Dienstag, 1. Oktober 2013

Passau von A bis Z

Nachdem das Passau-Abc in der PNP letzten Samstag ein ziemlicher Quatsch war und wir darüber hinaus auch nett gebeten wurden – hier nun das richtige Passau-Abc:

Andi – Auch: Dr. Andi oder der Scheuer Andi. Plante seine Karriere als Berufspolitiker früh und trat bereits als Nasciturus in die CSU ein. Wird wahrscheinlich irgendwann mal Minister.

Bürgerliste – Zwischenzeitlich: Junge Liste. Derzeit: Passauer Liste. Demnächst: Rote Liste (gefährdeter Arten).

CSU – Bayerische Staatspartei. Im Passauer Stadtrat relativ bedeutungslos. Dauerbeleidigt, weil nicht an der Macht. Versorgt ansonsten ihre Mitglieder mit Mandaten und Direktorenposten. 

Domplatz – Schönster Parkplatz nördlich der Alpen. Veranstaltungsort für die Advents-Dult, auf der übersüße alkoholische Getränke konsumiert und erbrochen werden.

Ehrenring – Auch: Sitzfleischorden oder Absitzprämie. Wird Stadträten für jahrelanges Dabeisein ohne Ansehen einer persönlichen Leistung verliehen.

Fronleichnamsprozession –  Pflichtveranstaltung für Bürgermeister, Stadträte und Kleinstadt-Honoratioren. Nichtteilnahme wird von der Inquisition (PNP) schwer sanktioniert und daher von o.g. Personenkreis selbst bei schwerer Krankheit oder Abfall vom Glauben überwiegend vermieden.

G-Punkt – Auch: Georgsberg-Punkt oder Tunnelbau-Zone. Von diversen Tunnelbau-Propagandisten erfundener geographischer Punkt am Fuße des Georgsbergs (zwischen Niederhaus und Schanzl), dessen Existenz jedoch nicht nachgewiesen ist.


Heisl Joe – Synonym für das Passauer Phänomen, dass, egal welche Figur die CSU als Direktkandidaten aufstellt, diese Figur ohne Ansehen der Person in das jeweilige Parlament/Organ gewählt wird.

Innstadt – Wohnort von M, O und W. Wird deshalb demnächst wieder geflutet oder für einen symbolischen Euro an Österreich verkauft.

Jahrstorfer – Auch: Jassi oder der Partyschreck. CSU-Stadtrat bis 2008. Mit seinem Ausscheiden verlor die CSU-Fraktion das einzige Mitglied, das den städtischen Haushalt lesen konnte.

Kunst – Mehr als die Hälfte aller Passauer sind Künstler oder Kunstfunktionäre und fallen somit aus der Arbeitslosenstatistik.

Lochblech-Bilka – Auch: Stadtgalerie oder Waidler-Mall. Spiegelt mit seinem Sortiment das Elend kleinstädtischen Wollens-Aber-Nicht-Könnens wider.

Mangold – Auch: Spargel des armen Mannes. Gemüsepflanze. Gehört zur Gattung der Rüben. Roh schwer verträglich.

Nebel, Neue Mitte, Nichtraucherschutzgesetz – Gründe für die dauerhaft schlechte Laune des Passauers, die gelegentlich in Politiker-, Kabarettisten- oder ZOB-Schläger-Karrieren mündet.

Oberjürgen – Auch: Oberbürgermeister oder der Dupper Jürgen. Früher SPD, jetzt OB. Braucht keine Opposition, weil er ist schon Demokrat.

PNP – Auch: Passauer Neue Presse oder Heimat(schutz)zeitung. Besteht aus einem Mantel- und dem Lokalteil. Der Mantelteil wird vom Passauer überwiegend zum Fensterputzen oder für Katzenklos benutzt. Der Lokalteil wurde früher häufig, mittlerweile selten von Redakteuren aus Passau betreut; heute werden die Artikel überwiegend von Praktikanten aus Nordrhein-Westfalen geschrieben. Der Lokalteil beinhaltet zu 80 % kirchliche Nachrichten, zu 13 % Stadtpolitik und zu 5% Berichterstattung über Richard Schaffner.

Quo vadis – Auch: Bevölkerungsrückgang. Wird von Stadtverantwortlichen negiert, ignoriert oder totgeschwiegen. Somit wird auch nichts dagegen unternommen. Wird also zunehmen.

Rathaus – Passau hat die fähigsten und engagiertesten Rathausmitarbeiter der Welt. Bis sie auf Facebook kündigen. Dann nicht mehr.

Sichtbeton – Bauweise der unbedeutenden christlichen Sekte "Evangelische Kirche", um ihre jämmerlichen Gebäude sichtbar von den Prachtbauten der katholischen Staatskirche abzugrenzen.

