Dienstag, 7. März 2017

Wer schaltet eigentlich bei Euch Kommentare frei?

pnp.de verbreitet substanzlose Hetze.

Update 15.18 Uhr: Wurde aber schnell gelöscht. Wenigstens lesen sie hier mit.


Freitag, 3. März 2017

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Angeschwärzt und aufgemauert       
                
Lieber Tölpel!

Die Leute, die sich über die Blödheit der Amis aufregen, weil sie Trump gewählt haben, sollten sich alle einmal überlegen, wer in unserem schönen Land Ministerpräsident ist und sich dann fragen, was der Rest von Deutschland über die Bayern denkt. Oder noch besser: Sie sollten einmal die knapp 100 Kommentare auf pnp.de zum Thema „Negerball“ lesen. Um mit Polt zu sprechen: Heutzutage verfassen Menschen im Internet Kommentare, die hätte man früher aus dem Bierzelt hinausgeschmissen. Bei einer Sache versteht der Internet-Kommentator nämlich gar keinen Spaß – dass man ihm seinen Rassismus nicht vergönnt und dass man heute nicht mehr sagen darf, was man früher ganz selbstverständlich gesagt hat.

Es ist auch eine Dreckssauerei, dass einem diese verjudeten Gutmenschen vorschreiben wollen, dass man Krüppel nicht mehr Krüppel, Liliputaner nicht mehr Liliputaner, Schlitzaugen nicht mehr Schlitzaugen, Schwuchteln nicht mehr Schwuchteln und Nigger nicht mehr Neger nennen darf. Nur damit mich auch die dümmsten Schweinebauern aus dem hintersten Bayerwald-Inzuchtdorf verstehen (Darf man das so sagen? Sagen wir hier in der Stadt immer schon.) – man muss es jetzt nicht übermäßig schlimm finden, dass der Negerball Negerball heißt. Aber was ein Großteil der Kommentatoren ohne Bildung und Rechtschreibkenntnisse da an hasserfülltem und widerwärtigem Weltbild durchblicken lässt, ist schon ganz schön gruslig.

„Armes Deutschland“ schreibt da ein Kommentator. „Einen Funken Selbstachtung sollten wir uns schon bewahren,“ schreibt ein anderer. Gerne wird überhaupt das Argument verwendet, dass keine Nation sich diesbezüglich so unterdrücken lässt wie die deutsche. Korrekt. Und wenn die Neger, die jüdische Weltverschwörung und die Untermenschen im Osten uns weiterhin so kleinhalten, provozieren und demütigen, wird’s langsam wieder Zeit, in Polen einzumarschieren, pardon, zurückzuschießen.

Was meinst Du dazu, Du Mongo-Schädel?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Ach, ich finde, man sollte diese Sonderschüler, die meinen, Neger wäre überall auf der Welt außer in Deutschland ein Wort des unbelasteten Sprachgebrauchs, einfach einmal nach USA schicken und die dortigen Ghetto-Neger mit einem freundlichen „yo, niggers (wahlweise auch negros), what’s up“ begrüßen lassen. Die erklären ihnen das dann bestimmt gerne und ausführlich.

Der Scheuer Andi hat der AmSonntag erzählt, dass er sich „einen SPD-Kanzler Schulz beim besten Willen nicht vorstellen kann.“ Ganz ehrlich? Ich kann mir einen Ministerpräsidenten Seehofer auch beim besten Willen nicht vorstellen und frage mich regelmäßig, wann ich endlich aufwache. Auf die Frage, ob er sich das Amt des Ministerpräsidenten zutraut, hat der Andi übrigens geantwortet: „Diese Frage stellt sich nicht.“ Auch das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich diese Frage nicht stellt. Ich kann mir dafür sehr gut vorstellen, wie im Scheuerschen Badezimmer der Defiliermarsch läuft und der Andi vorm Spiegel das Winken übt. Das kann ich mir sehr, sehr gut vorstellen. Bildlich.

