Donnerstag, 23. Juni 2022

Dienstag, 21. Juni 2022

Im Büßergewand

Wenn einer weiß, wie Buße tun geht, dann ist es Klaus Steiner, CSU-MdL, aus Traunstein.

Gestern wurde bekannt, dass dem 68-Jährigen von Krönchen und Schärpen tragenden Produktköniginnen (sic!) Sexismus vorgeworfen wurde (sic???), allerdings nicht, weil er einfach nur die Existenz Krönchen und Schärpen tragender Produktköniginnen durch seine Anwesenheit auf einer Produktköniginnen-Veranstaltung mit legitimiert hat, sondern weil er ihnen dort auch noch geraten hat, am besten nur Bikini oder String zu tragen.

Dies hat – wie mittlerweile der gesamte Erdball mitbekommen hat – einen massiven Aufschrei in den sozialen Medien (zu deutsch: Shitstorm) ausgelöst, weil der weiße alte Chauvi seine schlüpfrig-feuchten Fantasien auch noch in ein Mikrofon stammeln musste.

Vielleicht wurde der arme Mann aber auch nur komplett missverstanden. Vielleicht ist er nur ein Kämpfer wider den Sexismus und wollte mit seiner überspitzten Provokation explizit kritisieren, dass es der eigentliche Job junger, attraktiver Produkt-Cheerleaderinnen ist, als Milch-, Gurken- oder Pflaumenkönigin alte, müde oder angetrunkene Männer auf unerträglich-langweiligen Veranstaltungen bei der Stange (sic!) zu halten. Steiner ist vermutlich eher die Art Feminist, der metakritisch und persiflierend das Zurschaustellen junger Frauen für wirtschaftliche Zwecke aufs Korn nimmt.

Aus diesen Gründen ist es dem heute von Wahlinfo-Passau und der Jungen Union gegründeten Klaus-Steiner-Fanclub nicht klar und nachvollziehbar, warum dieser Kämpfer wider den Sexismus sich in seinem Facebook-Entschuldigungs-Video derartig vor den Mainstream-Gutmenschen in den Staub wirft und sich in einem Anfall von masochistischer Selbstkasteiung als verwirrter, unfrisierter und schäbig gekleideter Büßer inszeniert. 

Klaus Steiner! Warum muss man sich in einem Entschuldigungs-Video soweit selbst demütigen, dass man in einem feuchten Fünf-Euro-T-Shirt posiert, als nähme man an einem Wet-T-Shirt-Contest (ohne Bikini-Oberteil) teil? Das haben doch sicher diese Weiber verlangt, oder?

Aufrichtige Anteilnahme!

Der Präsident von Wahlinfo-Passau

Mittwoch, 8. Juni 2022

Aktuelle Kolumne aus dem Bürgerblick Juni 2022

Notizen aus Dunkelbayern 

Nachdem es dem Obersten Führer – gewiss ohne Anhörung und Beteiligung des Politbüros und des Zentralkomitees – gefallen hat, ein paar Unfähige seiner Truppe durch ein paar andere Unfähige zu ersetzen, musste natürlich für die Ausgetauschten eine Ersatzbeschäftigung gefunden werden. Nachdem wir uns glücklicher- und praktischerweise in Bayern befinden, kann der Oberste Führer nicht nur seine Minister ernennen oder entlassen, nein, bei uns werden auch Landratsposten einfach so zugeteilt.

Du, Landrat, wirst Minister und Du, Minister, wirst halt dann Landrat. War da noch was? Ja freilich – wählen müssen wir noch. Eigentlich völliger Unsinn, rausgeschmissenes Geld, aber aus demokratiehygienischen Gründen muss auch im Landkreis Deggendorf pro forma eine Wahl stattfinden. Gewählt wird in diesen Gegenden ohnehin immer der von der Kruzifix-Partei. Ob da der Sibler kandidiert oder ein schwarzer Schäferhund, ist für den Wahlausgang völlig unerheblich.

In Passau läufts da nicht viel anders. Auch hier können die Schwarzen einen Mann zur Bundestagswahl aufstellen, über den der Rest der Nation wechselweise lacht oder sich schwarz ärgert, weil er ausschließlich durch Peinlichkeiten oder Versagen und anschließende Vertuschungspirouetten in der Mautaffäre auffällt und hier in Dunkelbayern wird der wiedergewählt.

Aber jetzt – glaube ich – übertreiben sie es. Als ich zum ersten Mal in der Zeitung gelesen habe, dass Josef Heisl jun. alias Hey-Ho-Heisl-Joe möglicherweise Interesse an einer Landtagskandidatur haben könnte, habe ich das noch für einen ganz schlechten Witz gehalten. Meine Leser erinnern sich: Der Heisl Joe ist der lustige Vogel, der vor vielen Jahren mit einem Rap (also er und der „Künstler“ behaupteten zumindest, dass ihr Musikvideo ein Rap sei) Wahlkampf gemacht hat und auf seiner Homepage den Wunsch äußert, dass „Niederbayern weiterhin die Prämienregion in Europa bleibt!“ Das hat der da wirklich so hingeschrieben.

Offenbar und leider liest aber der Heisl Joe diese Kolumne nicht, weil ich ihm diesen Nonsens schon einmal vorgehalten habe. Wenn einer von Ihnen, liebe Leser, den Heisl Joe kennen sollte, richten Sie ihm doch bitte von mir aus, dass das Wort Prämienregion nur in einer einzigen Bedeutung existiert, nämlich wenn es um unterschiedliche Krankenkassenprämien in Schweizer Kantonen geht. Sollte er das gemeint haben, nehme ich natürlich alles zurück, verstehe aber dann die Aussage genauso wenig.

Jetzt denken Sie sich wahrscheinlich, warum muss der Verfasser dieser Zeilen jetzt auch noch auf die draufhauen, die es ohnehin schon nicht leicht haben. Ich werde es Ihnen verraten. Weil solche Leute tatsächlich die Chuzpe haben, sich dafür geeignet zu halten, immerhin 13 Millionen Bürger in einem Länderparlament zu vertreten. Aber da ist er ja leider nicht der Einzige. Ich habe vor einiger Zeit den Dunning-Kruger-Effekt erklärt. Ich will mir eine Wiederholung ersparen.

Jetzt könnte man es bei der Feststellung bewenden lassen, dass es Menschen mit eingeschränkter Selbstwahrnehmung gibt, die sich zu sie überfordernden Ämtern berufen fühlen. Das Schlimme daran allerdings ist, dass die Kruzifix-Partei, besonders leidenschaftlich in Dunkelbayern, solche Leute auch noch aufstellt. Wir reden übrigens nicht vom Listenplatz 7. Der Heisl Joe will die Direktkandidatur. Das hat er zwar bisher noch nicht explizit erklärt, aber man weiß ja, wie das läuft. Da wird viel telefoniert und verhandelt. Hilfst Du mir, helfe ich Dir. Dann kann man irgendwann einschätzen, wie die Chancen stehen und dann geht man raus und sagt: Ich will.

Moment, Moment, mag sich da mancher Leser denken. So einfach geht das auch wieder nicht. Da gibt es ja immer noch den erfahrenen und langgedienten Abgeordneten Professor Doktor Waschler.

Waschler? Welcher Waschler?




Die letzten Beiträge wurden gelöscht,

 weil leider mein Zugang gehackt wurde.