Sonntag, 1. April 2018

Kolumne Bürgerblick April 2018


Angetagged und angesabbert                               

Lieber Tölpel!

Der Spitzenkandidat der bayerischen FDP, Martin Hagen, hat die CSU mit Nokia verglichen. Erklärt hat er das damit, dass Nokia ein Beispiel dafür wäre, „wie schnell man heute als Marktführer absteigt.“ Hierzu muss man wissen, dass Nokia irgendwann mal Papierprodukte und Gummistiefel verkauft hat, dann mit Mobiltelefonen recht erfolgreich war und 2017 immerhin knapp 24 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat – wohlgemerkt nach 11 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2014. Die CSU hatte in Umfragen im November letzten Jahres 37 bis 38 Prozent und steht aktuell wieder bei 43 Prozent, während die bayerische FDP im November bei acht bis neun Prozent stand und sich derzeit bei fünf bis sechs Prozent einpendelt. Womit wird man dann wohl die aktuelle FDP mit ihrer parteiprogrammatischen Schwerpunktsetzung demnächst vergleichen? Mit Betamax oder mit Video 2000?

Und wer ist dann eigentlich die SPD? Die dümpelt seit Ende letzten Jahres stabil bei 15 Prozent und solange keiner bemerkt, dass Natascha Kohnen Spitzenkandidatin ist, wird die Zehn-Prozent-Marke wohl auch nicht nach unten durchbrochen werden. Aber was wenn? Also wenn das mit Frau Kohnen jemand merkt? Macht wahrscheinlich auch nichts, weil die 15 Prozent, die in Bayern noch SPD wählen, denen ist eh alles egal. Außerdem wurde sogar bei der letztjährigen Bundestagswahl in Bayern vereinzelt SPD gewählt und das trotz Pronold. Vielleicht sollte sich die SPD am besten mit dem Dschungelcamp vergleichen. Die Kandidaten kennt kein Mensch und wenn man sie im Fernsehen kennenlernt, wird einem angst und bange. Aber die Einschaltquote liegt dauerhaft weit über 20 Prozent ­– eine schöne (Wunsch-)Parabel für die bayerischen Sozis!

Fällt Dir eigentlich zur Jungen Union ein Vergleich ein? Die gehen nämlich mit ihrem großen Vorsitzenden Holm Putzke zum Lasertag spielen. Ich musste erst mal googeln, was Lasertag überhaupt ist, habe es aber leider nicht verstanden.

Jugendorganisation der NRA?

Deine Kathi


Liebe Kathi!

Ich verstehe es auch nicht, zitiere aber gerne (wörtlich!) unsere Plagiatoren aus der PNP: „Die Junge Union hat für heute eine Veranstaltung in Facebook gepostet. Darin heißt es: ‚Diesen Samstag gehen wir Lasertag spielen. :-) Mit dabei ist auch unser CSU Kreisvorsitzender Holm Putzke. Lasst euch die einmalige Chance, den CSU Kreisvorsitzenden abzuschießen, nicht entgehen. ;-)’. Ist doch witzig. Was der Herr Professor so alles mitmacht. Eigentlich sollten da ja auch die wirklichen Gegner auftauchen, vielleicht die Jusos, die könnten sich dann schon mal einschießen auf den möglichen CSU-OB-Kandidaten.“

So oft ich es lese – ich verstehe praktisch gar nichts. Von wem oder was sollten die Jusos oder die Junge Union „wirkliche Gegner“ sein? Was ist der Unterschied zwischen :-) und ;-) im vorliegenden Kontext? Wieso sollte die Chance, „den CSU Kreisvorsitzenden [fehlender Bindestrich im Original] abzuschießen“, einmalig sein? Und was ist daran witzig, „was der Herr Professor so alles mitmacht“? Hier ist gar nichts witzig, außer dass Stefan Rammer so etwas witzig findet. Aber das ist fast schon wieder traurig.

Apropos schlechter Sex und Kompensationsversuch. Ich weiß ja nicht, ob Alexander Kain die Bildunterschriften zu seinen Artikeln selbst textet. Aber irgendwer muss das ja hingeschrieben haben: „Agrarministerin Michaela Kaniber zieht im Landtag die Blicke mancher Männer auf sich.“ (PNP, Seite 3, 22.03.2018) Da wird ernsthaft über jeden Schwachsinn diskutiert: Gendering der Nationalhymne, geschlechtsneutrale Anrede (in Berlin heißt es jetzt Radfahrende!), Toiletten für 58 verschiedene Geschlechter, usw. usf. Dass irgendwelche PNP-Redakteure bei der Vorstellung einer Staatsministerin auf die Tastatur sabbern und das dann auch noch so in Druck geht, sollte eigentlich im Jahr 2018 als das größere Problem erkannt werden.

