Donnerstag, 1. Januar 2026

Götterdämmerung, fast. (Teil 2)

Teil 1 der Geschichte lesen Sie bitte zunächst unter diesem Beitrag.


Der Mann im zu kleinen Anzug befindet sich nun in der Mitte der Brücke und schreitet langsam und anmutig auf die Schaulustigen am Römerplatz zu.


Auer: Schauts amoi genau. Der schaut aus wia da, ..., oiso wia da, ..., wia da Tom Cruise. Wia da Tom Cruise in Mission Impossible.

BM Dickl: Schmarrn. Der hat nur dieselbe scheiß Frisur wia der Tom Cruise in Mission Impossible. Des is der Putzke, des Ar..., der Angeber.

Auer: Des sogt ausg'rechnet der, der bei seine Feiertagsglückwünsche auf Facebook von der KI a Foto hot basteln loss'n, wo a ausschaut wia da Leonardo DiCaprio für Arme.

BM Dickl: Dir sog i jetzt amoi wos. Du brauchst...

Alle Gespräche werden unterbrochen, weil der Mann im zu kleinen Anzug, der sich mittlerweile für alle erkennbar als Holm Putzke identifizieren lässt, zu einem ohrenbetäubend lautem Finale der Star Wars Musik die Altstadtseite der Brücke erreicht hat und lächelnd in die Menge blickt. Mit einem Fingerschnippen von Putzke verstummt die Musik und es herrscht für einen Moment gespenstische Stille.

Mangold (von hinten heran tretend): Großer Auftritt. Also für den, dem sowas gefällt. Ich hoffe, es handelt sich nicht um Kunstnebel. Der ist sehr gesundheitsschädlich und ich bin da hypersensibel. (Hüstelt)

Putzke: Keine Angst Urban, der Nebel ist im Gegensatz zu manch anderen Effekten echt. Selbst der Armin ist heute echt und hat kein KI-Hologramm geschickt. 

BM Dickl: Wer ist hier der Armin? Herr Putzke, ich sag es Ihnen gerne wieder einmal. Für Sie gibt es hier keinen Armin, sondern nur einen Herrn Dickl.

Putzke: Geschenkt. Ich werde jedenfalls...

Dittlmann: Sagt's einmal, Kindergarten, reichts jetzt wieder? Herr Putzke, haben Sie eigentlich nicht bemerkt, dass die Hängebrücke nach unten durchhängt und dass Ihr etwas bizarrer Auftritt möglicherweise sehr gefährlich war?

Putzke: Ach, tut sie das und war er das? Ich denke nicht. Manchmal sehen die Dinge anders aus als sie sind. Wenn Herr Dickl mit Künstlicher Intelligenz ein Foto hinkriegt, auf dem er aussieht wie DiCaprio nach einer Hautpigment-Transplantation, werde ich doch wohl ein paar optische Täuschungen mittels Nebelzauber und Illusionsmagie hinbekommen, nicht wahr?

Putzke schnippt wieder mit den Fingern. Im selben Moment sieht man zu sphärischen Klängen im Nebel auf der Brücke teils bekannte, teils weniger bekannte Gesichter als Hologramme auftauchen. Die Gesichter bewegen sich auf der Brücke hin und her, finden sich in Gruppen zusammen und entfernen sich wieder voneinander. Alle betrachten ergriffen das Schauspiel.

Putzke: Darf ich vorstellen? Die Kandidaten meiner Liste für die Stadtratswahl am 8. März 2026 – voilà.

Mangold: Das ist die FDP-Liste?

Putzke: Jawoll, so ist es. FDP – Für Den Putzke!

Mangold: Da war ja der Dings dabei, der...

Putzke: Ja, der war dabei, Urban, aber pssst, lass doch den anderen auch noch ihren Spaß beim Leute erkennen.

Vilsmeier (von hinten heran tretend): Ja, Du bist ein wuida Hund, Holm. Dann ist des, dass die Brückn durchhängt a nur Illusion?

Putzke (lächelnd): Könnte sein Andreas, nicht wahr?

Vislmeier: Dann is des ois nur Dei Show, dass Du Dei Listn vorstellst?

Putzke: Wäre möglich, oder? Wäre doch auch gelungen, die Show, nicht wahr?

