Mittwoch, 25. Mai 2011

Abgeschrieben und aufgefahren

Lieber Tölpel!

In Amstetten hat man eben gerade Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Ich frage mich nur, warum man sich das für den Mai 2011 aufgehoben hat, bzw. warum man es nicht noch ein bisschen hinauszögert. Würde man Hitler die Ehrenbürgerwürde nämlich am 20. April 2014, seinem 125. Geburtstag, aberkennen, träfe man ihn damit sicherlich besonders hart. Das wäre doch mal symbolisch. Aber wahrscheinlich hat so eine kleine Stadt wie Amstetten nur Platz für einen Ehrenbürger und das wird bestimmt pünktlich zur 900-Jahr-Feier der berühmteste Sohn der Stadt - Josef Fritzl.

Ich habe mir - vom Thema inspiriert - einmal die Ehrenbürgerliste von Passau angesehen. Mein lieber Mann. Diese Würde wird vielleicht inflationär vergeben. Jeder Bischof, jeder Oberbürgermeister, sogar einfache Abgeordnete und Stadträte werden da zum Ehrenbürger ernannt. Natürlich wird auch ein jeder - typisch Kleinstadt -, der irgendwann mal irgendwelche Bücher publiziert hat, selbstverständlich mit der Ehrenbürgerwürde geadelt. Selbst wenn die Bücher so schöne Namen tragen wie "Vom Antichrist; ein Büchlein von Gott und Geld, vom deutschen Wesen und vom ewigen Juden" oder "Judas der Weltfeind. Was jeder über die Juden wissen muß: die Judenfrage als Menschheitsfrage und ihre Lösung im Lichte der Wahrheit". Wahrscheinlich hat er es aber gar nicht so gemeint.

So gesehen müssten wir ja auch bald mal dran sein. Der Kapfinger ist Ehrenbürger, der Diekmann ist auch schon Ehrenbürger. Folgt als einzig logischer Schritt die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den Pionier der unabhängigen Internetberichterstattung in Passau, den Präsidenten von Wahlinfo-Passau. Und an den Hubsi natürlich. Aber wurde sie dem nicht schon verliehen? Vom Zankl, glaub ich.

Auf der Startseite von pnp.de führt heute der Klick auf das oberste Bild zu einem Artikel über den gestrigen Unfalltod einer 69-jährigen Autofahrerin. Wie selbstverständlich wird vom Verfasser des Artikels mehrfach eine Vorverurteilung der Frau vorgenommen, wenn man auch gleichzeitig erfährt, dass auf Anordnung der Staatsanwaltschaft erst noch ein Unfallgutachten erstellt werden soll. Ansonsten aber schon im Titel: "Frau überhört Sanka und stirbt." Weiter im Text: "Dennoch war die 69-jährige Frau unachtsam." Oder: "... wurde dabei vom Sanka trotz einer Vollbremsung in der Beifahrerseite erfasst." War der zitierte Redakteur eigentlich dabei, weil er alles so genau weiß? Wenn es sich um einen Blechschaden handelt, kann man schon einmal das niederschreiben, was Polizisten oder Augenzeugen so berichten. Wenn aber ein Mensch gestorben ist, sollte man vielleicht - und zwar nicht nur aus Pietät - abwarten, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Ich will mich ja jetzt nicht auf das gleiche Niveau begeben - aber die im Artikel nebenbei erwähnte Tatsache, dass im Krankenwagen ein 21-jähriger am Steuer saß, halte ich auch nicht für ganz unerheblich. Ganz ohne Polemik und aus meiner Lebenserfahrung: Ich sehe regelmäßig Einsatzfahrzeuge (wobei die weißen die schlimmsten sind) über Innenstadtkreuzungen fahren und das in einem Tempo und in einer Art und Weise, die mich jedes Mal wundern lässt, dass dabei jetzt niemand gestorben ist. Sonderbarerweise interessiert sich für diesen Wahnsinn außer mir scheinbar keiner.

Und Du? Was hältst Du von den gemeingefährlichen Einsatzfahrzeuglenkern?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Ich hänge mich gerne hinten dran. Außer sie fahren mir zu langsam - dann überhole ich. Meine Beifahrerin hat sich neulich übrigens furchtbar darüber aufgeregt, dass ich auf der Autobahn einem vor mir fahrenden Polizeiwagen mit der Lichthupe aufgeblendet habe, weil er nicht nach rechts gefahren ist. Also ich habe in der Fahrschule gelernt, dass Hupe und Lichthupe Überholsignale sind. Außerdem muss der doch, selbst wenn er mit Blaulicht fährt, nach rechts einscheren, wenn er genug Platz hat? Gibts hier vielleicht einen mitlesenden Polizisten oder Fahrlehrer, der das mal verbindlich erklären kann?

Im Ernst: Ich halte den Fahrstil der (oft sehr jungen) Blaulichtwagenfahrer, besonders in der Stadt, auch für einen Missstand, auf den man völlig zurecht hinweisen muss. Ein wesentlich größerer Missstand ist jedoch das andauernde Plagiieren der genialen Ideen unseres hochgeschätzten Präsidenten. Jeder noch so depperte Stadtrat, der den Einfall hat, dass man eine kaputte Straße mal wieder teeren könnte, wird namentlich erwähnt und gewürdigt für seinen ureigensten Antrag und wahrscheinlich bekommt er irgendwann dafür die Ehrenbürgerwürde oder zumindest den Ehrenring (obwohl - für den muss man ja überhaupt gar nichts machen) verliehen, während unsere zukunftsträchtigen Visionen einfach geklaut werden und als nächstes behauptet dann sicher noch einer, die Idee war von ihm.

