Sonntag, 1. Februar 2026

Die Abstimmung läuft drei Tage und wird dann geschlossen

Und bitte wieder beachten: Den gewünschten Kandidaten nach oben ziehen und dann erst klicken!

Samstag, 31. Januar 2026

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Februar 2026

Hängt sie höher                                                                     

 

Es traf sich ganz gut, dass die Niederschrift dieser Zeilen, ein paar Stunden vor Redaktionsschluss, mit dem ersten Tag der Plakatierung für die Wahl im März zusammenfiel. So beschloss der Verfasser dieser Zeilen, einen vormittäglichen Spaziergang durch die Stadt zu unternehmen, um ebendiese Plakate zu betrachten und zu begutachten. Wer regelmäßig oder gelegentlich an einem bestimmten Termin einen bestimmten Text abgeben muss, der an Brillanz alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, weiß, wie dankbar man für Inspirationen aller Art sein kann – selbst für derlei.

 

Und was soll ich sagen? Fassungslosigkeit kann inspirierend sein. Auch im Jahr 2026 bleibt festzuhalten: Die Plakate sind fast ausnahmslos misslungen bis katastrophal und handwerklich schlecht gemacht, was wirklich alle Bereiche betrifft – Bild, Text, Gestaltung, einfach alles. Hat sich eigentlich einer der verantwortlichen Plakatprofis schon einmal mit wahrnehmungs- und kognitionspsychologischen Phänomenen beschäftigt? Offensichtlich nicht, sonst fände man auf den Plakaten keine Erlebniserzählungen oder Manifeste, während man sich, selbst im Schritttempo vorbeifahrend, schwertut, Name und sogar Partei oder Gruppierung zu identifizieren. 

 

Um die Validität meiner vormittäglichen Einzelbeobachtungsstudie so qualitativ und ökologisch (umweltbezogen, kontextnah) wie möglich sicherzustellen, bin ich die Regensburger Straße nicht nur zu Fuß abgegangen und habe die Plakate fotografisch dokumentiert, sondern habe die Strecke dann auch mit dem Auto zurückgelegt. Ergebnis: erschütternd. Das Lob vorweg: Die einzigen Plakate, die den elementarsten wahrnehmungspsychologischen Anforderungen genügen, stammen von den Linken. Rote Schrift auf weißem Hintergrund, vier Worte und Parteilogo, sonst nichts: „Mieten runter, Löhne rauf.“ So funktionieren Wahlplakate. Populistisch, aber es knallt. Das kann die AfD jedoch auch: „Wir halten, was die CSU verspricht.“ Ist zwar Quatsch, aber bleibt hängen.

 

Die Regeln für Plakate von Spitzenkandidaten sind eigentlich sehr simpel: gutes Bild, Name groß, Botschaft minimalistisch. Aber selbst das scheint die meisten zu überfordern. Dickls Foto ist dunkel, düster und farblos, während der Kopf mit zwei Textbalken vom Rumpf abgetrennt wird. Das ist nicht nur störend, sondern auch sinnlos, weil aufgrund der Schriftgröße unlesbar. Wer auf die Idee kam, ein 10-Punkte-Programm auf ein Großflächenplakat zu drucken (und es dann auch noch dort zu platzieren, wo es nahezu keine Fußgänger gibt), kann bestimmt auch Kühlschränke an Eskimos verkaufen. Rothers Bildsprache ist dafür nahezu genial. Wie auf einem Suchbild verschwimmt sein Gesicht mit dem Rathaus im Hintergrund zu einer Einheit. Aber den Namen kann man immerhin lesen.

 

Während bei Dickl und Rother der Parteiname schon sehr klein ist, taucht er bei Stefanie Auer erst gar nicht auf. Selbst das Grün auf dem Plakat sieht nicht so aus wie das Grünen-Grün. Riskant, aber ein Lob: Der Name steht oben links, wo er hingehört. Für das Grünen-Plakat habe ich heute lustigerweise mindestens die ersten zehn Minuten meines Spaziergangs eines gehalten, das absurderweise das Grünen-Grün verwendet, aber ansonsten ziemlich ungrün ist. Den Preis für das bislang schlechteste Wahlplakat verleihe ich hiermit „Zukunft Passau“, weil ich an mindestens zehn dieser Plakate vorbeigehen musste, bis ich erkannte, dass es sich nicht um die Grünen, sondern um „Zukunft Passau“ handelt. Respekt! Das muss man erst einmal schaffen.

