Samstag, 9. Juni 2012

Katholiban!

Habt Ihr schon mitgelesen, was die IM's von der PNP heute wieder brav gepetzt haben?

Der neue Chef der Dombauhütte geht nicht regelmäßig in die Kirche und fühlt sich aber "der christlichen Philosophie verbunden." 

Außerdem war neue Präsident der Universität nicht auf der Fronleichnamsprozession.

Und jetzt verrate ich Euch noch was:

Bei der Fronleichnamsprozession waren dafür Persönlichkeiten dabei, die Fronleichnamsprozessionen für genau das halten, was sie sind: Hokuspokus wie Regentänze oder Voodoozauber. Die aber trotzdem mitgehen, weil sie sonst geoutet werden.

Herr Großinquisitor, übernehmen Sie!

Mittwoch, 30. Mai 2012

Aufgebohrt und aufgeschoben

Lieber Tölpel!

Das glaubst Du nicht, was mir wieder alles für Geschichten erzählt worden sind. Ich glaube sie ja selber nicht. Insofern sei mir ausnahmsweise der Hinweis zu Beginn unseres Briefwechsels erlaubt, dass es sich bei den folgenden Zeilen fast ausnahmslos um Gerüchte handelt, die eigentlich gar nicht wahr sein können. Aber trotzdem so interessant, dass ich sie Dir nicht vorenthalten kann. High-end fiction quasi.

Ein jeder meint ja, der schöne Armin dickelt sich jetzt vom JU-Lausbuben über den Fraktionsvorsitz zum OB-Kandidaten. Weit gefehlt. Wenn man informierten Kreisen Glauben schenkt, wird der nächste Oberjürgen-Herausforderer von der CSU erstens eine Frau und zweitens ein "Knaller". Tja, gut, Knaller haben sie ja genug, aber Frauen? Haben die überhaupt Frauen dabei, die noch im bewährfähigen Alter sind? Doch, stimmt! Die eine, die immer so lieb lächelt. Aber die kann es ja wohl nicht sein. Nein, nein, sagen da die Informanten - keine aus dem Stadtrat, eine Quereinsteigerin. Ich kann hierzu mein Brainstorming aber gar nicht richtig beginnen, weil immer, wenn mir wieder eine einfällt, die vielleicht in Frage käme, muss ich so lachen, dass ich nicht mehr denken kann.

Weniger aussichtslos, was das Abstauben politischer Ämter betrifft, steht derzeit diese neue "Partei" da, die meine ohnehin schon massive Orange-Allergie noch ins Unermessliche steigert. Deren exponierte Köpfe denken nun wohl auch in Passau schon laut darüber nach, ob sie lieber in den Landtag oder in den Bundestag gehen. Schließlich könne man es sich ja aussuchen. Und weißt Du, was das Schlimmste ist? Wahrscheinlich stimmt das auch noch. Freibier et circences. Wenn die, die solches fordern, tatsächlich ein bisschen an die Macht kommen, hat die Ochlokratisierung wieder einen großen Schritt gemacht. 

Zu den schönen Dingen. Servus, Gruezi und adieu, Du schöne blaue Donau, könnte es vielleicht bald heißen, wenn es stimmen würde, was man sonst noch so herumflüstert. Der Neue habe jetzt schon keine Lust mehr, heißt es. Er möchte gar hinschmeissen, sagt man. Es gelinge ihm nicht, genügend Geld einzusammeln, kolportiert man. Außerdem stelle er die Gottgleichheit der Vorgänger-Lichtgestalt in Frage, tuschelt man. Ich habe ja schon länger nicht mehr das Anagramm-Orakel befragt, aber wenn man den Vor- und Zunamen der besprochenen Person als Anagramm liest, kann man schon so eine Ahnung kriegen. ERB GRAM – PUTT! ADE!

Ich weiß nicht, wie oft ich es jetzt schon in der Heimatpresse lesen durfte, dass Nina Hagen zu Los Wochos kommt. Ich kann Dir gar nicht sagen, wie schrecklich ich diese Frau finde.

Was meinst Du?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Ich kann ja mit meinem Steinhirn das künstlerische Niveau von Los Wochos nicht einschätzen. Wenn man aber in Passau sozialisiert wurde und all das glaubt, was einem die letzten Jahrzehnte über diese Festspiele erzählt worden ist, könnte man ja durchaus vermuten, es handele sich um die größte kulturelle Errungenschaft der abendländischen Welt. Dass diese abgewrackte, unangenehm schrille, multireligiöse und von Außerirdischen entführte Irre mittlerweile Gospels singt, kann ja noch als stringente Entwicklung einer Profilneurose gesehen werden. Dass aber der mir nicht erklärbare Menschentypus des Gospelliebhabers die mir nicht erträgliche Musikrichtung "Gospel" ausgerechnet von Nina Hagen hören will, ist mir ein ähnliches Mysterium wie der Erfolg der Piratenpartei. Aber warten wir es ab. Wahrscheinlich war es dann wieder gaaanz toll. 

Passauer Ärzte, aufgemerkt! Der Bund Katholischer Ärzte, ein Verein fundamentalistischer Hardliner sucht auf seiner Homepage Passauer Mediziner zur Gründung eines regionalen Ärztekreises. Die drollige Truppe zeichnet sich durch interessante Ansichten zu Sexualität (gegen Sexualkundeunterricht, gegen jegliche Form von Verhütung), Homosexualität (ist eine heilbare Krankheit) oder zur Stellung der Frau (bleibt zuhause beim Kind, keine Kindergrippen) aus. Ich denke, in einer Stadt, in der Stadtratsausschüsse nicht mehr beschlussfähig sind, weil ein Großteil der Mitglieder am hellichten Nachmittag in die Kirche muss, kann man doch sowas locker auf die Füße stellen. 

Ein Hardliner anderer Art, nämlich ein Verkehrs-Fundi aus Thyrnau, hört nicht auf, sich lächerlich zu machen. Immer wieder schaltet er Anzeigen pro Nordtangente, die ob ihrer Rechtschreib-, Grammatik-, Formulierungs-, Inhalts- und Logikschwächen derartig armselig wirken, dass er einem in seiner Verbohrtheit fast schon wieder leid tut. Aber egal. Wir kriegen ja jetzt einen Tunnel. Und zwar von Hai- bis Auerbach. Unterm Inn durch. Eigentlich nicht schlecht. Ziemlich reizvolle Idee sogar. Meint die Bürgerinitiative. Sagt der Oberjürgen. Und freut sich wie ein Schnitzel. Warum? Die Innstadt-Wutbürger halten erstmal die Klappe, es wird eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und irgendwann (ich vermute schwer, nicht vor März 2014) wird das Ergebnis präsentiert, in dem es dann heißt: technisch machbar, aber leider nicht unter einer halben Milliarde Euro. Klappe zu, Affe tot, Status quo ante.