#MeAusnahmsweiseToo

Dein Tölpel


Dienstag, 6. März 2018

Hier die beiden letzten Kolumnen aus dem Bürgerblick

Bürgerblick März 2018

Angedacht und aufschoben                                   

Lieber Tölpel!

In der PNP habe ich gelesen, dass Passau jetzt das Prädikat „demenzfreundliche Stadt“ trägt. Das fand ich interessant, ist ja aber nichts neues. Der Passauer ist nämlich schon über die Maßen demenzfreundlich. Er lässt sich zum Beispiel in regelmäßigen Abständen von der Stadtverwaltung ein Marketingkonzept vorlegen und merkt nicht, dass da immer das Gleiche, bzw. eigentlich gar nichts Substanzielles drin steht. Weiter geht das demenzfreundliche Spiel dann wieder spätestens im Kommunalwahlkampf zur Wahl 2020.

Da fordern dann wieder sämtliche Stadtratsbewerber ein modernes Marketingkonzept, ein Tourismuskonzept, ein kombiniertes Marketing-Tourismus-Konzept, ein Verkehrskonzept, ein Kongressstadt- und Messekonzept und irgendwas Schönes mit Wasserspielen in der Innenstadt, um das alles spätestens im April 2020 wieder demenzfreundlich zu vergessen. Abgesehen davon – frag mal unsere 44 Stadträte, pardon: Stadtratende (so viel Gender-Bewusstsein muss sein), was denn ein Marketingkonzept sein könnte oder was sie sich zumindest darunter vorstellen. Genau – da werden die meisten bloß blöd schauen. Da könnte man sie ja gleich fragen, ob sie eine Bilanz lesen können oder wissen, was Außenbereich bedeutet.

Dem Konstrukt „Konzept“ wohnt ja sui generis das Problem inne, dass, selbst wenn etwas Vernünftiges drin stünde, das noch lange nicht heißt, dass es auch irgendwann mal zur Umsetzung kommen muss. Der Sinn des Konzepts ist ja auch eher der, ganz ordentlich besoldeten Verwaltungsbeamten eine Existenzberechtigung zu geben. Zentrale Forderung eines solchen Konzepts (wie eben auch des gegenständlichen Marketingkonzepts) ist übrigens axiomatisch, dass mindestens eine, besser mehrere Arbeitsgruppen sowie ein Beirat gegründet werden sollen. Immer, ohne Ausnahme. Merke: Ein Konzept ohne Arbeitsgruppen und Beirat ist kein Konzept. Die Arbeitsgruppen und der Beirat machen das dann schon mit dem Stadtmarketing – also wenn sie dann mal gegründet sind.

Und dann meint der Steiner frech, dass er hier veräppelt wird. Hat der noch nichts von der demenzfreundlichen Stadt gehört?

Deine Kathi


Liebe Kathi!

Der Steiner hat übrigens im Bezug auf die Tourismuszahlen auch gesagt, dass die Stadt hier stolz auf etwas ist, was sie im besten Fall nicht verhindern kann. Ich würde noch weiter gehen. Schicken wir doch die städtischen Tourismus-Experten (sic!) mal zwei Jahre in den Urlaub (sic!) und dann schauen wir uns an, ob sich irgendwas geändert hat oder ob ein Tourist weniger gekommen ist. Das wäre doch einmal ein revolutionäres Konzept (sic!) und zwar eins ohne Arbeitsgruppen und Beiräte. Wenn sich das Ganze bewährt, schaffen wir dann auch gleich noch den Stadtentwicklungsausschuss ab. Und den Wirtschaftsausschuss und den Kulturausschuss. Und dann vielleicht noch die SPD-Fraktion, weil die braucht der Oberjürgen auch nicht so dringend.
Der findet es übrigens hochnäsig, wenn man sich über Original Passau Cuckoo Clocks aufregt. Ich habe auf Mallorca mal eine Mädchengruppe am Strand gesehen, die ist um eine Schwimminsel herum gelegen, die in der Mitte einen Zwei-Meter-Penis hatte. So etwas könnte man doch hier auch verkaufen. Original Passau Flood Lifeboat. Oder Heilwasser. Heilwasser geht immer gut. Ich schwöre, ich hatte letzte Woche um halb drei Uhr früh eine Marienerscheinung an der Donau. Organic Passau Healing Water, bishop-consecrated quality, der Liter im Sale zu 9,99.

