Samstag, 9. Juni 2012

Katholiban!

Habt Ihr schon mitgelesen, was die IM's von der PNP heute wieder brav gepetzt haben?

Der neue Chef der Dombauhütte geht nicht regelmäßig in die Kirche und fühlt sich aber "der christlichen Philosophie verbunden." 

Außerdem war neue Präsident der Universität nicht auf der Fronleichnamsprozession.

Und jetzt verrate ich Euch noch was:

Bei der Fronleichnamsprozession waren dafür Persönlichkeiten dabei, die Fronleichnamsprozessionen für genau das halten, was sie sind: Hokuspokus wie Regentänze oder Voodoozauber. Die aber trotzdem mitgehen, weil sie sonst geoutet werden.

Herr Großinquisitor, übernehmen Sie!

Kommentare:

Knieschuß hat gesagt…

Schön, dass wahlinfo Themen setzt.

Man kann darüber unterschiedlicher Meinung sein, ob man Politiker daran messen sollte, ob sie auf der Fronleichnamsprozession waren. Man kann sich jedoch mit Recht wundern, wenn Politiker einer (Wählerstimmen abschöpfenden) vorangetragenen Verbundenheit mit dem C fehlen. Aber auch hier ist meine Ärgergrenze noch nicht erreicht.

Ärgerlich finde ich jedoch die Reaktion der CSU in der heutigen Am Sonntag: Herr Dickl schießt seinen Fraktionskollegen ins Knie, wenn er erklärt, dass diese in ihren Heimatpfarreien mitmarschierten. Peinlicherweise waren nämlich in St. Nikola, St. Anton, der Innstadt, St. Korona, Hals und Ilzstadt am Donnerstag keine Prozessionen, z.T. mit dem expliziten Hinweis, bitte im Dom mitzugehen. Das sind die Heimatkirchen von ca. der Hälfte der C-Stadträte.
Unverschämt finde ich es, wenn Herr Damberger als Ilzstadt-Stadtrat dann auch noch über die Domherren abkackt, diese hätten Schuld.

Heininger hat gesagt…

Also bei uns war kein CSU-Stadtrat.

Profiler hat gesagt…

Das ist mir jetzt neu. CSU Granden müssen bei der Prozession mitgehen. Warum?
Die sollen sich auf die Kommunalpolitik konzentrieren.

Anonym hat gesagt…

@ Profiler: Vollkommen richtig! So einen Eifer möchte ich mal besitzen um herauszufinden welcher Stadtrat an einer Prozession teilnimmt und welcher nicht! Wundern tut mich nur, dass der bekennende nicht Katholik Dupper bei fast jeder kirchlichen Veranstaltung fehlt, dann aber im Anschluss an der Domtüre steht und freundlich Hände schüttelt. Im Anschluss dann noch an der Spitze eine Prozession wandelt und keinen stört es. Misst man da nicht mit zweierlei Maß?

Schraml hat gesagt…

1. Es gibt zwei PFLICHTVERANSTALTUNGEN für die Honoratioren der Stadt Passau im Jahr: Maidultanstich und Fronleichnamsprozession.
2. OB Dupper nimmt an vielen kirchlichen Feiern teil. Erst kürzlich warer bei der Reliquienüberführung des Heiligen Stephan im Dom UND in der Klosterkirche Niedernburg.
3. Man kann an der Fronleichnamsprozession teilnehmen ohne eine "Katholiban" zu sein. Genauso muß man kein Alkoholiker sein, um die Maildult zu besuchen.
4. @ Heininger und @ Knieschuß: Danke

Anonym hat gesagt…

@Schraml:
1. Wer hat die Pflichtveranstaltungen bestimmt und warum stört es niemanden wenn z.B. beim Maidultumzug immer die selben Stadträte fehlen?
2. Falsch: Der Oberbürgermeister stand vor den Domtüren um alle Gottesdienstbesucher am Ende des Gottesdienstes freundlich zu begrüßen, nahm aber nicht daran teil. Dafür ging er dann an der Spitze der Überführung nach Niedernburg und grüßte alle (egal ob Einheimisch oder Tourist) recht freundlich am Straßenrand.
3. Bescheuertes Statement!!!
4. Seh ich anders.

wahlinfo-passau hat gesagt…

@ Schraml

Ad 1: Teilweise richtig. Wenn jemand das als Brauchtum versteht oder meinetwegen auch einen religösen Beweggrund hat, ja. Wenn jemand den gesellschaftlichen Druck (Wählerstimmen, Outing durch die PNP) ignorieren kann/will und es leid ist, ein ernst-frommes Gesicht zu einer Veranstaltung zu machen, die er als albernen Hokuspokus ansieht, nein.