Panta rhei

Dein Tölpel


Mittwoch, 9. Mai 2012

Angezählt und abgeschrieben

Lieber Tölpel!

Quidquid agis, prudenter agas et respice finem. Nach diesem Motto habe ich jetzt wieder mal viel nachgedacht und das Nachgedachte aber erstmal nicht publiziert. Ich glaube nämlich, ich werde langsam alt und entwickle mich zu einer Hysterikerin mit intermittierend auftretenden Misanthropie- und Zukunftsangstattacken. Und in einem solchem Stadium sollte man besser nicht schreiben, sonst macht man sich gemein mit diesen Berufsnörglern und Besserwissern. Nachdem ich aber kürzlich von einem Stammleser gefragt wurde, ob Wahlinfo-Passau jetzt stirbt, habe ich meinen Horror vacui überwunden und werde nun seit langem wieder einmal versuchen, Dir und unseren treuen Lesern die Welt zu erklären.

Wenn es einer schafft, mich gelegentlich aus meiner Lethargie und meiner Schreibblockade heraus zu reißen, ist es unser alter Freund Jörgi "Dirty Talk" Klotzek. Ebendieser hat in einem seiner wunderbaren Artikel letzte Woche folgendes kundgetan: "Doch die Zuhälter und Nutten sind hartnäckig." Nutten! Jörgi hat wirklich "Nutten" geschrieben. Fuck ey - eine geile Sau, der Typ! Aber Jörgi, scheiße Mann, wenn - dann konsequent! Nicht nur die beleidigen, die sich wahrscheinlich eh nicht beim Lampeldingsbums oder bei Simone beschweren - sondern schon auch die anderen Wixer. "Bauernfünfer aus dem Landkreis greift Bullenschweine an" oder "Katholische Schweinepriester entfernen Kunstinstallation" oder vielleicht "Geiler Bock von Kuttenbrunzer-Schule hat Cyber-Sex mit naturgeilen Teenie-Schlampen". Sowas wollen die Leser, diese Pisser. 

Bleiben wir bei Tourette. Dass ich die schwere Befürchtung habe, dass es sich bei den Piraten auch (man beachte dieses "auch") um ein Sammelbecken für Gescheiterte, Soziopathen und Extremisten handelt, habe ich ja schon mehrfach so angedeutet. Ein Prototyp, der diese Befürchtung weiter nährt, ist ein gewisser Mario C. Sachs aus Dachau. Dieser Mensch wurde zum ersten Mal abseits von seinen sonstigen Koprolalie-Stammtischen auffällig, als er auf einer Demo in Passau ausfällig wurde. Als unser lieber Hubsi darüber berichtet hat und auch darüber, dass der hiesige Ober-Pirat Reidel diesen Sachs lobenswerter Weise auch für nicht ganz sauber hält, hat der nicht nur beide angezeigt (Querulantenwahn - auch typisch für solche Menschen), sondern auch in nächtlichen E-Mails wiederholt den Hubsi beleidigt. Warum ich so einem überhaupt die Ehre antue, hier erwähnt zu werden? Ganz einfach. Googel ihn doch mal, lies was er so absondert - und dann hoffen wir alle gemeinsam, dass es bei den Piraten nicht noch mehr solche gibt.

Ich kann ja nicht immer alles erklären, sondern kenne mich bei manchen Themen auch nicht aus. Wie ist das jetzt eigentlich mit dem Thema Breitband-Telekom-Telepark? Wer hat da recht? Der Kastner oder die AmSonntag? Und noch was. Gibts eigentlich in Passau auch Salafisten und wenn ja, müssten die nicht auch einen Sitz im Kulturbeirat bekommen?

Ich bitte um Aufklärung.

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Das weiß ich doch nicht. Das sollen Dir unsere klugen Kommentatoren erklären. Im übrigen habe ich meine Schreibblockade noch lange nicht überwunden. Ich muss mich wirklich dazu quälen, regelmäßig die PNP zu lesen. Wenn Du mal gut 50 % kirchliche Nachrichten und 20 % Dultberichterstattung weglässt, bleibt wirklich nicht mehr viel übrig. Die PNP hat übrigens den Leserbrief eines Herrn Glotz-Faßbender abgedruckt, der sich wie der ÖDP-Fraktionskollege seiner Frau, Paul Kastner, in obig erwähnter Angelegenheit pro Telekom ausgesprochen hat. Diesen Brief bezeichnet die AmSonntag jetzt als fingierte Zuschrift und Pamphlet. Jetzt frage ich mich schon: Was ist daran fingiert, wenn ein ÖDP-Sympathisant einen Leserbrief pro ÖDP-Mann schreibt? Und ist Pamphlet nicht eher der Begriff für das, was die AmSonntag allsonntaglich so macht?

Der grandiose Gerhard Polt wird 70 Jahre alt. Wenn man sich bei uns so umschaut, möchte man aber meinen, die letzten Polt-Jahrzente sind in Passau spurlos vorbei gegangen. Da wird jeder stümpernde Bildermaler als großer Künstler besprochen, jeder Trottel, der sich auf eine der gefühlt tausend Starkbierbühnen stellt, als Komiker oder gar Kabarettist (von denen gibts in Passau mehr als Taxifahrer) gefeiert, jeder Verwaltungsbeamte als Spitzenmann gerühmt, jeder Uniprofessor als Koryphäe und jeder Kotzbrocken, den eigentlich keiner mag, der aber seit 50 Jahren irgendwo 2. Vorstand ist, weil ihn seine Frau zuhause nicht erträgt, wird zum Wohltäter der Menschheit deklariert. Sogar das singende Spanferkel kommt regelmäßig in die Zeitung. Und alle verleihen sich gegenseitig Preise und loben sich über den Schellenkini. Quid pro quo, do ut des, manus manum lavat...

