Montag, 24. November 2014

Believe and Pray!

Es ist ja schon drollig. Da diskutieren in der PNP echte Personen oder vielleicht auch nur multiple Persönlichkeitsstörungen darüber, ob der Altstadtbewohner in der Altstadt parken darf oder besser irgendwo weit draußen und gleichzeitig fahren Stadtrand- und Landkreisbewohner lustig mit ihren Autos zum verfrühten Weihnachtsbummel oder Domgottesdienst und parken kreuz und quer, wo sie gerade wollen. Jetzt passt mal auf: Nicht die Altstadtbewohner sollen im Bschütt parken, sondern die Hauzenberger und Hutthurmer.

Aber wir haben halt auch einfach so schöne Christmas Events. Und vor allem so viele. Einmal am Domplatz die Christkindldult, einmal vorm Pustet ein Weihnachtsdorf und in der Stadtgalerie gibt es, wenn man deren Zeitungsbeilage glauben darf, einen Weihnachtsmarkt und einen Christkindlsmarkt. Oder steckt im Begriff "Besuch des Christkindlsmarktes" im Grußwort des Centers (sic!) Managers nur der doppelte Deppen-Genitiv? 

Einigen wir uns halt auf X-mas Party. Wenn sich der neue Hipster-Bischof von Passau mit seinen jugendlichen Schäfchen trifft, heißt es ja auch B'n'P, "Believe and Pray". Ist kein Witz, haben nicht wir erfunden, ist wirklich wahr. Noch skurriler ist allerdings das, was man heute der Heimatzeitung entnehmen konnte. Wenn die Kirche nämlich dieser Tage ihren noch jugendlicheren Schäfchen klar machen will, dass das da untenrum alles Schweinkram ist, heißt das nicht mehr Selbstkasteiung, sondern "My Fertility Matters". So etwas muss einem erst einmal einfallen.

Übrigens beteiligt sich Passau am Wettbewerb "Best Christmas City". Nein, das haben wir auch nicht erfunden. Frau Kickum findet das übrigens auch richtig gut. Passau liegt derzeit im Mittelfeld der Best Christmas Cities. Von den drei (sic!) teilnehmenden Städten nimmt Passau im Moment den zweiten Platz hinter der berühmten Weihnachtsmetropole Mannheim und vor Traben-Trarbach ein. Wir gratulieren.

Dem Frankenberger gratulieren wir auch und zwar zu seiner Überlegung, nach seiner Abwahl aus der ÖDP auszutreten. Allerdings stellen wir uns die Frage, ob er sich auch schon überlegt hat, wo er denn dann eintreten will. Das Volk liebt zwar mittlerweile das Rauchverbot, aber nicht den Verbieter. Die Grünen in Berlin haben schon einen Langhaarigen aus Bayern und die Grünen in Passau können nach Frau Tausch nicht noch mehr Diversifikation vertragen. Zu den Piraten würde er noch passen. Aber gibts die noch?

Hat eigentlich irgendwer bemerkt, dass die AmSonntag unlängst eine Puff-Sonderseite hatte? Wir sind jetzt nicht übermäßig prüde und schätzen auch das sonntägliche Kuchen-Buffet im Club Amore, aber irgendwo ist doch auch mal Schluss. Ein Verlag, dessen Berichterstattung zu gefühlt 80 % aus den Bischofsthemen "Believe, Pray, Be Abstinent" besteht, macht gleichzeitig Sonderseiten für Bordelle in Farbe? Sehr sonderbar. 

Es gab ja schon viele blöde Facebook-Seiten aus und über Passau. Unsere grundsätzliche Kritik an Facebook, wo Spinner mit prekärem Bildungshintergrund alles, wovon sie keine Ahnung haben, kommentieren, ist ja auch nicht neu. Aber vor kurzem haben wir wieder einmal ein echtes Schmankerl gefunden. Menschen, die weder über elementare Rechtschreibkenntnisse noch über eine rudimentäre Vorstellung von vernünftigem Essen verfügen, kommentieren die Passauer Gastronomie. Prädikat: besonders lustig.

Sollen wir noch über Abbiegespuren sprechen? Wahlweise nach rechts oder links? Letztere zur Hängebrücke geht ja irgendwie doch keinem ab und die Rechtsabbiegespur nach Grubweg ist ein so dermaßen deutsches Thema, dass das sicherlich anderswo keiner verstehen würde. Weil sie um ein paar Zentimeter zu schmal ist, darf man sie jetzt nicht mehr nutzen. Und weil man sie nicht mehr nutzen darf, wird sie auch nicht mehr genutzt. Weil man es ja nicht darf. Es böte sich ein Versuch zur Befindlichkeit des deutschen Autofahrers an: Mitten in der Nacht auf freier Strecke, z.B. am Anger, eine rote Ampel aufstellen, die immer rot bleibt. Und dann entspannt zuschauen, wie so mancher Straßenverkehrsteilnehmer stundenlang auf Grün wartet.