Apropos demenzfreundlich. Nachdem ja derzeit zumindest nicht ausgeschlossen ist, dass der Scheuer Andi Verkehrsminister wird, müsste man sich da nicht daran erinnern, dass es in den letzten Jahren haufenweise Ideen und Forderungen bzgl. Anger, Tunnelbauten und Parkkonzepten gab. Die sollte man aber jetzt schleunigst zusammentragen und –schreiben, weil sonst bringt die Ära Scheuer nur ein Verkehrsprojekt: die Nordtangente. Aber ich fürchte, das andere Verkehrskonzept wird erst fertig, wenn der Andi in Pension geht.

Verkehrsprobleme sind mir schnuppe, ich bilde eine Arbeitsgruppe. Und weil gut Ding halt Weile hat, gibt’s auch noch den Verkehrsbeirat.


Dein Tölpel

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Bürgerblick Februar 2018


Abgekotzt und aufgelaufen                                   

Lieber Tölpel!

Konservengeneral Gargamel Greipl hat mal wieder das getan, was er am liebsten macht. Sich selbst in Szene gesetzt, herumgeschimpft und dem überregionalen Süddeutschenleser mitgeteilt, was er ansonsten meist nur auf lokaler Ebene herausbellen darf: Alles Deppen außer Greipl. Oder anders gesagt: Die Stadt schläft, Greipl wacht. Leider macht das ein Mitglied des Mangold-Versorgungsclubs mit dem Ö nicht glaubwürdiger, wenn er in der SZ groß auf die Pauke haut und zuhause nicht nur mit seinen Gesamtstadtrats-, sondern auch mit seinen Fraktionskollegen hilflos abwartet, was in der Stadt weiter so passiert.

In einem hat er ja recht: Natürlich ist der Passauer ständig genervt von schlurfenden Untoten, die die Altstadtgassen verstopfen. Natürlich hätte man lieber andere Geschäfte als Kuckucksuhren- und Deppenhut-Shops zwischen Paulusbogen und Ortspitze. Und selbstverständlich sind dauertuckernde Schiffsmotoren eine Zumutung für jeden Bürger, die man schnellstmöglich zumindest auf ein Mindestmaß beschränken sollte. Aber sich hinzustellen und zu postulieren, die Stadt müsse das stoppen und den Tourismus regulieren, ist ein bisschen arg einfach. Dann soll er halt bitte einen Vorschlag machen, der Konservengeneral a.D., wie man das regulieren könnte und nicht so tun, als gehöre er nicht zur „Stadt“.

Was soll denn bitte die Lösung sein? Ein Dackelmuseums- und Kuckucksuhrenverbot in der Altstadt? Oder glaubt jemand, eine Kontingentierung von Kreuzfahrtschiffen würde dazu führen, dass statt Kuckucksuhren Kunsthandwerk und statt Leberkäs-Kraut-Burgern Bio-Gemüse verkauft wird? Vielleicht hätte man schon vor vielen Jahren darüber nachdenken sollen, wie man anspruchsvollere, wertschöpfendere und damit „wertvollere“  Touristen nach Passau bringt. Und ganz bestimmt kann man sich nicht über Touristenschwärme in der Altstadt aufregen und ihnen gleichzeitig die Seilbahn zum Oberhaus verweigern.

Aber ist da überhaupt noch wer dagegen? Ach ja, stimmt – die ÖDP.

Deine Kathi


Liebe Kathi!

Gut gegeben. Allerdings würde ich noch gerne ein paar Ergänzungen anbringen. Von Greipl und seinen orangefarbenen Kumpels hat man tatsächlich keine Verbesserungsvorschläge gehört. Trotzdem ist halt nicht der Konservengeneral OB (puh, ich will es mir gar nicht vorstellen), sondern immer noch der Oberjürgen. Die ganze Geschichte mit einem „Schmarrn“ abzutun und damit anzudeuten, alles wäre in bester Ordnung, ist da schon auch etwas dürftig. Außerdem – die Stadtführer, die sich jetzt über den Greipl aufregen, könnten selbst viel zur, zumindest leichten, Entspannung der Situation beitragen, wenn sie ihren River-Cruise-Zombies klar machen würden, dass es den Locals immer pressiert und die jetzt hier mal schnell vorbei müssen.