Vilsmeier: I sog doch scho immer, dass der Brückn nix feit.

Dittlmann: Darf eigentlich an Silvester da jetzt schon ein jeder mitspielen?

Rother: Ich wollt's nicht sagen, hab mir aber genau dasselbe gedacht.

Dittlmann: Wenn jetzt der a no mitred't, dann kann i ja hoamgeh'.

Rother: I geh sowieso glei hoam. I mach ja ned an Statistn fürn Putzke sei Show.

BM Dickl: Ah, gehst hoam, Andi? Gibst auf, ha ha, oiso für heid?

Rother: Ja, Armin, für heid gib I jetzt dann auf. Bist eh Du do. Da kann ja nix passieren.

Dröhnende Stimme aus dem Hintergrund: Hier geht jetzt und bis ich das sage überhaupt keiner heim. Jeder bleibt an seinem Platz und rührt sich nicht! Das ist eine Allgemeinverfügung.

BM Dickl: Herr Oberbürgermeister, Jürgen, wo kimmst denn Du...

OB: Ruhe, Achim! Jeder spricht nur, wenn er gefragt wird. Einmal, ein einziges Mal bin ich Silvester nicht erreichbar und dann stellen mir diese Haubentaucher die ganze Stadt auf den Kopf. Der Hyperaktive macht an Cirque Du Soleil auf (schreit jetzt) meiner Hängebrücke und meine zwei Spitzenbürgermeister und der Stadtbranddings schauen zu. Fehlt bloß noch die Erika.

Die Erika (über die Hängebrücke hetzend): Huhu, warum sagt mir wieder mal keiner, wenn da so a Gaudi is herüben?

OB: Da geh her, Erika, mir warten scho auf Di.

Die Erika: Echt? Des is aber liab. Habts Ihr des Schild auf der anderen Seitn von der Brückn g'sehn?

OB: Du Erika, wir haben jetzt gerade ganz andere Probleme. Ich fange jetzt hier gerade einmal an.

Die Erika: Aber des is wichtig Jürgen.

OB (seufzend): Oiso?

Die Erika: Da drüben hängt ein Schild. Und zwar steht da was mit 3,5 Tonnen.

OB, Rother, Dittlmann: Mensch Erika, des hängt da schon...

Die Erika: Des woaß i doch selber, dass des da schon länger hängt. Aber unter den 3,5 Tonnen hängt noch eins, und zwar steht da drauf: Max. 3 Passauer Bürgermeister. Was bedeutet denn des?

OB (die Augen verdrehend): Da war einer witzig, Erika, vergiss' einfach.

Putzke: Ich finde das witzig. Also an der Grenze, aber witzig.

OB: Hab ich Sie was gefragt, Herr Putzke?

Putzke: Nein, Herr Oberbürgermeister, aber ich lasse mir von niemandem, auch nicht von Ihnen, den Mund verbieten.

BM Dickl: Jürgen, dieser Putzke meint immer, er is was Besonderes, oder Jürgen?

OB: Herr Professor Putzke, Sie glauben also, Sie können in der Silvesternacht auf unserer schönen Luitpoldbrücke Ihre abgedrehte Wahlkampfshow abziehen und kommen damit durch?

Putzke: Herr Oberbürgermeister, mir wäre keine Vorschrift bekannt, die verbietet, holografische Installationen in den Nebel zu projizieren. Ihnen schon? Und ja, ich halte mich für etwas Besonderes und zwar...

Vilsmeier (einen Winkelschleifer in der Hand haltend): So, das hätten wir jetzt. Aber wenn wir schon einmal da sind, dann schauen wir uns halt auch die Brücke genauer an, über die angeblich kein Bus fahren kann oder vier Bürgermeister drüber laufen können.

Auer (flüsternd zu Mangold): Vier Bürgermeister schon, aber halt nicht vier Passauer Bürgermeister.

Mangold: Hi hi.

OB (zu Rother): Wer ist denn der Narrische mit der Flex?

Rother: Vilsmeier, OB-Kandidat.

OB: Wo?

Rother: Bei uns.

OB: Des hätt's früher nicht gegeben.

