Donnerstag, 19. Januar 2017
Donnerstag, 5. Januar 2017
Im Weihnachts-Circus, Teil 2
Ein Wohltäter: Habe die Ehre, Herr Oberbürgermeister. Haben Sie schon für unser neues Hilfsprojekt gespendet? Und Sie, Frau Bürgermeisterin, Sie dürfen gerne auch.
Der Ober: Ich hab schon so viel gespendet in dem Jahr. Um was gehts denn schon wieder? Flüchtlinge, Tierheim, arme Kinder?
Ein Wohltäter: Eher letzteres.
Der Ober: Geh zua. Kinderklinik schon wieder? Jeden Tag steht wer in der Zeitung, der für die Kinderklinik spendet. Man könnt' meinen, ohne Spenden täten die armen Kinder erfrieren und verhungern. Das ist ja wie in einem Vierte-Welt-Land.
Ein Wohltäter: Nix Kinderklinik. Es geht um ein tragisches Einzelschicksal. Der Bub von meiner Nachbarin hat ein ganz seltenes Syndrom. Er spricht fast nicht und wirft mit Steinen auf Tiere. Irgendwas Autistisches. Sein Arzt sieht aber gute Chancen mit einer Erlebnis-Therapie.
D'Erika: A Delfintherapie, oder? Da habts doch schon mal gesammelt.
Ein Wohltäter: Eben. Delfintherapie ist durch. Ausgelutscht. Viel spektakulärer.
Der Ober: A Weltraumflug?
Ein Wohltäter: Ja.
D'Erika: Was?
Ein Wohltäter: Ein Weltraumflug. Der Arzt meint, das täte ihn heilen.
Der Ober: Aha. Und des moanst jetzt ernst?
Ein Wohltäter: Absolut.
Der Ober: Kostet?
Ein Wohltäter: Es gibt jetzt einen Anbieter, der verlangt bloß noch zwei Millionen.
Der General: Einfach oder hin und zurück? Ha ha ha, sehr gut.
Der Ober: Du willst mir nicht erzählen, dass Ihr für den Weltraumflug von einem Buben zwei Millionen einsammelt, mit denen man Hunderten helfen könnte.
Ein Wohltäter: Schauns her. Wenn ich für die Förderschule oder die Kinderklinik sammle, komm ich in "Personen und Notizen". Wenn ich für eine Delfintherapie sammle, krieg ich einen großen Artikel auf der ersten Seite im Lokalteil. Und mit dem Weltraumflug komm ich in die Bildzeitung.
Der General: Gar nicht blöd. Da habens zwanzig Euro.
Ein Wohltäter: Ab 50 kriegen Sie Sie Goldstatus und kommen mit Foto auf unsere Homepage.
Mangold: Hier sind 50 Euro.
Der Ober: Glaubst, des is a Solar-Raumschiff, Urban?
Der Wohltäter: Vergelts Gott und einen schönen Abend noch.
Der Ober: Leute gibts. Jetzt fehlt mir bloß noch die Frau Tschärity.
Der General: Die ist ausgebremst. Große Persönlichkeiten scheitern oft an trivialen Dingen. Al Capone z.B. an der Steuer, Frau Tschärity an der Gema.
Steiner: Woran wird denn der Herr Oberbürgermeister einmal scheitern? An der Brückenlösung, die er nicht will, an der Nordumfahrung, die er nicht will, am Konzerthaus, das er nicht will oder an allem auf einmal, das er alles nicht will?
Der General: Silvester feiern dürfen die Leute jetzt auch nicht mehr. Abstrakte Terrorgefahr. Ha ha ha, sehr gut.
Der Ober: Jetzt passts mal auf, Ihr zwei Zirkusclowns. Ihr zwei tragts Eure Profilneurosen rum und ich trag die Verantwortung. Der Passauer will kein Konzerthaus und eine Nordtangente schon zweimal nicht. Und auf einer Brücke in Achleiten fahren dann die Esternberger nach Salzweg und die Grubweger nach Freinberg. Super.
Mangold: Ihr seids ja nur neidisch, weil wir Bürgermeister sind und Ihr nicht.
Der General: Ha ha ha, sehr gut. Neidisch auf einen Hilfsbürgermeister von einer Heulsusen-Partei, die außerhalb Passaus keiner mehr kennt.
Unbekannter: Entschuldigung, darf ich mal was sagen?
Der Ober: Wer sind denn Sie?
Unbekannter: Ich bin der Wähler. Vor drei Jahren war Wahlkampf und in drei Jahren ist wieder Wahlkampf. Da wurde und wird dann wieder über fantastische Konzepte für Verkehr, Stadtentwicklung, Kongresse und Seilbahnen fabuliert und nach der Wahl ist wieder alles vergessen.
Mangold: Ich wollt noch nie eine Seilbahn.
Unbekannter: Ja, aber sonst fast alle. Und jetzt? Vergessen. Am Domplatz stehen immer noch Autos statt Cafétische, die Fußgängerzone wird immer trister und wenn einer das Wort Tunnel sagt, dann heißt es: viel zu teuer. Nachhaltigerer Tourismus, Kongressstadt Passau, ein Konzept für mehr Fahrradfreundlichkeit, Belebung der Flussufer und so weiter – das wird alles in drei Jahren wieder diskutiert und zwar genau bis zum Wahlsonntag. Dann kommt alles wieder in die Schublade.
