Dienstag, 8. August 2017

Helden des Sommerlochs

Gute Nachricht, Nr. 1: Ich bin kürzlich mit dem Fahrrad vom Kainzenweg in den Steinweg gefahren und wurde zwar von mehreren Kraftfahrzeugen geschnitten, bzw. fast touchiert und von Fußgängern angepöbelt, aber weder überfahren noch verprügelt. Im Ernst: Sollte mir jemand erklären können, wie man diese Strecke am besten mit dem Fahrrad zurücklegt, bitte ich um einen kurzen Hinweis. Wenn mir dann noch jemand sagen kann, wie man mit dem Fahrrad vom Fünferlsteg zur Nagelschmiedgasse kommt, ohne in der Heiliggeistgasse von motorisierten Landkreisbewohnern genötigt und belehrt (Einbahnstraße) zu werden oder hilfsweise das Rad zu schieben, würde ich mich auch freuen.

Gute Nachricht, Nr. 2: Ich habe beim Vorbeifahren letzte Woche folgende Beobachtung gemacht. Wenn der Konservengeneral a.D. Egon Grrr. vor dem Sanierungsfall Gasthaus zur Fels'n steht, sieht das Gasthaus auf einmal gar nicht mehr so marode aus. Vielleicht sollte man ihn dort dauerhaft installieren.

Gute Nachricht, Nr. 3: Passau "bekommt vom Freistaat einen konzerttauglichen Saal geschenkt." (Elke Fischer, PNP) Das hat "Ministerpräsident Seehofer zugesagt." (Elke Fischer, PNP) Nachdem aber in einem Monat nur Bundestagswahl ist, muss der Projektbeginn leider noch ein bisschen warten, damit man den Konzertsaal in einem Jahr zur Landtagswahl noch einmal verschenken kann.

Gute Nachricht, Nr. 4: Alois Krompaß aus Internet hat auf pnp.de seinen hunderttausendsten Kommentar (mit insgesamt zwei Millionen Ausrufezeichen) verfasst ("Ich habe nichts gegen solche 'Menschen', aber heiraten und Kinder adoptieren muss schon normalen Leuten wie mir oder Herrn Dr. Scheuer, der übrigens eine klasse !!! 'Arbeit' macht, vorbehalten bleiben  !!!") und zieht nunmehr mit seinem Troll-Kollegen und Welterklärer Olaf Pint gleich, der ebenfalls seinen 100.000 Leserbrief in der Printausgabe veröffentlicht hat. Gratulation!

Gute Nachricht, Nr. 5: Der Kommunalwahlkampf 2020 hat begonnen. Wir freuen uns jetzt schon auf eine Entspannung im Passauer Straßenverkehr mit vielen neuen Tunneln, Brücken, Tiefgaragen und Kreisverkehren, die Kongress- und Festspielstadt Passau, die Seilbahn aufs Oberhaus, Little Brooklyn Racklau – vaporetto-connected und eine diesmal echt ganz bestimmt voll professionelle Markenstrategie für die Stadt Passau. Der Wasserbezug in der Stadt mit Brunnen, Fontänen und Wasserspielen wird sicherlich auch ganz toll. Und die Belebung der Altstadt und der Fußgängerzone. Danke im Voraus!

Gute Nachricht, Nr. 6: Wie gut informierte Kreise berichten wird Till Hofmann 2020 bei der Oberbürgermeisterwahl kandidieren. Ob mit Unterstützung einer Partei, bzw. mit welcher, ist ihm derzeit "ziemlich wurscht, weil gewinnen tu ich eh."

Alles wird gut. prä




Donnerstag, 20. Juli 2017

Gute Freunde kann niemand trennen

Zum heutigen PNP-Interview des Erz-Fundamentalisten Karl Birkenseer mit dem Folterbefürworter Kardinal Müller hier ein interessanter Artikel aus dem Jahr 2016.


regensburg-digital.de

Der Haus- und Hofschreiber des Georg Ratzinger
Domspatzen: „Der Rest einer jahrzehntealten Vertuschungskultur"
Georg Ratzinger will weder etwas von der exzessiven Gewalt noch von Missbrauch bei den Domspatzen gewusst haben. Das behauptet der frühere Domkapellmeister in einem Interview mit PNP-Redakteur Karl Birkenseer – einem Mann, der seine schwindelerregenden Bezüge zu den Domspatzen nicht offenlegt und seine Position als Journalist dazu nutzt, um nur ja nichts auf die Domspatzen-Familie kommen zu lassen. Betroffene sind empört. Sie bezeichnen Birkenseer als Ratzingers „Haus- und Hofschreiber“ und „Rest einer jahrzehntealten Vertuschungskultur“.