Vilsmeier (mit laufendem Winkelschleifer auf einen Ankerblock der Brücke kletternd): Jetzt schau'n ma doch amoi, ob diese Tragkabel halten oder ob da der Wurm oder der Käfer drin ist im Stahlseil.

OB: Herr Dittlmann, halten's den Narrischen auf!

Dittlmann (holt Vilsmeier mit einem Griff am Fuß blitzschnell herunter): Hier flext keiner was an außer mir.

BM Dickl: Andreas, jetzt bin ich doch froh, dass Du auf meiner Liste bist.

OB (zu Rother): Wer ist bei wem auf der Liste?

Rother: Der Dittlmann bei der CSU.

OB: Warum?

Rother: Keine Ahnung. Aber die Liste ist eh ziemlich instabil. Ein Kommen und Gehen.

BM Dickl: Ja ja, Hauptsach', wir bringen unsere 12 plus rein und dann passts schon. 

OB: Viel Glück, Achim! Wer kandidiert eigentlich bei Euch als OB?

BM Dickl: Sehr lustig, Jürgen. Ich natürlich.

OB: Nix für ungut, aber das weiß man ja bei Euch bis zum Schluss nie so genau.

BM Dickl (leise zu Auer und Mangold): Zeit wirds, dass der aufhört. Der wird immer komischer.

Auer: Und, was glaubst, Armin? Gibts a Stichwahl?

BM Dickl (gequält): Na ja, als fairer Sportsmann und guter Demokrat kann ich auch mit einer Stichwahl leben.

Mangold: Ich habe ein gutes Gefühl. Ich glaube, diesmal habe ich wirklich sehr gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen. 

Auer: Langsam, bleibts auf'm Teppich. Es wird langsam Zeit für a Frau. Oiso i seh'g mi a in da Stichwahl.

BM Dickl (lachend): Also Euer Optimismus in allen Ehren, ha ha, aber ich glaub schon, dass der Rother Andi in die Stichwahl kommt – also wenn's eine gibt. Ha ha ha.

Mangold (irritiert): Der Rother in die Stichwahl? Ja natürlich ist der in der Stichwahl.

Auer (kopfschüttelnd): Freilich ist der Andi in der Stichwahl, wos moanst'n Du?

BM Dickl: Ich versteh kein Wort. Ihr entschuldigt mich, ich muss mit dem Stadtbrandrat noch was besprechen.

Dittlmann: Was gibts, Armin? 

BM Dickl: Du, nur eine einzige Frage. Wie viele Kandidaten kommen denn maximal in die Stichwahl?

Dittlmann: Hä? Was? Ja, zwoa hoid. Wos is'n des für a Frage?

BM Dickl: Äh, nur so. I woit nur no moi sicher geh'. Ich packs. Sag den anderen einen schönen Gruß von mir. Servus!

Dittlmann: Servus. (Zum OB) Herr Oberbürgermeister, Aufbruch? Wir sind fertig, oder?

OB: Sofort. Ich habe noch eine Frage. Warum, Herr Putzke, halten Sie sich für was Besonderes? Also ich kenne das, wenn man so fühlt, aber was ist es bei Ihnen?

Putzke: Ach, das ist so multifaktoriell, wo soll ich da anfangen?

OB: Kenne ich. 

Putzke: Vielleicht was Mystisches?

OB: Gern.

Putzke: Kennen Sie irgendwen, bei dem sich in Vor- und Zuname jeder Buchstabe nur ein einziges Mal findet?

OB: Da müsste ich nachdenken.

Putzke: H o l m  P u t z k e. (Schnippt in die Finger und ist verschwunden)

OB: Ich glaube, die sind verloren ohne mich.





Mittwoch, 31. Dezember 2025

Götterdämmerung, fast. (Teil 1)

31. Dezember 2025, 23 Uhr 04. Der Passauer Bürgermeister und OB-Kandidat Armin Dickl steht vor seinem Schminkspiegel und macht sich zurecht. 


Dem Dickl seine Frau: Du, OBärli, wo hast denn Du mein Make-up und den Concealer hin getan?

BM Dickl: Brauch ich nur noch ganz kurz, mein First Baby, just a second.

Dem Dickl seine Frau: Was machst denn da damit, OBärli? Des Foto von der KI hat doch voll geil ausg'schaut.