 

An den ÖDP-Plakaten gibt es wenig auszusetzen, Putzke und Kapfer wurden leider vor Redaktionsschluss nicht gesehen, aber bis zur Wahl sind es ja noch einige Wochen und es gibt eine weitere Bürgerblick-Ausgabe. Ansonsten besuchen Sie gerne in den nächsten Wochen meinen Blog, wo ich unter anderem exklusiv verraten werde, welche Kandidaten der festen Überzeugung sind, in die Stichwahl zu kommen. Versprochen.





Satire wird niemals die Realität übertreffen

 


Donnerstag, 29. Januar 2026

Ceterum censeo Carthaginem esse delendam

"Man kann nicht nicht kommunizieren." (Paul Watzlawick) "Doch!" (Armin Dickl)

Keine Sorge, die folgenden Zeilen werden sich nicht nur mit Armin Dickl beschäftigen. Allerdings hat ganz besonders er in den letzten Tagen bewiesen, dass er die Kunst der Nicht-Kommunikation mit am besten beherrscht. 

Aber der Reihe nach. Mit der festen Überzeugung, dass vergangenen Sonntag mit den frisch gehängten Wahlplakaten endlich der Wahlkampf begänne, machte ich mich munter auf den Weg, um ebendiese in Augenschein zu nehmen. Eine ausführlichere Würdigung lesen Sie bitte in der nächsten Kolumne, aber ein paar Bemerkungen hier vorweg.

Gleich zwei Kandidaten fordern auf dem Plakat "Zeit für einen Wechsel", bzw. "Zeit für den Wechsel." Aber einen Wechsel gibt es doch ohnehin, egal wer neuer OB wird. Warum muss man das dann noch ausdrücklich postulieren? Immerhin kann man die Worte noch einigermaßen gut lesen. Bei manchen Plakaten sind die Botschaften nämlich so klein gedruckt, dass man sie selbst bei langsamster Vorbeifahrt nicht lesen kann, bei anderen Plakaten erkennt man erst nach mehrmaliger Draufsicht, um welche Gruppierung es sich überhaupt handelt. Dann schließlich gibt es noch Textbotschaften, die mit Kommunalpolitik wirklich gar nichts zu tun haben, aber immerhin auffallen. Geschenkt – es ist Wahlkampf.

Wenn allerdings bei einer Podiumsdiskussion Kandidaten schlichtweg nichts sagen, was mit Frage oder Thema zu tun hat, wird es fürs Publikum anstrengend bis lästig. Schon der Einstieg stellte eine enorme Geduldsprobe dar. PNP im Liveblog: "Das Publikum hört den Ausführungen von Dr. Michael Weigl zu und freut sich auf die anschließende Diskussion." Das stimmt. Allerdings hätte sich das Publikum nach den schier endlosen Ausführungen von Dr. Michael Weigl auch auf eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt gefreut.

Nach langen qualvollen Minuten ging es dann endlich los. Und wie. Ohne überhaupt eine Moderation zu versuchen, ließ der Fragenvorleser Kandidaten komplett inhaltsleere Worthülsen vortragen, schwer wahrheitsferne Aussagen tätigen oder auf andere Fragen als die gestellten antworten. Frage: Was ist Ihre Lieblingsspeise? Antwort: rot. (sic!)

So plätscherte das vor sich hin, bis auf einmal Siegi Kapfer nach mehrfachem Öffnen der Außentüre einen Sauerstoff-Flash bekam und mit erhobener Stimme und kampflustig den anderen die Welt, zumindest die Passauer Welt, erklärte. Das war lustiger und vor allem unterhaltsamer als Dickl, der drei Minuten sprechen konnte, ohne etwas zu sagen, Rother, der einfach total happy damit war, dass er so ist, wie er ist, Mangold, der mehrfach schon die Stadt vorm Untergang gerettet haben wollte, Auer, die so tat, als wäre sie gar nicht bei den Grünen oder Kolitz, die auf alles einfach immer mit "rot" antwortete. Vilsmeier musste den Ausbruch des Vulkans im Tarnanzug verängstigt aus nächster Nähe betrachten und selbst Putzke verschlug es für eine knappe Hundertstelsekunde die Sprache.