Mit vereinten Kräften für die „Domspatzen-Familie“: Karl Birkenseer und Georg Ratzinger. Fotos: as/ Staudinger
Von Robert Werner und Stefan Aigner

„Dann schleifte er (Johann Meier, Anm. d. Red.) mich an den Haaren zu seinem Esstisch zurück und hob mich an den Haaren hoch, dass ich über dem Boden schwebte. Anschließend schlug er mich wie besessen, wo immer er mich treffen konnte, bis er nach wohl einem Dutzend Schlägen erschöpft aufhörte. Im großen Speisesaal war es totenstill. Ratzinger saß daneben und das Bild hat sich in mein Gehirn eingegraben wie schlecht verheilte Narben in einem jugendlichen Körper. Er lachte. Er hätte die Autorität gehabt, seinem Kollegen Einhalt zu gebieten. Es war mindestens Feigheit, wohl eher bewusstes kumpelhaftes Einvernehmen. Jetzt zu behaupten in der einzigen Filiale der Domspatzen seinen über zwei, drei Jahrzehnte Dinge geschehen, die ihm „nicht bekannt“ waren ist eine Verhöhnung der damaligen Schüler und Opfer. Da wird die Bitte um Verzeihung zur berechnenden Phrase.“
Diese Schilderung eines Gewaltbetroffenen an der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen aus dem Jahr 2010 hat intern-at, eine Initiative ehemaliger Domspatzen, heute auf ihre Internetseite gestellt. Anlass ist ein Interview in der Passauer Neuen Presse, in dem der frühere Domkapellmeister Georg Ratzinger bestreitet, konkrete Kenntnisse von den Gewalt- und Missbrauchsexzessen bei den Regensburger Domspatzen gehabt zu haben.
Lügen oder Senilität?
Mal behauptet der 91jährige, nichts gewusst zu haben, mal beruft er sich auf Erinnerungslücken, mal erklärt er sich für nicht zuständig und schließlich flüchtet er sich in die altbekannte Aussage, dass „Schläge, das heißt Ohrfeigen, (…) nicht nur bei den Domspatzen, sondern in allen Erziehungsbereichen wie auch in den Familien üblich“ gewesen seien.
Mit diesen Ausflüchten reagiert Ratzinger auf den Zwischenbericht des Rechtsanwalts Ulrich Weber, in dem unter anderem davon die Rede ist, dass bis zu 700 Kinder und Jugendliche bei den Domspatzen Opfer körperlicher Misshandlungen geworden sind. Bislang liegen Weber zudem über 60 Fälle sexueller Gewalt vor. Er müsse davon ausgehen, dass Georg Ratzinger als Domkapellmeister und Mitglied im Stiftungsvorstand der Domspatzen und Kuratoriumsmitglied in der Etterzhausener Stiftung davon gewusst habe, so Weber.
Geführt hat dieses Interview, in dem manche notwendige Frage ausgespart wird, der Journalist Karl Birkenseer, ein Mann mit mannigfachen Bezügen zu den Domspatzen. Einer, der es besser wissen muss.
Birkenseer verschweigt seine Abhängigkeiten und Positionen
Birkenseer war Internatsschüler unter dem Exzess-Täter Johann Maier in Etterzhausen, Dom-Schüler unter Ratzinger in Regensburg (Abitur 1975) und ist seit rund zwanzig Jahren in der Vorstandschaft der Freunde des Regensburger Domchors. Fast genauso lange ist Birkenseer Kuratoriums-Mitglied bzw. Rat in der Stiftung der Regensburger Domspatzen. Dieser durchaus relevante Umstand wird bei dem besagten Interview in der Passauer Neuen Presse mit keiner Silbe erwähnt.
Ratzinger darf denn auch unwidersprochen seine Falschbehauptung wiederholen, derzufolge er keinerlei Einfluss auf die Domspatzen-Vorschule gehabt hätte. Birkenseer, der es besser wissen müsste, konfrontiert Ratzinger auch nicht mit der Würdigung, die er dem sadistischen Gewalttäter Johann Meier 1998 in einer Festschrift angedeihen ließ:
„Hier ist wohl auch der Ort, ein Wort der Würdigung und des Dankes für den Gründungsdirektor der Vorschule Hans Meier anzuführen. Seit 1953 leitete er unter schwierigsten Umständen in einer finanziell und personell angespannten Situation die Institution und war beinahe rund um die Uhr im Einsatz. Er trug auch die Hauptlast bei der Schaffung des neuen Heims und der Übersiedlung dorthin. Nach beinahe 40 Jahren selbstloser Tätigkeit, da seine Gesundheit stark angeschlagen war, zog er sich in den Ruhestand zurück, zudem er spürte, daß sein Erziehungsstil in der modernen Zeit nicht mehr verstanden wurde. Am 13. Juli 1992 rief ihn der Herr über Leben und Tod nach schwerer Krankheit, aber doch unerwartet in die Ewigkeit. RIP.“ 
