ich habe AfD und die Linke gewählt. Nachdem ich aber – wie schon länger bekannt – nicht nur ein linksradikaler Nazi bin, sondern seit einiger Zeit auch noch Elektroauto fahre und gelegentlich sogar meinen Müll trenne (am Abend, bevor die Müllabfuhr kommt, verteile ich Flaschen, Dosen und Batterien gleichmäßig auf die Restmülltonnen meiner Nachbarn), habe ich natürlich zusätzlich die Grünen und die ÖDP gewählt. Den Schätzl, den Koller Hansi und das Maral sowieso. Ich finde nämlich, ein guter Demokrat sollte allen die Chance geben, sich an der Rettung der Bunderepublik zu beteiligen und auf dem Wahlzettel kreuz und quer kumulieren und panaschieren.

Unten auf den Wahlzettel habe ich dann noch geschrieben: „Ich bitte um eine baldige Einigung in der Migrationsfrage, die sofortige Beendigung des Ukrainekrieges und die Einführung der 3,5-Tage-Woche bei einer Lohnerhöhung von 12 Prozent, mindestens aber 500 Euro pro Monat. Ferner fordere ich eine paritätische Besetzung des Bundestages, die die Lebenswirklichkeit in Deutschland abbildet: Ein Drittel Männer, ein Drittel Frauen, ein Drittel Sonstige. Mehr Kita-, billigere Pflege- und kostenlose Parkplätze verstehen sich von selbst. Ich bedanke mich im Voraus und verbleibe mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen!“ Meinen Namen habe ich natürlich nicht drauf geschrieben. Ich bin ja nicht blöd.

Während ich den Wahlzettel gescannt habe, um ihn anschließend ins Rathaus zu mailen, war ich derart euphorisch und dachte bei mir: Dieses Mal klappt es, dieses Mal kriegen sie es hin. Bald wird alles gut. Das spüre ich. Jetzt, wo der Koller auch noch dabei ist, kann nichts mehr schiefgehen. Und dann ist es passiert – es klingelte an der Tür. Vor dieser standen zwei junge Menschen in roten Jacken, die mich freundlich anlächelten und begrüßten. Sie wollten mit mir über ihre Politik sprechen, aber mir fehlte die Kraft, weil ich sofort erkannte, dass es sich hierbei um ein Zeichen handeln musste. Als ich dann zwei Tage nach der Wahl in der Zeitung lesen durfte, dass es sich bei einem meiner Haustürklingler um den jetzt dann jüngsten Abgeordneten im nächsten Bundestag handelt, war ich mir endgültig sicher. Das war nicht nur ein Zeichen, das war eine Erscheinung.

Die älteren Leser mit bayerischem Sozialisationshintergrund kennen sicherlich noch die Witze vom Kare und vom Lugge. Beispiel gefällig? Ich zitiere aus einem alten bayerischen Witzebuch: „Fragt da Lugge an Kare: Wos is as gräßere Problem in da heidigen Zeit: Dummheit oder koa Interesse? Sogt da Kare: Woaß i ned, is ma aa scheißwurscht!“ Ja, ich gebe zu, der Witz haut einen jetzt nicht vom Hocker. Viel lustiger ist, dass wir jetzt aus unserem Wahlkreis zwei neue Abgeordnete nach Berlin schicken, nämlich den Hansi und den Luke. Und das Schönste daran ist, dass die Beiden aus so ganz unterschiedlichen Welten stammen. Sagt der Hansi zum Luke: „Du, Lugge, moanst, dass de mi in Berlin überhaupts vastängern?“ Sagt der Luke: „Ey, Digga, Dich versteht ja schon zuhause keiner.“

Aber vielleicht wird es auch ganz harmonisch, wenn sie gemeinsam im Zug nach Berlin sitzen. Der Hansi bringt dem Luke das Schafkopfen bei und der Luke erklärt dem Hansi die 56 Geschlechter oder die Internationale Solidarität. Später packt der Hansi sein Geräuchertes aus, der Luke seinen Linsen-Tofu-Riegel. Der Hansi erzählt von der Arena in Hundsdorf und der Luke lädt ihn zur nächsten Pro-Palästina-Demo in Berlin ein. Zum Abschluss schauen sie noch gemeinsam Don Camillo und Peppone auf Hansis Laptop, bevor sich in Berlin ihre Wege trennen. Luke schreibt an eine Genossin: „Bin verwirrt. Habe heute den ersten Rechten persönlich kennengelernt. Total goofy, aber eigentlich ganz nice.“ Der Hansi ruft seine Frau an: „Do kommst Du nia drauf, wen i kennaglernt hob. Den Sohn vom Lucky Luke. Du, der is fei Kommunist, aber ned zwida.“ Die Welt könnte so schön sein.