Eindeutiger Gewinner nach Punkten also Siegi Kapfer und eine klare Wahlempfehlung von Wahlinfo-Passau:

Siegi Kapfer muss Oberbürgermeister von Passau werden.





Freitag, 23. Januar 2026

Aus gegebenem Anlass...

Leider ist das Abstimmungs-Ding da drüben etwas kompliziert, deshalb nochmals die Erklärung:

Man muss seinen Kandidaten auf die oberste Position ziehen und dann erst auf ABSTIMMEN klicken.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Ist das dieser Wahlkampf?

Guten Morgen Wahlkämpfer!

Falls Sie es vergessen haben – es sind keine sechs Wochen mehr bis zur Wahl.

Und was machen die Wahlkämpfer? Sie beschäftigen sich mit lustigen bis absurden Dingen.

Linken-Kandidatin Kolitz (immerhin Juristin) will als OB für höhere Löhne kämpfen, wofür man sie eigentlich wählen sollte, um sich das dann anzuschauen.

Vilsmeier will das, was irgendwie alle wollen, also zumindest alle sechs Jahre.

Kapfer ist egal, wer mit ihm in die Stichwahl kommt und weiß aber nicht, ob "die Kollegen darüber so amused sind." Doch, sind sie bestimmt.

Mangold macht den gefühlt zehnten Kommunalwahlkampf gegen Atomkraftwerke und für Weltfrieden, während Auer vor allem mit ihrer eigenen Partei kämpft.

Dickl betreibt einen schlauen Fundraising-Wahlkampf, hat aber leider dem Vernehmen nach bereits einen sechsstelligen Betrag für Texte und Reden an eine chinesische KI überwiesen.

Rother freut sich über alles und sein Kotelett und Putzke kümmert sich – wie seit jeher – um alles.

Alles prima, aber jetzt fangen wir dann mal richtig an. Auf gehts!


Abstimmung bitte rechts (funktioniert leider nur in der Web-Version).



Donnerstag, 1. Januar 2026

Götterdämmerung, fast. (Teil 2)

Teil 1 der Geschichte lesen Sie bitte zunächst unter diesem Beitrag.


Der Mann im zu kleinen Anzug befindet sich nun in der Mitte der Brücke und schreitet langsam und anmutig auf die Schaulustigen am Römerplatz zu.


Auer: Schauts amoi genau. Der schaut aus wia da, ..., oiso wia da, ..., wia da Tom Cruise. Wia da Tom Cruise in Mission Impossible.

BM Dickl: Schmarrn. Der hat nur dieselbe scheiß Frisur wia der Tom Cruise in Mission Impossible. Des is der Putzke, des Ar..., der Angeber.

Auer: Des sogt ausg'rechnet der, der bei seine Feiertagsglückwünsche auf Facebook von der KI a Foto hot basteln loss'n, wo a ausschaut wia da Leonardo DiCaprio für Arme.

BM Dickl: Dir sog i jetzt amoi wos. Du brauchst...

Alle Gespräche werden unterbrochen, weil der Mann im zu kleinen Anzug, der sich mittlerweile für alle erkennbar als Holm Putzke identifizieren lässt, zu einem ohrenbetäubend lautem Finale der Star Wars Musik die Altstadtseite der Brücke erreicht hat und lächelnd in die Menge blickt. Mit einem Fingerschnippen von Putzke verstummt die Musik und es herrscht für einen Moment gespenstische Stille.

Mangold (von hinten heran tretend): Großer Auftritt. Also für den, dem sowas gefällt. Ich hoffe, es handelt sich nicht um Kunstnebel. Der ist sehr gesundheitsschädlich und ich bin da hypersensibel. (Hüstelt)

Putzke: Keine Angst Urban, der Nebel ist im Gegensatz zu manch anderen Effekten echt. Selbst der Armin ist heute echt und hat kein KI-Hologramm geschickt. 

BM Dickl: Wer ist hier der Armin? Herr Putzke, ich sag es Ihnen gerne wieder einmal. Für Sie gibt es hier keinen Armin, sondern nur einen Herrn Dickl.

Putzke: Geschenkt. Ich werde jedenfalls...

Dittlmann: Sagt's einmal, Kindergarten, reichts jetzt wieder? Herr Putzke, haben Sie eigentlich nicht bemerkt, dass die Hängebrücke nach unten durchhängt und dass Ihr etwas bizarrer Auftritt möglicherweise sehr gefährlich war?