Ad 3: (siehe auch ad 1) Kann man ja. Selbst wenn man nicht religiös ist. Dann sieht man es aber als Folklore. Dies wiederum von einem Politiker öffentlich geäußert, würde ihm den Bann der Inquisition einbringen. Der Ausdruck "Katholiban" bezog sich ja auch nicht auf die Teilnehmer in toto, sondern auf diejenigen, die im Jahr 2012 immer noch so viel gesellschaftlichen Druck aufbauen können, dass bei kirchlichen Veranstaltungen generell exponierte Personen nur deshalb teilnehmen, weil sie sich sonst schaden.

Preisfrage: Hat sich eigentlich in Passau schon einmal ein bekannterer Politiker als völlig und total unreligiös/atheistisch bezeichnet und auch so verhalten? Und wenn nicht, warum nicht? Weil es so einen nicht gibt oder weil er sich nicht schaden will?

Erklärungsversuche erwünscht!

Schraml hat gesagt…

Der Präsi ist wohl der größte Heuchler und Tatsachenverdreher den es in und um Hals gibt. Das "Outing" der Nicht-Fronleichnamsteilnehmer fand ja wohl zuerst auf wahlinfo statt. Und zwar genau am Donnerstag, 7. Juni, 11.35 Uhr!
Der Beitrag wurde von ihm wie folgt kommentiert: "Vielen Dank für den schönen und informativen Kommentar..."

Wahrheitliebender Agnostiker hat gesagt…

Entscheidend ist doch nicht, ob ein Politiker zur Prozession geht oder nicht. Entscheidend ist, ob gelogen wird. Wenn Herr Dickl sagt, dass alle CSUler in ihren Heimatpfarreien mitgingen, daran aber berechtigte Zweifel bestehen, dann ist eine Thematisierung angebracht.

wahlinfo-passau hat gesagt…

Lieber Herr Schraml,

den Vorwurf verstehe ich nicht. Dass hier praktisch nichts zensiert wird, muss man mir doch nicht ernsthaft vorwerfen. Und dass ich das amüsiert kommentiere, ist auch nicht das Problem an der Geschichte.

Überdies scheinen wir aneinander vorbei zu reden. Ich finde es durchaus nachvollziehbar, zu erwähnen (und zwar egal ob hier oder in der PNP), dass CSU-Stadträte fernbleiben. Aber ich finde es anmaßend, zu fragen, warum der Präsident einer staatlichen Universität nicht teilnimmt.

Oder fehlt mir der intellektuelle Zugang zu Ihren Vorwürfen?

Der Präsident

Schraml hat gesagt…

Lieber Herr Präsident,
natürlich kann man fragen, warum der Unipräsident nicht teilgenommen hat. Für seinen Vorgänger, der übrigens mit seiner Frau bei der Prozession war, war es halt auch eine jährliche Pflichtveranstaltung (wie der Maidultanstich) und ein öffentliches Zeichen, dass er sich mit "seiner" Stadt identifiziert. Wenn der neue (Uni-)Präsident jetzt andere Schwerpunkte setzen will - auch RECHT.

wahlinfo-passau hat gesagt…

Jetzt verstehe ich, was Sie meinen.

Leider liegen Sie, meiner bescheidenen Meinung nach, völlig falsch. Sie sind der Meinung, Stadt = Kirche. Oder Sie können sich tatsächlich nicht vorstellen, dass es Leute gibt, denen Religionsausübung per se ein Greuel ist. Oder Sie können es sich düster vorstellen, tolerieren aber solche Menschen einfach nicht.

Jetzt weiß ich wieder, wen ich mit Katholiban gemeint habe.