Welcher Erziehungsstil war es, der „in der modernen Zeit nicht mehr verstanden“ wurde? Was hat Georg Ratzinger, der doch von nichts Ungewöhnlichem gewusst haben will, da wohl gemeint? Für Karl Birkenseer kein Grund zu irgendeiner Nachfrage, geschweige denn, dass er Ratzingers Würdigung von Meier angesprochen hätte. 
Von Domspatz zu Domspatz
Das aktuelle Gespräch in der PNP liest sich wie die aktualisierte Blaupause eines Interviews, das Birkenseer bereits 2010 mit Ratzinger führte, als die Missbrauchsfälle bei den Domspatzen erstmals eine breite Öffentlichkeit erreichten. Auch damals bot er dem „Papst-Bruder“ ein unkritisches Podium, um sich selbst von jedweder Verantwortung freizusprechen und das Ausmaß der strukturellen Gewalt herunterzuspielen. Auch damals verschwieg er seine persönlichen Verquickungen. Während Ratzinger 2010 noch erklärte, nicht einmal gerüchteweise von sexuellem Missbrauch gehört zu haben, räumt er dieses Mal einen Fall aus den 50ern ein, der gerichtlich abgeurteilt wurde. Ein Widerspruch, der Stichwortgeber Birkenseer nicht interessiert, der für ihn kein Grund zur Nachfrage ist.
Es ist davon auszugehen, dass Rechtsanwalt Ulrich Weber auch mit Georg Ratzinger gesprochen hat. Warum er seine mannigfachen Ausflüchte nicht ihm gegenüber, sondern im Interview mit Birkenseer getätigt hat, ist angesichts dessen unkritischen und willfährigen Vorgehens kaum verwunderlich.
„Das letzte Halali“?
„Ist das Interview der Einstieg in ein Ausstiegsszenario in Sachen ‚Aufklärung‘? Immerhin ist der ‚Journalist‘ Karl Birkenseer gleichzeitig im Stiftungsrat wie auch im Vereinsvorstand installiert. Vor dem Hintergrund dieses Gefälligkeitsinterviews durch einen Domspatzenfunktionär klingen die Entschuldigungen und Aufklärungsbekundungen der letzten Monate nur noch wie leere Versprechungen. Oder ist das Duo Georg Ratzinger/ Karl Birkenseer tatsächlich nur noch ein zurückgebliebener Rest einer jahrzehntealten Vertuschungskultur in den Institutionen der Regensburger Domspatzen, die mit einem letzten Halali noch einmal die ‚Getreuen‘ um sich scharen wollen?“
Die Initiative hat angekündigt, weitere Betroffene anzuschreiben, mit der Bitte, ihre Erfahrungsberichte veröffentlichen zu dürfen, um die Behauptungen Ratzingers Lügen strafen zu können. Ein Betroffener (Name der Redaktion bekannt) hat sich kürzlich auch regensburg-digital gewandt.
Er schreibt:
„Ich selbst habe 1971 Ratzinger dreimal auf die Gewaltexzesse bei den Domspatzen in Etterzhausen sowie auf mindestens einen (von zwölf) sexuellen Übergriffen des Direktors Monsignore Johann Meier aufmerksam gemacht. Ratzinger floh jedesmal vor meinen Berichten in seine Gemächer und schloss die Türe hinter sich. Ich war damals ungefähr zehn Jahre alt. Wäre er damals nicht geflohen, ich hätte ihm das ganze Ausmaß schildern können.“
Lebenslügen bei Ratzinger und Birkenseer
Hoffnung, dass der 91jährige noch zur Einsicht kommen könnte, hegt dieser Betroffene nicht:
„Domkapellmeister a.D. Georg Ratzinger, Bruder des Papst Emeritus, wird zu keiner ernst zunehmenden Reue oder gar eines Eingeständnisses von Schuld mehr fähig sein. Zu viele Unstimmigkeiten säumen seinen Lebensweg. Die Aufarbeitung einer solchen Lebenslüge schafft man mit 91 Jahren nicht mehr.“
Der wesentlich jüngere Karl Birkenseer zeigt allerdings ähnliche Verhaltensmuster. Seine mannigfachen Bezüge zu und Einblicke bei den Domspatzen hat er bislang nicht genutzt, um journalistisch zur Aufklärung aller Vorwürfe beizutragen. Stattdessen gefällt er sich weiter in der Rolle eines Ehemaligen, der seine einflussreiche Funktion als Kirchenjournalist nutzt, um sich als PR-Profi schützend vor die „Domspatzen-Familie“ zu stellen, auf die man nur ja nichts kommen lassen darf. Das PNP-Interview mit Ratzinger wurde am heutigen Dienstag auch in der Mittelbayerischen Zeitung veröffentlicht – immerhin mit einem kleinen Hinweis auf Birkenseers Domspatzen-Bezüge.