Die PNP hat mich unlängst wieder mit dem Thema erheitert, dass es Menschen wie den Ortsvorsitzenden der CSU Passau-Mitte gibt, die der Meinung sind, es gäbe in der Altstadt zu wenig Kurzzeitparkplätze. Stimmt, das ist ja auch ein weltweiter Trend, in den Innenstädten mehr Verkehr zuzulassen – so wie Rauchen in Kindergärten, Wärmedämmung mit Asbest oder Teufelsaustreibung bei Schizophrenen. Aber der Lokalteil muss halt vollgeschrieben werden. Jetzt warte ich bloß noch drauf, dass einer an der Innpromenade eine Betonmauer bauen oder den Steinweg teeren will. Ist eigentlich irgendwem aufgefallen, dass die Hochwassermauer-Visualisierungen so schlecht sind, dass man sich überhaupt nicht vorstellen kann, wie das dann tatsächlich aussehen soll? Nicht?

Bau mer moi, dann sehng ma’s scho.

Euer Tölpel

Freitag, 3. Februar 2017

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Aufgebauscht und aufgestellt   

Lieber Tölpel!

„150 Flüchtlinge pro Stunde – Wann ist die DDR leer?“, „Deutschland sozialistischer als China!“, „Hitler ließ heimlich Ufos bauen!“, „Macht Harry Potter schwul?“, „Einige Gefährder untergetaucht!“ Liebe Leser des Qualitätsmagazins Bürgerblick! Abgesehen davon, dass es sich bei allen Zitaten um Überschriften aus Tageszeitungen handelt und wir nicht nur wegen der Ausrufezeichen einen Verdacht haben, aus welcher Tageszeitung sie stammen könnten, gibt es doch eine Überschrift, die nicht in die Reihe passt, weil sie eben nicht in der Bild-Zeitung stand. Sie erraten, welche?
Genau. „Einige Gefährder untergetaucht!“ Das stand so und mit Ausrufezeichen auf Seite 5 der Passauer Neuen Presse vom 19. Januar. Das ist insofern bemerkenswert, dass man bisher Ausrufezeichen-Überschriften bei Themen, die eigentlich ein gewisses Fingerspitzengefühl erfordern würden, sonst nur aus der Bild und sonstigen Machwerken kannte. Was soll denn nun ein Ausrufezeichen in einer Überschrift mit dem Begriff „Gefährder“ verdeutlichen? Ganz klar: GEFAHR!!! Wie groß die Gefahr übrigens tatsächlich ist, lässt sich im Artikel nachlesen: „ (...) drei der insgesamt 547 als islamistische Gefährder eingestuften Personen (sind) verschwunden.“ Also einige drei. Oder drei einige.
Noch eine schöne PNP-Überschrift: „OB Dupper: Passauer dürfen nicht durch Gefährder gefährdet werden“. Diesmal ohne Ausrufezeichen, aber trotzdem ganz schön gefährlich. Worum geht’s? In der neuen Passauer JVA, die seit 15 Jahren in Planung und irgendwann gemeinsam mit dem Georgsbergtunnel, der Oberhaus-Seilbahn und der Innbrücke fertig ist, sollen dann unter anderem auch islamistische Gefährder bis zu ihrer Abschiebung untergebracht werden. Also echt nicht, Freunde! Gefährder sind doch gefährlich! Die gehören ganz sicher nicht in eine JVA! Sondern halt einfach irgendwo anders hin.
Oder?
Deine Kathi