Putzke: Ach, tut sie das und war er das? Ich denke nicht. Manchmal sehen die Dinge anders aus als sie sind. Wenn Herr Dickl mit Künstlicher Intelligenz ein Foto hinkriegt, auf dem er aussieht wie DiCaprio nach einer Hautpigment-Transplantation, werde ich doch wohl ein paar optische Täuschungen mittels Nebelzauber und Illusionsmagie hinbekommen, nicht wahr?

Putzke schnippt wieder mit den Fingern. Im selben Moment sieht man zu sphärischen Klängen im Nebel auf der Brücke teils bekannte, teils weniger bekannte Gesichter als Hologramme auftauchen. Die Gesichter bewegen sich auf der Brücke hin und her, finden sich in Gruppen zusammen und entfernen sich wieder voneinander. Alle betrachten ergriffen das Schauspiel.

Putzke: Darf ich vorstellen? Die Kandidaten meiner Liste für die Stadtratswahl am 8. März 2026 – voilà.

Mangold: Das ist die FDP-Liste?

Putzke: Jawoll, so ist es. FDP – Für Den Putzke!

Mangold: Da war ja der Dings dabei, der...

Putzke: Ja, der war dabei, Urban, aber pssst, lass doch den anderen auch noch ihren Spaß beim Leute erkennen.

Vilsmeier (von hinten heran tretend): Ja, Du bist ein wuida Hund, Holm. Dann ist des, dass die Brückn durchhängt a nur Illusion?

Putzke (lächelnd): Könnte sein Andreas, nicht wahr?

Vislmeier: Dann is des ois nur Dei Show, dass Du Dei Listn vorstellst?

Putzke: Wäre möglich, oder? Wäre doch auch gelungen, die Show, nicht wahr?

Vilsmeier: I sog doch scho immer, dass der Brückn nix feit.

Dittlmann: Darf eigentlich an Silvester da jetzt schon ein jeder mitspielen?

Rother: Ich wollt's nicht sagen, hab mir aber genau dasselbe gedacht.

Dittlmann: Wenn jetzt der a no mitred't, dann kann i ja hoamgeh'.

Rother: I geh sowieso glei hoam. I mach ja ned an Statistn fürn Putzke sei Show.

BM Dickl: Ah, gehst hoam, Andi? Gibst auf, ha ha, oiso für heid?

Rother: Ja, Armin, für heid gib I jetzt dann auf. Bist eh Du do. Da kann ja nix passieren.

Dröhnende Stimme aus dem Hintergrund: Hier geht jetzt und bis ich das sage überhaupt keiner heim. Jeder bleibt an seinem Platz und rührt sich nicht! Das ist eine Allgemeinverfügung.

BM Dickl: Herr Oberbürgermeister, Jürgen, wo kimmst denn Du...

OB: Ruhe, Achim! Jeder spricht nur, wenn er gefragt wird. Einmal, ein einziges Mal bin ich Silvester nicht erreichbar und dann stellen mir diese Haubentaucher die ganze Stadt auf den Kopf. Der Hyperaktive macht an Cirque Du Soleil auf (schreit jetzt) meiner Hängebrücke und meine zwei Spitzenbürgermeister und der Stadtbranddings schauen zu. Fehlt bloß noch die Erika.

Die Erika (über die Hängebrücke hetzend): Huhu, warum sagt mir wieder mal keiner, wenn da so a Gaudi is herüben?

OB: Da geh her, Erika, mir warten scho auf Di.

Die Erika: Echt? Des is aber liab. Habts Ihr des Schild auf der anderen Seitn von der Brückn g'sehn?

OB: Du Erika, wir haben jetzt gerade ganz andere Probleme. Ich fange jetzt hier gerade einmal an.

Die Erika: Aber des is wichtig Jürgen.

OB (seufzend): Oiso?

Die Erika: Da drüben hängt ein Schild. Und zwar steht da was mit 3,5 Tonnen.

OB, Rother, Dittlmann: Mensch Erika, des hängt da schon...

Die Erika: Des woaß i doch selber, dass des da schon länger hängt. Aber unter den 3,5 Tonnen hängt noch eins, und zwar steht da drauf: Max. 3 Passauer Bürgermeister. Was bedeutet denn des?

OB (die Augen verdrehend): Da war einer witzig, Erika, vergiss' einfach.

