Samstag, 1. Juni 2013

Und immer wieder dieser Fronleichnams-Schmarrn

Hey Fake-Tölpel!

Dass Ihr das Fronleichnams-Outing nur deshalb wieder betreibt, dass wir uns aufregen, ist schon klar. Voll durchschaut.

Wenn Ihr aber schon erwähnt, wer sich zu Eurem katholischen Voodoo-Zauber in nordkoreanischem Gehorsam und aus Angst vor Eurer Denunziation hat hinnötigen lassen, solltet Ihr vielleicht auch einmal nach der sonstigen Motivationslage fragen.

Mangold, Geyer, Geins, Fischer – Die gehen da wohl hin, weil sie auch sonst gern rumfrömmeln und außerdem eben aus Angst vor Euch.

Oberjürgen – Mei, der ist halt OB und will es auch bleiben.

Karl-Hellwing – Will die vielleicht auch was werden? Ei ei ei...

Waschler – Das habt Ihr selbst gerafft: Der ist Landtagskandidat.

Dittlmann – Was ist der noch mal außer Stadtrat und Feuerwehrdingsbums? Genau! Auch Landtagskandidat! Also war der Waschler gar nicht der einzige, gell.

Übrigens: Mich würde mal interessieren, wer aus dem Stadtrat wie oft in die Kirche geht oder wer – Gottseibeiuns – aus der Kirche ausgetreten ist. Könntet Ihr da nicht mal eine Sonderreportage bringen im Wahlkampf?

Danke im Voraus!

Der Präsident




Mittwoch, 29. Mai 2013

Aufgewacht und ausgeteilt

Lieber Tölpel!

Eine sehr schöne Spielerei, die diese Blogger-Seite hier bietet, ist der Statistik-Bereich. Da kannst Du z.B. sehen, welcher Wahlinfo-Passau-Beitrag am öftesten geklickt wurde. Rate mal! Nein, es ist nicht das lustige Bildchen von Dr. Andis letztem Wahlkampf. Das ist nur Platz 2. Der am häufigsten geklickte Beitrag aller Zeiten ist die heimliche Hochzeit unseres derzeit leider etwas untergetauchten Fränki-Boy. Platz 3 ist das Abhörprotokoll der Weihnachtsfeier geworden und Platz 4, man höre und staune, ein fast unbearbeiteter Artikel unseres Gast-Satirikers Franz Danninger. Der Fränki-Hochzeits-Beitrag wurde übrigens sogar heute schon viermal geklickt. Obwohl er schon über zwei Jahre alt ist.

Ich vermute, dass es daran liegt, dass unsere kleine, feine Seite hier bei den Google-Suchergebnissen oft relativ weit oben rangiert. Gibst Du nämlich bei Google "Luise Kinseher verheiratet" ein, ist das erste Ergebnis, tataaaa, Wahlinfo-Passau. So, und jetzt rate Du wieder, wie oft jemand mit diesem Suchbegriff gegoogelt hat und bei uns gelandet ist? 58 mal! Crazy, oder? Das kann ich nämlich auch sehen, welche Wörter oder Wortkombinationen die Suchenden zu uns führen.

Am häufigsten gesucht und bei uns gefunden wurde natürlich "wahlinfo passau", gefolgt von "andreas scheuer" auf Platz 2, "passau" auf Platz 3 und dann kommen, mit immerhin noch hunderten von Suchvorgängen, die Begriffe "julia schober silikon" und "simone tucci-diekmann". In dieser Woche ganz vorn sind übrigens die Suchbegriffe "betäubungsmittelentzug", "dummheit immer beliebter" und "pronold lattengustl".

Der Pronold ist ja jetzt im Kompetenzteam von diesem Steinmeier oder Steinbrück oder wie er heißt. Eigentlich müsste dem das ein Parteiausschlussverfahren einbringen. Das grenzt nämlich an Sabotage. Pronold ins Kompetenzteam. Das ist ja fast so skurril, als würde die Passauer CSU den Dickl zum Fraktionschef machen oder Frau Buhmann zur OB-Kandidatin.

Apropos Kompetenz. In einem PNP-Interview hat die Passauer Tourismus-Direktorin Pia Olligschläger sinngemäß gesagt, sie könne sich das auch nicht recht erklären, warum die Zahl der Touristen in Passau auf einem Rekordniveau angelangt ist. Mit ihrer Arbeit kann es doch eigentlich nichts zu tun haben. Also so ist es zumindest rübergekommen. Chapeau! Selbsterkenntnis ist immerhin ein Anfang. Aber eine Erklärung ist ihr dann schon noch eingefallen. Vielleicht liegt es ja daran, dass Passau in der Wettervorhersage mal positiv erwähnt wurde.

Vielleicht liegt es an dieser extrem kompetent-professionellen Markenpflege der Stadt Passau. Oder sollte ich sagen Markendiffusion? Markenkonfusion? Gibt es eigentlich in Passau so etwas wie Corporate Identity? Kann eigentlich nicht sein, weil ein Corporate Design gibt es schon mal nicht. Was ist mit einem CD Manual? Das hat man sogar in einem Kaff wie Deggendorf. Kann es in Passau aber eigentlich gar nicht geben, weil es existiert weder eine einheitliche Schrift für PASSAU, noch eine Einheitlichkeit bei der Verwendung des Claims "Leben an drei Flüssen" und der rote Wolf taucht manchmal auf und manchmal nicht. Und dann finden wir noch DIE_DREI_UNTERSTRICHE_STADT – allerdings nur in der Passau-App und auf ein paar Plakaten. Auf Briefkopf und Visitenkarten prangt der Passauer Wolf und unter PASSAU besagter Claim, während wir auf passau.de weder Wolf noch Claim, dafür aber PASSAU in einer ganz anderen Schrift finden. Ich glaube, so etwas gibt es bei einer Stadt in dieser Größe in ganz Deutschland nicht mehr.

Was meinst Du, mein Tölpel?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Mei, peinlich ist es halt. Die Passau-App habe ich mir auch mal angesehen. Da finden sich auch ein paar lustige Sachen. Unter der Oberrubrik Einkaufen findet sich unter "Mode und Sport" z.B. Beate Uhse. Und dass es auf einer App, die gefühlt ein Terabyte Speicherplatz braucht, nur 17 Passauer Sehenswürdigkeiten gibt, finde ich auch ein bisschen seltsam. Hals und Ilzschleifen? Fehlanzeige. Da könnte man noch ein bisschen nachbessern.

An manchen Tagen ist der Lokalteil der PNP eine allumfassende Sozialstudie der Passauer Gesellschaft. Vor drei Wochen gab es eine Ausgabe, in der gleich drei faschingsverdächtige Gruppierungen besprochen wurden. Bei den Lamplbrüdern, deren Motto "Tue Gutes und lass Dich dabei fotografieren" zu sein scheint, ist zumindest der Zweck ihrer "Bruderschaft", eine Art moderner Ablasshandel, noch ersichtlich. Bei den Rittern für den Orden zum Heiligen Georg vermutet man als aufgeklärter Mensch immer so eine verdeckte Satire-Geschichte von ein paar durchgepeitschten Ritter-der-Kokosnuss-Fans. Und wenn Du dann umblätterst und liest einen Bericht über ein paar Pubertätsgestörte, die gegen die ZAKK-Schließung demonstrieren und deren politisches Engagement sich auf Biertrinken und Sachbeschädigung beschränkt, dann weißt Du, dass Du in Passau bist.