BM Dickl: Des Foto von der KI ist vielleicht mega-mega-fresh, aber des kann ich leider nicht zum Silvesternacht-Spezialeinsatz rausschicken, oder First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Wie rausschicken, was rausschicken, wen rausschicken? Magst Du heut' noch mal raus?

BM Dickl: Mei... Wollen, müssen, dürfen... That's our business now. Wenn's brennt, kommt der Chef. Und zwar der richtige Chef, ned nur so a Feuerwehrwehr-Kasperl.

Dem Dickl seine Frau: Brennt's leicht? Wo brennt's denn?

BM Dickl: Irgendwo brennt's immer, Baby. Und an Silvester sowieso. Die letzten Jahre war doch immer was. Und als OB, also, na ja, zukünftiger OB, musst halt da bereit sein. 

Dem Dickl seine Frau: Boah, OBärli, des is alles total aufregend. Aber des wird sicher a total anstrengend, oder OBärli?

BM Dickl: Ah geh, ich hab mir das gut überlegt: Ich glaub, ich mach auch keine 24 Jahr'. Nach 18 Jahren hör ich auf und dann lass ma's uns gut gehen.

Dem Dickl seine Frau: Voll, oder OBärli? Aber in den nächsten 18 Jahren lass ma's uns schon auch gut gehen, oder?

BM Dickl: Safe. Ich brauch ein Jahr, dann checken die Verwaltungs-Fuzzis, woher der Wind weht. Denen richt' ich die Wadl vire, bis ihnen die Augen tropfen. Und wenn der Laden wieder läuft, dann suchen wir zwei uns eine richtige mega-geile Partnerstadt für Passau, weil wir zwei haben ja keine Flugangst; oder haben wir Flugangst, First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Null, OBärli. Irgendwas auf den Seychellen oder in der Südsee oder so?

BM Dickl: Seychellen easy. Südsee negativ – saukalt und stinkt nach Pinguin.

Dem Dickl seine Frau: Boah, wird des cool. Aber wo musst Du jetzt eigentlich noch hin, OBärli?

BM Dickl: Eigentlich scheiß geheim, aber egal. Ich hab zum Dittlmann gesagt, er soll mich anrufen – egal was passiert. Wenn eine Mülltonne brennt: anrufen. Wenn ein Baum umfällt: anrufen. Wenn ein Oachkatzl überfahren wird: anrufen. Wir haben Wahlkampf, First Baby, da ist alles Chefsache. Und der Chef bin...?

Dem Dickl seine Frau: Ich!

BM Dickl: Na ja, fast, Baby. Der Chef bin immer noch...?

Dem Dickl seine Frau: Du!

BM Dickl (seufzt): Is' ja wurscht. Der zukünftige Oberbürgermeister der Stadt Passau heißt jedenfalls...

Dem Dickl seine Frau: OBärli!

BM Dickl: Armin Dickl.

Dem Dickl seine Frau: Wow, sehr geil. Und da kann jetzt nix mehr schief gehen?

BM Dickl: Negativ. Jeder, den ich frag', sagt, er wählt mich. Des is brutal. Hätte ich mir noch vor einem halben Jahr nie träumen lassen. Wir haben eine Umfrage bei uns gemacht, da lieg ich bei fast 90 Prozent. Ok, die war nicht repräsentativ, aber wenn ich des noch interpolier' und ich im ersten Wahlgang bei 60 bis 70 Prozent lieg', soll's mir auch recht sein.

Dem Dickl seine Frau: Aber der Dittlmann ist doch so g'schert und macht Dir immer alles z'Fleiß. Der ist im Stand' und ruft wen anders an. Ich mag den ned.

BM Dickl: I doch a ned. Aber den hab' ich in der Tasche. Nützlicher Idiot. Den hab ich mir zur Brust genommen und gesagt: Wenn Du noch einmal ausscherst vor der Wahl, dann kannst beim Arschloch oder den Kommunisten kandidieren und nach der Wahl, wenn ich OB bin, dann is gleich vorbei mit dem Stadtbrandspaß.

Dem Dickl seine Frau: Echt? Mega. Und was hat er g'sagt?

BM Dickl: Mei, g'sagt... Eher g'schaut hat er. Wie einer, der schmerzhaft erkennen muss, dass er seinen Meister gefunden hat. (Deutet auf einen Schokoladen-Nikolaus) So klein mit Helm war der.