Beispiel gefällig? Die Seilbahn auf Oberhaus (die ich nach wie vor nicht so schlecht fände) ist ja jetzt endgültig gestorben. Was lese ich heute in der PNP? "Nun bleibt Teil zwei des damaligen Beschlusses, dass nämlich auch andere 'Aufstiegsmöglichkeiten' zum Oberhaus geprüft werden sollen. Das könnte ein vom Anger oder vom Bschütt gerade nach oben führender Aufzug oder eine schräg verlaufende Bahn sein." Genau ja. "Eine schräg verlaufende Bahn." Jetzt dauerts wahrscheinlich noch eine Schamfrist von ein paar Wochen oder Monaten und dann kommt der Erste mit dem Wort "Rolltreppe" daher. Vorsichtshalber darf ich aber noch einmal darauf hinweisen, dass die Idee dazu erstmalig und exklusiv hier an dieser Stelle präzisiert wurde. Ist ja auch die beste Variante. Und wenn die so umgesetzt wird, dann ist aber klar, wer dafür Ehrenbürger wird.

Wer bestimmt auch mal Ehrenbürger wird, aber vorher sicher noch einen Preis für satirische Dialektik bekommt, ist der Sturm Markus, der der Passauer SPD-Fraktion (ja, die gibts) den Vorsitzenden (gibts auch) machen darf/muss. Der hat nämlich in einer Eigen-Publikation, die der AmSonntag beilag, geschrieben, die Live-Übertragungen aus dem Passauer Stadtrat ins Internet gingen schon deshalb nicht, weil sich dabei einige Stadträte blamieren könnten. Willkommen im Zeitalter der Ton- und Bildübertragung! Wahrscheinlich hat es der Josef Fritzl bei seiner Festnahme auch so probiert und zu den Polizisten gesagt: "Burschen, geht's ham und vagesst's olles, wos g'segn hobt's. Wann des rauskommt, samma olle mitanand sauber blamiert."

Übrigens, PNP, wir lesen Euch doch eh immer wieder gerne. Vor allem, wenn Ihr so klasse Überschriften wie heute raushaut. Einen Artikel, bei dem es eigentlich nur darum ging, dass ein paar Drittklässler die Bischöfliche Residenz besucht haben, habt Ihr übertitelt mit: „Wo schläft denn die Frau vom Bischof?“ Nur die Antwort seid Ihr leider sowohl den Schulkindern als auch Euren Lesern schuldig geblieben. Macht aber nichts - für solche Antworten gibts ja uns.


Einen schönen, langen Sommer und eine Rolltreppe auf Oberhaus wünscht sich und allen

Euer Tölpel

Donnerstag, 19. Mai 2011

Hallo Witzblatt!

Also mal ganz abgesehen von Euren jüngsten Rechtschreibungs- und Grammatikproblemen - was wollt Ihr uns eigentlich mit folgendem Absatz aus dem heutigen Lokalteil mitteilen?

Franz Eibl (SPD) ist ein Halser durch und durch. Entsprechend liegen dort auch seine Schwerpunkte, die er vorantreibt: die Sanierung des Leichenschauhauses am Friedhof Hals, das Entfernen überhängender Sträucher am Ilzufer in Richtung Hochstein und die Nordtangente: „Der größte Teil der Leute in Hals sind strikt dagegen, denn sie wäre ein enormer Eingriff in die Natur.“

Wir haben einmal gedanklich die Syntaxfehler korrigiert (Originale gefettet), indem wir im Zitat Singular und Plural im Haupt- und Nebensatz einfach getauscht haben.

Wolltet Ihr uns also berichten, dass der Eibl Franz nicht nur die Leichenschauhaussanierung und die Sträucherentfernung, sondern auch die Nordtangente schwerpunktmäßig vorantreibt? Dass aber die Halser strikt dagegen sind, weil die Sanierung, die Sträucherentfernung und die Nordtangente ein enormer Eingriff in die Natur sind?

Echt, wolltet Ihr?

Die Sprachlogiker von Wahlinfo-Passau

Samstag, 14. Mai 2011

Liebe Leser von Wahlinfo-Passau!

Wir wissen nicht, ob es sich gestern tatsächlich nur um eine technische Großpanne bei Blogger gehandelt hat oder ob der große Bundesvorsitzende und seine spirituellen Verbündeten mittlerweile doch so mächtig sind, den unter diesem stehenden Beitrag gestern immerhin einen ganzen Tag lang und die Rebell-Genitiv-Umfrage komplett und für immer verschwinden zu lassen. Ebenso sind einige Kommentare scheinbar und leider für immer perdu.

Wir können hier noch das Ergebnis bekannt geben, nachdem die Mehrheit der Wahlinfo-Passau-Besucher für den Genitiv Rembremerding abgestimmt hat, und bitten alle Leser, die gestern schon etwas hysterisch wurden und vor allem diejenigen, deren Kommentare verschwunden sind, vielmals um Entschuldigung.

Wir waschen unsere Hände in Unschuld.

(prä)

Dienstag, 10. Mai 2011

Aufgeklärt und abgeklärt



Lieber Tölpel!

Reisen bildet ja bekanntlich. Zumindest erweitert es den Horizont ein bisschen. Und dann fragt man sich manchmal schon, warum wir gerne mal über Mennoniten schmunzeln, die, auf Urwaldflüssen fischend, weiße Hüte tragen oder amüsiert bis überheblich den Kopf schütteln ob des Grab-Kultes von Voodoo-Anhängern, während wir (oder zumindest viele von uns) es völlig normal finden, wenn alte Männer in Frauenkleidern im Partnerlook gekleidete Puppen weihen oder ein erwachsener, geschäftsfähiger Mann nach Rom pilgert, um dort Kleiderfetzen vom Santosubito zu besorgen, die er dann seinen kranken Kindern auflegt.

