Mittwoch, 3. Juli 2019

Ähm

Ich muss das erstmal verarbeiten, bis ich zu allem was schreiben kann.

prä

Samstag, 20. April 2019

Believe and pray

Ich habe mir die Mühe gemacht, die gestrige Online-Publikation des Passauer Bischofs von vorne bis hinten durchzulesen.

Abgesehen davon, dass der Text vom Aufbau her, sprachlich und inhaltlich vollkommen verschwurbelt, konfus und quälend redundant ist (wie immer), möchte ich versuchen, einzelne mir halbwegs verständliche Behauptungen zu kommentieren.

Da verteidigt ein noch nicht so alter Mann, der die Welt nicht versteht, weil er sich schon vor langem in seine Scheuklappen-Religiosität hinein geflüchtet hat, einen ziemlich alten Mann, der die Welt noch nie verstanden hat, weil er noch nie in der richtigen Welt gelebt hat. Der eine glaubt, dass "Believe and Pray" die Menschen besser macht. Womöglich glaubt er es wirklich. Der andere stellt Behauptungen auf, die man wohlwollend als seinem Alter geschuldet wahrnehmen könnte, wüsste man nicht ganz genau, dass dem Austrags-Papst wohl bekannt ist, dass Übergriffe und Prügelorgien bei den Domspatzen und anderswo nicht von irgendwelchen 68ern begangen wurden. Notfalls könnte er seinen Mittäter-Bruder fragen.

Worum geht es also in Osters Karfreitags-Depesche? Möglicherweise wäre der Text verständlicher, wenn man irgendetwas Pseudowissenschaftliches wie Theologie oder Parapsychologie studiert hätte – aber nicht einmal da bin ich mir sicher. 


Zitat Oster: "Macht, Sex und Geld sind zu allen Zeiten die großen und bleibenden Herausforderungen des Menschen gewesen und das Evangelium ist in allen diesen Punkten sehr klar und sehr ausdrücklich: diejenigen, die an Jesus glauben, sind herausgefordert und eingeladen Ihm zu folgen in der Absage an eine Macht, die andere beherrschen will, in der Absage an ein Besitzen, das hinderlich ist für den Eintritt in das Reich Gottes, und in der Einladung die Kraft und Schönheit von Sexualität dort zu leben, wo sie der Liebe und dem (neuen) Leben dient und nicht, wo sie sich zuerst von egozentrischer Triebhaftigkeit bestimmen lässt." Abgesehen davon, dass kein Mensch, der nicht in Osters, sondern in der richtigen Welt lebt, versteht, in welchen Fällen Oster Sexualität für schön hält und wann egozentrische Triebhaftigkeit beginnt, verstehe ich ihn so, dass Macht, Sex und Geld ein Problem darstellen. Dann, Bischof Oster, schaffen Sie sofort die Katholische Kirche samt Vatikan, Papst, Kardinälen, Glaubenskongregation etc. ab und fangen noch einmal bei Null nach Christus an. Macht, Sex und Geld waren seit jeher tragende Säulen Ihres Vereins – neben Sklaverei, Folter, Völkermord usw.

Oster schreibt weiter: "Der Märtyrer glaubt: „Es gibt eine Wahrheit, die größer und tiefer ist als ich selbst. Und sie ist da. An ihr misst sich mein Leben und mein Verhalten. Für diese Wahrheit allein kann ich leben – und sterben!“ Genau das hat sich Anis Amri wohl gedacht, als er den Sattelzug in den Weihnachtsmarkt gelenkt hat. 

Was ich aus Osters verschwurbeltem Text aber tatsächlich herauslesen kann, ist seine sektiererische, immer wieder vorgetragene Behauptung, der Mensch kann Gut und Böse nicht unterscheiden, wenn er nicht an Gott glaubt. Nein, er kann es noch nicht einmal dann, wenn er die dauerhafte Anwesenheit Gottes nicht erkennt. Das ist nicht nur eine Beleidigung aller Menschen, die diesen Religionsquatsch überwunden haben, sondern eigentlich bereits Hassrede – Hate Speech.

Dass diese Behauptung vollkommener Unsinn ist – um das zu sehen, braucht es keinen theologischen oder sonstigen Diskurs. In der Welt, in der ich lebe, begingen und begehen Menschen Terroranschläge, Morde, Völkermorde und alles Böse, was man sich vorstellen kann, obwohl sie an die dauernde Anwesenheit eines Gottes glauben und ganz oft auch, WEIL sie an ihren Gott glauben – und das sind nicht nur Islamisten. 

Vielleicht ist es ja anders herum – wer immer nur an irgendetwas glaubt ohne nachzudenken, verliert das Urteilsvermögen dafür, was gut und was böse ist. 

Frohe Ostern!

Freitag, 8. März 2019

Heute in einem Passauer Lebensmittelmarkt

Durchsage: "Liebe Kundinnen, heute ist Weltfrauentag. Aus diesem Grund erhalten Sie das Netz Speisekartoffeln für 1,99 statt für 2,49."

Genialer kann man die Situation nicht auf den Punkt bringen.




Samstag, 2. März 2019

Bistum Passau erlässt Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter (PNP)

Das Bistum Passau hat einen Verhaltenskodex für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter erlassen. Die im neuen Amtsblatt der Diözese veröffentlichten Regeln sollen ein achtsames Miteinander mit Minderjährigen sicherstellen. Der Verhaltenskodex wurde auf Anweisung von Bischof Stefan Oster von der Stabsstelle Prävention verfasst. Ziel ist die Verhinderung von Grenzverletzungen, sexuellen Übergriffen und Missbrauch in der kirchlichen Arbeit. Die Vorschriften gelten für rund 10.000 Beschäftigte in Einrichtungen von Kirche und Caritas sowie mindestens noch einmal so viele Ehrenamtliche.