Aber es gibt auch schöne Meldungen. Der SV Schalding ist in irgendeine Liga aufgestiegen, was alle ganz toll finden. Ist ja auch schön. Sport und Kultur sind sicherlich eine wichtige Visitenkarte für eine Stadt. Was ich aber wirklich überhaupt nicht verstehe, ist, warum man jetzt in Schalding diesen Fußballplatz aufmotzen muss. Da haben wir in der Danzigerstraße eines der größten Stadien Bayerns und dann brauchen die da draußen kurz vor Vilshofen eine neue Tribüne? Aber echt nicht, oder? Sogar in München können die Bayern und die Sechzger in einem Stadion spielen. Das ist aber noch nicht das Schönste an der Geschichte. Das Schönste ist, dass kein einziger aktiver Politiker sich das zu sagen traut. Egal, dafür gibts ja uns.

Der Bundestags- und der Landtagswahlkampf werden ja jetzt, sagen wir mal, eher so mittelspannend. Dafür freue ich mich schon wie ein Schnitzel auf den Kommunalwahlkampf. Erstens, weil es da sicherlich noch manche Überraschungen, vor allem bei den OB-Kandidaten, geben wird. Zweitens, weil ich mich schon wieder darauf freue, wenn die PNP gnadenlos die Leistung der einzelnen Stadträte bewerten wird. Kannst Du Dich noch erinnern? Das gab es schon einmal. Sogar mit Schulnoten. Macht Ihr das schon wieder, liebe Kollegen? Oder sollen wir das übernehmen?

Fangen wir doch heute gleich mal an. Heindl: Lautstärke 1, Unterhaltungswert 1, Straßenverkehrstauglichkeit 2, Sexfaktor 1, Kognition 5, Gesamtergebnis 2. Immerhin. Mangold: Frömmigkeit 1, Unterhaltungswert 6, Straßenverkehrstauglichkeit 4 (Toyota), Sexfaktor 4, Kognition 1, Gesamtergebnis 3,2. Ausbaufähig.

Aber das ist natürlich alles Quatsch. Plumpe, billige Witzchen auf Kosten verdienter Persönlichkeiten. Viel interessanter für alte Hasen und Neuwähler wäre eigentlich eine Rubrik "Was macht eigentlich..." Z.B.: Was macht eigentlich Ursula Karl-Hellwing? Wurde irgendwann mal in den Passauer Stadtrat gewählt und ward seitdem nicht mehr gesehen. Pardon, Frau Karl-Hellwing. Ihr Name dient hier nur als Platzhalter. Da könnten genauso Wagner, Eibl, Faßbender oder sonst noch 25 Namen stehen. Und kommt mir nicht mit der Geschichte, die leisten alle ganz wichtige Sacharbeit und drängen sich dabei nicht in den Vordergrund. Schon klar.

In der letzten FAS war ein Artikel über Abgeordnete, die ihr Studium abgebrochen haben und das jetzt selbst manchmal als Makel betrachten, bzw. diesbezüglich von Medien und politischem Gegner bloßgestellt werden. Da kann unserem Dr. Andi nichts passieren. Der hat auf Staatssekretär studiert und auf Minister promoviert. Oder sagt man "sich promovieren lassen"? Kleiner Wortscherz. Ich glaube, aus dem wird noch richtig was. Nachdem jetzt u.a. der Pronold mithilft, dass Angela Merkel Kanzlerin bleibt, wird der Andi sicher bald Minister. Ich freu mich schon.

Ich werde übrigens beobachten, ob Deine Anregungen zum CD der Stadt Passau zumindest teilweise umgesetzt werden. Zumindest auf passau.de.

Wollen wir wetten?

Dein Tölpel

Montag, 13. Mai 2013

Pause mit lustig

Zum Tode Max Stadlers

Ich muss gestehen, ich war sehr lange sehr skeptisch, was den Politiker Max Stadler betraf. Er war mir nie unsympathisch, aber zum einen
hege ich eine gewisse Grundskepsis Berufspolitikern gegenüber, zum anderen entsprach diese Juristen-Donaldisten-Schachspieler-Jeden-Tag-eine-gute-Tat-Persönlichkeit genau dem Bild des in Berlin herumwurstelnden Politikers, das ich mir über Jahre so zurecht gelegt hatte.

Als ich Max Stadler – den ich bis dato nur flüchtig kannte – irgendwann vor einigen Jahren zufällig traf und er mir offenbarte, was er doch für ein begeisterter Leser von Wahlinfo-Passau sei, fühlte ich mich einerseits geschmeichelt, andererseits blieb die Skepsis, dass er mich nur bremsen, wenn nicht vereinnahmen wollte. Ich dachte, er wolle mich gnädig stimmen, um mich in meinen Kommentaren seiner Person und seiner Partei gegenüber zu besänftigen.

Ich habe mich ein bisschen getäuscht.

Heute weiß ich, dass Max Stadler natürlich der große Pragmatiker, gerissene Taktierer und geniale Diplomat war, als den ihn viele Eingeweihte auch gesehen haben. Aber er war ein Diplomat im positivsten Sinne. Er mochte meine teilweise grenzwertigen Satire-Spinnereien, aber er mochte auch seine Heimatzeitung, der er fast täglich Futter lieferte. Dies war für ihn kein Gegensatz. Er wusste, dass viele Menschen gerne die Abenteuergeschichten des Staatssekretärs aus Schalding, Berlin, Brüssel und Budapest lesen und freute sich gleichwohl, dass ein Internet-Blog wie Wahlinfo-Passau solcherlei gerne ins Lächerliche zieht.

Er war diesbezüglich erhaben. Und in seiner ganzen ehrlichen (!) Bescheidenheit war er doch so souverän, dass er tatsächlich Meinungen von
ganz links bis ganz rechts, von Nord, Süd, Ost und West, von klug bis saublöd, freundlich analysierte, kommentierte und gerne auch einmal ohne
jegliche Überheblichkeit, Aggressivität (war ihm ganz fremd) und Zeigefinger weise in Einklang brachte oder auch ad absurdum führte.

Dann habe ich ihn noch in Berlin erlebt. Er hat mir SEIN Ministerium, SEINEN Bundestag und SEINE Plenumssitzung gezeigt, wo er auf der Regierungsbank saß. Er war sehr stolz, auf das, was er tat. Aber es war ein höchst sympathischer Stolz. Er mochte das, was er tat. Er war kein Selbstdarsteller, er war ein überzeugter Diener der Res Publica. Er hat bis spät in die Nacht gearbeitet und er kannte keinen Stress. Er liebte diesen Job.

Noch eine Anekdote zum Schluss. Am interessantesten wird es immer nach Mitternacht.  Ich war ein paar Mal bei ihm in Berlin. Veranstaltung, Party, lustiges Beisammensein. Linke, Grüne, Journalisten, die natürlichen Feinde der FDP – und alle versöhnlich bis freundschaftlich. Max Stadler war ein integratives Genie. Oder wie es, am allerschönsten, die Süddeutsche schreibt: ein feiner Mensch.

Karl-Heinz Hasenöhrl

Dienstag, 7. Mai 2013

Mittwoch, 1. Mai 2013

Angeklagt und aufgeklärt

Lieber Tölpel!

Homo homini lupus. Wenn man liest, was der Internet-Mob in den einschlägigen Kommentarspalten zum Thema Hoeneß so verlautbart, dann fragt man sich schon, was denn viele Leute für das Hinterziehen von Kapitalertragssteuer für eine angemessene Strafe halten. Enteignung, Pranger, Todesstrafe? Und dann stellt sich dieser Pronold (den im übrigen weder in seinem Wahlkreis noch sonstwo in Deutschland mehr als ein paar Hand voll Leute in irgendeinem Parlament haben wollen) hin und erzählt uns, Leute wie der Hoeneß seien asozial. Bitte nicht falsch verstehen – ich will gar nicht den Hoeneß verteidigen, sondern nur die geifernde Meute kritisieren.