Putzke: Ich finde das witzig. Also an der Grenze, aber witzig.

OB: Hab ich Sie was gefragt, Herr Putzke?

Putzke: Nein, Herr Oberbürgermeister, aber ich lasse mir von niemandem, auch nicht von Ihnen, den Mund verbieten.

BM Dickl: Jürgen, dieser Putzke meint immer, er is was Besonderes, oder Jürgen?

OB: Herr Professor Putzke, Sie glauben also, Sie können in der Silvesternacht auf unserer schönen Luitpoldbrücke Ihre abgedrehte Wahlkampfshow abziehen und kommen damit durch?

Putzke: Herr Oberbürgermeister, mir wäre keine Vorschrift bekannt, die verbietet, holografische Installationen in den Nebel zu projizieren. Ihnen schon? Und ja, ich halte mich für etwas Besonderes und zwar...

Vilsmeier (einen Winkelschleifer in der Hand haltend): So, das hätten wir jetzt. Aber wenn wir schon einmal da sind, dann schauen wir uns halt auch die Brücke genauer an, über die angeblich kein Bus fahren kann oder vier Bürgermeister drüber laufen können.

Auer (flüsternd zu Mangold): Vier Bürgermeister schon, aber halt nicht vier Passauer Bürgermeister.

Mangold: Hi hi.

OB (zu Rother): Wer ist denn der Narrische mit der Flex?

Rother: Vilsmeier, OB-Kandidat.

OB: Wo?

Rother: Bei uns.

OB: Des hätt's früher nicht gegeben.

Vilsmeier (mit laufendem Winkelschleifer auf einen Ankerblock der Brücke kletternd): Jetzt schau'n ma doch amoi, ob diese Tragkabel halten oder ob da der Wurm oder der Käfer drin ist im Stahlseil.

OB: Herr Dittlmann, halten's den Narrischen auf!

Dittlmann (holt Vilsmeier mit einem Griff am Fuß blitzschnell herunter): Hier flext keiner was an außer mir.

BM Dickl: Andreas, jetzt bin ich doch froh, dass Du auf meiner Liste bist.

OB (zu Rother): Wer ist bei wem auf der Liste?

Rother: Der Dittlmann bei der CSU.

OB: Warum?

Rother: Keine Ahnung. Aber die Liste ist eh ziemlich instabil. Ein Kommen und Gehen.

BM Dickl: Ja ja, Hauptsach', wir bringen unsere 12 plus rein und dann passts schon. 

OB: Viel Glück, Achim! Wer kandidiert eigentlich bei Euch als OB?

BM Dickl: Sehr lustig, Jürgen. Ich natürlich.

OB: Nix für ungut, aber das weiß man ja bei Euch bis zum Schluss nie so genau.

BM Dickl (leise zu Auer und Mangold): Zeit wirds, dass der aufhört. Der wird immer komischer.

Auer: Und, was glaubst, Armin? Gibts a Stichwahl?

BM Dickl (gequält): Na ja, als fairer Sportsmann und guter Demokrat kann ich auch mit einer Stichwahl leben.

Mangold: Ich habe ein gutes Gefühl. Ich glaube, diesmal habe ich wirklich sehr gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen. 

Auer: Langsam, bleibts auf'm Teppich. Es wird langsam Zeit für a Frau. Oiso i seh'g mi a in da Stichwahl.

BM Dickl (lachend): Also Euer Optimismus in allen Ehren, ha ha, aber ich glaub schon, dass der Rother Andi in die Stichwahl kommt – also wenn's eine gibt. Ha ha ha.

Mangold (irritiert): Der Rother in die Stichwahl? Ja natürlich ist der in der Stichwahl.

Auer (kopfschüttelnd): Freilich ist der Andi in der Stichwahl, wos moanst'n Du?

BM Dickl: Ich versteh kein Wort. Ihr entschuldigt mich, ich muss mit dem Stadtbrandrat noch was besprechen.

Dittlmann: Was gibts, Armin? 

BM Dickl: Du, nur eine einzige Frage. Wie viele Kandidaten kommen denn maximal in die Stichwahl?

Dittlmann: Hä? Was? Ja, zwoa hoid. Wos is'n des für a Frage?

BM Dickl: Äh, nur so. I woit nur no moi sicher geh'. Ich packs. Sag den anderen einen schönen Gruß von mir. Servus!