Faschingsprinz Söder war übrigens in Passau und hat gleich mal wieder jedem alles versprochen. Genauso, wie es halt der CSUler seit jeher macht und wie es ebenfalls seit jeher beim CSU-Wähler (bis vor kurzem zumindest) mit Begeisterung aufgenommen wird. Mehr Polizei, mehr Unterstützung für Eigenheimbauer und Pflegende von Angehörigen, mehr Förderung für den ländlichen Raum, kurz: mehr Freibier für alle. Der Nicht-CSU-Funktionär fragt sich da allerdings schon, wer denn bisher in Bayern an der Regierung war (Alleinregierung!) und warum die das nicht schon alles früher mal gemacht haben. Aber warum sich mit kleingeistiger Kritik aufhalten, wenn es doch wieder so schön war.

Der Waschler durfte dann natürlich ein bisschen Konzerthaus, neue Behörden und noch mehr Freibier für alle „fordern“, Holm Putzke durfte sich als Kommunalpolitiker im Praktikum profilieren und auch was fordern: z.B. Straßen, Weltfrieden, das Oberbürgermeisteramt in Passau und der Scheuer Andi hatte wieder mal eine tolle Frisur und ließ gönnerhaft die anderen schaulaufen. Business as usual.

Und jährlich grüßt das Murmeltier.

Dein Tölpel


Sonntag, 31. Dezember 2017

Im Weihnachtsgottesdienst, Teil 2

Den Teil 1 der Geschichte finden Sie unter diesem Beitrag.

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Bernhard: Glückauf, Genossen!

Oberjürgen: Börni, wo kommst denn Du so spät her?

Bernhard: Ich hab die Gunst der leeren Gassen genutzt und am Residenzplatz ein paar Autoreifen zerstochen.

Markus: Warum?

Oberjürgen: Womit?

Bernhard: Zlatoust, russisches Kampfmesser, 20 cm Klingenlänge, 5 mm Klingenbreite. Damit schneide ich ihm, wenn mir später danach ist, noch ein Loch in die Motorhaube.

Markus: Warum?

Oberjürgen: Warum Motorhaube?

Bernhard: Stimmt. Dach wär cooler.

Die Erika: Ihr habts einen wirklich komischen Humor. Des war doch jetzt Spaß, oder?

Bernhard: Freilich, Erika. Hab ich was versäumt, Genossen?

Urban (hysterisch): Ich bin kein Genosse!

Bernhard: Ach, er is a do.

Oberjürgen: Danke, Börni, jetzt hat er wenigstens zum Beten aufg'hört.

Der Krassprediger: Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden.

Oberjürgen: Ist das auch Teil Deiner Jobbeschreibung, Markus? Dämonen austreiben?

Markus: Ich bin kein Exorzist, sondern...

Oberjürgen: ... Escort-Sissy!

Die Erika: Ich schmeiß mich weg.

Urban: Haltet doch endlich den Mund! Ihr seid so widerlich und primitiv.

Der Krassprediger: Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.

Armin: Was glaubst denn jetzt Du, Andi? 

General: Na, getauft bist ja hoffentlich. Das könnte Dich retten. Har har har.

Armin: Ich mein doch, wie wir des machen, dass ich OB werd.

General: Da kann man nichts machen.

Armin: Was? Aber Du hast doch gesagt...

General: Da kann man gar nichts machen. Das geht von allein.

Armin: Von allein? Echt?

General: Pass auf. Jetzt hak mal gedanklich 2020 ab. Oder willst lieber Du gegen den Dupper verlieren als der Putzke?

Armin: Nicht unbedingt.

General: Genau. 2026 bist Du immer noch ein junges Talent und der Putzke gibt bis dahin sämtliche StGB-Kommentare raus, hat zweimal den Ironman in Hawaii gewonnen, hat ein Weingut und ein Gestüt in Sachsen, war im Dschungelcamp und interessiert sich einen Scheißdreck fürs OB-Amt in Passau.

Armin: Meinst? Und wenn er gewinnt?

General: Har har har.

Armin: Aber vielleicht willst Du ja 2026?

General: Dicki, mit dem, was ein OB verdient, kann ich nicht mal meine Oldtimer tanken.