Und jetzt meinen ein paar ganz Schlaue, deshalb müsse man die Piraten wählen - dann wird alles anders. Ja, ha ha, genau! Dass wir noch ein paar von denen in Parlamente und Gremien kriegen, die als erste auf den neuen Karrierezug aufgesprungen sind und am lautesten "hier" geschrien haben. Außerdem will ich niemanden in politischer Verantwortung sehen, der zu jedem "Du" sagt und Sandalen trägt.

Da lobe ich mir den Dickl. Der macht wenigstens eine schnieke Figur und ist außerdem neuer Fraktionsvorsitzender von dieser anderen Passauer Splitterpartei. Der Lampelhuber hat zu diesem Thema heute übrigens einen Kommentar geschrieben, der ausnahmsweise gar nicht so wirkt, als läge der Verfasser im Koma. Richtig Vollgas hat er gegeben. Gute-Laune-Politiker hat er den Damberger genannt, Teflon-OB den Oberjürgen. Sowas will ich öfter lesen. Wie wäre es mit Clark-Gable-Verschnitt für den Scheuer, Personal Jesus für den Mangold, Mister Stadtrat für den Dittlmann oder "Stadtrat" für den Seiler?

Zurück zum Dickl. Freundlich schreibt der Lampelmoser: "Ein Kandidat, der dem 'Teflon'-OB ans Zeug flicken könnte, ist derzeit nirgendwo in Sicht." Man könnte es auch drastischer formulieren: Eher geht ein Dickl durch ein Nadelöhr als durch die Oberbürgermeisterkette. Wer soll also den Kandidaten geben 2014? Der Dickl? Dann ist er womöglich verbrannt. Der Scheuer? Der hat besseres zu tun. Der Waschler? Ok, der war nicht gut. Dann also doch eine Kandidaten-Attrappe. Wie heißt sie noch gleich?

Wo ist Waschler? Oder auch: Quo vadis, Waschler? Donaubrücke, Landesgartenschau - sogar der Lampelmeier hat es ihm heute wieder reingewürgt, dass irgendwie nichts gelingt. Was wird, wenn der Pendler-Populist aus dem Landkreis doch noch mal antritt? Oder noch schlimmer: Wenn ein anderer den Direktkandidaten macht? Fragen über Fragen - aber ganz ehrlich: eigentlich völlig wurscht. Oder wie der Klotzek sagen würde: Leck mich!

Pro multis 

Dein Tölpel

Montag, 16. April 2012

Klotzek, alter Kämpfer!

Dass man mit dieser tagtäglichen Polizeiberichterstattung in einer der brutalsten und gefährlichsten Städte der Welt einer gewissen Wahrnehmungsabstumpfung und Formulierungsverrohung verfällt, nimmt uns ja nicht wunder.

Aber finden Sie die Schlagzeile "Wasserleiche hängt im Rechen: War es der vermisste 83-Jährige?" nicht doch etwas lieblos? Abgestumpft gar?

Wie soll das bloß weitergehen mit Ihnen? Was kommt als nächstes?

"Typ hängt tot im Wald und riecht schon: Wem fehlt wer?"

"Oma ist Matsch: Rollator kein wirksamer Schutz gegen 40-Tonner."

"Patsch, bumm, peng. Schulkind platt wie Flunder."

Kleiner Tipp von uns Sensibelchen: Fahren Sie mal in den Urlaub oder machen Sie irgendwas mit Blumen oder Kaninchen.

Keine Ursache.

Montag, 2. April 2012

Endlich! Der erste Bischof spricht offen über seine Zwangsneurose

Schraml übernimmt Freudsche Religionskritik

PNP, 02.04.2012, Seite 25

" 'Glaube und Freud sind untrennbar miteinander verbunden.' Das betonte Bischof Schraml in seiner Predigt bei der Vesper im Dom."

Freitag, 30. März 2012

Angepisst und ausgespuckt

Lieber Tölpel!

Dem Vernehmen nach wurde bei der Passauer Polizei schon vor geraumer Zeit eine Neuausrichtung der Sicherheitswacht angedacht, welche nun umgehend auf den Weg gebracht wird. (Sehr geehrte Geschäftsführung, sehr geehrte Chefredaktion, mit vorigem Satz als Arbeitsreferenz bewerbe ich mich hiermit um eine gehobene Position in der PNP-Lokalredaktion. Eine ausführliche Reportage über Menschen, die eine halbe Stunde auf den Bus warten, lasse ich Ihnen noch bei Gelegenheit zukommen.) Zurück zur Bürgerwehr, bzw. Sicherheitswacht. Studenten sollen jetzt nächtens durch die Straßen patrouillieren und aufpassen, dass ihre Kommilitonen keine Mülltonnen umschmeißen. Zu diesem Behufe dürfen Sie ein Reizgas mit sich führen, was sie aber nicht benutzen sollen, weil ihren marodierenden Adoleszenzkollegen in der Regel eh schon schlecht ist.

Skeptisch bin ich da aber schon ein bisschen, ob die vernünftigen, braven Milchgesichter den besoffenen Milchgesichtern recht imponieren werden. Pardon, Feierkultur heißt das und ohne die kommt kein Mensch mehr zum Studieren nach Passau, hat uns ein aufgeregtes Mädel vom Typ ewiger Klassensprecher in der legendären Ausschusssitzung zur Sperrzeitsituation wissen lassen. Da hat sich der Seiler Max gedacht, Feierkultur, das hört sich nach Eucharistie, Bier und Schweinsbraten an - das kann nichts Schlechtes sein. Und schwupps hat er sich verstimmt. Bzw. verstimmt waren dann eher seine Kumpels, weil so viel Blödheit bringt zwar erfahrungsgemäß einen Haufen Stimmen bei der Wahl, erschwert aber die ohnehin schon auf unterstem Leistungslevel dümpelnde politische Arbeit.

Schwamm drüber oder besser: schwoam mas owi. Er hat ja gesagt, dass es ihm leid tut und dass das oft so kompliziert ist mit dieser Abstimmerei, weil man sich da immer so konzentrieren muss und außerdem wird er das jetzt genau beobachten, wie sich das entwickelt mit dieser Feierkultur. Na, das wäre doch einer für die Sicherheitswacht. Vor einem, der aussieht wie Bud Spencer, hat doch Thorben aus Dortmund, der im dritten Semester Interkulturelle Sabotage auf Bachelor studiert, viel mehr Respekt als vor einer blutarmen Lehramtsstudentin, die auch mal gern was Ehrenamtliches machen möchte.