Dittlmann: Servus. (Zum OB) Herr Oberbürgermeister, Aufbruch? Wir sind fertig, oder?

OB: Sofort. Ich habe noch eine Frage. Warum, Herr Putzke, halten Sie sich für was Besonderes? Also ich kenne das, wenn man so fühlt, aber was ist es bei Ihnen?

Putzke: Ach, das ist so multifaktoriell, wo soll ich da anfangen?

OB: Kenne ich. 

Putzke: Vielleicht was Mystisches?

OB: Gern.

Putzke: Kennen Sie irgendwen, bei dem sich in Vor- und Zuname jeder Buchstabe nur ein einziges Mal findet?

OB: Da müsste ich nachdenken.

Putzke: H o l m  P u t z k e. (Schnippt in die Finger und ist verschwunden)

OB: Ich glaube, die sind verloren ohne mich.



    Vielen Dank an den Leser für den wunderbaren Schnappschuss aus der Silvesternacht



Mittwoch, 31. Dezember 2025

Götterdämmerung, fast. (Teil 1)

31. Dezember 2025, 23 Uhr 04. Der Passauer Bürgermeister und OB-Kandidat Armin Dickl steht vor seinem Schminkspiegel und macht sich zurecht. 


Dem Dickl seine Frau: Du, OBärli, wo hast denn Du mein Make-up und den Concealer hin getan?

BM Dickl: Brauch ich nur noch ganz kurz, mein First Baby, just a second.

Dem Dickl seine Frau: Was machst denn da damit, OBärli? Des Foto von der KI hat doch voll geil ausg'schaut.

BM Dickl: Des Foto von der KI ist vielleicht mega-mega-fresh, aber des kann ich leider nicht zum Silvesternacht-Spezialeinsatz rausschicken, oder First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Wie rausschicken, was rausschicken, wen rausschicken? Magst Du heut' noch mal raus?

BM Dickl: Mei... Wollen, müssen, dürfen... That's our business now. Wenn's brennt, kommt der Chef. Und zwar der richtige Chef, ned nur so a Feuerwehrwehr-Kasperl.

Dem Dickl seine Frau: Brennt's leicht? Wo brennt's denn?

BM Dickl: Irgendwo brennt's immer, Baby. Und an Silvester sowieso. Die letzten Jahre war doch immer was. Und als OB, also, na ja, zukünftiger OB, musst halt da bereit sein. 

Dem Dickl seine Frau: Boah, OBärli, des is alles total aufregend. Aber des wird sicher a total anstrengend, oder OBärli?

BM Dickl: Ah geh, ich hab mir das gut überlegt: Ich glaub, ich mach auch keine 24 Jahr'. Nach 18 Jahren hör ich auf und dann lass ma's uns gut gehen.

Dem Dickl seine Frau: Voll, oder OBärli? Aber in den nächsten 18 Jahren lass ma's uns schon auch gut gehen, oder?

BM Dickl: Safe. Ich brauch ein Jahr, dann checken die Verwaltungs-Fuzzis, woher der Wind weht. Denen richt' ich die Wadl vire, bis ihnen die Augen tropfen. Und wenn der Laden wieder läuft, dann suchen wir zwei uns eine richtige mega-geile Partnerstadt für Passau, weil wir zwei haben ja keine Flugangst; oder haben wir Flugangst, First Baby?

Dem Dickl seine Frau: Null, OBärli. Irgendwas auf den Seychellen oder in der Südsee oder so?

BM Dickl: Seychellen easy. Südsee negativ – saukalt und stinkt nach Pinguin.

Dem Dickl seine Frau: Boah, wird des cool. Aber wo musst Du jetzt eigentlich noch hin, OBärli?

BM Dickl: Eigentlich scheiß geheim, aber egal. Ich hab zum Dittlmann gesagt, er soll mich anrufen – egal was passiert. Wenn eine Mülltonne brennt: anrufen. Wenn ein Baum umfällt: anrufen. Wenn ein Oachkatzl überfahren wird: anrufen. Wir haben Wahlkampf, First Baby, da ist alles Chefsache. Und der Chef bin...?

Dem Dickl seine Frau: Ich!

BM Dickl: Na ja, fast, Baby. Der Chef bin immer noch...?

Dem Dickl seine Frau: Du!