Montag, 10. Juli 2017

Umfrage auf Anregung eines treuen Lesers

Man beachte bitte die Abstimmung rechts. 

Kommentare sind ebenfalls sehr erwünscht.

Mittwoch, 14. Juni 2017

So schön ist Passau im Sommer

PNP-Fotostrecke

Die schönsten Ecken und spannendsten Motive mit einer kaputten Wegwerfkamera schief und überbelichtet fotografiert. PNP, quo vadis?


Das waren noch die lustigsten. Den Rest gibt es hier.


Hat eigentlich niemand diesen AS-Artikel gelesen?

Das hat doch ein besoffener Übersetzungscomputer geschrieben.

Am Sonntag

Tattoos als Sex-Signal

Valletta − Menschen mit Tattoos sind eher für eine leidenschaftliche außereheliche Affäre zu haben, was eine neue Studie enthüllt hat. Schockierend sind es eher die Frauen als die Männer, die sich in der Welt der Affären bewegen. Es gibt eine Bewegung von Frauen mit geheimen Tätowierungen, die nur in den intimsten, ehebrecherischen Momenten offenbart werden.

Die Studie, die von VictoriaMilan durchgeführt wurde − eine Dating-Webseite aus Malta für verheiratete und vergebene Menschen, die eine Affäre haben wollen − bat mehr als drei Millionen seiner aktiven Mitglieder in 16 Ländern über ihre Tätowierungen zu reden.

Die Studie zeigt, dass skandinavische Frauen am ehesten Tattoos haben: Dänemark (42,3%), Finnland (41,1%) und Schweden (40,8%) sind die Top drei Länder auf der Liste. Diese Frauen, die aktive Mitglieder von Victoria Milan sind, verwenden Tattoos, um ihre Persönlichkeit, ihre rebellischen Art und Unabhängigkeit zu zeigen.