Liebe Kathi!
Da bin ich ganz bei Dir, wie wir beim Bullshit Bingo immer sagen. Am Ende des Tages müssen wir für den Wähler das Thema spielen (Bingo, Bingo!): anwohnerverträgliche JVA-Insassen. Heutzutage kannst Du doch so ein Gefängnis locker mit Bauunternehmern, Oberbürgermeistern, Alt-Oberbürgermeistern, Fußballpräsidenten und VW-Vorständen voll machen. Da braucht’s keine Mörder, Kinderschänder oder gar Gefährder-Muselmanen. Das kann ja auch die für ihre Menschenfreundlichkeit bekannte Staatspartei CSU nicht so gemeint haben. Die würde doch in der Nachbarschaft ihrer Wähler niemals gefährliche Menschen einsperren. Da fehlt bloß noch, dass wir in Bayern Atommüll endlagern. Absurd.
Apropos CSU. Guttenberg ist wieder da. Hurra! Der Scheuer Andi hatte schon ein sehr interessantes Treffen mit ihm. Seit die beiden damals an einem Sonntag Nachmittag bei Kaffee und Kuchen gemeinsam ihre Dissertationen geschrieben ausgedruckt haben, verbindet sie ja eine gewisse Ganovenehre. Wenn es nach dem Seehofer geht, soll der Guttenberg bald den Söder abschießen. Sind ja beide ganz harte Hunde. Vom Guttenberg gibt es sogar ein Foto im AC/DC-T-Shirt. Allerdings mit weißem Hemdkragen drunter. Söder war dafür als Jugendlicher schwer in Nena und FJS verliebt und trug sogar Cowboy-Stiefel und Lederjacke. Das beschreibt ziemlich exakt die Persönlichkeitsstruktur der CSU-Hoffnungsträger mittleren Alters. Gruslig.
Einen leibhaftigen Hoffnungsträger für die Bayern-SPD hat die Süddeutsche Zeitung ausgemacht, nämlich unseren Passauer Oberjürgen. In der Tat findet er sich als Ersatzvorschlag für den armseligsten aller historisch armseligen Bayern-SPD-Vorsitzenden (Pronold, heißt er, glaube ich) in einer SZ-Liste mit Markus Rinderspacher, Natascha Kohnen und sonstigen Charisma-Legasthenikern. Vermutlich hat er sehr gelacht, als er das gelesen hat und dann gleich das Telefon ausgeschaltet und seinen E-Mail-Account gelöscht.

Euer Tölpel

Donnerstag, 19. Januar 2017

Überschriften mit Ausrufezeichen

Eine neue Dimension des Qualitätsjournalismus in der PNP!!! ;-))) lol



Donnerstag, 5. Januar 2017

Im Weihnachts-Circus, Teil 2

Ein Wohltäter: Habe die Ehre, Herr Oberbürgermeister. Haben Sie schon für unser neues Hilfsprojekt gespendet? Und Sie, Frau Bürgermeisterin, Sie dürfen gerne auch.

Der Ober: Ich hab schon so viel gespendet in dem Jahr. Um was gehts denn schon wieder? Flüchtlinge, Tierheim, arme Kinder?

Ein Wohltäter: Eher letzteres.

Der Ober: Geh zua. Kinderklinik schon wieder? Jeden Tag steht wer in der Zeitung, der für die Kinderklinik spendet. Man könnt' meinen, ohne Spenden täten die armen Kinder erfrieren und verhungern. Das ist ja wie in einem Vierte-Welt-Land.

Ein Wohltäter: Nix Kinderklinik. Es geht um ein tragisches Einzelschicksal. Der Bub von meiner Nachbarin hat ein ganz seltenes Syndrom. Er spricht fast nicht und wirft mit Steinen auf Tiere. Irgendwas Autistisches. Sein Arzt sieht aber gute Chancen mit einer Erlebnis-Therapie.

D'Erika: A Delfintherapie, oder? Da habts doch schon mal gesammelt.

Ein Wohltäter: Eben. Delfintherapie ist durch. Ausgelutscht. Viel spektakulärer.

Der Ober: A Weltraumflug?

Ein Wohltäter: Ja.

D'Erika: Was?

Ein Wohltäter: Ein Weltraumflug. Der Arzt meint, das täte ihn heilen.

Der Ober: Aha. Und des moanst jetzt ernst?

Ein Wohltäter: Absolut.

Der Ober: Kostet?

Ein Wohltäter: Es gibt jetzt einen Anbieter, der verlangt bloß noch zwei Millionen.

Der General: Einfach oder hin und zurück? Ha ha ha, sehr gut.

Der Ober: Du willst mir nicht erzählen, dass Ihr für den Weltraumflug von einem Buben zwei Millionen einsammelt, mit denen man Hunderten helfen könnte.

Ein Wohltäter: Schauns her. Wenn ich für die Förderschule oder die Kinderklinik sammle, komm ich in "Personen und Notizen". Wenn ich für eine Delfintherapie sammle, krieg ich einen großen Artikel auf der ersten Seite im Lokalteil. Und mit dem Weltraumflug komm ich in die Bildzeitung.