BM Dickl (seufzt): Is' ja wurscht. Der zukünftige Oberbürgermeister der Stadt Passau heißt jedenfalls...

Dem Dickl seine Frau: OBärli!

BM Dickl: Armin Dickl.

Dem Dickl seine Frau: Wow, sehr geil. Und da kann jetzt nix mehr schief gehen?

BM Dickl: Negativ. Jeder, den ich frag', sagt, er wählt mich. Des is brutal. Hätte ich mir noch vor einem halben Jahr nie träumen lassen. Wir haben eine Umfrage bei uns gemacht, da lieg ich bei fast 90 Prozent. Ok, die war nicht repräsentativ, aber wenn ich des noch interpolier' und ich im ersten Wahlgang bei 60 bis 70 Prozent lieg', soll's mir auch recht sein.

Dem Dickl seine Frau: Aber der Dittlmann ist doch so g'schert und macht Dir immer alles z'Fleiß. Der ist im Stand' und ruft wen anders an. Ich mag den ned.

BM Dickl: I doch a ned. Aber den hab' ich in der Tasche. Nützlicher Idiot. Den hab ich mir zur Brust genommen und gesagt: Wenn Du noch einmal ausscherst vor der Wahl, dann kannst beim Arschloch oder den Kommunisten kandidieren und nach der Wahl, wenn ich OB bin, dann is gleich vorbei mit dem Stadtbrandspaß.

Dem Dickl seine Frau: Echt? Mega. Und was hat er g'sagt?

BM Dickl: Mei, g'sagt... Eher g'schaut hat er. Wie einer, der schmerzhaft erkennen muss, dass er seinen Meister gefunden hat. (Deutet auf einen Schokoladen-Nikolaus) So klein mit Helm war der.

Dem Dickl seine Frau: Psst, da brummt doch was.

BM Dickl: Was brummt? I bin's ned.

Dem Dickl seine Frau: Psssssst. Dei Handy.

BM Dickl: Fuck, des war lautlos. Wo is'n des?

Dem Dickl seine Frau: Da liegts doch. Oh, mein Gott, drei Anrufe. Dreimal Dittlmann.

BM Dickl (auf Rückruf tippend, flüsternd): So ein Scheiß.

Dittlmann: Ja, da schau her. So eine Freude. Der Herr Bürgermeister persönlich. Hoffe, wohl gespeist zu haben und hoffe, nicht gestört zu haben. Da wäre ich nämlich untröstlich.

BM Dickl: Ja, is scho recht, sorry. War grad in am wichtigen Gespräch mit München. Streng geheim, sorry. What's up?

Dittlmann: München, geheim, klar, versteh' i doch. I woaß jetzt bloß ned, ob Du Dich mit so unwichtige Sachen a no...

BM Dickl: Andi, jetzt nerv ned. Immerhin bin ich der Ober..., der zukünftige ..., der höchstwahrscheinlich zukünftige Oberbürgermeister unserer Stadt. (Pause) Hallo?

Dittlmann: Ja ja, ich bin da. 

BM Dickl: Und warum sagst dann nix?

Dittlmann: Ich hab gedacht, da kommt noch mehr. Also was Du alles bist...

BM Dickl: So, Herr Stadtbrandrat, jetzt g'langts. Ich erwarte einen sofortigen Lagebericht zur Situation in der Passauer Silvesternacht 2025.

Dittlmann: Erwartest Du? Aha. Interessant. Kleiner Tipp für jetzt und Deine erfolgreiche Zukunft: Der Stadtbrandrat ist weder dem Oberbürgermeister noch und schon gleich gar nicht einem Reservebürgermeister weisungsgebunden. Ich rufe Dich an, weil ich ein besonders netter Stadtbrandrat bin, der das mit Dir so ausgemacht hat und (lauter werdend) ich rufe Dich in meiner unermesslichen Geduld sogar dreimal an, weil Du in der Silvesternacht kurz vor Mitternacht wichtige, geheime Sachen zu besprechen hast und nicht ans Telefon gehen kannst. Und jetzt frage ich Dich einmal und dann erkläre ich Dir alles vor Ort: Wie schnell kannst Du an der Hängebrücke sein?

BM Dickl: 15 Minuten, maximal.

Dittlmann: Roger, over and out.

Dem Dickl seine Frau: So klein mit Helm.

BM Dickl: Lass' einfach gut sein. Ciao, wart' nicht auf mich.