Na ja... Jeder nach seiner Façon. Wobei sich mir beim morgendlichen Anblick der PNP trotzdem immer wieder mal die Frage stellt, ob ich da eine Tageszeitung oder das Bistumsblatt in Händen halte. Gestern war nämlich nicht nur ein halbseitiger Artikel über den polnischstämmigen Reliquiensammler im Passauer Lokalteil, der dort natürlich nicht als armer Irrer, sondern als streng gläubiger Katholik bezeichnet wird - nein, man hat gleich auch noch als Aufmacher Marienweihe und Wallfahrt in Altötting auf den Titel (Wirklich Titel, Seite 1!) gesetzt.

Versteh mich nicht falsch. Dergleichen finde ich halt nur ein bisschen lächerlich. Worüber ich aber gar nicht lachen kann, ist die Tatsache, dass jetzt in der Erstkommunions-Saison wieder ein massenhafter Kindesmissbrauch erfolgt, über den sich aber erstaunlicherweise kaum jemand aufregt. Wie widerlich und pervers ist es eigentlich, wenn Grundschulkinder ihre "Sünden" einem fremden, unverheirateten Mann beichten müssen? Ich kann mich noch genau erinnern, wie mich das bis in meine Träume verfolgt hat. Vor allem auch deshalb, weil uns von unserem Pfarrer immer wieder eingebläut wurde, wir sollten halt, wenn uns sonst nichts einfiele, unsere unkeuschen Gedanken beichten. Wenn heute ein Pfarrer kleinen Mädchen den Popo tätschelt, dann steht er vor Gericht und die Meute schreit "Einsperren, einsperren!" Wenn sich aber ein Pfarrer von kleinen Mädchen und Buben ihre unkeuschen Gedanken beichten lässt, dann ist das ein Sakrament. Aber sowas gibt es heute ganz bestimmt nicht mehr. Und wenn doch, dann kommts nicht raus, weil die meisten Kinder 20 Jahre brauchen, um die Perversion als solche zu realisieren und darüber zu sprechen. Vielleicht schafft es ja die Kirche bis dahin, diesen mittelalterlichen Anachronismus zu beseitigen.

Wenn wir schon dabei sind... Zu meiner Zeit musste man ja tatsächlich noch bis zur neunten Klasse in den Religionsunterricht gehen, weil Ethik erst ab der zehnten angeboten wurde. Und da hatte ich einen Religionslehrer ("Es kommt heraus und berichtet uns..." Die Leopoldiner einiger Generationen wissen, wer gemeint ist.), der in einer Diskussion über die Berechtigung von Krieg, insbesondere Atomkrieg die Meinung vertreten hat, der Abwurf einer Atombombe über Russland sei durchaus rechtfertigbar, weil ja immerhin die Mehrheit der Bevölkerung überzeugte Kommunisten wären. Im Religionsunterricht habe ich auch gelernt, dass ein Ungläubiger oder auch ein Moslem, die den wahren, also christlichen Glauben kennen und nicht konvertieren, unweigerlich in der Hölle landen. Ich weiß schon, dass diese Dinosaurier zumindest an deutschen Lehranstalten ziemlich ausgestorben sind und dass die grün wählenden, temperaturmethodenverhütenden, dauerbetroffenen Wir-sind-Kirche-aber-auch-Buddhismus-Gutfinder-Vollkornpausenbrot-Mitgeber-Eltern Mahnwachen, Lichterketten und Sitzblockaden gegen solche Betonköpfe organisieren würden.

Lustigerweise können sich diese Gut- und Wutbürger, die mittlerweile zwei Themen in eine Demo packen müssen, weil sie sonst mit dem Demonstrieren nicht mehr fertig werden, furchtbar darüber aufregen, wenn irgendwer sagt, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Seid Ihr eigentlich völlig gaga? Für Frauen-, Schwulen- und Ausländerquoten am besten noch in bayerischen Kreistagen sein und gleichzeitig denen Toleranz und Verständnis gegenüber bringen, die alle Errungenschaften der Aufklärung und Gleichberechtigung hassen und abschaffen wollen? Und jetzt kommt mir ja keiner mit dem Vorwurf, das sei Stammtischgeschwätz. Nennt mir lieber eine Prozentzahl von in Deutschland lebenden Moslems, die die private und berufliche Gleichberechtigung der Frau akzeptieren, nichts gegen Juden haben und nicht homophob sind. (Ich weiß schon, dass man da bei uns auch keine Mehrheiten findet.) Ich habe gestern den Pierre Vogel und noch so einen anderen Durchgepeitschten im Fernsehen gesehen. Der Islam gehört zu Deutschland. Leider ja.

Ego me absolvo.

Deine Kathi


Liebe Kathi!

Du hast ja ein klein bisschen recht. Aber Du solltest nicht vergessen, dass das Revival der fundamentalen Katholen und Evangelikalen auch nicht übersehen werden darf. Wusstest Du, dass es in Deutschland mittlerweile christliche Privatschulen gibt, an denen z.B. auch im Biologieunterricht die kreationistische Weltsicht gelehrt wird? Da sind mir dann schon noch die von Dir zitierten, demonstrierenden Gut- und Wutbürger lieber. Die wollen wenigstens nur nett sein.

Nervig ist es natürlich trotzdem, wenn in einem Staat, in dem ja irgendwie doch jeder tun kann, was er will, jeder Trottel meint, es würde sich um Zivilcourage handeln, wenn er gegen Bahnhöfe oder Atomkraftwerke demonstriert, nur weil wieder nichts Gescheites im Fernsehen kommt. Mich würde einmal interessieren, ob diejenigen, die jetzt für eine Sofortabschaltung der Kernkraftwerke auf die Straße gehen, weniger Strom verbrauchen als die Anderen oder ob die Flughafenstartbahngegner seltener fliegen.