Der General: Wisst's, was das Gute ist? Die meisten Wähler vergessen auch sehr schnell.
Mangold: Ja, sonst wäre die CSU nicht an der Regierung in Bayern.
Unbekannter: Ich vergesse es nicht. Und ich erinnere Euch in drei Jahren wieder.
Der Ober: Ruhe jetzt. Ich möcht die Seehunde sehen.
D'Erika: Seelöwen.
Unbekannter: Na, dann.
Der Ober: Ich hab schon so viel gespendet in dem Jahr. Um was gehts denn schon wieder? Flüchtlinge, Tierheim, arme Kinder?
Ein Wohltäter: Eher letzteres.
Der Ober: Geh zua. Kinderklinik schon wieder? Jeden Tag steht wer in der Zeitung, der für die Kinderklinik spendet. Man könnt' meinen, ohne Spenden täten die armen Kinder erfrieren und verhungern. Das ist ja wie in einem Vierte-Welt-Land.
Ein Wohltäter: Nix Kinderklinik. Es geht um ein tragisches Einzelschicksal. Der Bub von meiner Nachbarin hat ein ganz seltenes Syndrom. Er spricht fast nicht und wirft mit Steinen auf Tiere. Irgendwas Autistisches. Sein Arzt sieht aber gute Chancen mit einer Erlebnis-Therapie.
D'Erika: A Delfintherapie, oder? Da habts doch schon mal gesammelt.
Ein Wohltäter: Eben. Delfintherapie ist durch. Ausgelutscht. Viel spektakulärer.
Der Ober: A Weltraumflug?
Ein Wohltäter: Ja.
D'Erika: Was?
Ein Wohltäter: Ein Weltraumflug. Der Arzt meint, das täte ihn heilen.
Der Ober: Aha. Und des moanst jetzt ernst?
Ein Wohltäter: Absolut.
Der Ober: Kostet?
Ein Wohltäter: Es gibt jetzt einen Anbieter, der verlangt bloß noch zwei Millionen.
Der General: Einfach oder hin und zurück? Ha ha ha, sehr gut.
Der Ober: Du willst mir nicht erzählen, dass Ihr für den Weltraumflug von einem Buben zwei Millionen einsammelt, mit denen man Hunderten helfen könnte.
Ein Wohltäter: Schauns her. Wenn ich für die Förderschule oder die Kinderklinik sammle, komm ich in "Personen und Notizen". Wenn ich für eine Delfintherapie sammle, krieg ich einen großen Artikel auf der ersten Seite im Lokalteil. Und mit dem Weltraumflug komm ich in die Bildzeitung.
Der General: Gar nicht blöd. Da habens zwanzig Euro.
Ein Wohltäter: Ab 50 kriegen Sie Sie Goldstatus und kommen mit Foto auf unsere Homepage.
Mangold: Hier sind 50 Euro.
Der Ober: Glaubst, des is a Solar-Raumschiff, Urban?
Der Wohltäter: Vergelts Gott und einen schönen Abend noch.
Der Ober: Leute gibts. Jetzt fehlt mir bloß noch die Frau Tschärity.
Der General: Die ist ausgebremst. Große Persönlichkeiten scheitern oft an trivialen Dingen. Al Capone z.B. an der Steuer, Frau Tschärity an der Gema.
Steiner: Woran wird denn der Herr Oberbürgermeister einmal scheitern? An der Brückenlösung, die er nicht will, an der Nordumfahrung, die er nicht will, am Konzerthaus, das er nicht will oder an allem auf einmal, das er alles nicht will?
Der General: Silvester feiern dürfen die Leute jetzt auch nicht mehr. Abstrakte Terrorgefahr. Ha ha ha, sehr gut.
Der Ober: Jetzt passts mal auf, Ihr zwei Zirkusclowns. Ihr zwei tragts Eure Profilneurosen rum und ich trag die Verantwortung. Der Passauer will kein Konzerthaus und eine Nordtangente schon zweimal nicht. Und auf einer Brücke in Achleiten fahren dann die Esternberger nach Salzweg und die Grubweger nach Freinberg. Super.
Mangold: Ihr seids ja nur neidisch, weil wir Bürgermeister sind und Ihr nicht.
Der General: Ha ha ha, sehr gut. Neidisch auf einen Hilfsbürgermeister von einer Heulsusen-Partei, die außerhalb Passaus keiner mehr kennt.
Unbekannter: Entschuldigung, darf ich mal was sagen?
Der Ober: Wer sind denn Sie?
Unbekannter: Ich bin der Wähler. Vor drei Jahren war Wahlkampf und in drei Jahren ist wieder Wahlkampf. Da wurde und wird dann wieder über fantastische Konzepte für Verkehr, Stadtentwicklung, Kongresse und Seilbahnen fabuliert und nach der Wahl ist wieder alles vergessen.
Mangold: Ich wollt noch nie eine Seilbahn.
Unbekannter: Ja, aber sonst fast alle. Und jetzt? Vergessen. Am Domplatz stehen immer noch Autos statt Cafétische, die Fußgängerzone wird immer trister und wenn einer das Wort Tunnel sagt, dann heißt es: viel zu teuer. Nachhaltigerer Tourismus, Kongressstadt Passau, ein Konzept für mehr Fahrradfreundlichkeit, Belebung der Flussufer und so weiter – das wird alles in drei Jahren wieder diskutiert und zwar genau bis zum Wahlsonntag. Dann kommt alles wieder in die Schublade.