Dem Dickl seine Frau: Psst, da brummt doch was.

BM Dickl: Was brummt? I bin's ned.

Dem Dickl seine Frau: Psssssst. Dei Handy.

BM Dickl: Fuck, des war lautlos. Wo is'n des?

Dem Dickl seine Frau: Da liegts doch. Oh, mein Gott, drei Anrufe. Dreimal Dittlmann.

BM Dickl (auf Rückruf tippend, flüsternd): So ein Scheiß.

Dittlmann: Ja, da schau her. So eine Freude. Der Herr Bürgermeister persönlich. Hoffe, wohl gespeist zu haben und hoffe, nicht gestört zu haben. Da wäre ich nämlich untröstlich.

BM Dickl: Ja, is scho recht, sorry. War grad in am wichtigen Gespräch mit München. Streng geheim, sorry. What's up?

Dittlmann: München, geheim, klar, versteh' i doch. I woaß jetzt bloß ned, ob Du Dich mit so unwichtige Sachen a no...

BM Dickl: Andi, jetzt nerv ned. Immerhin bin ich der Ober..., der zukünftige ..., der höchstwahrscheinlich zukünftige Oberbürgermeister unserer Stadt. (Pause) Hallo?

Dittlmann: Ja ja, ich bin da. 

BM Dickl: Und warum sagst dann nix?

Dittlmann: Ich hab gedacht, da kommt noch mehr. Also was Du alles bist...

BM Dickl: So, Herr Stadtbrandrat, jetzt g'langts. Ich erwarte einen sofortigen Lagebericht zur Situation in der Passauer Silvesternacht 2025.

Dittlmann: Erwartest Du? Aha. Interessant. Kleiner Tipp für jetzt und Deine erfolgreiche Zukunft: Der Stadtbrandrat ist weder dem Oberbürgermeister noch und schon gleich gar nicht einem Reservebürgermeister weisungsgebunden. Ich rufe Dich an, weil ich ein besonders netter Stadtbrandrat bin, der das mit Dir so ausgemacht hat und (lauter werdend) ich rufe Dich in meiner unermesslichen Geduld sogar dreimal an, weil Du in der Silvesternacht kurz vor Mitternacht wichtige, geheime Sachen zu besprechen hast und nicht ans Telefon gehen kannst. Und jetzt frage ich Dich einmal und dann erkläre ich Dir alles vor Ort: Wie schnell kannst Du an der Hängebrücke sein?

BM Dickl: 15 Minuten, maximal.

Dittlmann: Roger, over and out.

Dem Dickl seine Frau: So klein mit Helm.

BM Dickl: Lass' einfach gut sein. Ciao, wart' nicht auf mich.


23 Uhr 37. Am Römerplatz herrscht eine gespenstische Kulisse aus Nebel und diffusem Licht. Kleinere Menschengruppen stehen vor der Hängebrücke und betrachten flüsternd die Donauquerung, als Bürgermeister Dickl hektisch sein quer abgestelltes Auto verlässt und zum Brückenkopf hastet.


BM Dickl (sich umblickend): Servus beinand.

Dittlmann und Rother (nebeneinander stehend): Servus Armin.

BM Dickl: Ähm, ja, servus. Du, Andi, kennan mir amoi ganz kurz unter vier Augen... ?

Dittlmann und Rother: Freilich.

BM Dickl (genervt): Na, ähm, bitte nur der Feuerwehr-Andi, ähm, danke.

Dittlmann: Gehen wir mal fünf Meter vor, dann zeig ich Dir gleich noch was.

BM Dickl: Sog amoi, spinnst Du? Was macht denn der Rother do?

Dittlmann: Siehg'st doch. Er steht rum – wia die anderen.

BM Dickl: Nicht lustig. Hast Du den angerufen?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Eh klar? Du weißt schon, auf welcher Liste Du kandidierst – noch kandidierst?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Und warum rufst Du dann zwei Monate vor der Wahl den Rother an, wenn der Dupper schon mal nicht da ist? Oder hast den auch angerufen, um Gottes Willen.