Lustigerweise kam gleich nach der Hoeneß-Geschichte die Sache mit dem Schüttel-Schorsch und seinen Komplizen heraus. Das ist asozial! Aber um beim Sozi Pronold zu bleiben: Ist dem eigentlich klar, wie viele Abgeordnete so einer wie der Hoeneß mit seinen Steuergeldern bezahlt? Ein Abgeordneter soll anständig verdienen, einverstanden. Meinetwegen sogar noch mehr. Aber diese völlig absurde und unanständige Altersversorgung der Parlamentarier – die ist auch asozial! Und bitte keine Gegenargumente. Die gibt es nämlich nicht. Vielleicht haben wir einen Kommentator, der sich mit sowas auskennt und uns ausrechnet, wie lange ich wie viel Geld im Monat in eine private Rentenversicherung einzahlen muss, dass ich auf die Altersbezüge eines langgedienten Abgeordenten komme. Mich würde es brennend interessieren.

Noch ein Sozi. Der Roos hat da was verwechselt und zwar, dass man die Leute am ersten und nicht am 30. in den April schickt. Glaubt man der PNP von gestern, so hätte der MdL einen Wirtschaftsexperten zum Vortrag nach Passau eingeladen. Und dieser Experte heißt... Widuckel. So ein Schmarrn! Kein Mensch heißt Widuckel. Das ist so ein Name von Meister Eders Freund Bernbacher, der sich nie merken konnte, wie Eders Kobold heißt und ihm immer Namen wie Schmutzbuckl, Brumbuckl oder Pudackl gab. Oder eben Widuckel, Professor Werner Widuckel. Ha ha, sehr komisch.

Die SPD wird übrigens 150 Jahre alt und das werden natürlich auch die Passauer Sozis feiern. Ist ja auch völlig normal und gehört sich auch so. Was es aber sicherlich seit dem Ende der DDR und der Sowjetunion sicherlich nur noch in Kuba und bei der SPD gibt, ist die Ernennung einer Jubiläumsbeauftragten. So habe ich es zumindest der PNP entnommen. Irgendwelche Funktionärsposten muss man den Quotenfrauen ja geben. Nein, pardon, das war natürlich nur ein blöder, geschmackloser, politisch inkorrekter Witz, der keinerlei Realitätsbezug hat. Immerhin gab es hier sogar schon einmal eine rote Bundestagsabgeordnete. Den Namen habe ich leider vergessen.

Völker, hört die Signale! Auf, zum letzten Gefecht! Die Internationale erkämpft das Menschenrecht. 

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Warum wirst jetzt Du ausgerechnet am 1. Mai so auf der SPD herumhacken? Und die Schwarzen in München machen sich nach wie vor den Staat zur Beute und verteilen Steuergelder auf ihre Familienmitglieder. Na gut, in anderen Bundesländern ist der Filz halt rot. Das gibt es schon auch. 

Ich habe kürzlich einen interessanten Artikel gelesen über eine Österreicherin, die aus der ÖVP ausgetreten ist und dann geschildert hat, dass sie sich jetzt fühlt, als hätte sie keine Identität mehr. Außerdem hat sie Existenzangst. In Österreich ist es nämlich so, dass Du Dich für die eine Hälfte der Jobs nur bewerben brauchst, wenn Du ein ÖVP-Parteibuch hast und für die andere Hälfte brauchst Du eines von der SPÖ. Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, im Kern aber nicht unwahr. Irre, oder? Obwohl – ist es bei uns nicht ganz ähnlich? Hier muss man doch auch in die Kirche ein-, bzw. darf nicht austreten, wenn man als Lehrer, Kindergärtner, Arzt, Krankenpfleger usw. bei nicht wenigen Arbeitgebern arbeiten will. Obwohl fast alles vom Steuerzahler bezahlt wird. Irre, oder? Und es gibt immer noch Eltern, die ihre Kinder nur taufen lassen, damit sie in Kindergarten und Schule nicht benachteiligt werden. Das wäre doch auch einmal ein Thema für den 1. Mai.

Der Tunnel kommt übrigens nicht, nachgetreten wird hier auch nicht, ganz im Gegenteil. Ich möchte nämlich behaupten, dass es nicht 73 %, sondern locker 80 % gewesen wären, wenn die Galionsfiguren der Tunnelgegner nicht Schmöller und Hellwing geheißen hätten. Das war doch der Wahnsinn. Noch bärbeißiger, gelangweilter und selbstgefälliger als diese beiden hätte man nicht mehr auftreten können. 

Ich will nicht immer herumschimpfen, sondern einfach einmal eine Frage stellen, weil ich mir ja auch gerne etwas erklären lasse. Warum gibt es im neuen Bschütt-Parkhaus einen Parkscheinautomaten und kein Schrankensystem? Das hat doch nur Nachteile oder verstehe ich da was nicht? Wenn ich noch nicht weiß, wie lange ich parken will, habe ich ein Problem. Außerdem muss ich vom Auto zum Automaten und wieder zurück laufen. Zur Kontrolle müssen extra Parkwichtel vorbeikommen. Warum? Herr Zillinger, bitte erklären Sie!

Dafür bekommt die Freyungerstraße, in der ja schon diese entzückende Blechradfahrerskulptur steht, die aber leider schon vor geraumer Zeit decapitiert wurde, demnächst wieder ein großes Kunstwerk: den wunderbaren Salzkristall nämlich. Der wird so schön, dass er Jahre braucht, bis er fertig ist. Im Moment geht außerdem auch noch eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von ihm aus. Wahrscheinlich, weil er so schön ist, dass die vorbeifahrenden Autofahrer gar nicht mehr von ihm wegschauen können. Bestimmt sogar.

Die Polizei hat übrigens bei einer Altstadt-Wirtin über zwei Kilo Haschisch sichergestellt. Gottseidank! Jetzt hören sicherlich diese nächtlichen Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen auf. Furchtbar diese Rauschgiftsüchtigen.

Freundschaft!

Dein Tölpel   


Dienstag, 16. April 2013

Zwei Fragen, PAWO...


Erstens: Könnt Ihr uns erklären, wer so bescheuert ist, zu einer Erotikmesse zu gehen?

Zweitens: Warum taucht in der URL zu Eurer Erotikmessenfotostrecke der Name des Herausgebers und Geschäftsführers des Wochenblatts auf? Wollte das sonst keiner machen?


  
Und übrigens, PNP!

Wir haben uns das hier angehört. Jetzt haben wir Depressionen.

Mittwoch, 10. April 2013

Wahlinfo-Passau erklärt die Welt

PNP, 10.04.2013, Lokalteil, Leserbrief:

Ein "s" zuviel

Zum Bericht "Rechtssprechung ohne Grenzen" vom 4. April:

Es gibt die Rechtsgeschichte, den Rechtsstaat, die Rechtspflege, das Rechtsmittel und so weiter; und es gibt die Rechtsprechung − ohne Wesfall-"s". Das hängt einfach damit zusammen, dass das Recht gesprochen wird und nicht des Rechts. Wir haben und brauchen weder eine Links- noch eine Rechtssprechung.
Wolfgang Neuefeind, Passau
_________________

Schöner Leserbrief eigentlich – nur leider: totaler Quatsch. 
Abgesehen davon, dass Rechtssprechung zwar unüblich und nicht besonders schön, aber auch nicht falsch ist, hat halt das Fugen-S mit dem Wesfall, oder wie wir Gebildeteren sagen: Genitiv, so überhaupt gar nichts zu tun. Das Fugen-S ist halt einfach da oder nicht und es gibt noch nicht einmal klare Regeln.
Und wer es nicht glaubt: Hochzeitskleid, Arbeitsamt, Liebeslied...
Wie lautet der Genitiv von Hochzeit, Arbeit und Liebe? Genau.