Der General: Gar nicht blöd. Da habens zwanzig Euro.

Ein Wohltäter: Ab 50 kriegen Sie Sie Goldstatus und kommen mit Foto auf unsere Homepage.

Mangold: Hier sind 50 Euro.

Der Ober: Glaubst, des is a Solar-Raumschiff, Urban?

Der Wohltäter: Vergelts Gott und einen schönen Abend noch.

Der Ober: Leute gibts. Jetzt fehlt mir bloß noch die Frau Tschärity.

Der General: Die ist ausgebremst. Große Persönlichkeiten scheitern oft an trivialen Dingen. Al Capone z.B. an der Steuer, Frau Tschärity an der Gema.

Steiner: Woran wird denn der Herr Oberbürgermeister einmal scheitern? An der Brückenlösung, die er nicht will, an der Nordumfahrung, die er nicht will, am Konzerthaus, das er nicht will oder an allem auf einmal, das er alles nicht will?

Der General: Silvester feiern dürfen die Leute jetzt auch nicht mehr. Abstrakte Terrorgefahr. Ha ha ha, sehr gut.

Der Ober: Jetzt passts mal auf, Ihr zwei Zirkusclowns. Ihr zwei tragts Eure Profilneurosen rum und ich trag die Verantwortung. Der Passauer will kein Konzerthaus und eine Nordtangente schon zweimal nicht. Und auf einer Brücke in Achleiten fahren dann die Esternberger nach Salzweg und die Grubweger nach Freinberg. Super.

Mangold: Ihr seids ja nur neidisch, weil wir Bürgermeister sind und Ihr nicht.

Der General: Ha ha ha, sehr gut. Neidisch auf einen Hilfsbürgermeister von einer Heulsusen-Partei, die außerhalb Passaus keiner mehr kennt. 

Unbekannter: Entschuldigung, darf ich mal was sagen?

Der Ober: Wer sind denn Sie?

Unbekannter: Ich bin der Wähler. Vor drei Jahren war Wahlkampf und in drei Jahren ist wieder Wahlkampf. Da wurde und wird dann wieder über fantastische Konzepte für Verkehr, Stadtentwicklung, Kongresse und Seilbahnen fabuliert und nach der Wahl ist wieder alles vergessen. 

Mangold: Ich wollt noch nie eine Seilbahn.

Unbekannter: Ja, aber sonst fast alle. Und jetzt? Vergessen. Am Domplatz stehen immer noch Autos statt Cafétische, die Fußgängerzone wird immer trister und wenn einer das Wort Tunnel sagt, dann heißt es: viel zu teuer. Nachhaltigerer Tourismus, Kongressstadt Passau, ein Konzept für mehr Fahrradfreundlichkeit, Belebung der Flussufer und so weiter – das wird alles in drei Jahren wieder diskutiert und zwar genau bis zum Wahlsonntag. Dann kommt alles wieder in die Schublade.

Der General: Wisst's, was das Gute ist? Die meisten Wähler vergessen auch sehr schnell.

Mangold: Ja, sonst wäre die CSU nicht an der Regierung in Bayern.

Unbekannter: Ich vergesse es nicht. Und ich erinnere Euch in drei Jahren wieder.

Der Ober: Ruhe jetzt. Ich möcht die Seehunde sehen.

D'Erika: Seelöwen.

Unbekannter: Na, dann. 






Mittwoch, 21. Dezember 2016

Im Weihnachts-Circus, Teil 1

Der Ober: Kannst Du mir jetzt bitte no amoi erklären, warum ich in diesen saublöden Weihnachtszirkus gehen muss?

D'Erika: Weil sich der Oberbürgermeister persönlich ein Bild machen soll, ob die Stadt Passau zukünftig vielleicht keine Zirkusse mit Wildtieren mehr auftreten lassen soll.

Der Ober: Wenn's nach mir geht, täten wir jeden Zirkus verbieten. Wenn ich bloß diese depperten Clowns siehg...

D'Erika: Coulrophobie.