Dittlmann: Erstens: Weil ich Dich nicht erreicht habe und der Andi Rother immerhin auch Bürgermeister und OB-Kandidat ist. Zweitens: Den Dupper hab ich natürlich auch angerufen, aber da geht nur die Mobilbox hin. Und ein Stadtbrandrat ist in erster Linie Stadtbrandrat und in zweiter Linie im Wahlkampf. Host mi?

BM Dickl (mit leiser Stimme): Und warum san mir überhaupt do?

Dittlmann: Schau nach vorn.

BM Dickl: Ja, ich schau. Hängebrücke im Nebel. Krass. Und sonst?

Dittlmann: Schau genau!

Rother (von hinten dazu tretend): Ja, schau amoi genau hi. I hob a kurz braucht.

BM Dickl: Ich sehe die Hängebrücke bei Dunkelheit und Nebel. Kann man das Rätsel jetzt bitte auflösen?

Dittlmann: Die Brücke hängt durch.

BM Dickl: Die Brücke hängt durch?

Dittlmann und Rother: Exakt.

BM Dickl: Super-krass. Die Hängebrücke hängt. Deshalb heißt sie Hängebrücke.

Dittlmann: Durch, Armin. Sie hängt durch. Sie hängt nicht einfach, sie hängt durch. Schau doch hin.

BM Dickl: Wo soll ich hinschauen?

Dittlmann: Die Brücke hängt nach unten durch – sofern der Nebel und die komische Beleuchtung hier uns keinen Streich spielen.

BM Dickl: Aha. Und das darf eine Hängebrücke nicht?

Dittlmann: Negativ. Viele Brücken sind nach oben gewölbt, Hängebrücken eher gerade, aber nach unten durchhängen – nope.

Auer (von hinten dazu tretend): Servus! Schauts amoi hi. Wos is'n des?


Von der gegenüberliegenden Brückenseite hört man lauter werdende Musik. Gleichzeitig werden bunte Farbmuster in den Nebel über der Brücke projiziert. Selbst das beginnende Feuerwerk übertönt die Musik nicht. Man erahnt die Filmmusik aus Star Wars, nun erkennt man auch gegenständliche Hologramme im Nebel. Die Musik wird immer lauter und es lassen sich schemenhaft Figuren und Gesichter wahrnehmen. Erst wie ein Schatten, dann einigermaßen gut erkennbar schreitet ein nicht übermäßig großer Mann in einem zu kleinen Anzug über die Brücke auf die Schaulustigen zu. Ist es Luke Skywalker? Vermutlich nicht.


Was ist mit der Brücke passiert? Wo, um Himmels Willen, ist Jürgen Dupper? Und wann, zum Teufel, geht diese Geschichte eigentlich los? Die Auflösung gibt es natürlich im Teil 2, aber sicher nicht mehr heute. Bleiben Sie dran!





Mittwoch, 24. Dezember 2025

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Dienstag, 16. Dezember 2025

Samstag, 13. Dezember 2025

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Dezember 2025 / Januar 2026

Dein liebes Passau kann mehr                                         

 

Nachdem die Linkspopulisten mit ihrem Bürgerbegehren für immerwährend fahrende Busse nicht nur eine feine Wahlkampfshow hinbekommen haben, sondern sich dabei auch weiter ihrem Ziel nähern, unterdrückerische Strukturen wie z.B. Stadtwerke finanziell zu zerstören (Macht kaputt, was Euch kaputt macht), ist ihnen nun im nächsten Level Klassenkampf ein weiterer Coup geglückt. Nachdem man aber die Drecks-Vermieter-Kapitalisten leider nicht durch ein Bürgerbegehren enteignen kann, fangen wir mal ganz klassisch mit Denunziation an. Das Zauberding heißt Mietwucher-App und soll ganz einfach funktionieren. Man gibt seine Mietdaten ein, übermittelt alles an das Ordnungsamt und alles wird gut.

 

Die Argumentation hierfür ist bemerkenswert. Aus der kaum zu bestreitenden Tatsache, dass die Mieten für viele Mieter hoch sind, basteln die Linken die nicht belegte Behauptung: „Überhöhte Mieten belasten die Passauer*innen immer mehr.“ Hoch oder überhöht? Ist doch fast das gleiche, aber das zweite knallt mehr, wie wir in der Kaderschule gelernt haben. „Es kann nicht sein, dass Vermieter sich eine goldene Nase verdienen, während viele Passauer*innen sich die Miete nicht mehr leisten können,“ sagt unser aufstrebendes Polittalent Luke Hoß.