Der General: Wisst's, was das Gute ist? Die meisten Wähler vergessen auch sehr schnell.
Mangold: Ja, sonst wäre die CSU nicht an der Regierung in Bayern.
Unbekannter: Ich vergesse es nicht. Und ich erinnere Euch in drei Jahren wieder.
Der Ober: Ruhe jetzt. Ich möcht die Seehunde sehen.
D'Erika: Seelöwen.
Unbekannter: Na, dann.
Mittwoch, 21. Dezember 2016
Im Weihnachts-Circus, Teil 1
Der Ober: Kannst Du mir jetzt bitte no amoi erklären, warum ich in diesen saublöden Weihnachtszirkus gehen muss?
D'Erika: Weil sich der Oberbürgermeister persönlich ein Bild machen soll, ob die Stadt Passau zukünftig vielleicht keine Zirkusse mit Wildtieren mehr auftreten lassen soll.
Der Ober: Wenn's nach mir geht, täten wir jeden Zirkus verbieten. Wenn ich bloß diese depperten Clowns siehg...
D'Erika: Coulrophobie.
Der Ober: Schmarrn. Ich hab vor gar nix Angst, schon gar nicht vor Clowns. I packs hoid einfach ned. I muass do oiwei an Scheuer, an Dickl und an ... mei, die alle hoid denga.
Der General (nähert sich von schräg hinten): So geht es mir mit diesen großen, grauen Tieren und Ihnen, Herr Oberbürgermeister.
D'Erika: Andi! Was machst denn Du hier?
Der General: Mir auch ein Bild. Ob es irgendeinen Grund gibt, dass irgendwelche grünen Baumstreichler dem Volk seinen Zirkus vermiesen dürfen. Panem et circenses, wie mein, äh, Freund Horst immer sagt.
Der Ober: Der hat ja ned amoi Latein g'habt. Des is aber ein schönes Bild. Du und Dein Chef – Ihr sitzt's im Colloseum und lasst's jeden, der Eich ned basst, von die Löwen fressen.
Der General: Was kümmerts die deutsche Eiche...
Der Ober: Jetzt is er eine Minute da und hat schon "Horst, Volk und deutsch" g'sagt. Ham's Dir so an kloana Microchip ins Sprachzentrum ei'baut?
D'Erika: A Ruah is jetzt. Schau, do drüben sitzt der Bauer.
Der Ober: Der grüne Bauer? Im Zirkus? Sofort raus. Der sprengt sich sicher in d'Luft aus Protest gegen die Tierhaltung.
D'Erika: Ned der Stephan.
Der Ober: Der Freibier-Bauer?
D'Erika: Nein. Der neue Intendant von den Europäischen Wochen.
Der Ober: Hör bloß auf. Wia wenn oa Lady Gaga am Domplatz ned glanga dad. Was macht denn der da drüben?
Der General: Er winkt.
Der Ober: Augen hob i selber. Aber wie der winkt. Wie die englische Königin aus der Kutsch'n. Des muass die Luft am Domplatz sei. Die schnappen alle über.
D'Erika: Der ist ganz berühmt und erfolgreich.
Der General: Nun ja. In einer Stadt mit einem Popstar-Bischof, einem Kulturstar-Intendanten und, nicht zuletzt, mit einem CSU-Generalsekretär liegt man promimäßig als OB schon eher auf den hinteren Rängen.
Der Ober: Schleich Dich, Andi. Hier ist besetzt.
D'Erika: Schaut's, da Mangold. Huhu, Urban.
Der Ober: Setz Dich sofort wieder hin, Andi.
Mangold: Ah, auch hier. Grüß Euch.
Der Ober: Psst. Es geht los.
Mehrere Enten, Gänse und Schweine laufen in die Manege.
Der Ober: I kriag auf oamoi an brutalen Hunger.
Zirkusmann aus der Manege: Ich bräuchte bitte einen Freiwilligen. Wer traut sich.
D'Erika: Ich, ich!
D'Erika eilt zur Manege.
Mangold (schmollend): Ich hätt' auch gewollt.
Der Ober: Da fällt mir der Witz mit dem Krokodil-Dompteur, dem Krokodil und der Freiwilligen aus dem Publikum ein.
Mangold: Kenn ich nicht.
Der General: Ich schon. Ha ha ha. Sehr gut.
Mangold (schmollend): Ha ha.
Während d'Erika in der Manege als Dompteurs-Assistentin brilliert, nähert sich ein freundlich lächelnder Mann.
Der Ober: Ah, der Herr Steiner. Hier? Erstaunlich. In Linz gibts doch sicher viel größere Zirkusse.
Der General: Und schönere. Ha ha ha. Sehr gut.
Steiner: Ich hab Sie vermisst, Herr Oberbürgermeister. Auf der von mir moderierten Podiumsdiskussion "Kultur in Passau – Quo vadis?"
Der Ober: Ja, genauso wie auf der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Tourismus in Passau – Quo vadis?", der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Events in Passau – Quo vadis?" und der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Podiumsdiskussion in Passau – Quo vadis?" Ich hab leider koa Zeit für solche Spassettln. Ich muss arbeiten.
D'Erika (zurückkehrend): Ja, der Georg. Moderierst Du heute gar keine Podiumsdiskussion?