Talente – Aus Passau und Umgebung stammen viele berühmte Talente, wie z.B. Florian Silbereisen, Sebastian Frankenberger, Julia Schober oder Carlo Rosetta, der Erfinder und Interpret des einzigen und originalen Passau-Lieds.

Umgehungsstraße – Auch: Nordtangente. Lieblingsthema einiger Verschwörungstheoretiker aus dem nördlichen Landkreis. Bleibt in der Schublade.

Veranstaltungen – Die berühmteste Veranstaltung in Passau heißt "Los Wochos" oder auch "EW", mit dem jährlichen Haupt-Act Miroslav Nemec. Ansonsten gibt es noch die Tschärity-Gala und Peter Maffay war mal mit Tabaluga da.

Waschler – Siehe Erklärung Andi (ohne Minister) und Heisl Joe. (@ W. Weitzdörfer: Wie kommt man bei "W" eigentlich auf "Wittgasse"?)

Xenophilie – Der Passauer ist sehr fremdenfreundlich, obwohl er im Übermaß von C-Klasse-Touristen und Party-Studenten heimgesucht wird. Selbst die griechische Küche in ebensolchen Restaurants toleriert er – auch in Ermangelung eines herausragenden gastronomischen Angebots – stoisch.

Yellow Press – Trotz seiner bescheidenen Größe gibt es in Passau gleich mehrere Boulevard-Blätter, die allerdings alle den Betreibern o.g. Kirchenblatts gehören. Dort können Eltern schlüpfrige Bildunterschriften zum Foto ihrer, sich in schäbigen Clubs herumtreibenden, minderjährigen Töchter lesen.

Zillinger – Guter Mann. Im Ernst.

Kommentare:

jofl hat gesagt…

Werter Präsident,

er möge verzeihen, wenn auf seine ausgefeilte Alphabet-Fingerübung von mir hier nicht näher eingegangen wird aus mehreren Gründen; aber mir ist soeben das Gebiss in die Suppe gerutscht, als ich folgenden Beitrag, na ja: über mich ergehen ließ:

http://www.trp1.de/aktuell/Junge_Kultur-12674.html

Etwa um 0:14 erfahren wir so ganz nebenbei: Das Rätsel um die Entstehung des Nibelungenliedes ist keines mehr: der von der Vogelweide war der Verfasser, sagt eine Moderatorin, die im Zweifelsfall vielleicht mal einen Bericht veröffentlichen muss über Eignungs- und Einwanderungstests für ausländische Mitbürger.

Erstaunlich.

Bayerischer Stolz hat gesagt…

Warum P wie PNP und nicht P wie Präsident?

Anonym hat gesagt…

Gleich ist es ja 0:14, ganz nebenbei. Bringt mich zum Thema: Was will jofl uns sagen? Immer wieder, mit seinen Beiträgen? Er weiß es vermutlich selber nicht. Ich finde das Alternativ-ABC sehr amüsant, vor allem das N - das ja immerhin zu einem Drittel vom PNP-Kollegen getroffen wurde. Freiheit wäre schön, wenn sie genutzt werden könnte!

Anonym hat gesagt…

Weils so viel lustiger ist, oder etwa nicht?

Johannes hat gesagt…

Wen man als Anonym wissen will, was jofl „uns“ sagen will, darf man gerne jofl fragen. Wenn du recherchierst, geh am besten als erstes zur Quelle ;-)

Vielleicht verstehe ich Absicht und Aufgabe dieses Blogs falsch, dann möge Anonym Geduld und Nachsicht walten lassen; bisher war ich der Auffassung, hier sei der Ort, wo sich über das ausgetauscht wurde, was ich mal bezeichnet habe als „leiden an dem, was man liebt“ – also über Passau. Und da mögen die Schmerzgrenzen recht unterschiedlich verlaufen; mir zum Beispiel tut’s weh, wenn Passauer(!) Medien verkünden, der Dichter des Nibelungenlieds sei Walther von der Vogelweide. Mir tut es weh, wenn ich die PNP aufschlage, die AS, die PAWo und dort lesen muss, wenn (noch dazu ‚verdoktorte‘) Redakteure aus Feuilleton oder Lokalem immer wieder ihre Unfähigkeit demonstrieren, einen graden Satz zu schreiben. Der eine mag’s halt schwerpunktmäßig politisch – ich sehe das ähnlich, allerdings mit anderem Ansatz, nämlich so:
http://www.wortport.de/2009/09/20/gefunden-–-und-fur-schon-befunden/

Zufrieden?

Gruß,
Johannes

PS: Darüber hinaus habe ich keinen „Nofollow-Tag“ auf wahlinfo gefunden; Kleinvieh macht auch Mist. Aber auch hier kann ich mich sehr täuschen.

wahlinfo-passau hat gesagt…

Jetzt tuts doch nicht streiten.