23 Uhr 37. Am Römerplatz herrscht eine gespenstische Kulisse aus Nebel und diffusem Licht. Kleinere Menschengruppen stehen vor der Hängebrücke und betrachten flüsternd die Donauquerung, als Bürgermeister Dickl hektisch sein quer abgestelltes Auto verlässt und zum Brückenkopf hastet.


BM Dickl (sich umblickend): Servus beinand.

Dittlmann und Rother (nebeneinander stehend): Servus Armin.

BM Dickl: Ähm, ja, servus. Du, Andi, kennan mir amoi ganz kurz unter vier Augen... ?

Dittlmann und Rother: Freilich.

BM Dickl (genervt): Na, ähm, bitte nur der Feuerwehr-Andi, ähm, danke.

Dittlmann: Gehen wir mal fünf Meter vor, dann zeig ich Dir gleich noch was.

BM Dickl: Sog amoi, spinnst Du? Was macht denn der Rother do?

Dittlmann: Siehg'st doch. Er steht rum – wia die anderen.

BM Dickl: Nicht lustig. Hast Du den angerufen?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Eh klar? Du weißt schon, auf welcher Liste Du kandidierst – noch kandidierst?

Dittlmann: Eh klar.

BM Dickl: Und warum rufst Du dann zwei Monate vor der Wahl den Rother an, wenn der Dupper schon mal nicht da ist? Oder hast den auch angerufen, um Gottes Willen.

Dittlmann: Erstens: Weil ich Dich nicht erreicht habe und der Andi Rother immerhin auch Bürgermeister und OB-Kandidat ist. Zweitens: Den Dupper hab ich natürlich auch angerufen, aber da geht nur die Mobilbox hin. Und ein Stadtbrandrat ist in erster Linie Stadtbrandrat und in zweiter Linie im Wahlkampf. Host mi?

BM Dickl (mit leiser Stimme): Und warum san mir überhaupt do?

Dittlmann: Schau nach vorn.

BM Dickl: Ja, ich schau. Hängebrücke im Nebel. Krass. Und sonst?

Dittlmann: Schau genau!

Rother (von hinten dazu tretend): Ja, schau amoi genau hi. I hob a kurz braucht.

BM Dickl: Ich sehe die Hängebrücke bei Dunkelheit und Nebel. Kann man das Rätsel jetzt bitte auflösen?

Dittlmann: Die Brücke hängt durch.

BM Dickl: Die Brücke hängt durch?

Dittlmann und Rother: Exakt.

BM Dickl: Super-krass. Die Hängebrücke hängt. Deshalb heißt sie Hängebrücke.

Dittlmann: Durch, Armin. Sie hängt durch. Sie hängt nicht einfach, sie hängt durch. Schau doch hin.

BM Dickl: Wo soll ich hinschauen?

Dittlmann: Die Brücke hängt nach unten durch – sofern der Nebel und die komische Beleuchtung hier uns keinen Streich spielen.

BM Dickl: Aha. Und das darf eine Hängebrücke nicht?

Dittlmann: Negativ. Viele Brücken sind nach oben gewölbt, Hängebrücken eher gerade, aber nach unten durchhängen – nope.

Auer (von hinten dazu tretend): Servus! Schauts amoi hi. Wos is'n des?


Von der gegenüberliegenden Brückenseite hört man lauter werdende Musik. Gleichzeitig werden bunte Farbmuster in den Nebel über der Brücke projiziert. Selbst das beginnende Feuerwerk übertönt die Musik nicht. Man erahnt die Filmmusik aus Star Wars, nun erkennt man auch gegenständliche Hologramme im Nebel. Die Musik wird immer lauter und es lassen sich schemenhaft Figuren und Gesichter wahrnehmen. Erst wie ein Schatten, dann einigermaßen gut erkennbar schreitet ein nicht übermäßig großer Mann in einem zu kleinen Anzug über die Brücke auf die Schaulustigen zu. Ist es Luke Skywalker? Vermutlich nicht.


Was ist mit der Brücke passiert? Wo, um Himmels Willen, ist Jürgen Dupper? Und wann, zum Teufel, geht diese Geschichte eigentlich los? Die Auflösung gibt es natürlich im Teil 2, aber sicher nicht mehr heute. Bleiben Sie dran!





Mittwoch, 24. Dezember 2025

Donnerstag, 18. Dezember 2025