Die SZ hat sich übrigens relativ polemisch über den hartnäckigen Widerstand von OB und Verwaltung gegen Internet-Liveübertragungen aus dem Passauer Stadtrat geäußert. Ziemlich zurecht wird da von halbseidenen Argumenten gesprochen, die auch der sonstigen Selbstdarstellung der Stadt ziemlich entgegen laufen. Spitze fand ich ja den Versuch mit dem Kostenargument. 3000 Euro solle die Aufzeichnung einer einzigen Sitzung kosten. Da sind aber dann schon die Synchronübersetzer in 18 Sprachen mit eingerechnet? Unser Oberjürgen hat zum Thema beigetragen, indem er meinte, die Übertragungen würden nur "die Faulheit derjenigen unterstützen, die den Weg ins Rathaus nicht finden." Gut gegeben! So wie die Tagesschau die Faulheit derjenigen unterstützt, die den Weg in den Reichstag, nach Japan oder nach Masar-i-Scharif nicht finden. Na gut, einen Schnitzer pro Legislaturperiode kann man sich schon mal erlauben. Ansonsten läuft ja alles supi, wie man der Dreijahresbilanz in der PNP entnehmen durfte.

Sogar in der Ilzstadt wird wieder alles gut. Nein, ich meine jetzt nicht dieses wunderbare Salzkristallkunstwerk, um das uns sicher andere Metropolen wie Hundsdorf oder Großthannensteig beneiden werden. Ich denke an die Bschütt-Belebung. Da kommt jetzt dann nächstes oder übernächstes Jahr ein Sandkasten oder eine Achterbahn hin oder so. Ich würde es ja auch gerne glauben, wenn es uns nicht schon seit 15 Jahren versprochen worden wäre. Egal. Jetzt haben ja die Freyungerstraßler bald den Salzkristall zum Anschauen.

Der Spiegel hat übrigens in der Ausgabe vom 23. April in einem lesenswerten Artikel dargestellt, dass alle einschlägigen und namhaften Wissenschaftler sich darin einig sind, dass die Regierungen ihre Förderpolitik auf die Vorzeigeregionen konzentrieren müssen und es ziemlich sinnlos, geldvernichtend und kontraproduktiv ist, aussterbende Landstriche künstlich am Leben zu erhalten. Darüber sollten die bayerischen, zukunftsrat-schmähenden Provinz-Wutbürger einmal nachdenken.

In contritione cordis

Dein Tölpel

Montag, 25. April 2011

Statt Kolumne




Und die schönen Männer liegen im Big Easy auf dem Friedhof.












Freitag, 22. April 2011

Statt Kolumne

Stadt der beleuchteten Kunstwerke!

2011/04/21, 5:59 pm.

Während Ihr in unserer Abwesenheit schon wieder Blödsinn treibt und für 35.000 Euro beleuchtete Salzkristallimitate ersteht, die Ihr dann zur Ergötzung der Zahnradpendler und tschechischen LKW-Fahrer auf die B 12 stellt, haben Kathi und Tölpel etwas wirklich Spektakuläres entdeckt.

Nein, keinen beleuchteten Springbrunnen. Den gibts ja, wie demnächst auch den beleuchteten 35.000-Euro-Glasbaustein, in der Welt_kultur_erbe_stadt in spe. Kathi und Tölpel haben mitten im Dschungel einen Tölpelimitator entdeckt, der nebenberuflich als Orakel arbeitet. Und der hat ihnen verraten, dass Passau nur eine einzige Chance hat, die Unesco zu überzeugen: Alles bunt bestrahlen - Tag und Nacht, und gleichzeitig alle Straßennamen und Plätze ausnahmslos mit Unterstrichen schreiben. Klo_stergarten, Dompl_atz oder Carl_one_gasse.

Hasta la próxima vez!

Präsi, Carlito, Kathi & Tölpel






Mittwoch, 20. April 2011

Statt Kolumne

Amigos!

2011/04/19, 5:40 pm.

Gerade in der Ferne nachgelesen, dass unser geliebtes Seilbahnprojekt dem Weltkulturquatsch zum Opfer gefallen ist.

Anbei das heute gemachte Foto eines älteren Dirt-Bike-Parks, das in zweierlei Richtungen symbolträchtig sein soll. Zum einen die Treppe, die bitte in Erinnerung rufen soll, dass eine Rolltreppe eh noch viel schöner wäre als die Seilbahn. Und zum zweiten die Mahnung, dass wirklich Sehenswertes nicht unbedingt einen Unesco-Stempel braucht.

Check this out, Hombre!

Präsi, Carlito, Kathi & Tölpel




Montag, 18. April 2011

Statt Kolumne

Liebe Leser! 2011/04/18, 5:13 am, Jetlag. Es ist mal wieder soweit. Das Team von Wahlinfo-Passau ist auf Betriebsausflug - wie immer in einer der exklusivsten und mondänsten Ecken der Welt. Und weil wir die nächsten Tage keine Zeit und keine Lust haben, eine Kolumne zu schreiben, werden wir zur Entschädigung zumindest gelegentlich ein Lebenszeichen aus der Ferne abgeben. Starten wollen wir mit einem Kommentar zum vorgestrigen OB-Interview: "Gedenke, dass Du nur ein Mensch bist", und einem Foto, das beweist, dass der Präsi im Gegensatz zu Fränki Sinnvolles in Flugzeuge schmuggeln kann - eine Flasche Barolo nämlich, weil man das Zeug in der Lufthansa-Eco nicht saufen kann. Have a nice day and stay tuned! Präsi, Carlito, Kathi & Tölpel (In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an Cassiel. Der musste zuhause bleiben, weil er nicht brav war)