Schraml hat gesagt…

Fast getroffen.
Ich meine aber nicht Stadt = Kirche, sondern Fronleichnamsprozession = Maidultanstich. Prost @ Amen

wahlinfo-passau hat gesagt…

Noch was:

Ich entnahm der Heimatpresse, dass Ihr Namensvetter an Fronleichnam gesagt hat: "Ohne Gott kann man nicht sinnvoll leben und nicht menschenwürdig sterben."

Ist das jetzt eigentlich a) christliche Nächstenliebe, b) eine vorsätzliche Beleidigung des aufgeklärten Teils (> 50%) der Bundesbürger oder c) das, was sich jeder Stadtpolitiker, Unipräsident oder sonstwer wirklich anhören muss, um sich mit der Stadt zu identifizieren?

Anonym hat gesagt…

Nette Diskussion. Passt das zum Thema?

http://www.titanic-magazin.de/papst-freundecasting.html

Anonym hat gesagt…

@ Wahrheitliebender Agnostiker:
Erst mal den zu beurteilenden Text richtig lesen.
Zu behaupten das jemand lügt,nur weil in einem Revolverblatt irgendein Zitat des Betrefenden zu finden ist, ist wohl sehr weit hergeholt. Wer sagt denn, dass das stimmt? Oh ich vergaß: das toll recherchierte und immer 100% informiertere Fachblatt "Am Sonntag" muss ja die ganze Geschichte erst von allen Betroffenen freigeben lassen bevor es gedruckt werden darf.
So einen Blödsinn einfach von sich geben zu wollen ist schon traurig genug, aber dann auch noch ein AS Zitat existenziell zu Benutzen um den Blödsinn zu untermauern schlägt dem Fass den Boden aus.

Anonym hat gesagt…

Ich halte die Kritik am "Outing" für ziemlich nachvollziehbar.
Ich schaue mir Fronleichnams-, Maidult- und Karnevalsumzüge persönlich auch gerne an.
Aber in eurem bigotten Städtchen wird man ja tatsächlich an den Pranger gestellt, wenn man bei öffentlich zur Schau gestellter Religionsausübung nicht mitmacht.
Ich dachte, sowas gibts schon lang nicht mehr. Wieder was gelernt. Danke Passau.

Schuld sind die Domherren, die AS und sonst keiner? hat gesagt…

@ anonym 15:09

Wenn Herr Dickl gegenüber der AS nicht behauptet hat, dass ALLE CSUler in ihren Heimatpfarreien an der Prozession teilnahmen, trifft Herrn Dickl der Vorwurf, die Unwahrheit gesagt zu haben, natürlich nicht. In einem solchen Fall wird er das falsche Zitat aber sicher in der AS nächste Woche in der Rubrik ECHO auf S. 2 richtig stellen lassen. Vielleicht so: "Die AS hat das Zitat erfunden. Wir hatten einfach keinen Bock auf Fronleichnam." Oder eleganter: "Das C in unserem Pareinamen erklären wir ab sofort zur Privatsache."

Anonym hat gesagt…

Zaungast hat gesagt:
Der Präsident bezeicnet die Fronleichnamsprozession als "Hokuspokus wie Regentänze und Voodoozauber" und Religionsausübung ist ihm "per se ein Greuel", wahrscheinlich, weil er überzeugt ist, dass Religion mit ihrem "Gotteswahn" "die Welt vergiftet" mit Gewalt, Terror, Unterdrückung und Irrationalität. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass auch im Namen des Atheismus Gräuel geschehen.
Zu Recht ist er empört, wenn man dem Atheisten den Sinn des Lebens und die Würde des Todes aberkennt.
Aber ist es nicht so, dass man dem Leben nur Sinn und dem Tod nur Würde verleihen kann mit Hilfe eines Mythos, z.B. dem Mythos des gottebenbildlichen Menschen oder dem Mythos des autonomen, selbstbestimmten Menschen? Für beides gibt es keine wissenschaftlichen Beweise.
Brenzlig wird es dann, wenn man sich die Mythen gegenseitig um die Ohren haut.

wahlinfo-passau hat gesagt…

Mir sind alle Ideologien ein Greuel. Und solche geschehen im Namen des Kommunismus, Islams, Hinduismus, Christentums usw., aber weniger im Namen des Atheismus.

Aber ich werde hier sicher keine Diskussion über Gott, Astrologie oder Mondphasen führen. Führt erfahrungsgemäß zu nichts.