Untersagt sind diesen künftig unter anderem gemeinsame Urlaube mit Minderjährigen oder regelmäßige private Einladungen. Vor jeder Berührung muss nach dem Einverständnis gefragt werden. (Darf ich mal Deinen Piepmatz anfassen, bitte?) Körperkontakt ist nur erlaubt, wenn es um Trost (Mmmh, das tut gut, gell?), Erste Hilfe (Ich bin Priapismus-Therapeut.) oder Pflege (Da schmieren wir jetzt einfach ganz viel Babyöl drauf.) geht. Einzelne Minderjährige dürfen von Kirchenmitarbeitern keine finanziellen Zuwendungen, Belohnungen (Such mal, wo ich das Mon Chéri für Dich versteckt habe!) oder unangemessenen Geschenke (Und nach den Ferkeleien einfach mit dieser Peitsche selbstkasteien – dann drückt der liebe Gott ein Auge zu.) erhalten. Mutproben sollen unterbunden werden, auch wenn die Schutzperson dieser zugestimmt hat. (Tut mir leid, wir dürfen keine Flasche Wodka mehr exen – das hat uns der Herr Bischof verboten.)

Übernachtungen von Kindern und Jugendlichen in Privatwohnungen von Seelsorgern sowie anderen haupt- und ehrenamtlichen Kirchenmitarbeitern sind verboten. (Wir müssen jetzt leider immer ins Hotel, Süßer.) In Ausnahmen müssen stets mindestens zwei Erwachsene präsent sein (Dafür nehmen wir heute mal den Herrn Kaplan mit.) und die Erziehungsberechtigten zugestimmt haben. (Wir lernen dem Buben das Pokern.) Der alleinige (Immer zwei oder drei Buben gleichzeitig!) Aufenthalt mit einer minderjährigen Schutzperson in Schlaf- und Sanitärräumen ist zu unterlassen, gemeinsame Körperpflege (Nur noch gegenseitig, nicht nur gemeinsam!) nicht erlaubt. Anvertraute dürfen unbekleidet weder beobachtet noch gefilmt oder fotografiert werden. (Lesen Sie hierzu einen Kommentar von Karl Birkenseer.) Vermieden werden sollen im Umgang mit jungen Menschen Kosenamen, Fäkaliensprache, Zynismus oder Verniedlichungen. (Wo sind denn meine versauten Altar-Schlampen?)


Übers Ziel hinaus geschossen. Ein Kommentar von Karl Birkenseer


Bischof Oster hat einen Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter im Bistum Passau erlassen. Das ist grundsätzlich zu begrüßen.


Erzwungener, möglicherweise gefesselter Geschlechtsverkehr hat in einer moderner werdenden Kirche nichts verloren. So ist es sicher richtig und wichtig, dass der Minderjährige vorher immer um sein Einverständnis gefragt werden muss. Dass sexuelle Praktiken mit Kindern nur noch zum Trost oder aus pflegerischen Gründen erlaubt sind, ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.


Wenn allerdings nackte, sich neckende, scherzende Ministranten nicht mehr gefilmt werden dürfen, fragt man sich, wer dann noch Priester werden soll. Wenn einem zölibatären Seelsorger überhaupt kein Spaß mehr gegönnt wird, wird der Priestermangel wohl noch zunehmen.


Lassen wir doch die Kirche im Dorf. Vergewaltigungen, harte SM-Praktiken und Prügelorgien: nein. Schmusen, Kuscheln, Knutschen, einvernehmliche zärtliche Praktiken und Filmaufnahmen müssen weiterhin möglich sein.

Montag, 31. Dezember 2018

Der Untergang der Stadt Passau? (Teil 2)

Teil 1 der Geschichte lesen Sie unter diesem Beitrag.

OB: Sind Sie neuerdings bei der Staatsanwaltschaft, weil Sie mir solche Fragen stellen oder mittlerweile einfach nur komplett abgehoben, Herr Professor Putzke?

Putzke: Ich bin ein interessierter und informierter Bürger – nebenher politischer Funktionär – und frage mich schon, wem ein Rathausbrand am meisten nützt.

OB: Und was schließen Sie da in ihrem Scharfsinn?

Putzke: Nun... jemandem, der sich zum einen im Katastrophenfall profilieren will und zum anderen Spuren verwischen muss.

Dittlmann: Der Mangold.

Putzke: Hä? Wieso der?

Dittlmann: Der Mangold ist da. Gute Nachricht gibts im Moment keine.

Mangold: Hallo, Grüß Euch! Schrecklich. Dieser ganze Feinstaub. Kohlenmonoxid, Kohlendioxid. Schrecklich.

Dittlmann: Wahnsinn. Unser schönes Rathaus fällt gleich zamm und er faselt was von Feinstaub. Was machen Sie eigentlich die ganze Zeit mit Ihrem Smartphone, Herr Putzke? Filmen Sie mich? Hören Sie auf, mich zu filmen.

Putzke: Quatsch mit Soße. Ich google mich.

Dittlmann: Warum?

Putzke: Na, um zu sehen, ob es was neues über mich gibt.

Dittlmann: Sie stehen gerade in Passau vorm brennenden Rathaus. Breaking News.

Putzke: Das verstehen Sie nicht. Sie haben ja keine Ahnung, wie berühmt ich bin.

Polizist: Können Sie sich ausweisen?

Putzke: Wer? Ich? Warum?

Polizist: Sie ähneln der Personenbeschreibung eines Verdächtigen.

Putzke: Guter Mann, schlimm genug, dass Sie mich nicht kennen. Professor Doktor Holm Putzke, Professor, Strafverteidiger und bald... aber lassen wir das.

Polizist: Holm Putzke? Haben Sie vielleicht einen Künstler- oder Spitznamen? Hompelputzchen oder so?

Putzke: Woher...

Flisek: Servus beinand.

Polizist: Ich nehme jetzt mal alle Personalien auf. Können Sie sich ausweisen?

Flisek: Ich hab nichts dabei. Ich wohn gleich um die Ecke.

Polizist: Name?

Flisek: Christian Flisek. Abgeordneter des Deutschen Bundes... Schmarrn. Abgeordneter des... Mannomann... Wie heißt das Scheißding, wenn man nach der Maxbrücke Richtung Haidhausen fährt?

OB: Hofbräukeller.

Flisek: Ja, schon. Mein ich aber nicht. Da warst Du auch mal.