Keine Ursache, wir helfen gerne.

Montag, 8. April 2013

Samstag, 30. März 2013

Abgeschrieben und auferstanden

Lieber Tölpel!

Als ich kürzlich den SPIEGEL aufgeschlagen habe, hat mich fast der Schlag getroffen. Stieß ich doch beim Durchblättern auf einen Artikel, in dem es um eine Charity-Dame ging, die angeblich Spendengelder unterschlagen hätte. Das gibt es doch nicht, dachte ich schockiert, schon wieder Neider und Missgünstige, die das aufopferungsvolle Lebenswerk unserer großen Wohltäterin mit schmutzigen Lügen besudeln wollen. Die es in ihrem Neid nicht ertragen können, dass eine bescheidene Frau aus der Provinz mit einem großen Herzen jedes Jahr hunderte und aberhunderte von Euro für die Bedürftigsten unter den Bedürftigen einsammelt und das alles, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Und bestimmt steckt wieder dieser destruktive Brunner dahinter. Als ich dann bemerkt habe, dass die Geschichte ganz woanders passiert ist, da war ich vielleicht froh!

Froh, ja geradezu fröhlich bis sehr amüsiert war ich auch, als ich den Artikel über die Inszenierung "Rose" im Theater an der Rott gelesen habe. Ich weiß nicht, was mich mehr belustigt hat. Die Tatsache, dass ein Intendant mit Missionierungsdrang in der tiefsten Provinz südlich von Lappland einen transsexuellen Pornodarsteller gibt, der mit mehr Männern schläft als "in der Bibel herumlaufen." (Steht so in der PNP vom 25.03.2013. Aber was heißt das?) Oder habe ich mich noch mehr auf die Leserkommentare gefreut, die teilweise wortwörtlich so ausgefallen sind, wie ich es beim Lesen des Artikels schon gewusst habe? Oder war das Schönste doch der Satz des PNP-Rezensenten, wonach die Tatsache, dass Rottal-Rose in der Szene im Innenraum einer Kirche mit gespreizten Schenkeln auf dem Rücken liegt und einen Koitus imitiert, einen "unnötigen Tabubruch" darstellt? Hä? Wieso Tabubruch? Weil das Auf-dem-Rücken-liegen eine in Kirchen eher ungebräuchliche Sexualpraktik darstellt? Da fällt mir der Witz mit den Ministranten und dem Mittelscheitel ein. Aber lassen wir das.

Es ist halt alles eine Geschmacksfrage. Der eine mags von vorn, der andere von hinten. Einer bevorzugt Cannabis, mancher trinkt gern fünf Mass Bier. Manche stehen auf Sichtbeton und manche mehr auf Selbstkasteiung. Jeder wie er's mag, alles menschlich. Jetzt darf natürlich auch ein Aushilfsbürgermeister der Meinung sein, dass Sichtbeton im öffentlichen Raum nicht so schön ist. Das darf er sogar sagen. Was er eigentlich nicht machen sollte, ist, so zu tun, als spräche er als Repräsentant der Stadt Passau und zu suggerieren, er, also die Stadt, würde zukünftig keine Sichtbetonbauten mehr genehmigen. Da übernimmt er sich nämlich ein bisschen. Warum mich das nervt? Weil die in die Kritik geratenen Bauwerke aber ganz bestimmt nicht zu den hässlichsten in Passau gehören. Und wenn wir schon beim Stammtisch-Populismus sind: Ich finde die Skulpturen am Europaplatz und am Anfang der Fußgängerzone seit Jahren scheußlich. Kann man die bitte mal wegmachen?

Was ich auch scheußlich finde und schon seit Jahren anprangere, ist, dass weder ein Teil des PNP-Journalisten-Nachwuchses noch die AmSonntag-Redaktionsleitung die unterschiedliche Anwendung von "das" und "dass" beherrschen sowie auch sonst regelmäßig erhebliche Grammatikschwächen aufweisen. Eher drollig finde ich dann schon wieder manche Formulierungsskurrilitäten. So übertitelt eine junge Redakteurin den Artikel über ein Verlinkungsproblem auf passau.de mit "Von der städtischen Homepage direkt zu leichten Mädchen". Leichte Mädchen, so so. Sagt man das jetzt wieder? Und wenn sie an der Straße stehen – Bordsteinschwalben? Hetären, Kokotten, Kurtisanen? Und was macht man eigentlich mit denen? Liebe? Schlafen? Verkehren? Unzucht? Oder doch: bumsen? Ich finde letzeres. Wer "leichte Mädchen" sagt, muss auch "bumsen" sagen. Und hundertmal den Satz schreiben: "Ich darf nicht verklemmt sein, wenn ich eine große Journalistin werden will." 

Hauptsache, wir schnackseln gern, gell, mein Tölpel!

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Jetzt hast Du mir so viele Stichworte gegeben, dass ich gar nicht mehr weiß, wo ich anfangen soll. Ein kluger Mann und begnadeter Schreiber hat mir erst vor ein paar Tagen gesagt, er wolle nicht immer auf seine Sexualität reduziert werden. Aber worauf soll ich denn z.B. die Rammerschen Tölpeleien in der PNP sonst reduzieren als auf schlechten Sex? Was kann der Grund sein, dass man sich über Sichtbeton aufregt oder über ein paar gefällte Bäume an der Ilz (wo man ansonsten den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht?) außer schlechter Sex? Oder anders: Wenn man das neue Foto vom Danninger sieht und dann noch seine abgefahrenen Kommentare liest, weiß man sofort – dieser Mann hat nicht nur außergewöhnlich guten Sex, sondern er kann sich auch aussuchen, mit wem. Und dann gibts da noch diese Dame, deren Name sich ein bisschen so anhört wie Cuckold-BDSMinger. Aber lassen wir das.

Zum Thema skurrile Formulierungen. In einem PNP-Artikel über den Aufgriff eines Mannes, der fünf Gramm Marihuana (also nicht 500 Gramm Heroin!) mit sich führte, an der Autobahn durch Schleierfahnder, fand sich der Satz: "In einer Zigarettenschachtel und in seiner Hose befand sich das Rauschgift." Das Rauschgift! Geht's denn nicht eine Nummer kleiner? Auf einem einzigen Tisch beim Starkbieranstich findet sich in den Masskrügen mehr Rauschpotenzial als in der Hosentasche des Marihuana-Verbrechers. Da passt auch noch sehr gut eine andere PNP-Überschrift dazu: "Regionale Fahnder teils 'atypisch' eingesetzt". Da fragt sich dann nur, was "atypisch" ist. Wenn vom Steuerzahler bezahlte Polizisten in vom Steuerzahler bezahlten Autos auf der Autobahn herumstrolchen und fünf Gramm Marihuana beschlagnahmen oder wenn sie mal was Vernünftiges machen.