Statistiken zeigen, dass Tattoos beliebter bei Frauen als Männer in den 16 befragten Ländern sind − der Prozentsatz der Frauen mit Tattoos ist im Durchschnitt 25% höher als bei den Männern aus dem gleichen Land. In Italien haben 35,8% der Signoras eine Tätowierung, während nur 29% ihrer Männer eins haben. Ein Drittel (33,9%) der niederländischen Damen haben Tinte, während nur ein Fünftel (22,1%) der niederländischen Männer das gleiche sagen können. 28% der spanischen Señoritas haben Tattoos, aber nur 19% der Señors sind unter die Nadel gegangen.

Manche Frauen sind nicht so scharf, öffentlich ihre dunklere Seite auszudrücken und verwöhnen sich im geheimen mit Tätowierungen. Um den Geschmack einer Frau für die Körperkunst herauszufinden, müssen die Herren ihr Vertrauen gewinnen, um die Geheimnis-Tattoos in den intimsten Momenten erkunden und finden zu können. Die wahrscheinlichsten Orte, um geheime sexy Tattoos auf Frauen zu finden sind Finnland (15,8%), Großbritannien (11,1%) und Irland (10%).

Gründer und CEO von Victoria Mailand, Sigurd Vedal, sagte die Ergebnisse zeigten eine sexy neue Seite der Welt der Körperkunst.

„Tattoos sind ein Zeichen von Persönlichkeit, Kreativität und Rebellion, und jetzt wissen wir, dass sie ein Zeichen dafür sind, dass die Person wahrscheinlich ein großes Sexualleben hat. Dies kann eine weltweite Jagd auslösen, um die sexy intimen Tätowierungen zu entdecken, da Männer gerne Dinge entdecken, die scheinbar nur für sie sind “, sagte Vedal.


Victoria Milans Studie sammelte diese Daten von aktiven Mitgliedern, die ihr Liebesleben und außereheliche Affären in 16 Ländern genießen: Dänemark, Tschechien, Finnland, Italien, Belgien, Frankreich, Spanien, Norwegen, Polen, Schweden, Niederlande, Großbritannien, Deutschland, Schweiz, Irland, Südafrika. (red/flo)

Dienstag, 6. Juni 2017

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Abgenutzt und aufgerieben                                    
Lieber Tölpel!

So, Operation geglückt, erste Zwischenetappe geschafft. Mit 94,5 Prozent hat die CSU den Sachsen, Strafrechtsprofessor und Spirituosenverkoster Holm Putzke zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Er hat auch sofort eine staatsmännische Rede gehalten und gesagt: „Wer sich ausruht oder das Falsche tut, für den wird es unbequem“. Das war ja gleich einmal eine offene Kampfansage an die Passauer CSU. Da ruht sich die eine Hälfte aus und die andere tut das Falsche. Innerparteiliche Opposition – interessanter Ansatz.
Er hat aber noch was viel Schöneres gesagt:  „Wir brauchen keine Grünen, keine Sozialdemokraten und keine Freien Wähler: Ökologisch, sozial und frei sind wir selber“. Genau! Jetzt weiß auch jeder, wie sich Holm Putzke auf die bayerische Lebensart und die Erwartungshaltung an einen bayerischen Politiker eingestellt hat. Er hat einfach alle Gerhard-Polt-Videos auf Youtube angeschaut – und geklaut: „Wir brauchen keine Opposition, weil wir sind schon Demokraten.“ Ich freue mich schon, wenn Putzke das erste Bierfass anzapfen darf: „The idea of Freibier in Bavaria is deeply religious.“
Natürlich muss er nun auch aushalten können, dass ihm die nichtsnutzigen Grünen, Sozis oder Freien Wähler ihre Meinung über „Hanswurschten aus der Tätärä“ (Polt) kundtun: „Es faulen Hund’, es faule Bagage, dat’s amoi wos arwat’n. 40 Jahr’ lang im Bett umanand flacka und iatzt zu uns umma kemma und unserne Hendln fressen. Du, i muass da aber sog’n, de ham keinen Humor. Den hams eahna austrieb’n.“ Aber wir wissen natürlich auch: „Das Wort Toleranz ist kein deutsches Wort. Es ist ein Fremdwort. Und ‚tolerieren’, ‚etwas tolerieren’ bedeutet so viel wie ‚etwas aushalten’.“ So viel zu Polt und seinem begabten Schüler Holm Putzke.
Eine letzte Frage habe ich aber noch. Nachdem die ja in der Aufzählung nicht vorgekommen sind: Braucht die Passauer CSU die ÖDP, die FDP, die Passauer Liste und den Atzinger? Und wenn ja, wofür?
Deine Kathi