Der Ober: Schmarrn. Ich hab vor gar nix Angst, schon gar nicht vor Clowns. I packs hoid einfach ned. I muass do oiwei an Scheuer, an Dickl und an ... mei, die alle hoid denga.

Der General (nähert sich von schräg hinten): So geht es mir mit diesen großen, grauen Tieren und Ihnen, Herr Oberbürgermeister.

D'Erika: Andi! Was machst denn Du hier?

Der General: Mir auch ein Bild. Ob es irgendeinen Grund gibt, dass irgendwelche grünen Baumstreichler dem Volk seinen Zirkus vermiesen dürfen. Panem et circenses, wie mein, äh, Freund Horst immer sagt.

Der Ober: Der hat ja ned amoi Latein g'habt. Des is aber ein schönes Bild. Du und Dein Chef – Ihr sitzt's im Colloseum und lasst's jeden, der Eich ned basst, von die Löwen fressen.

Der General: Was kümmerts die deutsche Eiche...

Der Ober: Jetzt is er eine Minute da und hat schon "Horst, Volk und deutsch" g'sagt. Ham's Dir so an kloana Microchip ins Sprachzentrum ei'baut?

D'Erika: A Ruah is jetzt. Schau, do drüben sitzt der Bauer.

Der Ober: Der grüne Bauer? Im Zirkus? Sofort raus. Der sprengt sich sicher in d'Luft aus Protest gegen die Tierhaltung.

D'Erika: Ned der Stephan.

Der Ober: Der Freibier-Bauer?

D'Erika: Nein. Der neue Intendant von den Europäischen Wochen.

Der Ober: Hör bloß auf. Wia wenn oa Lady Gaga am Domplatz ned glanga dad. Was macht denn der da drüben?

Der General: Er winkt.

Der Ober: Augen hob i selber. Aber wie der winkt. Wie die englische Königin aus der Kutsch'n. Des muass die Luft am Domplatz sei. Die schnappen alle über.

D'Erika: Der ist ganz berühmt und erfolgreich.

Der General: Nun ja. In einer Stadt mit einem Popstar-Bischof, einem Kulturstar-Intendanten und, nicht zuletzt, mit einem CSU-Generalsekretär liegt man promimäßig als OB schon eher auf den hinteren Rängen.

Der Ober: Schleich Dich, Andi. Hier ist besetzt.

D'Erika: Schaut's, da Mangold. Huhu, Urban.

Der Ober: Setz Dich sofort wieder hin, Andi.

Mangold: Ah, auch hier. Grüß Euch.

Der Ober: Psst. Es geht los.

Mehrere Enten, Gänse und Schweine laufen in die Manege. 


Der Ober: I kriag auf oamoi an brutalen Hunger.

Zirkusmann aus der Manege: Ich bräuchte bitte einen Freiwilligen. Wer traut sich.

D'Erika: Ich, ich!

D'Erika eilt zur Manege.

Mangold (schmollend): Ich hätt' auch gewollt.

Der Ober: Da fällt mir der Witz mit dem Krokodil-Dompteur, dem Krokodil und der Freiwilligen aus dem Publikum ein.

Mangold: Kenn ich nicht.

Der General: Ich schon. Ha ha ha. Sehr gut.

Mangold (schmollend): Ha ha.

Während d'Erika in der Manege als Dompteurs-Assistentin brilliert, nähert sich ein freundlich lächelnder Mann.

Der Ober: Ah, der Herr Steiner. Hier? Erstaunlich. In Linz gibts doch sicher viel größere Zirkusse.

Der General: Und schönere. Ha ha ha. Sehr gut.

Steiner: Ich hab Sie vermisst, Herr Oberbürgermeister. Auf der von mir moderierten Podiumsdiskussion "Kultur in Passau – Quo vadis?"

Der Ober: Ja, genauso wie auf der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Tourismus in Passau – Quo vadis?", der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Events in Passau – Quo vadis?" und der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Podiumsdiskussion in Passau – Quo vadis?" Ich hab leider koa Zeit für solche Spassettln. Ich muss arbeiten.

D'Erika (zurückkehrend): Ja, der Georg. Moderierst Du heute gar keine Podiumsdiskussion?