Armin: Super-Plan. Danke, Andi.

Der Krassprediger: Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Und da steht weiter ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.

Christian: Das war Pulp Fiction. Ist der Bischof auf Gras? Servus beieieinand. 

Oberjürgen: Servus. Setz Dich mal rechts neben mich. Da drüben links sitzt der Börni. Wo kommst denn her so spät?

Christian: Mir hat irgendwer die Reifen aufgestochen.

Oberjürgen: Abgründe. Das waren sicher die von der CSU.

Christian: Warum sollten die sowas tun?

Oberjürgen: Oder die Jusos.

Urban: Ich kann das alles nicht mehr aushalten.

Der Krassprediger: Und die Tatzen des Tieres werden groß sein und schwarz, und seine Augen werden rot sein vor Blut lebender Kreaturen. Ich sage euch: ganz Babylon wird sich erheben und eine dreiköpfige Schlange. Und es wird im ganzen Land ein Scheuern und Schleifen, ein Reiben und Schubbern von aneinander klebenden Teilen geben. Diese Teile werden wieder auseinander fallen...

Holm: Das ist aus "Leben des Brian".

Georg: Wie bitte?

Holm: Was er gerade gesagt hat. "Leben des Brian", Brians Flucht.

Georg: Da musst Du Dich täuschen. Das wär ja...

Holm: ... sonderbar.

Georg: Ganz was anderes. Wie findest Du meinen Presseerklärungsentwurf?

Holm: Welchen? 

Georg: Den zum Achleiten-Christdobl-Schalding-Tunnel.

Holm: Inhaltlich okay, aber ich habe "Verhinderer" durch "Autokraten", "Nichtstuer" durch "Sesselfurzer" und "die keine Visionen haben" durch "die keine Eier haben" ersetzt. Und dann nur noch "Stadtführung" durch "Tyrannei" und "Verantwortliche" durch "Schuldige". Aber sonst gut, wobei wir noch die Kastenreuth-Voglau-Spange aufnehmen könnten.

Georg: Und die Sache mit der Wasserrutsche vom Oberhaus zur Ortspitze?

Holm: Heben wir uns auf für die Pressemitteilung zur Umstellung des ganzen ÖPNV auf Seilbahnen.

Georg: Oder wir kombinieren es mit den Highline-Fahrradwegen.

Der Krassprediger: Neun Kriege. Nicht zwei oder drei oder fünf, es werden neun sein. Und das Schwert wird schwingen über allen elenden Sündern, und das ist genau das was sie sind, Herr. Und das Horn soll auf dem Haupt sein, und es hat neun Spitzen. Und das Schwert wird alles enthaupten: zack und zack und zack.

Christian: Ich und meine Frau sind Brian. Was redet denn der?

Markus: Mir gefällts. Das ist sehr metaphorisch.

Die Erika: Ich finds lustig. Das Horn soll auf dem Haupt sein.

Urban: Enthaupten, enthaupten. Zack, zack, zack.

Oberjürgen: Sie sind alle so dumm und ich bin ihr Chef.

Der Krassprediger: ...also ich wollte sagen, das etwa zu dieser Zeit die Verwirrung durch die, ähm, und die Verwirrung wird alljene verwirren, die nicht wissen, ähm, und niemand wird wirklich genau wissen, wo diese kleinen Dinge zu finden sind, die verknüpft sind mit einer Art von Handarbeitszeug, das durch die Verknüpfung verknüpft ist.

Armin: Du, Andi, wir wollten uns amal bedanken und Euch einladen. Für das, was Du alles für mich getan hast. Könnts auch gern die Hundis mitnehmen.

General: Super, danke, ok.

Armin: Wie täts Euch denn passen am...

General: Sorry, Termin, keine Zeit.

Armin: Schad.

General: Macht ja nix. Holen wir nach. Wenn Du OB bist. Har har har.

Armin: Ja, super. Ich wünsch Dir jetzt schon ein spitzenmäßig tolles Neues Jahr!

General: Ich mir auch, danke. 

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Der Präsident wünscht nicht nur dem Andi, sondern allen Lesern ein glückliches Neues Jahr!

gez. Der Präsident

Samstag, 30. Dezember 2017

Im Weihnachtsgottesdienst, Teil 1

Oberjürgen: Schön aufpassen, gell. Jetzt wo Du der Privatsekretär vom Bischof bist, fragt er Dich bestimmt nachher ab.