Liebe Kathi!
Vermutlich wird die CSU bei der Kommunalwahl 2020 die absolute Mehrheit im Stadtrat wieder knapp verfehlen und dann kann man sich jetzt schon mal überlegen, ob man in drei Jahren noch zwei, drei andere Stadträte zum oppositionsfreien Durchregieren braucht. Die ÖDP scheidet wohl aus, weil ökologisch sind sie selber. Der Atzinger kommt auch nicht in Frage, weil verwirrt sind sie auch selber. Passauer Liste sind sie auch selber. Bleibt nur noch die FDP, weil liberal, nein, liberal – das sind sie selber ganz sicher nicht.
Kommen wir zur Bundes- und Landespolitik. In Bayern hat ja jetzt der Chef-Charismatiker Pronold den Stab, oder sagen wir besser: die rote Laterne, an die überaus bekannte und beliebte Natascha Kohnen übergeben, um seinem Ziel, die Bayern-SPD unter zehn Prozent zu bringen, endgültig näher zu kommen. Die Geschichte der SPD-Landesvorsitzenden ist eine Parallelentwicklung zu den deutschen Erfolgen beim Eurovision Song Contest. Seit Wilhelm Hoegner und Nicole kam nicht mehr viel nach. Im Bund wird es auch eng. Obwohl man seit Scharping weiß, dass Bartträger mit Sprachfehler niemals Kanzler werden können, hat man Martin Schulz zum Kandidaten gemacht. Glück auf!
Wofür man die Grünen noch braucht, wissen sie wahrscheinlich selbst nicht. Ökologisch sind ja die Anderen (siehe oben) alle selber und ob die Forderung nach Transgender-Toiletten als alleiniges Wahlkampfthema reicht, darf berechtigterweise bezweifelt werden. Die Grünen sind irgendwie die Toten Hosen der Politik. Der Schlager-Kasper Campino hat sich ja erst kürzlich geärgert, dass seine Kapelle, die seit Jahren nur noch Helene-Fischer-Musik macht, nicht mehr von jedem als Punkband wahrgenommen wird. Und den Grünen ist jeglicher Punk schon vor Jahren abhanden gekommen. Wahrscheinlich wird es irgendwann demnächst wirklich cool, die CSU zu wählen. Reingefallen, Georg, Andi, Holm – das war jetzt nur der Schluss-Gag.
Euer Tölpel


Donnerstag, 4. Mai 2017

Kolumne aus dem aktuellen Bürgerblick

Angeholmt und aufgeputzt                                   

Lieber Tölpel!

Holm Putzke. Wenn Du die zwei Wörter Holm und Putzke an eine Tafel schreibst, denkt der durchschnittliche Altbayer womöglich an einen Begriff aus dem Bauwesen – eine Aufputz-Balkenkonstruktion vielleicht – oder, abhängig vom Bildungsniveau, unter Umständen noch an eine Insel in Dänemark. Die Vorstellung, dass es sich hierbei um einen Namen handeln könnte, erfordert im Freistaat (Bayern) auf jeden Fall ziemlich viel Phantasie und Vorstellungskraft. Aber dazu später.

Ich habe mir soeben unsere Kolumnen der ersten Maiwochen 2016, 2015 und 2014 herausgesucht und begeistert festgestellt, dass diese spontane Idee intuitiv goldrichtig war. So hatten wir in der Mai-Ausgabe des Bürgerblicks 2014 ein kleines Politik-A-Z, in dem unter „C“ Folgendes zu lesen stand: „CSU. Ist in Passau leider von Saboteuren unterwandert, die zentrale Positionen besetzen.“ Wer das mangels tieferer Einblicke nicht versteht, muss beispielsweise unter „B“ weiterlesen.