OB: Weinhäusl.

Flisek: Ja, auch. Mein ich aber auch nicht. Landtag heißts, genau. Christian Flisek, Abgeordneter des Bayerischen Landtags. 

OB: Reicht auch für eine Immunität, gell Herr Strafrechtler. Im Gegensatz zum Hompelputzchen. Was machen Sie eigentlich schon wieder mit Ihrem Smartphone? Filmen Sie mich?

Putzke: Ich veröffentliche einen Aufsatz zur Strafbarkeit von Knabenbeschneidungen und lade gleichzeitig einige Fotos von Auslandsreisen auf Facebook hoch. Warum?

OB: Nur so. Ich dachte, Sie korrespondieren mit dem Justizminister, ob das Passauer Verwaltungsgericht pünktlich zur OB-Wahl 2020 kommt.

Flisek: Ha! Der war gut.

Dittlmann: Nein, das kommt gleichzeitig mit den diversen Stadtstränden an Donau und Inn, also nie.

Putzke: Herr Flisek, Herr Dittlmann, es kommt auf jeden Fall vor Ihrer lachhaften Medizinischen Fakultät. Spätestens wenn ich... wenn die CSU wieder den Oberbürgermeister stellt, passiert da was. Und Sie können dann in fünf Jahren zur nächsten Landtagswahl das nächste Hirngespinst entwickeln. Vielleicht eine Veterinärmedizinische Fakultät? Am Schlachthof? 

Flisek: Eher beschließe ich im Landtag eine Uniklinik und ein Verwaltungsgericht, als dass Sie im Umkreis von 300 Kilometern Oberbürgermeister werden.

Dittlmann: Die Erika kommt.

OB: War das jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht?

Dittlmann: Eine komische.

OB: Dass die Erika kommt, ist ja jetzt per se noch nicht komisch.

Dittlmann: Doch. Sie hüpft, lacht, klatscht in die Hände und ist total ausgelassen.

Erika: Boah, Ihr Knaller. Wieso hat mir das keiner gesagt? Das ist ja total geil.

OB, Dittlmann, Flisek: Was ist geil?

Erika: Das ist noch geiler als die Lichtinstallation am Dom kürzlich. Schaut total echt aus. Und warm wirds auch.

Dittlmann: Das ist echt. Deshalb schauts so echt aus und wird warm. Ich schätze mal, gute 1000 Grad.

Erika: Oh, Mist. Ich hab noch Weihnachtsplätzchen im Fraktionszimmer. Also wenn Du jemand reinschickst, denkts bitte an die Plätzerl.

Dittlmann: Mach ich sofort, Erika. Persönlich.

Erika: Ja, der Andi und der Armin sind auch da. Was tuschelts Ihr denn dauernd?

Scheuer: Meine liebe, geschätzte Frau Bürgermeister. Wir tuscheln nicht. Im Gegensatz zu den anderen Spaß-Politikern hier unterhalten sich ein Bundesminister und ein aufstrebender Politiker, der bald eine wichtige Rolle spielen wird, über die Aufgaben, die uns nach dieser Nacht beschäftigen werden. Und das, während andere Anwesende hier erst noch erklären müssen, was sie gegebenenfalls mit dem Brand zu tun haben.

Dickl: Super, Andi. Wichtige Rolle – genau.

Flisek: Vorsicht, Herr Minister, ganz vorsichtig sein mit falschen Verdächtigungen.

Scheuer: Vielleicht habe ich ja wen ganz anderes gemeint... Da brauchst jetzt nicht gleich mitschreiben, Holm.

Putzke: Ich schreibe nicht mit. Ich schreibe gerade mein Schluss-Plädoyer in einem Völkermord-Prozess und kommentiere nebenbei Facebook-Posts meiner 17.000 Freunde. Derweilen könnte ja der wichtige CSU-Fraktionsvorsitzende eine wichtige Rolle spielen und einen Fragenkatalog zum Rathausbrand an den OB vorbereiten.

Dickl (flüstert): Hast des ghört? Des war schon wieder so gehässig. Der muss jetzt endlich mal meinen Führungsanspruch akzeptieren.

Scheuer: Das wird er, Dicki, das wird er. 

Dickl: I woaß ned. Der ist so gscheid und Doktor und Professor. Da kann ich ja gar nicht mithalten.

Scheuer: Erstens, Dicki. Wir zwei – machen wir zwei uns was aus akademischen Titeln? Nein wirklich nicht. Das ist was für Angeber. Zweitens: Will die Basis und will der Wähler einen sächsischen Professor, der sich für Vorhäute interessiert, als OB?

Dickl: Nicht?

Scheuer: Nein.

Dickl: Und mich schon?

Scheuer: Ähhh, ja, das ist jetzt eine gute Frage. Da reden wir noch mal drüber.

Dickl. Aber ehrlich?

Scheuer: Klar.

OB: Ich geh jetzt dann rüber und hau denen alle zwei eine rein.

Flisek: Wem?

OB: Den zwei Flüsterern da drüben.

Flisek: Dem Wolf im Wolfspelz und dem Schaf im Schafspelz?

OB: Genau denen. 

Putzke: Ich films.

OB: Jetzt pass amal auf, Scheuer. Wenn Du noch einmal Fake News über die Passauer Verkehrsprobleme verbreitest, dann lernst mich kennen.

Scheuer: Ich kenne Sie besser, als mir lieb ist, Herr Oberbürgermeister.

OB: Wenn Du sagst, eine Bundesstraße ist eine Bundesstraße und da kann man leider nichts machen und gleichzeitig behauptest, der SPD-OB ist schuld, dass auf Deinen Scheiß-Bundesstraßen der Verkehr steht, dann ist das...

Flisek, Dittlmann: Schizo. 

Scheuer: Har har har. Das ist politische Argumentation. Klappt ja in der Diesel-Geschichte auch, diese politische Dialektik. Da wirds für Euch Provinzkasperl auch reichen. Außerdem: Die PNP druckts ja unkommentiert. 

Erika: Also ist jetzt der Andi schuld an unseren Verkehrsproblemen?