Sonntag, 10. April 2011

Rubrik: Sonntags-Logorrhoe

Liebes Tagebuch! Jetzt wo ich Bundespräsident von dieser ÖDÖPÖ bin, reise ich ab und zu auch mal woanders hin als immer nur nach Linz oder Salzburg. So ergab es sich, dass ich letzte Woche nach Düsseldorf musste, um dort eine Rede zur Begrüßung des 50. nordrhein-westfälischen ÖDÖPÖ-Mitgliedes zu halten. Boah, ich sage Dir: Ganz schöner Stress, wenn man Bundespräsident ist. Gesagt, getan. Aber wie am besten getan - mit einer sauberen Öko-Bilanz? Die Bahn scheidet ja ganz klar aus, nachdem die in Stuttgart die vielen Bäume weggemacht haben. Mit dem Auto so weit fahren, hat mir Mama verboten. Bleibt nur noch das Flugzeug. Ist ja auch gar nicht mehr so schlimm heutzutage mit diesem neuen E 10-Kerosin. Außerdem - hallo! Ich bin immerhin Bundespräsident. Jetzt bin ich also zum ersten Mal geflogen in meinem Leben. War ganz schön aufregend. Da musste ich erst meine Handtasche auspacken und die Security-Leute haben mir voll arschig meine Erdbeermilch und meine Bio-Ei-Repair-Spülung weggenommen. Ich habe ihnen dann noch mein Pfefferspray gezeigt und gefragt, ob sie das nicht auch wollen. Aber sie haben nur gelacht und gesagt, was sie denn mit meinem Anal-Dildo sollten. Und dann hat mich eine Frau in Uniform abgetastet. Das hat voll gekribbelt im Bauch und ich hatte ganz komische, neue Gefühle dabei. Im Flugzeug war ich dann gar nicht aufgeregt, weil ich immer noch an die Frau in Uniform denken musste und habe aber gleich ein Foto von meinem Pfefferspray gemacht, weil ich den Münchener Flughafen zusperren lasse. Und wenn's ein Volksbegehren braucht. Am Düsseldorfer Flughafen waren dann so Fotografen. Ich habe gleich mein Bundespräsidenten-Lächeln aufgesetzt und bin winkend auf die Kameras zu. Aber sie haben irgendwas gebrüllt von wegen "Schätzchen, geh aus dem Bild!" oder so und haben irgendeinen scheiß-unbekannten Schauspieler fotografiert. Walter Giller oder so. Hat mich total geärgert und ich hab mit dem Pfefferspray voll reingehalten. Hui, das war ein Spaß. Wurde dann festgenommen und in einem Nebenraum nochmal untersucht und abgetastet. Erst wieder von einer Frau, aber als ich dann nackt war, ist sie weggelaufen und sie haben mir einen Mann geschickt. Der war vielleicht grob. Als sie merkten, mit wem sie es zu tun haben, wurde ich dann weggeschickt und kam gerade noch rechtzeitig zu meinem Termin. War leider gar nicht das 50. Mitglied in Nordrhein Westfalen, weil 17 ausgetreten sind, als sie gehört haben, dass ich komme. Boah, ich sage Dir - mein Leben ist ganz schön crazy. Bin schon gespannt, was nächste Woche wieder alles passiert. Notfalls gehe ich halt wieder mal Sushi essen oder ich schneide mir einfach die Pulsadern auf. Damit schaffe ich es sicher auf den Titel. Servus! Dein Fränki

Freitag, 1. April 2011

Donnerstag, 31. März 2011

Abgeschossen und zugegriffen

Lieber Tölpel!

Wir befinden uns im Jahre 500 nach Postkutsche. Ganz Passau ist mit Breitbandinternet versorgt... Ganz Passau? Nein! Ein von unbeugsamen Kommunikationsverweigerern bevölkertes Dorf hört nicht auf, der modernen Technologie Widerstand zu leisten.

So was ähnliches habe ich mir beim Lesen des gestrigen PNP-Artikels über die mittlerweile angeblich flächendeckende Breitbandversorgung in Passau gedacht. Flächendeckend? Hallo Telekom, hallo Stadt Passau! Gehört der Hochstein nicht zu Passau? Oder glaubt Ihr, dort braucht man kein schnelles Internet? Könnt Ihr Euch unter DSL 384 überhaupt noch was vorstellen? Das ist das DSL, bei dem man sich immer noch überlegt, ob man, statt sich ein Album bei iTunes herunterzuladen, vielleicht doch schnell mal in die Stadt fährt, um sich die CD zu kaufen - geht jedenfalls schneller. Also bitte - bevor Ihr weiterhin solchen Quatsch behauptet, könnt Ihr gerne mal bei mir vorbei kommen und Euch das anschauen. Und nehmt mir bitte meine Telegramme von der Hauptpost mit. E-Mail dauert immer so lang. 

Ein Quell der Freude war wieder einmal die Wochenendzeitung. Unter der Überschrift "Gelungener Biber-Gipfel" konnte man erfahren, dass es im Landkreis Passau mittlerweile ein "Bibermanagement" gibt und desweiteren mehr "Biberakzeptanz" gefordert wird. Zu diesem Behufe hat man einen "Biberberater" gekürt, der mitentscheiden soll, unter welcher Voraussetzung Jäger (Zitat:) "nach entsprechender Fortbildung ortsnah und mit Ortskenntnis den Zugriff vornehmen können." Ich kann mir das bildlich so schön vorstellen. Zwei fortgebildete und ortskundige Gestalten schleichen am Ufer herum und während der eine "Zugriff!" brüllt, knallt der andere die teilakzeptierten Biber über den Haufen. Bibermanagement mit deutscher Gründlichkeit. 

Ebenfalls mit deutscher Gründlichkeit haben sowohl ein Hühner-, als auch eine Hundebesitzer/in gehandelt. Der Hund der Letztgenannten drang letzte Woche in das umfriedete Gelände des Freyunger Erstgenannten ein und riss mehrere Hühner. Daraufhin erschlug der Hühnerhalter mit waidlerischer Gründlichkeit den Hund mit einem Holzstock. Die Hundehalterin musste sich in ärztliche Behandlung begeben und wurde mit deutscher Gründlichkeit vorerst krankgeschrieben. Ich frage mich, was die Leute bei uns als erstes tun, wenn mal was mit einem Kernkraftwerk ist. Sich krankschreiben lassen? 