„Buhmann, Evi. Hätte Bürgermeisterin werden können. Wollte aber die CSU nicht. Warum? Weiß kein Mensch außer Waschler, Scheuer und Dickl.“ Jetzt dämmerts langsam, nicht wahr? Saboteure, zentrale Positionen, Aufstiegsverhinderer. Alles klar? Wir können uns auch noch ansehen, was wir damals unter „J“ geschrieben haben: „Januar. Im Januar 2020 wird der Oberbürgermeisterkandidat der CSU von Ministerpräsident Andreas Scheuer bei einer Wahlkampfveranstaltung in Passau vorgestellt. Er heißt Armin Dickl und betreibt für seinen Hund eine Facebook-Seite. Der Chefredakteur der PNP, Franz Danninger titelt: Ausgelost oder erpresst? Dickl wird Dupper-Opfer.“

Die Ausgabe vom Mai 2015 ist nicht übermäßig erwähnenswert. Da gab es irgendeinen Popcorny von der Jungen Union, der sich kurzfristig und unerfolgreich im beliebten OB-Bashing versucht hat. Gegessen (sic!). Aber 2016 war dann der Steiner schon da – und zwar voll. Wöchentlich hat er dem Oberjürgen eine Sau zwischen die Beine getrieben.
Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Deine Kathi

Liebe Kathi!

Holm Putzke. Wenn Du die zwei Wörter Holm und Putzke an eine Tafel schreibst, ist jedem zeitgeschichtlich interessierten Menschen klar, dass da vor ein paar Jahren einer in Passau aufgeschlagen ist, der ziemlich was draufhat. Ich möchte sogar behaupten, dass das, was Strafrechtsprofessor Putzke z.B. zu Themen wie Beschneidung von Knaben oder Drogen-Prohibition äußert, mir in großen Teilen sehr gut gefällt. Und mit Wein und Schnaps kennt er sich auch noch aus. Dass er seine politische Heimat bei der CSU gefunden hat, ist – in dubio pro reo – durch seine bayerische Kulturferne exkulpiert.

Jetzt will dieser Holm Putzke aber gleich Kreisvorsitzender der Passauer CSU werden – mindestens. Wenn nicht gleich OB. In einem PNP-Interview hat er hierzu eine zumindest kryptische Antwort gegeben: „Bei uns gibt es viele gute Leute, die dafür in Frage kommen und wir werden zum richtigen Zeitpunkt entscheiden, wer unsere Heimatstadt 2020 wieder in Schwung bringen wird.“ Nachdem der erste Teil der Antwort aber nicht so richtig stimmt und wir Holm Putzke für einen selbstbewussten Mann halten, bleiben halt dann nicht mehr allzu viele übrig. Vielleicht weiß Herr Putzke Folgendes noch nicht, deshalb verraten wir ihm hier ein exklusives Geheimnis.

Das wird nämlich richtig schwer – also nicht die Tatsache, OB-Kandidat zu werden. Das wird leicht. Es geht auch nicht um die Frage, warum sich jemand, der einen wirklich schönen Beruf hat, so etwas antun will. Es geht um die großen drei Probleme: 1. Der sächsische Migrationshintergrund. Einschätzung: kleinstes Problem. 2. Der akademische Hintergrund. Einschätzung: nicht zu unterschätzendes Problem – bitte bei Prof. Oberreuter nachfragen. 3. Waschler. Einschätzung: Feind, Erzfeind, Parteifreund, Waschler – bitte bei jedem Passauer CSUler nachfragen.

Gern geschehen und viel Erfolg!

Euer Tölpel 

Mittwoch, 12. April 2017

Angekifft und aufgekokst                                   

Lieber Tölpel!

Unser Oster-Ich-war-mal-ein-bisschen-ein-Star-Bischof, der sich unter Häretikern schon lange einen gefürchteten Namen als Groß-Inquisitor gemacht hat, zeichnet ja nicht nur verantwortlich für Freudsche Zwangshandlungsveranstaltungen wie „Believe and Pray“ (B’n’P), „Fire and Sword“ (Fist) oder „Ablass and Exorzismus“ (Ass’n’Exi), sondern will auch die Neuevangelisierung vorantreiben. Nachdem es hierzu unter der aufgeklärten Bevölkerung teilweise eine nur sehr überschaubare Akzeptanz gibt, läuft das Neuevangelisierungsdings unter dem Codenamen „Crusade and Stake“ (Kreuzzug und Scheiterhaufen). Das war der Aprilscherz. Hoffentlich.