Dittlmann: Da sind schon mehrere schuld. Zwei gute Nachrichten: Der Brand ist praktisch gelöscht und das LKA ist schon drin.

Dickl: Wieso drin? Der Täter ist doch hier draußen.

OB, Flisek, Putzke: Wer?

Dickl: Na ja, könnte ja einer von uns sein, oder?

Polizist: Zum Beispiel einer, der dann einen anderen angezeigt hat, um von sich selbst abzulenken?

Dickl: Ich hab keinen Brand gelegt, ich schwörs. Außerdem hab ich Zeugen. Ich hab die E-Mail mit dem Andi beim Gerhard im Wohnzimmer geschrieben. Die sind beide Zeugen.

Scheuer: Depp.

Dittlmann: Also die Sache ist geklärt. Jemand hat in einem Fraktionszimmer einen Heizlüfter laufen lassen und eine Tüte Plätzerl daneben gestellt. Gehts heim, Leut. Wir räumen jetzt auf.

Erika: Die Plätzerl sind hin, oder?

Dittlmann: Ja, Erika, tut mir sehr leid. Gut Nacht.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Der Untergang der Stadt Passau? (Teil 1)

1. Januar 2019, 0 Uhr 55. Der Passauer Oberbürgermeister serviert seinen Gästen in seinem Wohnzimmer gerade erlesenste Digestifs, als das Telefon klingelt.

Telefon: Ring, ring.

OB: Scheißdreck. Des is sicher wieder einer von den Fraktionsschleimern, der mir mitten in der Nacht a gutes Neues Jahr wünschen will.

Telefon: Ring, ring.

OB (zu seiner Frau): Geh Du hin.

Dem OB seine Frau: Dupper, hallo?

Stimme: Dittlmann, Frau Dupper, entschuldigens die Störung. Ich müsste dringend den Oberbürgermeister sprechen.

Dem OB seine Frau: Jürgen, der Dittlmann ist dran.

OB: Ha?

Dem OB seine Frau: Der Dit – tell – mann.

OB: Jetzt übertreibt ers langsam mit seiner Appeasement-Politik. Gib her... Ja, Herr Dittlmann, des is aber eine schöne Überraschung. Ihnen auch ein gutes Neues Jahr.

Dittlmann: Negativ.

OB: Ha?

Dittlmann: Wie käme ich dazu, Ihnen ohne Not mitten in der Nacht ein gutes Neues Jahr zu wünschen? Ich habe Nachrichten. Wollens erst die gute oder erst die schlechte hören?

OB: Oh mei, Dittlmann, was wird denn des? Sie nerven mich am Tag schon so viel – aber nachts... Also die gute zuerst.

Dittlmann: 1662 wars schlimmer.

OB: 1662... 1662... 1662 war Stadtbrand.

Dittlmann: Respekt. Im Moment beschränkt sich der Brand auf das Rathaus. Ein Übergreifen des Brandes auf Nachbargebäude kann derzeit noch vermieden werden. Es wär vielleicht nicht schlecht, wenn sie sich das vor Ort anschauen.

OB: 15 Minuten.

1. Januar 2019, 1 Uhr 25. Der Rathausplatz ist hell erleuchtet, weil der westseitige Teil des Rathauses samt Turm in Flammen steht. Unzählige Bürger und Am-Sonntag-Prominente betrachten das Unglaubliche.

Polizist: Grüß Gott, Herr Oberbürgermeister.

OB: Servus. Was wissen wir?

Atzinger (von der Seite herantretend): Das waren sicher die Kommunisten. Wie 1933.

OB: Komm, schleich di!

Polizist: Ob der Brand mit dem Feuerwerk zusammenhängt oder ob es sich um Brandstiftung handelt, kann aktuell noch nicht eingeschätzt werden. 

Dittlmann: Es kann sich ja aber auch einfach um einen technischen Defekt handeln.

Polizist: Allerdings – und das ist schon erstaunlich – liegen uns bereits drei anonyme Anzeigen vor, die unmittelbar nach Ausbruch des Brandes bei uns eingegangen sind.

OB: Und was sagen die?

Polizist: Eine Anzeige geht gegen den... ähm... (flüstert, weil der Bischof und der Generalvikar herantreten) Passauer Bischof. Der hat wohl in seiner letzten Predigt folgendes gesagt: "Rettet Euch, verlasst diese Stadt; denn der Herr wird sie vernichten. Der Herr wird Schwefel und Feuer vom Himmel herabfallen lassen." 

Bischof: Dominus vobiscum.

OB und Generalvikar: Et cum spiritu tuo.

Polizist (flüstert): Ham Sies ghört, Herr Dittlmann? Die sprechen zwar in einer Geheimsprache, aber ich hab eindeutig "Spiritus" verstanden. Brandbeschleuniger!

Dittlmann (seufzt): Genau. So wirds sein. Ich geh jetzt wieder zu meinem Brand. 

Bischof: Herr Kommissar. Abgesehen davon, dass einigen hier ein bisschen Schwefel und Feuer nicht schaden würde, habe ich unlängst nur die Geschichte von Sodom und Gomorra erzählt. Wenn ich demnächst von Noah und der Sintflut predige, bin ich dann schuld am nächsten Hochwasser?

Generalvikar: Ha ha, der war gut Exzellenz.

Polizist: Hochwürdigster Herr Bischof, Sie sind natürlich an gar nichts schuld. Es handelt sich nur um eine anonyme Anzeige. Höchstwahrscheinlich irgendein Neider.

Bischof (streicht sich durchs Haar und nickt lächelnd): Davon gibts viele. Gott sei Dank.

Generalvikar: Exzellenz. Gehen wir doch zu den Menschen und spenden Trost. Oder verrichten ein Wunder?

Bischof: Wunder hatte ich heute schon. Gruß an die Familie, Herr Oberbürgermeister. 

OB: An Ihre, ähhh, diverse auch, danke.

Metzl: Auch von mir Gruß an die Familie.

OB: Auch an Ihr... ähhh... Danke ebenso.

Bischof: Ite, missa est.

OB (leise): Hauptsache: Ite! (zum Polizisten:) Und die zweite Anzeige?