Der General: Ha ha ha. Sehr gut.

D'Erika: Ui, schau. Jetzt kommen die Elefanten.

Mangold: Die schauen aber eigentlich ganz glücklich aus.

Der Ober: Logisch. De san a glücklich.

Mangold: Echt? Wieso?

Der Ober: Weil's, wenn's Publikum do is, ausnahmsweise nicht mit der Eisenstang' verdroschen werden.

Steiner: Apropos Dresche. Ich weiß nicht, ob uns die Sache mit dem Hochwasserschutz nicht irgendwann um die Ohren fliegt.

Der Ober: Heißt?

Steiner: Na, dass wir als Mauerbauer in die Geschichte eingehen.

Mangold: Deshalb haben wir ...

Der Ober: Komm, hör bloß auf. Wenn ein Vorschlag der deppertste is, dann Euer ÖDP-Mauer.

Der General: Die können's dann bis zur Ortspitze vorziehen. Und vor der Studienkirche machen wir sie ein bisschen höher, dass der Herr Mangold den schrecklichen Kindergarten nicht mehr anschauen muss.

Der Ober: Aber aus Holz natürlich. Ja keinen bösen Beton!

Der General: Mit einem zehn Meter tiefen Holzfundament. Ha ha ha. Sehr gut.

Mangold: Wenn Ihr wirklich die Nordtangente baut, dann fliegt Euch die aber dermaßen um die Ohren, dass Ihr froh sein müsst, wenn Ihr in Passau Fraktionsstärke behaltet.

Der General (flüstert): Kleines Geheimnis gefällig, Herr Ersatzbürgermeister? Jemanden meines Kalibers interessieren Fraktionsstärken einer 50.000-Einwohner-Stadt nicht übermäßig.

Steiner: Das hab ich gehört.

Der General: Kleiner Witz. Ha ha ha. Sehr gut.

Steiner: Aber wenn Du mal Verkehrsminister wirst, könnten wir doch den Anger einhausen und vielleicht sogar einen Tunnel bauen?

Der General (hustet): Verkehrsminister? Hä?

Mangold: Mit sowas Unwichtigem hält sich der nicht mehr auf. Obwohl – vielleicht regiert die CSU ja bald nicht mehr? Dann muss er sein Leben lang Generalsekretär bleiben.

Der General: Regiert bald nicht mehr. Ha ha ha. Sehr gut. Leute wie ich werden immer gebraucht.

D'Erika: Des stimmt wahrscheinlich sogar.

Der Ober: Schaut's amoi. In der Manege is a Neger. Dass sich der da her traut, wenn der Scheuer da is. Weis'n aus, Andi!

Mangold: Das heißt Schwarzer.

Der Ober: Ja, a schwarzer Neger hoid. So, Pause. Ich hab Durscht.


Fortsetzung folgt...








Sonntag, 4. Dezember 2016

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Grüße aus der Fremde
Der Präsident

Aufgebaut und ausgelassen                                    

Lieber Tölpel!