Die Passauer CSU hat ja eine Blitzumfrage gemacht, bei der sie zum einen endlich einmal herausfinden wollte, wofür sie überhaupt steht und zum anderen mit der Frage nach geeigneten OB-Kandidaten die intern und inoffziell schon designierte Kandidatin Buhmann gleich wieder absägen wollte. Blöderweise hat man aber die Umfrageteilnehmer nicht gefragt, wer es denn machen solle, sondern nur, wer denn ihrer Meinung nach gegen Amtsinhaber Dupper eine Chance hätte. So waren dann auch die am häufigsten genannten Namen F.J. Strauß, Emil Brichta, Brutus und Charles Manson. Aus wahrscheinlich nur ihm nachvollziehbaren Gründen fabuliert der PNP-Tölpel heute schon zum zweiten Mal von irgendeinem Brauereidirektor, der es machen könnte und bringt wahrscheinlich demnächst den Schraml ins Spiel. Bei diesem Kasperltheater wird es sich der einzig ernstzunehmende Wunschkandidat Steiner sicherlich noch eine Zeit lang überlegen, ob er sich das antut mit dieser Gurkentruppe. 

Jetzt regen sich wieder alle (sogar der Austragsintendant Freibier) auf, weil die Stadt Passau in den letzten Jahren tonnenweise Bilder von Passauer Künstlern gekauft hat, die jetzt anscheinend im Keller vergammeln. Eine vielgelesene Forderung ist nun, die Dinger irgendwo aufzuhängen. Naja, meinetwegen, aber wo? Wir haben halt hier im strukturschwachen Raum das Problem, dass von knapp (!) 50.000 Einwohnern, abgesehen von den paar Hanseln, die bei der Zahnrad oder als Stadtführer arbeiten, 10.000 Kabarettisten, 15.000 kirchliche Würdenträger und 20.000 Kunstmaler sind. Erstere werden in der Starkbierzeit von der Brauerei/Kirche bezahlt, zweitere werden vom Steuerzahler bezahlt und die Künstler...? Mei, irgendwer muss halt mal ein Bild kaufen. Aber muss man die alle auch gleich aufhängen? Vorschlag zur Güte: Die kommen vollständig in das neue Konzerthaus. Dann bleibt's auch gleich im richtigen Milieu.

L'art pour l'art!

Dein Tölpel      

Mittwoch, 27. Februar 2013

Passau in Trauer

Bud Spencer will aufhören

Wie man heute der Lokalpresse entnehmen konnte, möchte Bud Spencer, alias Hand Gottes, alias Der Seiler Max, aus gesundheitlichen Gründen sein Stadtratsmandat niederlegen.

Als wäre das noch nicht schlimm genug, hat die ÖDP angedroht, Jörn Rüther nachfolgen zu lassen. Rüther lebt mit seiner Amish-Familie in einem Waldkindergarten und wird sogar von anderen Amischen gemieden, weil ihm nicht einmal ein Bart wächst. Mit Rüther erreicht die ÖDP einen neuen Grad an Skurrilität, der nicht einmal mit Frankenberger möglich war.

Wahlinfo-Passau fordert: Bud Spencer, bleib da! Mach's wie der Pell und lach' sie alle aus.

Und erspare der Stadt die Prüfung Rüther. Danke.

Montag, 11. Februar 2013

Passau in Vorfreude: WIR WERDEN PAPST!

Hier die aussichtsreichsten Kandidaten

    Wastl I.
    Qualifikation: Unberührt und empfänglich
    Motto: Quamquam sum sub aqua...

    Urbanus Aurantiacus Ultimus
    Qualifikation: Bremst auch für Tiere
    Motto: Urbi sum orbi

    Andreus Mobilis I.
    Qualifikation: Viele Jünger
    Motto: Gerne jünger

    Superdupper Principatus Unicus
    Qualifikation: Schwimmt sogar in Milch
    Motto: Sie sind alle so dumm und ich bin ihr Chef.

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Nachtrag

Kommentar von pnp.de zum Thema:

Jetzt drehen alle durch: Die Bilder vom Faschingswochenende


Samstag, 26. Januar 2013

Huhu, PNP!

Nur weil wir uns in letzter Zeit nicht mehr so ausführlich mit Eurem journalistischen Schaffen auseinandergesetzt haben, heißt das nicht, dass wir nicht genauestens beobachten, was Ihr so treibt.

Eure etwas sonderbare Verknüpfung von Anzeigenschaltungen und redaktioneller Berichterstattung ist uns in letzter Zeit etwas gehäuft aufgefallen (die Anzeige eines Flusskreuzfahrtbetreibers hat man z.B. in der gleichen Ausgabe noch mit dem Foto eines Schiffes aus dessen Flotte auf der ersten Seite des Lokalteils unterstützt), aber vielleicht ist das bei Euch ja gängige Praxis und wir merken es nur nicht immer.

Aus diesem Grund haben wir uns heute einmal ganz ausgiebig Eurer Samstagsausgabe gewidmet, also insgesamt ungefähr 17 Minuten. Unser Umgang mit der Heimatzeitung ist ja wahrscheinlich ähnlich dem der restlichen PNP-Leser. Mindestens der erste Teil wird sofort entsorgt und dann widmet man sich zunächst oder ausschließlich dem Lokalteil.

Heute allerdings sind wir auf der Titelseite über ein Foto gestolpert, auf dem Verlegerin Angelika Diekmann und Anna Netrebko bei einer Scheckübergabe zu sehen sind. Auf dem Foto starrt die Netrebko wie ein hypnotisiertes Kaninchen in die Kamera und sagt oder denkt sich dabei (wenn man der Bildunterschrift glauben darf): "Danke, danke, danke." Betrachtet man jedoch das Bild, auf dem Frau Diekmann die fast gelähmt wirkende Hand der gequält aussehenden Sopranistin zusammenquetscht, würde man eher vermuten, sie denkt sich: "Bitte, bitte, bitte, lass mich gehen."

Ein Quell der Freude ist natürlich seit jeher der Lokalteil. Auch heute wieder gespickt mit journalistischen Großtaten. "Nie wieder Innstadt" lautet eine fette Überschrift gleich auf der ersten Seite und bis auf die Tatsache, dass uns noch ein Ausrufezeichen fehlt, möchten wir laut ausrufen: "Genau, weg damit!"

Die Tölpeleien sind dämlich wie immer. Die Fake-Kathi fabuliert über die Gefahren des Musikhörens am Innkai sowie das Nichteinhalten einer generellen Helmpflicht im Freien und belästigt uns ein weiteres Mal mit ihrem Zirkus-Fetisch. Der PNP-Tölpel-Imitator berichtet aufgeregt (zum gefühlt zehnten Mal) über Querelen im Heininger Kirchenchor, was außer ihn und den Heininger Kirchenchor wirklich überhaupt niemanden (wahrscheinlich noch nicht einmal den Dr. Simmelbauer) auch nur ansatzweise interessiert. 

Manchmal – wie auch heute – wenn wir bei den Geburtsanzeigen des Standesamtes leider keine lustigen Namen gefunden haben, wenden wir uns noch der allerletzen Seite der PNP zu, die unfreiwillig komisch den Rubriktitel "Unterhaltung" trägt. Ein junger Mann aus Burghausen darf sich hier als Volontär versuchen und debütiert in einem Artikel über Roy Black gleich sehr gelungen mit einem Deppen-Plusquamperfekt: "Roy, so nannten ihn hier alle, war immer sehr ausgelassen gewesen."