Polizist: Das ist schon heißer. Entschuldigen Sie den Ausdruck. Die Anzeige richtet sich gegen einen sogenannten Präsidenten von einem sogenannten Wahlinfo-Passau. Der hat bereits gestern auf seinem Blog von einem Rathausbrand geschrieben. Das kann ja gar kein Zufall sein.

OB: Oh leck. Der a no. Könnens trotzdem vergessen.

Polizist: Vergessen? Wie kommens da drauf? Der ist meines Erachtens hauptverdächtig.

OB: Negativ. Der ist zwar ein Querulant und von Neid und Missgunst zerfressen, weil er weder Oberbürgermeister noch Bischof geworden ist, hat aber erstens hellseherische Fähigkeiten und würde zweitens sicher nicht das Rathaus, sondern ganz was anderes anzünden. Außerdem raucht er nicht mehr und hat deshalb gar kein Feuerzeug. Wer hat denn den angezeigt?

Polizist: Keine Ahnung. Unterschrieben ist die E-Mail mit: "Sed libera nos a malo." Spanisch wahrscheinlich.

OB: Absender?

Polizist: pontifex2030@kath.net

OB: Oh mei. Da haben sich zwei gegenseitig angezeigt. Einfach löschen. Und die dritte?

Polizist: Die ist ganz komisch. Da hat um 0 Uhr 30 einer eine E-Mail geschickt, dass er um Mitternacht folgendes beobachtet hat. Ein kleiner Mann in einem zu engen Anzug hätte Chinaböller gegen die Rathausfenster geworfen und dabei in einem sonderbaren Dialekt folgendes gerufen: "Heute brenn ich, morgen ernt ich. Übermorgen hol ich dem König seinen Stuhl. Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Hompelputzchen heiß." Dabei hat er sich wohl gefilmt und das Video sofort auf Facebook gestellt.

OB (lacht): Sehr gut, alles klar. Absender?

Polizist: Unterschrieben ist die Mail mit: "Einer, der es gut meint". Adresse: ob@armin2020.de

OB (lacht noch mehr): Da fällt mir nichts mehr ein.

Polizist: Gell, mir auch nicht. Das werden schwierige Ermittlungen.

OB: Ja, unlösbar geradezu.

Dittlmann (von der Seite): Wieder eine gute und eine schlechte Nachricht.

OB: Erst wieder die gute, bitte.

Dittlmann: Wir haben das Feuer jetzt einigermaßen im Griff.

OB: Sehr gut. Und die schlechte?

Dittlmann: Der Scheuer und der Dickl kommen grad.

Scheuer (von schräg hinten, laut): Lassen Sie mich durch, ich bin Minister.

Dittlmann (zu OB und Polizisten): Seids mir nicht bös, ich muss zu meinem Brand.

Scheuer: Guten Morgen, die Herren. Was ist hier los?

OB: Schaut fast so aus, wie wenns brennt.

Dickl: So eine Antwort ist wieder typisch für Sie, Herr Oberbürgermeister. Wahrscheinlich...

OB (drohend): Was ist wahrscheinlich, Herr Dickl?

Dickl: Ich hab nix gsagt.

Scheuer: Na ja, Krisenmanagement sieht anders aus. Aber das kennen wir. 

Von der Donau her nähert sich ein Mann in einem eng sitzenden Anzug. In der Hand trägt er einen Selfie-Stick mit Smartphone.

Putzke: Lassen Sie mich durch. Ich bin Professor. 

Putzke läuft an der OB-Gruppe vorbei Richtung Rathausturm, dreht sich um und macht triumphal lächelnd mehrere Selfies in verschiedenen Posen. Dabei hebt er mehrfach die linke Hand zum Victory-Zeichen. Anschließend geht er zur OB-Gruppe.

Putzke: Herr Oberbürgermeister, wo waren Sie zwischen 23 Uhr und Mitternacht?



Wer hat das Passauer Rathaus angezündet? Wer ist das geheimnisvolle Hompelputzchen? Wer ist Armin2020 und warum war der Bischof so früh am Tatort? Wo ist Urban und was macht eigentlich Erika in der Silvesternacht? Gibt es diesen Präsidenten wirklich und besitzt er tatsächlich kein Feuerzeug?

Antworten darauf und auf alle Fragen, die 2019 wichtig werden, erfahren Sie demnächst in Folge 2.

Donnerstag, 29. November 2018

Ich will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, dass sie erfahren sollen, dass ich der Herr bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe.

Für Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller ist sexueller Missbrauch von Priestern "ein Vogelschiss in der Geschichte". Im Wahlinfo-Passau-Interview warnt er deshalb vor den "wirklich krassen" Problemen beim Heiligen Stuhl.
Das Interview führte Volontär Karl Birkenseer.

Heiliger Vater, Vergelts Gott, dass Sie Zeit gefunden haben. Darf ich Ihren Ring küssen?
Müller: Schwulen's mich nicht schon wieder an, Birkenseer. Außerdem: Seine Heiligkeit reicht. Im Übrigen habe ich viel Zeit, seit mich dieser argentinische Ziegen...hirte abgeschossen hat. Aber wie hat Jesus schon gesagt: Setze Dich ruhig an den Fluss und warte, bis die Leichen Deiner Feinde vorbei schwimmen. Oder wars Mao?

Konfuzius, Seine Heiligkeit. Ich trau es mich fast nicht fragen – aber das mit dem weltweiten sexuellen Missbrauch von Priestern haben Sie mitgekriegt?
Müller: Na ja, jetzt lassen Sie die Kirche mal im Dorf. Mir sind nur ganz wenige Fälle bekannt, wo Priester sexuell missbraucht wurden. Und ganz im Ernst: Das hält ein gestandenes Pfarrersmannsbild schon aus, wenn ihm seine Haushälterin unkeusche Aufwartungen macht. Ich weiß, von was ich spreche. Luder gibts da. Ein viel größeres Problem sind da eher diese verirrten, frühreifen Buben. Seminaristen, Ministranten, Firmlinge. Da gibts so verdorbene Lausbuben, die den Pfarrer bis aufs Blut provozieren mit ihrer sündigen Laszivität.