Alle drei bisherigen Themen bilden eine schöne Überleitung zur Wahl im Ländle. Vorweg sei festgestellt, dass es mir nicht grundsätzlich schlecht gefällt, wenn wir in Deutschland auch einmal einen grünen Ministerpräsidenten haben. Allerdings sieht dieser Kretschmann schon ein bisschen aus wie eine Mischung aus Mecki und einem ostdeutschen Pfarrer. Noch grusliger wirkt jedoch sein roter Hiwi, der aussieht wie Florian Pronold, nachdem er erst im Tsunami zu wenig Sauerstoff und anschließend zu viel Strahlung abbekommen hat. Billiger, geschmackloser Klamauk, ich weiß - geschenkt. Im Ernst: Ich glaube, die Baden-Württemberger werden sich bald ganz schön wundern. Und nicht nur, weil sie keine Biber mehr abschießen und keine Hunde mehr erschlagen dürfen. Das mit der Kernkraftabschaffung ist ja nicht schlüssig zu Ende gedacht. Wer verschmutzt denn unsere Luft mit Feinstaub, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und was weiß ich noch allem? Eben! Fette Mercedes und Porsche - weg damit! Ein Schulsystem, das voll elitär ist, mit Schulbüchern, in denen so diskriminierende Worte wie "Mann" oder "Frau" stehen - weg damit! Und überhaupt - warum hat dieser Chauvi Kretschmann eigentlich keine Mumu oder ist nicht wenigstens Türke? Am besten auch gleich wieder weg damit. Wehe, wehe, Ihr westlichen Nachbarn! Erst wenn die letzte Straßenbauförderung gestrichen und der millionste Baum gepflanzt ist, werdet Ihr feststellen, dass man auf Sonnenblumenfeldern nicht 250 fahren kann. 

Zugriff! Deine Kathi 

Liebe Kathi! 

Ich frage mich ja auch schon länger, was passiert, wenn die biederen Wutbürger mal aufwachen. Wahrscheinlich ähnliches wie bei den FDP-Wählern. Eine kleine Ernüchterung wirds wohl werden. Die Bürgerbefragung kommt ja jetzt voll in Mode. In Pocking soll die Bevölkerung jetzt darüber abstimmen, wie man den Stadtkern attraktiv gestalten könnte. Kluger Schachzug von der Stadtführung. Die Menschen fühlen sich wertgeschätzt (das sagt man jetzt so, oder?) und viel kaputt machen kann man in Pocking ja wirklich nicht. 

In Passau wird übers Image nicht abgestimmt, da regeln das Ex_per_ten. Und dass man in der Passauer Innenstadt besser einkaufen kann als in München, hat uns die PNP am Samstag erklärt. Oder zumindest sowas Ähnliches. Ganz hab ich es nicht verstanden. Nur in etwa soviel: In München gibt es massig Filialisten und in Passau gibt es irgendwie andere Sachen, die toll sind. Mit Verlaub: Die Passauer Fußgängerzone ist jetzt tatsächlich nicht noch hässlicher als die Münchner. Aber in München kann ich mir Klamotten oder Schuhe kaufen und in Passau kann ich halt am Brunnen sitzen. Letztendlich alles eine Frage der Perspektive. Manche müssen auch in Pocking leben. 

Und noch was Schönes habe ich in der Samstags-PNP gefunden. Da bietet ein Passauer Zahnarzt mittlerweile "Oral-Wellness" an. Wenn das jetzt auch noch die Kasse zahlt, muss man ja wirklich nicht mehr heiraten. Apropos - glaubst Du, in Baden-Württemberg dürfen jetzt Männer und Frauen zukünftig noch heiraten? Oder muss ein Partner mindestens transgender sein? Moslem reicht aber wahrscheinlich auch. Dann geht auch die Scheidung wieder ganz schnell. Dreimal "Ich verstoße Dich" oder einfach ein paar Steine drauf geschmissen. Das ist halt eine andere Kultur und andere Kultur ist grundsätzlich supi. Das muss man dialektisch sehen können. Schwäbische Ehefrauen, die ihr Kind zuhause betreuen wollen, sind voll reaktionär oder mindestens unterdrückt. Väter, die ihren Töchtern ein Tuch auf den Kopf binden und sie nicht am Sportunterricht teilnehmen lassen, sind eine kulturelle Bereicherung. Vea victis. 

Apropos Bereicherung. Hildegunde Brummer rückt in den Stadtrat nach. Ein kleines Gedankenspiel: Die Grünen stellen ab 2013 den bayerischen Ministerpräsidenten und führen sofort die Frauenquote für bayerische Bürgermeister ein; alle Städte, die in den letzten 20 Jahren keine Bürgermeisterin hatten, dürfen keinen Mann mehr aufstellen. Stichwahl 2014 in Passau: Brummer ./. Zehner. 

Zugriff! Dein Tölpel

Freitag, 25. März 2011

Pressespiegel

600 Hochbegabte treffen sich in Passau

(PNP) „Mensa“ hält vom 6. bis 10. April Jahrestreffen in der Stadt − Symposium über „Schönheit und Ästethik(zitiert/kopiert aus pnp.de) steht allen offen.

(...)

Ronja Weranek hofft auch auf das Interesse der Passauer. „Wir sind keine geschlossene Gesellschaft und wir wollen auch kein Elite-Bild vermitteln“, sagt sie. Für die Einheimischen dürfte vor allem das öffentliche Symposium unter dem Titel „Ästhetik, Schönheit, Attraktion“ interessant sein, das am Freitag, 8. April, von 9 bis 18 Uhr im Cineplex-Kino Passau stattfindet. Haben schöne Menschen mehr Erfolg? (...)