Montag, 10. Februar 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Februar 2025

Flinta

Kommt Ihnen die Geschichte auch so bekannt vor? Als hätte sich das, was unlängst in Berlin passiert ist, irgendwann und irgendwo schon einmal so ähnlich zugetragen? Ein grüner Bundestagsabgeordneter (noch) aus Berlin-Pankow durfte nicht mehr fürs Direktmandat kandidieren, weil ihm von einer Anne K. Belästigung vorgeworfen wurde, was er zwar heftig bestritt, aber im Hinblick auf seine Direktkandidatur trotzdem scheiterte. Blöderweise stellte sich kurz darauf heraus, dass wohl nicht nur die Anschuldigungen haltlos sind, sondern es diese Anne K. gar nicht gibt. 

 Hinter der Intrige steckt eine Grünenpolitikerin, die sich auf den sozialen Medien als „anticapitalist, queer, neurodivergent“ bezeichnet und die Grünen mittlerweile verlassen hat. Es gibt mehrere Strafanzeigen gegen sie. So weit, so irre. Es geht aber noch irrer. Als wäre das nicht alles schon schlimm genug, stellt sich dann auch noch die Chefin der Grünen Jugend hin und fabuliert, dass die Unschuldsvermutung vielleicht vor Gericht gelte, aber nicht bei den Grünen. Konkret meinte sie natürlich, die Unschuldsvermutung gelte in einer feministischen Partei zumindest nicht für Männer – oder wie sie Personen mit XY-Chromosomenausstattung auch immer bezeichnen mag. Sowas gibt es doch wirklich nur in Berlin, oder?

 

In Passau ist derlei undenkbar. Der SPDler plakatiert gleich das, was seine Chancen für den Wiedereinzug (Erreichen der Fünf-Prozent-Hürde vorausgesetzt) schlicht und einfach beschreibt: (Mein Platz ist) Sicher. Bei der CSU hat man einfach – wie immer – den besten und fähigsten Mann aufgestellt. Im Passauer Wahlkreis ist sogar der Grünen-Kandidat ein weißer, alter Mann, trägt aber zur Kompensation wenigstens einen Zopf und heißt Sascha. Die Linken haben erstaunlicherweise auch jemand gefunden, der kandidieren will und bei der FDP konnte man immerhin einen Heranwachsenden überreden, der sogar noch kurz vor der Wahl seine Ausbildung abschließt. Wenigstens spielen ein paar der Kandidaten Schafkopf. Das beruhigt mich.

 

Der nächste Kanzler ist ein Arschloch. Ruhig bleiben – ich zitiere nur. Die Satire-Partei „Die Partei“ hat das so plakatiert und wer es geschmacklos findet, hat es höchstwahrscheinlich nicht verstanden. Eine amerikanische Politikwissenschaftlerin hat einmal sinngemäß und zutreffend festgestellt, dass ein Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gar nicht charakterlich integer sein kann, weil er es sonst niemals überhaupt bis zur Kandidatur geschafft hätte. So abwegig ist der Gedanke nicht und ich befürchte schwer, dass das nicht nur auf amerikanische Präsidenten zutrifft.

 

Zum Abschluss ein Instagram-Beitrag des Arbeitskreises kritischer Jurist*innen Passau: „Unser Kritisches FLINTA* Forum lädt Euch herzlich zur FLINTA*-Disco am (…)  ein! Eingeladen sind FLINTA*: Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen. Das beinhaltet ganz ausdrücklich auch trans Männer oder inter cis Männer! Alle Menschen außer endo cis Männer sind also ganz herzlich willkommen. Seit der frühen Jugend sind FLINTA* mit sexistischen und gewaltvollen Ausgeh- und Disco-Erfahrungen konfrontiert, die in aller Regel von endo cis Männern ausgehen. 

 

Wir wollen einen Raum zum Tanzen ohne Grenzüberschreitungen schaffen, in welchem sich FLINTA* wohler und sicherer fühlen können. Hierbei ist es uns ein besonderes Anliegen, dass sich FLINTA* jeglichen Alters und jeglicher sexueller Orientierung angesprochen fühlen. Um den safer space zu gewährleisten, gibt es ein Awareness Konzept, ein ansprechbares Awareness Team und auch ein Fotografierverbot. Los geht der Abend um 20 Uhr mit einem Soft Opening, bei dem ihr eure Gesichter am Glitzer-Tisch verschönern könnt und an der Theke feministische Postkarten, Jutebeutel und Armbänder auf Spendenbasis bekommt.“ (Grammatikalische Fehler vom Original übernommen) 

 

Spätrömische Dekadenz. Wir sind verloren. Komplett verloren.