Vom Allerletzten zum Allerallerletzten. Menschen, die gern schreiben, aber noch nicht einmal von der PNP als richtige Redakteure gebraucht werden können, dürfen sich jeden Samstag unter der Überschrift "Zletzt" als sogenannte "freie Journalisten" blamieren. Muss man sich für die Ergüsse von Rammer & Co noch regelmäßig fremdschämen, kommt hier meist nur Mitleid auf. Die Kolumne ist das Dschungelcamp der PNP. An Selbstbewusstsein mangelt es den Dschungelcamp-Schreibern aber nicht. Wie erklärt sich sonst die heutige "Zletzt"-Beschreibung von Erich Kästner, dieser sei "seinerzeit ein gewitzter Mann" gewesen? Heißt das, er könnte heutzutage mit dieser noch gewitzteren "Unterhaltungs"-Kolumne nicht mehr mithalten?

Aber tröstet Euch, Ihr Tagelöhner-Journalisten von der letzten Seite. Für die PNP schreiben immerhin auch ein Kain und ein Fuchs. Und gegen die seid Ihr allesamt gewitzte Männer und Frauen. Na ja, zumindest witzig.

Der Präsident der Journalistischen Nachhilfe-Akademie Wahlinfo-Passau



Mittwoch, 16. Januar 2013

Montag, 31. Dezember 2012

Statt Jahresrückblick

Exklusiv auf Wahlinfo-Passau

Das Abhörprotokoll der geheim mitgeschnittenen Weihnachtsfeier des Passauer Stadtrats

Oberjürgen: ... und so danke ich vielen Kolleginnen und Kollegen für die vertrauensvolle Zuarbeit und wünsche manchen Kolleginnen und Kollegen einen guten Appetit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und einigen wenigen wünsche ich noch ein glückliches und erfolgreiches Neues Jahr.

Scheuer (flüstert zu Dickl): Du mich auch.

Dickl (flüstert zu Scheuer): Hi hi hi. Super, Andi!

Waschler: Herr Oberbürgermeister! Ich verlange eine sofortige namentliche Auflistung derer, denen Sie explizit kein gutes Neues Jahr gewünscht haben. Sonst verlasse ich umgehend den Raum.

Alle: Oooooohhhhh.

Dittlmann: Wer zahlt denn das hier eigentlich alles?

Oberjürgen: Wer hat denn den eingeladen?

Dittlmann (zu Pell): Manchmal hab ich fast das Gefühl, der mag mich nicht.

Sturm: Verehrter Kollege Dittlmann! Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, gibt es jedes Jahr eine große Tschärity-Gala in Passau. Aus dem Erlös dieser wunderbaren Veranstaltung wird in diesem Jahr unser Weihnachtsessen bezahlt.

Krautstorfer: Oh leck. Wos gibts denn dann? A Brotsuppn?

Heindl: Pfui Deifi.

Feuerer: Thomas Bernhard hat gesagt: „Menschen, die ein Gespräch führen wollten, waren mir schon immer verdächtig. Gut reden kann man mit einfachen Leuten.“

Werts: Ja, aber Sie sind mir zu einfach.

Damberger: Ach, jetzt streits doch ned scho wieder.

Heindl: Scheiße, hä.

Ortner: Sei staad, Sigi.

Heindl (grunzt): Brrrrpffffgrrrr.

Buhmann: Wir könnten ein Spiel machen.

Reischl: Strippoker.

Träger: Au ja!

Mangold: Oder wir singen was. Ich hab mein Gotteslob dabei.

Jungwirth: Oder wir zapfen ein Fass an. Ich hab letztes Mal nur 17 Schläge gebraucht.

Oberjürgen (zu Sturm): Wer ist denn er?

Sturm: Bürgermeister.

Oberjürgen: Echt? Gibts da mehra?

Der erste Gang wird serviert. Auf jedem Teller liegen ein Apfel und eine Orange.

Heindl: Scheißdreck, hä! Wos isn des?

Zehner: Na ja, lieber Herr Heindl, eine Spende von der Tschärity-Gala halt. Und da sollten wir alle dankbar sein. Andere Menschen, gerade aus Ihrer Gesellschaftsschicht, haben noch viel weniger.

Bauer, S.: Fuck! Die Orangen is ja g'spritzt.

Bauer, H.-J.: Apropos orange und g'spritzt. Da fällt mir ein Film ein, den ich kürzlich gesehen hab. Was mit Asiatinnen.

Faßbender: Jetzt reichts dann langsam. Das ist ja ekelhaft.

Oberjürgen (zu Sturm): Wer ist denn sie?

Sturm: Stadträtin. ÖDP.

Oberjürgen: Hä?

Sturm: Egal.

Alle außer dem Grünen Bauer (der mittlerweile einen Mundschutz trägt) widmen sich nun ihrem verschrumpelten Apfel und ihrer Orange. 

Scheuer (zu Dickl): ... und dann sag ich zu den zwei Bunnies auf der Rückbank: Freilich darf mein Chauffeur mit 220 auf dem Standstreifen überholen. Allein dafür zahl ich 400 Euro extra im Monat.

Dickl: Boah! Super, Andi!

Faßbender: Das würde mich jetzt schon mal interessieren, Herr Dr. Scheuer. Sind Sie jetzt für oder gegen die Nordtangente?

Scheuer (zu Dickl): Wer ist denn sie?

Dickl: Egal.

Synek: Jetzt geh, Verkehrsexperte, bist jetzt für oder gegen die Nordtangente?

Scheuer: Ja, mei. Je nachdem, wo grad Wahlkampf ist.

Dickl: Ha ha. Super, Andi!

Waschler: Warum fragt eigentlich mich keiner?

Alle: Gähn....

Heindl: Des Bauerngschwerl soi außenrum fahrn.

Der Hauptgang wird serviert. Es handelt sich um eine Asiapfanne, die von einem Parockfest-Standbetreiber für die Tschärity-Gala gespendet wurde.

Heindl: Ja, Scheißdreck, hä. Des kennts seiba fressen.

Buhmann: Hmmm, lecker. Vor allem der Wasabi.

Scheuer: Des is Schimmel, Babe.

Koopmann: Ich glaube nicht. Das Essen von Pferden ist in Asien nicht so sehr verbreitet. Wohingegen die Passauer Pferdemetzgereien eine schon geradezu historisch zu bezeichnende Rolle einnehmen. Zu Geins: Du bist jetzt der Pferdemetzger aus der Höllgasse. Zu Seiler: Und Du bist sein Bernhardiner.

Seiler: Wau. 

Koopmann: Jetzt müsst Ihr Euch alle vorstellen...

Alle: Nein.

Oberjürgen: Sie sind alle so dumm und ich bin ihr Chef.

Waschler: Herr Oberbürgermeister! Ich fordere Sie auf, Ihren Ausspruch sofort zurückzunehmen, weil der Begriff "Chef" nicht mit der Gemeindeordnung vereinbar ist und somit einen Titelmissbrauch darstellt.

Scheuer (tritt Waschler gegens Schienbein): Sag das Wort nicht, Du Irrer.

Dittlmann: Apropos Asiapfanne. Herr Oberbürgermeister! Sind Sie der Meinung, dass das diesjährige Passauer Parockfest in dieser Art und Weise auch eine zukünftige Daseinsberechtigung hat? Dass dieses Fest eine Chance hat, sich als Marke, vergleichbar mit der Landshuter Hochzeit, zu etablieren und dass die Organisation dieses Festes in den richtigen Händen liegt?

Oberjürgen (zu Sturm): Der schon wieder. Ich mag den nicht. Wer ist das?

Sturm: Stadtrat. Fraktion weiß ich gerade nicht.

Feuerer: Ich finde ja, wir bräuchten eine Passau-Beilage in der Süddeutschen. Das wäre prestigeträchtig.

Bauer, S.: Wäre toll, ja. Aber sowas kostet sicher eine Milliarde oder eine Million oder so.