Der General: Ha ha ha. Sehr gut.
D'Erika: Ui, schau. Jetzt kommen die Elefanten.
Mangold: Die schauen aber eigentlich ganz glücklich aus.
Der Ober: Logisch. De san a glücklich.
Mangold: Echt? Wieso?
Der Ober: Weil's, wenn's Publikum do is, ausnahmsweise nicht mit der Eisenstang' verdroschen werden.
Steiner: Apropos Dresche. Ich weiß nicht, ob uns die Sache mit dem Hochwasserschutz nicht irgendwann um die Ohren fliegt.
Der Ober: Heißt?
Steiner: Na, dass wir als Mauerbauer in die Geschichte eingehen.
Mangold: Deshalb haben wir ...
Der Ober: Komm, hör bloß auf. Wenn ein Vorschlag der deppertste is, dann Euer ÖDP-Mauer.
Der General: Die können's dann bis zur Ortspitze vorziehen. Und vor der Studienkirche machen wir sie ein bisschen höher, dass der Herr Mangold den schrecklichen Kindergarten nicht mehr anschauen muss.
Der Ober: Aber aus Holz natürlich. Ja keinen bösen Beton!
Der General: Mit einem zehn Meter tiefen Holzfundament. Ha ha ha. Sehr gut.
Mangold: Wenn Ihr wirklich die Nordtangente baut, dann fliegt Euch die aber dermaßen um die Ohren, dass Ihr froh sein müsst, wenn Ihr in Passau Fraktionsstärke behaltet.
Der General (flüstert): Kleines Geheimnis gefällig, Herr Ersatzbürgermeister? Jemanden meines Kalibers interessieren Fraktionsstärken einer 50.000-Einwohner-Stadt nicht übermäßig.
Steiner: Das hab ich gehört.
Der General: Kleiner Witz. Ha ha ha. Sehr gut.
Steiner: Aber wenn Du mal Verkehrsminister wirst, könnten wir doch den Anger einhausen und vielleicht sogar einen Tunnel bauen?
Der General (hustet): Verkehrsminister? Hä?
Mangold: Mit sowas Unwichtigem hält sich der nicht mehr auf. Obwohl – vielleicht regiert die CSU ja bald nicht mehr? Dann muss er sein Leben lang Generalsekretär bleiben.
Der General: Regiert bald nicht mehr. Ha ha ha. Sehr gut. Leute wie ich werden immer gebraucht.
D'Erika: Des stimmt wahrscheinlich sogar.
Der Ober: Schaut's amoi. In der Manege is a Neger. Dass sich der da her traut, wenn der Scheuer da is. Weis'n aus, Andi!
Mangold: Das heißt Schwarzer.
Der Ober: Ja, a schwarzer Neger hoid. So, Pause. Ich hab Durscht.
Fortsetzung folgt...
D'Erika: Weil sich der Oberbürgermeister persönlich ein Bild machen soll, ob die Stadt Passau zukünftig vielleicht keine Zirkusse mit Wildtieren mehr auftreten lassen soll.
Der Ober: Wenn's nach mir geht, täten wir jeden Zirkus verbieten. Wenn ich bloß diese depperten Clowns siehg...
D'Erika: Coulrophobie.
Der Ober: Schmarrn. Ich hab vor gar nix Angst, schon gar nicht vor Clowns. I packs hoid einfach ned. I muass do oiwei an Scheuer, an Dickl und an ... mei, die alle hoid denga.
Der General (nähert sich von schräg hinten): So geht es mir mit diesen großen, grauen Tieren und Ihnen, Herr Oberbürgermeister.
D'Erika: Andi! Was machst denn Du hier?
Der General: Mir auch ein Bild. Ob es irgendeinen Grund gibt, dass irgendwelche grünen Baumstreichler dem Volk seinen Zirkus vermiesen dürfen. Panem et circenses, wie mein, äh, Freund Horst immer sagt.
Der Ober: Der hat ja ned amoi Latein g'habt. Des is aber ein schönes Bild. Du und Dein Chef – Ihr sitzt's im Colloseum und lasst's jeden, der Eich ned basst, von die Löwen fressen.
Der General: Was kümmerts die deutsche Eiche...
Der Ober: Jetzt is er eine Minute da und hat schon "Horst, Volk und deutsch" g'sagt. Ham's Dir so an kloana Microchip ins Sprachzentrum ei'baut?
D'Erika: A Ruah is jetzt. Schau, do drüben sitzt der Bauer.
Der Ober: Der grüne Bauer? Im Zirkus? Sofort raus. Der sprengt sich sicher in d'Luft aus Protest gegen die Tierhaltung.
D'Erika: Ned der Stephan.
Der Ober: Der Freibier-Bauer?
D'Erika: Nein. Der neue Intendant von den Europäischen Wochen.
Der Ober: Hör bloß auf. Wia wenn oa Lady Gaga am Domplatz ned glanga dad. Was macht denn der da drüben?
Der General: Er winkt.
Der Ober: Augen hob i selber. Aber wie der winkt. Wie die englische Königin aus der Kutsch'n. Des muass die Luft am Domplatz sei. Die schnappen alle über.
D'Erika: Der ist ganz berühmt und erfolgreich.