Für die gäbe es nämlich auch den Frauenbund, haben wir kürzlich erfahren. Der ist nämlich so cool, so hip und so jung, schreibt die PNP, dass da wirklich jede Frau mitmachen kann - nein: muss. Und ich habe immer gedacht, das sind ein paar gelangweilte Hausfrauen, die beim Zeugungsakt das Licht ausmachen, von ihren Männern nicht zu Stammtisch/Feuerwehr/Lions-, bzw. Tabledance-Club mitgenommen werden, sich deshalb in den Pfarrer verlieben und Anderen mit ihrem Helfersyndrom auf die Nerven gehen. Völlig daneben! Die sind progressiver und lockerer als Lady Bitch Ray, Claudia Roth und die Piratenpartei zusammen.

Apropos Piraten. Die sind zwar ein Bilderbuch-Lehrstück für des Kaisers neue Kleider, haben außer zu kostenlosen Internet-Downloads, Drogenfreigabe und einem klaren Bekenntnis zu schmuddeligem Aussehen keine Meinung und sind trotzdem (oder vielleicht deswegen) jetzt auch in Passau präsent. Der Chef hat bereits große und plurale Parteierfahrung, gründet gerne mal Konkurrenz-Clubs zu solchen, die in singulärer Existenz schon überflüssig sind und wird wahrscheinlich dereinst erster bayerischer Ministerpräsident der Piratenpartei. Und wenn das nichts wird, kann er ja immer noch den Passauer Frauenbund, Sektion II, gründen und sich gleich selbst zum Präsidenten wählen.

Kleine Quizfrage für lokalpolitisch Interessierte: Wer hat folgenden Satz gesagt? "Wenn nicht gebaut wird, spucke ich auf die politischen Vertreter." Der Seiler Max, der Waschler, ein Pirat oder ein Punk?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Ein Punk wars natürlich! Punk Freigeist von Freibier. Er hats aber nicht so gemeint. Er hat es dann sogar mit Bedauern zurückgenommen. Gemeint hat er nämlich folgendes: "Wenn Ihr unterschichtige, imbezile Stadtratsplebs und Euer bärtiger, proletarischer Oberbürgermeister in Vertretung für dieses primitive, subalterne Provinzbürgerpack kein Konzerthaus wollt, dann schlage ich Euch den Schädel ein, pisse in Eure hohlen Köpfe und scheiß Euch ins Grab." Aber sagen würde er sowas nie. Er ist halt ein Begeisterter. Deshalb haben ihn auch alle so lieb.

Natürlich brauchen wir ein Konzerthaus. Ganz dringend sogar. Darüber haben wir ja an anderer Stelle schon oft räsoniert. Genauso wie jeder Einödhof einen Breitbandanschluss braucht, jedes sterbende Dorf im Bayerwald massig Fördergelder braucht (die der böse Zukunftsrat eher den aufstrebenden Regionen zugedacht hätte) und jeder Unternehmer, der seinen Betrieb aus Kostengründen nach Hinterpfuideifi verlegt, eine vierspurige Autobahn vors Werkstor braucht. Und der Vor-Ort-Politiker, der ganz genau weiß (wenn er nicht zu den ganz Dummen gehört), dass manche Orte und Landstriche aussterben werden und dass für neue (und noch dazu sinnlose) Straßen die nächsten hundert Jahre kein Geld da ist, aber trotzdem wiedergewählt werden will, verspricht das natürlich auch gerne alles. Oder er stellt es zumindest in Aussicht. Und er wird sich dafür einsetzen. Ganz bestimmt. Weil wenn einer sagt, "das geht nicht", dann wird er halt von vielen nicht mehr gewählt. Klingt komisch, ist aber so.

In Passau selbst ist es nicht ganz so schlimm. Da will man zwar einen mehr oder weniger sinnlosen Fahrradtunnel bauen, hat aber zumindest klug erkannt, dass eine Brücke zu teuer ist sowie nichts bringt und dass die Nordtangente der größte Quatsch seit dem Blaumilchkanal wäre. Gleichwohl musste man sich jetzt von Grandseigneurseite mitteilen lassen, dass in Passau die Visionen fehlen. Naja, das kann aber auch ganz schön teuer werden, wenn man zu viele Visionen hat. Ein ganz großer Visions-Kombattant verklagt jetzt übrigens seinen Arbeitgeber, die Stadt Passau. Sic transit gloria mundi.

Ein ganz großer Höhepunkt im Live-Stream war kürzlich der Auftritt, bzw. der Redebeitrag vom Heindl Siegi zum Thema "Gibt es genug Taxis in Passau?" Seine Lösung: Man kann auch einmal zu Fuß gehen und außerdem möchte er auch nicht Taxi fahren, wenn ihm die Leute ins Auto speiben. Mein Vorschlag zur neuen Sicherheitswacht-Task-Force: Heindl, Seiler, Freibier. Der Freibier spuckt dem Vandalen ins Auge, der Seiler nietet ihn um und der Heindl brüllt ihn eine Viertelstunde zusammen. Und wenn er dann immer noch renitent ist, kommt der Frankenberger und segnet ihn nieder. Da traut sich keiner mehr nach Mitternacht aus dem Haus.

Quamvis sint sub aqua, sub aqua maledicere temptant.

Euer Tölpel

Sonntag, 4. März 2012

Aufgereimt und angedichtet (Spezialedition zum Starkbierfasching)

Kathi

Servus, Steinkopf, altes Haus!
Alles senkrecht? Wie siehts aus?
Bist von allen Tölpeln hier
(viele derer haben wir)
Du der klügste doch gewiss.
Deshalb ohne Kompromiss
frag ich gradheraus direkt,
um zu sehen, was in Dir steckt,
ob wir uns statt Brieferlschreiben
mit Versen heut die Zeit vertreiben?

Tölpel

Kathi, servus, Du Schabracke!
Glaubst Du denn, eine Attacke
auf die zu Kritisierenden
klappt in Reimform auch so schön?
Wozu unsere Fans tendieren?
Ob sie solcherlei goutieren?
Oder ob sie wieder maulen,
wir würden sie langsam vergraulen.
Weil die frühren Tölpeleien
häufiger waren und schöner seien.

Kathi

Achtung, Vorsicht! Lass Dich nicht
übertölpeln, Steingesicht.
Totsagen wollen uns viele nämlich
(aber wir sind auch nicht dämlich).
Weil sie hoffen, dass wir nicht
ausüben unsere Bürgerpflicht
und so manchem Provinz-Clown
kräftig auf die Finger hauen.
Und denen gern die Wahrheit sagen,
die sie am schlechtesten vertragen.