Arno Nym hat gesagt…

Warum in drei Teufels Namen (sic) kann dem Leben nur mit einem Mythos Sinn und dem Tod Würde verliehen werden? Das ist genau der lebensängstliche Ansatz, der zuerst in jeden Teich einen Geist und in jeden Donner eine Gottheit produziert hat und dann die monotheistischen Religionen schuf, in denen sich der eine Alte mal bitte sehr um alles zu kümmern hat. There’s no god – now stop worrying and enjoy your life.

Schwerer Robot hat gesagt…

Das verstehe ich jetzt nicht Herr Präsident.
Warum werden solche Diskussionen nicht geführt und politische schon?
Beide sind nicht zielführend.
Ähnlich verhält es sich übrigens beim "guten Geschmack". De gustibis usw.

Verstanden hätte ich die Begründung, "solche Diskussionen werden hier nicht geführt, weil mir das zu blöd ist."

wahlinfo-passau hat gesagt…

Solche Diskussionen werden hier nicht geführt, weil mir das zu blöd ist.

Anonym hat gesagt…

Die Stadt Passau. Unendliche Borniertheit. Wir schreiben das Jahr 2012. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffes PNP, das mit seiner 130-köpfigen Redaktionsmannschaft unterwegs ist, um alte Welten wiederzuentdecken, tot geglaubte Zivilisationen und verstaubte Wahrheiten. Die PNP dringt dabei in moralische Untiefen vor, die von intelligenten Menschen längst verlassen wurden.

Anonym hat gesagt…

Also ich fand den Leserbrief von Stadtpfarrer Reiner in der Am Sonntag durchaus lesenswert. Leben und leben lassen auf Niederbayerisch - würde ich dazu mal sagen.

Anonym hat gesagt…

Zaungast hat gelernt
vom Präsidenten: Fronleichnamsprozession ist Hokuspokus. Trotzdem gehen da noch immer Heuchler mit aus Angst vor den Katholiban.
Vom Schraml: Stadt ist nicht gleich Kirche, aber Fronleichnamsprozession ist gleich Maidultanstich - beides Folklore!
vom Arno Nym: Lebensangst ist der Grund für Religion und der infantile Wusnch nach dem einen Alten, der sich um alles kümmert. Befreie dich davon und genieße das Leben"
von Schwere Robot: Diskussionen über Gott,Politik und Geschmmäcker sind nicht zielführend.
von Anonym: Passau ist unendlich borniert, für einen intelligenten Menschen unzumutbar.

Ja, und Jetzt? Soll der Zaungast an die moralische und intellektuelle Überlegenheit des Atheisten glauben? Oder soll er den Nietzsche machen und sich selbst zum Schöpfer und Quelle der Moral und des Sinns machen und als Übermensch mitbloggen?

Alles falsch! Er soll einfach den Mund halten!

wahlinfo-passau hat gesagt…

Interessant formuliert, aber ich bin zu blöd, die Message zu erkennen.

Arno Nym hat gesagt…

Entschuldigens vielmals, aber was ist denn daran interessant formuliert? Mir scheint, es handelt sich wieder um so einen Feigling, der sich als "Agnostiker" das letzte Hintertürchen offen läst. Ma woas ja ned... Was er soll oder nicht soll, das muss er halt einfach selbst entscheiden. Und moralisch, intellektuell oder im Sinne des Sozialverhaltens überlegen ist der Atheist dem Gläubigen meiner Meinung nach sicher nicht automatisch. Nur meistens findet er halt eine diktatorisch regierte Organisation, in der die Anführer Kleider und lustige Hüte tragen und vor außerirdischen Wesen warnen, weil sonst ewige Folter droht, nicht so toll. Und sie finden auch nicht so toll, dass die Gebühren für diese ulkige Organisation vom Staat eingezogen werden und selbiger auch noch Lange-Kleider-Lustige-Hüte-Lehrfunktionen an staatlichen Universitäten einrichtet und bezahlt. Ach, und von all den Kindergartenleiterinnen, die halt lieber mit einer Frau Ihr begrenztes Dasein verbringen ganz zu schweigen. Lieber Zaungast, wahrscheinlich hat der Präsident doch recht - diese Diskussion ist echt zu blöd.