Mittwoch, 23. März 2011

Liebe Freunde von pnp.de!

Reaktorschnellabschlatung - Ist das so ein Mittelding zwischen Abschaltung und Abschlachtung?

Und noch was: Könntet Ihr die Beta- (wenn nicht pre-Alpha-) Version Eurer neuen Homepage nicht einfach auch wieder abschlachten oder mindestens abschalten?

Viele Grüße

Die Schlachthelfer von Wahlinfo-Passau



Ergänzung zum Thema um 09.53: Ich kotze gleich!

Mittwoch, 16. März 2011

Ausgeschwärmt und umgefallen

Lieber Tölpel!

Eigentlich wollte ich ja nichts mehr über die neue Homepage der PNP schreiben, aber heute war es mal wieder richtig speziell. Beim ersten Versuch, den Lokalteil online zu lesen (immerhin erst um halb zehn), musste ich feststellen, dass es nur die gestrigen Artikel gab. Dann - kurz vor Mittag - noch mal auf mein-pnp.de geklickt, weil ich natürlich laut System nicht mehr eingeloggt war, um dann eine Meldung zu bekommen, dass unter diesem Account mehr als ein Nutzer eingeloggt sei. Wieder ausgeloggt, wieder eingeloggt (zum dritten Mal!) und schon kann man als Abonnent (25,30 Euro pro Monat) fern in der Landeshauptstadt kurz vorm Mittagessen seinen Passauer Lokalteil lesen. Respekt!

Desöfteren wurde ja in der letzten Zeit der Begriff der Schwarmintelligenz im Internet zitiert. Nun hat kürzlich eine Sonntagszeitung (nein, nicht die, die keinen unregelmäßigen Imperfekt bilden kann, sondern eine richtige Zeitung) das, wie ich finde, schöne Wort Schwarmdummheit kreiert (oder wie die AmSonntag schreiben würde: ge-krei-ert) und damit ausdrücken wollen, dass man am Beispiel Guttenberg gut beobachten kann, wie unglaublich blöd virtuelle Massenaufläufe sein können. Für mich persönlich trifft die Beschreibung Schwarmdummheit ja pauschal auf das Facebook-Phänomen als Ganzes zu. Warum teilen Menschen auf der ganzen Welt ihren "Freunden" stündlich mit, was sie den ganzen Tag so treiben? Konsequent wäre, dann wenigstens 20 mal am Tag zu posten: "Ich mache nichts, nur Facebook glotzen." Was mich aber wirklich ärgert, ist die Tatsache, dass ich von Menschen, die ich flüchtig kenne, von Facebook generierte E-Mails bekomme, wo bereits im Betreff steht: "Schau dir meine Fotos auf Facebook an - von dir ist bestimmt auch eins dabei." Der große Börsenguru Kostolany hat irgendwann einmal sinngemäß gesagt: Wenn meine Putzfrau anfängt, Aktien zu kaufen, ist es Zeit, aus dem Markt zu gehen. So ähnlich geht es mir mit Facebook.

Ich würde mich da ja schon deshalb nicht anmelden, weil ich dieses impertinente Geduze nicht mag. Apropos. Über das neue Diekmannsche Trojanische Pferd für Pressefreiheit und Meinungsvielfalt und die damit verbundene Problematik einer Stärkung des ohnehin schon bestehenden Medienmonopols in der Region haben ja andere schon genug geschrieben. Ich finde einfach den Namen schon so deppert - Lokalnews. So etwas kommt heraus, wenn man einfach nur nach verfügbaren Domain-Namen googelt. Da habt Ihr aber dann was übersehen - localnachrichten.de (mit c, sic!) ist immer noch frei, AmSunday.de und AtSonntag.de übrigens auch. Warum aber, bitte sehr, duzt Ihr Eure Leser so aufdringlich? (Ich weiß natürlich schon selbst, dass ich gerade "Ihr" schreibe, aber bei mir ist das erstens ein Stilmittel und zweitens ist der Plural im Bairischen gerade noch so erlaubt.) Ihr von Lokalnews sprecht Eure Leser aber konsequent mit Du, Dir, Dich usw. an und das noch inkonsequenter- und lustigerweise im Wechsel groß und klein geschrieben. Also mich nervt das. Obwohl - wenn Ihr weiterhin so spaßige Überschriften wie "Flashmob angekündigt: Nur vier kamen" oder "Malkurse werden immer beliebter" publiziert, die so wunderbar die Befindlichkeit unserer Heimat ausdrücken, schaue ich vielleicht doch ab und zu vorbei.


Nachdem die Passauer Polizei, wie ein prominenter Leserbriefschreiber gestern so treffend bemerkt hat, nicht in der Lage dazu oder willens ist, nächtliche Vandalen und Randalierer, die immer an den gleichen Orten und immer in einem überschaubaren Zeitfenster zuschlagen, dingfest zu machen, haben diesen Job jetzt ambitionierte Damen auf dem Nachhauseweg übernommen. Ein Vorschlag zur Güte: Wenn unsere Polizisten schon nachts ruhen müssen, könnten wir doch ein paar Omas aus den Altersheimen rekrutieren. Die können sowieso nur schlecht schlafen und ein Regenschirm als Waffe reicht für Milchgesichter, die mit Gullideckeln herum schmeissen, allemal.

Was weißt Du Neues?