Einmal werde ich noch wach – heißa, dann ist Schluss mit Christkindlmarkt. Reimt sich nicht, ist aber trotzdem wahr. Zumindest für mich. Morgen geht es weit weit weg. Ich muss nämlich, wie jedes Jahr, dieser Weihnachtsdult entfliehen, die ich zwar ohnehin nicht besuche, aber nur das Daranvorbeigehen verschafft mir schon Übelkeit. Glühwein allein ist ja bereits schlimm genug, aber diese Mischung aus Glühwein- und Bratwurstgeruch – da wird mir schlecht. Anscheinend aber nicht nur mir, denn pünktlich zu Beginn des „Weihnachtsmarktes“ (so heißt das neuerdings auch in der PNP) hat mir nächtens schon wieder der Erste vor die Haustür gekotzt.
Ja, ja, die gemütliche, staade Zeit. Jetzt wo der Ballermann am Domplatz wieder bis Weihnachten im Mittelpunkt steht, kommen passenderweise wieder zwei Themen auf die Presse- und Politikagenda: Die Parksituation in der Altstadt und der Steinweg. So schreibt meine Plagiatorin in der PNP von „unsozialen Falschparkern“ am derzeit eingeschränkt befahrbaren Domplatz. Stimmt nicht. Das klappt eigentlich die ganze Woche ganz gut – außer am Sonntag zu Gottesdienstzeiten. Da kann man unsoziales Parken „at its best“ beobachten. Frommer Mann parkt, wo er kann. (Frei nach Volksmund)
Zum Steinweg. Was, bitteschön, soll am Steinweg „unzumutbar“, „ein Trauerspiel“ oder „eine Schande“ sein? Der Steinweg sieht gemeinsam mit der Luragogasse und den nach links abgehenden Gässchen zumindest noch nach Altstadt aus. Nur weil Besucher aus dem Landkreis mit ihren tiefergelegten Polos nicht mit 60 durchfahren können oder weil man mit hochhackigen Schuhen mal hängenbleiben könnte, hat die Sanierung des Steinwegs vorderste Dringlichkeit? Absurd. Man geht auch nicht mit Pumps auf den Lusen und der geschätzte Passau-Besucher soll bitte unterm Schanzl oder im Parkhaus parken. 
Hab ich recht?
Deine Kathi

Liebe Kathi!
Selbstverständlich. Wie fast immer halt. Zum Thema absurd: Das Absurdeste an der Geschichte ist ja, dass die Sanierung des Steinwegs, über den täglich in erster Linie Besucher und Mitarbeiter von Landratsamt, Kirchenverwaltung oder Staatsanwaltschaft und Justiz fahren sowie tausende von Touristen laufen, dann die Anwohner bezahlen sollen. Genauso logisch wäre es, die Schaldinger die Sanierung der Autobahnbrücke bezahlen zu lassen. Oder die Innanwohner den Hochwasserschutz. Na ja, wurde auch schon gefordert.
Nicht nur beim Hochwasserschutz, sondern auch bei vielen anderen Themen gibt es ja innerhalb unserer Bürgermeister-Dreifaltigkeit eine interessante, sich immer mehr manifestierende Rollenverteilung. Gaius Julius Dupper entwickelt sich vom großen zum größten Oberbürgermeister aller Zeiten, Lifetime-Hippie Erika gibt mit anhaltender Freude die Grüßgott-Tante, während das spinatähnliche Gemüse immer mehr in die Rolle der Inner-Regierungs-Opposition verfällt. Da lobe ich mir den größten Generalsekretär aller Zeiten. Der hat einem CSU-Ortsverband aus dem Wald „schlechten Stil“ vorgeworfen, weil der ihn für seine Stammtischparolen kritisiert hatte. Interessantes „Stil“mittel. Von Trump lernen, heißt siegen lernen.
Ich plane übrigens eine große Tschärity-Gala im kommenden Jahr. Als Spenden angenommen werden Glasperlen für Waisenkinder, abgelaufene Lebensmittel für Negerkinder, aufblasbare Delfine für Problemkinder und Clown-Schminke für Klinikums-Kinder. Wenn sich jeder sein Essen selber zahlt und einer die 90 Euro GEMA-Gebühr auslegt, steht einem gelungenen Gala-Abend nichts mehr im Weg. Irgendeine angeheiratete Prinzessin als Schirmherrin bringe ich.
Frohe Weihnachten!
-->
Euer Tölpel

Montag, 7. November 2016

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Abgespeckt und abgenäht                                     

Lieber Tölpel!