Apropos warten. Leider muss unsere hochverehrte Leserschaft wohl wieder einige Zeit auf den nächsten Beitrag hier warten. Das gesamte Präsidium verabschiedet sich nämlich in zwei Tagen in den traditionellen und unverdienten Vorweihnachtsurlaub. Ganz weit weg, wo es keine Christkindlsmärkte, keine Weihnachtsmärkte und keine Best Christmas Cities gibt. Wenn wir dann Mitte Dezember wieder zurückkommen, haben wir hoffentlich wieder die Kraft, über nackte Kaiser und den ganz besonderen Passauer Mainstream zu schreiben. 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Das Präsidium

Kommentare:

Worst Christmas City hat gesagt…

Oh my god, es ist passiert. Traben-Trarbach hat Passau überholt!

Anonym hat gesagt…

Chemnitz auch bald...

Anonym hat gesagt…

Was ist mir aus der Puff-Sonderseite noch in Erinnerung? Klassischer (deutscher Sex ?) kostet 50,00 ,französischer 30,00.
Viel interessanter wäre es aber, wie viele Frauen aus freien Stücken hier arbeiten, wie viele von ihnen aus den Oststaaten kommen und zu Hause Angehörige versorgen müssen, sollte etwas von den Einnahmen bei ihnen verbleiben.

Anonym hat gesagt…

Jetzt auch noch der Ruhrpott hinter uns!

PNP-Leser hat gesagt…

1623 Freunde auf der Restauranttesterseite, oh mein Gott. Stephan, Tebarzt und alle Heiligen helft....

Tegtmeier hat gesagt…

Mittlerweile ist Bochum vor Passau. Also ährlich.

Sauerei! hat gesagt…

Also das mit den Landkreisparkern in der Altstadt, da hat der Präsident schon recht. Das ist eine Sauerei!
Generell hab ich den Eindruck, dass es Anweisungen an die sonst so eifrigen Parküberwache gibt, genau zwei mal in der Woche keine Strafzettel zu verteilen. Am Sonntag Vormittag während und 1-2 Stunden nach der Dommesse und am Wochenmarkt. Da werden die Anwohnerparkplätze zugeparkt, dass es eine wahre Freude ist und die Straße um den Domplatz verträgt plötzlich das Parken in zweiter Reihe. "Ist ja nur für kurz, ich muss ja nur kurz was kaufen." Da ist es plötzlich völlig egal, wenn die sonst so wichtigen Rettungsgassen zugeparkt werden.
Zu diesen Zeiten zählt nur eines: Das Recht des Frecheren!

PNP-Leser hat gesagt…

Das stimmt meiner Ansicht nach nicht, IN PASSAU GIBT ES KEINE SCHONZEITEN!! Da wird abgezockt bis der Strafzetteldrucker glüht. Meiner Erfahrung nach kann man nirgends länger als 5 Min. stehen, ohne dass man einen Strafzettel bekommt. Und das gilt rund um die Uhr. Ich kenne keine Stadt in Deutschland, in der so rigoros und kleinkariert kassiert wird. Und notfalls lügen die Parküberwacher auch vor Gericht.

Kucker-Messenger hat gesagt…

Tschärity zum NICHTSATTSEHENKÖNNEN

http://www.wochenblatt.de/mediathek/bildergalerie/cme30695,752796.html

Anonym hat gesagt…

Ein paar Leute kenne ich, die auf der Tschärity in den letzten Jahren waren und alle sagen: "Da geh ich nie wieder hin. "Tu Gutes und rede darüber," sagt die Lady und das so penetrant, dass es weh tut. Das nächste mal kann sie den Peschl-Saal anmieten.

Anonym hat gesagt…

Vielen Dank für den Tschärity PaWo Hinweis. Ich brech zusammen! Die Botox Gesichter sind ja der Wahnsinn! Sowas hab ich noch nicht gesehen. Schon gar nicht in Passau. Vielen Dank Frau Tschärity, dass sie diese Bildungslücke hier vor Ort geschlossen haben.

Anonym hat gesagt…

In der Tat: Vielen Dank! Ein höchst interessanter Einblick in die örtliche High Society...

Königstreuer hat gesagt…

Tue Gutes und rede darüber.
Dagegen ist nichts einzuwenden.
Wenn sich Persönlichkeiten besonders darstellen wollen, wen stört es?
Natürlich gibt es diese Charity-Typen, die sich in der Öffentlichkeit suhlen.
Das ist allerdings nicht typisch für die High Society, die eher im Verborgenen spendet und agiert. Deshalb nenne ich sie lieber »Schickeria«, die sich vereinzelt penetrant in den sozialen Medien präsentiert.
Man muss ja nicht hingehen. So denken Viele. Anders sind die mal gerade eben 150 Gäste nicht zu erklären.
Für solche Präsentationen sollten wir ein großes Herz haben. Es schadet niemand, man kann darüber ablästern. Es ist i gewissen Sinne ein Bereicherung für die Schickeria und die sozialen Medien.

Pnp-Leser hat gesagt…

Es stimmt schon, schaden tut es niemand. Aber was für eine eigenartige Menschenansammlung, manche nennen es schon das Passauer Kabinett des Dr. Cagliari. Ich frage mich, was macht ein Normalo wie der Paul Zauner dort? Und die große Blonde (es stehen ja keine Namen unter den Bildern) ist das nicht die Ex unseres berühmten Schlagerkomponisten ( nicht vom Chrissie, sondern vom Ralf Siegel)? Ich bitte um Aufklärung.