Aber im Moment gehts doch eher andersrum um Priester, die ihre Schutzbefohlenen missbraucht haben sollen?
Müller: Auch davon habe ich kürzlich gehört. Aber das wird sich sicherlich alles aufklären lassen. Wissen's – der Pädagoge, auch der kirchliche, ist ja heutzutage, bzw. seit die Linksradikalen, die Friedenswinsler und die Schwuchteln die Gesellschaft umgedreht haben, in einer schwierigen Situation. Was mache ich, wenn der Schlingel beim Essen schwätzt oder in der Kirche einen Kaugummi kaut? Wenn ich ihm mit der Faust auf den Kopf hau' oder ihm das Ohrwaschel umdrehe, ist es Körperverletzung. Körperverletzung, ich bitt' Sie, Birkenseer. Und wenn ich ihm die Hose runterziehe und ihm das nackte Gesäß versohle, dann ist es sexueller Missbrauch. Wie soll ich da als Pädagoge noch erziehen und formen? Soll ich ihm Wattebällchen drauf schmeißen, dem Drecksfratzen?

Aber die sexuellen Missbrauchsfälle in der Kirche sind ja – gottseidank nur teilweise – dokumentiert.
Müller: Die große Mehrheit von Sexualdelikten gegen Heranwachsende findet ja ganz woanders statt. In den Familien zum Beispiel. Wie viele Familien gibts denn heute, wo die Eltern grün wählen oder evangelisch sind. Oder Hippies. Da sollten Sie mal hinschauen, wie es da zugeht. Sexueller Missbrauch in der Kirche ist nur ein Vogelschiss in über 2000 Jahren erfolgreicher Evangelisierung. 2000 Jahre Kreuzzüge, Inquisition, Folterungen, Hexenverbrennungen, Kriege – und das nur neutestamentarisch. Im Alten Testament finden Sie noch mehr Großartigkeiten. Das lass ich mir doch nicht von ein paar fehlgeleiteten, verführten Hirten kaputtmachen.

Wegen der Missbrauchsaffäre wurde gefordert, die Kirche müsse Ihre Sexuallehre und den Pflichtzölibat überdenken.
Müller: Wenn heute einer von Beruf Schreiberling wird, dann kann er eine Frau heiraten, mit ihr ein Sexualleben haben bis er Kinder hat oder sie Cellulite kriegt und gut. Wenn heute einer Priester wird, dann hat er den großen Vorteil, dass er kein keifendes Weib daheim hat, das ihm mit 55 seinen ersten Herzinfarkt beschert, sondern eine loyale Pfarrhaushälterin, die ihm einen feinen Schweinsbraten macht und ihm sonst auch jeden Wunsch von den Augen abliest. Muss er dann auch noch heiraten? Für was denn?

Welche Defizite sehen Sie aktuell in der Kirche?
Müller: Verweltlichung, Demoralisierung, Ent-Christianisierung der westlichen Welt und so weiter. Neuevangelisierung heißt das Zauberwort. Aber richtig – eben nicht mit Wattebällchen. Schauen Sie sich diesen Ami an. Fährt auf diese Insel zu den Wilden und will ihnen das Wort Gottes verkünden. So weit, so richtig. Und dann lässt sich der verweichlichte Trottel von einem Heiden-Kind mit Pfeil und Bogen erschießen. Früher hätten wir das anders gemacht. Sehen Sie das als Gleichnis. Früher hat man bei uns den Kindern den Glauben systematisch hinein geprügelt – und was waren sie ihr Leben lang? Genau: gläubig. Heute lernen sie im Religionsunterricht, dass Selbstbefriedigung Spaß macht, Schwule nicht in die Hölle kommen und man Heiden und Buddhisten respektieren muss. Was passiert? Die dekadenten Hedonisten, die nicht mehr wissen, wie sich eine Watschn anfühlt und keine Angst vorm Teufel haben, treten aus der Kirche aus. Da ist mir doch ein gottesfürchtiger, frommer Kirchengänger lieber als ein onanierender, schwuler Buddhist.

Welche Rolle spielt hier der Papst?
Müller: Was für ein Papst? Wer ist denn der Papst? Sie meinen den Argentinier, der Freund und Feind nicht unterscheiden kann? Der Mann hat die falschen Berater. Er ist umgeben von Intriganten und Speichelleckern. Er sollte sich ein Beispiel an seinem Vorgänger nehmen. Es gäbe durchaus fähige Nachfolger – also einen zumindest.

Es gibt ja mittlerweile selbst in der katholischen Kirche Strömungen, die Homosexualität fast schon für normal halten.
Müller: Das widerspricht der Heiligen Schrift und dem Wort Gottes. Er hat es mir erst kürzlich wieder gesagt. Solcherlei Gedanken sind ausdrücklich als häretisch zu qualifizieren. Sie liegen aber im Mainstream der LGBT-Agenda von sich selbst so nennenden Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern, die ich selbst so nie bezeichnen würde. Ich würde sie als Hexen, Hinterlader, perverse Schweine und Teufelskreaturen bezeichnen.

Aber es gibt ja auch in der Kirche praktizierende Homosexuelle.
Müller: Ja, aber viel weniger als man denkt. Was ist den homosexuell oder schwul? Ein widerwärtiges Wort im Übrigen. Also – was ist schwul? Kennen Sie den alten Witz, warum Ministranten einen Mittelscheitel haben? Sehr gut! Oder Knaben im Internat oder junge Männer im Priesterseminar, die sich spielerisch necken – ist das schwul? Nein, ich sage Ihnen: Schwul – das sind diese säuischen Kreaturen auf dem CSD oder in diesen dunklen Bars, mit ihren Lederanzügen oder ihren weibischen Klamotten. Sich unkeusch bewegend – ekelhaft. Die im Priesterseminar sehen wenigstens normal aus und peitschen sich nach der gemeinsamen Dusche mit der Stacheldrahtpeitsche. Aber ich schweife ab. Sicherlich... Homosexuelle Handlungen von Priestern mag es im Einzelfall geben und sind unschön. Man muss aber auch nicht immer alles an die große Glocke hängen, nicht wahr. Jetzt bin ich wieder beim Grund für den Mittelscheitel des Ministranten. Weil ihm der Pfarrer, während der Ministrant vor ihm kniet, die Haare nach rechts und links streicht und sagt: Gell, und erzähl ja nichts daheim. Gut, gell? Das ist doch alles menschlich. Aber den Priestern, die offen schwul leben wollen und vielleicht noch auf dem CSD herumschwuchteln, sage ich: Ich will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, dass sie erfahren sollen, dass ich der Herr bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe.