Der Herr Verleger (also der hier, der vom Bürgerglück) hat mir mitgeteilt, dass wir immer zu viel Text liefern und uns ab sofort diesbezüglich bescheiden sollten. Auf meinen Einwand hin, dass der Bürgerglückleser vielleicht blöd, aber nicht zu blöd ist, sich durch knapp 4.500 Zeichen zu lesen, meinte er, dass es daran ja gar nicht läge. Man müsse bei unserer Kolumne unbedingt den Schriftgrad erhöhen, weil die Schrift zu klein sei. Offensichtlich lag ich doch nicht ganz falsch: vielleicht nicht zu blöd, aber zu alt und sehschwach. Dann meinte er noch, wir sollten diesmal möglichst nicht die Leser beschimpfen, weil es sich um eine Jubiläumsausgabe handelt. Okay.
Wahnsinn, oder? Kann man mit drei Themen (Scheuer Andi, Altstadtkindergarten und Ilztalbahn) tatsächlich 100 Ausgaben vollschreiben? Und immer nur Genörgel und Negatives. In der Pasta zum Beispiel – da steht auch mal was Positives (Passau: Deutschlands Hipster-Hochburg, Passaus innovative Spitzengastronomie, Passaus Premium-Promis). Oder in der PNP: Oster heilt Lahme, Osters wunderbare Autovermehrung auf dem Domplatz, Oster kauft Auto mit geringerem Kraftstoffverbrauch. So etwas wollen die Leute lesen. Unsere Kolumne hatte übrigens kürzlich auch Jubiläum. Das hat der Herr Verleger aber nicht einmal bemerkt. Na ja.
Rumnörgeln und Petitessen zu Großkatastrophen hochjammern, das kann der Provinzler ja besonders gut. Wenn im sogenannten Peschl-Areal ein paar Bäume gefällt werden sollen, dann gibt es gleich wieder einen Riesen-Aufstand, weil gar nicht Wenige glauben, sie müssten dann an einer Sauerstoffunterversorgung versterben. Dabei haben wir hier um uns herum Millionen von Bäumen, die mir das Sonnenlicht stehlen und Tonnen von Laub abwerfen. Weg damit. Dass es Bürgerinitiativen gibt, die sich gegen Mobilfunkmasten engagieren, weil sie glauben, sie würden verstrahlt, könnte man eigentlich genauso belächeln wie Menschen, die meinen, Chemtrails würden den Himmel vergiften. Bei uns kommen die damit durch.
Deine Kathi

Liebe Kathi!
Ja mei. Solange man die Verschwörungstheoretiker und Hysteriker ernst nimmt und sich mit ihren absurden Weltbildern und Ängsten auseinandersetzt, um so mehr gibt man ihnen das Gefühl, sie wären im Recht. Die Leute haben Angst, von Antanz-Flüchtlingen vergewaltigt/beraubt/ermordet zu werden, von Mobilfunkmasten oder Gen-Food Krebs zu kriegen oder bei lebendigem Leib von Horror-Clowns aufgefressen zu werden. Dabei liegt das Sterberisiko bei einer Autobahnfahrt von Passau nach Regensburg um ein Zigtausendfaches höher.
Zu den Clowns hätte ich jedoch noch ein paar Ausführungen. Ein Mann, der sich Zauberclown Rudolpho nennt, durfte in der PNP rumheulen, er werde seit der Weltherrschaft der Horror-Clowns angefeindet. Dabei ist er doch ein „netter Clown“ und bei Kindern „beliebt“. Lieber Herr Rudolpho, Kinder haben Angst vor Clowns. Kinder mögen keine Clowns. Seit jeher. Dazu gibt es übrigens eine interessante wissenschaftliche Studie aus England. Ich persönlich finde Clowns auch ganz unerträglich. Die meisten Leute, die ich kenne, ebenso. Sorry.
Noch mal Clown. Friedrich Hirschl ist 60 geworden. Jetzt wird der Bürgerglück-Leser ohne Esoterik- und Montessori-Hintergrund fragen: Who, the fuck, ist Friedrich Hirschl. Macht nichts. Dafür gibt es ja uns. Hirschl ist Theologe, Lyriker und Künstler (einer von 30.000 in Passau). Und wenn wir in unserem skurrilen Freundeskreis wieder einmal zu viel Rauschmittel konsumiert haben, geben wir einen Hirschl-Band durch und jeder darf ein Elaborat vorlesen. Beispiel gefällig? Bitte sehr: „Wolken nähen/ mit nassen Fäden/ Himmel und Erde/ zusammen.“ Hurz!
Übrigens hat die Passauer Polizei kürzlich mehrere hundert Kilo Marihuana beschlagnahmt und damit die Welt wieder ein bisschen sicherer gemacht. Wir schließen uns der Heimatzeitung an und sagen danke. Wir sind sicher.

Euer Tölpel