Tölpel

An wen denkst Du, süßes Kindel?
Ans Kleinstadt-Bohemian-Gesindel?
Sprichst gar Du von eitlen Tröpfen,
Politikern mit Luft in Köpfen?
Oder von den Schreiberlingen,
die sich als Claqueur verdingen
und denen nach der Nase schreiben,
die wahrscheinlich wichtig bleiben?
Nur wer schon am Boden liegt,
kriegt noch einmal eine mit.

Kathi

Er hats halt auch besonders schwer -
der Monopolblatt-Redakteur.
Nur wenn sein Stil dem Clan gefällt,
kriegt er auch weiterhin sein Geld.
Und wenn er mal daneben liegt,
mit Glück noch einen Warnschuss kriegt,
dann kommt er (und wer will das schon?)
weit fort zur Gulag-Redaktion.
Im Bayerwald darf er dann schreiben,
was Landrat, Fuchs und Hase treiben.

Tölpel

Es hat sehr lange Tradition
in der Passauer Redaktion,
dass Themen, die der Clan nicht liebt,
es schlicht und einfach halt nicht gibt.
Und wer sich vorm System nicht duckt,
dess Name wird nicht abgedruckt.
Und sei die Nachricht noch so klein -
der kommt nicht in die Zeitung rein.
Dies war für einen Zeitungswicht
eine codierte Kurznachricht.

Kathi

Ja, wir wissens, Tölpel, eitler.
Nur bringt uns das jetzt auch nicht weiter.
Jetzt spar Dir Medienkritik
und widme Dich der Politik!
Im Georgsberg ein schwarzes Loch,
das fehlt uns scheinbar grade noch.
Wo Radler, die nach Osten wollen,
dann hilflos durch den Bschüttpark rollen.
Das Geld, das man im Berg vergräbt,
fehlt, dass man sich hinaufbewegt.

Tölpel

Du meinst, man könnte ohne Not,
schräg, kurvig oder im Lot
eine Aufstiegshilfe bauen
und dann von oben nach unten schauen -
ohne sich vorher nass zu schwitzen.
Man könnte ganz bequem auch sitzen.
In einem Aufzug, Gondel, Bahn
ganz vergnügt nach oben fahrn.
Wenn man das Geld dann hätte noch,
was man stopft ins schwarze Loch.

Kathi

Dito, Steinlaus, alter Checker.
Wir gehn jetzt allen auf den Wecker
bis wir unseren Aufzug kriegen
oder sonstwas - statt den Stiegen.
Ein Bürgerbegehren muss jetzt her.
Zwar nicht gegen den Innstadtverkehr,
den man ja schlecht verbieten kann.
Dahinter steckt ein anderer Plan.
Man will sich schlichtweg profilieren
und nicht zu hoch die Wahl verlieren.

Tölpel

Kathi, Baby, welch Gefasel!
Schaust Du wieder tief ins Glasel?
Wer von Wahl heut fabuliert
und dass man selbige verliert,
der verkennt, dass bis zur Wahl
der Jahre zwei sind an der Zahl.
Wer in dieser langen Zeit
schlägt das Innstadtthema breit,
dem fällt wirklich sonst nichts ein.
Der muss sehr verzweifelt sein.

Kathi

Verzweifelt ist noch untertrieben.
Wo ist die CSU geblieben?
Die stolze mit der großen Klappe?
Die kämpft mit täglich einer Schlappe.
Soll es jetzt die Buhmann machen?
Da muss sogar der Scheuer lachen.
Prinz Dickl dickelt nur herum.
Der Waschler macht sich dauernd krumm.
Der eine wird noch lange warten,
der andere - der wird nie mehr starten.

Tölpel

Seit jeher ist der Schlimmste aber
der Mangold - bezogen aufs Palaver.
Er ist halt nicht so richtig wichtig,
aber sehr profilierungssüchtig.
Deshalb liegt ihm am Herzen sehr
die Öffentlichkeit und davon mehr.
Die GmbHs sollen gläsern sein,
das Volk soll in die Sitzung rein.
Und wenn es das Gesetz nicht duldet,
dann habens die anderen verschuldet.

Kathi

Notfalls halt öffentliche Diskussion.
Die Abstimmung - wer braucht die schon.
Der Urban hat sich halt gedacht,
wenn er sich immer wichtig macht,
dann müssen das die Bürger sehen
und wenn man abstimmt, sollen sie gehen.
Das zeigt uns wieder, was er ist -
ein selbstverliebter Populist.
Doch wer nur herumkrakeelt,
am Ende meist das Ziel verfehlt.

Tölpel

Apropos herumkrakeelen.
Wer tut uns damit auch oft quälen?
Der rote Roos in seiner Wut,
er nennt die anderen schwarze Brut.
Stil hat man oder hat man nicht.
Wer derart zeigt sein wahrs Gesicht,
der ist nicht besser als die Brut
auf die er immer schimpfen tut.
Und die Moral von der Geschicht:
Er ist halt ein sehr kleines Licht.

Kathi

Ach was muss man oft von bösen
Buben hören oder lesen?
Wie zum Beispiel hier von diesen,
welche Klaus und Alois hießen.
Die ganz fern von Altersmilde
meinen, sie wären junge Wilde.
Die immer alles besser wissen
und das auch jedem sagen müssen.
Tut einmal eine gute Tat
und wechselt zum Seniorenbeirat.

Tölpel

Ich bin ja gar nicht wirklich dumm,
war dereinst am Gymnasium
und zwar am ehrwürdigen, alten.
Das tut ein Neuer jetzt gestalten.
Nach Jahren mit Ersatzbank-Leiter
ist man jetzt eine Stufe weiter.
Jetzt machts ein neuer, frommer Mann,
der es bestimmt auch richten kann.
Er ist ein Religionslehrer
und bet sich neue Schüler her.

Kathi

Beten ist ja oft gescheiter,
bringt einen auch manchmal weiter
als das blöde Agitieren
und versuchen zu regieren.
Und so beten die Genossen
und sie freuen sich unverdrossen,
dass sie noch immer existieren.
(Es ist zwar mehr ein Vegetieren.)
Denn die in Duppers Schatten stehen,
die kann man leider gar nicht sehen.