Oberjürgen (zu Sturm): Kostet sowas eine Milliarde oder eine Million?

Sturm: Keine Ahnung. Gutachten?

Oberjürgen: Was kostet das Gutachten?

Sturm: Höchstens 60.000.

Oberjürgen: Ok. Des schaun ma uns an.

Haydn: I hätt gern a Heining-Beilage. Untertitel: Die schönsten Kreisverkehre im Passauer Westen.

Feuerer: Meiner Meinung nach ist dieser Westen komplett überbewertet. Intellektuell null Substanz. Thomas Bernhard hätte gesagt: "Ich scheiß auf den Westen." 

Werts: Da fällt mir noch ein Stadtteil ein. Geht mit "I" an.

Damberger: Ilzstadt!

Werts: Die ist doch schon lang tot. Dachte an Innstadt.

Waschler: Für die Innstadt braucht es eine ganzheitliche Lösung.

Werts: Genau. Fluten. Da erwischt es, wenn ich an die hier Anwesenden denke, keinen verkehrten.

Heindl: Genau. Schwoabts es weg. Scheiße, hä!

Ortner: Sei staad jetzt. Sonst kimmst a Woch lang nimma aus der Waschhalle raus.

Krautstorfer: Apropos schwoam. Gibts leicht heit koan Schnaps?

Heindl: Genau, hä! Kreizsakkra.

Buhmann: Leider nicht. Dafür haben uns die Tschärity-Verantwortlichen ihre gesamten Getränkespenden vollumfänglich weitergespendet.

Alle: Zicke zacke zicke zacke hoi hoi hoi!

Buhmann: Zwei Kubikmeter Leitungswasser. Das gute von den Stadtwerken.

Heindl: Ja Scheißdreck, a Wasser. I muaß speim.

Pell: Jetzt hamma doch no immer an Blädn gfunden, der a Rundn Schnaps zoiht.

Robl (stößt Seiler den Ellbogen in die Rippen): Max, heb Dei Hand.

Seiler reißt den rechten Arm hoch.

Alle: Olé, olé! Super, Max!

Stadler: Apropos Supermax. Kennt Ihr schon die Geschichte, wo ich kürzlich in Brüssel den ungarischen...

Dittlmann: War gestern in der Zeitung.

Stadler: Echt? Toll, was die immer alles wissen von mir.

Dickl: Vom Andi wissen sie sogar, dass seine Dienst-Limousine 400 PS hat.

Scheuer: 750 PS. Und das noch ohne die Lachgaseinspritzung. Kostet 1.000 Euro extra im Monat.

Dickl: Wahnsinn. Spitze, Andi! Darf ich da mal mitfahren?

Scheuer (grinsend): Wennst mal Oberbürgermeister bist.

Wösner (laut lachend): Oder Fraktionsvorsitzender.

Fischer und Damberger klatschen sich lachend ab.

Oberjürgen (zu Sturm): Wer ist denn bei denen Fraktionsvorsitzender?

Sturm: Egal.

Oberjürgen und Sturm klatschen sich lachend ab.

Dickl: Die werden sich noch wundern, wenn wir das Bürgerbegehren gewinnen. 

Damberger (flüstert): San mir da jetzt dafür oder dagegen?

Scheuer (flüstert): Das wissen wir noch nicht.

Dickl: Und wann wissen wirs?

Scheuer: Wenn abgstimmt is.

Dickl: Boah, Du bist so ein Hund, Andi.

Die Nachspeise wird serviert. Es handelt sich um Lebkuchen einer Passauer Konditorei mit der Aufschrift aus Zuckerguss "Hochw. Bischof Eder zum 75. Geburtstag".

Heindl: Kreizsakkrament, jetzt hob i mir an Zahn ausbissen. Wos isn des?

Buhmann: Die diesjährige Spende des Ordinariats für die Tschärity-Gala. 

Heindl: Seit wann spenden denn die Kuttenbrunzer?

Buhmann: Letztes Jahr haben sie sogar einen Segen gespendet.

Mangold: Toll. Mein neuer Toyota fährt übrigens mit Babywindeln und Weihwasser.

Kastner: Meiner braucht 18 Liter Super verbleit. Aber ich fahr eh nur zum Metzger damit.

Dickl: An Andi seiner braucht bestimmt mehr. Oder Andi?

Pell: A Wahnsinn, hey. Ihr seids alle so dermaßen unter meim Niveau.

Brummer: Ich auch, Peter-Bub?

Pell: Na, Du ned, Tante Hilde.

Brummer: Jetzt müssts Euch nächstes Jahr a bissel mehr um meine Kirche kümmern, gell Buben?

Scheuer, Dickl und Wösner (unisono): Ja freilich, Tante Hilde.

Oberjürgen (zu Sturm): Wie heißt jetzt unser Spitzenjurist noch mal? Schreib dem a SMS! Der soll dem Brummerl a Sondersperrzeitverordnung für ihr blöde Kirch ausarbeiten, dass' der Schlag trifft.

Wagner: Hoaßt der ned Gevatter?

Oberjürgen: Wer isn des?

Wagner: Na unser Spitzenjurist.

Oberjürgen: Nein! Di hob i gmoant.

Sturm: Der gehört zu uns. Name ist mir entfallen. Egal.

Oberjürgen: Des is überhaupt komisch. Wenn i durch unser schöne Stadt geh, dann kenn i an jeden. Aber do herin... Höchstens die Hälfte. 

Waschler: Das liegt an Ihrer unerträglichen Überheblichkeit, Herr Oberbürgermeister! Und an der Arroganz Ihrer Amtsführung.

Sturm: Das ist Dein...

Oberjürgen (winkt ab): I woaß scho.

Die Stadträte verlassen nach und nach den Raum. Ein kleiner, armseliger Haufen sitzt noch gelangweilt herum.

Dickl: Du, Andi...

Scheuer (starrt auf sein Mobiltelefon): Ja, äh, Armin.

Dickl: Moanst, dass mia des packan 2014?

Scheuer (SMS schreibend): Eh klar, äh, Armin.

Dickl: Moanst echt?

Scheuer (SMS schreibend): Wos jetzt eigentlich genau?

Dickl: Na de Wahl.

Scheuer (SMS schreibend): Ah, is 2014 leicht a no a Wahl?

Dickl: Na, de OB-Wahl!

Scheuer (SMS schreibend): Ah so, de, genau. Ja, bestimmt.

Dickl: Du moanst echt, i kannt de gwinna? Moanst, mia ham do echt a Chance?

Scheuer: A Chance hot ma immer, ähhhh, Armin. I hob scho Sachan gwonna und i bin scho Sachan wordn  – des verstäh i heid no ned. Du, aber, ähhhhh, Armin, i muass jetzt weg. I vertrog des vuie Wasser ned. Tschauhau.

Dickl: Servus, Andi! Danke! Super! 

Dienstag, 27. November 2012

Abgeklotzt und angedannert

Lieber Tölpel!

Die FTD ist tot, die Frankfurter Rundschau ist tot und der PNP ist auch schon ganz schlecht. Quatsch – ist ja gar nicht wahr. Schlecht wird natürlich nur dem, der die PNP liest. Und am schlechtesten wird mir immer, wenn ich das samstägliche Plagiat unserer Kolumne, nämlich "Hingeschleimt und Angebiedert" im Lokalteil lese. Kürzlich haben sie es geschafft, gleich zwei "Anekdoten" vom Pottfett Fischer in eine Ausgabe zu bringen. Die Anekdötchen waren gleich so berichtenswert, dass sie noch nicht einmal eine Sau in China interessieren, der gerade ein Sack Reis auf den Kopf gefallen ist.