Markus: Ich bin Visitationssekretär.

Oberjürgen: Visi? Sag ich doch: die Sissy vom Bischof.

Die Erika: Visitations-Sissy. Hört sich spannend an. Puh.

Markus: Mei, seids Ihr lustig. So lustig find ich das gar nicht.

Urban: Gegrüßet seist Du, Maria.

Holm: Sag mal, das ist jetzt schon ein bisschen übertrieben, dass ich jetzt hier auch noch antanzen muss.

Georg: Schmarrn. Das ist das absolut Mindeste. Eigentlich solltest Du konvertieren. So wie der OB.

Holm: Ach, der ist Konvertit?

Georg: Ja, vom Saulus zum Paulus. Erklär ich Dir später mal. Pssst, Predigt.

Der Krassprediger: Liebe Schwestern, liebe Brüder...

Oberjürgen: Für den immer noch: Herr Oberbürgermeister.

Urban: ... voll der Gnade, der Herr ist mit Dir.

Der Krassprediger: ...  Jesus warnt seine Jünger darin vor den Menschen: Sie werden von ihnen vor die Gerichte gebracht, sie werden gefoltert werden, sie werden getötet werden...

Armin: Hast Du Deine Hund' auch was zu Weihnachten geschenkt? Die Emmi hat einen Instagram-Account gekriegt.

General: Hä?

Armin: Ob Deine Hund' was zu Weihnachten gekriegt haben.

General: Eine Dobrindt- und eine Weber-Puppe.

Armin: Hi hi. Keine Söder-Puppe?

General: Was? Wie? Warum? Söder – guter Mann!

Armin: Echt? Aber der Horst...

General: Sei stad. Ich will jetzt die Predigt hören.

Der Krassprediger: ... aber er stirbt wie sein Herr: Indem er für seine Mörder betet.

Urban: Du bist gebenedeit unter den Frauen...

Oberjürgen: Hör halt amal mit dem Gefrömmel auf, Urban.

Markus: Hast Du was gegen Frommsein?

Oberjürgen: Passt schon. Lass gut sein. Aber er solls halt leiser machen. Die Leut schauen schon.

Die Erika: Mir geht diese Sissy-Sache nicht mehr aus dem Kopf.

Der Krassprediger: ... und von den vielen Märtyrern, für die wir heute auch beten.

Holm: Märtyrer? Das sind doch die mit den Sprengstoffgürteln und den Jungfrauen. Für die beten wir jetzt?

Georg: Nein, für die christlichen.

Holm: Und die haben keine Sprengstoffgürtel?

Georg: Nein, das sind die guten.

Holm: Okay.

Der KrasspredigerUnd wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.

Urban (schluchzt): ... und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.

Oberjürgen: Jetzt übertreibt er's langsam. In alle Ewigkeit verloren. Gehts noch?

Markus: Das musst Du metaphorisch sehen.

Der KrasspredigerWenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, so nehmt ihn nicht ins Haus und grüßt ihn nicht. Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.

Holm: Starker Tobak.

Georg: Das musst Du metaphorisch sehen.

Der Krassprediger: Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 

Armin: Also predigen kann er super. Heulen und Zähneklappern, Schwert bringen. Glaubst, dass der das alles selber schreibt?

General: Das sind Bibel-Zitate.

Armin: Ach so, genau. Bergpredigt, oder?

General: Bestimmt.

Der KrasspredigerEine Frau aber, die betet oder prophetisch redet mit unbedeckten Haupt, die schändet ihr Haupt; denn es ist gerade so, als wäre sie geschoren.Will sie sich nicht bedecken, so soll sie sich doch das Haar abschneiden lassen! Weil es aber für die Frau eine Schande ist, dass sie das Haar abgeschnitten hat oder geschoren ist, soll sie das Haupt bedecken.

Gast aus Irak: Ey, voll krasses Statement, Mann.

Gast aus Afghanistan: Hab ich Dir gesagt, Mann. Gehen wir Dom, schauen wir krasse Ostermann.

Der Krassprediger: Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürgt sie vor mir! 

Oberjürgen: Metaphorisch, oder?

Markus: Das finde ich jetzt auch ein kleines bisschen explizit. Da frag ich später nach.

Der Krassprediger: Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sie sei still.

Holm: Wie das seine Frau wohl findet?

Georg: Ein katholischer Bischof hat keine Frau.