Haben Sie noch ein Schlusswort für uns, Heiligkeit?
Müller: Nein, ich gehe jetzt nachhause und schlage meinen Hund tot.

Warum?
Müller: Danach ist mir jetzt.

Mittwoch, 28. November 2018

Vorankündigung: "Nur mit mir, Feuer, Schwert und Exorzismus wird die Neuevangelisierung gelingen"

Morgen erscheint ein Wahlinfo-Passau-Interview mit Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller.

WP-Volontär Karl Birkenseer, bekennendes Exzellenzen- und Eminenzen-Groupie hat den Schwulen-, Häretiker- und Menschenfresser Müller exklusiv für Wahlinfo-Passau befragt.

Lesen Sie morgen Müllers Ansichten zu BDSM (Was Schmerzen verursacht und der Fortpflanzung dient, ist doch grundsätzlich nicht schlecht), Hexenverbrennung (Die waren ja auch nicht alle unschuldig) und dem Papst (Wer soll das sein? Ich kenne keinen Papst. Fake News!).

Montag, 13. August 2018

Popstar auf Kreuzzug


Als ich am letzten Samstag den Bayernteil der PNP aufschlug, blieb mir – wie allen Menschen, die guten Willens sind – fast die Frühstücksoblate im Hals stecken. Schon wieder der narzisstische Poser vom Domplatz – aber diesmal gleich viermal.

Ich versuchte mich zu erinnern, wann ich so etwas zum letzten Mal in der PNP gesehen habe, vergleichbare Fotostrecken hatte ich aber nur in Verbindung mit Bravo, Men's Health oder Playgirl in Erinnerung. Der halbe Quadratmeter Fotos reicht aber zur Beschreibung der Singularität noch nicht aus – auch doppelseitige Interviews dürften in der PNP eher sehr selten vorkommen. Nicht zuletzt wurde das Interview nicht von einem, nicht von zwei, sondern von gleich drei Oster-Groupies geführt: Ernsti Fuchs-Du-hast-mir-Zeit-gestohlen, Stephanus – der Frömmler – Rammer und Karl – der Katastrophale – Birkenseer. 

Die bisherig dargestellte Konstellation wäre schon deviant genug – unnötig zu erwähnen, dass der flotte Spitzenjournalisten-Dreier dem eitel und selbstverliebt vor sich hin salbadernden Kirchen-Pfau einen Selbstdarstellungs-Altar nach dem anderen baut – wahnsinnig unauffällig und geschickt natürlich – denkt zumindest der Journalist. Beispiel gefällig? Frage: "Es gibt Stimmen, die über Sie sagen: Ein wenig konservativ ist er schon, unser Bischof. Was sagen Sie dazu?" Spitze, oder? Ein wenig konservativ? Mein nahezu gesamtes persönliches Umfeld (und das besteht nicht aus Satanisten, Kommunisten und Visagisten) hält diesen Bischof für fundamentalistisch, spalterisch und intolerant – höflich formuliert. Aber sicher nicht für "ein wenig konservativ". Die Antwort des Bischofs hierzu ist übrigens nicht der Rede wert, weil man solch verschwurbelt-spirituelles Fabulieren – wie meistens bei ihm – nur verstehen kann, wenn einem beim Radio-Moderieren der Heilige Geist nebst Gottesmutter erschienen ist und man daraufhin zwölf Semester Beten studiert hat.

Aber Schluss mit lustig. Kriechen, Schleimen, demütige Ehrfurcht vor der Kirche – das ist ja bei der PNP nichts neues. Wie kann es aber sein, dass nicht einmal die, jegliche Grenze von Tolerierbarkeit überschreitenden, Antworten des Bischofs hinterfragt oder kommentiert werden? Noch ein Beispiel gefällig? Auf die Frage nach der Angst mancher Menschen vor einer Islamisierung kommt natürlich die zu erwartende und unvermeidbare Antwort, dass es selbstredend am Wichtigsten ist, dass man überhaupt an irgendeinen Quatsch glaubt, aber: "Die Frage ist, ob es innerislamisch systemimmanent ist, dass es keine Religionsfreiheit geben kann." Womit er durch die Fragestellung die Frage natürlich schon beantwortet hat: Es ist im Islam systemimmanent, dass es keine Religionsfreiheit geben kann. Damit mag er ja vielleicht recht haben.

Interessanter ist ja auch vielmehr, wie es um seine eigene Toleranz und Vorstellung von Religionsfreiheit bestellt ist. Oster: "Wenn der Mensch nicht mehr an Christus glaubt, dann glaubt er nicht nichts, sondern oft allen möglichen Mist und ist leichter verführbar." Ich wiederhole das gerne noch einmal: Wenn ich oder meine Freunde oder Schriftsteller oder Nobelpreisträger oder sonst wer nicht an Christus glauben, dann sind wir mehr gefährdet an "allen möglichen Mist" zu glauben und sind "leichter verführbar"? Komisch, ich kenne das ganz anders herum. Ich kenne eigentlich bei Menschen, die es geschafft haben, die Gehirnwäsche von der Taufe über Religionsunterricht und die Perversion der Beichte zu überwinden, nur solche, die weniger anfällig sind für sonstigen Hokuspokus und relativ realistisch ihr Leben meistern. Allerdings kenne ich einige, die an Christus und gleichzeitig an Horoskope, die Macht des Vollmonds, Tarotkarten, Globuli, Chemtrails oder Verschwörungstheorien glauben. Lassen wir das – es führt zu nichts. Die Frage sei jedoch erlaubt, warum ein Bischof 2018 in einer Tageszeitung unkommentiert Menschen beleidigen darf, die nicht an Christus glauben?