Der General: Nun ja. In einer Stadt mit einem Popstar-Bischof, einem Kulturstar-Intendanten und, nicht zuletzt, mit einem CSU-Generalsekretär liegt man promimäßig als OB schon eher auf den hinteren Rängen.
Der Ober: Schleich Dich, Andi. Hier ist besetzt.
D'Erika: Schaut's, da Mangold. Huhu, Urban.
Der Ober: Setz Dich sofort wieder hin, Andi.
Mangold: Ah, auch hier. Grüß Euch.
Der Ober: Psst. Es geht los.
Mehrere Enten, Gänse und Schweine laufen in die Manege.
Der Ober: I kriag auf oamoi an brutalen Hunger.
Zirkusmann aus der Manege: Ich bräuchte bitte einen Freiwilligen. Wer traut sich.
D'Erika: Ich, ich!
D'Erika eilt zur Manege.
Mangold (schmollend): Ich hätt' auch gewollt.
Der Ober: Da fällt mir der Witz mit dem Krokodil-Dompteur, dem Krokodil und der Freiwilligen aus dem Publikum ein.
Mangold: Kenn ich nicht.
Der General: Ich schon. Ha ha ha. Sehr gut.
Mangold (schmollend): Ha ha.
Während d'Erika in der Manege als Dompteurs-Assistentin brilliert, nähert sich ein freundlich lächelnder Mann.
Der Ober: Ah, der Herr Steiner. Hier? Erstaunlich. In Linz gibts doch sicher viel größere Zirkusse.
Der General: Und schönere. Ha ha ha. Sehr gut.
Steiner: Ich hab Sie vermisst, Herr Oberbürgermeister. Auf der von mir moderierten Podiumsdiskussion "Kultur in Passau – Quo vadis?"
Der Ober: Ja, genauso wie auf der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Tourismus in Passau – Quo vadis?", der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Events in Passau – Quo vadis?" und der von Ihnen moderierten Podiumsdiskussion "Podiumsdiskussion in Passau – Quo vadis?" Ich hab leider koa Zeit für solche Spassettln. Ich muss arbeiten.
D'Erika (zurückkehrend): Ja, der Georg. Moderierst Du heute gar keine Podiumsdiskussion?
Der General: Ha ha ha. Sehr gut.
D'Erika: Ui, schau. Jetzt kommen die Elefanten.
Mangold: Die schauen aber eigentlich ganz glücklich aus.
Der Ober: Logisch. De san a glücklich.
Mangold: Echt? Wieso?
Der Ober: Weil's, wenn's Publikum do is, ausnahmsweise nicht mit der Eisenstang' verdroschen werden.
Steiner: Apropos Dresche. Ich weiß nicht, ob uns die Sache mit dem Hochwasserschutz nicht irgendwann um die Ohren fliegt.
Der Ober: Heißt?
Steiner: Na, dass wir als Mauerbauer in die Geschichte eingehen.
Mangold: Deshalb haben wir ...
Der Ober: Komm, hör bloß auf. Wenn ein Vorschlag der deppertste is, dann Euer ÖDP-Mauer.
Der General: Die können's dann bis zur Ortspitze vorziehen. Und vor der Studienkirche machen wir sie ein bisschen höher, dass der Herr Mangold den schrecklichen Kindergarten nicht mehr anschauen muss.
Der Ober: Aber aus Holz natürlich. Ja keinen bösen Beton!
Der General: Mit einem zehn Meter tiefen Holzfundament. Ha ha ha. Sehr gut.
Mangold: Wenn Ihr wirklich die Nordtangente baut, dann fliegt Euch die aber dermaßen um die Ohren, dass Ihr froh sein müsst, wenn Ihr in Passau Fraktionsstärke behaltet.
Der General (flüstert): Kleines Geheimnis gefällig, Herr Ersatzbürgermeister? Jemanden meines Kalibers interessieren Fraktionsstärken einer 50.000-Einwohner-Stadt nicht übermäßig.
Steiner: Das hab ich gehört.
Der General: Kleiner Witz. Ha ha ha. Sehr gut.
Steiner: Aber wenn Du mal Verkehrsminister wirst, könnten wir doch den Anger einhausen und vielleicht sogar einen Tunnel bauen?
Der General (hustet): Verkehrsminister? Hä?
Mangold: Mit sowas Unwichtigem hält sich der nicht mehr auf. Obwohl – vielleicht regiert die CSU ja bald nicht mehr? Dann muss er sein Leben lang Generalsekretär bleiben.
Der General: Regiert bald nicht mehr. Ha ha ha. Sehr gut. Leute wie ich werden immer gebraucht.
D'Erika: Des stimmt wahrscheinlich sogar.
Der Ober: Schaut's amoi. In der Manege is a Neger. Dass sich der da her traut, wenn der Scheuer da is. Weis'n aus, Andi!
Mangold: Das heißt Schwarzer.
Der Ober: Ja, a schwarzer Neger hoid. So, Pause. Ich hab Durscht.
Fortsetzung folgt...
Sonntag, 4. Dezember 2016
Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick
Grüße aus der Fremde
Der Präsident
Aufgebaut und ausgelassen
Lieber Tölpel!
Einmal werde ich noch wach
– heißa, dann ist Schluss mit Christkindlmarkt. Reimt sich nicht, ist aber
trotzdem wahr. Zumindest für mich. Morgen geht es weit weit weg. Ich muss
nämlich, wie jedes Jahr, dieser Weihnachtsdult entfliehen, die ich zwar ohnehin
nicht besuche, aber nur das Daranvorbeigehen verschafft mir schon Übelkeit.