Und zwar wusste Frau Plagiatoren-Kathi zu erzählen, dass sie sich als "alte Bekannte" im Scharfrichterhaus mit dem unlustigen Pottwal unterhalten hat. Worüber, war so banal und so blöd, dass ich es leider schon vergessen habe. Der Fake-Tölpel kannte dann natürlich gleich noch eine "fettere" Story. Die ist auch fast schon wieder lustig. Und zwar hat Stadtrat Geins - so lautet die Geschichte - sich anscheinend uneingeladen in die Geburtstagsgesellschaft vom Fettfisch eingeschlichen und unaufgefordert "ein Geburtstagsständchen angestimmt". Jetzt frage ich mich: Wer hat da den größeren Vogel? Der singende Stadtrat oder der darüber berichtende Tölpel-Redakteur?

Unser großes Satire-Vorbild, Jörg "das schreibende Blaulicht" Klotzek, hat man dafür jetzt, zu meinem großen Bedauern, in den Bayerischen Wald abgeschoben. Ersetzt wird er wahrscheinlich wieder durch irgendwelche zugezogenen Jungredakteure, deren Kenntnis der Passauer Befindlichkeiten sich auf die Lektüre der letzten zehn "Hingeschleimt und Angebiedert" beschränkt. Kennst schon den neusten Witz: Die einzigen Passauer, die der Oberjürgen nicht persönlich kennt, schreiben für den Lokalteil der PNP. Tja, der Klotzi. Requiescat in Bayerwald. Jetzt muss der Danninger jeden Tag doppelt so viele Pillen einwerfen, damit die PNP lustig bleibt.

Lustig sind auch gelegentlich die Anzeigen im Heimatblatt. So teilte uns letzten Samstag ein neueröffnetes Lokal namens "Passauer Speck-Keller" per Anzeige mit, dass künftig (ich zitiere wörtlich) "mediterrane Köstlichkeiten wie Südtiroler Speck, knackiges Schüttelbrot, luftgetrocknete Würste und Salami, herzhafter Bergkäse und andere Spezialitäten angeboten" werden. Und dann schreibt das Lokal, das in seinem Untertitel noch den Begriff "Südtiroler Spezialitäten" trägt, dass es damit das "Flair Passaus als 'Bayerisches Venedig' eindrucksvoll" unterstreichen würde. Ich war übrigens in diesem Jahr schon sowohl in Venedig als auch an der linken Stiefelseite am Meer. Schüttelbrot habe ich nirgends gesehen. Passau ist halt auch gastronomisch Avantgarde.

Apropos Gastronomie. Wird man eigentlich von nikotinfreier Luft noch blöder als man vorher schon war? Unserem, auch von uns oft böse mitgespielten, Freund Frankenberger wird weiterhin regelmäßig der Zutritt in bayerische Wirtshäuser verweigert. Niederer geht's nicht mehr. Das ist im reinsten Wortsinne antidemokratisch bis totalitär, um es freundlich auszudrücken. Der dünne Lack der Zivilisation ist offenbar bei manchen Wirten noch dünner. Ich mache einen Vorschlag. Stellt Buttons her, auf denen steht: "Ich habe für das Rauchverbot in bayerischen Lokalen gestimmt." Steckt sie Euch alle an und geht ins Wirtshaus. Wenn Ihr dann kein Hausverbot kriegt – Ihr 2,2 Millionen.

Was sagst Du dazu, einziger echter Tölpel des venediggleichen, mediterranen Schüttelbrot-Passaus?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Ich kenne überhaupt keinen Raucher, der ein Problem damit hat, zum Rauchen nach draußen zu gehen. Im Gegenteil. Viele Raucher sind froh, dass man im Speiserestaurant jetzt eine bessere Luft beim Essen hat. Aber über einen solchen Unsinn muss man sich eh nicht mehr unterhalten.

Um bei Deinem Gastronomie-Thema zu bleiben. Die AmSonntag entblödet sich nicht, es zu einem Titelthema inkl. Kommentar zu machen, dass zwei WnwwW-Wirte (hat's jeder kapiert?) zum nächsten Stadtrat kandidieren wollen. Und zwar deshalb, weil wir keine wichtigeren Themen als diese verschissene Sperrzeit haben. Und weil sie nämlich dann von jedem gewählt werden, der nachts lieber schreien als schlafen möchte. Mein Kommentar: Ich bin sooo müde.

Manche unserer Kommentatoren schreiben übrigens, dass ihnen das im Bau befindliche Oberhaus-Restaurant nicht gefällt. Na, ich weiß nicht. Ich freue mich durchaus, dass ich im nächsten Sommer mal da oben sitzen und runterschauen kann. Und ob das jetzt so hässlich oder doch ganz schön wird, kann man doch derzeitig noch gar nicht beurteilen, oder? Mir fehlt halt nach wie vor die Seilbahn oder sonst eine schnellere Hinkommmöglichkeit. Da kann sich die Denkmalschutz-Taliban aufplustern wie sie will – i muass do nauf, nauf aufn Berg. Und zwar pronto.

Dafür muss kein Mensch durch den Berg. Also zumindest nicht durch eine neue Röhre. Erst gestern habe ich dieses Begehrens-Dingsbums unterschrieben. Ich habe mir sogar die Präsentation des Stadtentwicklungsreferates zum Tunnel vorher durchgelesen. Alles heiße Luft. Der neue Durchstich ist sinnlos wie der Blaumilchkanal. Eigentlich sollte man das Vorhaben schnellstens beerdigen. Spätestens beim Bürgerentscheid - ich lege mich fest - ist das Ding eh gestorben.

Timeo investores et dona ferentes. Das Siemens-Areal wird neu entwickelt. Das schauen wir uns an, wie unser aller Oberjürgen immer so schön sagt. Noch etwas, wo ich mich festlege: WnwwB. Wer nichts wird, wird Bauträger. Aber warten wir mal ab. Ich täusche mich gerne.

In Papua-Neuguinea bauen sie Schmuck aus Plastikabfällen und in Passau gehen sie in die Stadtgalerie. Hartes Urteil? Stimmt aber. In Passau gibt es nichts. Nichts, nichts und noch mal nichts. In Passau kannst Du, gastronomisch gesehen, eine Meeresfrüchtevorspeise mit 40% Surimianteil für 10,50 Euro verkaufen und die Gäste sind begeistert. In Passau kannst Du eine "Stadtgalerie" aufmachen, wo DER Modeausstatter C&A heißt und alle sind begeistert. Vielleicht liegt es an dieser verblödenden Religiosität? Sagt der Fürst zum Bischof: "Halt Du sie dumm, ich halt sie arm."

Diese ganze Provinzialität zeigt sich auch gerne mal in der überbordend-monoperspektivisch-egozentrischen Sichtweise der eigenen Leistungsfähigkeit. Hallooo! Was läuft denn da? Nur weil ein paar arme Waidler, die im Dunklen leben, sich ab und zu nach Passau verirren, weil beim XXX-Lutz-Hiendl (Pottsau, Pottsau – mit rotem Stuhlgang) verkaufsoffen ist oder weil ein paar Oberösterreicher aus Gattern zur Asiapfanne auf den Domplatz kommen, hat man schon seine Marketing-Ziele erreicht? Ziemlich armselig und gleichzeitig ausbaufähig eigentlich.

Und morgen erzähle ich Euch, wie man einen Hochstapler enttarnt.

Schlaft gut – Bussi!

Euer Tölpel