Tölpel

Schluss mit lustig, pack ma zamm.
Jetzt steht noch der Kirchgang an.
Denn wer hier in dieser Stadt
die Ajatollahs gegen sich hat,
der kommt niemals zu den Sternen -
das mussten schon viele lernen.
Provinz ist, wenn man trotzdem lacht
und dazu gute Miene macht.
Die Passau-Connection funktioniert
und wird mit Starkbier gut geschmiert.

Kathi

Ist das wirklich alles wahr?

Tölpel

Nein, es ist noch schlimmer gar.

Helau!

Montag, 13. Februar 2012

That's my brand new toy!

Verantwortlich für den Inhalt: http://www.song-lyrics-generator.org.uk/

Wahlinfo-Passau distanziert sich ausdrücklich von untenstehendem Text.

When Your Life is Full of Fucking Yellows and Saboteurs
- in the style of REM

by Oberjürgen

Livestreams suck and Social Democrats suck.
The world is out to get you.
You want to kill the idiots,
But your life is full of Yellows and saboteurs.

You wonder when will it end.
You want Seiler Max,
You want fans,
But all you see is your fraction.
Oh your fraction.
Oh livestreams and Social Democrats, they'll pull you under,
Drain your life of Maidult and wonder.

Livestreams suck and Social Democrats suck.
The world is out to get you.
You want to kill the idiots,
But your life is full of Yellows and saboteurs.

You really want the world to end,
Goodbye Seiler Max,
Goodbye fans,
And good riddance to your fraction.
Oh your fraction.
Oh livestreams, Social Democrats, will pull you under,
Drain your life of Maidult and wonder.

Livestreams suck and Social Democrats suck.
The world is out to get you.
You want to kill the idiots,
But your life is full of Yellows and saboteurs.

Your life doesn't have to end.
Sing with Seiler Max,
Dance with fans,
And put a curse on your fraction.
Oh your fraction.
Your life is fucking,
But get out and kill the idiots.

You want the greatest thing
The greatest thing since you made it.
You've got it all, you've got it sized.
If you are confused check with wahlinfo-passau.
Carry a gun to help you along.

Get out and kill the idiots.

Dienstag, 31. Januar 2012

Abgereist und angekommen

Lieber Tölpel!

Unser Passauer Megastar Carlo Rosetta wurde ja nicht nur letzte Woche von der Internetgemeinde zum beliebtesten Vertreter des Passauer Kulturguts gewählt. Auf seinen zahlreichen Welttourneen bereist er viele fremde Länder und wird dort überall fanatisch gefeiert. Im Bild unten erkennt man Carlito mit seinen neuen Background-Sängerinnen für das Lied "Schwarz-rot ist der Himba-Kuss".



Weißt Du, was man sich denkt, wenn man am Rande der Namib-Wüste seit zig Kilometern über die menschenleere Schotterpiste fährt und auf einmal sieht man was großes Rotes mit Passauer Kennzeichen? Genau. Diese vielen abendlichen Gin Tonic zur Malariaprophylaxe haben offensichtlich doch Nebenwirkungen. Das habe ich mir zumindest gedacht und während des Überholvorgangs aber festgestellt, dass es sich um ein ganz reales Fahrzeug von Rotel Tours handelt. Es sind ja schon öfter Menschen in die Wüste gegangen und haben dort Sachen von einer derartigen Symbolkraft erlebt, dass es sie und die Menschheit für immer geprägt hat. So war wohl auch meine Wüstenerfahrung. Ich weiß jetzt, dass man diesem Passau niemals und nirgends entkommen kann. Ich weiß nur noch nicht, ob das gut oder schlecht ist.



Manchmal, wenn mich wieder einmal das schlechte Gewissen plagt, weil wir unsere Leser mit der Kolumne allzu lang warten lassen, denke ich mir: Aber es passiert ja nichts. Rein gar nichts. Doch dann schlage ich die PNP auf und lese langsam, fast andächtig, was da so drin steht. Gut, es steht praktisch gar nichts drin, also substanziell. Aber wie sie dieses Nullum an Wesentlichkeiten verpacken - spitze! In der Rubrik "Stadgespräch" (die legaliter "Die Abenteuer von Max und Andi" heißen müsste) erfährt man z.B. was unsere Staatssekretäre gestern zu Mittag gegessen haben oder dass sie bei einem anderen wichtigen Menschen auf der Tupper-Party waren.

Ich übertreibe. Konnte man doch in der heutigen Rubrik nachlesen, dass Abenteurer Andi "gleich für zwei Auszeichnungen nominiert" worden ist. Und zwar einmal als "Person des Jahres" (in der Bravo, glaube ich - mit Starschnitt) und nochmals als "Zukunftsmacher des Jahres" in der Deutschen Verkehrszeitung. Der PNP verriet Andi "schmunzelnd", dass er keine Ahnung habe, wer ihn da nominiert hat. Diese Bescheidenheit mag ich so an ihm! Keine Ahnung, wer ihn da nominiert hat... Süß. Das kann doch wirklich jeder gewesen sein.

Außerdem übertreibe ich wirklich. Es passiert schon was. "Passau hat besten Livestream Deutschlands," schreibt heute die PNP und irgendwie hört sich das mittlerweile so an, als ob auch die verbohrtesten Gegner von damals einsehen, dass man mit so einer Vorreiterrolle nur gewinnen kann. Oder täusche ich mich da? Jetzt gibts ja auch noch öffentliche GmbH-Sitzungen. Finde ich grundsätzlich auch nicht schlecht, aber ob da nicht noch einer juristisch dazwischenfunkt? Obwohl - Special Agent Gevatter wird das Ding schon schaukeln.

Dem Vernehmen nach hat sich der Heindl Sigi schon wieder ganz gut in seine neue, alte Rolle als Stadtrat eingewöhnt. Wie informierte Kreise berichten hat er bereits mehrfach zustimmend oder ablehnend gegrunzt und überdies wiederholt unartikuliert gebellt. Bei dem dürfen wir sicher noch auf viele Überraschungen gefasst sein. Wann rückt eigentlich der Renner nach?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Von wegen es passiert nichts. "Tritt der Titan wieder an?", fragte erst vorgestern die AmSonntag auf dem Titel und meinte mit Titan den Kobler. Du siehst: Wenn man nur lang genug parlamentarische Sitzplätze blockiert, ist man schon Titan. Da wird der Waschler sicherlich eine Träne vergossen haben, als er das gelesen hat. Das bei ihm ziemlich stark ausgeprägte Bedürfnis, auch irgendwann einmal Titan genannt statt belächelt zu werden, führt dazu, dass er sich nun langsam in einen Vor-Vor-Wahlkampf-Amoklauf hineinsteigert, der ihm wahrscheinlich eher nicht nutzen wird, um es vorsichtig zu formulieren. Aber was wäre die Alternative? Und was, wenn er es wieder nicht in den Landtag schafft? Man kann und will es nicht zu Ende denken.