Werden wir lieber wieder lustig. Frage: "Unter den AfD-Wählern sind auch Katholiken. Wie gehen Sie damit um?" Oster: "Ich gehe nicht davon aus, dass alle AfD-Wähler gleich in die Nazi-Ecke gehören." Was soll das bedeuten? Dass man entweder Katholik ODER Nazi sein kann? Oha! Abgesehen davon, dass auch heute noch viele Christen gleichzeitig Antisemiten, Rassisten und Schwulenhasser sind, waren von 1933 bis 1945 mehr als 95 % der Bevölkerung katholisch oder evangelisch. Hitler, Himmler und Goebbels waren übrigens gläubige Katholiken. Ironie der Geschichte: Goebbels wurde leider exkommuniziert, weil er eine Protestantin heiratete. Kann ja auch wirklich nicht sein – die wäre dann vielleicht noch mit ihm zur Kommunion gegangen.

Seine Exzellenz, der Präsident von Wahlinfo-Passau


Donnerstag, 5. Juli 2018

Kolumne Bürgerblick Sommer 2018


Abgestellt und aufgemaschelt                         

Lieber Tölpel!

Einen Tag nach dem PNP-Artikel über Autofahrer, die nach 22 Uhr verbotenerweise durch die Altstadt fahren, wurde ich um 23 Uhr am Rindermarkt von einem sehr freundlichen Polizisten angehalten und gefragt, ob ich hier wohne und durchfahren darf. Auf meine Antwort hin, ich schon, aber er nicht, weil sein Polizeiwagen ein Straubinger Kennzeichen hat, waren wir beide recht vergnügt und verabschiedeten uns höflich. Wie gesagt – es handelte sich um einen sehr freundlichen Beamten. Wenn er allerdings die Durchfahrer hinter mir auch lediglich gefragt hat und dann als Antwort ein Ja erhalten hat, stellt sich schon die Frage, wer denn da mit Nein antwortet.

Es drängt sich aber halt eine ganz andere Frage auf und ich weiß schon, dass wir das Thema schon mehrfach diskutiert haben: Warum muss der Tourist aus Bochum und der Eisdielenbesucher aus Büchlberg auch vor 22 Uhr mitten durch die Altstadt fahren und am Domplatz parken? Von den Hunderten von siechen und lahmen Gottesdienstbesuchern, die in der Hoffnung auf eine wundersame Heilung wohl nicht nur ihres gehunfähigen Katholikenkörpers, sondern womöglich auch ihrer undichten Zylinderkopfdichtung mittlerweile fast in den Dom hineinfahren, ist freiwillige Rücksichtnahme und sozialverträgliches Parkverhalten bis zum jüngsten Tag ohnehin nicht zu erwarten.

Warum also diskutieren wir mit unvorstellbarer Inbrunst über die Frage, ob man die Hängebrücke zukünftig nur noch ein bisschen weniger befahren darf als bisher und kein Mensch/Politiker/Journalist fordert öffentlich ein ganztägiges Durchfahrverbot für jeden, der nicht Anwohner oder (präzise definiert!) Anlieger ist, von der Nagelschmiedgasse bis zum Residenzplatz? Warum fordert keiner, die Parkplätze am Domplatz ausschließlich den Anwohnern vorzubehalten und gerne noch in ausreichender Menge ein paar Behindertenparkplätze und Elektroladestationen zu schaffen?

Weil das die Kirche nicht will? Ach so.

Deine Kathi


Liebe Kathi!

Mich darfst Du das nicht fragen – ich verstehe auch nicht, dass es ein gottgegebener und von der Exekutive auf die nächsten hundert Jahre nicht änderbarer Zustand ist, dass diese Massen von durchfahrenden (sic!) LKW tagtäglich die Innstadt, die Ilzstadt und den Anger sowie die dem Anger gegenüberliegende Häuserzeile terrorisieren dürfen. Ich verstehe weiterhin nicht, warum wir wohl noch in hundert Jahren über eine nahezu emissionsfreie, leise und filigrane Seilbahn streiten werden, während am Donaukai Tag und Nacht die Dieselmotoren der Schiffe mit den Lastwagen am Anger um die Wette lärmen und stinken. Aber ich weiß es ja eh: Die Seilbahn zerstört das Stadtbild – so wie das neue Klohäusl an der Ortspitze oder ein zu großer Sonnenschirm in der Altstadt.

Das sind Probleme. Auch ein riesengroßes Problem: die Stellenneubesetzung des Stadtheimatpflegers. Drei Bewerber wurden von der PNP als am aussichtsreichsten gehandelt und sehen sich offenbar selbst in der Pole Position. Dazu ist dreierlei anzumerken: Die drei Bewerber sind miteinander insgesamt 198 Jahre alt. (Okay, einer ist erst 53) Der OB meint, man dürfe das nicht öffentlich machen, wenn man sich um ein Ehrenamt bewirbt. (Warum? Weil dann jeder erfährt, wie alt man ist?) Und Holm Putzke erwägt deshalb dienstaufsichtsrechtliche Schritte gegen den OB. (Reicht das denn noch nicht für eine Rücktrittsforderung?) Lassen wir es hierbei bewenden.

Provinz ist, wenn man trotzdem lacht. Deshalb heute zur Sommerpause der Sommerwitz 2018. Nachdem wir ja hier im Metropolzentrum Passau nicht nur die besten Verwaltungsbeamten, Richter und Uniprofessoren, sondern auch die allerbesten Fast-Uniklinik-Chefärzte und ein medizinisches Versorgungsniveau haben, das neben der Charité und der LMU ihresgleichen sucht, haben sich jetzt ein Politiker und ein Arzt gedacht, man könnte ja hier eine medizinische Fakultät etablieren. Oida – genial! Und wenn in ein paar Jahren die Scheichs zur Herztransplantation nach Passau kommen und der SV Schalding Champions League spielt, ertüchtigen wir den Flugplatz Fürstenzell zum „International Airport Passau Andreas Scheuer“. Doch, das geht.

Dein Tölpel