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Schwarmdummheit - sehr schön! Hast Du gelesen, dass in Deutschland massenweise Geigerzähler und Jodtabletten gekauft werden? Drollig finde ich die Angst von Union und FDP vor einer drohenden Hausse der Grünen und die durchschaubaren und leicht peinlich wirkenden Verrenkungen, die nun zu beobachten sind. So hat der sympathischste aller bisherigen bayerischen Ministerpräsidenten noch vor ein paar Monaten getönt, Isar 1 sei sicher und ein Atomausstieg müsse überhaupt gar nicht sein, will jetzt allerdings eine Abschaltung auch weiterer Kernkraftwerke nicht mehr ausschließen. Kennst Du den? Der Kare und der Lugge gehen im Englischen Garten spazieren und treffen den Guttenberg und den Seehofer. Sagt der Kare: "Wo gehst'n Du mit der Liagsau hi?" Sagt der Seehofer: "Das ist Karl-Theodor zu Guttenberg und ein höchstrespektabler Mann, der in der CSU nach wie vor seine politische Heimat hat." Sagt der Lugge: "Wer red't denn mit Dir?"

Der Frankenberger hat übrigens ein neues Autokennzeichen. Statt mit PA-O 2020 (für Oberbürgermeister im Jahr 2020) fährt er jetzt mit PA-B 2035 (angeblich, aber fälschlich für Bundespräsident im Jahr 2035) herum. Abgesehen davon, dass das nur eine Erinnerung an einen Friseurtermin (Kennst Du übrigens die alte Volksweisheit: "99 Bader und ein Notfallseelsorger sind 100 Narrische"?) in 24 Jahren ist, weil er sonst die Haare nicht mehr auf den Rücksitz seines Kleinwagens bringt, haben sich angeblich der Dickl und der Wösner vor der Zulassungsstelle um das frei gewordene Kennzeichen PA-O 2020 geprügelt. Der Waschler indessen hat sich bereits zwei Wunschkennzeichen gesichert: PA-O 2014 und PA-L 2013. Auch begehrt von ganz vielen Stadträten ist das Wunschkennzeichen PA-E 2017, weil sie bei der Ehrenringverleihung im Jahr 2017 erstmalig nach 15 Jahren Stadtrats"tätigkeit" im Mittelpunkt stehen werden. Den Frankenberger fechten jedenfalls solcherlei Trivialitäten nicht an. Bundespräsident könnte und dürfte bei dieser Begabung bestenfalls eine Zwischenetappe sein. Vielleicht zieht er ja eh bald nach Linz. In Österreich gibts auch die geileren Kennzeichen. L - INRI 2 müsste zumindest die letzte Station vor dem großen Endziel sein.

Ein wirklich prominenter Passauer (bzw. Heininger) kommt heute Abend auf TRP1. Er ist gerade dabei, das allerallerallergrößte Puzzle der Welt fertigzustellen und lässt sich bei diesem Mammutprojekt über die Schulter schauen. Kleinere, früher fertiggestellte Werke des Puzzle-Künstlers sind übrigens über Wahlinfo-Passau käuflich zu erwerben - natürlich handsigniert.

Ich möchte nicht schließen, ohne noch einmal auf die Faschingshöhepunkte zu sprechen zu kommen. Nein, ich meine nicht den Aschermittwoch. Die Betrachtung des politischen selben im Fernsehen hat mir schier die Sprache verschlagen. Eine völlig desolate SPD in Vilshofen (komplette Mannschaft austauschen - sofort!) und eine CSU, die, was Charisma und Unterhaltungswert betrifft, ebenfalls völlig am Boden liegt. Symptomatisch war ja schon das Plakat der CSU. Wo man früher Strauß oder Stoiber überlebensgroß (sic!) an den Masten hängen (sic!) sah, gabs dieses Jahr ein Plakat mit einer undefinierbaren Menschenmenge in einem Saal zu bestaunen. Mehr Symbolik geht nicht. Keine Persönlichkeiten, keine Feinde, kein Programm.

Aber wir waren ja bei den Faschingshöhepunkten. Am Weltfrauentag (früher Faschingsdienstag) wurden von der PNP Passanten zu ihrer Meinung zum Passauer Fasching befragt. Da fand sich neben zwei Arbeitssuchenden (52 und 57, sic!) eine 14-Jährige, die es am schönsten "abends in kleinen Bars" findet, weil man sich da nicht kostümieren muss. Genau - und die Kostümierten mit den grünen Mützen sind ja abends, wie bereits dargelegt, nicht mehr unterwegs, weil müde. Beste Voraussetzungen für 14-Jährige und ihre nächtlichen Barbesuche. In Passau kann man ja - dank Ritschie - wenigstens auch drinnen rauchen. Ich war noch nicht mal beim absoluten Top-Faschings-Highlight. Eine Grünen-Politikerin namens Rothe-Beinlich (echt wahr, ich schwörs) hat bei einer Informationsveranstaltung über Frauen und Rechtsextremismus referiert. Ob es eine Gegenveranstaltung zum Thema Frauen und Linksextremismus von Frau Lustig-Bräunlich gab, ist mir allerdings nicht bekannt.

Freundschaft, Amen und Helau!

Dein Tölpel

Sonntag, 13. März 2011

Der Akademiker-Witz zum Sonntag

Als kleine Entschädigung, weil unsere Leser schon so lange Geduld habten, weil wir keine Kolumne schreibten...


Montag, 28. Februar 2011

Ö wie öde

Anläßlich einer Veranstaltung gegen Atomkraft in Passau erklärte Bürgermeister Urban Mangold, "das 'ö' in den Namen der Umweltminister Tanja Gönner, Markus Söder und Norbert Röttgen habe genauso wenig mit Ökologie zu tun wie das 'C' in ihren Parteinamen mit dem Christentum."

Nach einer Einschätzung des Präsidenten der Politischen Akademie Wahlinfo-Passau hat allerdings "das 'l' im Namen Mangolds genauso wenig mit 'lustig' zu tun wie das 'P' in seinem Parteinamen mit Partei."

Unbestritten hat allerdings das 'l' im Vornamen Claudia der neuen ÖDP-Stadträtin Faßbender eine ganze Menge mit Loriots Steinlaus zu tun.