Glühwein allein ist ja bereits schlimm genug, aber diese Mischung aus Glühwein-
und Bratwurstgeruch – da wird mir schlecht. Anscheinend aber nicht nur mir,
denn pünktlich zu Beginn des „Weihnachtsmarktes“ (so heißt das neuerdings auch
in der PNP) hat mir nächtens schon wieder der Erste vor die Haustür gekotzt.
Ja, ja, die gemütliche,
staade Zeit. Jetzt wo der Ballermann am Domplatz wieder bis Weihnachten im
Mittelpunkt steht, kommen passenderweise wieder zwei Themen auf die Presse- und
Politikagenda: Die Parksituation in der Altstadt und der Steinweg. So schreibt
meine Plagiatorin in der PNP von „unsozialen Falschparkern“ am derzeit
eingeschränkt befahrbaren Domplatz. Stimmt nicht. Das klappt eigentlich die
ganze Woche ganz gut – außer am Sonntag zu Gottesdienstzeiten. Da kann man
unsoziales Parken „at its best“ beobachten. Frommer Mann parkt, wo er kann.
(Frei nach Volksmund)
Zum Steinweg. Was,
bitteschön, soll am Steinweg „unzumutbar“, „ein Trauerspiel“ oder „eine
Schande“ sein? Der Steinweg sieht gemeinsam mit der Luragogasse und den nach
links abgehenden Gässchen zumindest noch nach Altstadt aus. Nur weil Besucher
aus dem Landkreis mit ihren tiefergelegten Polos nicht mit 60 durchfahren
können oder weil man mit hochhackigen Schuhen mal hängenbleiben könnte, hat die
Sanierung des Steinwegs vorderste Dringlichkeit? Absurd. Man geht auch nicht
mit Pumps auf den Lusen und der geschätzte Passau-Besucher soll bitte unterm
Schanzl oder im Parkhaus parken.
Hab ich recht?
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Selbstverständlich. Wie fast immer halt. Zum Thema absurd:
Das Absurdeste an der Geschichte ist ja, dass die Sanierung des Steinwegs, über
den täglich in erster Linie Besucher und Mitarbeiter von Landratsamt,
Kirchenverwaltung oder Staatsanwaltschaft und Justiz fahren sowie tausende von
Touristen laufen, dann die Anwohner bezahlen sollen. Genauso logisch wäre es,
die Schaldinger die Sanierung der Autobahnbrücke bezahlen zu lassen. Oder die
Innanwohner den Hochwasserschutz. Na ja, wurde auch schon gefordert.
Nicht nur beim Hochwasserschutz, sondern auch bei vielen
anderen Themen gibt es ja innerhalb unserer Bürgermeister-Dreifaltigkeit eine
interessante, sich immer mehr manifestierende Rollenverteilung. Gaius Julius
Dupper entwickelt sich vom großen zum größten Oberbürgermeister aller Zeiten,
Lifetime-Hippie Erika gibt mit anhaltender Freude die Grüßgott-Tante, während
das spinatähnliche Gemüse immer mehr in die Rolle der
Inner-Regierungs-Opposition verfällt. Da lobe ich mir den größten
Generalsekretär aller Zeiten. Der hat einem CSU-Ortsverband aus dem Wald
„schlechten Stil“ vorgeworfen, weil der ihn für seine Stammtischparolen
kritisiert hatte. Interessantes „Stil“mittel. Von Trump lernen, heißt siegen
lernen.
Ich plane übrigens eine große Tschärity-Gala im kommenden
Jahr. Als Spenden angenommen werden Glasperlen für Waisenkinder, abgelaufene
Lebensmittel für Negerkinder, aufblasbare Delfine für Problemkinder und
Clown-Schminke für Klinikums-Kinder. Wenn sich jeder sein Essen selber zahlt
und einer die 90 Euro GEMA-Gebühr auslegt, steht einem gelungenen Gala-Abend
nichts mehr im Weg. Irgendeine angeheiratete Prinzessin als Schirmherrin bringe
ich.
Frohe Weihnachten!
Euer Tölpel
Montag, 7. November 2016
Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick
Abgespeckt und abgenäht
Lieber Tölpel!
Der Herr Verleger (also der
hier, der vom Bürgerglück) hat mir mitgeteilt, dass wir immer zu viel Text
liefern und uns ab sofort diesbezüglich bescheiden sollten. Auf meinen Einwand
hin, dass der Bürgerglückleser vielleicht blöd, aber nicht zu blöd ist, sich
durch knapp 4.500 Zeichen zu lesen, meinte er, dass es daran ja gar nicht läge.
Man müsse bei unserer Kolumne unbedingt den Schriftgrad erhöhen, weil die
Schrift zu klein sei. Offensichtlich lag ich doch nicht ganz falsch: vielleicht
nicht zu blöd, aber zu alt und sehschwach. Dann meinte er noch, wir sollten
diesmal möglichst nicht die Leser beschimpfen, weil es sich um eine
Jubiläumsausgabe handelt. Okay.