Eine Volksschulrektorin hat die Diskussion angestoßen, ob es sinnvoll ist, Schulkinder dahingehend zu erziehen, die Grußformeln "Hallo" und "Tschüss" zu vermeiden und dafür wieder mehr "Grüß Gott", "Servus" oder "Habe die Ehre" zu sagen. Eine grundsätzlich löbliche Idee, wobei es mir schon reichen würde, wenn mehr Kinder und Jugendliche überhaupt grüßen und vielleicht auch nicht jeden duzen würden. Am Leopoldinum heißt es jetzt bestimmt wieder öfter "Grüß Gott", weil dort bekommt man demnächst einen Religionslehrer als Schulleiter. Auch mal was neues. Vielleicht will man so die abwandernden Schüler vom Freudenhain zurückholen. Bei den berühmten Ex-Leopoldinern, die letzte Woche anlässlich des 400-Jahre-Jubiläums in der PNP aufgeführt wurden, haben mir übrigens schon noch ein paar berühmtere gefehlt.

Der Frankenberger war ja nicht auf dem Leo, oder? Sonst hätte man den Bundesvorsitzenden dieser Partei, die es außerhalb Passaus eigentlich gar nicht richtig gibt (psst, nicht weitersagen) und dessen Berufsbezeichnung die Süddeutsche mit "Ex-Ministrant" angibt, sicherlich in dieser Berühmten-Liste gefunden. Um weiterhin immer berühmter zu werden, will er jetzt künftig Minister- und Bundespräsidenten und wahrscheinlich auch noch den Präsidenten vom FC Bayern direkt vom Volk wählen lassen und bereitet dafür einen Volksentscheid oder eine Revolution oder dergleichen vor. Ferner ließ er seinen Fans mitteilen, dass er jetzt Vegetarier ist, was natürlich einen genialer Schachzug darstellt, wenn er im nächsten Schritt das Stimmrecht für Tiere einführt. Wir bleiben gespannt.

Ich finde übrigens, Carlo Rosetta sollte den kulturellen Ehrenbrief der Stadt Passau erhalten. Wer das auch so sieht, soll bitte oben rechts klicken.

Danke und servus

Euer Tölpel

Sonntag, 29. Januar 2012

Exklusiv hier auf Wahlinfo-Passau

Die erste Stellungnahme von Carlo Rosetta:

"Das ist der glücklichste Tag in meinem Leben! Vielen vielen Dank an alle meine Fans! Ich bin jetzt der wichtigste Mann in Passau. Jetzt können wir alles schaffen. Danke!"

Freitag, 27. Januar 2012

Mittwoch, 25. Januar 2012

ABSTIMMEN!!!

Und zwar die ganze Nacht. Wenn wir nicht gewinnen, sperre ich den Laden hier zu.

Jetzt lasst Euch mal was einfallen!

Dienstag, 24. Januar 2012

Wenn Sie unser Video nicht wählen,

... entführen wir den Oberbürgermeister!


Achtung, wichtiger Hinweis: Der Mitbewerber mit der albernen Schnulze und seine Vasallen spielen das Spiel "Neue IP - neue Stimme". Bitte auch mitspielen und für Carlito stimmen!

Sonntag, 15. Januar 2012

Einsteigen in die Welt des Franz D.

Wahlinfo-Passau-Serie "30 Minuten" (I): Im Takt des Fahrplans bekommt man am ZOB Einblicke in das Leben der Fahrgäste
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30 Minuten − so lange beobachtet ein Mitglied der Lokalredaktion das Geschehen an einem Ort in der Stadt und beschreibt es detailgetreu in unserer Serie. Ein einfaches Konzept, das deshalb so unendlich viel Spielraum lässt − eine journalistische Spielwiese.
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Von Franz Danninger

11.30 Uhr. Die Linie 7 kommt in 2 min, ihr Ziel ist die Eichendorffstr. ü. Eichetstr. So steht es am Fahrplan und so wird es geschehen. Seit ich diese neuen Tabletten habe, hänge ich jeden Tag am ZOB ab und beobachte. Einer muss es ja tun. Oft muss ich lachen oder mich übergeben. Dann muss ich noch mehr lachen. Heute ist mein Tag.

  Zwei Frauen stehen hier am Bussteig 2 des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB). ",Halten Sie Ihr Geld zusammen, Sie werden uralt‘ hat sie g’sagt", erzählt die ältere Dame gerade. Schon jetzt hat sie rund 70 Lebensjahre erreicht, viele sollen also noch folgen. Sie freut sich so über die gute Nachricht, dass ihr silbernes Haar hin- und herzuckt. Ihre deutlich jüngere Freundin/Tochter berichtet: "Mir hat sie g’sagt, dass zwischen uns momentan eh nichts läuft und dass er ruhig gehen soll." Ah ja: Das Duo hat die Wahrsagerin in der Stadtgalerie nach ihrer Zukunft befragt. "Bloß auf ein Auge soll ich aufpassen. Ansonsten werd’ ich weit über 90." Die Silberpracht rüttelt wieder. Spontan ergreift mich der übermächtige Drang, beide auf den Mund zu küssen. Schnell schlucke ich 200 mg Diazepam und bleibe zitternd sitzen. Ich bin stark - egal, welche Fallen Ihr mir stellt. Ich will da nicht wieder rein.

 11.34 Uhr. Ein junger Mann schiebt sein Fahrrad vorüber in Richtung Grünaustraße. Warum fährt er nicht, die Fußgängerzone endet am ZOB, ab hier dürfte er wieder fahren. Ein zweiter Blick verrät den Grund: Die Antriebskette hängt herunter, er schleift sie nach, sie ist gerissen. Ich werfe eine Bierflasche nach ihm und schreie laut "So nicht, mein Freund!" Die Stimmen sagen, ich soll ihn töten. Noch nicht!