 

Lucky, lucky Luke. Man weiß bei den Linken wirklich nie genau, ob das einfach haarsträubende Weltfremdheit und Naivität oder bewusste Desinformation ist, aber ich kläre gerne auf. Zum einen ist es unredlich, von „den“ Vermietern zu sprechen. (Weibliche Vermieter scheint es im Weltbild der Linken nicht zu geben) Von den zahlreichen Kleinvermietern verdient sich zumindest keiner eine goldene Nase, ganz im Gegenteil. Zum anderen müsste selbst der verbohrteste Fantast in den letzten Jahren kapiert haben, dass Mietendeckel nirgends funktionieren und der Mietspiegel in den meisten Städten zu nichts gut ist, außer zur Erheiterung. Und zuletzt: Wer in der Lage ist, sich eine Wohnung zu mieten, braucht keine linke Wahlkampf-App, um herauszufinden, ob er zu viel Miete zahlt.

 

Kandidat Dickl hat mich beeindruckt. Nachdem ich ihm in meinem Blog (siehe unten) ein paar orthografische Tipps gegeben und den Unterschied zwischen einem Binde- und Gedankenstrich erklärt habe, hat er prompt alles umgesetzt. Ansonsten habe ich endlich verstanden, was er eigentlich beruflich macht. Er ist Unternehmensberater für Fahrradleasing und Tankgutscheine. Während Dickl mit „Wir lieben Passau“ auftritt, heißt es bei Rother: „Für dein Passau.“ Und um die Passauer auch hungrig zu machen, hat man „Für Dein Passau“ auf ein rotes Kotelett mit Fettrand gedruckt. Die ÖDP tritt übrigens auch wieder zur OB- und zur Stadtratswahl an. Das muss man schulterzuckend so zur Kenntnis nehmen. 

 

„Passau kann mehr.“ Die zuletzt Genannten mögen es mir verzeihen, aber das ist nur das Motto von Stefanie Auer und bezieht sich vermutlich nicht vordergründig auf Dickl und Rother, sondern soll eher suggerieren, dass Passau mehr könne mit Auer an der Spitze. Kann sein, das wird aber vermutlich nicht passieren. Dabei würden die Grünen vormachen, wie es geht. Bei der Besetzung der Liste gilt: Die ungeraden Plätze sind für Frauen, die geraden offen. Was bedeutet denn bitte „offen“? Wenn sich auf einen vorderen geraden Platz eine Frau mit Migrationshintergrund, ein Eichhörnchen mit Legasthenie und ein Cis-Mann bewerben, haben die dann wirklich die gleichen Chancen? Zuschriften gerne anonym.

 

Aber worauf wollte ich hinaus? Die Grünen machen vor, wie es geht, denken das aber nicht zu Ende. Warum denn nur auf der Liste? Warum nicht bei den Bürgermeistern? Oberbürgermeisterin ist immer eine Frau, Platz zwei und vier sind offen und Platz drei eine Frau. Das wäre auch für Erika praktisch, sie würde wieder von vier auf drei rutschen. Dass während der Listenaufstellung 30 Personen vor der Tür gegen das antifeministische Verhalten der Passauer Grünen protestiert haben, ist so fantastisch, dass man es kommentarlos als Epilog einfach stehen lassen kann.





Dienstag, 9. Dezember 2025

Deutsch für Hipster

Nachtrag, 11.12.2025, 15:52 Uhr:

Normalerweise muss ich meine Posts nicht erklären, aber diesmal offensichtlich schon. Nachdem mich jetzt mindestens zehn Leser angeschrieben oder angesprochen haben, dass sie unten stehenden Beitrag nicht kapiert haben, hier die Auflösung.

IRRING bezieht sich auf die Buslinie nach ebendort und das in diesem Zusammenhang erratische Abstimmungsverhalten und öffentliche Gebaren gewisser Politiker.