Wahnsinn, oder? Kann man
mit drei Themen (Scheuer Andi, Altstadtkindergarten und Ilztalbahn) tatsächlich
100 Ausgaben vollschreiben? Und immer nur Genörgel und Negatives. In der Pasta
zum Beispiel – da steht auch mal was Positives (Passau: Deutschlands
Hipster-Hochburg, Passaus innovative Spitzengastronomie, Passaus
Premium-Promis). Oder in der PNP: Oster heilt Lahme, Osters wunderbare
Autovermehrung auf dem Domplatz, Oster kauft Auto mit geringerem
Kraftstoffverbrauch. So etwas wollen die Leute lesen. Unsere Kolumne hatte
übrigens kürzlich auch Jubiläum. Das hat der Herr Verleger aber nicht einmal
bemerkt. Na ja.
Rumnörgeln und Petitessen
zu Großkatastrophen hochjammern, das kann der Provinzler ja besonders gut. Wenn
im sogenannten Peschl-Areal ein paar Bäume gefällt werden sollen, dann gibt es
gleich wieder einen Riesen-Aufstand, weil gar nicht Wenige glauben, sie müssten
dann an einer Sauerstoffunterversorgung versterben. Dabei haben wir hier um uns
herum Millionen von Bäumen, die mir das Sonnenlicht stehlen und Tonnen von Laub
abwerfen. Weg damit. Dass es Bürgerinitiativen gibt, die sich gegen Mobilfunkmasten
engagieren, weil sie glauben, sie würden verstrahlt, könnte man eigentlich
genauso belächeln wie Menschen, die meinen, Chemtrails würden den Himmel
vergiften. Bei uns kommen die damit durch.
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Ja mei. Solange man die Verschwörungstheoretiker und
Hysteriker ernst nimmt und sich mit ihren absurden Weltbildern und Ängsten
auseinandersetzt, um so mehr gibt man ihnen das Gefühl, sie wären im Recht. Die
Leute haben Angst, von Antanz-Flüchtlingen vergewaltigt/beraubt/ermordet zu werden,
von Mobilfunkmasten oder Gen-Food Krebs zu kriegen oder bei lebendigem Leib von
Horror-Clowns aufgefressen zu werden. Dabei liegt das Sterberisiko bei einer
Autobahnfahrt von Passau nach Regensburg um ein Zigtausendfaches höher.
Zu den Clowns hätte ich jedoch noch ein paar Ausführungen.
Ein Mann, der sich Zauberclown Rudolpho nennt, durfte in der PNP rumheulen, er
werde seit der Weltherrschaft der Horror-Clowns angefeindet. Dabei ist er doch
ein „netter Clown“ und bei Kindern „beliebt“. Lieber Herr Rudolpho, Kinder
haben Angst vor Clowns. Kinder mögen keine Clowns. Seit jeher. Dazu gibt es
übrigens eine interessante wissenschaftliche Studie aus England. Ich persönlich
finde Clowns auch ganz unerträglich. Die meisten Leute, die ich kenne, ebenso.
Sorry.
Noch mal Clown. Friedrich Hirschl ist 60 geworden. Jetzt
wird der Bürgerglück-Leser ohne Esoterik- und Montessori-Hintergrund fragen:
Who, the fuck, ist Friedrich Hirschl. Macht nichts. Dafür gibt es ja uns.
Hirschl ist Theologe, Lyriker und Künstler (einer von 30.000 in Passau). Und
wenn wir in unserem skurrilen Freundeskreis wieder einmal zu viel Rauschmittel
konsumiert haben, geben wir einen Hirschl-Band durch und jeder darf ein
Elaborat vorlesen. Beispiel gefällig? Bitte sehr: „Wolken nähen/ mit nassen Fäden/
Himmel und Erde/ zusammen.“ Hurz!
Übrigens hat die Passauer Polizei kürzlich mehrere hundert
Kilo Marihuana beschlagnahmt und damit die Welt wieder ein bisschen sicherer
gemacht. Wir schließen uns der Heimatzeitung an und sagen danke. Wir sind
sicher.
Euer Tölpel
Montag, 24. Oktober 2016
Freitag, 21. Oktober 2016
Liebe Kollegen von pnp.de!
Wenn ich mit meinem 15-Zoll-MacBook auf spiegel.de gehe, dann sieht das so aus:
Wenn ich mit dem gleichen Gerät und gleichen Browser auf pnp.de gehe, sieht es so aus:
Merkt Ihr was?
Kann man bitte mal darüber nachdenken, dass Eure Leser ganz gerne auf den ersten Blick die Themen sehen würden statt Ergo- und Bierwerbung? Und wenn wir schon dabei sind – dass während des Lesens eines Artikels dauernd der Text weghüpft, weil irgendeine Bewegt-Werbung aufpoppt, nervt auch wahnsinnig.
Danke im Voraus!
Der Präsident
Wenn ich mit dem gleichen Gerät und gleichen Browser auf pnp.de gehe, sieht es so aus:
Merkt Ihr was?
Kann man bitte mal darüber nachdenken, dass Eure Leser ganz gerne auf den ersten Blick die Themen sehen würden statt Ergo- und Bierwerbung? Und wenn wir schon dabei sind – dass während des Lesens eines Artikels dauernd der Text weghüpft, weil irgendeine Bewegt-Werbung aufpoppt, nervt auch wahnsinnig.
Danke im Voraus!
Der Präsident
Samstag, 15. Oktober 2016
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick
Aufgestellt und abgeschoben
Lieber Tölpel!