Insider hat gesagt…

Dr. (cz) Andi und Minister ???
Setzt doch dem keinen Floh ins Ohr !!!

Anonym hat gesagt…

Der Heisl Joe ist aber kein Passauer!

Anonym hat gesagt…

Aber er könnte schon einer sein.

Schraml hat gesagt…

Natürlich ist Josef Heisl ein Passauer. Er wurde am 6. Juni 1982 in der schönen Dreiflüssestadt geboren. Dafür ist Zillinger ein Vilshofener.

PNP-Leser hat gesagt…

Der Präsident mags verzeihen, aber der ultimative Passau-Song heißt jetzt "48 Grad Nord". Was die Studis da produziert haben, finde ich, auch wenns nicht grade meine Musikrichtung ist, um Welten besser als das, was ein Gastronom, dessen Name mir entfallen ist, aufgenommen hat. Und auch der Präsidentensong rutscht jetzt in den Charts einen Platz nach unten.

Dombergl hat gesagt…

Nachtrag zur Fronleichnamsprozession:

Der Präsident erregt sich ja immer über die Berichterstattung der PNP bei kirchlichen Angelegenheiten. Zurecht?

Ich errege mich eher über die Nicht-Berichterstattung in einem speziellen Fall: Seit Monaten sorgt der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst für Schlagzeilen nicht nur wegen seines luxuriösen Baus sondern auch wegen einer Falschaussage unter Eid, die ihm demnächst sein Amt kosten wird. Es spricht für die katholische Kirche, dass sich viele Laien, aber auch die Bischofskollegen von diesem Mann abwenden und deutlich machen, dass solche Personen nicht zum Hirten taugen. Mir fehlt in der Berichterstattung die Passauer Komponente: Schließlich hat der Mann - wenn auch nur kurze Zeit - an der Katholisch-Theologischen Fakultät gelehrt. Man könnte ja mal nachfragen, wie dieser steife Kragen in Passau ankam? Der Mann konnte ja auf die Leute zugehen, oder? Gerade auf die einfachen Leute, hihi.
Im Ernst: In Passau haben sie in der Michaeligasse wohl nicht geweint, als dieser Mann die nächste Karrieresprosse nahm und verschwand.

Zukunftsrat hat gesagt…

Aus dem Kuriositätenkabinett der pnp-online:

http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_land/1069434_Nordumfahrung-Auftrag-fuer-Projektbewertung.html

Aus Anetseders Presseerklärung abgeschrieben? Sprachlich einfach nur krude. Wer macht jetzt was, die BI vom Anetseder, das Staatliche Bauamt, oder der Bund?

Der Bund wird gebaut? So stehts da im Moment, ich zitiere: "(...) die BI (...) wertet dies als weiteres Zeichen dafür, dass der Bund (...) doch gebaut werden soll."

War ja schon länger klar, dass Anetseder und Co nicht ganz sauber sind. Aber dass die PNP-Redakteure auch nicht in der Lage sind, die sprachlichen Unzulänglichkeiten des Herrn Anetseder auszubügeln, bevor sie den Text online stellen, erschreckt mich jetzt doch.

Verwaltungsnotwendigkeiten als Sensation hat gesagt…

Sprachlich krude? Vor allem inhaltlich krude! Die Sachlage ist so: Der Freistaat hat dem Bund eine Liste von über 300 Projekten genannt, die der bitteschön bauen soll. Das ist längst bekannt und gemeldet. Realisiert wird nur ein kleiner Teil der Projekte. Aber welcher? Dafür gibt es natürlich ein Verfahren. Die örtlichen Straßenbauämter erstellen dafür Unterlagen. Das passiert jetzt. Der Vorgang hat also mitnichten etwas damit zu tun, dass die Nordtangente wahrscheinlicher wird. Der Vorgang ist nur die logische Folge der unsinnigen Anmeldung der Nordtangente. Letztlich ist das eine Nicht-Meldung.

Ein Genuss sind aber schon die feinen Spitzen, die sich die PNP gegenüber Anetseder leistet. Dass Herr Anetseder von einer "Machbarkeitsstudie" zeigt sein völliges Laientum in Sachen Straßenbau. Schön, dass die PNP ihm seine Dummheit hinreibt.

Zuseher hat gesagt…

Wer kommt denn da noch mit? Ist der Pell jetzt bei der CSU, der PaL, der CSU, der PaL und dann bei der FDP und wie schaut es mit seinen Kolleginnen und Kollegen gerade aus? Man sollte von Seiten der Stadtverwaltung eine Wechselgebühr verlangen - dann hört sich der Schmarrn vielleicht einmal auf.