Dass man die Religion als eine universelle Zwangsneurose bezeichnen könnte, hat Freud ja ganz nett zu erklären versucht. Dass die völlig unkritische und weiterhin ausschließlich wohlwollende Berichterstattung in der Heimatzeitung über – in der sonstigen westlichen Welt mittlerweile überwundene – Peinlichkeiten wie die Osterschen Missionierungsversuche in der PNP auch im Jahr 2017 nach Christi Geburt munter fortgeführt wird, bestätigt eigentlich nur, dass das Scharfrichterhaus tatsächlich keinen Grund zum Feiern seines 40. Geburtstags hat. Man hat zwar bestimmt viel bewegt und in Passau ist es heller als vor 40 Jahren. Aber in Relation zur Restwelt, in der die PNP nicht das Meinungsdiktat innehat, ist es noch viel viel dunkler. Saudi-Arabien ausgenommen.

Hier gibt es keine Aufarbeitung, hier gibt es noch nicht einmal eine Diskussion. Einmal gab es einen Leserbrief, in dem ein ehemaliger Inhaftierter von St. Max über seine Leiden berichtet hat. Reaktion – null. Selbst bei den Regensburger Domspatzen werden Ermittlungen durchgeführt. In Passau genießen die damaligen Folterer immer noch höchste Reputation. Die prügelnden Theologen, die sadistischen Klosterschwestern – alles unterm Teppich. Und wenn sie dann gestorben sind, werden sie noch mal gelobt. Das ist das katholische Mutter-Teresa-Prinzip. Vom Zwangsneurotiker zum Heiligen.

Deine Kathi


Liebe Kathi!

Dunkeldeutschland ist überall. Nicht nur im Osten. Aber lass mich das Thema wechseln. Ich habe in der PNP vom 1. April folgendes gelesen: Es wurde Diebesgut in Höhe von einer Million Euro sichergestellt. Bravo! Es wurden zig gestohlene Fahrzeuge gestoppt. Bravo! Es wurden an die hundert Waffen aus dem Verkehr gezogen. Bravo! Es wurden über hundert Haftbefehle vollstreckt und ein Mörder festgenommen. Bravo! Ich bin ein Fan der bayrischen Polizei. Das hat alles einen Sinn für unser Gemeinleben und macht die Welt vielleicht sogar ein bisschen sicherer. Vielleicht.

Im selben Artikel habe ich übrigens gelesen, dass im Vergleich zu 2015 (knapp 8 kg) im Jahr 2016 exakt 231 kg „Rauschgift“ (davon ca. 99,9 % Marihuana) konfisziert wurden. Jetzt habe ich folgende Frage: Was wäre passiert, wenn die hocherfolgreichen Polizisten die enorme Menge von 231 kg „Rauschgift“ nicht konfisziert hätten? Wäre dann einer mehr traurig gewesen? Wäre dann einer mehr gestorben? Wäre dann die Stadt Passau „rauschgiftsüchtig“ geworden? Wäre dann die Welt ein kleines bisschen besser geworden? Antwort: nein.

Und wenn wir schon dabei sind. Welcher Schwachkopf (oder überambitionierte Beamte im gehobenen bis höheren Dienst, wenn überhaupt) ordnet an, eine Land-Disco (sic!) zu überfallen, junge Menschen ohne Verdacht untenrum zu untersuchen, zu kasernieren und dann zu verkünden, die Operation wäre ein Erfolg gewesen? Statt sich auf den Landstraßen um die besoffenen Totfahrer zu kümmern? Der Schwachkopf hat doch keine Ahnung. Hat er doch. Ist ihm aber egal. Betrunken Auto fahren – akzeptiert. Unter Speed randalieren – weg! Haschisch ist des Teufels und mit Kokain bist du fast schon tot. So sieht man das hier. Weit weg von der Zivilisation...


Euer Tölpel