Ich weiß
gar nicht mehr, wie viele Alias-Namen wir (und manch Andere) schon für den
Scheuer Andi erfunden haben: Pimpf, Babyface, Dr. Andi, „Verkehrs“experte,
kleiner Doktor, Brachialsekretär, Auf-den-Sack-Geher, Mann mit lächerlichem
Hund, Full-Service-Dienstwagen-Nutzer oder eben Pimpf. Wenn man sich allerdings
mal so ansieht, was der Andi in seiner politischen Karriere alles gesagt und
getrieben hat ohne dass es ihn den Kopf gekostet hat, fällt mir nur noch ein
wirklich passender Ehrentitel ein: Andi „the Cat“ Scheuer. Weil der hat neun
Leben, der Andi. Oder irgendwas gegen den Seehofer in der Hand. Man weiß es
nicht.
Ich bin
natürlich gar nicht so naiv, dass ich glauben würde, die gelegentlichen
Verbalausfälle (so schreiben die das doch immer in der Linksradikalenpresse)
oder zumindest die grundsätzliche Kommunikationslinie seien nicht vom großen
Vorsitzenden abgesegnet. Das läuft dann wahrscheinlich eher so: „Immer nur
diese Syrer und Iraker – das g’langt mir nicht als Feindbild. Jetzt haust amal
wieder einen gegen die Neger raus. Darf ruhig a bissel zugespitzt sein, ich
relativier dann schon wieder.“ Kurz darauf kommt das Gleichnis vom
fußballspielenden, ministrierenden Senegalesen und sofort folgt das
Inschutznehmen vom Chef, der Andi habe „keinesfalls Sportvereine oder Kirchen
angreifen oder beleidigen wollen.“
Ja
natürlich nicht. Der ist ja nicht blöd, der Andi. Warum sollte er seine
Kundschaft beleidigen? Das hört/liest übrigens aus dem Zitat auch keiner raus,
dass er Sportvereine oder Kirchen beleidigen wollte. Er hat ja ganz eindeutig
und zweifelsfrei den Senegalesen beleidigt. Der kann mit dem Klingelbeutel
durchgehen, Tore schießen oder sogar Schweinsbraten fressen und zwölf Halbe
Bier saufen. Den braucht hier trotzdem keiner. Der soll heimgehen und sein Land
aufbauen, dass wir Europäer dort weiterhin billig Rohstoffe kaufen und Autos
teuer verkaufen können. Oder Hühnerabfälle. Oder Waffen. Oder Bibeln.
„Auch
ich kann mich mit diesem Satz nicht anfreunden. Achtsamkeit im sprachlichen
Ausdruck ist was Wesentliches.“ Das hat der CSU-MdL Imhof gesagt.
Deine Kathi
Liebe Kathi!
Da frage ich mich halt,
wie der Imhof das gemeint hat. Vielleicht wollte er nur darauf hinweisen, dass
man ja nicht alles laut sagen muss, was der gemeine CSUler so denkt. Aber wer
weiß. Ich muss den Satz aus unserer letzten Kolumne aufgreifen: Es darf ja
jeder seine Meinung haben und die muss auch nicht immer dem politischen
Korrektheits-Mainstream entsprechen. Aber man sollte vielleicht ein wenig
aufpassen, wie man über Menschen spricht.
Wer übrigens wesentlich
mehr als neun Leben hat, ist der Landrat von Regen. Der kann sich mit Poppers
bewaffnete Stricher ins Landratsamt holen, im Netz Freund und Feind anpöbeln
und irgendwann mit der Nachricht herausrücken, dass er auf Kur war, weil er
unter anderem zu viel säuft – der wird immer beliebter. Die Kommentatoren
überschlagen sich vor Verständnis und Solidaritätsbekundungen und keiner stellt
die Frage, ob sich die Qualität eines Landrats dadurch auszeichnet, dass er
immer dann, wenn er nicht mehr anders kann, zugibt, dass er womöglich etwas
falsch gemacht hat. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächsten tollen
Streiche unseres lustigen Histrionikers aus dem Bayerwald. Meine Vorschläge:
Ladendiebstahl mit anschließender Kleptomanie-Therapie, zum Islam konvertieren
oder mit Josefa Schmid ein Musikvideo drehen.
Alles,
was der Adam PR-mäßig richtig macht (Rauchen, Saufen, Sex an öffentlichen
Orten), macht der Frankenberger falsch (Nichtrauchen, Nichtsaufen, Sex nur bei
Licht aus). Trotzdem freut es mich, dass der Fränkie angekündigt hat, sich
wieder mehr um seine alte Heimatstadt zu kümmern. Er will zwar nicht wieder in
den Stadtrat, aber er möchte „sich in Zukunft
verstärkt zur Lokalpolitik in Passau äußern. Denn es ist wirklich ein
Trauerspiel, was hier passiert – oder besser gesagt nicht passiert.“ Fränkie,
übernehmen Sie! Steht eigentlich das Projekt OB 2020 noch? Holt sich Bischof
Oster auch regelmäßig telefonischen Rat von Ihnen, wie weiland der alte
Schraml? Und könnten Sie bitte die Passauer Stadtführer schulen, dass ihre
schlurfenden Untoten in der Luragogasse eine Rettungsgasse für die Locals
freihalten?
Danke, ganz lieb.
Ihr ergebenster Tölpel
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