Holm: Echt? Sondern?

Georg: Der ist polya..., der lebt in einer WG.

Holm: Also so kommunenmäßig? Ihr seid echt abgefahren, Ihr Katholen.

Georg: Nein, nein. Mit einer Nonne, einem Freund und einer Mitte-Zwanzigjährigen.

Holm: Ja klar, versteh schon. He he, abgefahren. Vielleicht sollte ich Bischof statt OB werden.

Der Krassprediger: So spricht der Herr: Siehe, ich will Unheil über dich kommen lassen aus deinem eigenen Hause und will deine Frauen nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, dass er bei ihnen liegen soll an der lichten Sonne. 

Die Erika: Also das find jetzt langsam sogar ich sexistisch. Oder, Urbi?

Urban (weinend): Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Oberjürgen: Also sexistisch bin ich ja auch gern mal, aber die Frauen von allen meinen Feinden nehmen – pfui Deifi.

Die Erika: Hast Du leicht Feinde, Jürgen?

Oberjürgen: Oderint dum metuant.

Die Erika: Was?

Markus: Die paar Querulanten, die unseren OB nicht mögen, sollen wenigstens Angst haben vor ihm.

Die Erika: Heißt das, dass alle, die vor ihm Angst haben, ihn nicht mögen?

Markus: Auf keinen Fall. Ich mag ihn.

Der KrasspredigerGott frisst die Völker, die ihm Feind sind, er zermalmt ihre Knochen. 

Armin: Schau mal, Andi, wie der Georg und der Professor schon wieder tuscheln. Das g'fällt mir nicht.

General: Scheißegal.

Armin: Wie meinst "scheißegal", Andi?

General: Die sind so over, das wissen die nur noch nicht.

Armin: Meinst echt? Aber die machen doch immer alles. Die ganzen geilen Geschichten. Silvester, Innsteg, Konzerthaus.

General: Noch.

Armin: Wie meinst "noch", Andi.

General: Setze dich an einen Fluss und warte, bis die Leichen deiner Feinde vorbei treiben.

Armin: Welchen Fluss denn?

General: Mann, metaphorisch. So hab ich es immer gemacht. 

Armin: Wie?

General: Abwarten, bis die anderen scheitern. Und niemals, niemals!, eine Meinung haben!

Armin: Aber Du hast doch jeden Tag eine ande..., neue Meinung.

General: Dicki, Du musst noch viel lernen.

Armin: Ja, Andi, von Dir!

Der Krassprediger: Ach Gott, wolltest Du doch die Gottlosen töten!

Holm: Gesehen? Da drüben sitzen der Fraktionstrottel und der Generalintrigant.

GeorgDie sind so over, das wissen die nur noch nicht.

Holm: Echt, meinst Du? Kriegen wir die auf Linie?

Georg: Never. 

Holm: Aber das ist ja schlecht für uns, oder?

Georg: Mei, Holm, das lern ich Dir schon noch. Jetzt musst bloß noch fragen, ob wir den Waschler auf Linie kriegen.

Holm: Kriegen wir?

Georg: Schau mal, Ihr habt doch im Osten die Stasi gehabt.

Holm: Ja, schlimm.

Georg: Nein, harmlos. Aber belaste Dich damit nicht.

Der KrasspredigerWenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold.

Holm: Aber ich werde doch OB?

Georg: Sicher, Holm.

Holm: Sicher?

Georg: Ganz sicher.

Der Krassprediger: Aber das Volk drinnen führte er heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen.

Armin: Du, Andi...

General: Was denn?

Armin: Du hast doch immer gesagt, dass ich OB werde...

General: Freilich, Dicki, freilich.

Armin: Aber wann denn, Andi?

General: Mei, 2032 vielleicht, har har har.

Armin: Jetzt verarscht Du mich schon wieder.

General: Nein, Dicki, ich erklärs Dir gleich.

Der KrasspredigerWenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.

Die Erika: Sog amoi, is der homophob, der Bischof?

Oberjürgen: Null, der ist unfehlbar. Spaß abseits, der ist omniphob.

Die Erika: Was? Der mag keine Omas? Wir zwei schon, gell Jürgen, Omas sind unser Hauptgeschäft.

Oberjürgen: Weiche, Satan, ha ha, die wehren sich wenigstens nicht.


Und wie der Armin erfährt, wie es weitergeht, erfahren Sie demnächst hier.