 Auf einer Bank mit der vandalensicheren Gitterbank haben sich zwei Burschen breit gemacht. In der Rechten das Handy, in der linken die Bierflasche. Sie sind um die 17 Jahre alt, die Reserveflasche steht am Boden, noch geschlossen. Vielleicht kann ich sie ablenken. Ich taste den Schlagring in meiner Tasche.

 11.36 Uhr. Die Linie 9 kommt in 9 min, verspricht das Display am Bussteig. Ein Rentnerpaar verfolgt gebannt die Laufschrift, offenbar wollen sie nach Kohlbruck/PEB ü. Innstr. Ein Zug grollt im Untergrund heran aus Richtung Schärding und donnert dem Hauptbahnhof entgegen. Für 2 Minuten degradiert er den übrigen Verkehrslärm zu Dezibel-Statisten, ist die Bahn der Chef des Lärms am Busbahnhof. Zwei Farbige lassen das Getöse stoisch über sich ergehen, dann setzen sie ihre Unterhaltung fort. Zwischen ihnen steht ihr Einkauf, ein 51 Zoll (129 cm) großer Plasma-Fernseher. Das Teil ist so riesig, dass einer der beiden lässig dran lehnen kann. Scheiße, Überdosis Diazepam. Ich übergebe mich in die Handtasche einer gehbehinderten Greisin. Kommt gut. Die Sehstörungen sind weg. Die zwei Farbigen, die vorher noch grün, lila und orange geleuchtet haben, sind auf einmal wieder zwei ganz normale Bimbos. Ich erkenne in ihnen meine Crack-Dealer. Yo man! Ich bin gerettet.

 11.45 Uhr, die Linie 9 rauscht heran. Die beiden Wahrgesagten unterhalten sich auch beim Einsteigen noch über die verblüffenden Erkenntnisse, die ihnen Lilo von Kiesewetter beschert hat.

 Die beiden Burschen auf der Bank schauen nicht einmal auf, als der Bus 40 Zentimeter vor ihrer Nase stoppt. Ihr Blick geht ins Leere. Eine ältere Frau mit Krücke bleibt lieber stehen als sich zu ihnen zu setzen, obwohl links und rechts noch ein Platz frei wäre. Das Bier und der Musiklärm aus einem der Handys schreckt sie zu sehr ab: "Gotta love ya‘!" ist nicht so ganz ihr Ding. Hinter dem 9er Bus ist Bewegung, die Linie 5 schluckt eine Handvoll Fahrgäste nach Kohlbruck ü. Auerbach. Jetzt wird es dem Burschen-Duo anscheinend doch zu trubelig, sie schlurfen Richtung Ludwigsplatz ab, die Flaschen hängen locker herunter. Bei ihnen ist keine Kette gerissen, aber irgendwie der Faden. Das ist meine Chance. Mit einer Eisenstange erwische ich den einen am Hinterkopf und den anderen im Gesicht. Das schmeckt Dir nicht, Du Opfer! Schnell stecke ich das Bier ein, rolle mich am Boden zusammen und ziehe mir die Jacke über das Gesicht. Jetzt bloß nicht entdeckt werden!

Der Zug ist nicht nur unterirdisch Dauergast am Omnibusbahnhof, sondern auch oben − der Windzug. Tatjana Kerlin sitzt deshalb im schützenden Glashäuschen am Bussteig 2, sie liest in einem Buch mit kyrillischen Buchstaben. Tatjana stammt zwar aus Russland, "aber ich kann nur mehr reden, nicht richtig schreiben. Deshalb lerne ich jetzt Russisch", erklärt die Geschichts-Studentin in perfektem Deutsch. Zweimal die Woche findet ihr Kurs statt, am ZOB wartet sie fast täglich auf den Bus. Mit ihr werde ich weggehen. Weit weg. Wo mir keiner mehr weh tun kann. Diese Dreckschweine, die den Himmel vergiften. Mich kriegen sie nicht mehr.

 Ihr gegenüber sitzt eine elegante Dame in langem Cape und kurzem Rock. Mini im Januar? Sie hat ihre Kleiderwahl schon bereut, hält ihre Stofftasche wärmend auf den Schoß gepresst. Zum Glück hat der Architekt bei der Planung des futuristischen Baus 2006 festgestellt, dass ein großes Loch im Dach Gewicht und damit Stützen spart. Dadurch fallen jetzt Sonnenstrahlen, die die Frau sichtlich genießt. Speichel tropft mir aus dem Mund auf meine braunkarierten Hausschuhe. Meine Hose ist nass. Verdammt! Wer war das?

 "Mei Wampen geht ja nu durch, oba do herum net − gestern ham’s mi net einebrocht in d’Röhrn." Fünf Meter entfernt schildert ein Mittfünfziger seinem Gesprächspartner recht plastisch den Verlauf der gestrigen Untersuchung, die beim Computertomographen ihr jähes Ende nahm. Ihr Gespräch zieht innerhalb von zwei Minuten die weitesten Gedankenschleifen, von Winterreifen über einen Umzug, der Rente vom Hans und dem Glück der Maria, dass sie ihren Mann endlich los ist, den Hallodri, ist alles dabei. "A bissal a Sauweda wern ma scho nu kriang", kommt auch noch das unvermeidliche Wetter zu Ehren. Der ZOB als Drehscheibe von Ratsch und Tratsch. Ich ziehe meine nasse Hose aus.

 11.58 Uhr. In zwei Minuten geht’s dahin mit den Linien 7 und 8. Die fröstelnde Mini-Dame hat sich in den warmen Linie-1-Bus gerettet. Sie kämpft zwischen Zusammenkauern auf dem Sitz und der Ermahnung aus vergangener Zeit: "Kind, halt’ dich gerade!" Da sind sie wieder. Sie wollen meine Organe. Ich weiß es seit diesem Film.

 12.00 Uhr. Nacheinander zischen die Einstiegstüren von 7 und 8 zu, die Busse starten davon. Die Mittagsglocke der Votivkirche dringt herauf. Ich bin jetzt völlig nackt. Zwei starke Männer in weiß halten mich fest. Es sind Androiden. Man merkt es am Griff. Sie werden mich wieder operieren.

 30 Minuten pralles Leben an Bussteig 2. Der ZOB hat fünf davon. Warum lassen sie mich nicht einfach hier sitzen? Ich tu doch keinem was.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Hurra Hurra...

... Der Blumen-Siegi ist wieder da!

Dienstag, 10. Januar 2012

Big Five completed

Wird Zeit zum Heimkommen.

See you...