____


Heute: Anglizistische Partizipbildungen

Beispiel: irren 

Grundsätzlich regelmäßige Konjugation, Partizipbildung: irrend

Ausnahmen zulässig bei Personen, die gerne Begriffe wie safe, fresh oder fly benutzen, dann Partizipbildung: irring

Anwendungsbeispiele:

Ich bin voll irring, ey – Ich kenne mich nicht aus, ich kann mich nicht erinnern.

Ich fahr Irring, Digga – Ich ziehe das durch, selbst wenn ich mich irre. Scheiß drauf.

Trial and Irring – Versuchen kann man's ja.













Freitag, 21. November 2025

Guten Morgen, Spitzenkandidaten!

Jetzt habe ich mir mal die Rothersche und die Dicklsche Wahlkampfauftaktseite genauer angesehen und muss sagen: wunderbare Fotos! Also fast schöner als in Natur.

Ansonsten sind die Seiten für die Beta-Version ganz ordentlich. Korrekter Umgang mit Sprache wird ja auch meist überschätzt.

Aber der Reihe nach. Die richtige Schreibweise wäre: Oberbürgermeisterkandidat. Die Version Rother ist wegen besserer Lesbarkeit zulässig: Oberbürgermeister-Kandidat. Was leider schlichtweg falsch ist, ist die Schreibweise bei Dickl, nämlich: Oberbürgermeister Kandidat.

Dafür schreibt er seinen Spruch "Passau im Herzen - Zukunft im Blick" mit Bindestrich, was leider wieder falsch ist. Hier verwendet man den Gedankenstrich ( – ) und nicht den Bindestrich ( - ). Dass man Wörter am Satzanfang groß und Adjektive klein schreibt – geschenkt. Dass man die gesamte Bürgerschaft duzt, also mit "ihr" und "euer" anspricht, dürfte nicht jedem gefallen, ist aber wohl bedauerlicherweise dem Zeitgeist geschuldet.

Das macht Rother schlauer. Da kann man sich aussuchen, ob man lieber geduzt oder gesiezt werden will. Sein Spruch lautet "Für dein Passau", unter seinem Namen wiederum findet man: "Ihr Oberbürgermeister-Kandidat für Passau". Warum "Für Dein Passau" auf einem roten Kotelett mit Fettrand geschrieben steht, erschließt sich vermutlich nicht jedem, aber den legendären Dupperschen Wahlkampf-Rollstuhl hat vermutlich auch keiner kapiert. 

Also – weitermachen! Und nie vergessen: Der Präsident sieht alles.









Donnerstag, 20. November 2025

Faust hoch, Genossen!

Mit Eurer Mietwucher-App habt Ihr Euch mal wieder selbst übertroffen. Anonym Fragen beantworten und das dann heimlich, still und leise an die Staats..., an die Dings, an die Behörde weiterleiten. 

Kann man das nicht noch ausweiten auf andere Denun...., Meldebedürfnisse?

Eine App mit dem Namen "Kapitalisten großflächig bekämpfen!" oder kurz KGB-App?

Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder..., na, Ihr wisst schon.

Und noch was, liebe Passauer CSU!

Die Denkfabrik Wahlinfo-Passau hat sich noch einmal mit Eurer Liste beschäftigt und ein, auf den ersten Blick scheinbar korrelativ wirkendes, Phänomen entdeckt.

So werden auf den Plätzen 1 - 15 alle Kandidaten, deren Familienname auf -mann endet, in den Stadtrat einziehen und alle Kandidaten, deren Familienname auf -berger endet, nicht in den Stadtrat einziehen.

Woher wir das wissen? Gute Frage.









Dienstag, 11. November 2025

Liebe Passauer CSU!

Stimmt eigentlich die von Euch hier veröffentlichte Liste noch?

Oder ist Euch da wer abhanden gekommen?

Sollte das passiert sein und Ihr braucht Ersatzkandidaten, hier ein kleiner Tipp: Nehmt doch einfach diesen Holm Putzke. Der hat

a) die deutsche Staatsbürgerschaft und

b) nicht die Petition Holm Putzke wieder in den Passauer Stadtrat unterschrieben.

Gern geschehen. Hilfreiche Tipps werden in den nächsten Wochen noch einige folgen. (Zwinker-Smiley)

Ansonsten: weitermachen! Es läuft.


Stand: 11.11.2025, 14.55 Uhr